Ausgabe 
6.11.1933 Drittes Blatt
 
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schäft der Inden und auch mit der Herrschaft der Börse.

Weil wir Nationalsozialisten den Staat der Volksgemeinschaft gegen den Liberalismus tu der Welt predigen und schaffen, hetzt das Juden­tum die Welt gegen Deutschland auf. Deswegen wird auch In der Welt die Lüge verbreitet, Deutschland rüste zu einem neuen Kriege. Wenn ein Stand friedliebend ist,dann ist es der deutsche Bauernstand. (Großer Beifall.) Der deutsche Bauer weiß, daß er unter Adolf Hitler wieder hoffen darf, und daß er. dafür dem Bauern­kanzler zu danken hat. (Starker Beifall.)

Mit der Person Adolf Hitlers steht und fällt der deutsche Bauer. (Sehr starker Beifall.) Das mögen sich alle draußen gesagt sein lassen. So friedliebend der deutsche Bauer ist, so fest ist sein Entschluß, lieber unter deu Fahnen Adolf Hitlers zu fallen, als noch einmal das jüdische System vor dem 30. Januar 1933 zu erdulden. (Lang­anhaltende stürmische Zustimmung.)

Wenn Adolf Hitler jetzt nach acht Monaten stiner Regierung schon das Urteil des deutschen Volkes fordert und nicht zu scheuen braucht, so ist das auch ein Beweis dafür, daß es anders ge­worden ist in Deutschland. Es wäre in Deutschland Uscht anders geworden, wenn Adolf Hitler nicht die ganzen 14 Jahre hindurch an sein deutsches Dolk geglaubt hätte. Aus diesem Glauben heraus ist Adolf Hitler seinem deutschen Volke unverbrüch­lich treu geblieben, trotz aller Verfolgungen.

Der Führer hat an euch geglaubt, glaubt auch an ihn, er war euch 14 Jahre lang treu, seid nun auch ihm treu am 12. November! (Minutenlanger, immer wieder neu einsetzender tosender Beifall und jubelnde hellrufe!)

Landesbauernpräsident Dr. Wagner rief zum Schluß:Wir geloben unserem Bauernkanzler Adolf Hitler und unserem Reichsbauernführer D a r r ö unwandelbare Treue mit dreimaligen Sieg- Heil-Rufen!" Mit jubelnder Begeisterung stimmte die riesige Menschenmenge in die Rufe ein.

Aus der Provinzialhaupistadt.

Hessische Verordnung zum Schuhe der nationalen Symbole.

Auf Grund des Gesetzes zum Schutze der natio­nalen Symbole vom 19. Mai 1933 hat der hes­sische Staatsminister folgendes verordnet:

§ 1. DasDeutschlandlied", dasHorst-Wessel- Lied", die LiederBrüder in Zechen und Gruben", Volk ans Gewehr",Die Wacht am Rhein",O Deutschland hoch in Ehren",In München sind viele gefallen",Blutigrot sind unsere Fahnen" und ihre Melodien dürfen in Gastwirtschaften, Kaffeehäusern und Vergnügungsstätten aller Art nicht gesungen oder gespielt werden. Eine Ausnahme von diesem Verbot ist nur im Rahmen ernster Veranstaltungen

Dieses Verbot gllt ferner auch für Straßenmusi­kanten, Wandergewerbetreibende und dergleichen.

§2. Vorsätzliche, ebenso wie fahrlässige Zuwider­handlungen gegen die Vorschriften des § 1 werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit haft be­straft (§9 Abs. 2 des Gesetzes vom 19. Mai 1933).

§ 3-Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 6. November 1933 in Kraft.

Kein wildes Bemalen der Bürgersteige und Häuserfronten.

Der Führer der Gruppe Hessen der SA., Grup­penführer A. h. B e ck e r l e , weist darauf hin, daß wildes Bemalen der Bürgersteige, Häuserfronten usw. mit Aufrufen zum Zwecke der Wahlpropa­ganda seitens der SA. zu unterbleiben hat.

Das Win^erhilfswerk.

An alle Ortsgruppen- und Zellenwarte der NSV. des Kreises Gießen als

örtliche Führer des Mnterhilfswerks.

heute, Montag, den 6. November, um 20 Uhr, findet im Caf6 Leib

eine dringende Sitzung

wegen der Karkoffelversorgung

statt.

Alle örtlichen Führer des Winterhilfswerkes haben restlos zu erscheinen.

Die Bürgermeister, sowie die landwirtschaftlichen Fachberater aller Gemeinden des Kreises Gießen müssen an dieser Sitzung auf Veranlassung der Gauleitung teilnehmen.

*

Die Verladung der Kartoffeln findet am Diens­tag, den 7., und Mittwoch, den 8. November, statt. Durch Ortsschelle ist noch heute bekanntzugeben, daß die Anfuhr morgen (7. November) schon vormittags stattfindet. Es sind sofort alle Schritte zu unterneh­men, damit das Einladen reibungslos geschieht.

Die Waggons werden sofort von der Kreisfüh­rung bestellt.

Soweit die einzelnen Verladebahnhöfe noch nicht angegeben sind, muß dieses bis spätestens Montag, den 6. November, 12 Uhr, nachgeholt sein. Gleich­zeitig müssen die zur Verladung kommenden Men­gen in Zentnern genau angegeben sein.

Die örtlichen Führer werden für die restlose Durchführung verantwortlich gemacht.

*

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß für die zur Vertellung kommenden Kohlenscheine eine Anerkennungsgebühr von 15 Pf. pro Kohlenschein zu bezahlen ist. Für die Stadt Gießen beträgt die Anerkennungsgebühr 20 Pf. Die Anerkennungsgebühr ist an den Kohlen­händler zu zahlen. Sie wollen bei der Ver­teilung der Scheine die bezugsberechtigten Volks­genossen darauf aufmerksam machen.

heil Hitler!

k l Ü ß, Kreisführer des Winlerhilfswerkes.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Baby" mit Anny Ondra. Katholischer deutscher Frauenbund, Kathol. Ver­einshaus, 10 bis 20 Uhr, Krippen-Ausstellung. DHV., Studentenhaus, 20.15 Uhr, Dichter-Abend: Mathias Claudius und Paul Ernst.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen abend 20 Uhr Erstauf­führung der klassischen Operette:Wiener Blut" von Johann Strauß. Spielleitung: Paul Wrede, musikalische Leitung: Fritz Cuj6, choreographische Leitung: Theo ulke. Die Vorstellung ist 6. Vorstellung im Dienstag-Abonnement und zu Operetten-Preisen. Ende: 22.30 Uhr. Mittwoch, 8. November, 6. Vorstellung im Mittwoch-Abonne­ment, Wiederholung der Operette:Wiener Blut" in der Besetzung der Erstaufführung. Operetten- Preise. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. Die Intendanz weist nochmals auf den pünklichen Dor­stellungsbeginn hin. Zu spät kommende Theater­besucher müssen, um Störung der Vorstellung zu vermeiden, während des Vorspiels in den Gängen warten. Im Interesse der rechtzeitig erschienenen Theaterbesucher und der Schauspieler wird die In­tendanz für Durchführung dieser Anordnung Sorge tragen.

*

** Feuer im Bergwerk. Gestern gegen 22.30 Uhr geriet aus unbekannter Ursache ein un­weit der Straße nach Großen-Linden stehender Förderturm und das damit verbundene Maschinen­haus des früheren Braunsteinbergwerkes in Brand. Das Feuer griff mit rasender Geschwindigkeit um sich, und in kurzer Zeit war das Gebäude ein Raub der Flammen. Bis die Feuerwehr benachrichtigt werden konnte, war das Gebäude, in dessen Holz­gebälk das Feuer reiche Nahrung fand, verloren. Der Sachschaden ist erheblich, da ein großer Mo­tor und verschiedene Maschinenanlagen vernichtet wurden.

** Preußisch-Süddeutsche Klassen­lotterie. Die Erneuerung der Lose zur zweiten Klasse muß bis zum 8. November, 18 Uhr, bei dem zuständigen Lotterie-Einnehmer geschehen. Pünkt­liche Erneuerung der Lose ist zur Vermeidung von Nachteilen für den Spieler notwendig.

** <51 e r b e f ä 11 e in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 31. Oktober verstorben in Gießen: 17. Adolf Birkmeyer, Metzgermeister, 49 Jahre alt, Bahnhofstraße 13; 17. Alwin Petry, 12 Jahre alt, Walltorstraße 8; 17. Katharine Weber, geb. Schäfer, ohne Beruf, 46 Jahre alt, Brandgasse 5; 18. Julie Wolf, geb. Kluge, Wwe., 68 Jahre alt, Bahnhof­straße 32; 18. Susanne Fischer, geb. Diehl, 55 Jahre alt, Horst-Wessel-Wall 62; 19. Otto Müller, Werk­meister i. R., 78 Jahre alt, Liebigstraße 64; 20. Wilhelm Bender, Schreinermeister, 73 Jahre alt, Hitlerwoll 27; 24. Katharine Hochstein, geb, Genth, 49 Jahre alt, Landgraf-Philipp-Platz 5; 26. August Holland, Buchdrucker, 74 Jahre alt, Plockstraße 10; 27. Friedrich Becker, Hausmeister i. R., 70 Jahre alt, Mühlstraße 6; 28. Pauline Agnes Dreißig, geb. Schaar, Wwe., 72 Jahre alt, Lessingstraße 5; 29. Alfred Fröhlich, Kaufmann, 68 Jahre alt, Werner- wall 49; 30. Friedrich Schmerle, Werkmeister i. R., 74 Jahre alt, Liebigstraße 41; 31. Karoline Auguste Anna Marie Schäfer, geb. Loos, Wwe., 81 Jahre alt, Licher Straße 9.

** EineLuther-PostkartederReichs- vo ft. Anläßlich des 450. Geburtstages von Dr. Martin Luther bringt die Deutsche Reichspost eine Postkarte mit dem Bild des Relorrnators her­aus Mit der Lutherkarte setzt die Reichspost ihre Reihe von Gedenkpostkarten fort, wie sie auch schon in der Vergangenheit erschienen sind.

Huberiusfeier 4933.

Kem Platz im Saale des Hotels Hindenburg war mehr frei, als das Jagdhorn die Mitglieder und Gäste des z<j) u b e r t u s", Verein weidge­rechter Jäger, Sitz Gießen, am Samstag abend grüßte und zum Schüsseltreiben lud. Tannen- grün und die Fahnen des nationalen Reiches schufen den festlichen Rahmen.

Den Willkommengruß des Vorstandes entbot der 1. Vorsitzende, August Pascoe- Dutenhofen. Sein Rückblick auf das vergangene Jagdjahr hob vor allem die erfreuliche Tatsache hervor, daß in ihm der immer verfochtene Wunsch des Vereins, auch auf Rehwild nur den Kugelschuß zu gestatten, in Erfüllung gegangen sei. Er betonte ferner die außer­ordentliche Bereicherung, die viele Reviere durch das vom Verein in jeder .eife geförderte Aussetzen von Fasanen erfahren hätten. Nachdem er noch dem Dank an alle Ausdruck verliehen hatte, die sich um die Ausstellung und Vorbereitung des Festes bemüht hätten (Oekonomierat Hoffmann, August Kilbi nger, Regierungsrat Freiherr Schenck ZuSchweinsberg, Studienrat H ö l z e l), leitete er seine Hörer hin zu den gewaltigen Ereignissen »m deutschen Volke. Er führte dabei aus:

Öir stellen uns alle, Vorstand und Mitgliedschaft, tleschlossen hinter die Regierung unseres großen Volkskanzlers Adolf Hitler und seiner Getreuen Und im tiefsten Herzen dankbar wollen wir fein öcm Manne, der die Schirmherrschaft über die gesamte deutsche Jägerei übernommen hat:

Hermann Göring.

Um 11$. Mai dieses Jahres sagte er vor der Jägerei

der Schorfheide: er fasse die Schirmherrschaft über das deutsche Weidwerk nicht als ein Ehrenamt auf, sondern sei vielmehr entschlossen, alles zu tun, was notwendig sei zur Erhaltung des deutschen Wildes Es ginge nicht an, daß einzelne Jäger, die das Mor­den über die pflegliche Behandlung des Wildes stellten, sich auch in Zukunft ungehindert an dem Allgemeingut des deutschen Volkes, welches unser Wild darstelle, versündigten. Noch ist Genaueres über das Kommende nicht bekannt, aber erst am Hubertustage führte Freiherr v. Düngern als Beauftragter des Ministers in einer Rede am Hu- bertuskreuz im Hildesheimer Bergwald aus, daß der Schirmherr der Jagd entschlossen sei, der Jägerei im neuen Staat schwere Pflichten aufzuerlegen, ihr anderseits aber auch einen ehrenvollen Platz sichern wolle.

Mag kommen, was da will, der wahre Meid- mann weih, daß alles zu Nutz und Frommen unseres deutschen Mildes und damit für ihn sein wird, und er hoff», daß dann seinem größten Feind, dem Jagdschinder und Aasjäger, gründ­lich das Handwerk gelegt wird.

Das Horrido des Redners auf das deutsche Weid­werk und seinen Schirmherrn fand begeisterten Widerhall. Wie ferner bekanntgegeben wurde, hat der Vorstand namens des Vereins am Hubertus­tag als Zeichen feiner Volksverbundenheit dem Winterhilfswerk 50 Mark überwiesen.

Die Besprechung der Ausstellung hielt dann der Schriftführer Studienrat Hölzel ab. Sie be­stand in der Jahresstrecke 1933, von der gezeigt

I wurden: 1 Rothirsch, 1 Keiler, 2 Damschaufler, | 1 Gamsbock und 93 Rehböcke. Hinzu kam eine Son­dersammlung von über 60 regelwidrigen Gehörnen. Der Jahrgang 1933 war, wie durch die Ausstellung auch wieder gezeigt wurde, ein schlechter Gehörn­jahrgang. Neu war, daß in diesem Jahre zum ersten Male die sogen. Biegersche Punktbewertung durch­geführt wurde, wie sie auf den deutschen Jagdaus­stellungen seit drei Jahren üblich ist. Nach Erläute­rung ihrer Durchführung und Bedeutung gab der Redner die diesjährigen Preisträger bekannt. Es erhielten:

Rehböcke: Silberne Medaille: Jeß, Groß, Rinn, Rinn, Rinn; Bronzene Medaille: Denninghoff, Jung, Mayer-Barkhausen, Denninghoff, Fricke.

Reviersammlung: Bronzene Medaille: Hammer­mann-Zeller.

Hegesammlung: Abschuß überalteter oder schlecht veranlagter Böcke: Goldene Medaille: Bonke.

Ferner für Gamsbock: Goldene Medaille: Dr. Hammermann.

Für Schaufler: Silberne Medaille: Jeß.

Für Keiler: Bronzene Medaille: Nickel.

Alsdann überbrachte Oberforftmeister Eckstein die Grüße und den Dank der Gäste, während Ober- mebiainalrat Schäfer im Auftrage des Vorstan­des des Landesoereins Hessen des A. D. I. V. die muftergüüige und erfolgreiche Arbeit auf allen Ge­bieten des Jagdwesens anerkannte, die der Huber­tus in voller Anerkennung durch alle gleichgesinn­ten Jägerkreise leiste.

Wenn die Neuordnung des Jagdwesens zu Ver­einfachungen auf dem Gebiete der Organisation führe, was wahrscheinlich sei, so mühten die hier tätigen Kräfte führend Verwendung finden.

Der Senior der anwesenden Jager, Detonieret Hoffmann, gab den Gefühlen des Dankes Aus­druck, die alle Mitglieder dem Schriftführer des Ver­eines gegenüber empfinden müßten, der sich nie des Arbeit für ihn und das Weidwerk versage und dessen Bemühen in erster Linie der prachtvolle Abend zu danken sei. Diesen Dank an Studienrat Hölzel übertrug Fabrikant Ludwig Rinn auf den Gesamtoorstand, dessen unablässiger belehrender, auklärender und vorbildlicher Tätigkeit es zu dan­ken sei, wenn heute jagdliche Dinge undenkbar sind, die früher bei fehlender Führung und Anleitung gang und gäbe waren.

Im zweiten Teile des Abends sprach dann Ge­heimrat Prof. Dr. Olt, der erste Geweihforscher Deutschlands, überRegelwidrige Geweihe". In be­kannter Meisterschaft führte er den Jägern Ursachen und Wirkungen vor Augen, die zu vielen Abwei­chungen im Bau von Geweih und Gehörn führen und das abnorme Gehörn mitunter als besonders wertvolle Trophäe erscheinen lassen. Herzlicher Dank lohnte den Redner.

Daß bann bie jagbliche Fröhlichkeit nicht zu kurz kam, versteht sich bei einer Hubertusfeier von selbst. Dabei sitzen alt unb jung, Jagbherr unb Jagdauf­seher, Eigenjagdbesitzer unb Pächter, Stäbter unb Bauer, Stanbesherr unb Bürger, bazwischen ber grüne Rock bes Forstbeamten, im Festgewanb bes Jagbanzuges, ben sie meist heute noch im Revier trugen, zusammen, keiner fragt nach Titel unb Staub, er fragt nur, ob ber anbere gleichen Geistes mit ihm sei, beseelt von ber gleichen Liebe zu Walb unb Felb, zu Will) unb Weibwerk. Unb über allem steht: Hie guet beutsch Weybwerk alle­wege!

Das war vor 40Zahren!

Oer Hiilerputsch in München am 9. November 1923.

Von Or. Johann von Leerü.

Urheberrecht: Dämmert ° Pressebienste G. m. b. H., Berlin W 35.

I.

©00 Fähnlein der sieben Aufrechten.

Aus einem Grüppchen suchender Frontsoldaten hatte aus Wirrnis und Zusammenbruch in München Adolf H i t l e r die Nationalsozialistische Deutsche Ar­beiterpartei gegründet. Kaum je hat eine Bewegung so mühsam um ihren Aufstieg ringen müssen, wie diese. Das ganze Jahr 1919 hindurch war sie so gut wie unbekannt, im wintzigen Gastzimmer obsku­rer Kneipen versammelten sich die ersten Kämpfer. Wie klein die Bewegung war, schildert Adolf Hiller inMein Kampf" selber. Wochenlang wollte die MitHlieberzahl nicht über sieben steigen.

Diese kleine Gruppe hatte an sich ihre Vorge­schichte. Sie ging hervor aus einem am 7. Marz 1918 von dem Schlosser Anton Drexler gegrün­detenFreien Arbeitsausschuß für einen guten Frie­den", sie wurde am 5. Januar 1919 umgetauft erst in eine Deutsche Arbeiterpartei, ber bann Aböls Hitler als siebentes Mitglieb beitrat. Erst Anfang 1920 konnte bie Partei in größerem Maßstab auftreten. Ihr ehrliches, solbatisches, ar- beitertümliches Nationalgefühl, ihre Verbinbung ber sozialistischen Sehnsucht unb antikapitalistischen Empfinbung ber arbeitenben Menschen mit ber lei- benschastlichen Begeisterung für eine politische Er­neuerung Deutfchlanbs, bas geistige Gerüst, bas ihr Aböls Hitler in der Erkenntnis ber Rassenftage, in ber betonten Herausstellung einer antimarxistischen, antiliberalen, auf ber biologischen Grundlage der Rasse gegründeten Weltanschauung gab das al­les zog die Massen an. Am 24. Februar 1920 war bie kleine Partei stark genug, im Hofbräuhaus zu München ben Kampf mit ber Öffentlich­keit in großem Stil aufzunehmen. Adolf Hitler prach vor 2000 Menschen unb unter bem stürmischen Jubel auch vieler, bie gekommen waren, um zu stö­ren, würbe bas Programm ber Bewegung von ber Versammlung angenommen. Am 3. Februar 1921 veranstaltete bie Partei bereits eine Riesen- tunbgebung im Zirkus Krone. Die Haken­kreuzfahne, bas uralte uorbische Lichtsymbol, würbe im Hochsommer 1920 geschaffen.

Im Innern festigte sich bie Partei. Am 1. August 1920 würbe bie Organisation ber Bewegung burch Beschluß einer Generalmitglieberversammlung in Aböls Hitlers Hänbe gelegt. Das System ber Aus­schüsse würbe überall burch bas hierarchische System ber verantwortlichen Führung ersetzt. Abolf Hit­ler selbst formulierte biefe Erkenntnis:Eine Be­wegung, bie in einer Zeit ber Herrschaft ber Majo­rität in allem unb jebem sich selbst grunbsätzlich auf bas Prinzip bes Führergebankens unb ber baraus bebingten Verantwortlichkeit einstellt, wirb eines Tages mit mathematischer Sicherheit ben bisherigen Zustanb überroinben unb als Siegerin heroorgehen."

Die Partei stieg auch äußerlich an. Der Cobur­ger Tag im Oktober 1 922 brachte einen wei­teren Sieg in offener Straßenschlacht gegen ben roten Terror. Immer neue Verbänbe unb Perbänb- chen glieberten sich ein. Mit unenblich viel Klein­arbeit, mit liebevollem Geschick, unter unsäglichen Opfern baute ber kleine Teil ber Deutschen, ber bie Hoffnung auf eine neue Zukunft bes beutschen Vol­kes nicht aufgegeben hatte, biefe Partei auf. Mit bem Wachsen ber Bewegung bekam bie Partei auch eine wirklich tragbare äußere Organisationsform. Im Dezember 1922 würbe berVölkische B e - ob ad) ter", bis bahin ein bebeutungslofes völki­sches Wochenblatt, zur Tageszeitung ausgebaut. Schritt für Schritt machte sich bie Partei zur Kern- «jelle ber beutschen Erneuerung. In Oberschlesien, m ben Kämpfen gegen Spartakus unb Kommu­nistenunruhen, überall stritten bie Männer vom Hakenkreuz mit. Trotzig klang es über bie Straßen Münchens, von kleinen Abteilungen gesungen:

Wir sinb bas Heer vom Hakenkreuz, Hebt hoch bie roten Fahnen, Der beutschen Freiheit wollen wir Den Weg zur Zukunft bahnen ..

Am 28. Dezember 1922 stellte bie Reparations­kommission auf französischen Antrag fest, baß Deutschlanb Holzlieferungen an Frankreich nicht vollzählig ausgeführt habe. Sie stellte fest, baß biefe Nichtausführung einen Verstoß gegen ben Versailler Friebensvertrag barstellte.Niemals ist seit bem Trojanischen Pferb Holz 3U einem so nie­derträchtigen Zweck verwanbt worben", protestierte ber englische Delegierte. Am 9. Januar teilte bie Reparationskommission mit, baß Deutschlanb sich eine Verfehlung bes Versailler Vertrages habe zu Schulben kommen lassen, eine Note Frankreichs unb Belgiens tünbete bie Entsenbung einer Jnge- nieurtommiffion in bas Ruhrgebiet an, die von

Truppen geschützt sein sollte. ZumSchutz" brechen fünf französische unb eine belgische Division mit ins­gesamt 60 000 Mann in bas Ruhrgebiet ein! Die Reichsregierung protestiert unb proklamiert ben passiven Wiberstanb.

Was bie Regierung nicht wollte, wozu die bür­gerlichen Parteien sich unfähig fühlten, das ver­suchte Adolf Hitler von der Grundlage seiner eige­nen nationalsozialistischen Bewegung aus durchzu­führen. Während zur gleichen Zeit ber Abwehr- kamvf an ber Ruhr in ber Form bes aktiven Wiber- standes burchaus in nationalsozialistischen Hänben lag, führte Abolf Hitler mit Erbitterung ben Kampf gegen ben marxistischen San- besverrat burch.

Als am 1. Mai 1923 die Sozialdemokraten unb Kommunisten in München einen Demonstra­tionszug machen wollten, ber burch bas Siegestor, bie alte Triumphpforte der bayerischen Armee, bie

Spenden für die NS.-Volkswohlfahrt

werben eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Volkswohlfahrt bes Kreises Gießen bei ber Bezirkssparkasse Gießen.

Fahnen bes Landesverrates hinduchführen sollte, rief Adolf Hiller zur Gegenaktion auf. In Oberwiesenseld traten die nationalsozialistischen Sturmabteilungen, die BündeReichsflagge" und Oberland" zu gemeinsamem Handeln an. Sie standen in Waffen. Sie wollten in die Stadt mar­schieren, um dem frechen marxistischen Terror ent­gegenzutreten. Aber sie hatten nicht mit demStaat" gerechnet. Ein Panzerwagen wurde nach Ober» wiesenfeld in Marsch gesetzt, Reichswehr und Lan­despolizei wurden aufgeboten. Unb bie Kampfver- bänbe, um bie SA., bie gewillt war, Deutschland von ber roten Drohung frei unb bamit überhaupt erst roieber außenpolitisch hanblungsfähig zu machen, würbe ein hoher Drahtverhau aufgerichtet. Hunberte von Gewehren ber Reichswehr unb Po­lizei richteten sich auf bie Kämpfer ber beutschen Erneuerung im Hintergründe grinsten die Roten. Erreicht war aber, baß, eingeschüchtert burch ben in zahllosen Flugblättern angefünbigten Aufmarsch ber Kampfverdänbe, die vereinigten Marxisten ben Mut verloren hatten, sie zogen nicht burch bas Siegestor. Am Nachmillag marschierten dann von Oberwiesenseld aus bie SA.-Männer.

(Fortsetzung folgt.)

Oderheffen.

Saiiölrcie Gictzen

y. Staufenberg, 4. Noo. Gestern abend fanb auch hier ein Familienabenb stall, für ben sich ber Saal bes Gastwirts Zecher fast zu klein erwies. Bereichert wurde ber schön verlaufene Abenb burch eine Aufführung von 12 Mäbchen Deutschland über alle s", bie von ber Ge­meindeschwester, Marie Osterheld, meisterhaft eingeübt und von den Darstellerinnen glänzend vorgetragen wurde. Die zahlreiche Versammlung antwortete begeistert mit dem ersten Vers des Deutschlandliedes. Der vaterländische Ton wurde von dem Hauptredner des Abends, dem ftüheren Burenkommandanten Koos I o o st e , der einen ganzen Wintermonat hindurch Vorträge bei ber SA. in Baben halten wirb, aufgegriffen unb glänzenb fortgesetzt. Der Gesangverein Stau­fenberg, dem ein leistungsfähiger gemischter Chor angegliebert ist, füllte bie Pausen mit Vater- lanbs- unb Heimattiebern aus. Reicher Beifall unb Dank würbe ben Sängern unb Sängerinnen zuteil.

oo ßangsborf, 4. Nov. Anläßlich bes Wahl­kampfes fanb am Freitaaabenb eine Kunb - gebung unseres Dorfes statt. Alle Organi­sationen ber NSDAP, waren angetreten unb zahl­reiche Gemeindeglieber. Nachdem Stützpunktleiter Fabian die Versammlung eröffnet hatte, hielt Rektor N e b e l i n g (Gießen) einen Vortrag über die politischen Vorgänge der letzten zwei Jahr­zehnte, die sich zu Deutschlands Austritt aus bem Völkerbimb zugespitzt haben. Der befonbere Vorzug ber Ausführungen bes Rebners für eine Dorf- gemeinbe war bie einleuchtenbe Anfchaulichkeit, mit ber politische Begriffe klargelegt wurden. Der Ver- lauf des Abends zeigte, daß ber naionalfozialistifche Lebensstil in breitem Zuge bas ßanb erobert.

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