Ausgabe 
6.11.1933 Drittes Blatt
 
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Waffen seinen friedlichen Weg geht, paffen beide nicht zueinander.

Adolf Hiller ging nicht nur mit Recht aus diesem Völkerbund und feiner Konferenz hinaus, fon- dern er wird auch in diesen Bund nicht wieder zurückkehren. (Langanhaltender stürmi­scher Beifall.)

Und was wir im Innern zu regeln haben, das a?i)t im Ausland niemand etwas an. Das deutsche Volk regelt seine inneren Angelegenheiten aus sich heraus und auf der Linie seines eigenen Volkslebens. (Sehr-richtig!-Rufe.) Der Führer hat ja auch immer erklärt, daß er niemand in der Welt in innere Angelegenheiten dreinreden wird. Er hat auch wiederholt den andern angeboten, wenn sie mit uns sprechen wollen, ehrliche Aus­sprache zu pflegen mit einem Versprechen, das aud) gehalten werden kann.

Die bevorstehende Reichstagswahl ist eine Wieder­holung derRegierungshinft, wie sie Adolf Hitler am 5. Marz angewandt hat. Damals, als viele glaubten, Hitler werde nur mit der Faust regieren, trat er vor das Volk, um festzustellen, dah sein Wille im Einklang sei mit dem ganzen deutschen Volke. Das deutsche Volk hat sich zu ihm bekannt. Der alte Reichstag ist mittlerweile durch die Ent­wicklung überholt worden, er war keine Vertre­tung des Volkes mehr. Nach den Bekenntnissen des deutschen Volkes vom 1. M a i und vom 1. v k - t o b e r ist es notwendig, auch die Volksvertretung auf diese Linie zu bringen.

Die deutschen Volksgenossen sollen kundtun. daß

Hitlers Vertrauensmänner auch ihre Ver­trauensmänner sind.

Auf dieser Grundlage läßt sich im Innern alles gut regelt; und nach außen hin den Weg zur Freiheit bahnen. Dabei darf bei der Fortentwicklung im Innern es keine Möglichkeit mehr geben, daß ein fremder Staat in München eine Gesandtschaft un­terhält, während er in Berlin eine Botschaft hat, ebensowenig ist es in Zukunft noch angebracht, daß die deutschen Länder unter sich Gesandtschaften un­terhalten.

Das deutsche Volk und fein Führer sind eins.

(Stürmische Zustimmung.)

Das erste alte Möbel, das ich in Hessen vor die Tür gestellt habe, war deshalb die hessische Gesandt­schaft in Berlin. (Beifall.) Das Ziel der Reichs- tagswahl ist nur eines: die Erfüllung des vor- nehmften nationalsozialistischen Kampfzieles:

e 1 n Volk, e i n Reich, e i n Führers

(Langanhaltender stürmischer Beifall.) Jeder ein- lene deutsche Volksgenosse muß nun wissen, daß und was er zu tun hat! Der Alle Fritz hat heute noch recht:Wir sind nicht auf der Welt, zu leben, sondern unsere Pflicht und Schuldigkeit zu tun'." Deutsche Volksgenossen! Geht hin und handelt danach! Mit Hitler! heil! (Langanhal- tender tosender Beifall.)

Otoatsfefretär Backe

wurde vom Qanbesbauernpräfibenten Dr. Wag- n e r als verdienstvoller Mitarbeiter des Reichsbau- ernführers und Reichsministers Darrs begrüßt und von der Versammlung mit starkem Beifall empfangen. Er sagte in seiner Ansprache u. a.: Das deutsche Volk steht an einer Zeitenwende, an einem Punkt, an dem eine Entwicklung von 150 Jahren zu Ende geht und eine neueGrundlage des Lebens mit einer neuen Idee anbricht: der nationalsozialistischen Idee! Diese neue Idee auf neuer Grundlage wird auch neue Formen schaffen. Was hinter uns liegt, erkennen wir an dem, was in den 150 Jahren geworden ist.

3n der Zeit der angeblichen Freiheit und Gleich­heit ist die Lebensgrundlage des Volke» zerstört worden, indem man alle Rassen auf eine Stufe ffeatc und vergaß, daß nur die nordische Rasse staats- und volkbildend aufgetreten war. Mit der liberalistischen Gleichheit zerstörte man die Volksgemeinschaft, und so wurde aus Volk Be­völkerung, aus der Gemeinschaft Volk ein zu­sammenhangloser Haufen Menschen.

Durch den Liberalismus zerstörte man auch das Führerprinzip. Dann sind die früheren Füh-

rer immer wieder in die parlamentarische Mehrheit geflüchtet. Demgegenüber stellte der Nationalsozlalis- mus die G e m e i n s ch a f t in den Mittelpunkt.

Richt Bevölkerung wollen mir, sondern Volks­gemeinschaft. den Aufbau auf dem gemeinsamen Blut, der gemeinsamen Abstammung.

Auf dieser Grundlage hat Adolf Hitler 14 Jahre lang das deutsche Volk gesammelt. Der National- fozialismus hat das Führerprinzip wieder hergestellt. Die früheren Manner sprachen von der Freiheit des Einzelnen und lösten damit den (Ein­zelnen aus feinem natürlichen Verbundenfein her­aus. Wir sprechen dagegen von der Gebundenheit des Einzelnen, einmal im Blut und zum andern im Boden.

Blut und Boden, Volk und Heimat sind die

wurzeln, auf denen sich ein Volk aufbauen kann.

trat nunmehr an den RednetPand. Nicktendenwol- lender Jubel und stürmische Heil-Rufe Der Riesen­versammlung begrüßten den Führer der deutschen Bauern und Vertrauensmann des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler. Der Redner berichtete in feinen etwa einftünbigen Darlegungen zunächst, daß er am Samstagnachmittag an der Gruft des Freiherrn vom Stein bei Bad Ems einen Kranz niedergelegt tjabe, um dadurch bewußt zu zeigen, daß dieser Wahlkampf über unsere Zeit hinaus symbolisch sei für den Kampf des deutschen Bauern­tums gegen jeden Liberalismus. Weiter betonte er feine (Des Redners) enge Verbundenheit mit dem Gau feines alten Gauleiters und mit den hefsifch- naffauischen Bauern. Dann sagte der Minister u. a.: Es ist wohl nicht unwichtig, wenn wir uns heute fragen, warum diese Wahl ift und worum es Im grundsätzlichen bei dieser Wahl geht. Wie war es vor dem 30. Januar d. I. in Deutsch­land? Auf der einen Seite waren die Bauern und arbeiteten und wirkten auf ihrer Scholle und Gottes Segen war sichtlich mit ihnen. Und doch war der Bauer seines Lebens nicht froh! Auf der andern Seite hatten die Volksgenossen in den Städten keine Arbeit mehr und sie sehnten sich nach Brot. In jenem Staate mußte doch etwas nicht stimmen! Ging man den Dingen nach, so ergab sich, daß sich

zwischen Stadt und Land eine wirtschaftliche Institution dazwischen geschoben hatte, die das Wirtschaftsleben regierte. Diese Institution war die Börse, die darüber bestimmte, was ver­kauft werden konnte und durfte. An dieser Börse sah man ein Volk auftreten, das nichts zu tun hatte mit unserem Volk auf dem Lande und ebenso nichts zu tun mit den hun­gernden Volksgenossen in der Stadt. Dieses Volk hatte mit unserem Volk über- Haupt nichts z u tun, aber es re­gierte unser fleißiges, deutsches Volk mit dieser Institution!

Wie konnte bas kluge deutsche Volk es sich gefallen lassen, baß an ber empfinblidjften Stelle seiner Wirtschaft ein frembes Volk regierte? Der 3 u b e hatte es verstauben, mit seinen Machtmitteln bas Denken bes beutschen Volkes so zu vernebeln, baß ber Deutsche nicht mehr klar bachte unb sich ein- bilbete, es gehe in Der Welt nicht anbers als baß der Jude die Börse regiere. Zunächst redete man dem Deutschen aus, daß Glaube, Liebe, Heimat, Vaterland, Treue, Ehre Dinge ber Wirklich­keit sind. Man sagte bem Deutschen, bas seien nur (Einbilbungen, alles sei nur Schwinbel. (Es gebe nur eines: bie Wirtschaft. Die Wirtschaft stehe im Leben an erster Stelle, auf sie allein komme es an, allein auf bie Rentabilität.

So wurde das Denken des Deutschen vollkommen vermaterialisiert.

Er sah nur noch bie Materie, unb ba hatte ber Iube ihn so weit, baß er ihn am Rarrenseil bes Materialismus herumführen konnte. Dann sagte man, ber Bauer sei materiell, man grünbete Die Lanbvolkpartei, kämpfte auf ber wirt-

Wir stehen also an einer Zeitenwende, die beftim- menb sein wird für Jahrhunderte, vielleicht für eyi Jahrtausend Wenn jetzt ber Führer an Sie heran- tritt, dann seien sie sich der Verantwortung dewußl, bie heute in Ihren Händen liegt! Spä- ure Generationen werden Sie fragen, wo Sie am 12. November 1933 gestanden haben. Danach werden Sie beurteilt, was Sie am 12. November 1933 ge­tan haben. Wehe den Alten, die bann bie Augen Niederschlagen müssen vor ihren Kindern, denn bann zerbricht in ben Kindern etwas, was nicht wieder eingerentt werden kann.

Die ganze weit blickt auf das, was am 12. Ro­vern ber in Deutschland sich zeigt. Lin neue» Blatt der Geschichte wird am 12. Rovember ge­wendet.

Seien Sie dabei, sonst können Sie die Verant­wortung vor der Geschichte nicht tragen. (Stürmischer Beifall.)

schastlichen Seite unb wollte ben Bauer nur wirt­schaftlich retten. Ader es würbe bem Bauer nicht geholfen. Diese Leute hatten vollkommen vergessen, baß ber Bauer auf feiner Scholle nicht arbeitete um ber Wirtschaft willen, fonbern um feines Bauerntums willen, um bie Scholle feinen Kinbern unb ftinbesfinbem weiterreichen zu kön­nen. (Starker Beifall.) Der Bauer arbeitete, um fein Geschlecht auf ber Scholle zu erhalten. Man hatte übersehen, daß ber Bauer, um die Jbee seines Bauerntums zu retten, materiell handeln mußte, um sich in einer vermateriali­siert e n Umwelt am Geben erhalten zu können. Wenn ber Bauer materiell gewesen wäre, bann hätte er bem System ber letzten Jahre ben ganzen Krempel längst vor bie Füße geworfen.

Unserem Führer war klar, daß er genau bas Gegenteil bes früheren Prinzips tun mußte, wenn er eine andere Staatsführung schaffen wollte. Wenn bas System von Weimar bie Unverantwortlichkeit, bie Charakterlosigkeit unb bie Entschlußlosigkeit organisierte, so hat er bie Verantwortlichkeit feines Unterführertums organisiert. Er ging babei von seinen Erfahrungen an ber Front aus, baß nur ein ganzer Kerl auf jebem Poften bas Richtige ist, baß es wie im Kriege auch im politischen Leben auf bie ganzen Kerle ankommt, bie fähig finb, ein als richtig erkanntes Ziel auch zu er­reichen, unb bie bas Zeug besitzen, bie richtige Er­kenntnis in bie Tat umzufetzen. Mit diesen ganzen Kerls hat Adolf Hitler bas System von Weimar hinweggefegt. (Großer Beifall.) Als Abolf Hitler Kanzler geworben war, ftanb bie Frage im Dorber­grund, wie er sich zum Bauerntum verhalten solle. Der Nationalsozialismus ist an das Problem des Bauern nicht von ber Wirtschaft her heran­getreten, fonbern von ber sozialen Seite aus. Sozialismus heißt: Die Interessen ber Volks­gemeinschaft feinem ganzen Tun unb Denken ooranftellen unb bas Einzelne richtig zu machen.

lieber aller Wirtschaftlichkeit unb Zweck- Mäßigkeit steht die Erhaltung de» Volkstum» in die Zukunft hinein, wenn das Bauerntum d er Blut »quell des Volke» ist, dann ist man ein Verbrecher am Volk, wenn man das Bauerntum aufgibt, und man ist auch ein Dummtopf. (Lebhafter Beifall.) Denn das Bauerntum garantiert die Erhaltung des Volkes in die Zukunft hinein. INan kann nicht danach fragen, wie die Rettung des deut­schen Bauerntums sich wirtschaftlich für die Staatskasfe auswirkt, sondern man muh da» Gcsamtinteresse des Volke» entscheidend sein lassen. Der völkische Staatsmann hat das deut­sche Bauerntum zu retten, koste es was es wolle.

ZederdeuffcheMnli,jet>edeutscheIrau muß am 12. Rovember, dem Tage der geschicht­lichen deutschen Volksabstimmung und der Rcnwahl des Deutschen Reichrtage». ein ent­schiedene» Bekenntnis oblegen

für diepolitildeSZührersAdolsSitler!

Im Volksleben ist die Wirtschaft eine Funktion des g e s a m t e n V o l k s k ö r p e r s, ist die Wirt­schaftspolitik eine Funktion der Staats- f u h r u n g.

wenn man dem deutschen Bauern helfen wollte, muhte man in erster Linie um eine neue Staals- führung kämpfen.

Deshalb pattierte Adolf Hitler nicht mit dem System von Weimar, um grundsätzlich um eine neue Staatssührung zu ringen. Der Jude hatte aber nicht nur das Denken bes Deutschen vernebelt, sondern auch dafür gesorgt, daß in dem Staate von Wei­mar, der nur ein Produkt der jüdischen Hochfinanz war, von oben bis unten die entscheidenden Stellen mit Schwächlingen und charakterlosen Schwachköpfen besetzt waren, Damit niemals die Machtmittel des Staates gegen das Judentum eingesetzt werden konnten. (Lebhafte Zustimmung.) Deshalb wurden nur Männer in die Regierung hineingesetzt, auf bie sich bas Judentum verlassen konnte. (Großer Bei­fall.) Das Ergebnis der letzten Jahr« war: man hatte vorzüglich bafür gesorgt, daß die Herrschaft ber Juden in Deutschland nicht gebrochen wurde.

(Tosender Beifall). Wenn das deutsche Bauerntum gerettet werben sollte, so konnte man auf ber (Brunb- läge ber alten Preispolitik nicht zum Ziele kommen. Es gab nur einen Weg, um bas beutsche Bauern­tum zu retten unb ben Weg in die Zukunft frei- zumachen: die Herrschaft der Börse zu zerschlagen. Kurz unb schnell tarnen Anfang September die Ge­setze, die

mit einem Schlage die Herrschaft der jüdischen Börse zerbrachen.

(Starker Beifall.) Noch ift aber eine ganze Rech» von Produktionszweigen bes Bauern neu zu regeln. Nachbem wir beim betreibe angefangen haben, sind jetzt bie Vorarbeiten soweit gediehen, dah wir auch auf bem Gebiet bes Fleisches unb ähnlicher Probukte bem Bauern Feftpreise geben können, bie eine Kalkulation in die Zukunft gestatten. (Leb­hafter Beifall.) Das Reichs - Erbhofge- setz soll verhindern, daß ein Bauer wegen eine» Schuldpapiers von einem jüdischen Äramatten- macher von Haus unb Hof getrieben werden kann. Es ist uns auch gelungen, in den Durchführungs­bestimmungen für dieses Gesetz bie Selbstver­waltung in bie hänbe ber Bauern zu legen. (Großer Beifall.) Die Bauern werben also dieses Gesetz auslegen unb dafür sorgen, daß e« im Sinne der Bauern gehandhabt und daraus etwas geschaffen wirb, was uns noch die Enkel danken werben. (Starker Beifall.)

Rur d i e Menschen regen sich über diese» Gesetz auf, die Angst haben, bah sie ihre Dividende nicht mehr wie früher in Land anlegen können. (Beifall.) Det Bauer hat kein Inter­esse daran, daß der Boden al» Ware be­wertet wird. Mit unseren Bauerngesehen haben wir den Juden einen bösen Strich durch die Rechnung gemacht, wenn das Bauerntum der Welt erst einmal unsere Bauerngefctje haben wird, bann ist es schnell vorbei mit der Herr-

Aeichsbauemstihrer und Reichsminister Dane

Die Vauernpolitil des nationalen Wieder­aufbaus im Dritten Reich.

Der nationale Aufbruch unseres Staates gibt unserer Kulturarbeit neuen Auftrieb, neue Ver­pflichtungen unb neue Aufgaben. Daher müssen uns unsere bisherigen Freunde unb Anhänger auch weiterhin bie Treue halten. Dies ist für sie eine Ehrenpflicht. Diejenigen aber, bie bisher uns fern- ftanben, müssen uns heute ihre Unterstützung unb Mitarbeit schenken, um ben großen Dienst am Geiste unb an ber Seele unseres Volkes an bem uns zugewiesenen Teile erfüllen zu können. Mit biefer bringenben Bitte treten wir heute an unsere Bürgerschaft heran. Unser Vortragspro- gramm 19 3 3/34 wirb allen Vortragsbesuchern, dessen sind wir sicher, in ihren Feierabenbstunben Freube, Unterhaltung, Belehrung unb geistige Er­holung vermitteln!

Volk, Heimat, Schrifttum sind ber Ausgangs­punkt unserer Vortragstätigkeit. Der Blick in Die weite Wett wirb das Allgemeinwissen bereichern. Im Borbergrunb ber neuen Vortragsfolge stehen vier literarische Abenbe. Diese Reihe wirb eröffnet am Totensonntag mit einer Gebenkftunbe für ben Dichter Paul 6 r n ft. Der auch in Gießen bekannte Sprecher Dr. Leonhard Blaß wirb bie Gebenkworte sprechen unb aus ben Werken bes Dichters lesen. Die Gebenkftunbe wirb für uns ba- burch eine befonbere Bedeutung erhalten, bah Paul Ernst bereits 1921 Gast bes Goethe-Bundes ge­wesen ist. Sodann werben Agnes Miegel, die große ostpreußische Heimat- unb Balladen-Dichte- rin, unb ber feinsinnige Dichter Ernst W i e ch e r t, ber 1932 mit bem zum ersten Male verliehenen Volkspreis ber Baabe-Stiftung ausgezeichnet wurde, aus eigenen Werken lesen Ein weiterer Abend dieser Reihe ist Max Dauthendey, dem deut­schen Heimwehbichter, gewibmet. Annie Dauthendey erzählt aus feinem Leben unb Schassen unb zeigt zum ersten Male 40 wundervolle Original-Aqua­relle bes Dichters.

Bon ber beutschen Heimat in bie weite Welt" ist die Vortragsreihe betitelt, bie ber Goethe-Bunb im Rahmen einer Vortraasge- meinschaft zusammen mit bem Kaufmännischen Verein unb Gewerbeverein veranstaltet. Die be­kannte Tierfreundin Käthe Hecht wird diese Reihe am 7. November unb damit die gesamte Bortrags- tätigtest dieses Winters mit einem Lichtbildervor- trag:Tiere bes deutschen Waldes unb ber deut­schen Heimat als Hausgenossen" eröffnen. Es folgt eine musikalische Abendstunde:Das deutsche Volks- lieb als Sviegel deutschen Lebens" unter Mitwir­kung von Musikdirektor H a 11 w a ch s unb Konzert­sängerin Elisabeth Pennrich. U-'bct .Ruhmes- hätten der deutschen Nation" spricht in einem far-

Goethe-Bund Gießen.

Das Vortragsprogramm 1933/34.

Von Dr. Otto Henning.

Unser Volkskanzler Adolf Hitler hat unser Volk wieder zu einer echten Volksgemeinschaft zu- sammenaesührt. Nicht nur in ber Werkstatt ober in der Amts- unb Bürostube wollen unb müssen wir biete Lebens- unb Schicksalsgemeinschaft bilden, dies gilt vor allem auch nach getaner Berufsarbeit, in ben Stunben bes Feierabends! Darum ift es eine besonders große unb bringenbe Aufgabe, dieser Freizeit einen geistig erfrischenden unb für bie harte Alltagsarbeit stärkenden Inhalt zu geben.

Der Goethe-Bund bars heute mit stolzer Freude bekennen, daß er seit jeher dieser hohen Ausgabe zu bienen bestrebt mar. Wer mit offenem Blick und mit Verständnis für bie Größe, Schwere und Vielseitigkeit einer solchen Kulturaufgabe bie Arbeit bes Bunbes verfolgt hat, ber mirb sicherlich uns seine Zustimmung uno Anerkennung nicht ver­sagen. So ist denn im Laufe ber vielen Jahre burch die kulturelle unb gemeinnützige Zielsetzung bes Goethe-Bundes eine geistige Gemeinschaft zwischen allen Berussschichten unserer Bürgerschaft geschossen worben, wie sie nur in ganz wenig anderen Städten Zu finden ift: Arbeiter der Stirn und der Faust, Angestellte und Beamte, Kaufleute und Gewerbe­treibende, Wissenschaftler und Studenten fanden sich in unserem Kreis zu gemeinfamen (Erleben deut­schen Kulturgutes zusammen.

Führende Persönlichkeiten des deutschen Schrift­tum» und Geisteslebens in unsere Stadt zu rufen, war und ist unsere vornehmste Ausgabe. In vielen Fällen führte ber Goethe-Bund als einer ber ersten Dichterpersönlichkeiten an ben Vortragstisch. wir nennen nur Werner Beumelburg, Ebmin Erich Dwinger, Hans Carossa, Felix Tim­mermans u. a. Aber diese kulturelle Zielsetzung genügte noch nicht, um ben Weg- in die breiten Schichten unserer Bürgerschaft zu finden. Es war erforderlich der Ausbau der fozial-gemeinnützigen Einrichtungen: bei einem umfangreichen unb her- porragenben Bortraasprogramm aus eigener Kraft, da ber Goethe-Bund in ben Hehn Jahren seines Bestehens noch keinerlei behördliche Zuschüsse er­halten hat, die Eintrittspreise für unsere Vortrags- besucher so niedrig anzusetzen, dah jeder, ohne Rücksicht auf Stand und Einkommen unb in den letzten Jahren auch trotz ber wirtschaftlichen Schwere der Zeit, an unserem Kulturleben Anteil nehmen konnte.

bigen Lichtbilberoortraa Emma Ko11mann. Es schließt sich an ein Vortragsabend des U-Boot- sichrers Kapitänleutnant Freiherr von Spiegel mit dem Thema:U-Boot-Fahrten und Abenteuer im Weltkriege" (mit Originallichtbildern). Der deut­sche Himalaia-Forscher Paul Bauer, ausgezeich­net beim Literatur-Wettbewerb der Olympischen Spiele 1932 mit der Goldenen Olympischen Medaille, berichtet in einem Lichtbilbervortrag über seine Er­lebnisse:3m Kamps um die höchsten Gipfel der Erde". Den Abschluß dieser sicherlich sehr inter­essanten Vortragsreihe bildet ein Lichtbildervortrag des bekanntenFliegerdichters" Peter S u p f über: Das neue Welterlebnis" (das Luftreich als großes Erlebnis des Auges, bes Geistes unb ber Seele).

Als Sonberoeranftaltung ift vorgesehen ein Licht- bilbcroortrag ber Filmschauspielerin ßeni Riefen­stahl:Meine Erlebnisse auf ber Film-Expebition ber Ufa in Grönland". Der FilmSOS Eisberg" wurde auch in Gießen mit großem Erfolg gezeigt.

Mit der Studentenschaft unserer Uniocr- fität wurde auch für diesen Vortragswinter eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Damit will die Studentenschaft tatkräftig an der Arbeit bes Goethe- bunbes teilnehmen unb ihren Mitgliebern für ben Besuch biefer Veranstaltungen weitgehenbe Ein­trittserleichterungen vermitteln. Diese enge kutturelle Gemeinschaftsarbeit der beiden Verbände wird ihren Ausdruck finden in der Veranstaltung einer gemeinsamen Kundgebung anläßlich des Reichs­gründungstages. Für bieje Veranstaltung ift als Redner in Aussicht genommen der bekannte Straf­verteidiger Rechtsanwalt Professor Dr. Grimm (Essen) mit dem Vortragsthema:Der deutsche Einheitsstaat, Adolf Hitlers große Sendung".

Abschließend ift noch zu erwähnen, daß aud) für diesen Winter wieder mst der Leitung des Licht­spielhauses bei ber Veranstaltung einer größeren Zahl von K u l t u r f i l m - Vorführungen eine Zu­sammenarbeit beschloßen würbe. Auch auf biefem Gebiete der Pflege und Forderung des echten Kul­turfilmes war der Goethe-Bund in der Erkenntnis des volkserzieherischen Wertes des Kulturfilmes unter den literarischen Vereinen einer der ersten, der dieser Kulturarbeit seine Mitarbeit schenkte und das Lichtspielgewerbe unserer Stadt in seinen da­hingerichteten Bestrebungen unterstützte. Die An- erlennung des Kulturfilmes in unserem neuen Staat bekundet, daß auch auf diesem Gebiet ber Goethe-Bund den rechten Weg beschritten hat.

Eine Fülle interessanter unb wertvoller Vortrags­erlebnisse wirb das neue Programm des Goethe- Bundes bringen. Bettachte es jeder Bürger unserer

Stadt als seine besondere Pflicht, durch seine Mit­gliedschaft und feinen Bortragsbefud) diesen Kultur­faktor zum Wohle der Allgemeinheit zu fordern und zu stärken!

DomStudenienliedzurNa ionalhymne

lieber bie Geschichte der berühmten Faschisten- HymneGiovinezza" werben in einem römischen Blatt interessante Mitteilungen gemacht: Es mar im Mai 1909, als Rechtsstudenten der Turiner Universität sich im Eafö Sustambrini versammelten, um nach glücklich bestandenem letzten Examen ein Abschiedsfest zu feiern. Dazu fehlte es ihnen aber an einem würdigen Festgesang, und sie beschlossen daher, sich an einen Kollegen zu wenden, der zu­gleich ein begabter Musiker war. Dieser, Giuseppe Blanc, hatte auch an ber Turiner Universität Rechts­wissenschaft ftubiert unb sich danach als Rechts­anwalt in Turin niedergelassen. Er war als Kom­ponist durch einen weitverbreiteten Walzer bekannt geworden, den er nach einem Roman von Fogazzaro Malombra" getauft hatte. Zu diesem Manne begab sich nun einer der Studenten, um ihn im Namen seiner Gefährten zu bitten, er möge innerhalb von drei Studen bie Worte vertonen, bie einer ber Stu- benten, Nino Oxilia, zu bem festlichen Anlaß ge- bidjtet hatte. Die Verse begannen luftig, unb nach­bem bie fröhlichen Tage Der Studien und Lieb­schaften gepriesen unb der Ernst ber Zukunft an­gedeutet waren, klang jede Sttophe in ein Lob ber Jugend aus, beginnend mit den Zeilen.Giovi­nezza, giovinezza, Primavera di beflezza" (Jugend, Jugend, Frühling der Schönheit). Diese Verse sind in die Faschisten-Hymne übergegangen. Da» Lied hatte aber vorher noch manche Schicksale. 3m Jahre 1910 dient Giuseppe Blanc bei den Jägern; er singt seine Hymne von ber 3ugenb und diese fin­det Anklang bei seinen Kameraden, die sich Worte und Text einprägen. Sie lasten da» Lied in Tri­polis erschallen, als das Regiment dorthin ge­schickt wird, unb in der neuen Umwelt, unter den kriegerischen Abenteuern entstehen neue Strophen. Wie wenn er ben Weltkrieg unb sein Schicksal vor­ausgeahnt hätte, schloß der Dichter Orilia feint letzte Strophe mit folgenden Worten:Aber wenn eine» Tages der Ruf unserer nicht befreiten Brüder erschallt, wirb ber Feind uns lachend zum Todt fliegen sehen." Oxilia fiel am 18. November 1917 beim Tomba-Berge. Das Lied wurde von den Sol- baten nod) weiter gelungen, bis es dann von der faschistischen Bewegung zu ihrer Hymne erkoren wurde und dadurch Weltberühmtheit erlangte. B.