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6.4.1933 Erstes Blatt
 
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Donnerstag, 6. April M3

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 82 Zweites Blatt

Obechessen

Gauvorsteher Auerbach wurde bei den ge­schäftlichen Verhandlungen unter dem großen Beifall des Gautages einstimmig als Gau- Vorsteher wiedergewählt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

* Wetzlar, 5. April. Der D'e ut s ch n a t i o - nale Handlung sgehilfenoerband teilt mit: Bereits im Februar hatte der Handelsoerein Wetzlar e. D. Mantel- und Gehaltstarif für die kaufmännischen Angestellten im Einzelhandel Wetzlar gekündigt. Nachdem der Handelsoerein mit den Angestelltenverbänden eine Aussprache über die Tarif- und Wirtschaftslage hatte, kam man an­gesichts der Bestrebungen der Reichsregierung auf Schaffung eines Wirtschaftsfriedens überein, den jetzt bestehenden Mantel- und Gehaltstarif unver­ändert weiter in Geltung zu lassen.

stärker in den Vordergrund zu treten. Da der Aufbauarbeit die größte Kraft der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gewidmet werden muß, kann sie nur im Geiste gegenseitiger Achtung. Aner­kennung und Gleichberechtigung erfolgreich sein.

wenn der 5.März nicht nur eine nationale, sondern eine nationalsozialistische Revolution war, dann wird die innere Kraft des deutschen Volkes so ungeheuer, daß diese nationale poli­tische Einheit de» deutschen Volke» uns wieder die Stellung unter den Völkern erzwingt, die uns zukommt.

Der mit großem Beifall aufgenommenen Rede folgten die Ansprachen der Ehrengäste, in denen immer wieder die Sympathie für die Ziele des DHV. zum Ausdruck kam.

Die gesamten Aufgaben des Verbandes in der Sozial- und Kulturpolitik umriß nochmals in einem Schlußwort der stellvertretende Vorsitzende Milhow, dessen Ausführungen häufig von starkem Beifall begleitet waren. Er warnte deutlich vor den Absichten werksgemein­schaftlicher Bestrebungen im Sinne wirtschaftssriedlicher gelber Verbände, die nur geeignet seien, einen gesunden berufsstän­dischen Aufbau zu untergraben.

Die Tagung schloß mit dem Gesang des Deutsch­landliedes.

Landkreis Grützen.

d. Heuchelheim, 5. März. Am Sonntag hatte die hiesige Handarbeitslehrerin Frl. L ü d e d c eine Ausstllungvon Arbeiten ihrer Schülerinnen veranstaltet. Die Ausstellung, die im Schulsaal der Haushaltungsschule stattfond. zeugte in ihrem geschmackvollen Aufbau der Ar­beiten, daß sie mit viel Liebe und Verständnis von der Veranstalterin vorbereitet war. Von den einfachsten Arbeiten der Anfänger an sah man in

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in bar. Haben Sie idion Ihre Lötung für dieies Preisausschreiben emgetondt 3 Be­dingungen kostenlos bei ollen stoallidien Einnehmern der Preussisch - Süddeutsdien Kloisenlotlerie. Gntendungssdiluu-. 10. April.

IHI. unter Schwarz-Weiß-Aol und Hakenkreuz

Gautag und Kaufmannsgehilfentagung in Mainz.

Hinsicht rechnen kann.

Wenn wir zusammenhalten, wird da» große werk gelingen.

Dann dürfen wir hoffen, daß ein deutscher Staat entsteht, der dem deutschen Menschen angemessen ist und in dem er sich wohlfühlt." Sein Heil! fand brau­sendes Echo. , ~ t ,

Gauvorstcher Auerbach, Frankfurt a M., ging dann in seinem VortragDer Kauf- mannsgehilfe in Staat und Wirt­schaft" von dem ungeheuren Bingen um neue Formen unseres politischen, geistigen und wirt­schaftlichen Lebens in der Nachkriegszeit aus, das seinen Abschluß in der nationalen Revolution ge­funden habe.

Rückhaltlos bekennt sich der Dhv. zu Ration und Lhristentum.

Seine Ersahrungen und die ilebcrcinftimmung s i- ncr geistigen Grundlagen mit Venen Der völii' ni Freiheitsbewegung geben ihm ein An.echt. Er nd- sätzliches zu der im Vordergrund der inneren Po­litik stehenden b e r u f s st ä n d i s ch e n N e u g e - staltung zu sagen. Diese Neugestaltung dar nicht durch eine vertikale Aufspaltung der Wirt­schaft zum Branchenstaat führen, sondern ist in horizontaler Weise zu echt cn Der u f s st a n - den vorzunehmen. So bilden z. D. die Kauf- mannsgehilsen einen Berufsstand, zusammen mit den übrigen Angestelltenberufen, tote Linker Werkmeister usw. den Angestelltenstand. Die heu­tigen nationalen Beruf sverbande sind der Grund­stein einer neuenBerufs stunde o r d> n u njj. Die Sozialversicherung ist unter der Oberaufticht des Staates der Selbstverwaltung ^s.^^^eber und Arbeitnehmer zur^verantwortli^n Durch- führung zu übergeben. In der Arbeitslosenver sicherung sind gewerkschaftliche Erlahkasseni zu af­fig. Geeigneten Berufsverbanden ist der Arbeits­nachweis zuzugestehen. Die tarifvertragliche.*ege; lunq der Arbeitsbedingungen als wichtigste -Zio teilung arbeitsgemeinschaftlicher evelbstverwaltui^ muß ausgedehnt werden. Das tarifvertragliche Schlichtungswesen muß verwirklicht werden.

Der Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit ist eine der wichtigsten innerpolitschen Aufgaben. Rur ihre gerechte Lösung bringt den sozialen

Frieden.

systemvoller Cntwidlung alle Arten von Hand­arbeiten, Wäschestüde und Stidereien bis zu den kunstvollsten Ausführungen der Fortbildungsschul- klassen. Ter weibliche Teil der hiesigen Einwohner­schaft brachte der Ausstellung stärkstes Interesse entgegen.

«cp Leihgestcrn, 6. April. Gestern, Mittwoch abend, ereignete sich hier ein tragischer lln» glücksfalI. Die Witwe Christine Arnold, die im 81. Lebensjahr steht, wollte ihr Gnkelkind von der Straße nach Hause holen, als gerade eine Anzahl junger Burschen auf der Dorfstraße, trotz wiederholtem Verbot, Fußball spielte. Die bedauernswerte Frau wurde von dem Ball derart hart am Kopse getroffen, daß sie bewußtlos auf den Hinterkopf fiel und infolge­dessen eine schwere Gehirnerschütte­rung davontrug. Die Bedauernswerte starb, ohne das Dofie Bewußtsein wieder erlangt zu haben.

* Londorf, 5. April. Am Sonntag sand im Saale der Dolkshalle eine Handarbeitsau s- ftellung statt. Die ausgestellten Arbeiten waren in einem Bäh- und Hanoarbeitskursus her- gestellt, den die technische Lehrerin Frl. Iohanna P s n o r r, Londorf, in den Winterrnvnaten ver­anstaltete. Lleberraschend war die Vielseitigkeit der Ausstellung. Iede Technik und jeder Ge- schmack war vertreten. Die ausgestellten Gegen­stände gaben ein gutes Bild von dem Fleiß und der Liebe, die Leiterin und Schülerinnen aufge­bracht hatten.

s. Utphe, 5. April. Der älteste männ­liche Einwohner unseres Dorfes, der Land­wirt und Drechsler Georg Friedrich Beltz er, konnte seinen 9 2. Geburtstag begehen. Er hat sich bis in fein hohes Greisenalter erstaun- ließe Gesundheit und Frische bewahrt, obwohl er schon von schweren Schicksalsschlägen betroffen wurde und mehrere erwachsene Enkelkinder ins Grab sinken sah. Er ist auch in der weiteren Um­gebung bekannt geworden, als in der Nachkriegs­zeit die Spinnräder wieder zu Ehren kamen und man sie ihm zur Instandsetzung brachte: gibt es doch nicht mehr viele Drechfter, die davon noch etwas verstehen.

Weitere Beurlaubungen von Bürgermeistern.

WSN. Darmstadt, 4. April. Die Presse- stelle der Staatsregierung teilt mit: Folgende Bürgermeister und Beigeordnete wur­den mit sofortiger Wirkung ihres Amtes ent­hoben und durch nachstehende Kommissare er­setzt : Michelstadt, Bürgermeister Neff, Er­bach, Bürgermeister W. Dengler. Für die Be­setzung dieser beiden Posten erfolgen später Vor­schläge. Zell i.O., Bürgermeister Schwinn durch Beigeordneten Beysel. Vielbrunn, Bürger» meister Wolf durch Landwirt Seifert, Stein­bach, Bürgermeister Wilh. Stein durch Glaser- meister Pfaff, Nieder-Kainsbach, Bürger­meister Giegerich durch Landwirt H. Eckert, Kirch-Brombach, Beigeordneter Ad. Dill- Hardt V. durch Gg. Kader, Mörlenbach, Bürgermeister Gg. Knapp durch Landwirt Ioh. Zopf und Beigeordneter Peter Knapp durch Landwirt Peter Säger, Wimpfen, Bürger­meister Salier durch Altbeigeordneten Kiefer, Mitlechtern, Bürgermeister Gg. Nipper durch Landwirt Aik. Schaab HL, Bonsweiher, Bürgermeister Rettig durch Landwirt Rettig und Beigeordneter Ioh. Eberle durch Landwirt Adam Mader, Viernheim, Bürgermeister Jean Lamberth durch Architekt Adam Winkenbach.

WM. Berlin freundlich.

Berlin. 6. April. (WTB. Funkfpruch.) Trotz ungleichmäßiger Kursgestaltung war auch die Grundtendenz der heutigen Börse als freund- I i ch zu bezeichnen. Für einige Gebiete des Ak­tienmarktes lagen günstige Meldungen vor: be­sonders befriedigten die Belebung am Eifenmarkt, der gebesserte Stidstoffabsah. die Nachrichten aus der Autoindustrie und der sehr flüssige Abschluß der Niederlausitzer Kohle. Auch die Kommen­tare des NüdzahlungsbefchlusseS für den Redis- kontkredit der Neichsbank machten einen guten Eindruck, wird doch die deutsche Wirtschaft durch diese Nüdzahlung jährlich um rund 10 Millio­nen Mark an Zinsen entlastet. Die schwächere Haltung der deutschen Werte im Auslande hatte aber einen gewissen Einfluß auf die Kursentwick- lung des Anlagemarktes. An diesem neigte die Tendenz eher zur Schwäche.

2m Zusammenhang mit der abermaligen Ver­tagung des Aufwertungstermines für die Schuh­gebietsanleihe waren DeutscheAnleihen allgemein etwas stärker angeboten, die Altbesitzan- leihe büßte 65 Ps. ein. Auch Reichsschuldbuchfor- derungen büßten zirka 0,50 Prozent ein.

Aktien waren dagegen überwiegend fester. Besondere für Spezialwerte lag wieder kleines Publikumsinteresse vor. Bei Farben regte außer­dem die morgige Bilanz-Aufsichtsratssitzung an, so daß der 2,50prozentige Kursgewinn auf einen Umfaß von 90 Mille zurückzuführen war. Die Steigerungen bei den übrigen Spezialwerten basierten dagegen meist auf Mindestumsah. So gewannen Bremer Wolle 5 Prozent bei einer Nachfrage von 2 Mille. Holzmann setzten aus den bekannten Gründen ihre Auswärtsbewegung um 3,25 Proz. fort. Anderseits waren der drei- prozentige Nüdgang der Dortmunter Union und der 2prozentige Verlust bei Schlesische GaS eben­falls mehr zufälliger Natur.

Im Verlaufe wurde es jedenfalls, von Farben ausgehend, allgemein fester. Farbenaktien selbst gewannen nochmals 2,25 Prozent. Papiere wie Siemens. Deichsbank. Erdöl. Charlotten­burger Wasser bis zu 1.75 Prozent und eine ganze Neihe anderer Werte bis zu 1 Prozent.

Am Geldmarkt machte die Entspan­nung Fortschritte. Tagesgeld ging vereinzelt auch schon auf 4,50 Prozent zurück. Privatdiskon­ten waren eher gesucht, auch für Reichswechsel und Reichsschatzanweisungen bestand zu den glei­chen Terminen wie gestern Nachfrage.

Frankfurt fest.

Die Licher Ehrung der nationalen Führer.

* Lich, 6. April. Der gestrige Bericht über die Verleihung des E h r e n b ü r g e r r e ch t s der Stadt Lich an den Herrn Reichspräsidenten, den Herrn Reichskanzler und den Herrn hessischen Staatspräsi­denten bedarf einer Ergänzung und infolge eines Irrtums des Berichterstatters in einigen Punkten einer Richtigstellung. Der einstimmig gefaßte Ge nieinderatsbeschluß lautete dahin, daß das Ehren­bürgerrecht der Stadt Lich an den Herrn Reichsprä­identen von Hindenburg, den Herrn Reichs­kanzler Hitler und den Herrn hessischen Staats­präsidenten Dr. Werner verliehen wird. Die drei Ehrenbürgerbriefe sollen von berufener Künstlerhand angefertigt werden, lieber die Ausgestaltung der Ehrenbürgerbriese soll eine Kommission, bestehend aus Bürgermeister Geil, Beigeordneten Ihring und Stiftspfarrer D raubt befinden. Nach Fertig teilung sollen die Ehrenbürgerbriefe des Herrn Reichspräsidenten und des Herrn Reichskanzlers übersandt, der Ehrenbürgerbrief des Herrn hessischen Staatspräsidenten durch eine Deputation überreicht werden. Weiter sollen die Bilder^ der drei neuen Ehrenbürger beschosst und im Sitzungssaale des Rathauses aufgehängt werden. Nachdem der Biir- !ermeister die Gemeinderatssitzung geschlossen hatte, prad) der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe der llSDAP., Kaufmann Karl Kuhn, dem Gemeinde­rat den Dank der Ortsgruppe für den einstimmig ge­faßten Beschluß aus.

Der überfüllte Sitzungssaal des Gemeinderats konnte nicht alle Menschen fassen, die Zeuge dieser geschichtlichen Ehrung sein wollten. Vor dem Rat­haus hatte daher noch eine große Menge Aufstellung genommen. Nach Schluß der Sitzung trat der Ge­meinderat auf die Rathaustreppe. Nachdem Büraer- meifter Geil von hier aus den einstimmigen Be­schluß des Gemeinderats bekanntgegeben hatte, schloß sich eine feierliche Kundgebung zu Ehren der neuen Ehrenbürger an. Bür­germeister Geil sprach auf den Herrn Reichspräsi­denten, den Herrn Reichskanzler und den Herrn hes schen Staatspräsidenten, Stiftspfarrer D r a u d t sprach auf den Nationalsozialismus und dessen Füh­rer. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied, sowie ein Musikstück der Feuerwehrkapelle beendeten die Feier.

Hitlerjugend-Tag in Butzbach.

pb Butzbach. 5. März. Der Sonntag war in Butzbach ein Tag der Hitler-Jugend. Arn Nachmittag zogen die Jungens, von Nieder- Weisel kommend, mit Musik und Gesang in die Stadt ein. Nach einer Verpflegungspause fand auf dem Marktplatz unter starker Beteiligung der Bevölkerung eine große Kundgebung statt. Von dem Balkon des Rathauses, wo auch die Fahnen- und Wimpelträger Ausstellung ge­nommen hatten, begrüßte der Ortsgruppenleiter, Herr Q u a n z, die Jugend- Darauf sprach der Führer der Butzbacher Hitler-Jugend, Robert Hainer. Der jugendliche Redner verstand es, mit Padenden, begeisternden Worten alle auf das gemeinsame Ziel hinzuweisen'ein freies und glückliches Deutschland . Dann hielt Bürgermeister Dr. Scheller nach Begrüßung der jungen Schar eine kurze Ansprache, die im Hoch für Heimat und Vaterland ausklang, woran sich das Deutsch­landlied anschloß. Mit einigen Mitteilungen des Stammesführers und dem Horst-Wessel-Lied schloß die Kundgebung- Am Abend sand noch ein Werbeabend statt, der von Musik umrahmt war und der die Ansprache des stellvertretenden Ortsgruppenleiters der NSDAP-, Schneider, des Gefolgschaftsführers des Jungvolks, S e i f f c r t, brachte, sowie zwei Theaterstüde. die von der Spielschar Rendel aufgeführt wurden. Ihnen schloß sich ein Spiel der Butzbacher Spielschar an. Am Montagvormittag zog die junge Schar weiter.

Wechsel im Vorsitz des hessischen Einzelhandels.

In der Vorstandssitzung des Landesver­bandes des Hessischen Einzelhan­dels, die am Dienstag in Darmstadt stattfand, berichtete Herr K a I b f u ß über die bisherigen Verhandlungen in der Hauptgemeinschast des Deutschen Einzelhandels, die mit dem Kampfbund geführt wurden und die zu dem bereits bekannten Resultat geführt haben. Cs wurde mit Genug­tuung begrüßt, daß Herr K a l b f u ß , der lang­jährige 2. Vorsitzende der Hauptgemeinschast. auch weiterhin an der gleichen Stelle der Hauptgemein- schast Mitarbeiten wird und daß damit die Ver­bindung zwischen dem hessischen Einzelhandel und Berlin aufrechterhalten bleibt.

Es wurde sodann über die Verhandlungen be­richtet, die der hessische Landesverband mit der Leitung des Kampf bundes in Hessen ge­führt hat, auf Grund deren die folgenden Ver­einbarungen getroffen wurden: An Stelle des langjährigen 1. Vorsitzenden, Herrn Wilhelm Kalbsuß, Darmstadt, tritt Herr ©tabcl, Mainz, während Herr Kalbfuß sich bereiter- klärt hat, als stellvertretender Vorsitzender mitzu- arbeiten, wodurch seine langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiete des Einzelhandels auch weiterhin erhalten bleiben. Eine teilweise Neubesetzung des Vorstandes soll in Kürze durchgeführt werden. Herr ©tabcl übernahm den Vorsitz mit aner­kennenden Worten für die seitherige Tätigkeit des Vorsitzenden und cnttoidelte in kurzen Zügen das Programm für den zukünftigen berufs­ständischen Aufbau des Einzelhan­dels. Die anwesenden Vorstandsmitglieder er­klärten einstimmig ihre Bereitwilligkeit zurMitarbeitund gaben der Hoffnung Aus­druck. daß die langjährigen, bisher nicht erfüllten Wünsche zur Erhalt ung des mittel stän­dischen Einzelhandels baldigst der Der- wirklichung entgegengeführt werden.

WSN. Mainz, 5. April. Der Gau Main- Weser im D e u t s ch n a t i o n al e n Hand- lungsgchilfen-Verband hielt hier seinen 28. ordentlichen Gautag und 17. Kaufmannsge­hilfentag ab

Am Samstagnachmittag eröffnete Gauvorsteher Auerbach, Frankfurt a. M., im Rheingoldsaal der Stadthallx

die Gautagung.

Er hob hervor, daß zum erstenmal seit der Grün­dung des DHV. eine Gesinnungsgleich­heit zwischen ihm und den Trägern der Staatsgewalt vorhanden sei. Der DHV. werde bei den schwierigen wirtschaftlichen und kulturellen Fragen, die in den nächsten Iahren vom deutfchen Volk zu lösen sind, mitarbeiten im Sinne seiner Zielsetzung. Ein sreier Stand i m freien Staat. An den Reichspräsi­denten und den Reichskanzler wurden Huldigungstelegramme gesandt. Mit Beifall nahm die Versammlung davon Kenntnis, daß fortan die offizielle Verbandsnadel wieder wie zu Kriegsanfang das Hakenkreuz enthalten würde.

Abends fand im großen Saal der Stadthalle ein Fest- und Begrüßungsabend statt, zu dem sich über 20)0 Gäste eingefunden hatten. Im Mittelpunkt des Abends stand die Fest- a n f p r a ch e des stellvertretenden Vorsitzenden Miltzow Er führte u. a. aus:

was in den kehlen Wochen an großem Ge­schehen über uns gekommen ist, mar möglich, weil endlich die unzerstörbaren Kräfte der deutschen Seele zur Einheit drangen.

Deutschlands Sieg und Deutschlands neue Ein­heit ist völkischer Sieg. Unser Verband wurde groß, weil wir 40 Iahre lang unverfälscht völkisch blieben. Do nun das neue Deutschland nach dem Willen Hindenburgs die Symbole Schwarz- Weiß-Rot und Hakenkreuz herausstellt, haben wir beschlossen, daß diese Zeichen als Ver­bandsabzeichen gelten sollen. Hierdurch soll die Verbundenheit zum neuen Deutschland, zum Völ­kischwerden, zum Ausdrud kommen. Wir deut­schen Kausmannsgehilsen grüßen in Ehrfurcht den getreuen Ekkehard unseres Volkes und feinen jungen Kanzler, grüßen die Symbole der neuenFreiheit, die auch unsere idealen Symbole sind. Deutsch und frei sei unser Stand, deutsch sei und bleibe die­ses Land, deutsch und frei bleibe ewig der deutsche Rhein. Von der Versammlung wurde sodann das LiedSie sollen ihn nicht haben" gesungen.

Sonntag vormittag wurde in derLiedertafel" in Anwesenheit einer großen Anzahl von Vertre­tern der Staats« und städtischen Behörden, der Reichsbahn, der Industrie« und Handelskammern usw. der

17. Kausmanns-Gchllsenlag des Deulfchnatio- nalen Handlungsgehilfenoerbandes Main-wefer eröffnet. Der stellvertretende Gauvorsteher Herold Darmstadt begrüßte insbesondere als Vertreter der hessischen Staatsregierung den Staatskommissar für das hessische Potizeiwesen Dr. B e st, welcher, mit lebhaftem Beifall begrüßt, seiner Freude Ausdruck gab, die Grüße der hessischen Regierung überbringen zu dürsen. Es sei eine Ehrensache für die Regierung, einen Verband zu begrüßen, dessen nationale und kulturelle Leistungen einwandfrei anerkannt sind. Ich begrüße Sie als Vertreter der Staatsregierung und als Vertreter der Bewegung, und reiche Ihnen die Hände zum Bund und zur Arbeit für das neue '.Heid). Ich glaube auch sagen zu dürfen, daß id) selber auch auf Ihre treue Mitarbeit in dieser

Der Redner erinnerte dabei an das Wort des Reichskanzlers, daß das Volk nicht für die Wirtschaft lebe, sondern die Wirtschaft dem Volk zu dienen habe. Durch echte berufsständische Selbsthilfe können die Derufs^r- bände - jeder für sich oder in aemeinschaftlicyer Arbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern den sozialen Roten -u Leibe geyen. Ganz all- gemrin hat in der Wirtschaft der Kaufmann

Frankfurt a. M., 6. April. (WTB. Draßtmel« düng.) Die feste Stimmung der gestrigen Abend« börfe übertrug sich auch auf den heutigen Mittags« verkehr. Zwar lagen anfangs wieder kleine Verkäufe vor, die aber glatt aufgenommen wurden, da neben Deckungen der Kulisse auch kleine Kauforders ein- getroffen waren. Das Geschäft war im allgemeinen nicht groß, lediglich für Spezialwerte entwickelte sich im Verlause etwas lebhaftere Umsatztätigkeit.

Im Mittelpunkt des Interesses standen IG., die nach gut behaupteter Eröffnung im Verlause bis zu 3 v. H. anzogen. Die morgige Aufsichtsratssitzung und der stark gebesserte Stickstoffabsatz waren hier­bei von Anregung. Allgemein stimulierte aud) die Umbesetzung des Reichswirtschciftsrats, in den ver­schiedene Führer aus der deutschen Wirtschaft be­rufen worden sein sollen. Lebhaftes Geschäft halle der Montanmarkt, an dem anfangs schon Erhöhun gen von 1 bis 1,5 v.H. zu verzeichnen waren. Mannesmann und Rheinstahl gewannen bis zu 1,90 v. H., Kaliwerte lagen uneinheitlich. Während Aschersleben und Westeregeln je 1,5 v. H. anzogen, gaben Salzdetfurth in gleichem Ausmaß nach. Stark befestigt waren Deutsche Erdöl mit plus 3,75 v. H-, wobei' die Einigung auf der Petroleumkonferenz anregte. Bon Elektroaktien erhöhten sich Licht & Kraft und Siemens etwa je 1,5 v. H., während Bekula, Lahmeyer und AEG. nur knapp gehalten waren. Reichsbankanteile lagen zunächst^ etwas niedriger, später zogen sie um 1 v. H. an. Fest er­öffneten ferner Holzmann (plus 1,5 v. H.), Conti gummi (plus 1,75 v. H.) sowie Ehemienebenwerte und Leonhard Tietz mit plus 0,5 v. H. Deutsche Lino­leum gaben 1 v. H. nad), Schiffahrtspapiere lagen etwa behauptet.

Der Rentenmarkt lag sehr ft i II und schwa . ch e r. Don deutschen Anleihen verloren Altbesitz . 0,75 v.H., Neubesitz 0,30 v.H. Späte Schuldbücher blieben zu 82,5 o. H. knapp gehalten, Reichsbahn­vorzugsaktien lagen 0,25 v. H. hoher. Von Industrie- Obligationen eröffneten Stahlvereinbonds zunächst behauptet, waren aber im Verlaufe bis zu 1 v. H. schwächer.

Der Pfandbriefmarkt lag teilweise von 0,5 bis 1 v. H. niedriger, teilweise blieben die Kurse be­hauptet. Staats- und Stadtanleihen lagen fast ge« schäftslos. Die weitere Schwäche der Deutschen An­leihen um minus 0,5 v. H. führte im Verlaufe auch am Aktienmarkt zu leichten Rückgän­gen. Farben zogen zunächst weitere 1 v. H. an, gaben aber bald 1,5 v. H. nach.

Frankfurter Lchlachtvcehmarkt.

Frankfurt a. M., 6. April. Auftrieb: 237 Rinder, 1056 Kälber. 142 Schafe, 592 Schweine. Cs wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 42 bis 46 Mk, mittlere Mast- und Saugkälber 37 bis 41, geringe Kälber 20 bis 36. Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 26 bis 30, mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 25. Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebend­gewicht 35 bis 37, von etwa .0) bis 240 Pfund 34 bis 37, von etwa 160 bis 2C0 Pfund 33 bis 37. fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 31 bis 35 Mk- Marktverlauf: Kälber und Schafe rege, geräumt; Schweine ruhig, aus­verkauft. Die auf dem heutigen Markt zum Verkauf gestellten Rinder wurden zu den Preisen des letzten Hauptmarktes verkauft. Eine feste Notierung hat nicht stattgefunden. Cs verblieb ein lleberstand von 60 Etüden.