Ausgabe 
5.12.1933 Drittes Blatt
 
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Gedenket der hungernden Vögel!

Berlin im Advent.

Llnpolitischer Brief aus -er Reichshauptstadi.

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wir sie mit he mad|tn unb t rr \\6) einige Mt ni benlen. Am 7. it irter 3ugenb[hinbe ugenb*. Das ist oEe en bie ftinber mit tie b anfangen?

schon vor ter fei "'laoen: Es ist nicht;> spät. Wir wollen tei irsetzen, als .Junntl len bie Jugend m Reffen Herumstrolch er, wenn bie Inge-

Oberheffen.

Landkreis (Ziesten.

* Heuchelheim, 5. Dez. Am Mittwoch, 6. Dezember, wird in der Turnhalle der große Ton­filmTreu u n s e r e m V o l k e" aufgeführt. Der Film, der das gewaltige Erlebnis des 15. Deut­schen Turnfestes in Stuttgart in Bild und Ton wiedergibt, wurde überall, wo er bis jetzt aufgeführt wurde, mit größter Begeisterung auf- genommen. Der Turnverein hat schon für 15 Uhr eine Uraufführung für die Schulen von Heuchelheim und Umgebung festgelegt, um auch der Heranwachsenden Jugend die große vaterländische Organisation der Deutschen Turnerschaft zu zeioen. Die Aufführung am Abend beginnt um 20.30 Uhr. Um es jedem Volksgenossen zu ermöglichen, sich den Film anzusehen. hat der Turnverein den Eintritts- preis auf nur 30 Pf. festgesetzt. Kinder zahlen am Nachmittag nur 10 Pfennig.

* Großen-Buseck, 4. Dez. Die allwöchent­lichen Zusammenkünfte des Frauenvereins haben nun wieder ihren Anfang aenommen. Die Mitglieder kommen im Saale der Wirtschaft Si"g- fried zusammen. Beim Vorlesen eines schönen Bu- ches und Singen unserer alten Volkslieder gehen die Stunden schnell vorüber. Die Handarbeiten, die an den Abenden von fleißigen Frauenhänden her- gestellt werden, sollen, wie verlautet, d-m Win­terhilfswerk zugute kommen, ein Beweis da­für, wie gern und freudig sich der Verein in den Dienst des Aufbauwerks unseres Volkskanzlers stellt.

Weiße und gesunde Zähne Chlorodont die Qualitäts-Erzeugnisse

12. November sei ein Tag deutschen Schicksals geworden, veranlaßt durch die energische Tat des Führers. Die mannigfachen Veranstaltungen feien bisher der Hinderungsgrund für eine regelmäßige Abhaltung von Versammlungen gewesen. Diese Tat­sache dürfe aber nicht dazu verleiten, den kommen­den Versammlungen kein Interesse zu schenken.

Hoch würden viele Beschwerden über Samm­lungen aller Art aus den Steifen der Gewerbe­treibenden laut Ls gelte demgegenüber doch zu bedenken, daß man noch inmitten einer Zeit der Not lebe, daß es noch der Opfer bedürfe, um ;. D. allein das große Dinlerhilfswerk zn vollenden, hier gelte es, nationalsozialistisch zu denken und zu handeln.

Leider seien immer diejenigen nicht in den Ver­sammlungen zu sehen, die deren am notwendigsten bedürfen, die hören müßten, um was es gehe. Es solle aber auch nicht darüber geklagt werden, daß es gelte, verschiedenen Organisationen anzugehören. Der Gewerbetreibende gehöre in die NS.-Hago. Es werde damit zu rechnen fein, daß demnächst die Mitgliedschaft bei der NS.-Hago zur Pflicht ge- macht werde. Es werde vielleicht eines Tages eine Reorganisation Platz greifen, die aber erst bann in Angriff genommen werden könne, wenn die wirt­schaftlichen Verhältnisse gefestigt seien. Es dürfe hier nicht Porzellan zerschlagen werden. Wenn heute Konsumvereine und Warenhäuser bestünden, dann fei man deshalb nicht weniger national- sozialistisch.

Des Führers Programm werde durchgeführt in allen seinen Teilen.

Darin könne man Adolf Hitler felsenfest vertrauen. Wenn heute von Großfirmen schon wieder von der Genehmigung von Rabatten gesprochen werde, so sei demgegenüber am Sonntag in Frankfurt be­schlossen worden, daß im Rbein-Main-Wirtschafts- gebict der Rabatt endgültig beseitigt sei und beseitigt bleibe, auch wenn Großfilialbetriebe zur Hebung des Weihnachtsgeschäftes Rabatte von 3 v. H. gerne sähen. Die Wünsche gingen allerdings lediglich von Unternehmen aus. die noch von frem­den und uns un"rwünfchten Geistern geleitet wür­den. Die Politik des Mittelstandes fei klar gekenn­zeichnet.' Es sei verboten, für Konsumvereine zu werben Das erledige für das erste die fjrage der Konsumv-reine überhaupt. Es bedürfe hier keiner öfteren Beschwerde.

Der Kamnf um den Zusammenschluß des Hand­werks, des G"w"rbes und des Hand"ls müsse 100- prozentig geführt werden. Der Mittelstand sei noch n'cht reaktionär genug. Man habe noch harte Zeit zu überstehen.

Ls sei aber immer besser, arm zu beginnen, aber debei die Voraussetzungen si den Aufbau zu schaffen, als reich zu beginnen, aus vollen kaffen zu wirtschaften, um schließlich in Armut zu versinken.

Es gehe aber auch nicht darum, daß allein Ver­sammlungen abaehalten würden, sondern es gelte zu arbeiten. (Lebhafter Beifall!) Sodann sprach

pa. Hey-

unb gab eine gedrängte Ueberschau über ben Tag des Hanbels in Braunschweig. Grundlagen der Wirt­schaft seien, so führte er u. a. aus, Ehrlichkeit, Treue unb Vertrauen. Wer biefe Grund­lagen nicht pflege, wer nicht solchen Grundlagen entsprechend handle, werbe in Zukunft geschäftlichen Erfolg vermissen müssen. Wer in

habe hören können, was dort vor 150 000 Menschen des Hanbels gesprochen worben sei, werde die ver­stärkte Hoffnung in sich tragen, baß es aufwärts gehe. Die Stunde der Wiedergeburt des ehrbaren Kaufmanns habe geschlagen. Der Kaufmann müsse sich seiner Pflicht dem Dolksganzen gegenüber mehr denn je bewußt sein. In den letzten 14 3af)ren sei in der deutschen Wirtschaft durch die Heuschrecken­schwärme ostgalizischer Juden viel kaufmännische Sitte zerschlagen worden. Hier müsse das verlorene zurückoewonnen werden. Die private Initiative werde in der Wirtschaft nie zu entbehren sein.

Grundlage der deutschen Wirtschaft werde aber immer der klein- unb der Mittelbetrieb sein. Der Großbetrieb werde auf einigen Gebieten nicht zu verdrängen fein, Mammutbetriebe könnten aber nur geduldet werden, wenn ihre Arbeit und ihre Geschäftspraktiken mit dem Wohle der Volksgesamtheit zu vereinbaren seien.

Der Zusammenschluß im Reichsstand des deutschen Handels bedeute die Erfüllung einer lang gehegten

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Noch nie war Berlin io aufgeräumt.

.Haben Sie schon entrümpelt?*1 Dies ist bie neue Frage, mit ber Frau Schulze Herrn Meier begrüßt, wenn sie ihm in ber dritten Etage in ben Weg läuft Die Berliner Böben werben auf Anweisung des Reichsluftschutzbunbesentrümpelt". Die Dachböden, in denen bie reglosen Gespenster ber Vergangenheit in allen Winkeln hocken, er­wachen aus ihrer moberigen Starre. Die Traum­welt ber kleinen Jungen wirb zerstört, bie ohne Wissen ihrer Eltern zwischen ben alten Kisten unb Brettern herumkrochen. Wle herrlich war ber Blick über bie Häuser, wenn man auf ben Zehenspitzen ftanb unb ben Hals zur Dachluke hin­ausreckte! Jetzt rumort nicht mehr ber Geist ber Spinnweben unb Winterfliegen in biefen Räumen. Die Wohnungsinhaber rascheln niefenb zwischen morschen Großvaterstühlen und verstaubten Stroh­körben. Raus! ist bie Parole. Berlin hat 1 200 000 Wohnungen in 132 000 Hau- fern. In all biefen Wohnungen muß bas über­flüssige unb wertlose Gerümpel entfernt werben. Noch nie war Berlin so aufgeräumt.

Spieglein,SpieMnanderWand

Berlin sieht sich im Spiegel seiner Aus­stellungen, und siehe ba, biefes Gesicht hat sich erfreulicherweise sehr verändert. Es ist jünger und schöner geworden. Wenn du um eine Ecke biegst, schon erwartet dich eine neue Ueberraschung. Ausstellungen über Ausstellungen. Erstens die Aus­stellung der Berliner Kunstgegenstände, die geplant ist. Zweitens die Ausstellung von Spielwaren. Drit­tens die AusstellungDeutscher Osten". Viertens die Ausstellung der Katzenfreunde. Fünftens die Ausstellung der Astrologen. Sechstens die Ausstel­lung von Christbaumschmuck. Siebentens, achtens, neuntens ... Da werden Sie doch nicht behaupten können, daß in Berlin nichts los ist? Da sind z. B. bie Astrologen. Sie stehen auf der Straße unb verkaufen Horoskope um 10, 20, 30 Pfennig. Da erleben Sie bas Wunber, baß ber aufgeklärte Berliner voll Neugierbe seine Hand hin- hölt, um sich sein Schicksal beuten zu lassen. Alle Menschen stehen still, wenn ber Astrolog es will. Ein ganzer Schwarm von Hänben fliegt in bie Luft, wenn bie Beriner Straßen-Astrologen mit prophetenhafter Sicherheit ihren eingelernten Wort­schwall von sich geben. Mancher roürbige Herr, ber kopfschüttelnb unb mit kritischem Blick bie Anprei­sungen des Astrologen über sich ergehen läßt, tauft sich heimlich ein Horoskop und verschwindet damit im nächsten Hausflur, um es eingehend zu studieren.

Genau so, wie es echte unb unechte Heilpraktiker gibt, gibt es auch sogenannte eckte Astrologen. Diese echten Astrologen verschmähen Den Straßenverkauf. Sie dilben einen eigenen großen Reichsoerdanb, ber bie Schwinbelastrologie rücksichtslos bekämpft. Ge- genroärtig ist in Berlin eine interessante Ausstellung von Horoskopen, Bildern und astrologischem Hilfs- material zu sehen. An Hand von Logarithmen­tafeln unb mit Hilfe ber Integralrechnung werben zahlreiche Vorträge gehalten. Die Besucher biefer Ausstellung finb meist junge Mäbchen unb alte Frauen. Wer würbe es ihnen auch ver­übeln, gerabe jetzt, ba ein neues Jahr neue Wünsche

Melle Fragen des gewerblichen Mittelstandes

Mitgliederversammlung -er NS-Hago un- -er GHG.

Brate.

fei dir , " Manner in

DeiN- W treiben, bei J« in Mem Maße km Natt derlei, .daß nach dirsrn unb nach der Eiterungsbauten ber elfjeint bleibei Wanunenarbeif zur lQ- aller ihrer ©Reber zu arbeiten, in mit lebhaftem Wh ine tenkwüiH

nung für Dingt, Vie aus Lauheit versäumt worben seien. Große Zeit erfordere große Kämpfer. Das Jahr 1933 bedeute das Jahr der Auferstehung der Nation, Epoche einer neuen Zeit, heraufgerufen von dem Führer Adolf Hitler, der von Gott ge­sandt sei, um das deutsche Volk in letzter Minute vom Abgrund zurückzureißen. Es dürften in ber Zukunft nicht Wucherpreise verlangt werden, es dürfe nicht wieder zu den höchst unerfreulichen Sub- missionsblüten kommen, sondern das müsse alles bes­ser gemacht werden, als es vorher gewesen sei. Adolf Hitler führe uns hinaus aus dem Elend. Er müsse aber in seiner Arbeit unterstützt werden, so daß das von ihm übernommene traurige Erbe in seinem Bestand verbessert unb für bie Zukunft auf das Beste verwaltet werde. Nachdem ber Ortsgruppen» führer noch auf die große Bedeutung des Luft» schutzes hingewiesen hatte und empfahl, das dem» nächst umgehende Werbeschreiben nicht achtlos bei­seite zu legen, wurde die Versammlung mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer und Dolks- kanzler Adolf Hitler und mit dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wesiel-Liedes geschlossen.

In kurzem Nachtrag sprach der stellvertretende Gau-Amtsleiter Schimmel noch über Preis- lieber- unb Unterbietung und warnte eindringlich vor allen Auswüchsen in diesem Sinne, da sonst die entsprechenden Gegenmaßnahmen nicht ausbleiben würden. Mit allen Mitteln werde man denen ent­gegentreten, die durch ihre Preispolitik nicht nur der Volkswirtschaft und der Dolksgesamtheit sondern insbesondere auch ihrem Stande und ihrem Gewerbe Abbruch tun.

arbeitsfrohen, jungen Menschen erziehen. Wir kön- aen nicht verstehen, daß heute in einer Zeit, wo sich bie alten Bünde überlebt haben unb bie gesamte 3ugenb in der HI. marschiert, biefe Hitlerju- zenb sich nicht selbst ihre Jugenbstunbe zeft a 11 e n ba rf, unb zwar so, wie es die Ju­gend verlangt. ABO.

Winierhilfswerl

-es Deutschen Volkes 1933/34.

Sln alle Ortsgruppen- und Zellenwalter der NSV. bes Kreises Gießen.

Betr. Getreibevermahlung.

Es ist sofort telefonisch zu melden, welche Mengen Weizenmehl zur Verfügung unb zum Ab­ruf bereitstehen.

Mit ber Vermahlung bes Roggens ist nach ber Weizenoermahlung sofort zu beginnen.

Heil Hitler!

gez. K l ö ß, Kreisführer des WHW.

AS-Lehrerbun-, Gau Aus an-.

Belr.: Arbeitsgemeinschaft.

Am fommenben Mittwoch, 17 Uhr, spricht ber unterzeichnete Gauobmann über:

Das Problem ber Zweisprachigkeit". Gäste finb willkommen. (Neue Pestalozzischule, In den Eichgärten.) gez. Dr. Henß.

Weihnachtsmeffe

-er Deutschen Zrauenkultur.

Der Verein Deutsche Frauenkultur finbet in ber Gegenwart unb besonbers in biefen Tagen vor Weihnachten bie Bestätigung unb Bejahung seines jahrelangen klaren Strebens zur Wiederbelebung deutscher Kultur. Die biesjährige Weihnachtsmesse, die in ben Tagen bis zum 6. Dezember im Billarb- faal bes Cafs Amenb ftattfinbet, setzt bie Trabition fort unb bringt roieber eine Fülle ber gelegenen Dinge, bie schon immer ben Charakter ber Ausstel­lung ber Frauenkleibung bestimmten. Im Vorder- gnmb stehen bie hanbgefertigten Gebrauchsartikel, insbesondre Wäsche, bie man bei L. H o f (oorin. Hebe Dietz) in vollkommenen Ausführungen immer roieber berounbert. Frau Helene Roese (Werkstälte für persönliche Kleibung) zeigt roieber bie hervor- roqenb schönen handgewebten Stoffe, ferner schönen Silberschmuck unb bildlichen Zimmerschmuck heimi­scher Künstler. Neu tritt bie beutsche Teppichkunst in Erscheinung (Frau Elsa Lenz), die hier bie Mannigfaltigkeit ber gepflegten Technik zu oer- schiebensten Zwecken erkennen läßt (Lehnstuhl, Fuß­bank, Kafseewärmer usw.). Zu beachten sinb im Lohmen biefer Schau erzgebirgische Klöpvelspitzen und roürttembergifdje Silberwaren. Das Dürer- Hous Kühn stellt in geschickter Weise bie Erzeug­nisse des Kunstgewerbes aus unb bietet eine sehr sehenswerte Schau. Dos Kunstgewerbehaus Hirz ist mit kultiviertesten Stücken beutfdjer Wertarbeit vertreten. B'fonbers fei auf bas in feinen Formen

I Sehnsucht bes deutschen Handels. Der Schild des deutschen Handels müsse wieder so makellos werden, wie er es zur Zeit der Väter gewesen sei. Der deut­sche Handel dürfe im Dienste um das Wohl der Bolksgesamtheit nicht zurückstehen, sondern müsse in Einigkeit alle seine großen Aufgaben erfüllen. Der deutsche Kaufmann sei in aller Welt ob seiner Ehr­lichkeit geschätzt. So müsse es in aller Zukunft bleiben.

2m weiteren Verlauf ber Versammlung sprach ber stellvertretende Gauamtsleiter Pg. Schimmel über die vorgesehene

große Weihnachts-Werbeaktion des deutschen Geschäftes.

Diese Werbeaktion werde diesmal nicht von ber NS^Hago burchgeführt, fonbern vom Einzelhanbels» verband. Die Werbeaktion werde durch die ganze Provinz führen unb stehe unter bem Grundsatz:

Deutscher Christ höre unb bedenke

Kauf' nicht beim Juden Christgeschenke!"

Jeder der einen Lastkraftwagen oder ein geeignetes Motorfahrzeug besitze, solle sich in den Dienst dieser Werbeaktion stellen. Der notwendige finanzielle Auf­wand solle durch den Verkauf von werdenden Pla- taten aufgebracht werden. Es fei notroen-big, daß gemeldet würde, in welchen Geschäften noch Rabatt gewährt werde. Man werde bann sofort für Abhilfe sorgen. In abschließenden Worten beschäftigte sich der Redner noch mit jenem Denunziantentum, bas in letzter Zeit roieber sehr stark in Erscheinung trete und verurteilt bie in anonymen Angebereien zum Ausbruck kommenbe feige Gesinnung. Anonyme Schreiben würden ungelesen dem Papierkorb über­antwortet.

pq. Horst

fordert zur Spende für die Winterhilfe auf. Jeder müsse noch in dieser Woche durch bie Spende von Kleidern und Lebensmiteln zur Linderung der allent­halben noch bestehenden Not beitragen. Die Spenbe- tätigkeit müsse auch im Januar und im Februar fortgesetzt werden. Noch in dieser Woche fei ferner in ber Stabtmitte der Zwillingspfennig einzuführen. Der Redner wies besonders darauf hin, daß es nicht- christlichen Unternehmern streng verboten sei, mit christlichen Symbolen Werbung für das Weihnachts­geschäft durchzu führen.

Herr S t ü h l e r erinnerte an ben Totensonntag unb forderte dazu auf, dem Opfer der Toten ent- sprechend für bie Volksgemeinschaft zu wirken. ®ei­tere Ausspracherebner beschäftigten sich mit ber Not­wendigkeit der Zusammenarbeit des Handwerks, bzw. mit verschiedenen im Bauhandwerk ausgetrete­nen Mißständen.

Im Schlußwort sprach

Orisarupvensübrer Pa. Gol-an

noch über bie unbedingte Notwendigkeit der Aktivie­rung des Mittelstandes. Der Mittelstand dürfe, so betonte er u. a die Dinge nicht schleifen lassen, denn ber Mittelstand zahle schließlich immer die Rech-

Se'i Tür L LL , r5 uu ' 0115 weitere Dk,

(ttief$cncr Woche ttereise.

* Gießen, 5. Dez. Auf bem heutigen Wochen- markt kosteten: Süßrahmbutter, bas Pfunb 1,55 Mk., Canbbutter 1,40. Kochbutter 1.20 Mk., Matte 25 Pf., fiafe, bas Stück 4 bis 10, Eier (inländisch?) 15, Wrsing, das Pfund 12. Weißkraut 8, Rotkraut 10, Selbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 20, Unter» kohlrabi 7 bis 8. Grünkohl 15. Rosen'ohl 25 Pf., Feldsalat 1 Mk., Meerrettich 40 bis 6r* Pf., Schwarz­wurzeln 30, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2.80 Mk, Aepfel, das Pfund |> bis 20 Pf-, Nüsse 35 bis 50, Suppenhühner 60, Benfe 60 bis 65, Tauben, das Stück 40, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25 Pf.

-vornoi.zcn.

lagestalenber f ü r Dienstag: Sladttheater, 20 bis 22.15 Uhr,Am Himmel Euro­pas". Lichtspielhaus, Bahnhosstraße:Urne Kar- |l<n". Turmhaus am Brand, 16 bis 18.30 Uhr, Kunstausstellung. Oberhessische Gesellschaft für Statur- unb Heilkunde, 20.15 Uhr, Physiologisches Institut, gemeinsame Sitzi' ig beider Abteilungen. Deutsche Frauenkultur, Billarbsaal bes Caf6 ttmenb, 10 bis 20 Uhr, Weihnachts-Messe.

Aus bem Stabttheaterbüro wirb ans geschrieben: Heute, 20 Uyr, 10. Vorstellung im birnstag-Abonnement, bas Schauspiel:Am Him- nel Europas" von Schwenzen-Malina. Spielleitung: Union Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Ende 22.15 Uhr. Morgen, Mittwoch, 6. Dezember, 19.30 Uhr, las DramaDer Strom" von Max Halbe als ). Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Spiellei- Hing: Anton Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Ende: 22 Uhr.

* Die Eisbahn ist geöffnet. Die kalten läge unb Nächte haben auf ben Eiswiesen an ber Aottkestraße eine feste Eisbecke geschaffen, bie be- ttiis heute zum Schlittschuhlauf in Anspruch ge» ^mmen werben kann Die Beschaffenheit bes Eises ist gut. Also: auf zum Eislauf!

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unb Hoffnungen wach werben läßt? So wie in ver­gangenen Zeiten bie Magb an ben nächtlichen Weiher ging, um bas Spiegelbild ihres Zukünf­tigen zu erblicken, so geht heute bie Berlinerin zu ihrem Astrologen. Spieglein, Spieglein an ber Wand ...

Oer Struwwelpeter beehrt sich einjtu a)en.

In den Ausstellungshallen am Kaiserbamm finbet im Dezember eine riesige Spielroaren- fchau statt. Dreizehn Eisenbahnwaggons sind mit 400 Kisten angekommen, von benen jebe etwa fünf bis sechs Meter lang ist. Die Ausstellung soll für bie vielen thüringischen Familien werben, bie in mühsamer Heimarbeit Spielzeugsachen kleben unb bemalen, nageln unb schnitzen. Alles, wovon mir als kleine Kinber geträumt haben, wirb im Zau­berreich am Funkturm zu sehen sein. Die unsterb­lichen Gestalten, bie uns burch unsere JuZenb be­gleiteten, werben leibhafttg an uns vorüberwan- bem. Onkel Gulliver Ijat aus bem Reiche ber Lili­putaner fünfzehn große Kisten voller Ueberraschun- gen mitgebracht. Es wirb streng aeheimgehalten, in welchem Hotel er abgestiegen ist. Die kleinen Berliner Jungen werben ihre alten Bekannten be­grüßen. Die Breitseite ber Halle wirb die berühmte Thüringer Kirmes einnehmen. Ein einzigarti­ges Kunstwerk, bas im Jahre 1910 auf ber Welt­ausstellung in Brüssel mit bem großen Preis aus­gezeichnet würbe. Die schönsten beutschen Mär­chen werben in lebenden Bildern an uns vorüber­ziehen. Eine Zauberwelt im Taschenformat! Zwei­fellos werden auch bie Erwachsenen an bem un­erhörten Spiel ber Farben unb Figuren ihre Freube haben. Eine Symphonie ber thüringischen Glas­bläser wird bie Räume mit ihren phantastischen (Behüben erfüllen.

*

Was sich in ben letzten Wochen in Berlin abge­spielt bat, ist geeignet, ben Zusammenhang zwischen den Führern und ihrem Volke immer enger zu ge­stalten. Die soziale Gemeinschaft ist Wahr­heit geworden. Wann war es früher üblich, daß sich ein Minister ohne jebe Zeremonie unb ohne das Pathos endloser Anmeldungen mit einem einfachen Angestellten freundschaftlich und zwanglos unter» halten hätte? Heute sind diese Zwiegespräche zwi­schen Minister unb Arbeiter keine Seltenheit mehr. Als ber Propaganbaminister Dr. Goebbels in Berlin einer Vorweihnachtsleier im Haus Thü­ringen beiwohn*", unterricht»te ihn ein :unaes Mäb- chen über bie Not ihres Gewerbes. Dr. Go bb"ls hörte aufmerksam zu. Es ist keine Kluft mehr zwi­schen Regierenden unb Reaiert"n Das ist viell"'cht das schönste Wndnackksgeschmk für bas beu^the Volk Die Schlich? feines Herzen* verhallen nicht ohne Echo. Mensch hat roieber zu Mensch gefunden.

Dr.Th. R.

etwas vernünftiges arbeitet. Das kann 1 ber Jugend aber nicht das oben erwähnte Thema zeigen, fonbern das kann nur bie Jugend ber Ju- genb geben. In Frankfurt gibt es bestimmt eine ober mehrere Spielscharen ber Hitlerjugenb. Warum läßt man biefe nicht einmal ihren Kameraden unb Kameradinnen vor dem Mikrophon zeigen, was wir ausuns selbst erarbeitet haben, unb wie wir in unserer Gemeinschaft leben. Das ist auch zweckvoller als gelehrte Vorträge über die Not der Jugend. Durch einen Vortrag kann keine Not ge­lindert werden, aber dadurch, daß wir die Jugend in unsere Gemeinschaft einführen, und sie dort zu

Im Saale bes Caf6 Leib fanb gestern abenb eine Mitglieberversammlung ber NS.-Hago unb ber 0^(3. statt, bie von bem Führer ber NS.-Hago Gießen, Pg. S o l b a n, eröffnet unb geleitet würbe. Nach einigen Ausführungen über bie Bebeutung bes Mittelstanbes innerhalb ber Volksgemeinschaft unb über bie Notwenbitzkeit bes kämpferischen Ein­satzes bes Mittelstanbes übergab Pg. Solban bem stellvertre enden Gan Amtsleiter -er

NS-Ha o, pg. Schimmel

bas Wort zu grundsätzlichen Ausführungen. Pg. Schimmel führte u. a. aus: Der Geist in ber NS.-Hago fei etwas lau geworben. Der Gau Gießen Zähle etwa 1600 Mitglieder, aber nur ein Bruchteil dessen habe es für nötig gehalten, bie Versamm­lung zu besuchen. Es gehe nicht an, baß, wenn eine Versammlung ber NS.-Hago angesetzt fei, gleichzeitig eine Jnnungsversammlung abgehalten roerbe. Die Reichsregierung habe bereits unenblich viel für bas Hanbwerk unb bas Gewerbe getan. Es müsse aber auch verlangt werben, bah sich bas Hanbwerk selbst kämpferisch einsetze. Die Leitung ber NS.-Hago bemühe sich mit allen Mitteln um die Belange bes Hanbwerks unb bes Gewerbes, bie Lauheit von unten her bürfe aber nicht bie Antwort fein.

Ulan werbe alle noch mobil machen, bie fehl noch hinter dem Ofen säßen und erwarteten, daß andere die Kastanien für sie aus dem Jener holten.

Die Braune Messe in ber Volkshalle habe sich für ben Gießener Mittelstanb sehr gut ausgewirkt. 2m nächsten Jahre werbe roieber eine NS.-Hago- Messe stattsinben, bie in allen Einzelheiten ben Stempel nationalsozialistischen Geistes tragen roerbe. Der Tag bes Handwerks habe das Hand­werk zu außerordentlicher Leistung aufgerufen. Tat­sächlich sei für diesen Tag auch sehr viel geleistet worden. Das Handwerk müsse aber weiter fämpren unb nicht alles ben Führern allein überlassen. Der

oorbilbliche Zinn aufmerksam gemacht. Ein junoer Künstler, Rickarb Knorr (Steinberg) zeigt hond- geiertigten Silberschmuck in einfachen aber sehr sicheren Formen. Das Kräuterhaus Juno, das Fachgeschäft für vollwertige Lebensmittel, ist auch in biefem Jahre roieber vertreten. E. Röhr Ho. stellt Wäsche in vorzüglichen Qualitäten, fer­ner bie feinen Erzeugnisse hausfraulicher Handw"de- funft aus. Die Pfeiffersche llnioerfitäts- buchhanblung, wie auch bie Ferbersche Universitätsbuchhanblung finb mit sorg- fällig ausgewählten Schriften, insbefanbere Iugend- (djriften weihnachtlichen Gevräges vertreten. Die Srzeuanisfe des Hanbw"rks ber Töpferei zeigt wie- fflntfaten 16 der Lubwig Keßler (WiefeckV Man sieht im Roh- * men dieser kleinen Schau hessische Volkskunst, die mem mehr benn je bem Interesse bes faufenben Priblik"ms emvfehlen mochte. Die Ausstellung in ihrer O-famtheit stellt den Ausbruck b»r fonrequ,n- ter Fortsetzung unb Verfolgung ber Bestrebungen der Vereins Deutsche Frauenkultur bar.

Bar entkorkten

9450 Worte, W