Ausgabe 
5.12.1933 Drittes Blatt
 
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Gliilkwiinsch und Sank der GemeindeSenchcheini

Oie Grüße der auswärtigen Werke

Oie Gchlußansprache Ludwig Rinns

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Ein Rückblick des Bauleiters

Aus -er Provinzialhauptsta-t

Oer Glückwunsch der NSDAP

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die Zettel an den Kopf, ging hinaus und tarn wieder.

Ich warte jeM auf oeeignete Vorschläge zur Wertung meines Guthabens.

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di« für diesen Zweck gesparte festliche Flasche, ent. zündeten die bereitgedaltenen Festzioaretten uni machten uns daran, den Inhalt der Wortsparbüchfe festzustellen.

Der Rest sei wortkarg beritfrief Es erwies fu& daß mein Guthaben sich auf 9450 Worte. Ursula» Guthaben dagegen auf 20700 Dort' belief.

hier riß m'ch ein Mangel an Selbstbeb'rrfchunq zu foloender Aeußerung hin: ..Es wäre oollkommei überflüssig gewesen, daß du dich so eifrig um eilt granhologisch getreu« Nachahmung meiner ftanb- schrift bemühtest. Dir war der S^eg kowielo sich«, da du in deinem hemmungslosen Spartrieb wi' fast immer nur klein« und mittlere Gutschriften be­willigt hast.'

o?" faafe Ursula.

fjierauf sagte sie weitere 41 ^00 Worte, warf rnt'

Die tänzerisch stärksten Eindrücke des Abends waren, für unser Gefühl, aus einigen Einzeltänzen zu gewinnen. Mathilde Buhr tanzte z.B. mit sicherem Geschmack eine Pavane von Gluck: spater den berühmten Militärmarsch von Schubert, der ihr Gelegenheit gab. die Spitzentechnik des alten Bal­lets mit unkonventioneller Heiterkeit, Freude am erakten Rhythmus und witziger Ausschöpfung des Motivs zu verbinden: sehr hübsch wirkte auch der Galopp im stilisierten Kostüm von 1860, obwohl die musikalisch? Vorlage nicht fo dankbare Möglich­keiten bietet wie die beiden Stücke von Schubert und Gluck.

Kapellmeister C u i begleitete mit dem Stadt- theaterorchcster verständnisvoll und anschmiegsam, überbrückte auch die notwendigen Pausen mit einem kleinen gewählten Programm. Das Publikum svendete reichen Beifall und erklatschte sich mehrere Zugaben. hth.

dem von Ursula g«schilderten Mißstand nicht auf mich nehmen zu sollen glaubte.

Man müßte", fuhr Ursula fort,mal was erfin­den, das die Menschen zur Sparsamkeit mit Worten erzieht. Und das müßten dann zwei Leute wie wir erst mal am eigenen Munde ausprobieren. Sie müf- scn sich die Worte sozusagen am Munde absparen. Alle großen Reformatoren fangen ja bei sich selbst an. Das andere kommt dann ganz von selbst. Darin liegt ihre Größe. Und ich stelle mir das auch herr­lich vor. Meinst du nicht auch?"

,^Hm", sagte ich.

Du brauchst", fuhr Ursula fort,gar nicht ein so ironisches Gesicht zu machen. Wenn ich meine Gedanken klarlegen soll, muß ich reden. Und ich habe einen Gedanken. Sagtest du etwas?"

Rein", sagt« ich.

..Mein Gedanke", fuhr Ursula fort,läuft darauf hinaus, eine Wortsparkasse einzurichten. Einen rich­tigen Spartopf, weißt du. Da stecken wir Gutscheine hinein für alles, was wir nicht gesagt haben. Bei kleinen Sachen einen Gutschein über zehn Worte, bei größeren Sachen über 100 Worte. Wenn einer in kritischen Augenblicken was sagen will ich meine natürlich immer nur kritische Augenblicke, schöne und schlimme verstehst du, und wenn dann der andere den Finger hebt, und wenn er es dann nicht sagt, bann kriegt er einen Gutschein. Genial, was?"

.Am**, sagte ich.

Ich lese dir", fuhr Ursula fort,die Einwande vom Gesicht ab. Du meinst: Wer soll wohl darüber entscheiden, ob es eine große, eine mittlere oder eine kleine Angelegenheit ist? Darüber entscheidet immer der andere. Und für widerspruchslose An- erfennung der Entscheidung gibt es eine Prämie von zehn Dorten extra. Damit nicht gemogelt »er­ben kann, müssen die Gu"cheine immer von ande­ren ausgestellt sein. Gutscheine, die man auf sich selbst ausgestellt hat. gelten nicht. Ra?"

fjm", sagte ich.

Nach einem Monat", fuhr Ursula fort,wird die Sparkasse ausgemacht, und wer bann das höchste Guthaben hat, bekommt vom anderen ein schönes Geschenk. Auch soll es ihm freistehen. sein Guthaben an Worten zu verbrauchen. Tut er das nicht, so werden ihm zur Belohnung 100 Worte auf neue Rechnung oorgetragen. Auf dies« Weise werden wir unser Zusammenleben auf eine ganz neue, auf eine vorbildliche Grundlage stellen. Die findest du da»?"

Raffiniert", sagte ich.

Und das war e» auch. Ich stehe nicht an, zu zu- geben, daß die Erfindung sich glänzend bewahrte. Nichtig« Dinoe, an di« man sonst oft in langen Er­örterungen Atem vergeudet, verschwanden wie durch Zauberschlag in der Versenkung und setzten sich In

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Joachim von Seewitz bevorzugt nach den von ihm gewählten Proben erzintrilche ober roman­tische Motive. Den grotesken Wal'-r (Chopin) oibt er als ein wirbliges Scherzo, den Walzer in blau (mit Mathilde Buhr) übertrieben gefühlvoll: am lebendigsten wirkte der spanische Stierkämpfertanz, obwohl auch hier das dramatisch-männliche Thema wiederum spiel-risch aufgclöft und ein wenig ge­flissentlich ins Parkett hinein exerziert wurde. Das Bewenunasbild an sich wurde durch das ftarlfar- bige Kostüm ausgezeichnet unterstützt.

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fterten Lobreden zu preisen.

Als der Mo-at abpe'aufen war, entkorkten wir

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Gedenken nrfr In erster Linie unseres großen Volkskaujlers Adolf h i t l e r. der die Derförpe- rung unserer nationalen Einheit ist. Lassen Sie uns aber auch die Männer nicht vergessen, die vor ihm und mit ihm für den nationalen Wie­deraufbau kämpften und ihm zum großen Teil auch heute noch zur Seite stehen. Lassen Sie uns insbesondere unseren Blick auch dem greifen Fetdmarschall von Hindenburg zuwenden, der in unentwegter Treue und vorbildlicher Pflichterfüllung trotz seines hohen Alters die Bürde des Beichspräsidentenamtes trägt wir alle miteinander wollen feierlich dafür Zeugnis ablegen, daß wir in unbeirrbarer Gefolgschaft hinter unserer heutigen Regierung stehn» im Sinne des über der Bühne in diesem Saale angebrachten Spruches:Laßt uns einig fein!"

Unsere Hoffnungen und Wünsche, die wir für unser heißgeliebtes deutsches Vaterland, für unser deut­sches Volk und seinen Führer hegen, fassen wir in einem dreifachenSieg-Heil!" zusammen. Wir singen nun miteinander leweils den ersten Vers des Deutschland-Liedes und des Horft-Wesfel-Liedes.,

bas Wohl des Ganzen zu erreichen. Dieser vorbild­liche nationale Führer habe als ein vortrefflicher Lotse die gefährlichsten Klippen umschifft, um lau- sende seiner Mitarbeiter nicht in den Strubel der Not geraten zu taffen. Diesem aufrechten, selbstlosen und tapferen Manne sei es in treuster Pflichterfül­lung gelungen, bas Werk zu festigen und auszu­bauen. In den Werken von Rinn & CIoos fei der wahre Sozialismus. Tausenden das Brot auch in schwersten Notzeiten zu sichern, zur Tat geworden. Rinn & Eloossche Arbeiter hätten die Geißel ber Arbeitslosigkeit kaum kennen gelernt. Der Redner erinnerte sodann an die wahre Volks- und Arbeits­gemeinschaft, die auch im früheren roten Thüringen bi« Arbeiterschaft von Rinn & CIoos stets mit ber Werkleitung verbunden habe. Auch die Thüringer Arbeiterschaft des Werkes stehe fest und unerschütter- lich zu dem Führer des Unternehmens in der Er­kenntnis. daß nur durch die Verwirklichung des Lei- stungsgedankens cs vorwärts gehe. Der Redner hui- digte dann noch der Persönlichkeit des Gründers und obersten Chefs ber Firma als dem Vertreter und Wegbereiter des Adels der Arbeit und schloß mit begeistert aufgenommenen dreimaligen Sieg- Heil-Rufen auf den Chef Ludwig Rinn.

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köstliches Schweigen und genußvoll ausgefüllt« Gut­scheine um. Unsere Ausdrucksweise gewann an Knappheit und Klarheit. Drohender Streit löste sich in ein weises und stummes zweistimmiges Lächelt auf. Die Freud« an schönen Augenblicken, die man sonst so oft verflacht und zerredet, vertiefte sich zii stumm ausgekosteter Lust. Di« Großmut des Spen­dens. mit der einer des anderen Guthaben ver­mehrte, schenkt« uns ungeahnt«» G«nuß. J«d«r kann sich das nach Belieben ausmalen: eine ausführ» kichere Schilderung widerspräche dem Sinn des vsr- trefflichen Gedankens. Und die einzige (Befahr las in der Lockung, eben diese Vortrefflichkeit in begei-

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Die Dortragslolge war zusammengestellt unter °J.m , "Phantastische Tänze", umfaßte stllgeschichtlich eine ziemlich weite Zeitspanne und bewies im übrigen Einfühlungsvermögen und einen ctroa kunstgewerblich geschulten Geschmack in der Auswahl der Kostüme und Dekorationen.

Die oben angebeuteten Wesenszüge in den Aus- drucksformen des Tanzpaares kamen in den großen unbinhaltlich" anspruchsvollsten Paartänzen am klarsten zur Geltung.

Da gab es zum Beispiel eine chinesische Pan- tomime,Die Liebe der Tschaokiun": erotisch, bunt, barock stilisiert, stellenweise wie eine miniatur- hafte Opernszene wirkend. Als Gegenstück hierzu unb motivische Umkehrung: .Lavanisches Märchen" von Rubinstein, das auch dieRollen" der beiden Partner und damit ihre tänzerischen Funktionen vertauscht.

Minder kompliziert und entschieden dramatisch ist das Motiv inLicht unb Schatten" von Saint- 6ans; allerbinqs mar hier auf jede etwa Inmbo- lisch vertiefte Ausdeutung zugunsten cin-r effeft- reichen äußeren Wirkung Der sicht aJriftet

Die Entwicklung des szenilch-t>'eatr.u>'ch«n Stils ber Pantomime erreichte im Schlußstück der vor­

Urouffübrung

im Hessischen LindeSiheaier.

Im ausverkausten Großen Haus de» Hessisch« Landestheaters wurde in Anwesenheit berpiyr des Lande», der Stadt, ber Partei unb be» kultu­rellen Lebens die Ebba-TragödieSigrun" öä Erich von Hartz, unter ber packenden Spielliß- tung be» Autor», ber al» Dramaturg am Land'* theater tätig ist. zur Uraufführung gebracht. D>« Hauptrolle spielte Martha Schwarzbeck ai» Berlin. In den übrigen Rollen boten Josef Kei« al» Helgi. Hansgeorg Laubenthal al» unb Hans D a u m e i ft e r als Odin bemerfensm^tN Leistungen. Das Publikum rief zum Schluß dM Dichter mehrfach auf bie Bühne unb spendete b® Darstellern reichen Beifall.

Das Woriquihaben.

Don ffarl Lerbs.

weil wir nämlich", sagte Ursula, ^oielzuoiel reden, alle Menschen reden oielzuviel. Manches Un- glück würde viel weniger schlimm werden, wenn nicht so viel dabei geredet würde. Durch das Reden kommt es erst richtig in Gang. Und manches Schöne wäre auch viel schöner, wenn nicht so viel babei gerodet würde. Dann hätte man viel mehr davon. Meinst du nicht auch?"

Hm", sagte ich einerseits, um durch die Ein- filbigfeit meint. Antwort meiner Zustimmung eine sozusagen prakttsche Form zu geben, andererseits, um dadurch auszubrücken, daß ich die Schuld an

OieIugendstunde imSüdwestdeuischen Hundfunk.

Die Führung des Bannes llSGießen der Hitlerjugend erhielt von einem Gießener Hit- lerjungen eine Zuschrift, deren Darlegungen bie Bannführung bestätigt. In der Zuschrift heißt es:

3m Südwestfunk wirb in derStunde der Ju- gend" wieder allerhand Zinnober verzapft. Da heißt es z. B.Eine Reise durch Südamerika", ober fo was ähnliches. Was geht es die deutsche Jugend an. wenn ein Romantiker da von den Schönheiten der Kaktuswüste in Südamerika schwärmt? Das mal­len mir ja gar nicht wissen. Diese Roman- tiker haben wir überwunden, indem wir bie alten Bünde zersprengt unb aufgelöst haben. Wenn sich hier unb da noch so ein paar Apostel erheben unb uns etwas von der Kaktuswüste in Südamerika unb romantischer Einsamkeit erzählen wollen, so stehen wir auf und sagen: ,,Behaltet euren Quatsch lieber für euch, ihr blamiert euch doch nur fürchter­lich bei ber deutschen Jugend, die heute nicht mehr an di« Zeit der alten Bünde denkt und also auch nichts von ihren zurückgebliebenen Schönheit'apo- stein wissen will." Da hören wir z. B. am Mitt­woch, 6. Dezember, in der Stuttgarter Stunde ber

Heuchelheim unendlich erschwert unb ihn sogar nii Verlegung seines Wohnsitzes nach Gießen getrieben haben. Im Gegensatz zu jener Einstellung sei bit Arbeit ber jetzigen maßgebenden Männer in Heu- checheim nur zu rühmen, weil sie in recht oerftan- vener Weis« eine Kommunalpolitik treiben, bei btt i bi« Interessen ber Ortsgesamtheit in vollem Maßt Mir Geltung kämen. Unter starkem Beifall der Der-

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mefen abzustatten. Der Redner rühmte weiter Cub- roig Rinn als den Mann, der als Führer des für bie Gemeinde überaus vorteilhaften Unternehmen! sich stets zur Heimaterde bekannte unb auch al» be- deutender Wirtfchaftsführer sich nicht in Weltbürger­tum verlor. Der Redner rühmte dann den Erwei terungsbau der Firma als ein Zeichen des Ver­trauens zu der Staatsführung Adolf Hitlers uni schloß mit herzlichen Wünschen für das weitere Blü­hen des Unternehmens.

Der langjährige Architekt des Hauses und Leiter des jetzigen großen Bauprojektes Herr ft ö ft e r gab in einer längeren Ansprache einenn Rückblick auf feine etwa 3 Jahrzehnte lange Zusammenarbeit mit ber Firma Rinn & CIoos. Er hob babei ben kauf- männischen Weitblick unb die unermüdliche Tat­kraft, aber auch die Herzlichkeit unb Menschen­freundlichkeit Ludwig Rinns besonders hervor, ferner gedachte er in freundlichen und ehrenden Worten der Glieder der Familie Rinn. Bei einer Uebersicht über die jetzigen Erweiterungsbauten be­tonte er mit Genugtuung, daß erfreulicherweise der ganze Bau ohne Unfall fertiggeftellt wurde, wobei zum Teil auch fchwierigste Konstruktionsarbeiten oorzunehmen waren. Er wies sodann auf die hei-

Jm Namen des Gemeinderats von Heuchelheim sprach Bürgermeister Rinn dem Seniorchef Herrn Ludwig Rinn unb seiner Firma die Glückwünsche ber Gemeinde aus. Ferner teilte er mit, daß der Gemeinderat einstimmig beschlossen habe, ben Landweg, an dem das Grundstück der Firma liege, in dankbarer Anerkennung der Ver­dienste Ludwig Sinns in Ludwig-Rinn- Str a ß e umzubenennen unb dadurch eine schon längst fällige Dankesschuld ber Gemeinde an Herrn Rinn für seine großen Verdienste um bas Gemein-

Unmittelbar nach dem Drtsbürgermeijter hielt der Gründer unb Seniorchef des Hauses Herr Ludwig 9t i n n bie Schlußansprache. Aus übervollem Herzen dankte er bewegt für die vi«lfachen Glückwünschen und Grüß«, wie auch für die freundliche Gesinnung, die chm und seinem Unternehmen bei dieser Gelegen- heit in so vielfältiger Weise bekundet wurden. Mit besonderer Herzlichkeit dankte er für di« hohe Aus- Zeichnung, di« bi« Gemeinde Heuchelheim ihm durch bie Benennung einer Straße mit seinem Namen erwies unb tri« chm ein« ganz besondere Freude sei. In biesem Zusammenhang ließ der Red- ner seinen Blick rückwärts gehen auf bk Schikanen und verständnislosen Handlungen der früheren marxistischen Machthaber in Heuchecheim, die dem Werk und auch ihm als einheimischen Drtsbürger durch gewollte Kleinlichkeit der Gesinnung und be- wußte Engherzigkeit im Handeln das Dasein in

matverbundene Einstellung Ludwig Sinns hin, der die weitgehendste Berücksichtigung des ortsanlässi- gen Handwerks ber Bauleitung zur besonderen Pflicht gemacht und dadurch dem Heuchelheimer Handwerk dankbar begrüßte Arbeitsmöglichkctt ge­schaffen habe. In ber Arbeit an diesem Bau fei ein Werk erstanden, auf das alle beteiligten Bauleute stolz fein könnten und das sich sehen lassen könne. Wie in den technischen Fabrikanlagen, so sei auch in der Um- und Neugestaltung der kaufmännischen Abteilung mustergültige Arbeit geleistet worden. Der Redner beglückwünschte zum Schluß die Werk- leitung, alle ihre Mitarbeiter unb bie Gemeinde Heuchelheim zu dem jetzt vollendeten großzügigen Bauwerk.

seiner Mitarbeiter und seines Werkes mit dem Hei­matboden, aus dem Ludwig Sinn als Sproß eines alten Dauerngefchlechts heroorging, der fein Unternehmen nicht ererbte, sondern es selbst auf­baute und cs durch unermüdlichen Fleiß und groß­zügiges kaufmännisches Schäften zu der heutigen stolzen Höhe als Spitzenwerk ber Branche in ganz Deutschland emporführte. Weiter begrüßte der Seb-

daß es dank Adolf Hitler hn Dritten Reich ta teils einen großen Schritt vorwärlsgegangen kl Die im Großen, so habe auch in allen Knzelbetrie. ben der Wille des Führers zu gelten und bie arbeit umer dem Gesichtspunkt des Führergedanken» zr geschehen. Er hoffe unb wünsche, baß es wie bishn auch weiterhin in der altbewährten Bahn ber Rüh­rung bes Hauses Sinn & CIoos verwärts unb aus­wärts gehe unb alle Angehörigen des Unternehmen, eifrige Mitarbeiter an dem großen Werke untere, Führers unb Bolkskanzlers Adolf Hitler uni unsere» Reichspräsidenten von Hindendurc feien. Mit begeistert aufgenommenen Sieg-Heib Rufen auf die deutsche Arbeit unb ben Führer unserer Arbeit unb Wirtschaft schloß der Redner seine Anfprach«.

treten, um der vervundeuyeU zwischen Betrieb und Dorf Ausdruck zu verleihen.

Wenn man bedenkt, daß von ben hier anwesenden Teilnehmern ber Veranstaltung über 500 Arbeiter unb Angestellte unseres hiesigen Zentralbetriebs finb unb daß biefe wett überwiegend aus Heuchelheim selbst stammen, bann versteht man erst recht, daß unsere heutige Feier wirklich ein D o l k s f e st ge­worden ist. Die Gemeinde Heuchecheim umfaßt rund 500 Häuser, und es entfällt also im Durchschnitt gerechnet fast auf jede» Haus ein arbei­ten Auch der äußere Rahmen der schönen Turn­halle, in der wir uns befinden, entspricht unserer Stimmung. In ber Mitte hängen bie Flaggen bes neuen Deutschen Reiches von der Decke herab: an ber Seite sehen Sie bie Fahnen bes alten Reichs, ihrerseits roieber flankiert von unseren hessischen fianbesfarben.

Lassen Sie auch uns bie Ehrfurcht vor dem Alten in gleicher Weise verbinben mit bem B e Kenntnis zu unserem neuen Deutschen Reich.

| ner die enge Volks- unb Arbeitsgemeinschaft, die vom obersten Chef an bis zum letzten Arbeiter alle Glieder des Unternehmens verbinde und dadurch schon lange vor bem 12. November unsichtbare Grenzpfähle beseitigt habe, um in einträchtiger Arbeit dem gemeinsamen Wohl unb bem Volks- ganzen des deutschen Vaterlandes dienstbar zu sein. Hierauf wies der Redner auf die vielfachen Schwie­rigkeiten und Bedrängnisse unter dem früheren politischen System in Deutschland hin, die auch für Die Firma Rinn & CIoos in Heuchelheim besonder» spürbar waren. Zu begrüßen fei es, daß man sich dennoch im Hause Rinn 8c CIoos bie Arbeitsireu- digkeit nicht habe rauben lasten. Wenn in Heuchel- heim, bas früher immer als rot bekannt war, heute eine fo schöne Volksgemeinschaft besteh«, bann müste man boch auch an biesem deinen Beispiel erkennen.

Als Vertreter bes Kreisleiters ber NSDAP. Gie­ßen übermittelte ber SA. Reserve - Sturmbann- abjutant, Stabtratsmitglieb Oberingenieur Kurz, dem Hause Rinn 8c CIoos bie herzlichen Wünsche der Kreisleitung ber NSDAP., bie an ber Voll- enbung dieser Fabrikbauten aufrichtigen Anteil nehme. Der Redner würdigte dann besonders die innige Verbundenheit des obersten Chefs der Firma,

Gießener Stavttheaier.

ranzgaftspiel: Mathilde Buhr und Joachim von Lccwitz.

Wir haben in Gießen nicht fo viele Tanzabende gehabt, daß man den Stil und den künstlerischen Rang der Leistung dieses Tänzerpaares Vergleichs- weife charakterisieren könnte. Einige werden sich vielleicht noch bes Gastspiels erinnern, bas bie Palucca hier im Theater gegeben hat: was sie zeigte, war genau ber äußerste Gegenpol dessen, was wir gestern sahen.

Was die Palucca gestaltet, ist ber Tanz als reines Kunstwerk, ber Tanzan sich". Mathilbe Buhr und Joachim von Seewitz gehen von grunbsätz- lich anderen Voraussetzungen aus. Bei ihnen ist der Tanz keine absolute, sondern eine synthetisch" Lei­stung und Aeußerung; bas heißt: hier finb Musik, Kostüm, Ausstattung und Mimik bewußt in den eigentlichen Tanz einbezogen und dem Bewegungs­element beigeordnet. Ihr Tanz ist also nichtrein", sondern pantominisch betont, last szenisch gesteigert, Träger unb Ausdruck eines Motivs, womöglich fo- gar einer fki.zzenhaft angedeuteten Handluna. Diese Stinorm und Ausdrucksstufe des Tanzes läßt an Die sehr weit zurückliegenden Keime und ersten An­fänge einer primitiven Dramatik denken, boch waren berartige Beziehungen ober Anklange sicher- lich unbeabsichtigt.

überbrachte der Dienstleiter der Filialfabrik in Brotterode (Thüringen). Herr Rautenberg. Er begrüßte in feiner Ansprache zunächst von gan­zem Herzen die wunderbare nationale Wandlung Des deutschen Volkes, die das größte Geschehen der deutschen Geschichte sei und bie starke Kraft eines neuen deutschen ©taubens offenbare. Bei dem Kampfe für dieses neue Deutschland hätten auch die Mitarbeiter ber Firma Rinn 8c CIoos mit ihrem Schwert ber Arbeit in vorderster Linie gestanden. Dabei hatten sie stets bie Fürsorge des Führers ber Werke unb laufenber feiner Arbeiter, bes heroorrayenben Wirtschaftsmannes Lubwig Rinn, auch in ben buntelften Tagen der deutschen Geschichte als leuchtendes Vorbild ge­habt. Er habe stets den Blick feiner Mitarbeiter zu den höchsten Zielen gelenkt. Wenn trotz der schweren Erschütterungen des deutschen Wirftchaftslebens die Existenz ber Mitarbeiter Lubwig Rinns nie bedroht war, sie sich stets geborgen wußten, so sei bies ein- Zig unb allein dem hochverehrten Chef unb feinen unvergleichlichen Familienmitgliedern zu danken. Er habe unerbittlich gegen sich selbst den harten Wirt- schastskampf für seine Firma, feine Mitarbeiter, sein Volk und Vaterland kämpst, habet persönliche Krön- Jungen nicht beachtend, sondern immer nur bestrebt.

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tammlung betonte der Redner, daß nach diesem Wandel bes Kurses in Heuchelheim und nach ber Vollendung der jetzigen Erweiterungsbauten ber Sitzder Firma in Heuchelheim bleibe» werde, um in einträchtiger Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinde, ber Firma, aller ihrer Glieder und des deutschen Vaterlandes zu arbeiten.

Sämtliche Ansprachen wurden mit lebhaftem Bei­fall ausgenommen. Tanz beschloß di« denkwürdige Deranstaitung.

Jugend:M«ister deutscher Zklassik und 9UmanHf. Einige hören sich das vielleicht an und sagen: Gan; nett und hübsch, ober nicht nett und nicht hübsch. Aber innerlich wird von btefar Romantik keiner er­griffen fein. Di« deutsch« Jugend ist früher genug mit Romantik abgespeist worden. Zu welchem Ziel bas geführt hat, haben mir in den Großstädten ge­sehen. Heute finb wir vernünftig genug, um einzu- sehen, daß nicht bie Romantik das gegebene für uns ist, sondern die Wirklichkeit. Richt mit Romantik kann man die Jugend zu tüchtigen Men­schen erziehen, sondern indem wir sie mit brr Wirklichkeit vertraut machen und mit dem Leben, wie es ist, nicht wie e» sich einige Leute in ihren verworrenen Gemütern denken. Am 7. De­zember wird aus ber Frankfurter Jugendstunde ge­endet:Rummelplatz ber Jugend". Das ist alle, chön unb gut, aber was sollen die Kinder mit bie- em Rummelplatz der Jugend anfangen? Mancher wird sagen: Es tst zu voreilig, schon vor der Sen­dung zu kritisieren. Wir aber sagen: Es ist nicht zu früh, sondern es ist bald zu spät. Wir wollen ber Jugend ein anderes Thema vorsetzen, al»Rummel­platz der Jugend". Wir wo'len die Jugend nicht auf den Jahrmärkten unb Messen herumstrolch» sehen, sondern wir sehen lieber, wenn die Jugesb

tragsfolge ihren Höhepunkt: imvonetianischen Mas- I fenabenteuer" von Moszkowsky war ein richtiges Bühnenbild mit Lampions, Prospekt unb beweg- lieber Gonbel erforderlich als Kulisse für einen spielerisch kostümierten, verliebten Mummenschanz.