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5.12.1933 Drittes Blatt
 
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Nr. 285 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 5. Dezember M3

Oer Tag -es Pferdes in Gießen.

Am Sonntag in den Mittagsstunden bewegte sich anläßlich des Tages des Pferdes ein langer Derbezug von Pferden und Fahrzeugen aller Be- fpannungsarten von Oswaldsgarten aus durch zahlreiche Straßen der Stadt zum Oswaldsgarten .zurück. Der Umzug unter Führung von Reitlehrer Schömbs, der den Tag des Pferdes/in Gießen 'vortrefflich organisiert hatte, fand die starke Auf- inerkfamkeit unserer Mitbürger und war auch wert, «daß man ihn mit Interesse betrachtete. Der Zug .zeugte von der Vielseitigkeit der Mitarbeit des 'Pferdes im Dienste des Menschen und wurde da­durch zu einer guten Werbung für den trotz aller Maschinisierung und Mechanisierung immer noch VollgültigenHafermotor".

Im Anschluß an den Umzug marschierten die leilnehmenden Gruppen auf Oswaldsgarten auf. Hier hörte man dann die Ansprache des Tages. 2Jn dieser sagte

Prof. Or. Kraemer,

Direktor des Tierzuchtinsiiiuis der Universität Gießen:

Seit Jahrtausenden ist das Pferd der treue Ge- 'ährte des Menschen. In der Landwirtschaft ehen wir sein Werden, seine Jugend, seine Arbeit «in Altern. . . ein Freund ist es uns, der Pflug iirtb Egge zieht, der die Ernte heimbringt, die ein

herrlichen Werke! Stolz dürfen wir sagen: E r w a r unser, denn auch hier in Gießen hat er stu­diert. Im Dezember 1928 schrieb er mir wörtlich: Es ist ganz zweifellos ein gut Teil Ihres Gei­stes gewesen, der noch in mir nachwirkte, als ich mich aus Verantwortungsbewußtsein gegen die Rot unseres Bauerntums dazu aufraffte, meine Gedan- ken in meinem Buche niederzulegen. So ist denn meine Gießener Zeit fruchtbringend geworden."

Ich glaube sogar sagen zu dürfen, daß im Hin­blick auf die ideelle Seite der Arbeit ich dabei mehr oder minder ganz Ihr Schüler gewesen bin."

Nicht um mich selbst hier zu beweihräuchern, son­dern für Gießen, für mein Institut auf dem Obe­ren Hardthof sage ich das!

Doch um auf die Reitervereine zurückzukommen: Da lernt nun die Jungmannschaft der Bauern den Umgang mit dem Kameraden Pferd, feine Pflege, lernt reiten und Fahren, wird ritterlich und gut! Und die schönen Bilder wirken auch wieder auf die städtischen Kreise zurück. Auch hier neue Reiterver­eine, in denen nun Viele alles erlernen können, was früher in unserem ruhmreichen alten Heere die jun­gen Soldaten gelernt hatten.

Besonders gehört aber auch die studierende Ju­gend aufs Pferd, jeder, der es irgendwie bei der heutigen oft ganz unglaublichen Ueberlastung im Hochschulstudium und bei seinen Mitteln sich noch gestatten kann, deniz auch das Reiten ist eine

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Unioersikätsprosessor Dr. Kraemer (Gießen) bei seiner Ansprache.

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gütiger Himmel spendet. In Handwerk, Ge­werbe und Industrie sehen wir es schaffen, unermüdlich, schwere Lasten ziehen. Im Verkehr Irotzt es den mechanischen Fahrzeugen, Automobilen unb anderen, wenn es sich nicht um zu weite (Ent­fernungen handelt.

Noch immer besitzen wir fast 3,5 Millionen Pferde, auch wenn sich natürlich der Minderlledarf des Heeres auswirkt.

Im K r i e g e hat es all die Leiden, Qualen und Schrecken mitertragen, hat treu ausgehalten in Hun­ger und Elend, wie ein guter Kamerad. Ehrend wollen wir seiner heute gedenken!

Wie wundervoll zeigt sich auch im Sport, bei ben Leistungsprüfungen der Kamerad Pferd! In mannigfachen Formen und Gestalten er» scheint er, aber immer ist erschön"! Denn für uns muß das schönste zugleich das zweckmäßigste fein, con den Schwerathleten bis zu den Rennern! höchste Eignung, höchste Zweckerfüllung das ist es!

Danken wir besonders auch den ländlichen Rei- lervereinen!Motor statt Pferd", hieß es! Nein Motor und Pferd" heißt es heute, hoffnungsfroh, kenn die uralte Liebe zum Pferde läßt sich der Ger­mane nicht rauben! Man schuf die ländlichen Reiter- unb Fahrvereine in trefflichster Organisation, als Äwsdruck kraftvoller Entschlossenheit unserer Bauern, bie nun endlich in ihrer Bedeutung für Blüte und Unsterblichkeit der Nationen erkannt werden.

Schon vor 30 Jahren schrieb ich über den Unter» aang der früheren Kulturvölker durch den Verlust ihres Bauernstandes . . .als der Bauernsohn aus ben Legionen verschwunden war, da ging es zu Ende mit der römischen Macht" . . . (Momsen). Mer es ging mir wie Moses, dem ersten Privat- dazenten, denn es steht geschrieben:Und sie höre- ler Mosen nicht!"

Aber nun hat unser lieber Herr D a r r 6 dem Skuerngebanfen zum Siege verhalfen burch seine

Wissenschaft, wenn es in vollenbetsten Formen ge­pflegt werben soll.

Nach bem Kriege hatte bie Verarmung ber Ebel- ften, ber Besten, ber Opferwilligsten zu einer Ein­schränkung ber sportlichen Betätigung geführt. Vieles mußte roieber einaeholt werben, was versäumt worben war, unb bas Tempo bes Lebens würbe hastig, oft gerabezuschwindelhaft" nach jeder Rich­tung. Die Verarmung und die Finsternis der Zeiten verboten zudem das Zurschauführen prächtiger Luxusgespanne das Automobil gewann an Zahl und Bedeutung.

Aber gerade die Volksgenossen in geistiger Tätig­keit jeder Art Kaufleute, Beamte, Wissenschaftler, Künstler, sie kehrten zum Pferdekameraden , zu­rück. Pferdesport ist nicht nur mechanisch, ist auch nicht nur für den Körper gesund, sondern er bietet auch geistig so viel wie kein anderer im Zusammenwirken von Körper und Seele des Men­schen und dieses herrlichsten Tieres.

Sv haben die Turniere dazu geführt, beste for­men, Schönheit unb zweckmäßige Leistung zu zeigen. Hunberte solcher Schauen finben alljährlich in Deutschlanb statt, unb 20 000 bis 30 000 präch­tigste Bferbe treten in Wettbewerb, in allen größe­ren Stäbten unb Kurorten! Unb auf allen großen internationalen Turnieren kämpfen unsere deut- schen Meister, befonbers auch Offiziere, mit besten Erfolgen.

Für Rennsport unb Landespferdezucht h«t der neue Oberlandstallmeister, Gustav Rau, ein Pro­gramm aufgestellt, das bie Traber- unb bie Voll- blutzucht zur Bodenständigkeit führen unb uns künf­tig vor geschäftlichen Unreinheiten bewahren soll. Eine Tat!

Nun jährt sich auch morgen ber 100. Geburtstag des früheren Oberlandstallmeisters. Graf Georg L e h n b o r f f, eines ber größten Hippologen aller l Zeiten, aller Länder. Wir gedenken feiner in Treue I als bes großen Förberers ber preußischen Pferde- I zücht unb bes beutschen Sportes! Wir gedenken auch

Die Ehrung ber Pferbe-Kriegsveteranen burch den 2.Vorsitzenden des Tierschutzvereins Herrn Haas. Beide Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.

seiner Werke:Handbuch für Pferdezüchter",Hippo- bromos, Pferde unb Rennen im griechischen Alter­tum",Pferbezucht unb Pferderennen". Deutschlanb wirb ihm stets dankbar fein.

Dabei will ich auch des Oberlandstallmeisters von Dettingen gebenfem ber mir ein lieber Freunb war, sowie ber großen Meister der Reitkunst: Gustav Goebel, Oskar Stensbeck, Seibler Seeger, Stein- brecht und ber Romreiter. Ehre ihnen Allen!

In ihrem Namen soll ber heutige Tag dazu bei­tragen, der Winternot zu steuern!

Auch hierzu hilft uns ber liebe Kamerab Pferd. Sieg-Heil!

Ehrung bsrKriegSveieranenberp?erde.

Anschließend nahm als Vertreter des Tier­schutzoereins dessen zweiter Vorsitzender Lud- wig H a a s die Ehrung der in Gießen stehenden Kriegsveteranen unter den Pferden vor, wobei jedem dieser vierbeinigen Mitkämpfer

Glück haben unb Glück schaffen!

Veldes durch die II. Lotterie für Arbeitsbeschaffung der NSDAP.

von 1914/18 ein Kranz umgehängt wurde. Es han- beite sich babei um Pferbe ber Herren Zülch, Fleck, Sauer, Schömbs, Niemann und Huhn (Gießen), Lyncker (Schiffenberg), Haas, Weller, Lang und Werner III. (Wiefeck), sowie Rau I. (Hattenrod).

Reitlehrer Schömbs brachte zum Schluß noch dreimalige Sieg-Heill-Rufe auf den Führer aus. Mit dem Gesang des ersten Verses des Deutschland­liedes unb bes Horst-Wesfel-Liebes schloß bie Ver­anstaltung.

Das Fest der Arbeit bei Rinn & Aoos.

Die Fabrikfeier ber Firma Rinn & Cloos in Heuchelheim, über beren Beginn unb Höhe­punkt wir gestern schon berichteten, brachte in ber Turnhalle zu Heuchelheim eine reichhaltige Vor- tragsfolge. Der unterhaltenbe Teil bes Abends wurde durch gemeinsame Lieder, gute und flotte Darbietungen einer Kapelle, ausgezeichnete Vor­führungen einer Turnerinnenriege unb einer Tur­nerriege in bester Weise geboten. Die Firma hatte in großzügigster Weise für bas leibliche Wohl ihrer

Mitarbeiter unb Gäste, sowie aller übrigen Teil­nehmer bes Abenbs vortrefflich gesorgt. Der Abend nahm einen so schönen Verlauf, daß er allen Teil­nehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben wirb. In ber Geschichte bes Unternehmens kann ber Tag mit Recht als ein befonbers bebeutfamer Mark­stein verzeichnet werben. Im Verlaufe bes Abenbs hörte man nach ber gestern schon mitgeteilten An­sprache von Herrn L. Rinn noch folgenbe Reben;

Die Glückwünsche der Heuchelheimer Marbeiler.

Im Namen ber Arbeiterschaft sprach Herr Karl Weber ber Firma unb insbefonbere ihrem Grünber unb Seniorchef Herrn Lubwig Rinn ben herzlichsten Dank für die Einladung zu der Fabrik­feier aus, ferner wies er auf bie Freube ber Ar- beiterschaft über bie burch ben Erweiterungsbau geschaffenen schönen Arbeitsräume hin, in Denen die 21 r b e i t 3 u r Freude werde. Er gab weiter- hin dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß durch guten Geschäftsgang die Möglichkeit zu weite­rer Betriebsvergrößerung und zu Neueinstellungen von Arbeitskräften erwachsen möchte. Besonders betonte der Redner die innige Werkverbun­denheit, die bei der Firma Rinn & Clvvs zwischen dem Arbeitgeber und den Arbeitnehmern vorhanden sei unb beren unoeränberten Fortbestanb alle Mitarbeiter wünschen. Zum Schlüsse gab er noch bem Wunsche Ausbruck, daß ber glänzenbe Ruf ber Firma im beutschen Baterlanbe immer erhalten bleibe zum Wohle ber ganzen Belegschaft, unb baß ber Grünber unb Seniorchef Herr Lubwig Rinn noch lange in bester Gesunbheit an ber Spitze ber Werkleitung stehen möchte.

Als Vertreter ber Angestellten richtete Herr L. S a ck gleichfalls herzliche Dankesworte an bie Leitung bes Hauses Rinn & Kloos für bie Be­reitung dieses Feiertages. Sodann gab er der dank­baren Genugtuung der Angestellten über die Ver­

größerung und mustergültige Ausgestaltung aller Arbeitsräume Ausdruck. Er betonte weiter den Wert dieses Bauunternehmens gerade in der heuti­gen Zeit zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unb zur Schaffung von Arbeit unb Verdienst für bas Handwerk und dessen Gehilfen. Weiter beglück­wünschte er den Architekten Köster zu der vor­trefflichen Ausführung der Pläne. Mit Worten aufrichtigster Genugtuung wies der Redner dann auf das ständige und rasche Wachstum des Unter­nehmens von Der Zeit feiner Gründung bis zum heutigen Tage hin, das auch darin zum Ausdruck kommt, daß heute neben ber Hauptfabrik noch 42 Filialbetriebe mit runb 5000 Arbeitern beschäftigt werben; ein einbrucksvoller Beweis für bie Güte bes Fabrikats ber Firma Rinn & Kloos. Der Rebner roürbigte fobann bie außerorbentliche Größe ber Arbeitslast unb ber Verantwortung ber Werk­leitung für bas Gefamtunternehmen, insbefonbere hierbei bas Wirken bes Seniorchefs Herrn Lubwig R i n n, ber an sich selbst stets die höchsten Arbeits­anforderungen zum Besten seines Unternehmens unb ber Belegschaft stelle. Er wünschte bem Führer bes Werks weiterhin beste Gesunbheit unb Kraft für bie Ausfüllung seines Führeramtes, unb bankte ihm gleichzeitig noch für die Einrichtung der Pen- fionsfaffe, aus ber schon manche Not habe gelindert werden können. Zum Schlüsse brachte er begeisterte Hochrufe auf ben Seniorchef unb seine Familie aus.

Dr. Dönges über ben Wandel der Zeilen.

Lassen Sie auch mich am Schlüsse bes ersten Teiles unserer heutigen offiziellen Fabrikfeier einige Worte zu Ihnen sprechen. Die Borrebner bes Abends haben beiderseits die Verbundenheit zwischen Arbeitgeber unb Arbeitneh­mer betont, bas Zusammengehörigkeitsgefühl hat berebten Ausbruck gefunben. Damit reiht sich unsere heutige Feier würdig denjenigen Veranstaltungen an, die wir in ähnlicher Art in diesem Jahre schon wiederholt begangen haben. Ich erinnere nur an unsere eindrucksvolle Kundgebung am 1. Mai unb an bie kürzliche Betriebsbesichtigung burch bie Her- ren ber Arbeitsfront.

Denn wir uns fragen, warum dieses Zusam­mengehörigkeitsgefühl zwischen Belegschaft unb Betriebsleitung in so schöner Deise besteht, so glaube ich Ihnen die Antwort dahin geben zu können, daß sich glücklicherweise In unserem Be­trieb von jeher soziales Empfinden mit völkisch- nationaler Gesinnung gepaart hat. Außerdem ist die Geschäftsleitung durch die ländlichen ver- hältniise mit der Arbeiterschaft aufs engste ver­wachsen, weil sie demselben heimatlichen Boden entstammt, in welchem auch die Arbeiter ver­wurzelt sind; weil zahlreiche Verwandtschaften des Blutes, bekannfschaftliche und freundschaft­liche Beziehungen bestehen.

Weil es so ist, hat unser Betrieb auch die hinter uns liegenden Zeiten ber Klassenkampfgegensätze leichter überrounben, unb barum steht er yuch heute noch auf stolzer Höhe, wenn sich auch bie stürmische Aufwärtsbewegung aus ber Zeit vor bem Kriege nicht wie früher fortgesetzt hat.

Aber mit bieser Zusammenarbeit allein ist es noch nicht getan. Notwenbig ist vor allem auch eine feste unb gefunbe Grunblage, auf ber ber Betrieb ruhen kann, und die Voraussetzung dafür, wie für eine gesunde Wirtschaft überhaupt, ist ein fe ft gefügter nationaler Staat. Nationales Denken unb nationales Fühlen finb bie Grundpfeiler auch für bie Wirtschaft. Weil in ben verflossenen Jahren biese Grunblage fehlte, konnten bie Betriebe nicht vorwärtskommen unb mußten zum Schaben von Arbeitgeber wie Ar­beitnehmer verkümmern. Heute liegen bie Dinge anbers.

heute hat auch der jüngste Lehrling einsehen gelernt, daß die nationale Einheit, die Volks­verbundenheit vorausseßung für die Wohlfahrt eines Betriebes ist und daß internationaler fUaffenqeift weder Unternehmer noch Arbeiter vorwärts bringt, heute ist die nationale Ehre nicht mehr das Vorrecht einer kleinen auser- wahlten Volksschicht, sondern sie ist Gemeingut aller geworden. Besonders der arbeitende Mensch hat in den hinter uns liegenden Jahren des Verfalles einsehen gelernt, daß ein Volk ohne nationales Selbstbewuhtsein zur Ohnmacht ver­dammt ist und daß es deshalb vaterländische pflicht icoes Einzelnen ist, oit Ehre her Hafian bis zum Aeuhersten zu verteidigen.

Diese Erkenntnis hat endlich ben Geist ber Volks­gemeinschaft erzeugt unb biejenige gegen­seitige Achtung bei Arbeitgeber unb Arbeit­nehmer herausgeführt, die wir zur vertrauensvollen

Zusammenarbeit brauchen.

Daß sich biese Erkenntnis in hervorragender Weise Bahn gebrochen, hat sich ja auch am 12. No- vember in vollenbeter Weise gezeigt. Alle schassen- ben Stänbe, ganz gleich ob Unternehmer, Arbeiter ober Angestellter, haben sich geschlossen hin­ter Aböls Hitler gestellt, um am Aufbau ber neuen Wirtschaft unb bes neuen Staates mitzu­wirken. Sicherlich konnte bie Abkehr der früher vielfach marxistisch eingestellten Arbeiterschaft von internationalen Gedankengängen nicht sinnfälliger und wirksamer zum Ausdruck gebracht werden, als durch das überwältigende einmütige Bekenntnis zur Außenpolitik Adolf Hitlers, zum Frieden der Ehre unb Gleich- berechtigung bes beutschen Volkes. Innerpolitisch ist in unseren Gauen bie beutsche Einheit befonbers ausbrucksvoll baburch betunbet worden, daß freilich im Ueberfdjroang Der nationalen Be­geisterung am Abend des großen Wahlsieges bie zwischenstaatlichen Grenzpfähle entfernt worben finb, bie bie letzten Zeugen früherer Zerrissenheit und nationaler Uneinigkeit waren.

Auch in unserer Gemeinde hat sich ja dieser stimmungsmäßige Umschwung In ausdrucks­vollen Ziffern kundgetan, während früher eine Spaltung in zwei Lager bestand, haben jetzt von rund 2000 abgegebenen Wählerstimmen auch in unserer Gemeinde über 1800, also über I 90 o. f)., mit Ja gestimmt. Auch sonst ist die Wiederkehr einer gesunden national-christlichen Lebensauffassung in unserer Gemeinde unver­kennbar.

Wenn beispielsweise jüngst anläßlich der 450. Wie­derkehr bes Geburtstaaes unseres großen beutschen Reformators Martin Luther unser Gotteshaus bis auf ben letzten Platz besetzt war, so ist bies gewiß nicht nur ein Berbienft unseres erfreulicherweise heute auch in unserer Mitte roeilenben, sehr rühri­gen Herrn Pfarrers, fonbern bes Ausdruck des wieder stärker gewordenen religiösen Empfindens in unserer Gemeinde. Äuch am vergangenen Totensonntag hat sich dies gezeigt, als sich eine auf unserem Friedhof wohl kaum je in dieser Größe gesehene Gemeinde versammelte, um bie Toten, insbefonbere auch bie auf bem Feld bes Weltkrieges Gebliebenen unb bie Opfer ber natio­nalen Revolution, zu ehren.

Auch die heutige Feier wollen wir barum zum Anlaß nehmen, ber Bolksgemeinschaft wär- bigen Ausbruck zu verleihen. Die heutige Veranstal­tung ist ja zu einem wahren Volksfest für unsere Gemeinbe geworben. Bereits bei dem Zuge von der Fabrik hierher nahm bas ganze Dorf An­teil. Hier im Saale finb fast *700 Personen aller Stänbe unb Berufe versammelt. Neben Angehöri­gen unseres Betriebs finben wir insbefonbere zahl­reiche Vertreter bes hiesigen Hanbwerks, die beim Neubau mitgewirkt und die daraus entspringende »l>-beitsbeschaffung am Handwerkertag dadurch be» sonders ;um Ausdruck gebracht haben, daß sie spe­ziell der Ftrn«^ Rinn & Kloos 21®. babei ge­buchten.

Auch die Gemeindever^-tuug ist vollzählig ver- j