Ausgabe 
5.10.1933 Zweites Blatt
 
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habe der Stahlhelm In Hannover bekommen. Alles, was früher geschehen, solle vergessen und verziehen sein. Er hoffe und wünsche, daß zwischen Stahl­helm und SA. und SS. künftig Kameradschaft auch in den einzelnen Orten und Un­tergliederungen herrsche. In Hannover habe man sehen können, wie herzlich der Führer Adolf Hitler dem Bundessührer S e l d t e, dann Stabs- chef Röhm und hierauf dem Reichswehrminister von Blomberg mit vor Rührung bebender Stimme gedankt habe. Er (Redner) hoffe, daß SA., SS. und Stahlhelm auch in Gießen öfter kamerad­schaftlich zusammenkommen würden. Gemeinsam werde man das erreichen können, was man immer gewollt habe, wenn man sich kameradschaftlich die Hand drücke und sich das Versprechen gebe, daß nichts die Einigung rückgängig machen könne. Wenn im Sinne der Worte Hitlers und Röhms in Hannover überall in treuer Kameradschaft zusam­mengearbeitet werde, dann brauche uns um Deutsch­lands Zukunft nicht bange zu sein, dann würden auch alle Kleinlichkeiten ein Ende hoben. Aus Stahl­helm-Munde stamme das Wort:Deutschland muß gerettet werden, wer es rettet, ist gleich".

Adolf Hitler sei der Retter Deutschlands, und deshalb stehe der Stahlhelm ganz selbftver- ständlich hinter ihm, der jetzt Deutschland führe.

Auch der Stahlhelm wolle alle, die zu chm kämen, als Deutsche im Sinne Adolf Hitlers erziehen; nichts anderes habe dem Stahlhelm bisher je vor- geschwebt. In dem Stahlhelm-RufFront Heil!" liege efli Bekenntnis und Z u ft immung, ein Schwur, auf den sich der Führer Adolf Hitler immer und unter allen Umständen verlassen könne. Der Stahlhelm habe es sich in den Kops gesetzt, mitzuarbeiten an dem Wieder­aufbau Deutschlands. Die Stahlhelmer seien von Hannover weggegangen in dem Bewußtsein, daß sie gleichberechtigt beim Wiederaufbau Deutschlands seien, und heute seien sie alle wieder froher.

Der Gießener Stahlhelm freue sich, daß er auch hier wieder mit den Kameraden der SA. und SS. in kameradschaftlicher Verbundenheit zusammensitze.

Es müßte ja auch merkwürdig zugehen, wenn in Oberhessen und in den unteren Dienststellen das nicht möglich sein sollte, was oben eine Selbstver­ständlichkeit sei. (Stürmischer Beifall.)

Kam. Seebold

teilte der Versammlung mit, daß der Gießener Wehrstahlhelm von der Bergscheirke aus eine Post­karte nach Hannover geschickt habe, die für die dort weilenden Gießener Kameraden bestimmt war, aber dem Bundesführer Seldte ausgehändigt wurde. Darauf habe er jetzt Antwort von dem Bundesfüh­rer erhalten mit dem Auftrage, der Gießener Orts­gruppe des Stahlhelm die besten Grüße des Bun­desführers zu übermitteln. Der Redner schloß mit freudig aufgenommenem Front-Heil auf den Wehr­stahlhelm und die SA.

Kam. SA-Truppführer Kurz

als Vertreter der SA.-Standarte 116 übermittelte nn Auftrage des durch andere dienstliche Inanspruch­nahme am Erscheinen verhinderten Standartenfüh­rers und des auswärts weilenden Standartenadju­tanten die besten Grüße der SA.-Standarte 116. Er betonte dann, daß die SA.-Kameraden mit Freude i und Interesse die Ansprachen des SIbenbs oernom- I

men und habet gerne gehört hätten, daß rote tn Nürnberg auch in Hanaver der alte Frontsoldaten, geift herrschte und die soldatische Kameradschaft wie­der lebendige Kraft erlangt habe.

wie Hitler und Seldte schon vor Monaten sich die Hand zu gemeinsamer Arbeit gereicht hätten, so mühten nun auch die Unterorgani­sationen vertrauensvoll in Kameradschaft und Treue zusommenarbeiten und alles vergessen, was ftüher die gegenseitigen Beziehungen ge­trübt habe, denn gemeinsam sei SA. und Stahlhelm das Ziel: den Marxismus und das Spießbürgertum zu schlagen.

Der Redner erinnterte sodann daran, daß noch vor einem Jahre das Dritte Reich wie ein Phantom, ein Traum erschienen fei und daß unser deutsches Vater­land noch vor wenigen Monaten unmittelbar vor dem bolschewistischen Chaos gestanden habe. Schmerz- lich habe die SA. bei dieser Lage das Aneinander- vorbeimarschieren der beiden nationalen Fronten empfunden. Um so größer sei aber jetzt die Freude über den ungeheuren Erfolg des Führers und Volks­kanzlers, daß durch sein Bündnis mit Seldte und Papen die gemeinsame Front doch zustande ge­kommen sei. Am 30. Januar sei ein Aufatmen durch das ganze nationale Deutschland gegangen. Man habe sich gesagt, wenn die Führer sich zusammen- schlössen, Müsse es doch mit dem Teufel zugehen, wenn nicht auch das Volk sich zusammen- finde, um den gemeinsamen Feind zu schlagen. Nunmehr sei das Dritte Reich, die Sehnsucht von Jahrtausenden, erfreuliche Wirklichkeit geworden. An uns liege es jetzt, dafür zu sorgen, daß es aus- gebaut und lebensfähig gemacht werde, der geschla­gene innere Feind nicht wieder auferstehen könne und unser Volk befähigt werde, sich auch der äuße­ren Feinde zu erwehren. Wenn unser Volk im In­nern einig sei, werde der äußere Feind auch wieder Respekt vor uns haben; dann werde man uns nicht mehr auf der Nase herumtanzen, wie es unter Stresemann und August Müller der Fall war.

Das Trennende in unserem Volke vergessen zu machen und immer nur auf das Einigende hinzuwirken sei die besondere Aufgabe der SA., SS des Stahlhelms und Hitlerjugend. Zu dieser Einigung gehöre auch der jetzt ge­schlossene Kameradschastsbund zwischen dem Stahlhelm, der SA. und der NSDAP. Ls sei eine große Freude und Genugtuung, daß nunmehr die SA., SS. und Stahlhelm unter einer Fahne, unter einem willen, wenn auch unter verschiedenen Führern eine geschlossene Front darstellen.

Der Geist sei es, der immer siege. Dieser Geift sei jetzt Gott sei dank bei uns ein einiger, ein einiges Reich, ein einiges Volk und über diesem Volk und Reich e i n Gott. So dürfe unser Volk trotz des äußeren Druckes mit Zuversicht in die Zukunft blicken, wenn es einig bleibe. Diese Einigkeit und Treue zu fördern, sei nicht nur die Sache der Führer, sondern auch Aufgabe jedes Stahlhelmers, SA -Mannes und SS.- Mannes bis in die letzten Formationen hinein, ebenso Aufgabe der Frauen. Alle müßten Brüder sein und Zusammenhalten im Interesse des gemein­samen großen deutschen Vaterlandes. Dann werde es dem Marxismus und auch dem im Ausland immer noch eine Macht darstellenden Judentum nicht gelingen, eine Bresche in unsere Reihe zu

schlagen. In Uebereinfthnmung mit den Vorrednern wünsche auch er, daß in Zukunft

der Zusammenhalt zwischen SA., SS. und Stahlhelm immer kameradschaftlicher und inniger

werden möchte. Mit dreimaligen, begeistert aufge­nommenen Sieg-Heil-Rufen auf die Einigung des deutschen Volkes, des Stahlhelm, der SA. und der SS. schloß der Redner seine mit stürmischem Bei­fall aufgenommene Ansprache.

Kam.Gauredner und Kreisleiter z.b.V. Bullmann,

der zum Dienst bei der Polizeidirektion Gießen kommandiert ist, sprach als Vertreter der politischen Leitung der NSDAP. Er betonte einleitend, daß heute schon zu viel gesprochen worden fei von dem, was man gern vergessen möchte. Aus der nationalen Opposition fei die nationale Erhebung und daraus wie eine Flamme die nationalsozialistische Revo­lution entstanden mit dem Ziel: alles ober nichts. Er Wolle nicht mehr von früheren Miß­längen zwischen Stahlhelm und SA. sprechen; das sei vorbei. Der Führer Adolf Hitler habe uns etwas gegeben, das uns die Kraft verleihe, nach vorwärts zu schauen.

Mrd jrbrr naben

3m gleichen Warschtritt der Kolonnen marschiere die einige nationale Front nun gemeinsam auf die Plattform, auf die jeder wahrhaft deutsche Volksgenosse zu treten habe. Der satte Bürger und Nationalsozialist solle zum Sozialisten, der Sozialist und Prolet solle zum Nationalsozia­listen werden, das sei das Ziel.

Es gebe nur einen Mann in Deutschland, für den man sich in Stücke hauen lasse, Adolf Hitler, der durch sein Werk so groß als Vorbild für alle geworden und dabei doch so schlicht geblieben fei. Jeder Deutsche möge versuchen, immer so schlicht zu sein wie der Führer, der einzige Adolf Hitler. Jeder Deutsche müsse versuchen, die 25 Punkte des nationalsozialistischen Programms in sich aufzuneh­men. Immer gelte es nur nach vorwärts zu schauen. Das Ziel heiße:

Deutschland den Deutschen, Gemeinnutz von Eigennutz?

Die Tradition solle uns die Kraft geben, uns wieder ein Vaterland der deutschen Arbeit, der Ehre und der Freiheit zu schaffen, das jeden deutschen Volksgenossen begeifTt?» t?,!5 sogar den ehemaligen Kommunisten bereit mache, gemeinsam mit den übrigen Volksgenossen zu kämp­fen und, wenn nötig, das deutsche Vaterland, die deutsche Heimat, deutsche Sitte und die deutschen Frauen und Kinder auch gegen äußere Feinde zu verteidigen. Der Patriotismus solle nicht mehr die Angelegenheit der besseren Leute und der Sozialismus nur die Angelegenheit des Proletariers fein, sondern

das ganze deutsche Volk solle sich einheitlich im Nationalsozialismus zusammenfinden und durch ihn Arbeit und Frieden erstreben.

Der Redner wies bann auf bas gewaltige Erleben bes 1. Mai, bes Tages ber Arbeit, unb auf bas ebenso gewaltige Geschehen am 1. Oktober, ben Tag bes Bauern, hin unb betonte, baß alle beut- scheu Brüber Soldaten und Soldaten der Arbeit sein müßten unter unserem Führer unb Volks­kanzler Adolf Hitler, die bereit seien, alles f ü r bas beutsche Vaterlanb einzu -

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setzen. Weiter erinnerte er an bas Wort bes Führers, baß bas beutsche Volk fanatisch sozial unb fanatisch brutsch sein müsse, bamit es bie Kraft habe, immer und überall für bas deutsche Vaterlanb einzustehen. Jetzt sei es vor allem erforderlich, baß biefes Volk nur von einem Geist beseelt werbe:

dem Geist des Soldaten unb des Kameraden, der keine Standesunterschiede kenne, sondern nur die Volksgemeinschaft.

Bei diesem Geist brauchten wir auch nicht nach Genf, London ober Paris zu Konferenzen zu fah­ren; bas könnten bie anberen tun. Wenn Aböls Hitler spreche, bann spreche burd) i h n bas ganze deutsche Volk, (otürmifcfae Zu­stimmung.) In Genf habe bas deutsche Volk durch Dr. Goebbels gesprochen. Das genügte, unb die Konferenz würbe abgeblafen. Diese Wandlung der ^j£qe sei darauf zurückzuführen, daß Adolf Hitler ntajTIlur deutsche Politik, sondern bereits Politik ber Weltgeschichte mache. Nunmehr mühten wir uns alle bas Gelöbnis geben: wir wollen nicht mehr benten an bas was einmal war, fonbern ben Blick nach vorwärts richten!

Alle deutschen arbeitenden Menschen vereinigt euch?

Die Roten unb bie Schwarzen in ihrer überholten Betrachtungsweise hätten gesagt: wir haben ben Krieg verloren. Wir aber sagen: Frankreich, Ame­rika, Englanb unb bas ganze Jubentum mögen bie Verträge in ihren Kassenschränken haben, Aböls Hitler aber h a t mit b e m deutschen Volke ben Krieg gewonnen? (Langanhal- tenber, stürmischer Beifall.)

Hierauf folgte ber feierliche Ausmarsch her Fahnengruppe, womit ber offizielle Teil bes Abends feinen Abschluß gefunben hatte. Ein oon bestem Geiste erfülltes kamerabschaftliches Beisam­mensein vereinigte die Kameraden bann noch in geselliger Weise.

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Die Beerdigung findet Freitag, den 6.'Oktober, nachm. 3% Uhr, vom Trauerhause aus statt Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen.

Feuerbestattung Samstag, 7. Oktober, 16.30 Uhr, Hauptfriedhof Frankfurt a. M. Es wird gebeten, von Blumenspenden und Beileidsbesuchen abzusehen.

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nach schwerem Leiden im 72. Lebensjahre zu sich in die Ewig­keit abzuruten.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Hermann Stein, Gastwirt

Lieh, den 5. Oktober 1933.