Ausgabe 
5.10.1933 Zweites Blatt
 
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nur in der Befreiung der Frau von denBanden ber Familie" erreicht werden zu können schien. Das ist eine völlig mechanische Auffassung der Gleich- berechtigung, ihren organischen Ausdruck hatte sie schon langst in der Familie gefunden, wenn man unter Gleichberechtigung nicht Gleichheit der Auf­gaben, sondern gleiche Bedeutung und Ver­antwortung versteht und eine Gleichheit in der Achtung, die Mann und Frau gegenseitig vor ihrem Tätigkeitsbereich haben. Die Familie ist richtig aus­gefüllt und richtig verstanden, ein dem männlichen zumindest ebenbürtiges Schaffensreich, vor allem, wenn man über das Wirtschaftliche hinaus die Er­ziehung der Kinber, die mit dem Heim verbundenen Gefühlswerte berücksichtigt, Aufgaben, die die Natur von der Frau gewollt hat und für deren Erfüllung sie ihre ganzen Kräfte anspannen muß.

Die ursprüngliche Arbeitsteilung, die in der Fa­milie naturgemäß gegeben ist, erweist sich für die Volkswirtschaft von grundlegender Bedeutung. Je entwickelter eine Volkswirtschaft ist, desto mehr be­darf sie für ihre kostspieligen Anlagen die Gewähr einer regelmäßigen Erzeugung. Jedes Gewerbe wird darauf bedacht sein, seine Erzeugung nach dem Be­darf einzustellen, aber die Grundlagen für dielen Bedarf müssen Dauer haben. Und der wichtigste, der entscheidende Bürge für die Dauer des Bedarfs ist die Familie, selbstverständlich die Familie im vollen Sinne, die dem Volksganzen eine ftinberfchar auhiefjl, wie sie mindestens zur Erhaltung der Volkszahl vorhanden fein muß.

Die Erziehung der Kinder, der eigene Verbrauch, die Rücklagen für Ausstattung der Tochter und wei­tere Ausbildung des Sohnes, fordern eine feste Regel für die Verteilung des Einkommens, die da­mit den Verteilungsschlüssel abgibt für die Bildung des Sparkapitals und Ausrichtung ber Erzeu­gung. gebe Familie ist von Natur aus ein plan­mäßiges Gebilbe unb muß deshalb auch in ihrer Wirtschaftsführung zum großen Teil plan­mäßigem Streben folgen. Diese Planmäßigkeit beruht auf Erfahrung, nicht auf einer mechanischen Anord­nung. Was gebraucht und wie es verbraucht wird.

darüber entscheidet die Erfahrung, die nach dem Maß des Einkommens die Besonderheiten persönlicher Eigenart mit anderen über dem Persönlichen stehen- den Grundsätzen in der Verteilung des Einkommens verbindet. Die Familie ist somit der unerschüt­terliche Kern, ber es ber Wirtschaft ermöglicht, auf Erfahrung aufzubauen unb der sie vor einer mechanistischen Ordnung bewahrt.

Sicherheit für die Wirtschaft, aus organischer unb ben Persönlichkeitswerten gerecht werdenber Erfah­rung, unb Örunblage für Spartapilalbilbung und Erzeugung ist nicht allein die Bedeutung ber Familie für bie Volkswirtschaft. Sie ist auch b i e Orunb- läge für bie Gestaltung bes Arbeit»- Marktes. Ein Volk mit kinderarmen Familien hat einen Altersaufbau ber Bevölkerung, bei bem bie berufstätigen Altersgruppen ben größten Teil ein nehmen. Dadurch wird die Gefahr ber B e - rufsüberfüllung unb der Arbeits­losigkeit ungemein erhöht. Kinderreiche Familien dagegen lassen einen großen Teil ber Bevölkerung auf nicht berufstätige jugenblidje Gruppen entfallen, beren Bedarf ber Erzeugung starke Anregungen gibt, ohne bah sie aber den Arbeitsmarkt verstopft. Eine jede Wirtschaft hat eine Grenze in ber Auf­nahmefähigkeit für Berufstätige. Je nach bem Alters­aufbau ber Bevölkerung macht sich diese Grenze ent­weder In einer zwangsweisen unnatürlichen Berufs- losigkeit berufsfähiger Menschen bemerkbar ober in einer burchaus natürlichen Berufslofigteit jugenb- licher, noch nicht berufsfähiger Gruppen. Welche biefer beiben Rtöglichkeiten ber Arbeitsverteilung bie gefünbere ist, liegt ja klar auf ber Hanb. Die Grunblage biefer Verteilung liegt aber wiederum in der Familie.

Die vergangenen Jahre haben uns bie außer- orbentlichen kulturellen Gefahren erkennen lassen, die in ber Schwächung unb Auflösung bes Familien­lebens liegen. Man hat baneben vielfach bie .wirt­schaftlichen Gefahren übersehen, bie mit biesem Vor­gang verknüpft finb? Diese Gefahren sind im einzel­nen nur wenig zu bemerken, aber im Gesamtergeb­nis finb sie ein tübliches Derberben.

MnlechWwerk des SeuWen Lölkes 1933/34.

(Sauführung Hesten-Aasta», Frankfurt a. M., Sounuäftr.ll L, Telephon 3228.

Aufruf an Alle!

Kein Volksgenosse barf im kommenben Winter hungern unb frieren! So will es der Führer. Alle jlotlcibenben unb unverschuldet Erwerbslosen sollen erkennen, baß bie ganze Nation mit ihnen fühlt unb für sie eintritt.

Dieses Hilfswerk soll nicht wie in früheren Jahren nur Almosen sammeln unb Unterstützung verteilen, sondern durch das wachrufen einer grandiosen Opfer­bereitschaft im ganzen deutschen Volk den Gedanken des lebendigen nationalen Gemeinschaftsgeistes er­wecken. Ls soll zu seinem Teil dpzu beitragen, eine Brücke zu schlagen zwischen Arm unb Reich.

Opfern in biesem Sinne darf deshalb nicht etwa nur heißen, von seinem lleberfluh etwas abgeben, sondern muß heißen, sich in seinen eigenen Bedürf­nissen beschränken, um anderen deutschen Volks­genossen in ihrer Not zu helfen.

kein Zweifel barf sein, bah bie Lauen unb Trügen unerbittlich wachgerüttelt werben.

Nun geht ans Werk, beutsche Frauen und deutsche Männer aller Stände, Berufe und Konfessionen. Gebt unserem Führer Adolf Hitler Eure Spenden zu treuen Händen. Sie werden für unser Volk reiche Früchte tragen.

Spenden werden erbeten an:

Postscheck-Konto Frankfurt a. M. 281 00, Girokonto bei ber Nassauischen Landesbank Frankfurt a. Main 6200.

(Bauleiter, Reichsstatthalter in Hessen: gej. Sprenger.

Regierungsrat Dr. Otto Andres, Kreisamt Fried­berg: Alois Bausch, Dresdner Bant; Ludwig Bel­linger, Handelskammer Fulda; Dr. Hermann Braun, Kreisamt Erbach: Wilhelm Böcker, Nassauische Lan­desbank; Dr. Georg Dahlem, Landeskirche Hessen; W. Deubel, Landesleiter der technischen Nothilfe: Fr. v. b. Ende, Hessischer Industrie- und Handels­tag: Karl Ehrgott, Äreisamt Groß-Gerau: Kreis­direktor Emil Gähner, Kreisamt Bübingen; Erich Gellert, Jnbustrie- und Handelskammer Offenbach; Landrat Grillo, Wetzlar; Haug, Bürgermeister, Darmstadt, Gauwalter der NS.-Volkswohlfahrt; Wolfgang, Prinz von Hessen, Landrat, Bad Hom­burg; Dr. Herdt, Propagandawart der NS.-Volks­

wohlfahrt; Gorschlüter, Buderussche Eisenwerke; Dr. Frhr. Raitz v Frentz, Kreisamt Bingen; Land- rat Herrchen, Untertaunustreis, Bob Schwalbach; Landrat Dr. Janke, Höchst, v. b. Dr. Engelhardt; Kessel, Kreisamt Lauterbach, o. d. Haniksch; Waller Kramer Gebietsführer ber HI., v. b. Stöhr; Kreis- [eiter Karl Kromm, Kreisamt Schotten; Regie­rungsrat Dr. Georg Krüger, Kreisamt Gießen; Oswald Knorrch, Kreiswohlfahrtsamt Oppenheim; Frau R. Kirch, Gau-Frauenschaft Hessen-Nassau: Oberregierungsrat Kühne, Landesarbeitsamt Hessen, v. d. Oberreg.-Rat Dr. Hermes; Landrat Koch, ßanbratsamt Montabaur, v. d. Bausch; Prof. Dr. Krieck, Rektor ber Universität, v. d. Prof. Dr. Hol- felder; Landrat Saufemann, Gelnhausen; E. Sang- Hardt, Fa. L. Krumm AG., Offenbach; Josef Lamay, Caritasverband für die Diözese Limburg; Franz Leonhard, Industrie- und Handelskammer Offen­bach; Dr. Wilhelm Leber, Landw. Kammer Wies­baden; Landrat Lerch, ßanbratsamt Westerburg, v. d. Noes; Fritz ßöfer, Kreisleiter unb ßanbrat Hanau; Fritz Merck, Darmstabt; Dr. Eb. Meufer, Handelskammer Wiesbaden; Fritz Müller, Hand­werkskammer Hessen; Dr. Friedrich Müller, Bür­germeister Hanau; Müller-Scheid, Gaupropaganda- Landesstellenleiter für Bolfsaufflärung und Bro- Sanba; Kreisdirektor Dr. Ernst Merck, Kreisamt enbach; Dr. Mühlens, Rheingaukreis; Dr. Alex ttenheimer, Rhein-Main. Red. unb Handelstag;

Dr. Niecz, Industrie- und Handelskammer, Frank­furt a. M.; Dr. E. Pauly, Bänninger G. m. b. H., Gießen, Handelskammer Gießen; W. Pauly, Cari- tasoerbanb für die Diözese Mainz; Betermann, ev. Landeskirchenrat, Frankfurt a. M.; Roettig, Major und Kommandant der Landespolizei, Abtlg. Frankfurt a. M.; Dr. Richter, i. B. d. Bischofs von Limburg u. d. Stadtpfarrers Dr. Herr; Theodor Rudek, Elektrizitäts-Werke Rheinhessen, Rhein- Mainischer Industrie- und Handelstag; Direktor Röhricht, Innere Mission, Darmstabt; Schmidt, Präs. d. Handwerkskammer f. b. Reg.-Bez. Wies- haben; Arnold Schumacher, Pfarrer, Innere Mis­sion; Schröder, Oberst a. D., Hess. Landesverband v. Roten KreuA; Ludwig Schmahl, Kreisamt Groß- Gerau; Rudolf Schäfer, Provinzialdirektion Star­kenburg; L. Schuster, Landeskirchenrat d. ev. Lan­deskirche Wiesbaden: Dr. Schönhals, Oberbürger­meister der Stadt Offenbach: Ernst Schuenemann, Fa. Andrae Noris Zahn AG-: Werner Scheikes, Weinkellerei Scharlachberg; Alfred Schulte, Magi­strat Wiesbaden.

Wir gehen in die Beiriede!

Der erste Tag des Propagandafeldzuges der Deutschen Arb itsfront.

WvN. Frankfurt a. M., 3. Ott. Der Bezirks- leiter der Deutschen Arbeitsfront für Hessen und Hessen-Nasiau teilt mit:

Die neue Aktion ber Deutschen Arbeitsfront, die hinein ins Herz d e r A r b e i t, in die Betriebe selbst führt, hat am heutigen Tag ihren Anfang ge­nommen. Welches Interesse der Propaganbafewzug der DAF. in der Oeffentlichkeit erregt, geht aus ber ungeheuren Fülle von Zuschriften hervor, die wir täglich bekommen. Daneben klingelt den ganzen Tag bas Tlephon, Dutzende von Besuchern kommen, teils Fabrikanten, teils auch Betriebsräte, bie wünschen, daß wir ihren Betrieb besichtigen.

Bis Lude November wirb sich unser Propa- ganbafelbjug erstrecken, unb ev wirb in Hessen unb Hessen-Nassau keinen namhaften Betrieb geben, ber nicht vorgenommen wirb.

Der erste Tag war benFabriken der öffentlichen Meinung" gewidmet. Beim Südwe st deutschen Rundfunk wurden die Abgesandten der DAF. bereits von der gesamten Belegschaft erwartet. In- tenbant Beumelburg begrüßte bie Deutsche Ar­beitsfront unb brachte Aum Ausdruck, daß auch der Sübwestfunk sich stets für die hohen und wichtigen Aufgaben des Deutschen Arbeltertums einsetzen werde. Gerade der Südwestfunk werde in Zukunft die sozialen Belange pflegen und dem deutschen Ar- beiter in noch stärkerem Maße das Mikrvpyon zu- gänglich machen. In Vertretung des in letzter Mi­nute abberufenen Bezirksleiters ber DAF^ Gau- betriebszellenleiter Pg. Willi Becker, M. d. L., war es Pg. Müller-Scheid, der die Gedanken des Intendanten noch besonders unterstrich. In (ei­nem Schlußwort betonte der Intendant noch bie gute

Arbeitskameradschaft innerhalb ber Mitarbeiter bes Sübwestfunks. Nach einer Besichtigung bes techni- schen Betriebes ging es weiter zumFrankfur - ter Genera la nzeig er^. Mitten in die Ge- heimniffe der schwarzen Kunst ging es hinein. Der Umbruch war gerade beendet, eine kurze Weile Da­nach donnerten schon die gigantischen Rotatlons- Maschinen und fpleen schön geordnet die fertigen Zeitungen aus. Oben standen schon bie Kolonnen der Zeitungsträger bereit, für ihre Verbreitung zu sor- gen. Nach Begrüßungsworten ber Direktion unb ber technischen Leitung nahm auch hier wieher Pg. Müller-Scheib das Wort zu einer kurzen An- spräche, in ber er Den Sinn unD Zweck Dieser Be­suche in Den Betrieben auseinanDersetzte unD zum AusDruck brachte, Daß es

für uns ein herzensbebürsnls Ist, dem Arbeiter im Betriebe die Hand zu drücken unb auf biefe Weise zum Ausdruck zu bringen, daß ber Sozia- li»mu» für uns nicht ein Lippenbekenntnis ist, fonbern daß wir uns mit der Tat für den Ge­danken der Volksgemeinschaft und VerbundenheU aller einsehen.

Zum Schluß fand an diesem ersten Tage bie Be­sichtigung eines etwaslichtscheuen- Betriebes statt, nämlich Der Dr. E. Schleußner A G., der be­kannten Fabrik für photographische Filme unb Pa- Piere. Nach einer kurzen Inaugenscheinnahme bes Frankfurter Bürobetriebes ber Firma vermittelte in Isenburg bie Fabrik ein interessantes Bild biefer Produktion Bekanntlich müssen diese ganz lichtemp- findlichen Platten und Filme bei völliger Dunkel­heit hergestellt werden. Auch hier fand wieder Be­

grünung durch die Direktion und Betriebszellen- obmann, sowie eine Ansprache bes stellvertretenden Gaupropagandaleiters Pg. Müller statt.

Morgen geht es nach Wiesbaden, wo ab 10 Uhr nacheinander die Betriebe der Biebricher Industrie Kalle & Co., H. unb L. Albert unb Dr. Kurt Albert inspiziert werben. Am gleichen Tage finbet noch die Besichtigung der Eektfirma Henkell & Co. statt.

Donnerstag, 5. Oktober.

Kreis Gelnhausen: 10 Uhr: Beritas Gummiwerke, Gelnhausen; 13 Uhr: Wächtersbacher Steingutfabrck in Schlierbach; 15 Uhr: Gebrüder Adt, Hardtpapierfabrik in Wächtersbach unb um 17 Uhr: Basaltwerk Wächtersbach.

Achtung?

Die Direkttonen unb Inhaber ber Betriebe werben gebeten, keine Frühstücke ober sonstige Erfrischungen für Den Gaubetriebszellenleiter Pg Willi Becker, Bezirksleiter Der Deutschen Ar- bettsfront, bereitzustellen, Da solche in keinem Falle angenommen werben.

Todesstrafe für denMörder des SA-Mannes Handwerk.

Frankfurt a.2TL, 4.Oktober. (ID57t.) Das Schwurgericht beriet nach ben plaidoyers heute bis 20.30 Uhr. Dann würbe folgenbes Urteil oer- kündet:

Das Gericht verurteilte den Kochlehrling Hei-

NS-Dolkswohlfahri

will, bah sich am 7. u n b 8. Oktober die Volksgemeinschaft bewährt. Sie sammelt für bie 2t r m en I

t i n g e r wegen 2H o r b e s in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch und wegen Mordversuchs in Drei Fällen zum lobe, bauerndem Ehrverlust unb 12 Jahren Zuchthaus. Der mitangeklagte Fuhrmann Ernst K n i e b e ( wird wegen schweren Landfriedensbruchs zu zwei Jahren Gefängnis und fünf Iahreu Ehr­verlust verurteilt. Das Verfahren gegen den kauf­männischen Angestellten Erich Götte wird auf Grund der Amnestie eingestellt. Der Haftbe­fehl gegen ihn wird aufgehoben.

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Während ber Urteilsnertünbung bekam ber An­geklagte Reittnger einen epilepwchen Anfall unb brach zusammen. Nachbem eine längere Pause ge­macht wurde, erklärte ber Gerichtsarzt, bah Rei­ttnger kollapiert habe, daß er Brechreiz mit Nei­gung zu Erregungszuständen infolge bes psychischen

Zusammenbruchs habe, unb baß er heute nicht mehr fähig sei, dem Fortgang der Verhandlung zu folgen. Daraufhin vertagte ber Vorsitzende btt Ur-

| teilsbegrünbung auf Donnerstag vormittag.

Oer Platz für Dich!

$ör jeden Theaterbesucher steht im Rahmen des Abonnements ein Platz im Stadttheater bereit.

Aus der Provinzialhaupistadt.

Personenstands- und Betriebsauf­nahme am 10. Oktober.

Auf die heutige Bekanntmachung Der Bürger­meisterei Gießen über bie Personenstands- unb Betrtebsaufnahme am 10. D t to­be r 1 933 fei befonbers hingewiesen. Die zur Auf­nahme zu oerwenbenben Vordrucke, und zwar Haus- listen, Haushaltungslisten, Betriebsblätter, werben in ben nächsten Tagen durch Polizeibeamte Den Hauseigentümern oDer Deren Vertretern zugestellt werDen. Nähere Anleitung über Ausfüllung ber Listen ist aus jebem Vordruck zu ersehen. Die Verteilung ber Hausbaltungslisten unb Betriebsblätter an bie auf bem betreffenben Grunbstück wohnenben Haus­haltungen, Betriebe usw. hat burch Den Hausbe­sitzer au erfolgen, unD zwar so, baß spätestens am 9. Oktober 1933 bie Haushaltungen unb Betriebe im Besitze der Vordrucke finb. Das Betriebsblatt ist von jedem Betrieb (gewerbliche Betriebsstätten, Lagerräume, Büros, Behörden, Verwaltungen, freie Berufe wie Aerzte, Rechtsanwälte usw.) auszu­füllen, und zwar dort, wo der Betrieb ausgeübt wird. Die Haushaltungsvorstände unb Betriebs- Inhaber haben bie Listen nach dem Stand vom 10. Oktober 1933 auszufüllen und bis spätestens zum 11. Oktober 1933 dem Hausbesitzer zurückAu- geben. Da die Haushaltungslisten bie Unterlage für bie Steuerkartenausstellung für 1934 bilden, ist be- sonders darauf zu achten, daß die Listen in allen Teilen richtig und vollständig ausgefüllt werden. Die Hauslisten sind vom Grundstückseigentümer ober seinem Steuerbeoollmächtigten auszufüllen unb vom 11. Oktober 1933 ab zum Abholen bereitzu­hatten; hierzu wirb bemerkt, baß nur folgenbe Spalten Der Hauslisten auszufüllen finb: auf ber 1. Seite nur bie Ziffern 1 (Eigentümer), auf ben Seiten 2 bis 4 lediglich bie Spalten 1 bis 3 ober 3a. Angaben über bie Jahresrohmieten usw. finb nicht erforberlicf).

Die Bevölkerung wirb bringenb gebeten, durch rechtzeitige und forgfältige Ausfüllung ber Liften bie Durchführung ber Personenstands- und Be­triebszählung zu gewährleisten.

Ein Dormundfchastsnch^er berichtet.

Bor elngen Tagen ereignete sich folgendes: Eine Ehe war geschieden. Der Ehemann mar für allein schuldig erklärt. Aus dieser Ehe waren zwei minder­jährige Kinder hervorgeganoen, die bei ber Mutter wohnen. Der Vater ber Kinder sorgte in keiner Weise für sie. Durch Klage gegen ihn war nichts zu erreichen. Die ganze Last ber Kinber hing an ber Mutter. Sie bemühte sich rebüd),» ihre Kinber den Lebensunterhalt Durch Waschen und Putzen zu verdienen. Das hatte aber zur Folge, daß sie Den ganzen Tag von zu Hause abmefenD war unb bie Kinder sich selbst überlasten waren. Sie fingen an, ba sie ohne richtige Aufticht waren, zu bummeln unb au lungern. Das würbe so stark, baß bie Nach- barschaft sich über bie Kinder beschwerte und be- hördlich eingeflriffen werben mußte. Sollen bie Kinber bei einer so redlichen, fleißigen unb ordent­lichen Mutter ein Opfer Der Fürsorgeerziehung werden? Das barf nicht fein. Hier will die N S. - Volkswohlfahrt helfend eingreifen. Sie will erreichen, daß die Kinder richtig erzogen werden

und die Mutter ihrem täglichen Beruf im Haushalt wieder zugeführt wird.

Deutsche Bühne in Gießen.

Entsprechend vielfacher Anregung aus Besucher­kreisen hat dieDeutsche Bühne", Ortsgruppe Gie­ßen, beschlossen, die in Den Besuchsbedingungen fest­gesetzte Hoch st grenze des monatlichen Einkommens von 250 Mark auf 300 Mark au erhöhen, um etwaige soziale Härten auszugleichen. Mitglied derDeutschen Bühne" kann hiernach jeder deutsche Bürger werden, dessen monatliches Einkommen nicht mehr als 300 Mark beträgt. Anmeldungen zur Mitgliedschaft werden bis auf weiteres noch entgegengenommen, und zwar bei der Theaterkasse, Johannesstrahe 3, ober bei der Ge­schäftsstelle derDeutschen Bühne", Goetheftraße 30p.

Das FreiheitsdramaHermannsschlacht" kommt am Donnerstag, 5. Oktober, 20 Uhr. unter der Spielleitung bes Herrn Intendanten König in der Erstaufführungsbesetzung als erste Vorstel­lung berDeutschen Bühne", Ortsgruppe Gießen, zur Aufführung. Mitgliedskarten unb Theaterkarten für biefe Vorstellung werben heute von 16 bis 20 Uhr an ber Theaterkasse ausgegeben. Auf bie heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.

Gegen den nationalen Kitsch?

Im Rahmen der Braunen Messe zeigt die Poll- zeidirektion Gießen in einem Stand im Saale ber Liebigshöhe eine Fülle von Oegenftänben, bie als nationaler Kitsch beschlagnahmt würben. Wer bie Sammlung sorgsam besichtigt, kann bem Vorgehen ber Polizei gegen ben Vertrieb dieser üblen Mach­werke nur zustimmen. Um bie weitesten Kreise ber Bürgerschaft über ben Unfug bes nationalen Kitsch aufzuklären, wirb heute um 21 Uhr In ber Volks- Halle Der GaureDner unb Kreisleiter z. b. V. Pg. Bull mann, fomanbiert zur Polizeibirektion Gießen, einen Aufklärungsoortrag überNationa­len Kitsch" hatten. Unseren Lesern fei biefer Vor­trag zum Besuche warm empfohlen.

Gießener Zungvolk kehrt erst morgen zurück.

Der Stamm Welfen bes Deutschen Jungvolks, d. b. also bie Gießener, wird nicht am Donnerstag, sondern erst am Freitag in Gießen eintreffen. Die Gießener Buben nehmen heute an ber Abschluß­kundgebung bes Oberjungbanns in Grünberg teiL Oberjungbann Oberhessen: Hübner.

Talen für Donnerstag, Z.Lktover.

1609: ber Dichter Paul Fleming geboren; 1799: Vinzenz Prießnitz, Förberer btr Wasserheilmethode, in Gräfenberg geboren; 1813: Eleonore Prochaska, Helbin bes Befreiungskrieges, in Dannenberg ge­storben; 1857: ber Schriftsteller Febor von Zobel- titz in'Spiegelberg geboren; 1862: der Kolonial- Politiker Wilhelm Solf In Berlin geboren; 1908: Bulgarien wird unabhängiges Königreich.

BornoNzcn.

Tageskalenber für Donnerstag! Stabttheater, 20 bis 22.45 Uhr:Die Hermanns­schlacht". Volkshalle/Liebigshöhe, 10 bis 21 Uhr, Braune Messe, 21 Uhr, Bolkshalle, im Rahm«