Ausgabe 
5.10.1933 Frühausgabe
 
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V M ist in den OSRAM

u n g der Nationalitäten-

waltsame

_ 8 7. Oberst Tietz überreichte dem Reichskanzler Ehrengabe des Offiziersbundes denLöwen

Nr.

des Denkmals bei Waterloo.

(Ost-

Der Parteivorstand der Deutschen Nationalsozia- listischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republik hatte bereits aufgrund der ihm vom außerordentlichen Parteitag in Bodenbach erteilten Vollmacht die Einstellung der Tätigkeit der Partei und ihre Liquidierung be°

als Ehrengabe

von Waterlo o", eine verkleinerte Nachbildung

Der Kronprinz weilte am Dienstag zu einem privaten Besuch beim Reichspräsidenten in Neudeck.

Berlin Stettin in Frage. Mit dem Beginn des Baues dieser Strecke ist in wenigen Wochen zu rechnen. Die Vorarbeiten sind soweit gediehen, daß die Bauleitung der Strecke BerlinStettin demnächst in Angermünde eingesetzt wird.

Aus aller Welt,

verschüttete Bergleute lebend geborgen.

3en Tag.

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Hutes LM. LS

Der Dölkerbundsrat hat in einer kurzen Sitzung die Schaffung eines 15. nichtständigen Ratssitzes einstimmig beschlossen. Die Wahl für Len neugeschaffenen Ratssitz, für Len die Türkei und Portugal kandidieren, soll Ende der Woche stattfinden.

Petit Parisien" meldet die Ankunft des süd slawisch en Königspaares in Istan - bul an Bord des KreuzersDobrownik". König Alexander und die Königin sind G ä st e M u st a - pha Kemal Paschas im Palais Dolma Bagdfche, wo sie am Mittwoch den Besuch des grie­chischen Ministerpräsidenten V e n i z e l o s empfin­gen, der sich augenblicklich als Gast Ismet Paschas in Istanbul aufhält. Das südslawische Köniyspaar wird am Donnerstag nach Korfu Weiterreisen.

Prag, 4.Ott. Amtlich wird mitgeteilt:Am heutigen Tage wurde die Tätigkeit der Zentrale der SudetendeutschenTrationalsozialisti- schen Arbeiterpartei und die Tätigkeit aller ihrer Bezirks-. Kreis- und Landesorganifationen amtlich eingestellt und verboten, da alle Bestrebungen der DRSAP. nach Durchführung ihres terroristischen Programmes die Vereini­gung aller Deutschen schon begriffsmäßig in ich die Zeichen der Gewalt einschlie- ; e n und sowohl das Strafgesetz, wie auch die ö f - entllche Ruhe und Ordnung im Sinne des Paragraphen 113 der Verfassungsurkunde der tschechoslowakischen Republik verletzen und weiter aus dem Grunde, daß ihre gesetzwidrige Existenz der öffentlichen Ruhe und Sicherheit widerspricht. Aus dem gleichen Grunde wurde auch die Tätigkeit der Deutschen Rationalparle i in der Tschecho- lowakei eingestellt und verboten, welche das offensichtliche Bestreben kundgetan hat, sich mit der DRSAP. zu verschmelzen."

von der Prager Regierung wird dazu erklärt, die Entwicklung der Verhältnisse in einigen Nach­barstaaten habe besonders in den deutschen Teilen der Tschechoslowakei gewisse Zersehungserscheinun- gen gezeigt, die den regierungsfreund­lichen Parteien nicht nur ernstliche Sor­gen bereiteten, sondern auch ihre weitere nützliche Arbeit für den Staat gefährdeten. Das Parlament werde eine Reihe von Anträgen zu be­raten haben, die den Schuh der Demokratie vor­sähen. Befürchtungen, daß es sich dabei um ge­waltsame Unterdrückung der Parteien überhaupt handeln würde, seien unbegründet. Die Regierung müsse jedoch von allen politischen Parteien, gleich ob von Regierungs- oder Oppositionsparteien, ver­langen, daß sie sich als Trägerder Staats­idee bekennten und sich vorbehaltlos auf den Boden des Staates stellten. Die Maßnahmen, die die Regierung durchzuführen int Begriff sei, seien der Widerschein einer außerordentlichen Zeit. 3n normalen Zeiten könnte man aus sie verzichten.

Auf der Polska-Kohlengrube in Eichenau . . Oberschlesien) stürzte während des Schichtwechsels der Förderturm und Ler Förderschacht anscheinend infolge Unterspülung der Schachtwände ein. Elf

Deutschland und Frankreich

Ein Sauerwein-Interview mit Ministerpräsident Göring.

Die Emigrantensrage als wirtschaftliche Angelegenheit vor dem Völkerbund.

Deutschland erklärt seine Uninteressiertheit.

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Der Reichskanzler empfing Oberst Tietz, den Vorsitzenden Les Offiziersbundes des alten e r st e n Nassauischen Infanterieregiments

Wettervoraussage.

An der Rückseite der nordöstlichen Störung fließt maritime Luft nach dem Festlande, die den Witte- rungscharakter wechselhaft gestalten wird. Es kommt daher auch bei uns zum Aufzug veränderlicher Be­wölkung, wobei vereinzelt Regenschauer auftreten dürften. Da der Wolkenschirm die Ausstrahlung be- hindert, gehen in der Nacht die Temperaturen nicht mehr so stark zurück.

Aussichten für Freitag: Wechselnd be­wölkt mit zwischenzeitlicher Aufheiterung, nachts etwas milder, Neigung zu einzelnen Schauern.

Lufttemperaturen am 4. Oktober: mittags 14,8 Grad Celsius, abends 5,7 Grad: am 5. Oktober: mor­gens 4,9 Grad. Maximum 17,2 Grad, Minimum 0,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Oktober: abends 11,3 Grad: am 5. Oktober: mor­gens 9,4 Grad. Sonnenscheindauer 9 Stunden.

MeIeuWenverschunginderTschechoslowakei

Oie nationalsozialistischen Parteien der Sudetendeutschen verboten. Abgeordnete verhaftet.

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Bergarbeiter wurden verschüttet. Don den um­liegenden Gruben waren 13 Rettungskolonnen mit den Rettungsarbeiten beschäftigt. Den fast über­menschlichen Anstrengungen dieser Mannschaften ist es wider Erwarten gelungen, an die bereits tot- geglaubten Bergknappen heranzukommen und sie

schlossen. In einem vom ersten Präsidenten der Partei, Abg. Ingenieur Jung, erlassenen Aufruf wird erklärt, daß angesichts der durch das Urteil des Obersten Gerichts gegebenen Sachlage eine Weiterführ u n g der Parteitätigkeit ausgeschlossen erscheine. Im übrigen habe die Partei niemals eine Politik deraewalt- samen Lostrennung der deutschen Ge­biete von der tschechoslowakischen Republik be­trieben oder gebilligt und niemals eine g e

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Der spanische Staatspräsident hat nach Verhand­lungen mit zahlreichen Parteivertretern den Pro­fessor für Zivilrecht an der Universität Madrid, Sanchez Roman, mit der Bildung eines Kon­zentrationskabinetts unter gleichzeitiger Erteilung des A u f l ö s u n g s d e k r e t e s für das Parla­ment beauftragt. Sanchez Roman ist parteipolitisch nicht gebunden, aber durchaus links eingestellt.

nb f)tr zwischen dem Ne, bei b?m dicht verwirrte Auskünfte schlich: Sie haben 3 Reichstag vorerst j e n baden, um 3 (önnien. B«« Sie n Skeichrtag?

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Krieg wollen. Frankreich und Deutschland kön­nen unmöglich sich gegenseitig ver­nichten wollen. Sie sind in keinem größerem Krieg soweit gekommen, und es wird ihnen auch niemals gelingen. Dir erinnern uns der Jahre, in denen soviel Heldenmut gezeigt worden ist. Um ein Stückchen Erde soll niemals Krieg ge­führt werden, aber gegen einen Feind, der uns vernichten möchte, muh Krieg sein bis auf den letzten Dann und bis zum letzten Atemzug. DirhabenkelneRevanchegedanken. Lin altes deutsches Lied begann mit den Dor­ten: Siegreich wollen wir Frankreich schlagen. Ich hebe Befehl erteilt, es nicht mehr zu fingen.

Ministerpräsident Göring ging alsdann zum Flugwesen über, indem er sagte: Ich brauche Verteidigungswaffen. Als Chef des deut­schen Flugwesens gehe ich von drei Grundsätzen aus, die ich anführe. Zunächst muß ich das L e r - kehrsslugwesen aufbauen, dessen Budget 1929 dezimiert worden ist. Das Material ist nicht mehr modern. Es entspricht nickt mehr den Sicherheits­erfordernissen. Wir brauchen überall breimotorige Flugzeuge. Und zweitens will ich nicht in Deutsch- land Öen Fliegergeist unte'rgehen lassen. Die deutsche Jugend muh Geschmack am Fliegen be­halten. Drittens will ick beweisen, daß wir ein Mindestmaß von Defensive m der Luft benötigen, wie zu Lande und zu Wasser. Wir sind völlig von Ländern umgeben, die mit Frankreich befreundet oder verbündet sind. Wir können v a n allen Seiten angegriffen und ver- n i ch t e t werden. Will man wirklich, daß wir völlig wehrlos sind? Will man behaupten, daß wir mit so geringen Land- und Seestreitkräften einem Luftangriff Widerstand leisten könnten? All das ist sehr ernst. Man plant gegen uns Sanktio­nen und Luftangriffe, die man ohne em SDiftPa AiidFührAH mnAlöTSpM tt htP hni'LWntQlC ajCV*

Genf, 4. Okt. (WTB.) Im Wirtschaftsausschuß der Völkerbundsoersammlung wurde der hol­ländische Antrag über die Frage der deut- fchen Auswanderer behandelt. Der hollän­dische Außenminister de G r a e f f betonte, daß es der holländischen Regierung vollkommen fern liege, sich in die inneren deutschen Angelegenheiten einzu­mischen und daß der holländische Antrag in keiner Weise als eine Kritik des gegenwärtigen Regimes in Deutschland und der von ihm ergriffenen Maß­nahmen aufgefaßt werden dürfe. Es handele sich um eine rein wirtschaftlich-technische Angelegenheit, wobei man von der Tatsache auszugehen habe, daß die Wirtschaft und der Ar­beitsmarkt der übrigen Länder von der Abwande­rung aus Deutschland betroffen würden. De ©raeff bezifferte die Gesamtzahl der deutschen Emigranten auf 50 000 bis 60 000, die Zahl der nach Holland Ausgewanderten auf 6000 bis 7000. Der holländi­sche Außenminister entwickelte sodann im einzelnen e in e n Plan über die technische und finanzielle Durchführung der von ihm oorgeschlagenen Orga­nisation.

Der deutsche Delegierte erklärte dazu u. a.: Die Personen, auf die der Antrag sich bezieht, haben sich aus den verschiedensten Gründen veranlaßt gesehen, ins Ausland zu gehen. Ein Teil hat dies getan, weil ihm die durch die nationale Er­hebung geschaffene Lage nicht mehr die gleiche bevorzugte soziale und ge­schäftliche Stellung gewährleistet, die er über bas berechtigte Maß hinaus früher in Deutsch­land genossen hat; ein anderer Teil, weil

Paris, 4. Okt. (TU.) Jules Sauerwein veröffentlicht imParis Soir" eine Unterredung mit dem preußischen Minsterpräsidenten Hermann Göring. Göring erklärte u. a.: Was man die deutsche Republik nannte, hat d i e Seele unse­res Volkes mit unerhörter 11 n g e schicklichkeit verkannt, verletzt und verwundet. Der Deutsche ist begeistert für seine Hierarchie und seine Uniform. Die Republik hat Gewollt, daß diese Tradition der Verachtung anheim alle. Deshalb ist sie besonders leicht zusammen- gebrochen. Wir wollen mit diesem Zwiespalt zwi­schen Vergangenheit und Gegenwart aufräumen und deshalb ehren wir in Berlin und Potsdam Friedrich den Großen.

Zur Judenfrage erklärte Ministerpräsident Göring: Der Jude kann und darf nicht Deutschland regieren. Ebensowenig auch Frankreich. Er besitzt gewisse Fähigkeiten, aber um ein Volk zu befehligen, muß man vom Blut dieses Volkes sein. Das verwirklicht Deutschland mit uns. Der Führer, der Arbeiter stehen einander nahe, weil sie gleichen Blutes sind. Unser einziges wirkliches Verdienst und das einzige Geheimnis unseres Erfolges besteht darin, daß wir und das Polk die gleiche Sprache gesprochen haben. Wir haben es ver­standen und es hat uns begriffen.

Auf einen Einwurf des Berichterstatters, der Stresemann betraf, erklärte Ministerpräsident Göring: Stresemann war ein wirklicher Deutscher, und ich bin weit davon entfernt, sein Gedächtnis herabmindern zu wollen; aber allge­meine Ideen, ein humanitärer Intellektualismus und ein ganzer Galünatias haben fein Gehirn in Verwirrung gebracht. Es war, als ab dieser arme Mensch sich eine verhängnisvolle Pazifismusspritze gegeben hätte. Daher die Verwirrung seiner Ideen.

Zu den Gegenwartsproblemen übergehend führte Alinisterpräsident Göring aus: Dir wollen keinen Krieg. Ich sage es als Soldat, dessen Tätigkeit jahrelang irin bestand, Krieg zu

zur Abänderung strafrechtlicher Vorschriften vom 26. Mai 1933 notwendig wird, und die Vereinba­rung von Grundsätzen für den Vollzug der mit Freiheitsentziehung verbundenen Maßregeln der Sicherung und Besserung, die das von der Reichs­regierung beabsichtigte Gesetz gegen gefährliche Ge­wohnheitsverbrecher und über Maßregeln der Siche­rung und Besserung in das Strafgesetzbuch einfüh­ren wird.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichskanzler empfing heute den deut­schen Botschafter in London, von H o e s ch.

nach kurzer Zeit lebendzu bergen. Wie Lurch ein Wunder haben die Bergleute außer geringfügi­gen Hautabschürfungen keiner Verletzungen davon­getragen. Sie unterstützten die Rettungsarbeiten ihrer Kameraden dadurch, daß sie ihrerseits in der Richtung, in der die Rettungsmannschaften arbeite­ten, oarstießen.

Lin Unterschlupf lichtscheuen Gesindels.

Durch spielende Kinder wurde im sogenannten Zimmertal bei Plaue (Landkreis Arnstadt) ein unterirdischer Gang entdeckt, der ziemlich tief in einen Berg hineinführte. Die benachrichtigte Gendarmerie drang nach längerer Beobachtung des Höhleneinganges gemeinsam mit SA. in die Höhle ein, wo man einen bretterverschalten, äußerst wohn­lich ausgestatteten Raum entdeckte. Die Einrich­tungsgegenstände, Tisch, Stühle, Eßbestecke, Petro­leumlampen und sonstige Ausstattung, deuteten bar» auf hin, daß der Raum noch vor kurzem bewohnt gewesen und von den Bewohnern offenbar durch einen zweiten Ausgang auf der anderen Seite des Berges verlassen worden sein muß. Die Polizei nimmt an, daß die Höhlenwohnung flüchtigen KPD.-Führern, nach denen gefahndet wird, als Unterschlupf gedient hat.

Auffindung eines Goldschatzes in Dänemark.

Bei Bauarbeiten im Niddelfart (Dänemark) sind Arbeiter auf ein Versteck gestoßen, in dem sie eine goldene Krone, ein großes 'g o I b e n e s Kreuz und eine schwere goldene Kette fan­den. Vermutlich stammt dieser Schatz aus der katho­lischen Zeit und ist während der Religionswirren verborgen worden. Ob es sich bei der goldenen Krone um den Kopfschmuck eines Heiligenbildes oder um eine Brautkrone handelt, muß die wissen­schaftliche Untersuchung erweisen. Das Gerücht, daß man es mit einer alten dänischen Königskrone zu tun habe, dürste sich nicht bewahrheiten.

Lungenpest-Lpidemie in der Mandschurei.

In der Umgebung von Chardin ist die Lun- gen pest ausgebrochen. Bis jetzt wurden 122 Er­krankungen festgestellt. Die Bekämpfung der Epi­demie gestaltet sich sehr schwierig, weil die Chinesen sich weigern, ihre Toten zu verbrennen. 69 Todes­fälle sind bereits gemeldet.

Der Reichsleiter der N S. - F r a u e n s ch a f t, Landrat Dr. Krummacher, berief in die Reichsleitung der NS.-Frauenfchaft - Fräulein Melta Bottke (Köln-Lindenthal) als Organisationsleiterin und Frau Herta Breuer (Köln) zur Leiterin des Amtes für kinderreiche Mütter. Frau Herta Breuer wurde zugleich in die Reichsleitung . des Deutschen Frauenwerkes berufen, wo sie das gleiche Amt verwaltet.

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Wie derAngriff" von zuständiger Stelle hört, kommt als nächste Autobahn die Strecke

teidigung vermag nichts gegen den vertikalen Angriff aus der Lust.

Ich verlange eine kleine Luftflotte, bestehend aus Flugzeugen, die zu leicht gebaut sind, um für den Abwurf von Bomben zu die­nen, und wenn man will, sogar mit einem Brennstofsoorrat, der keine lange Flugzeit ge­stattet. Diese kleinen Jagdflugzeuge, die zum Angriff ungeeignet sind, können uns gegen Angreifer nützen. Man sollte mir, wenn man will, einen Sachverständigen für das Flugwesen herschicken, mit dem ich ver­handeln könnte, und der sich selbst von meinen Absichten überzeugen wird. Ich würde gern mit ihm verhandeln.

Und jetzt zum Schluß folgendes: Ist es nicht elend und absurd, dieser ewige Streit und diese Spannung, die niemals zwischen unseren beiden Völkern aufhören? Glauben Sie, daß wir ejnen einzigen Gegenstand der Zwietracht kennen, der es lohnte, daß wir unsere Existenz derart vergiften? Ich sehe keinen. Von beiden Seiten müssen Manner einander gegenübertreten von ungeheurem Mut und ungeheurer Gewalt, um sich auszusprechen. Hier in Deutschland i st Lieser Mann vorhan­den. Wenn der Führer sich für das deutsche Volk verpflichtet, handelt es sich um eine end­gültige vorbehaltlose Verpflichtung und die ganze Nation wird ihm folgen. Aber haben Sie in Frankreich trotz ihres Parteistreites und ihrer parlamentarischen Kompromisse diesen Mann? Wenn ich recht überlege, habe ich Angst, daß wir zwangsläufig entweder Freund oder Feind fein müssen. Eine halbe Maßnahme gibt es nicht.

Personalveränderungen in Preußen.

Berlin, 4. Okt. (CNB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, sind in den Ruhe­stand versetzt u. a.: Oberregierungsrat Florschütz beim Oberpräsidium in Kassel; Oberregierungsrat Dr. Kurtzig bei der Preußischen Bau- und Finanz­direktion in Berlin. Auf Grund der §§ 2 bis 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeam­tentums vom 7. April 1933 find entlassen oder in den Ruhestand versetzt u. a.: Regierungspräsident i. e. R. Ehrler In Wiesbaden; Landrat i. e. R. Kai­ser, früher in Hanau a. M.; Landrat i. e. R. Graf v. Wedel, früher in Hersfeld.

Die Ortsgruppe D i l l i n g e n der Deutsch-Saar­ländischen Volkspartei hat ihre Auflösung beschlossen und den Mitgliedern den Ueber - tritt zur NSDAP, empfohlen.

die innerpolitischen Verhältnisse in Deutschland seinen egoistischen Wünschen nicht ent­sprechen; endlich ist auch ein nicht geringer Teil durch sein schlechtes Gewissen auf den Weg ins Ausland getrieben worden. Daneben hat aber bei dieser Abwanderung eine besondere Rolle die allgemein d Minute Tatsache gespielt, dah Deutschland seit langer Zeit, besonders aber nach dem Weltkriege, in ungewöhnlichem Maße der Zuwanderung aus östlichen Gebieten ausgesetzt gewesen ist und trotz eigener Not eine große Zahl landfremder Personen ausgenommen hat.

Wenn die Nachbarländer jetzt internationale Maß­nahmen für notwendig halten, um die Frage der Behandlung der in Rede stehenden Personen zu regeln, so muß die deutsche Delegation die Prüfung und Notwendigkeit solcher Maßnahmen den Delega­tionen derjenigen Länder überlassen, die an der Angelegenheit interessiert sind. Es darf allerdings unter keinen Umständen dazu kommen, daß die etwa geplanten Maßnahmen in anderer Weise zueinem Stützpunkt derjenigen Elemente wer­den, die das Ziel verfolgen, vom Ausland her die deutsche Regierung offen oder heimlich zu be­kämpfen. An die Ausführungen des deutschen Ver­treters schloß sich eine kurze Debatte an, die damit endete, daß ein Unterausschuß für diese Frage ein­gesetzt wurde. Berichterstatter ist der Vertreter Uru­guays. Auf die Frage des Präsidenten, ob die deut­sche Delegation ebenfalls in dem Ausschuß vertreten zu sein wünsche, erklärte der deutsche Delegierte, daß die Deutschen einen solchen Wunsch nicht hätten.

frage angestrebt ober gefordert.

Haftbefehl gegen vier sudeien- deulsche Abgeordnete.

Drei Abgeordnete über die Grenze geflüchtet.

Das Prager Abgeordnetenhaus hatte im Früh, fahr im Zusammenhang mit dem Volkssport-Pro­zeß vier Abgeordnete der Sudetenbeutsckm Nationalsozialistischen Arbeiterpartei, Jung, Kr^'s, Schubert und Kasper an die Gerichte aus­geliefert mit der Beschuldigung, sich durch die Parteiarbeit gegen das Gesetz zum Schutz der tschechoslowakischen Republik vergangen zu haben. Krebs und Schubert wurden seinerzeit ver­haftet und nach einigen Monaten Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Nunmehr hat die Staatsanwaltschaft gegen alle vier A b - georbneten neuerdings Haftbefehl er­lass e n.

Dazu wird von der Polizei amtlich mitgeteilt: Der sudetenbeutsche nationalsozialistische Abgeord­nete Krebs hatte der Aussiger Staatspolizei mit- geteilt, daß er nach Brünn fahren werbe, um an ber Verhanblung über die Nichtigkeitsbe­schwerbe im Volkssportprozeß vor dem obersten Gericht teilzunehmen. Als Krebs in Brünn nicht ankam, forschte die Staatspolizei nach und stellte fest, daß er statt nach Brünn zu fahren, in der Nacht zum 4. Oktober nach Deutschland ge« flohen ist. Da der Abgeordnete Kasper beschul- digt wird, Krebs bei der Flucht Vorschub g e - leistet zu haben und da auch bei ihm Flucht- gesahr bestand, wurde auch er verhaftet. We­gen Fluchtgefahr wurde auch gegen die beiden ande­ren im Februar ausgelieferten fudetendeutschen nationalsozialistischen Abgeordneten Jung und Schubert Haftbefehl erlassen und die beiden Ab­geordneten im Laufe des gestrigen Nachmittags, und zwar Jung in Troppau und Schubert in Fulnek (Mähren) verhaftet.