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Nr.207 KrübauSsabe
183. Zahrgang
Dienstag, 5. September 1955
Der Mnberger Parteitag im Echo des Auslandes
und Treibens.
der Stadt ein festliches
Raffensrage und
ettpropaganda
das Ausland wolle wis- Philosophie nicht auch, Außenpolitik anwendcn behauptet natürlich, der
natismus der Revolution Philosophie genügen, aber sen, ob Deutschland diese wenn es könne, auf die
Ein Vortrag des HeichöpropagandaminisierS Dr. Goebbe s aus dem Nürnberger parteikongrcß.
Unnötige Angstpsychose in Belgien.
Brüssel, 4. Sept. (TU.) Die gesamte belgische Presse widmet drei Tage lang den Telegrammen aus Nürnberg den ersten Platz. Die „Independe n c e Belg e" gibt zu, daß keinerlei Ausfälle gegen andere Länder oorgekommen sind. In den meisten Blättern wird der Satz aus des Kanzlers Rede: „Deutschland hat es nicht nötig, neue Lorbeeren auf Schlachtfeldern zu suchen" als beruhigende Versicherung hervorgehoben, denn im allgemeinen ist die Angst vor einem angeblichen kriegerischen Unternehmen Deutschlands groß. Das verspürt man auch in den Kommentaren zu Nürnberg. Der „Standard" widmet dieser Angstpsychose einen großen Artikel, in dem es zum Schluß heißt, es sei wahr, daß cipe Angstpsychose vor Deutschland und auch etwas vor Italien bestehe. Selbstbeherrschung, sorgfältige Vermeidung dessen, was zur Panik führen könnte, zusammen mit einer bestimmten klaren Führung der Außenpolitik des unabhängigen Belgien könne in diesen Tagen für Belgien nicht genug empfohlen werden.
der die Erklärung des Reichskanzlers gegen den Krieg als „sensationell" bezeichnet, befaßt sich ausführlich mit dem Stand der Ausbildung der S A. Seine Ausführungen find bewußt darauf abgestellt, die SA. als militärische Formation erscheinen zu lassen. Besondere Anerkennung zollt man den Sturmabteilungen, die, obwohl schon 6 Stunden lang auf dem Marsch, stramm einheitlich und rhythmisch marschiert seien. Ihre Ausrüstung habe sich wesentlich verbessert und ihre Uniformen seien tadellos sauber. Ihr Paradeschritt hätte sich mit den Leistungen der besten Garderegimenter messen können. Die „Time s" bringt die Erklärungen des Reichskanzlers, in denen er den Gedanken an einen neuen Krieg ablehnt, wörtlich und unterstreicht besonders auch seine Ausführungen über die europäische Aufgabe, die Deutschland durch die Niederschlagung des Bolschewismus erfüllt habe. Nur der sozialistische „Daily Herald" muß natürlich auch bei dieser Gelegenheit einen Grund zum Angriff gegen die Nationalsozialisten finden. Mangels anderen Materials behauptet er nun, daß nach Ansicht einiger englischer Kreise Deutschland eine Propaganda gegen die Juden in England ins Werk setzen werde.
Sronifurtem'main°ilese. Drud und Verlag: vrLhl'sche Unlversitälr-Vuch- und Stchtöruderei R. Lange in Stehen. 8chriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.
NSDAP, umfaßte rund 350 000 Sonder- zugsteilnehmer, daneben gleichzeit 1 g rund 120 000 Fahrgäste des öffentlichen Verkehrs nach Nürnberg, also insgesamt rund eine halbe Million Menschen. Hierzu mußten neben den 470 fahrplanmäßigen Zügen des öffentlichen Verkehrs noch rund 330 Sonderzüge je für Hin- und Rückfahrt gefahren werden. Dazu konnte auch der Güterverkehr ohne irgendwelche Rückstände bedient werden. Bis zur Stunde konnte der gesamte Verkehr in jedem Falle reibungslos abgewickelt werden. Die Durchführung dieser Riesenleistung war nur dank der opferbereiten und dienstfreudigen Zusammenarbeit des gesamten Reichsbahnpersonals unter Führung des für den gesamten Verkehr verantwortlichen Betriebsleiters der Reichsbahndirektion Nürnberg, Reichsbahnoberbaurat Maußer, möglich.
Die Emheit der nationalen Bewegung.
Reichsmmifter Lcldte scheidet hochbefriedigt von Nürnberg. Nürnberg, 4. Sept. (CNB.) In einer Unterredung mit dem Vertreter des „Acht-llhr-Blatles" erklärte Reichsminister Seldte u. a.: „Wir erlebten eine sehr geschickte Dokumentierung von deutscher Kultur, Politik, Wirtschaft und des starken Wehrwillens unseres Volkes, das keine Lust hat, länger ein zweitrangiges Volk zu sein." Er sei überaus begeiftert von der Zusammenarbeit des Stahlhelms und der S A. und habe eine ganz große Harmonie in der Führung feftge» stellt. Er scheide von Nürnberg außerordentlich befriedigt und in der festen Ueberzeugung, daß j e tzt d i e ganze nationale Bewegung a b - f 0 I u t einig sei. Der Minister sprach sich sehr begeistert über die Persönlichkeit des Führers aus, den er immer mehr schätzen lerne. Das Kabinett arbeite mit einem starken Schwung, was wohl seinen Grund darin t)abe, daß hier lauter Frontsoldaten s i ch zusammengefunden hätten. Der soziale Einschlag des Reichskabinetts komme wohl daher, daß die Kabinettsmitglieder alle an der Front gestanden hätten und hier Kameradschaft in ihrer letzten Wirkung kennengelernt hätten. Diese innere Fürsorge, die jeder einzelne als Kompagnieführer oder als Offizier gezeigt habe, übertrage sich heute auf den ganzen Stab.
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sämtlich in Gießen.
eine „rn i l i t a r i st i s ch e" Kundgebung hinzustellen, obwohl sie natürlich — wie beispielsweise „Petit Parisicn" — nicht umhin können, anzuer- fennen, das Reichskanzler Hitler in seiner Rede betont hat, die Veranstaltung trage keinen kriegerischen Charakter. Am stärksten tritt dieses verfehlte Bemühen im „M a t i n" zutage, der von einem eindrucksvollen Fortschritt für die Organisierung einer wahren Streitmacht spricht. Der Fa- " könne Deutschland als
GietzeimAilzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Nürnberg, 2. Sept. (WTB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels sprach auf dem großen Parteikongreß über „Rasjensrage und Weltpropaganda". Er führte u. a. aus: Die nationalsozialistische Revolution ist ein typisch deutsches Erzeugnis gewesen. In ihrem Umfang und in ihrer historischen Tragweite kann sie nur mit den ganz großen Vorgängen in der Geschichte der Völker verglichen werden. An ihrer Wiege stand der Versailler Unfriedensvertrag. Not, Arbeitslosigkeit, Verzweiflung und Verfall gaben ihr auf ihren wechselvollsn, durch alle Höhen und Tiefen führenden Weae das Geleit. Die Demokratie, die in einem überspitzten und heute fast grotesk anmutenden Parlamentarismus ihre letzte und sinngemäße Ausdrucksform fand, gab das Tummelfeld ab, auf dem die nationalsozialistische Bewegung zur Macht emporstieg. Der Nationalsozialismus ist als Idee wie als Realität die bewußte Gegenwehr gegen die Auswüchse des Liberalismus. Die Tatsache, daß in Deutschland die Demokratie durch ein neues Autoritätsbewußtsein abgelöst wurde, daß der Liberalismus unter den Schlägen der nationalen Erhebung zusammenbrach, daß Parlamentarismus und Parteienstaat für uns überwundene Begriffe
zurückerobern zu können. Diese Hoffnung allerdings ist nicht nur trügerisch, sondern sie birgt auch für das Judentum eine Reihe von schwerwiegenden und bedrohlichen Gefahren^ sich; denn es konnte nicht vermieden werden, daß bei Aufrollung dieses Problems nicht nur sein Wider, sondern auch sein Für in der ganzen Welt zur Debatte gestellt wurde, daß damit die Diskussion selbst einen Umfang annahm, der in der näheren und weiteren Zukunft für die ganze jüdische Rasse äußerst unangenehme Folgen nach sich ziehen kann.
Richard Wagner nannte den Juden einmal den „plastischen Dämon des Verfalls" und Theodor Mommsen meinte nur dasselbe, wenn er in ihm das Ferment der Dekomposition sah. Ihm gegenüber steht der arische Mensch als schöpferische Gestalt. Es mag der Wesenheit des Juden eine gewisse Tragik zugrunde liegen; aber es ist nicht unsere Schuld, daß diese Rasse auflösend unter den Völkern wirkt und deshalb eine ständige Gefahr für innere und äußere Sicherheit darstellt. Die Wefensverschiedenheit der beiden Rassen hat vor allem in den unruhigen Zeiten der Novemberjahre zu immer sich wiederholenden Explosionen geführt. Es ist durchaus nicht an dem, als machten wir den Juden zum alleinigen Hauptschuldigen an der deutschen Geistes- und Wirtschastskata- strophe. Wir kennen alle die anderen Ursachen, die zum Verfall unseres Volkes führten. Aber wir haben auch den Mut, feine Rolle in diesem Prozeß zu erkennen und beim Namen zu nennen. Nimmt man die Ueberfrembung des deutschen Geisteslebens durch das internationale Judentum, fein Ueberwuchern der deutschen Justiz, die chließlich dahin führte, daß in der Reichshaupt- tabt nur jeber fünfte Jurist ein Deutscher war, )ie Durchsetzung ber Aerzteschaft, bie Vorherrschaft in ben Universitätslehrkörpern, kurz unb gut bie Tatsache, daß fast alle aeiftigen Berufe ausschlaggebend von Juden bestimmt wurden, — so wird man zugeben müssen, daß kein Volk von Selbstachtung solches aus bie Dauer ertragen hätte. Es war nur ein Akt ber beutschen Wieberbesinnung, baß bie Regierung ber nationalsozialistischen Revolution auch auf diesem Gebiet Wanbel schuf.
I m Auslanbe ist man sich vielfach über bie eigentlichen Ursachen ber beutschen Iubengesetz- gebung im Unklaren. Am überzeugenbsten wirken hier bie Zahlen. Man braucht nur ben Prozentsatz bes Iubentums an unserem Richter-, Aerzte, Journalisten- unb Hochschullehrerstanb ins Feld zu führen, um jeden objektiven Ausländer von ber Zwangsläufigkeit unseres Hanbelns zu überzeugen.
Trotzbem waren wir zu Beginn unserer Arbeit in ber Reserve geblieben. Wir hatten Wichtigeres zu tun, als im Augenblick eine Weltfrage von biefer Tragweite aufzurollen. Uns lag keineswegs baran, mit einer so schweren Vorbelastung an bie Lösung ber großen Zeitprobleme, bie Deutschland) bewegten, heranzugehen.
Daß es aber anbers kam, lag ausschließlich am Iubentum. Seine geistigen Wortführer, bie sich ehe- dem vor ber Welt als unsere Repräsentanten auf- gespielt hatten, gingen nun über bie ©rennen, um vom sicheren Port bes Auslandes aus jene Hetze fortzu setzen, bie sie bei uns 14 Jahre lang gegen bas nationale Wiebererwachen unseres Volkes getrieben hatten. Man versuchte, ben beutschen Wieberausbau durch einen groß angelegten Weltboykott in Schwierigkeiten zu bringen unb bamit am Gnbe erfolglos zu machen. Die alten Requisiten ber Kriegshetze gegen Deutschland wurden aus dem Arsenal der Weltpropaganda wieder hervorgeholt. Selbst seriöse Blätter des Auslandes, die sonst Wert auf Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit legen, konnten sich diesem konzentrischen Feldzug gegen das neue Deutschland kaum entziehen. Auch sie mußten mit den Wölfen heulen.
Wenn wir in dieser kritischen Zeit zum letzten Mittel des Gegenboykotts griffen, wenn dabei die in Deutschland verbliebenen Rassegenossen materiellen Schaden erlitten, so können sie sich bet ben ihnen Gleichgesinnten bebauten, die jenseits der deutschen Grenze unserem Aufbau Schwierigkeiten bereiten wollten, dabei aber tatsächlich ihre eigene Rasse in wirtschaftliche Bedrängnis führten. Keinem Juden ist in Deutschland ohne Grund ein Häärchen gekrümmt worden. Unser Boykott war nur ein Akt der Notwehr; aber selbst er wurde, wie das auch bie Welt anerkennen mußte, in einer vorbilblichen Disziplin ohne Terror unb ohne Blutvergießen burch- geführt.
Viele kluge Iuben haben beizeitenerkannk, was bamit angerichtet würbe, vor allem bie in Deutschland) verbliebenen, bie ja am unmittelbarsten betroffen waren. Sie haben mit laut vernehmbarer Stimme gewarnt. Allerdings konnten sie sich nicht gegen bie Ueberheblichkeit ihres rabifalen Flügels durchsetzen unb mußten beshalb am Enbe wohl ober übel ben Dingen ihren Lauf lassen. Dieser ra- bitale Flügel hat bem gesamten Weltjudentum unb seiner Vormachtstellung einen außerordentlich schweren Schlag versetzt. Er erst hat das Juden- Problem zur Debatte ge ft eilt, und wo es debattiert wird, können bie Folgen für feine Träger nur verhängnisvoll sein. Die Stärke des Judentums liegt in seiner Anonymität; verläßt es sie, dann wird es nur Schaden nehmen. Wie rat- unb ausweglos bie Enge ist, in bie bas Weltjubentum burch bie Vorstöße seines rabitalen Flügels hinein- manöoriert worben ist, bafür gibt der letzte Zi 0 - nistenkongreß in Prag einen drastischen Beweis. Wenn sich der eine der vielen jüdischen Richtungen nicht einmal mehr unter sich einig ist, wenn sie sich nur noch in fruchtlosen Debatten ergeht, bann ist bas ein Zeichen bafür, baß bie jüdische Vormachtstellung überall im Wanken begriffen ist unb baß ihre Erschütterung bereits ihre Folgen im Iubentum selbst zu zeitigen beginnt.
würben, ist für bie ganze Deutschlanb umgebenbe Welt ein Signal. Eine neue Autorität hat sich in Deutschlanb auf allen Gebieten bes öffentlichen Lebens burchgefetzt. Der Gleichheitswahn, ber in ben politischen Parteien seine krasseste Form ge- funben hatte, würbe zertrümmert; bas Prinzip ber Persönlichkeit stieg auf über bem Massenunsinn. Aus schweren und schmerzvollen Geburtskrämpfen erhob sich die geeinte deutsche Nation.
Es gab niemals in der Geschichte eine Revolution, die sich unblutiger, disziplinierter und geordneter abgespielt hätte, als die unsrige. Wenn wir bie Jubenfrage praktisch zu regeln versuchten unb bamit bas Rassenproblem in unserem Staate zum ersten Male in ganz Europa gesetz- mäßig in Angriff nahmen, so folgten wir hierin nur bem Zuge ber Zeit. Dabei ist bie Abwehr ber jübischen Gefahr nur ein Teil unseres Planes unb unseres Zieles; wenn sie in ber Weltbis- kussion über ben Nationalsozialismus zum einzigen unb hauptausschlaggebenben Thema erhoben würbe, so liegt bas nicht an uns, fonbern am Iubentum selbst. Es hat versucht, bie Welt gegen uns mobil zu machen, immer in ber heimlich genährten Hoffnung, das verloren gegangene Terrain
Abschied von Nürnberg
Nürnberg, 4. Sept. (TU.) Nürnberg bot am Montag, obwohl bis 13 Uhr 223 Sonderzüge die verschiedenen Bahnhöfe verlassen hatten, noch immer das von den Tagen des gewaltigen Massenaufmarsches gewohnte Bild reg ft en Lebens ~ *' Noch gab die braune Uniform
iches Gepräge, wozu die bei-
Starker Eindruck in Paris.
Militärische Hirngespinste in der Presse.
Paris, 4. Sept. (TU.) Am Montag bringt die Pariser Presse spaltenlange Berichte über den Abschluß der Nürnberger Parteitagung und bie letzte Rede des Führers. Aber es fehlt fast gänzlich an eigenen Stellungnahmen. Das „I 0 u r - n a l" schreibt, man hätte erwartet, daß Hitler angesichts der Beunruhigung (?), die die riesenhafte Kundgebung im Ausland ausgelöst habe, einige beruhigende Erklärungen abgeben und sich vielleicht direkt a-n das Ausland wenden würde. Man hätte auch erwartet, daß er mit einigen Worten bie österreichische Frage streifen würde. Doch nichts derartiges habe sich ereignet. Der Führer sei nicht der Auffassung gewesen, daß eine Erörterung der Außenpolitik notwendig sei. Im übrigen ergeht sich der Sonderberichterstatter des Blattes in Lobreden über bie vorzügliche Disziplin unb bie Begeisterung ber Nationalsozialisten. Er könne, so betont er, noch 100 Jahre leben, ohne jemals bie Einzelheiten bie» Jcr Massenkunbgebung zu vergessen. Das Menschenmaterial, bas an ber Nürnberger Versammlung beteiligt gewesen sei, habe von Kraft, Disziplin unb ßebensfreube g e st r 0 tz t. Er, der Berichterstatter selbst, wäre unbebinat begeistert gewesen, wenn eine berartige Kundgebung unter einem anberen Himmel unb unter anberen Um- ftünben abgehalten worben wäre. Gegenüber ben Ausländern feien alle Teilnehmer von einer a b - foluten Korrektheit gewesen.
Andere Blätter bemühen sich, bas Ereignis als
spiellos schöne Ausschmückung, bie bis zum nächsten Sonntag beibehalten wirb, erheblich beiträgt. Von überall her zogen aus ben Stanbquartieren, Schulen, Fabriken unb Sälen bie geschlossenen Trupps mit Musik unb Gesang zu ben Bahnhöfen, herzlichst von ber Nürnberger Bevölkerung unb von ben eigenen Kameraden aus anderen Gauen begrüßt. Die Amtswalter strömten fast ohne Unterbrechung in langen Kolonnen bem Hauptbahnhof zu, währenb SA., SS. unb H I. aus ihren Zeltlagern zu den Eisenbahnstationen in Nürnbergs näherer und weiterer Umgebung marschieren. Zug um Zug rollte bann aus ben Hallen. Es ging roicber in bie Heimat, in bie man unvergeßliche Erinnerungen an erhebenbe Tage unter dem Siegeszeichen des Hakenkreuzes mitbringt. Auch viele geschmückte Last- wagen befördern die Tagungsteilnehmer zurück. Schnell läßt man sich in Gruppen ober einzeln an ben Sehenswürbigkeiten ber Stabt, besonbers häufig an ben Wallmauern bes Stabtgrabens, photographieren. An allen Ecken unb Enben verkaufen Hänbler Postkarten mit Ansichten von ben Veranstaltungen bes Parteitages. Wer noch Zeit hat, läßt sich bie Gelegenheit nicht nehmen, bie Burg unb alle bie vielen anberen bemerkenswerten Stätten ber alten Stabt zu besuchen. Auch bie von ber Reichsbahn unb Reichspost veranstalteten stark ermäßigten Sonberfahrten zu ben Sehenswürbigkeiten in ben Stabten Nordbayerns erfreuen sich regster Anteilnahme. Die letzten Sonberzüge werben im Laufe bes Dienstagnachmittag abgehen, öte größte Transportleistung
ber Reichsbahn.
Rund eine halbe Million Menschen befördert.
■Berlin, 4. Sept. (TU.) Die Reichsbahnbirektion Nürnberg teilt mit: Wohl bie größte Transportleistung, bie bie Reichsbahn feit ihrem Bestehen im Personenzugverkehr zu bewältigen hatte, ist nunmehr fast vollzogen. Der An- unb Abmarsch ber Tagungsteilnehmer am Reichsparteitag 1933 ber
geant" schreibt, bas erwachte junge Deutschlanb marschiere jetzt Hanb in Hanb mit bem alten Deutschlanb. Diese herrliche Feier habe Hitlers Triumph be (tätigt; man müsse erklären, daß viele noch zögernbe Elemente jetzt überzeugt feien unb sich bem Kanzler angeschlossen haben. Hitler habe in Nürnberg seinen größten Sieg baoongetragen.
polnische Haßaesänge.
Warschau, 4. Sept. (TU.) Der meistgelesene .Krakauer I l l u st r i e r t e Kurie r" hat dem Nürnberger Reichsparteitag an (citenber Stelle einen umfangreichen Artikel geroibmet, worin er — wie könnte es auch bei biefem Blatt anbers sein — zu bem Schluß kommt, daß biefer Parteitag nur ein Glied in der Kette sei, eine „3 u e r ft psychologische und dann physische M 0 - bilmachung und kriegerische Erhebung der 80-Millionen-Masse des deutschen Volkes vorzubereiten". Im Anschluß daran heißt es: „Es geht darum, das ganze deutsche Volk in seiner ungeheuren Masse zu einer Lawine zusam - rnenzusch weißen, deren Sturz keine organisierte Macht auszuhalten vermag." Das Warschauer Schwesterblatt „K u r j e r P 0 r a n n y" hat gleichfalls c«i leitender Si*Ue unter der Ueberschrift „Die Mobilisierung des Fanatismus" einen Artikel über Nürnberg veröffentlicht, worin es den niedrigsten Haßinstinkten freien Lauf läßt unb ben Parteitag nur in einem von Minderwertigkeitskomplexen verzerrten Blickfeld beurteilt. Er f?i Ausfluß einer „beispiellosen Barbarei unb Rückfall in bie dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte". In diesem und noch übleren Ton geht es in bem Artikel weiter.
Oer Widerhall in London.
London, 4. Sept. (TU.) Die Londoner Presse ist gefüllt mit spaltenlangen Artikeln über den letzen Tag des Reichsparteitages, auf dem, wie die ,M 0 rningp 0 ft" sagt, die vielen eindrucksvollen -eiern ihren Höhepunkt in der Begeisterung ler Jugend fanden. Wenn es auch an eigenen Kommentaren der Londoner Presse noch fehlt, so läßt sich doch erkennen, daß bie frieblieben» Len Erklärungen bes Reichskanzlers «inen .starken Einbruck gemacht haben, «selbst bie liberale „News Chr 0 nicl e", bie fstnst voller Befürchtungen über bie angeblichen Kriegsgelüste des neuen Deutschland war, gibt fett gebriiitt die Auffassung wieder., daß Hitlerjeben iriegerischen Ehrgeiz ablehne unb keinerlei neuen Lorbeer in einem Kriege gewinnen Dolle.
„Daily Mail" spricht von der nationalen Begeisterung von Hunderttausenden, die sich bis zum Fanatismus gesteigert habe. SA. und Stahlhelm hatten ungeheure Fortschritte in Strammheit und Leistungsfähigkeit gemacht. — „Daily Expre ß",
werde. Auch „Figaro . , letzte Tag des Parteitags habe militärischen Charakter getragen. Unter ben sozialistischen Tenbenz- blättern tut sich bas Gewerkschastsblatt „Le Peupl e" burch seine Hetze unb bie Schärfe feiner Ausdrücke hervor. Die Verteibigung bes Friedens lasse sich nicht ohne ben ftänbigen Kampf gegen ben Faschismus bes Dritten Reiches denken. Der Sonderberichterstatter bes „Intransi -


