Hinter diesen bewegenden Vorgängen taucht das Rasse Problem in seiner ganzen Schwere auf. Es wird nicht mehr zur Ruhe kommen, bis es von den Völkern Europas gelöst ist. Es wird seine Lösung finden, wenn die Völker in klarer Besinnung ihr eigenes Wohl erkennen und was zu seiner Festigung notwendig ist.
Lassen Sie mich zum Schluß noch ein paar Worte über die Maßnahmen sagen, die wir gegen die Gefahren der gegen uns gerichteten Weltpropaganda ergriffen haben und weiterhin ergreifen werden. Eine Weltpropaganda gegen uns wird beantwortet mit einer W e l t p r o p a g a n d a für uns. Die Wahrheit ist immer stärker als die Lüge. Und die Wahrheit über Deutschland wird sich auch diesmal wieder bei allen anderen Völkern durchsetzen, auch in Bezug auf die Rassenfrage. Wir haben das getan was notwendig und damit unsere Pflicht war. Wir brauchen das Urteil der Welt nicht zu scheuen. Sie ist herzlich eingeladen, ihre Wortführer und Vertreter nach Deutschland zu schicken, damit sie sich bei uns davon überzeugen können, wie mutig und unbeirrbar Regierung und Volk an die Arbeit gegangen sind, um die letzten Heb errette des Krieges und der Rooemberrevolte zu beseitigen, um einen Ausgleich der Kräfte herbeizuführen und damit Deutschland die Sicherheit seiner Existenz, seiner Ehre und seines täglichen Brotes zurückzugeben. Wer dieses Volk am Werk sieht, der kann gar nicht an seiner größeren Zukunft zweifeln. Je mehr Ausländer zu uns kommen, desto mehr Freunde des jungen Deutschlands gewinnen wir.
Deutschland wird nicht am Rassenproblem zer- sch-llen, im Gegenteil: In seiner Losung liegt die Zukunft unseres Volkes. Wir werden hier, wie auch auf vielen anderen Gebieten, der ganzen Welt bahnbrechend ooranschreiten. Die Revolution, die wir gemacht haben, ist von epochaler Bedeutung. Wir wollen, daß sie in der konsequenten Lösung der Rassenfrage den Schlüssel zur Weltgeschichte findet.
Abt Schachte tner feierlich eingeholt.
Rosenheim, 4. Sept. (ERB.) Bei der Einholung des der Standarte 4 (Chiemgau) vom Führer in Nürnberg verliehenen Feldzeichens war am Montag früh auch Abt Schachleitner in Rosenheim zugegen. Sonderkommissar Moder teilte mit, daß er am Sonntag im Kloster Ettal im Auftrage der Obersten S2ll-Führung den Abt Schachleitner abgeholt habe, wo er das Heilige Meßopfer zelebriert hatte. Von jetzt ab wird der Abt dank der Bemühungen des Führers Adolf Hitler und des Münchener Erzbischofs Kardinal von Faulhaber wieder täglich das Meßopfer feiern. Abt Schachleitner beglückwünschte zunächst die SA. zu ihrem neuen Feldzeichen und fuhr dann fort: „Ich habe gestern in Ettal nach langen Monaten wieder die heilige Messe vor aller Oeffentlichkeit lesen dürfen. Man hat mir das Recht, Messen zu lesen, wieder zurückgegeben. Kardinal v. Faulhaber hatte sich eigens nach Rom g e wandt, damit mir zurückgegcben werde, was die Verhältnisse mir damals genommen hatten. Dank sei an dieser Stelle auch dem Führer gesagt, der sich meiner so liebevoll angenommen hat." Zum Schluß sprach der Abt: „Der Nürnberger Parteitag gab ein Bild von der Größe und Glorie des Mannes, den Gott der Herr uns geschickt hat, das deutsche Vaterland zu retten. Gottes Segen über ihn, Gottes Segen auch über die ganze Bewegung und über das neue Reich. Gott wolle dem Führer geben, daß er vollendet schaue, was er so glorreich begonnen hat."
Be uch beim Tiroler Gauleiter Hofer.
Nürnberg, 4. Sept. (TU.) Der „Völkische Beobachter" meldet aus Nürnberg: „Am Samstagabend zu später Stunde besuchte der Stellvertreter des Führers, Pg. Heß, den aus Bozen eingetrof- fenen Gauleiter Franz Hofer. Pg. Heß verweilte längere Zeit im Zimmer des verwundeten Gauleiters und ließ sich von ihm ausführlich über feine Flucht aus dem Innsbrucker G e - fängnis berichten. Zum Schluß wünschte der Stellvertreter des Führers Pg. Hofer alles Gute
zur baldigen Wiedergenesung. Gauleiter Hofer ließ es sich nicht nehmen, obwohl er noch nicht in der Lage ist, auch nur einen Schritt zu gehen, sich zum großen SA.-Appell im Lurtpoldhain und zum Vorbeimarsch vor dem Führer am Adolf-Hitlerplatz in Nürnberg transportieren zu las en Er nahm, in einem tiefen Stuhl gebettet, am ganzen Verlauf des Tages lebhaften Anteil.
Aenoerunq
der Siudetitenrechtsverordnung.
Der Reichsinnenminister hat die Unterrichtsverwaltungen der Länder mit Hochschulen ersucht, in ihre Studentenrechtsverordnung eine Bestimmung aufzunchmen, wonach nicht reichsangehörigen Studenten deutscher Abstammung und Muttersprache durch die Zugehörigkeit zur Deutschen Studentenschaft keinerlei Ver
pflichtungen gegenüber dem Deutschen Reiche oder seinen Ländern auferlegt werden, die mit den Pflichten gegen das Land ihrer Staatsangehörigkeit unvereinbar find. Dies gelte insbesondere hinsichtlicht der Erziehung der reichsangehörigen Studenten zur Einordnung in die Volksgemeinschaft durch Arbeitsdienst, Leibesübungen usw.
*
Wie der Reichsführer des NSDStB., Stäbel, mitteilt, entspricht die vor einigen Tagen erfolgte Mitteilung, daß Studenten, die in Oe st erreich zu studieren beabsichtigen, die 1000 Mark Ausreise gebühr nicht zu entrichten brauchen, nicht den Tatsachen. Es wurde lediglich an das Reichsinnenministerium mit der Bitte herangetreten, die Ausreisegebühr für die nach Oesterreich reisenden Studenten zu erlassen.
Aus aller Welt.
Großfeuer im Duisburger Hafen.
Am Montagnachmittag brach in den Spcicherei- anlagen der Rheinisch-Westfälischen Speditionsgesellschaft im Duisburger Binnenhafen em euer aus, das mit rasender Geschwindigkeit um sich griff. Schon kurze Zeit nach der Entdeckung des Feuers bildete das große Lagerhaus ein einziges Flammenmeer. Das Lagerhaus dürfte vollkommen ausgebrannt fein und ist bereits zum Tell eingestürzt. Auch zwei angrenzende Wohnhäuser, die von den Bewohnern schleunigst geräumt werden mußten, und mehrere Holzlagerschuppen wurden von dem Brand stark in Mitleidenschaft zogen. Die Duisburger Städtische Feuerwehr un ' Freiwilligen Feuerwehren der Stadt und L Umgebung waren mit allen verfügbaren Kräften i.üt der Bekämpfung des Riesenbrandes beschäftigt. Der Verkehr nach Ruhrort mußte vollkommen eingestellt werden, lieber die Ursache des Feuers ist noch nichts bekannt, wie auch über die Höhe des zweifellos sehr großen Schadens noch nichts gesagt werden kann. Einige Feuerwehrleute und. SA.-Männer haben sich Rauchvergiftungen zugezog n.
Nationalsozialistische Arbeitsgemeinschaft der hausbesitzervereine.
Unter Führung des langjährigen Mitgliedes der NSDAP. Jesgars, der feit Jahren der Haus- und Grundbesitzeroercinigung Lichterfelde angehört, hat sich eine Nationalsozialistische Arbeitsgemeinschaft der Haus- und Grundbesitzervcreine gebildet, die den Zweck hat, innerhalb der Organisationen des Hausund Grundbesitzes im nationalsozialistischen Sinne zu wirken und vor allem eine Kerntruppe zu schaffen, die in der Lage ist, maßgebend die Führung der Haus- und Grundbesitzerorganisationen zu beeinflussen und auf diese Weise auch dazu beizutragen, daß die dem Haus- und Grundbesitz noch immer anhaftenden Folgen marxistischer Mißwirtschaft schnellstens beseitigt werden. Es finden Schulungsabende der Arbeitsgemeinschaft zunächst für Die an führender Stelle innerhalb der Berliner Haus- und Grundbesitzerorganisationen stehenden Männer statt.
6. Deutscher Zahnärztetag in Breslau.
Zum 6. Deutschen Zahnärztetag, der vom 1. bis 3. September in Breslau abgehoben wurde, hatten sich etwa 1000 Zahnärzte und Vertreter der niedi- zinischen Wissenschaft aus dem ganzen Reich und den deutschen Gebieten jenseits der Reichsgrenze in Breslau zusammengefunden. Eine große Reihe von Vorträgen anerkannter Führer vermittelten den Teilnehmern neue Anregungen und neue Wege, wie sich die ärztliche Kunst im nationalsozialistischen Sinn in den Dienst der Volksgemeinschaft zu stellen habe. Den Höhepunkt der Tagung und zugleich ihren Abschluß bildete am Sonntagoormittaa eine nationale Kundgebung d e r deutschen Zahnärzteschaft in der Breslauer Technischen Hochschule. In der Aula hatten sich außer den Tagungsteilnehmern eins Reihe von Vertretern der Behörden ' eingefunden. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden des Ortsausschusses Professor Dr. Euler setzte sich der Reichsführer der Deutschen
Zahnärzteschaft, Dr. Stuck- Leipzig für die wissenschaftliche Ausbildung aller den zahnärztlichen Berus Betreibenden ein und rief die deutsche Zahnärzteschaft auf, sich gemäß dem Nürnberger Manifest des Führers ganz in den Dienst der deutschen Volksgemeinschaft zu stellen. Der Leiter des Amtes für ärztliche Aufklärung und Propaganda, Dr. med. Grosz- Berlin forderte die deutschen Zahnärzte auf, einen Schlußstrich unter das vergangene Zeitalter zu ziehen, das nicht nur innen- und außenpolitisch das deutsche Volk zugrunde gerichtet habe, sondern vor allem auch seine Seele vernichtete. Stolz, aber auch demütig vor dem großen Gesetz des Blutes soll die deutsche Ärzteschaft im gläubigen Vertrauen dem Führer aus seinem Wege zu den großen völkischen Zielen folgen.
Fünf hitlerjungen vom Auto überfahren.
In Holzheim bei Neuß (Rheinprovinz) ereignete sich ein schweres Derkehrsunglück. Ein Kraftwagen, der mit großer Geschwindigkeit herankam und eine Kurve nicht mehr nehmen konnte, ü b e r- suhr fünf Hitlerjungen, Darunter einen Teilnehmer an Der KunDgebung Der HitlerjugenD in Nürnberg. Alle fünf würben erheblich verletzt, einer von ihnen so schwer. Daß er balD Darauf g e • ft o r b e n ist. Der Führer Des Wagens, Der betrunken gewesen fein soll, wurDe festgenommen und der Wagen beschlagnahmt.
Sinnlose Autoraserei.
Auf Der Staatsstraße bei Weilheim in Oberbayern geriet ein mit fünf Personen besetzter ausländischer Kraftwagen, der mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer (!) fuhr, aus Der Fahrbahn über Die Böschung in den Straßengraben und überschlug sich dreimal. Die Insassen des Wagens, drei Herren und zwei Damen, sämtlich Amerikaner, wurden, zum Teil schwer, verletzt und mußten ins Weilheimer Krankenhaus eingeliefert werden. Es handelt sich um den Richter Henry Robert, feine Ehefrau, feine beiden Söhne und ein Fräulein B r a u l y. Frau Robert und Fräulein Brauch schweben in Lebensgefahr. Die Herren tarnen mit leichteren Verletzungen davon.
Eine Selbstmörderin verursacht schweres Unglück.
In der Hofwohnung eines Hauses im Osten Berlins wurde Die 37jährige Buchhalterin Schirmte durch G a s vergiftet tot auf- gesunden. In Der Darüber gelegenen Wohnung wurDe Durch Das einströmende Gas die 40jährige Ehefrau Else Wacka aetötet. Deren Ehemann und die zu Besuch weilende 38jährige Marie Ger- t a ch aus Ostpreußen wurden schwer vergiftet. Bei beiden besteht jedoch keine unmittelbare Lebensgefahr.
halbverhungert aufgefunden.
In der Buchheide bei Templin (Brandenburg) wurden in einer Höhle der 62jährige Arbeiter Emil B e h m l e r und dessen 67jährige Ehefrau Anna, beide in Templin wohnhaft, halbverhungert und hilflos aufgefunden. Sie waren bereits feit einer Woche bei Der Polizei als vermißt gemelDet. In Der verlassenen Wohnung hatte Die Polizei
Briefe gefunden, die darauf hinwiesen, daß das Ehepaar gemeinsam aus Dem Leben scheiden wollte. Sie hatten sich daher in das Dickicht Der BuchheiDe begeben und wollten hier so lange ohne Nahrung bleiben, bis sie der Hungertod ereilte. Beide waren völlig erschöpft. Der Ehemann hatte auf einem kleinen Zettel Aufzeichnungen gemacht. Als man ihm Diesen abnehmen wollte, verschluckte er ihn. Die Eheleute galten als ordentliche, fleißige Menschen, Die mit Nahrungssorgen nicht zu kämpfen hatten.
Pulvermagazin in Dublin explodiert.
Im Phoenix-Park in Dublin explodierte ein Dort gelagertes Pulvermagazin. Bei Der Explosion wurde ein Mann schwer verletzt und ein großer Teil Der fortartigen Anlagen in einer Aus- Dehnung von 60 Meter Breite und 16 Meter Tiefe vollständig zertrümmert. Das hochstehende Gras fing Feuer. Sämtliche verfügbaren Feuerlöschzüge Der Stadt eilten auf Die Brandstelle. Das Fort liegt inmitten einer Reihe von Hügeln. Einer dieser Hügel wurde vollständig wegrasiert. Es gelang der Feuerwehr, zu verhüten, daß die Flammen sich weiter ausdehnten.
Abenteuerliche Atlantikfahrt deutscher Seeleute.
Drei deutsche Seeleute — Heinrich Giesel- mann aus Emmerich, Oskar Meier aus Bremerhaven und Reinhard aus Hof — sind mit einer 10-Tonnen-Pacht „Frithjof" von London zu einer Reise über den Atlantik abgesegelt, die sie nach Spanien, Nordafrika, den Kanarischen Inseln, Brasilien, Westindien, Nordamerika, Neufundland und dann wieder zurück nach Europa führen soll. Sie haben die Fahrtdauer auf ein Jahr veranschlagt. Gieselmann und Meier haben bereits eine abenteuerliche Atlantiküberquerung hinter sich.
Flucht und Verfolgung amerikanischer Schwerverbrecher.
Aus dem bisher als ausbruchssicher betrachteten Toms-Gefängnis in Neuyork entkamen dieser Tage drei Häftlinge, die schwerer Verbrechen beschuldigt sind und Dem Gerichtsverfahren entgegen» sahen. Sie ließen sich an einem aus zusammengeknüpften Bettüchern geDrehten Tau von Der Drei Stockwerke hohen Gesängnismauer auf Die Straße herunter, hielten eine Taxe an unD fuhren Davon. Ihre Flucht war aber beobachtet worben, und bald jagte eine Anzahl Polizeiautos unter schrillen Sirenenklängen durch die engen Gassen Des Chinesen- unD Des Italiener-Viertels. Die in Die Enye getriebenen Flüchtlinge retteten sich schließlich m ein chinesisches Wohnhaus, wo zwei von ihnen von Der Polizei verhaftet wurDen, der Dritte befindet sich einstweilen noch in Freiheit.
Südamerikadienst mit Zeppelinen.
Die Verhandlungen Dr. Eckeners mit der brasilianischen Regierung wegen eines Südamerika-Dienstes mit Zeppelinluftschif- f e n während Des ganzen Jahres sinD nunmehr abgeschlossen. Für den Bau einer großen Luftschiffhalle gewährt Die brasilianische Regierung eigen in dreißig Jahren zu tilgenden Betrag von drei Millionen Mark. Im Herbst nächsten Jahres wird der Südamerikadienst ausgenommen. — Die Fahrt des Zeppelinluftschiffes zur Weltausstellung in Chikago wird am 14. Oktober angetreten und führt über Pernamduco, Rio de Janeiro, Miami, Akron; auf Der Rückfahrt wird in Spanien eine Landung erfolgen.
Verkehrsunglück in Werdau.
In Werdau (Sachsen) ereignete sich, wie das „Werdauer Tageblatt" berichtet, ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Lastkraftwagen fuhr in voller Fahrt in einer Kurve an Die Mauer eines Fabrikgrundstücks, an der sich der Kasten mit Aushängen einer Zeitung befindet, Die von einigen Männern gelesen wurDe. Der Kraftwagen fuhr, wahrscheinlich infolge Versagens Der Bremse auf Den Bürgersteig und riß einige Männer um. Dabei wurDe ein Fabrikarbeiter aus WerDau getötet. Ein anderer WerDauer Einwohner wurDe schwer verletzt in Das Krankenhaus eingeliefert; ihm mußte ein Bein abgenommen werben. Ins Krankenhaus mürben ferner, vier Leichtverletzte gebracht.
Wieland und die Lufibailons.
Zum 200. Geburtstage des Dichters.
W i e l a n b s Sebeutung für unsere Kultur, bereu wir uns an seinem Gedenktage wieder erinnern, besteht nicht ausschließlich in seinen dichterischen Werken, sondern wohl mehr noch in seiner schriftstellerischen und erzieherischen Arbeit. Goethe, der sein Wesen und Tun „in Deutschland einzig in seiner Art" nannte, hat daraus hingewiesen, daß das südliche Deutschland, besonders Wien, seine geistige Bildung in wesentlichen Teilen durch ihn erhalten habe. Durch seine v'.elgele- sene Zeitschrift „Deutscher Merkur", die er zum Sammelpunkt des deutschen Geisteslebens bis zum Erscheinen der Zeitschriften Schillers und Goethes zu gestalten wußte, verschaffte er sich einen großen Einfluß und nahm zu allen die Allgemeinheit bewegenden Fragen Stellung. So hat er aus die politischen Anschauungen stark eingewirkt und z. B. als erster in Deutschland die Bedeutung Napoleons erkannt. Er hat sich auch mit der Frage der Luftschiffahrt beschäftigt, als im Fahre 1783, also grade vor 150 Fahren, die ersten D allo n a u f st i e g e die ganze gebildete Welt -in höchste Aufregung versetzten. Aus dem anfänglichen Spötter wurde bald ein sehr einsichtiger Beurteiler dieser Bewegung, deren erst in unserer Zeit verwirklichte Bedeutung er vorausahnte. 2n seinem ersten Artikel über die Luftschiffahrt im „Deutschen Merkur" vorn Fahre 1783 nannte er die neue Erfindung „Aeropetomanie", d. h. „die Sucht, in der Lust zu fliegen“, und der rasenden Begeisterung der Franzosen über Montgolfiers erste Tat, bei der er nur Tiere im Ballon in die Höhe schickte, setzte er einen Dämpfer auf mit den Worten: „Er hat Doch nur einen Hammel, einen Hahn — das alte Sinnbild der Nation — und eine Ente mit Hilfe eines frischen Westwindes eine Luftreise von einer französischen Diertelrneile machen lassen." Aber der zweite Artikel, der 1784 erschien und „Die Aeronauten" überschrieben ist, aeht sehr viel ernsthafter auf die von den Luftschiffern Charles und Robert am 1. Dezem- her 1783 ausgeführten Versuche ein. Er pries diesen ersten Aufstieg von Menschen in die Luft als das Höchste, das Menschenwitz und Menschenkunst seit Erfindung der Wasserschiffahrt vollbracht habe: „Eine Art Luftfahrzeug, dessen bloße Möglichkeit behauptet zu hören nur 6 Monate zuvor jeden großen und kleinen Naturforscher lächeln gemacht hätte, mit der Geschwindigkeit einer vom Winde getriebenen Wolke hoch in den Lüsten daherschwimmen zu sehen — ein so großes, so wunderbares, so schauerliches, so einziges Schauspiel muß in seiner ersten Neuheit, da es alle Spring-
federn der Einbildungskraft und des Herzens zugleich spielen macht und alle Arten von Leidenschaft, die das Gefühl des Erhabenen entzünden farm, in eine einzige, nie zuvor gekannte Empfindung zusammenschmilzt, bei jedem, der etwas mehr Seew als eine Auster hat, einen Grad von Entzücken hervorbringen, der nur durch das Wonnegefühl desjenigen übertroffen werden kann, der den Mut hatte, einen solchen Versuch selbst zu wagen."
„Herr Charles", so fährt Wieland fort, „der sich in seinem aerostatischen Wagen über 1500 Klafter hoch erhob und nach einer zweistündigen Luftreise neun Stunden von dem Ort, wo er ein» gestiegen war, sich wieder herabließ — ist ein sehr ernsthafter Gegenstand für das Menschengeschlecht. lind da dieser Erfolg nicht das Werk eines geglückten Zufalls, sondern scharfsinnig beobachteter und genau berechneter Naturwirkungen war, so kann man wohl ohne ilebertreibung behaupten, daß der menschliche Verstand seit Fahrtausenden nichts erfunden und zustande gebracht hat, daß von dieser Erfindung nicht verdunkelt würde. Die Wunder dieser Erfindung sind ebenso unabsehbar als die Vorteile, die sich davon über die künftigen Jahrhunderte ausbreiten werden."
Es ist ein Verdienst Wielands, daß er sofort die lleberlegenheit der Methode von Charles, der Gas zum Antrieb seines Ballons verwendete, während Montgolfier Heißluft benutzte, erkannt hat. Auch die Lenkbarkeit der Luftschiffe hielt er bereits für möglich. Als dann während der Revolutionskriege der Gedanke auftauchte, die Luftballons zu strategischen Zwecken zu benutzen und Napoleon sich ihrer zu einer Landung in England bedienen wollte, äußerte sich Wieland auch zu diesen kühnen Plänen im Fahre 1797. Ein französischer Professor namens C a r m e s hatte den Vorschlag gemacht, Ballons von ungeheurem llmfang aus Blech zu bauen und sie luftleer zu machen, damit sie eine Armee von 20 000 Mann durch die Luft führen könnten. „Ob die mit so vielem Geräusch angekündigte Landung einer Luftflotte in Großbritannien und Frland gelingen dürfte", bemerkt Wieland dazu, wird die Zeit lehren. Gewiß ist, daß der ausschließliche Besitz einer solchen Luftmarine die französische Republik dem ganzen Erdboden so gefährlich machen würde, daß dieser einzige Grund die sämtlichen übrigen Mächte in die unumgängliche Notwendigkeit sehen müßte, alle ihre Kräfte zu gänzlicher Zerstörung derselben zu vereinigen." Wieland erörtert also bereits hier das Problem der Luftrüstungen, das uns heute in einer allerdings viel realeren Form so sehr beschäftigt.
Hirschjagd im Gaueriand.
Äon Hans Mebau.
Fch bin im O-Zug Hannover—Basel. Neben mir sitzen zwei Herren. Der eine hat einen Becher in der Hand, füllt ihn aus einer bauchigen Korbflasche und trinkt. Der andere hat eine Jagd» tasche auf dem Schoß, und über ihm, im Netz, liegt eine Flinte.
„Fa, ja", fängt der Mann mit der Jagdtasche ein Gespräch an (und er hat dabei eine seltsame Art, die Konsonanten durch die Lippen zu zischen), „etwas Besseres als Hirschjagd gibt es nicht."
Der zweite Herr seht mit einem Ruck den Decher ab und guckt den anderen überrascht an.
„Sie haben recht", sagt er bann, und seine Augen leuchten, „auch ich kann mir nichts Besseres denken. Besonders drüben im Sauerland, und dann an einem heißen, sonnigen Tag — wundervoll!"
„Man merkt", lächelt der erste Herr. „Sie wissen genau Bescheid. Im Sauerland sind tatsächlich die Voraussetzungen für Hirschjagd die günstigsten, die man sich denken kann, Unb ich muß gestehen: Ich fahre jeden Sommer 700 Kilometer mit der Bahn, um mich vier Wochen lang diesem einzigartigen Genuß hingeben zu können."
„Gratuliere", ruft der zweite Herr, „ich finde das bewunderungswürdig. Aber ist es nicht ein seltsames Spiel des Zufalls, daß sich zwei Menschen, die in so ungewöhnlichem Maße einem doch im Grunde genommen recht wenig populären Genuß huldigen und diesem Genuß zuliebe ausgerechnet ins Sauerland fahren, in der Bahn kennen und verstehen lernen?"
„Allerdings", nickt der erste Herr, „das ist recht merkwürdig."
„Ich glaube“, lächelt der zweite Herr, „darauf können wir einen Schluck von unserem Lieblingsgetränk trinken." Unb er schenkt dem anderen einen Becher voll aus seiner Korbflasche ein. Der andere trinkt, verzieht ein wenig oas Gesicht (denn es ist ein merkwürdig süßliches Nah, was da durch seine Kehle gleitet), sagt aber nichts. Dann unterhalten sie sich weiter über das ©auer- lanb, über den Wald, über die Kirschenplantagen, die es da gibt, und ihre Augen verraten eine so herzliche unb hemmungslose Hebereinftimmung, wie man sie unter erwachsenen Menschen selten finbet.
In Frankfurt verläßt ber erste Herr, nachdem die Karten ausgetauscht sind und ein Wieder
sehen vereinbart ist, den Zug. Einen Augenblick ist es still im Abteil. Dann aber kann ber zweite Herr, angeregt wohl durch die lebhafte Unter» Haltung, nicht mehr schweigen. „Vernünftige Ansichten hat er“, sagt er und macht mit dem Kopf eine Bewegung nach ber Tür, durch die der erste Herr gegangen ist. „Kirschsaft, und sauer- ländischer zumal, ist doch wirklich das schönste unb gesundeste Getränk, das man sich denken kann."
E.inen Augenblick lang stockt mir ber Atem- „Kirschsaft?" frage ich. unb wie ein Keulenschlag trifft mich bie Erkenntnis, wie wenig Ueberein» stimmung es doch bedarf, um zwei Menschenherzen in vollstem Gleichklang zusammenklingen zu lassen, „der Herr hat doch gar nicht von „Kirschsaft", sonbern von „Hirschjagb" gesprochen —"
Nur ber Vollständigkeit halber sei hinzugefügt, daß der zweite Herr fünf Minuten später die Karte des ersten Herrn, bis zur Unkenntlichkeit zusammengeknüllt, aus dem Fenster warf.
Tonfilm: „Brennendes Geheimnis.'*
Dieser Film Der Deutschen Universal nahm Die Grundlage zum Drehbuch aus einer bekannten Novelle. Die Novelle schilDerte sehr einDringlich, wie ein halbwüchsiger Junge Durch ein erregendes Abenteuer in Der Welt Der Erwachsenen aus Dem ParaDies seiner KinDheit heraus in Den Ernst Des Lebens hineingestoßen wirD. Diese ganz im Psychologischen gegründete Fabel konnte vom Film nicht völlig übernommen roerDen; abgesehen davon, daß der Regisseur Robert S i o d m a k Die Typen Der wichtigsten Figuren nicht unwesentlich geman« Delt hat, ergab sich auch Die Notwendigkeit, Das Problem Durch einige neue Motive zu bereichern, Die übrigens filmisch sehr wirksam entwickelt werben, aber bie ursprüngliche Gewichtsverteilung einigermaßen verschieben. Die in ber literarischen Vorlage rein psychologische Fabel bekommt badurch einen ausgesprochen kriminell gefärbten Einschlag. Auch finb als populäres Zugeständnis einige Liebertexte eingesührt. Die männliche Hauptrolle spielt Willi F o r st, ber sich, abgesehen von einigen Anklängen an seine früheren Aufgaben, sehr gewandt unb geläufig in biefer gar nicht lustspielhaften Umgebung zurechtfinbet. „Die Frau" spielt Hilde W a g e n e r , neuer Name beim Film, zurückhaltend unb bisfret. Hans Joachim Schaufuß, ein frischer, sympathischer Junge, allerbings ganz anderer Typ als in ber Novelle, steht wie ein Erwachsener im Zentrum ber Begebenheiten. Vom Ensemble nennen wir Alsreb Abel, Lucie Höflich, Ernst D u m ck e unb Alsreb Beier 1 e. —
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Aus her pnW polize verkeh MH sie von einem aus M Personenkraftwagen erfa strecke M bauernswerte Mädchen e davon. Als Fcherm 18 Jahre alte Lotte Jo Händlers Joseph, in Frac hingen bezüglich der vch geleitet. Das verletzte M gische Klinik.
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In der Nacht zum 3. von 36 Morgen zu eine rene Ernte des Sutspac von Nonnenhof bei Jlbei punkte über die Ursache jetzt nicht vor. Die poche den eingeleitet. Brütfmar gedeckt.
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Huf Grund eines Musfi waltfdjaft Werben wurde Heinrich Weg er aus Sch und dem Amtsgericht zugei
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Gegenwärtig finden । umfangreiche Umbaue tusbau statt. Im ©ei mit seinen schönen Km war dieser Ku, dessc zweite Hälfte des 16. ; Dem Burgbefucher nicht ersten Stockwerk als f den Burgwirt. Der im L schlechte bauliche Zustan Generalreparatur, die i Tieibergverein, ^cife zu lösen gedenkt, in Raume, die vorwn gangen aller Art die 'ft an eine Nutzb<mnm Zwecke gedacht, öa o Studentenschaft an die, Ä-,e,9enen Mitteln Durchführung seines Ph °us dem Reinhardt-Ar 5" gesamte Kostenanschi gesehen Die zugemauerte st mahmen auf ber 3e vMde unks oom fiannti HK « w“Äott * Cs ist Tugend, ^^g,z^tung seiner ein ^ksen,echL'n
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