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5.9.1933 Erstes Blatt
 
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Fortsetzung folgt)

Dienstag, 5. September 1933

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger sürGderheßen)

Nr. 201 Zweites Blatt

Bilder vom Nürnberger Neichsparteitag.

Der Kanzler und Stabschef Röhm bei der Gefallenen-Ehrung vor dem Nürnberger Ehrenmal.

Der Vorbeimarsch der Motorstürme an dem Führer.

Idee fielen, grüßt bei der Totenehrung über die vielen Tausenden

Neue kommissarische Beigeordnete.

Das Personalamt des Hessischen Staatsministe riums gibt bekannt:

Die nachstehenden Beigeordneten wurden kommis sarisch in ihr Amt eingesetzt:

Alsfeld: Kaufmann Vierheller an Stelle de- freiwillig zurückgetretenen 2. Beigeordneten Vogelcy Rechtsanwalt Vogt an Stelle des freiwillig zu rückgetretenen 1. Beigeordneten Weitz.

Wahlen: Zimmermeister Wilhelm Johann ai Stelle des Beigeordneten Franz Fischer.

Mrnbergfahrer kehren zurück...

Feierliche Einbringung des verliehenen Feldzeichens der Standarte 116.

Im Laufe des Tages hatte man noch manche Ge­legenheit, die Nürnbergfahrer von ihren Erlebnissen erzählen zu hören. Sie sprachen in begeisterten Worte von den Tage in Nürnberg, vom Führer

8. Evangelischer Beamtentag in Frankfurt.

Der 8. Verbandstag des Verbandes Deutscher Evangelischer Veamten- v e r e i n e , der am 2. und 3. September in Frank­furt a. 1 stattfand, stand unter dem Leitwort: Der evangelische Beamte im Dritten R e i ch."

Zu der Tagung, der ein Degrüßungsabend, ver­anstaltet von der Ortsgruppe Frankfurt, voraus­ging. hatten sich aus dem ganzen Reich zahlreiche Vertreter eingefunden. Die eigentliche Tagung be­gann mit einer Sitzung des Verbandsvorstandes am Sonntagvormittag. 2n der Dertreterversamm- lung am Rachmittag wurden wichtige Beschlüsse hinsichtlich des Lim- und Ausbaues der Organi­sation gefaßt und die Leitung des Verbandes nach dem Führerprinzip durchgesührt. Zum Führer wurde der bisherige Derbandsvorsihende, Lic. v. d. Heydt- Koblenz, durch einstimmigen Zuruf ernannt. Der Verbandsvorsihende dankte für das ihm gezeigte Vertrauen, verlas die an den Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg, an den Führer Adolf Hitler und an den preußischen Landesbischof M ü l l er gesandten Gruß-Tele­gramme und beschloß die Vertreterversammlung mit dem Gesang des Deutschland- und Horst- Wessel-Liedes. Am Abend fand eine öffentliche Kundgebung in der Paulskirche statt, bei der Amtsbaurat C h r i st - Frankfurt a. QIL, der 1.Der­bandsvorsihende, Lic. v. d. Heydt- Koblenz und Generalsekretär Riedel zu Worte kamen. Die Ausführungen der Redner bildeten Variationen zum Generalthema der Tagung:Der evangelische Beamte im Dritten Reich". Das Dritte Reich Adolf Hitlers hat uns den deutschen nationalen Staat geschenkt, den schon Bismarck erstrebte. 3n diesem nationalen Staat hat der evangelische Be­amte seine Sondermission zu erfüllen. Sie kann ihm von keiner anderen Organisation abgenom­men werden.

Am Sonntag versammelten sich die Teilnehmer der Tagung zu einem Festgottesdienst in der St. Katharinenkirche. Die Festpredigt hielt Pfr. B e r ck - Roßdorf bei Darmstadt. 2m Anschluß daran fand im Evangelischen Gemeindehaus Wcst- end eine öffentliche Festversammlung statt, in wel­cher neben den offiziellen Begrüßungsreden Pfr. Karl Dungs- Kupferdreh das Thema behan­delte:Evangelischer Glaube und Deamtendienst". Der Redner betonte:Daß er im Gefüge des Staates beamtet ist, macht die Arbeit des Beam­ten in besonderem Sinne zum Beruf. Sowohl für die Auffassung von Beruf, wie für das Verständ­nis des Staates hat Gott uns in Luther Erkennt- nis geschenkt. Alle ehrliche weltliche Arbeit ist Be­ruf, Berufung, Ruf Gottes, so wie in der katho­lischen Kirche die Berufung zum geistlichen, mön- chischen Stand angesehen wurde. Dies Wissen urr Berus und Staat, das von Luther auf uns gekom­men ist, wird uns in Gottes offenbarendem Han dein an unserem Volk heute zu ganz wirksamer Erkenntnis. Zum Rufe Gottes der uns. abgeseher von Erwerbs- und Deförderungsabsichten, zun Dienst im Dritten Reich als Gottcsdienst fordert Rur solche letzte Glaubenshaltung gibt dem eoan- gelischen Deamtenbund Recht und Pflicht, sich ai< evangelischer Beamtenbund vor Volk und Sta i zusammenzuschliehen." Das Schlußwort sprach bei Führer des QterbanbcS, Lic. v. d. Heydt- Koblenz.

Die Feier klang aus mit einem starken Gelöbnis aum Reuen Reiche und seiner Führung und mi dem Gesang des Deutschland- und dcs Horst- Wessel-Liedes.

Links: Die Blutfahne von 1923, unter der die ersten Nationalsozialisten für weiht die neuen Fahnen.

E-Männer hinweg die Gefallenen, denen Nürnberg em monumentales Ehrenmal errichtete. Rechts. Der tfuo 19 u '

und seiner heroischen Art, von den erhebenden Er­lebnissen, die der Reichsparteitag gebracht hatte und dem grandiosen Aufmarsch der SA., von der Anteil- nähme des Publikums in Nürnberg und den Hul­digungen, die neben dem Führer auch der SA. zu- teil wurden. Sicherlich werden alle jene, die diese Tage miterleben durften, den Reichsparteitag 1933 nicht vergessen.

Frankfurter Straße, Seltersweg, Sonnenstraße, Schulstraße, Marktplatz, über den Kirchenplatz, durch die Walltorstraße und die Brandgasse zum Land- graf-Philipp-Platz. UeberaU standen die Menschen auf den Straßen, überall erhoben sich die Hände zum Gruß der Standarte und der Sturmfahnen, freudig wurde den Zurückkehrenden zugewinkt, und manchesHeil Hitler!" erscholl.

Aus dem Landgraf-Philipp-Platz nahmen in An­wesenheit einer großen Menschenmenge Gruppen- führer Schmidt- Hanau und Standartenführer Lutter den Vorbeimarsch des Sturmbannes ab. In bester Marschdisziplin marschierte die SA. an ihren Führern vorüber

Nach dem Vorbeimarsch wurde die Standarte unter der Führung des Standartenführers L u l t e r in das Kreisamtsgebäude eingebracht

Gruppenführer Schmidt hielt dann eine kurze Ansprache.Kameraden!", so führte er u. a. aus, wir haben das Feldzeichen vom Führer in Nürn­berg verliehen bekommen. Wir haben es nach Gie­ßen gebracht, zum ersten Male eingebracht. Ich er­warte, daß jeder den Geist, der in Nürnberg herrschte, weiterträgt unter den Kameraden, die nicht in Nürnberg dabei sein konnten. Die Tage von Nürnberg sollen neues Leben und neue Kraft hineintragen in die SA. Erneut wollen wir die Treue zum Führer bekunden, indem wir auf un­sren Führer ein dreifaches .Sieg-Heil!4 aus- bringen."

Machtvoll klang dasSieg-Heil!", als erneutes Bekenntnis zum Führer über den Platz und wurde von der Menge begeistert ausgenommen. In ge­schlossenen Zügen marschierten die Stürme sodann nach ihren Sturmlokalen.

Oie Standarte.

Das Feldzeichen der Standarte 116 zeigt im roten Flaggentuch das Hakenkreuz im weißen Feld. Eine kräftige Schnur in den Farben rot und weiß säumt das schwere Tuch.Deutschland er­wache!" steht auf der Vorderseite in schönen Versalien. Der massige metallene Duerfteg über der Flagge trägt aus der Vorderseite die Abkürzung der ParteibezeichnungN S D A P." in silbernen Lettern, auf der Rückseite istO b e r h e s s e n" zu lesen. Das ganze wird von einem silbern geränder­ten schwarzen Hakenkreuz in einem Eichenkranz ge­krönt, der von dem Adler überhöht wird, der mit seinen ausgebreiteten Flügeln das Hoheitszeichen der Partei vervollständigt und verschönt.

Heute morgen zu früher Stunde die ersten Schimmer des neuen Tages erhellten kaum den Horizont im Osten klangen schon die festen Schritte der S A. - K 0 l 0 n n e n in den Straßen unserer Stadt. Die SA., soweit sie nicht an den Tagen von Nürnberg teilnehmen konnte, hatte sich vor den einzelnen toturmlofalen versammelt und marschierte bann in geschlossenen Formationen zum Landgras-Philipp-Platz, auf dem sich die Sturme des Sturmbannes II einzustnden hatten. Manches Fenster öffnete sich. In langer Reche, in drei Gliedern, nahmen die Mannschaften vor dem Kreisamt Aufstellung. Die ersten Zuschauer hatten sich schon eingesunden. Als gegen 5.25 Uhr der Sturmbann II den Marsch nach bcm Bahnhof antrat, wurde er bereits von einer stattlichen Anzahl begei­sterter Anhänger begleitet. Mit schneidiger Musik zog die SA. durch die Straßen.

Es gaU, die Nürnberg-Fahrer vom vahnhos abzuholen, bas Feldzeichen, das der Standarte 116 vom Führer verliehen wurde, feierlich ein­zubringen und den Nürnberg-Fahrern einen herzlichen Empfang zu bereiten, der ihnen in Anbetracht des anstrengenden Dienstes, den die Tage in Nürnberg brachten, gebührte. Von vielen Häusern wehten die Hakenkreuzfahnen unb die Farben Schwarz-weiß-rot. Die Bürgerschaft tat erneut kund, daß sie sich mit der SA. unb mit ber Sache des nationalsozialistischen Deutschland auf das engste verbunden fühlt In der Bahnhofstraße, von der Liebigstraße bis zum Bahnhof, wehten von vielen hohen Masten die Fahnen des neuen Deutsch­land in der frischen Morgenluft.

Am Bahnhof angekommen, nahmen die Mann­schaften wieder in geschlossenen Reihen Aufstellung unb warteten aus bie Ankunft des Zuges, der die Kameraden bringen sollte. Bereits kurz nach 6 Uhr traf ein Sonderzug von Nürnberg ein, der die SA.-Kameraden aus dem Dillenburger Gebiete brachte, welche die Fahrt wenig später fortsetzten

Auch die Kameraden des Gießener Stahl­helm kamen mit diesem Sonderzug an und mar­schierten geschlossen in die Stadt. Die Sonne war inzwischen heraufgekommen und warf ihre Strah­len schräg auf den Bahnhofsvorplatz. Viele Einwoh­ner hatten sich eingefunden, und auf dem Platze herrschte regstes Leben. Der Morgen war empfind- lich kühl und mancher der Zuschauer grub die Hände tiefer in die Taschen.

Ein weiterer Sonderzug aus Nürnberg machte kurz Station und fuhr etwas später nach Munster weiter. UeberaU sah man trotz mancher überstande­ner Strapaze, die die Tage von Nürnberg ge- bracht haben, viele frohe Gesichter.

Um 6.26 Uhr lief dann der Sonderzug mit der Gießener SA. ein. Auf dem Bahnhofsvorplatz er­klangen schneidige Kommandos, die SA stand stramm und erwartete in vorzüglicher Haltung das Feldzeichen der Standarte 116. In der Bahnhofshalle sorgte die SS. für die notwendige Ordnung Erwartungsvoll standen die vielen Zu­schauer.

Als die Standarte unter Führung des Stan­dartenführers Lutter im Portal des Bahn­hofs erschien, erhoben sich spontan die Hände zum deutschen Gruß.

Die" Fahnen der Stürme folgten. Die Kapelle in­tonierte den Badenweiler Marsch. Standarte unb Fahnen würben an ben Stürmen ber SA oor- beigetragen. Dann setzte sich ber Musikzug an die Spitze, Standartenführer, Standarte und Sturm­fahnen folgten, von der SS., mit schwarzem Stahl­helm mit weißem Hakenkreuz, flankiert, in schnei­diger Haltung traten, blumengeschmückt, die Nurn- bergsahrer an, und in langen Kolonnen folgten dann bie Stürme des Sturmbannes II, die durch ihren Aufmarsch ben Kameraden einen herzlichen und sehr eindrucksvollen Empfang bereiteten.

Unter den Klängen schneidiger Märsche bewegte sich der Zug durch die Bahnhofstraße, Liebigstraße,

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