Ausgabe 
5.8.1933 Erstes Blatt
 
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sich selbst kennt, große Augen erwartete, slihte der Rullerkerl plötzlich davon.

Was tat er? Kam bald darauf mit drei winzig kleinen brüllenden Rullertjes wieder, in jedem Arm einen und einen auf dem Genick, um sie seinem neuen Freund vor Augen zu führen.

Aun muß man ja Busemanns Kammern kennen. Kein Staubkorn, kein Tüttelchen Einordnung, blitzblanke Luft, überhaupt ein verrückter Sonder­ling, aber sauber. ilnb dann die Ruhe! Er selbst auf Filz, überall Stroh, selbst an den Wänden. Kein lautes Wort zu hören, kein Weibsgezänk, ein echtes, etwas wunderliches Alt- männcrheim. Rein, Busemann kannte keine Un­ruhe und war in seinem Leben noch nicht so ver­stört gewesen wie in diesem Augenblick.

Aber das wußten die Gäste ja nicht. Der alte Ruller schnitt Grimassen und schlug einen Purzel­baum nach dem andern, um die Kleinen zum Lachen zu bringen. Und die antworteten mit höchster Fistel und bliesen vor Mißvergnügen, was das Zeug halten wollte, immer das gleiche: Rullerdipuk. Rullerdipuk Ein Glück, daß Ian Jürgens schon zum Frühzug polterte und sein Weib am Herd brutzelte. Busemann horchte, halb außer sich, er hätte sich zu Tode geschämt, hätten sie etwas von dem Lärm vernommen.

Der Rullerpucker hüpfte indessen noch immer in seinem kleinen grauen Rock, der halb Teer, halb Wagenschmiere war, um die drei Rullertjes herum. Zwischendurch erzählte er atemlos, wo sein Weib sie bekommen hätte. 3uft_ zwischen Altrahlstedt und Ahrensburg, aber_ näher nach Ahrensburg zu, erste Hauptachse, natürlich zweiter Klasse. . . o c

Mein Gott, was war das für em Leben, Busemann! Den ganzen Zug entlang, jedermann schluckte einmal auf bei der Rachricht, eh es weiterging. Und mit dem Frühzug kamen alle Gevattern übrigens Frühzug. wieviel ist die Uhr? es könnte Zeit werden. Was. Ian Iur° gens ist schon fort? Berwünscht, hast du keine Klock. Busemann? Laß mich mal rausgucken. Ree, ich seh wohl doppelt och, der Zug Augen­blick, bin gleich wieder da rullerdipuk, ruller- dipuk, rullerdipuk.

Und Busemann war allein mit den drei Keinen Rullertjes.

Ich halt mich nicht gern bei Streiterei auf, es war ja auch alles nicht so schlimm, der Zug war in einer Stunde zurück, und der Ruller ist gleich wiedergekommen und hcrt die drei

Mordspektakel abgeholt. Busemann hätte darum die Freundschaft nicht zu kündigen brauchen. Aber eine verwünschte Geschichte blieb's natür­lich.

Im ersten Augenblick, als er allein blieb, war Busemann so verstört, daß er sich einfach auf den Fußboden setzte, die rote Mütze in die Hand nahm und nichts anderes meinte, als daß die Welt unterging. Er hatte es schwer auf der Brust von dem Sauerbier oder von den Windeln und hatte beide Ohren voll Blas­instrumenten. Sein nächster Gedanke war, die drei Rullertjes zur Luke auszukippen. Aber er hatte ein zu elendes Herzklopfen, und die Rul­lertjes schrien's ihm weich. Sie schrien ihm über­haupt die ganze Kammer voll wie ein Orchester und krabbelten mit Arm und Bein in der Luft herum, daß es Busemann ganz weiß vor Augen wurde. Eins kriegte auch seinen Schnauzbart in die Finger, und als das dumme Ding anfing, daran zu saugen, geriet das zweite ans andere Ende. And den dritten lieh Busemann schon von selbst an der Mütze schlecken, nur um einen Augenblick zum Rachdenken zu haben.

Die Rullertjes wurden aber bald gewahr, daß Busemann keine Milch gab, und schrieen nur um so ärger, bis der Puk mit der einen Hand im Mund jämmerlich wie eine alte Henne gluckte, um sie zu erfreuen, und mit der andern nach seiner roten Grütze langte. Die ging den drei Rullertjes denn auch lustiger ein. Sie machten sechs gläserne Butzenscheiben und sperrten drei Hälse auf. Busemann nahm den Augenblick wahr, griff mit beiden Händen in den Drei, gluckte und kollerte und schob den drei Rullertjes alle Finger zugleich mit in den Mund, daß sie fast dran erstickten. Denn er hatte eine erbärmliche Furcht, daß sie wieder heulen und ihm den guten Ruf für immer kürzen möchten. So gackerte und füt­terte er denn abwechselnd, eine ganze Stunde, bis zum Hals voll Wut wegen der schönen roten Grütze und wegen seiner Angst. Wer weiß auch, was am Ende geschehen wäre, wenn nicht der alte Rullerpucker wiedergekommen wäre und ihm die Bälge abgenommen hätte.

Aber Busemann vergißt dergleichen nicht leicht, er hat sich bis heute noch nicht wieder aus dem Hause gewagt und keine Seele angesprochen. Er ist nun einmal so recht ein alter Hagestolz, und es hat keinen Zweck, etwas daran zu ändern. Am wenigsten feit der Geschichte mit den schreien­den Rullertjes in feiner Kammer.

Flugzeuge schaffen Städte im Urwald.

Moderne Städte mit elektrischem Licht und Runb- funk-Anlagen, mit Gasthäusern und Krankenhäusern sind in dem vom LIrwald bedeckten Hinterland Reu- Guineas aus dem Boden geschossen. Kein Weg führt zu ihnen: sie sind scheinbar von der Kultur völlig abgeschlossen. Aber das Wunder, das diese Dschun- gel-Städte entstehen lies, ist vom Flugzeug vollbracht worden, das rasch und mühelos seinen Weg über hohe Gebirge und durch wüste Gebiete findet. Diese seltsame Verwandlung ist durch die Entwicklung der Goldfelder von Bulolo, Wau und Edie Creek her- vorgerulen Bor 12 Jahren entdeckte ein Abenteurer, .Haifisch-Auge" Park, dem man die Zauberkraft zu­schrieb, auch unter den wildesten Eingeborenen sicher zu reisen, Gold am Koranga, einem Rebenfluh des Bulolo, und nicht lange danach stießBill" Royal, ebenfalls ein zäher Goldsucher, nach Jahren der Entbehrungen und Gelahren auf die Schätze an der Quelle des Edie Creek. Die Rachrichlen von diesen reichen Funden sickerten nur langsam durch, und erst sechs Jahre später machte Leutnant Mustard den ersten Flug von Lae nach Wau und zeigte dadurch die einzige Möglichkeit, die Goldfelder zu erschließen. Heute find zwei große und mehrere kleine Gesell­schaften mit der Ausbeutung der Goldfelder be­schäftigt, und die Flugzeuge tragen allmonatlich das kostbare Metall im Werte von 1 */, Millionen Mark nach der Küste. Der LIrwald, der noch vor kurzem widert önte vom dumpfen Lärm der Kriegstrommeln und den gellenden Rufen der Kopfjäger, vernimmt heute das Dröhnen der großen Maschinen und das dumpfe Summen der Riesenflugzeuge. Die Men­schenfresser, die früher in ihrer bunten Bemalung und ihrem grotesken Federkopfschmuck ihre Tänze und Feste abhielten, tragen jetzt zerbeulte Filzhüte, arbeiten unter der Leitung von einer Handvoll Wei­ßer und benutzen die neuesten Dorrichtungen, um das Gold zu gewinnen. Umrahmt vom dichten Urwald dehnen sich die Gebäude in regelrechten Straßen, aus- gestott^t mit elektrischem Licht, mit Grammophonen. Klavieren usw. Alle diese Gegenstände find zusammen mit den Dergwerksmaschinen, die Hunderte von Ton­nen schwer find, durch die Luft herbeigeschafft worden. Die Flugzeuge legen, über den undurchdringlicher; Wäldern und den zerklüfteten Gebirgsformationen dahinschwebend, den Weg von Salamoa in einet Stunde zurück, während früher diese Strecke auch für den schnellsten eingeborenen Träger bei mühe­vollster Ausdauer nur in einer Woche zu betoäC* tigen war.

Nr. 181 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberhefsen)

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u. Ausgabe ihm zehntes haben die natiom Adresse ßebet. Anl> Rundfunks nicht erkannt.

gegen Sicherheit a. 1-2 Jabre z. leiher. Zinszahl. i. doioiü. Schnstl. Ang. um.

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schlossener Rückmarsch Montag,

8 U h r : Wecken.

Roten Palais. Dort

iWarum organisierten Sie eine besondere Rund- '«rkabteilung innerhalb der NSDAP., und warum uvarben Sie mit solcher Zähigkeit Funkwarte?"

diea.20.bmL1.Okt. geboren sind, werd.

nichtigsten kann er uns nicht nehmen: den Rund- sunk." Die Rundfunkleiter des vergangenen Jahr­zehntes haben die nationalpolitische Bedeutung des

Die Führer des erneuerten deuffchen Anndsnnks. (Sin Gespräch mit Ministerialrat Horst Dreßler Andreß und Reichs-Hundfunkr direktor Eugen Hadamowsky.

Don Dr. Wolf H. Kuerten

Schiller. Anschließend Abfahrt in Omnibussen Eisernen Steg zum ,Haus der Jugend".

Mittwoch, den 9. August.

6.30 Uhr: Wecken. 7 Uhr: Kaffeetrinkcn.

Das bewährte sich besonders, als er eines Tages Han Jürgens an die Dahn brachte und drüben aus den Rullerpucker stieß, einen neuartigen Ge­sellen, der mit feinem Weib unter den Eisen­bahnwagen haust und ewig und eintönig das Lied wiederholen muh, ohne das kein Wagen cuussahren kann: Rullerdipuk, Rullerdipuk,

Jugendherberge.

7. August.

Uhr: Abmarsch zum

rSaisorrSchlußvet^

bietet Ihnen auch m

Lullerdipul.

Wie gesagt, Busemann, der sonst ein kleiner, in sich gekehrter Dachalter ist, lernte einen sulchen Rullerpucker kennen. Cs kam sogar zu einer Art Freundschaft mit ihm Lind als der Dullerpucker, ein offenherziger junger Kerl, sich eines Rachts zum Gegenbesuch einstellte, war's i im recht. Er bewirtete ihn mit einem Löffel Milch, drei fetten Kartoffeln und allerhand Schleckereien aus feiner verborgenen Vorrats­kammer: zum Schluß gab's sogar echtes (Dauer» Eier. Kurz, die beiden tarnen sich in guter Stimmung so richtig in die Arme.

Natürlich wurde dabei viel geschwatzt von Amt uni) Beruf, auch von Ian Jürgens und seinem Weib. Der Ruller schimpfte aus den neuen Fahr- D.an, der so früh anfing, daß feine Frau kaum tie Wohnung versorgen konnte, und Busemann, ter sich auch weisen wollte, führte den Freund i n Haus umher und zeigte ihm am Ende einen Spalt im Heuboden, unter dem eine mondhelle Sammer lag. Wenn man da hineinblinzelte, I'mnte man ein richtiges Menschenwesen in der Wiege sehen, just etwas größer als Busemann- Teden tat's noch nicht, aber jedesmal, wenn der Puk oben durch die Spalte blinzelte und mit ton Fingern knipste, kniff es da unten die Augen z i, zog zwei richtige Grübchen in die Backen inb fühlte mit den Fäusten auf seiner Decke h»n:um.

Ra ja, dem Rullerpucker gefiel's ganz gut. 2ber dieser Schlag hat Weib und Kind, es war ihm nichts Reues. Lind als Bnsemann, der nur

Die Zmigsaschisien in der Provinz Hessen-Mau.

Das endgültige Programm. Reiseweg: Kassel Frankfurt Bingen Bonn.

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Kapelle.) 2 0.2 0 Uhr: Römer-Freilicht-Aufführung derJungfrau von Orleans" von Friedrich

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Geschäftskarten bei Brühl, SchW'

SA.-Oberführer Dippel hält eine kurze An­sprache. Anschließend zum Fulda-Damm. 1 2.4 5 Llhr: Essen im Aue-Park. 1 4.3 0 Lihr: Ab­fahrt zum Herkules-Denkmal. 16 Li h r : Abstieg vom Herlules-Denkmal mit den Wasserkünsten durch den Gebirgspark. 1 6.3 0 Lihr: Ankunft an der großen Fontaine. Empfang durch SA.- und SS.-Kapelle. Anschließend Abmarsch zum Case D r u m e. Dort Kasfeepause. 19 LIhr : Ab­marsch ins Quartier.

Dienstag, den 8. August.

Vorstellung der Faschisten durch den italienischen Generalkonsul aus Frank­furt a. M. Begrüßung durch den Herrn Ober- Präsidenten Prinz Philipp von Hessen und seiner Gemahlin. 1 0.30 LIhr ha­ben 2000 bis 2500 Mann HI. und SA. vor dem Roten Palais Aufstellung genommen. Die Faschisten nehmen Aufstellung an der Freitreppe.

zwei Wochen eine Eisenbahnstrecke von fast zehn­tausend Kilometern zurück.

Im Verlaufe unserer Unterhaltung sprachen wir auch über die Stellenbesetzung im Rund­funk. Hadamowsky äußerte sich dazu folgender­maßen:

Wir haben die Spitzen des Rundfunks mit be­währten Nationalsozialisten besetzt, nicht um einen Parteibuchbetrieb aufzuziehen, sondern um die feste Gewähr dafür zu haben, daß der Rundfunk die nationalsozialistische Weltanschauung auch wirklich unverfälscht in die abgeschiedenste Hütte trägt. Die Bedürfnisse der Hörer noch lustiger Unterhaltung und wertvoller Zerstreuung werden dadurch keines­wegs geschmälert. Unser Programm wird stets Dar­bietungen bringen, die immer die breite Masse inter­essieren, nicht etwa nur den Parteigenossen.

Rundfunksender und Rundfunkhörer bilden eine Einheit. Aus dieser Erwägung heraus haben wir die nationalsozialistische Rundfunkkammer gegründet als die Brücke zwischen dem produzierenden Rund­funk und dem konsumierenden Hörer. Unser Ziel ist, daß bald in jedem Hous ein Empfänger steht, das jeder Deutsche über den Rundfunk Fühlung mit der politischen und geistigen Führung der Nation bekommt."

Reichsminister Dr. Goebbels hat als Leiter des Rundfunks im neuen Deutschland keine grauen Theoretiker, sondern Praktiker und mit schöpferischer Kraft begnadete, ziel- bewußte Männer berufen, lieber ihren Werdegang, ihre Aufgaben und Pläne geben sie in den nachfolgend festgehaltenen Ge­sprächen Auskunft. Millionen Rundfunk­hörer, die seit den Tagen der nationalen Revolution zum erfteiynal einen wirklich aktuellen Rundfunk kennengelernt haben, dan- ken den neuen Führern des deutschen Rund­funks für ihre tatkräftige Aufbauarbeit.

Ministerialrat Dreßler-Andreß,

btr Leiter der Abteilung Rundfunk im Propaganda- Ministerium, ist erst 35 Jahre alt. Er hat die Jugend, bie so bedeutsam und charakteristisch ist für die Füh­lung des neuen Deutschlands. Aus meine freudige (Genugtuung darüber entgegnete Dreßler-Andreß:

Mancher wird sich erst daran gewöhnen müssen, deß eine Bewegung wie die nationalsozialistische, bie niemals stillsteht, immer die Jugend an die Spitze stellen wird."

Und wie kamen Sie, Herr Ministerialrat, zum

}U erarbeiten.

Eugen Hadamowsky.

Auch sein Mitkämpfer, der am 13. Juli zum Lcichs Rundfunkdirektor ernannte Eugen Hado - iHorofti), gehört zu den aanz Jungen. Er wurde 1S04 in Berlin geboren. In seinem Reifezeugnis steht

allergrößte Bedeutung Autommt. 1930 meldete ich mich bei Dreßler Andreß als erster Funkwart. Ich war ebenso wie Dreßler-Andreß davon überzeugt, daß die stärkste Beachtung des Rundfunks außer­ordentlich wichttg für die Partei fei. Daß ich ein Jahr später dann den Verband deutscher Rundfunkteilneh­mer leitete, ist Ihnen ja wohl bekannt."

Hadamowsky ist es übrigens zu verdanken, daß vom Fackelzug am 30. Januar zu Ehren des Reichspräsidenten uni) des Dolkskanzlers Adolf Hitler ein nackender Hörbericht über alle deutschen Sender gesprochen wurde. Die Berliner Funkstunde hatte am Morgen noch mit polizeilicher Verhinderung dieserReportage" gedroht! In den anstrengenden Wochen des entscheidenden Wahl­kampfes organisierte Hadamowsky die Übertragun­gen der riesigen Hitler-Versammlungen, er legte in

8 U hr: Abfahrt des Sonderzuges nach Frank­furt a. M. 1 0.5 7 Uhr: Ankunft in Frankfurt a. M. Der Empfang findet auf dem Bahnhofsplatz am Fürstenzimmer (gegenüber dem Kölner Hof) statt. Auf dem Bahnsteig selbst nehmen nur etwa 100 Mann HI. mit Musikzug und Spielmannszug Auf­stellung und geleiten die Gäste zum Bahnhossplatz. Dort Begrüßung durch den Vertreter des Reichs­statthalters in Hessen Gauleiter Sprenger, durch den Bannführer der HI., das italienische General­konsulat und Vertreter des Magistrats der Stadt. Dort nehmen auch die in Frankfurt wohnenden ita­lienischen Faschisten sowie die italienische Kolonie Aufstellung. 1 1.30 U hr : Rundfahrt in Omnibussen durch die Stadt bis zumHaus der Jugend", wo die Faschisten wohnen werden. 13 Uhr: Dort Mittagessen. 15 Uhr: Abfahrt in Omnibussen zur Besichtigung des Palmengartens. 1 6.3 0 U h r : Dort Kaffeepause. 17 Uhr: Fahrt zum Römer. Besichti­gung des alten Rathauses und der typischen Alt­stadt. 1 8.3 0 U h r : Essen in der Römerhalle (Frank­furter Würstchen, Kartoffelsalat, Tee). Anschließend Begrüßung durch den Generalintendanten der städti­schen Bühnen. (Während des Essens Spiel der HI.-

)i? Bemerkung:Der Schüler interessiert sich beson- lers für die Rundfunktechnik".

Als Journalist", so erzählte mir Hadamowsky, njurbe mir bald bewußt, daß die Nachricht ein nichtiges Mittel zur politischen Willensbeeinflus­sung ist und daß daher der Nachrichtentechnik die

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I. 04643 ck, »r. 101.

öufemann und die drei Rullerljes

Don Hans Friedrich Blunck.

Uhr: Fahrt mit Omnibussen zum Hauptbahnhof. Von dort geht der Sonderzug nach Bingen. In Bingen Begrüßung durch den Kreisleiter und die Parteigenossen. Anschließend Rheinfahrt mit vor­aussichtlich 3000 Mann Hitlerjugend nach Bonn. Die Parteigenossen des Kreises Bingen versehen die italienischen Gäste für die etwa fünf Stunden dau­ernde Rheinfahrt mit Verpflegung. Von Bonn R ü ck- fahrtdesSonderzuges über Kufstein, Bozen nach Italien.

[Verschiedenes] Garten W pachten gesucht. Stfriftl. Ang. unt 4960D q, b, stz, z.

Personen

Der Puk, der in der braunen Dachluke beim Zugführer Jürgens wohnt, heißt Busemann, wie v icle seiner Art. Woher der Rame kommt, und ter ihn zuerst so genannt hat, weih man nicht. Er hat sich jedenfalls dreingefunden, ist ein gut­mütiger Kerl, der niemand etwas zuleide tut

* Kassel. 4. Aug. Rach mancherlei Pro­grammänderung steht nun endgültig fest, daß am Sonntag, dem 6. August, 411 Iungsaschisten im Alter von 14 bis 18 Jahren, dazu 27 Ossi-nere, 10 italienische Journalisten und 2 italienische Pho­tographen in unserer Provinz eintreffen.

Der Leiter der Landesstelle Hessen-Rassau für Volksaufklärung und Propaganda. Müller- Scheid, hat vom Reichsministerium den Auf­trag, die italienischen Gäste in Kassel zu emp­fangen und sie innerhalb der Provinz Hessen- Rassau zu begleiten. Cs ist dies das erstemal, daß Ausländer in dieser Form bei uns empfangen werden. Die Italiener wurden überall auf ihrer Reife durch Deutschland begeistert begrüßt. Auch in Hessen-Rassau, welches der Ministerpräsident G o e r i n g die schönste Provinz Deutschlands nannte, werden sie in der ehrenvollsten Weise aus­genommen werden. Das endgültige Programm sieht folgendes vor:

Sonntag, den 6. August.

1 9.0 7 Lihr: Eintreffen des Sonderzuges der Reichsregierung in Kassel. Auf dem Bahnsteig nehmen 100 Mann HI- und eine Schupokapelle Aufstellung. Vor dem Bahnhof erwarten dicht­gedrängte HI. und Jungvolk die Gäste. Der Leiter der Landesstelle Hessen-Rassau Müller- Scheid, die Gauleitung von Hessen-Kassel, die HJ.-Führung sowie Vertreter des Magistrats begrüßen die Faschisten. Abmarsch zur Jugend­herberge. 90 Mann HI. und 10 Mann SA. sind zur ständigen Begleitung der Gäste bestimmt. 2 0 Lihr: Abendessen in der Jugendherberge. 2 0.30 LI h r: Abmarsch zur Stadthalle zum Mili­tärkonzert. Dort spielen sechs Reichswehrkapellen anläßlich der Heeresmeisterschaften. Der Ein­marsch in die Stadthalle erfolgt während einer Musikpause. Die Iungsaschisten nehmen auf der Empore Platz, die Offiziere und Journalisten bei den Ehrengästen- Rach dem Konzert ge-

'Aundfunk?"

Ais ganz junger Angehöriger der Iugendbe- intgung spürte ich schon, daß unser Jahrhundert in erster Linie ein politisches ist. Ich war Arbeiter, Soldat, Schriftsteller und immer zugleich revoiu- ti onärer Politiker. Als Theaterleiter gewann ich die Erkenntnis, daß auch die künstlerischen Mittel zur politischen Erziehung der Masse herangezogen wer- ben müssen. Sic können sich kaum vorstellen, wei-

Eindruck auf mich die ersten Rundfunküber- imgungen gemacht haben. Ich sagte 1925 zu mei­nen Kameraden:Der Versailler Friedensoertrag bet uns aller Waffen beraubt, aber vielleicht die

LWeil ich rundsunkpolitifch und gleichzeitig tech- jii'd) geschulte Parteigenossen brauchte, die überall muiwwiv»» ben Rundfunk kontrollierten, die vor allem lernen «im. geg. iteuem lollten, wie man es im Rundfunk nicht machen Motorrad. darf. Wir richteten deshalb auch in Berlin eine Merweg6Hl eigen« Versuchsstation ein, wir bildeten Reporter DUmaMh« urb Sprecher aus, wir besprachen regelmäßig die jrofflllB Programmgestaltung, alles natürlich unter Aus- 9** biet: IW her Deffentüd)teit/' .

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Adresse gebet. Änl> 'Rundfunks nicht erkannt. Sie organisierten einen wort auf alle Sülle. Riesenbetrieb, beuteten künstlerische Talente aus,

Ang ml. nÄer ließen sie nicht zu Worte kommen und emp-

4Nvv a. d. G. L j sanden im übrigen den Rundfunk als eine fegens- n l |i| nnn reiche Einnahmequelle. Dieser Zustand mußte den M« I ütunbfunf auf ein Niveau herunterbringen, das vom uuuuu null uuüi deutschen Volke als eine Schande empfunden wurde."

hrfl nehme bie m !-hluß der Öffentlichkeit "

mir liegen Hen So hat Dreßler-Andreß von 1924 an die Entwicklung des Deutschen Rundfunks aufmerksam Ä* iGr'. Wvhlsi^' verfolgt, er hat die Wichtigkeit dieser Erfindung von \amt, auSfleiPM Anfang an gesehen, und deshalb war er auch dazu nnenu. 1 Verdächtigung w. berufen, die Generallinie für die Programmgestal- M) 60 1 mi^mit^m M des Rundfunks im nationalsozialistischen Staate roegU.lM.y5 als unwahr M-

Richard Pobl, Gießen, Hammitr. 10. (JJJ

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Samstag, 5. August (933

Oie £anöbitfeaftion wird fortgesetzt.

Weitere JleueinfteUungen sofort möglich.

Die Pressestelle beim Landesarbeitsaml Hessen teilt mit: Die Vermittlung weiterer Landhelfer in bauer- liche Betriebe mußte ab 15. Juli wegen Erschöpfung der Mittel eingestellt werden. Den Bemühungen der Reichsanstalt ist es gelungen, neue Mittel des Reichs­finanzministeriums für die Landhilfeaktion frei zu machen. Die Arbeitsämter tonnen daher sofort weitere Landhelfer vermitteln. Das Landes- arbeitsam! Hessen hat mit der Landhilfe einen über Erwarten großen Erfolg erzielt. Ob­wohl der Bezirk stark gemifchtwirtjchaftlich ist, war es gelungen, bis Mitte Juli d. I. bereits über 11 000 Iuaendliche, wie schon kürzlich gemeldet, in Land­helferstellen unterzubringen. Damit stand das Lan- desarbeitsamt Hessen unter den Landesarbeitsämtern an fünfter Stelle. Da nach den neuen Bestimmungen die Gesamtzahl der Helfer im Reich zunächst nur bis auf 200 000 erhöht werden kann, ist eine Kontingen­tierung erfolgt. Für den Landesarbeitsbezirk Hessen beträgt die Hochstzahl der Landhelfer 14 500, so daß noch über 3000 Einstellungen erfolgen können. An­gebot und Nachfrage sind auch bis in die letzte Zeit hinein hoch gewesen. Es besteht nunmehr die Möglichkeit, den Wünschen der Land- wirte nach Zuweisung von Landhel­fern sofort Rechnung zu tragen. Sofern weitere Aufträge berücksichttgl werden sollen, müssen sie schnellstens bei den Arbeitsämtern gestellt wer- den. Die bisher geltenden Bestimmungen sind in mehreren Punkten abgeändert. Besonders hervorzu­heben ist, daß nunmehr in stärkstem Umfange Unter­stützungsempfänger aus der Arbeitslosenversicherung, Krisenfürsorge und der öffentlichen Fürsorge berück­sichtigt werden müssen, während sich bisher unter den zugewiesenen Landhelfern viel Nichtunterstützte be­fanden. Die Annahme von Helferstellen ist auch wei­terhin freiwillig.

Ehemalige Kriegsgefangene und Drittes ^eich.

Anläßlich der Bundestagung der Reichs Ver­einigung der ehemaligen Kriegsge­fangenen in Hamburg am 22. und 23. Juli schreiben wie man uns berichtet zwei e r - werbslose Kameraden folgendes:

Beseelt von dem Gedanken, in Hamburg, der freien Hansastadtz dem Ort des ersten großen Tref­fens der ehemaligen Kriegsgefangenen nach der nationalen Erhebung, ein Wiedersehen zu feiern mit Kameraden, die jahrelang mit uns Entbehrung und Leid teilten, haben zwei erwerbslose Kameraden die Fahrt zu Rad von Frankfurt a. M. aus unternom­men, die sie durch das ganze Rheinland über Elber­feld-BielefeldHannoverBremen nach Hamburg führte.

Es sollen nicht Schicksale eines Einzelnen ange­führt werden, sondern es soll all denen, die es in den 15 Jahren nach dem Kriege nicht verstanden haben, die ehemaligen Kriegsgefangenen als Men- schen anzuerkennen, die stets, ob an der Front ober in Gefangenschaft, Deutsche waren, die für ihrVaterland kämpften, aber durch Schick­sal in Feindeshände gerieten, gesagt werden, daß die ehemaligen Kriegsgefangenen und dies soll besonders hervorgehoben werden ihre Heimat, ihr Vaterland, ihr Deutschland auchinFeindes- land nicht verleugneten.

Die Fahrt soll ein Beweis sein, daß die ehemali­gen Kriegsgefangenen sich freuen, daß endlich das deutsche Volk erstrebt, ein e i n i g V o l k zu werden, eine geschlossene Nation.

Wir sind stolz darauf, daß wir ehemaligen Kriegs- gefangenen durch die schon im Felde, um wie vieles aber mehr in der Gefangenschaft gepflegte Käme- radschaft, einer für alle und alle für einen, un­seren Teil mit dazu beitragen dursten.

Genau so, wie wir damals, die wir stets hinter Drahtverhau waren, der Willkür und den Schikanen der Feinde preisgegeben, glaubten, ein solches Leid nicht ertragen zu können, trotzdem immer hofften, bald Deutschland wiederzusehen, so hoffen wir auch heute auf ein neues einiges Deutschland, auf ein einiges Vaterland, in dem jeder, ob arm ober reich, in seinem Nächsten ben Kame­raden sieht und danach handelt!"