Ausgabe 
5.1.1933 Frühausgabe
 
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Hessische LandwirffchaWche Woche in Darmstadt

Aus der Provinzialhauptsta-t

Buntes Allerlei

größere Arbeit-

Mensch ab<nr, --- - . ... -

sich. Für Freunde von Siu.env geln e angefugt: ein Trunk zu kalten Wassers kann den oes eifrigen Sängers herbeiführen.

von mehreren tausend Mark verursach­ten, aufgedcckt, und bei Haussuchungen konnten noch Waren im Betrage von ettoa 1003 Mark sicheraestellt werden. Don dep Angeklagten wurde ein Arbeiter mangels Beweises sreigesprochen, die übrigen erhielten Gefängnisstrafen von einer Woche bis zu sieben Mo­naten. Insgesamt standen 20 Personen unter Anklage, darunter auch verschiedene Ehe­frauen der Arbeiter wegen Hehlerei.

Hockersteuer für die Winterhilfe.

WSA. Andernach, 4. Ian. EinAeu- jahrsgeschenk" seltener Art hat die Stadtverwal­tung Andernach sowohl den Gastwirten als auch denausdauernden" Zechern d e in der allen Aheinstadt, nach der groben Zahl der Protokolle wegen Polizeistundenüber chreitung zu schließen,

WSA. Friedberg. 4. Ian. Dor dem hie­sigen Amtsgericht hatten sich Arbeiter einer hiesigen Lebensmittelgroßhandlung zu verantwor­ten, die seit längerer Zeit kleinere und größere Mengen Persil, Seife und Kaffee ihrem Arbeit- geber entwendet hatten. Durch -Zufall tourten die Diebstähle, die einen Gesamtschaden

Dackel eine große Wohltat, der der sich des Viehs erba"1* ^h"t

Or. Hermann Stammler-Aisfeld Kreisdirektor in Heppenheim.

WSA. Darmstadt, 4. Ian. Der Kreisdirek­tor in Heppenheim, Hermann Pfeifer, wurde mit Wirkung vorn 16. Januar zum Oberregie» rungsrat bei der Provinzialdirektion Starkenburg ernannt. Zum Kreisdirektor in Heppenheim wurde der seitherige Alsfelder Kreisdirektor Dr. Hermann Stammler ernannt.

Generalversammlung des Pferdezuchtvereins Heffen.

noch nicht selten geworden lind gemacht. Sie führte ab 1. Januar 1933 eine Hockersteuer ein, deren Erträge den A o t l e i d e n de n zugute kommen. Jeder seßhafte Zecher hat den Polizei- beamten einen sofort zahlbaren Betrag von 50 Pfennig auszuhändigen. Die zu die­sem Zweck hergestellten S t e u e r s ch e i n e ent- bchren nicht einer gewissen Originalität und ha­ben folgende Inschrift:

Die Stunde der Polizei hat ge'chlagen.

Wer nun vermeint, er könnte es wagen Der Tafelrunde Gemütlichkeit

Heber die Ordnung der Obrigkeit

Zu werten, zahle dafür ganz brav Ein halb Aeichsmärlele als Straf' Zur Linerung der Aot dient's, und du bist billig

Davong kommen, drum zahl' auch rollig."

trägem die gewünschte Auskunft bereitwillig zu er­teilen. Es wird besonders betont, daß die Umfrage nur dem angegebenen Zweck dienen soll.

"'Gebt denHaustierenkein zukal­te s T r i n k w a s s e r. Zu laltes Trinlwasser ist für Mensch und Dich schädlich. Den Menschen belehrt die eigene, oft bittere Erfahrung, sich vor zu kaltem Trunk zu hüten. Auch unsere Haustiere können zu kaltes Wasser nicht gut vertragen. Schwere Derdauungsst. rungcn sind die unaus- bleiblicl en, schäd.iZ.en Folgen. Wir sollen darum in der kalten Jahreszeit Groß, und Kleinvieh, ebenso dem Federvieh, den Hunden und Katzen, nur vorgewärmtes, also Wasser. d"s l« ^its einig: S u iLen im w rrn.m S a l n e. der behag­lichen Stube geitan^en hat. vecav.I,/e.i_ ^er Bauer behütet dadurch sein Dieh vor vielen Krank­heit, die Bäuerin fördert den Legeeifer der Hühner im Frühjahr, der Hundeiiebhaber eztoeijt Feldmann und Dackel eine rttl*

fier gehalten.

Große Diebstähle in einer Lebensmittelgroßhandlung.

Emer, der 40000Bilder zeichnete

3u Gustave Dores 100. Geburtstage.

Don Viktor (Schweitzer.

ja man war geneigt, feiner Verkünderin em Verdienst daraus zu machen, indem man sagte: Sie hat das Schicksal beschworen." Oft auch genügt es, daß eine der vorausgesagten nur im entferntesten ähnliche Tatsache sich ereignet, um daraus schon einen Auhrneskranz für die Pro­phetin zu flechten. Unter den Prophezeiungen für 1933 stehen natürlich alle jene an erster Stelle, die von der großen Krise sprechen. Man ist übereingekommen, ihr baldiges Ende zu ver­künden. Das Geschäft wird in Gang kommen, die Märkte sich beleben, alle werden chren Autzen daraus ziehen. Zweideutiger und vors.chtiger wer­den die Worte dort, wo es sich um die Desrie- düng Europas handelt. Hier darf man sich nicht von einem Optimismus hinreißen lassen, dem dann vielleicht die Tatsachen widersprechen tonn­ten. Also bekommen wir mancherlei vonDrohun­gen, denen keine Taten folgen", von.Affenlärm, der die Geister verwirren, aber die Böller nicht in Bewegung sehen wird", und ähnlichen Dingen zu hören. Und tröstlich heißt es:Die Zeiten werden hart sein, aber unser Wut wird uns nicht tm Stich lassen, und alle Hindernisse werden überwunden werden."

Zeder vierte Deutsche fährt 2Roi>.

Statistisch läßt sich alles erfassen. Das haben die Statistiker statistisch feflgeftelit. Was hoben sie nicht alles ausgerechnet? Jedes vierte Siinö ist ein Chinese, alle drei Minuten wird jemand überfahren ujw. Neuerdings ist berechnet worden, daß auf der Erde rund 70 Millionen Fahrräder sich in Bewegung be­finden Davon werden 45 Millionen für Europa und 15 Millionen für Deutschland eingeschatzt. Jeder vierte Einwohner besitzt also bei uns em '-Hab. Dos ist bei der Fahrtechnik der Meisten mehr als genug. In Holland und Dänemark kommt sogar schon aus jeden Zweiten ein Nad, ob zu Recht oder zu Unrecht, sei dahingestellt, und in Belgien auf jeden Dritten.

Jahres 1932 der Landespferdezuchtverem ms» gesamt 301 Ei z lmi g'ie er cegenubcr 339 im Jahre 1931 zählt. Bon diesen Mitgliedern ent­fallen 106 auf Starkenburg, 117 auf Oberhe?en 52 auf Rheinhessen und 1 Mitglied außerhalb Hebens sowie 25 lebenslängliche Mitgl.eder. Die Acchnung wurde geprüft und für richtig behin­ten ebenso wurde der Voranschlag, der m Ein­nahme und Ausgabe mit rund 5200 Marl ab- schließt, einstimmig genehmigt. Aach einer leb- haften Aussvrache wurde em Fachresercll über das ThemaDie Aufgaben der heutigen Pferde­zucht unter Berücksichtigung der sudwestdeutichen Verhältnisse", von dem Tierzuchtdirektor Doll, h o f vom Westfälischen Pferdezuchtverband Wun-

Wenn wir In diesem Jahr das merkwürdige Doppeljubiläum 100. Geburtstag am 6. Ja­nuar-, 50. Todestag am 23. Januar des Zeich­ners Gustave Dorä feiern, bann hebt auf tau­send Seiten der Weltliteratur ein Schwirren unb Knistern an, bie phantastischen Gebilbe ber Rabe- laisschen Phantasie, die pathetischsten Satze von Montaigne, Lafontaines zauberische Fabeln, die seltsamen Abenteuer des Herrn von Münchhausen, die Figuren desDon Quixote von Cervantes, die pastoralen Landschaften und Gestalten der Bibel, die Verdammten aus Dantes Hölle unb bie verzerrten Figuren aus Balzacs tolldreisten Geschichten heben sich für einen Augenblick von dem Papier, von ber Drucker­schwärze ab unb grüßen den Mann, der ihnen mit seinem genialen Zeichenstift zum zweitenmal ewiges Leben verliehen hat.

Er war ein Verwandter von all-den Mannern, deren skurrile Phantasie in Wort und Schrift solche Gebilde herausbeschwor, ein Verwandter sowohl von Rabelais als auch von Balzac, ein Großer vom Formate Dantes und Montaignes. Sein rastloser Zeichenstift überbrückte die riesenhafte Kluft, die zwischen seiner Zeit dem nüchternen 19. Jahr­hundert - unb ber Welt bieser seiner Bruder gähnte. Er hat diese Kluft in der ungeheuren Fülle seiner Zeichnungen doch nie ganz zu überwinden vermocht darin liegt zugleich bie Tragik bas Pathos unb der unvergleichliche Reiz seiner Zeich­nungen, die er uns aus den fünfzig Jahren seines Lebens zurücklies. . . ,,

Diese fünfzig Jahre waren ein einziger Rausch der Phantasie, ein einziger Fiebertraum der Ge­stalten unb Farben denn auch in seinen Zeich­nungen, in seiner Schwarzweißkunst vermochte er ein ganzes Raketenbündel ber glühendsten Farben vor unserem Auge hinzuzaubern. Einer seiner Freunde hat einmal ausgerechnet, daß Dore an jedem Tage seines Lebens mindestens eine fertige Zeichnung ber Oeffentlichkeit übergeben konnte. Nur so ist bie ungeheure Anzahl seiner Zeichnun­gen, bie man insgesamt auf ungefähr 40000 schätzt, zu erklären. Dabei ist bekannt, baß Dore sich noch nicht einmal auf bas spezielle Gebiet der Zeichenkunst beschränkt hat.

Von dem kleinen Jungen, ber im Januar 1833 in Straßburg geboren wurde, ber im frühen Kin­desalter bann nach Paris überfiebelte, wo er sein ganzes Leben verbringen solltevon biesem kleinen Jungen ist uns überliefert, daß er seit dem Alter von fünf Jahren alles, schlechtweg alles zu lllustrie- ren begann, was ihm an Büchern und Geschichten in die Hände fiel. Von seinem 16. Lebensiahr an datiert seine Karriere als Pressezeichner Mit 18 Jahren war er bekannt, mit 20 Jahren schon eine unbestrittene Berühmtheit. Die zeitgenössische Kritik ber fünfziger Jahre lobte die Leichtigkeit seiner Zeichenfeber, ben Schwung seiner Phantasie, Den Adel seiner Konzeption. Dor6 gehört zu den ganz wenigen Fällen, in denen ein Zeichner sich zum Gesellfchaftskritiker aufschwang, ohne von der Gesellschaft, bie er in seinen Zeichnungen kri­tisierte, zerfleischt ober in Acht und Bann getan zu werden. , . .,

Nichts ist abwegiger, als in seinen Zeichnungen bloße Ausgeburten der Spätromantik zu sehen. Niemand soll sich durch ben Umstanb irrefuhren lassen, baß Dore seine Kunst vorzugsweise an Werke früherer Jahrhunderte anlehnte. Er stand

mit beiden Beinen in seiner Zeit nicht anders

Was wird 1933 uns bringen?

3n den letzten Dezemberwochen begann die Hochsaison bei allen jenen, die sich rühmen, einen Zipfel von dem Schleier, der unsere -Zukunft deckt, lüften zu können. Und gerade je dunkler di« Zeiten, desto begieriger sind wir zu wi icn, ob uns das neue Jahr einen Lichtblick schenken wird Dieser aus unsere nächsten Sorgen gerich- teten Zukunftsfehnsucht haben f d) auch di« mo- dernen Aachsolgerinnen der Pythia anbaf.en mui- sen, die besonders in Paris, wie ein bothge« Blatt berichtet, in diesen Tagen eifrigst befragt wurden. Aicht mehr handeln ihre Weisheite- spräche von Erdbeben, Wirbelstürmen, Einstürzen öffentlicher Bauten irgendwo fern in der OSclt. Heute sprechen sie vorwiegend von wirtichaftl.chen Fragen, internationalen, finanziellen Schwierig­kellen wobei sie frellich in ihren Verheißungen ähnlich wie einst ihr Vorbild in Delphi Zu- flucht zu Wendungen nehmen, die mancherlei Deutung zulcrssen. Denn sie müssen immer be­sorgt bleiben, daß eine zu deutlich von den Er- eignillen widerlegt« Tatsache ihrem geschäftlichen Aus schaden könnte. Immerhin ist es erstaunlich, wieviel ihnen das Publllum in dieser Beziehung zugute hält. So hatte im Vorjahr eine zukunsts- kundige Kartenlegerin verkündet, daß im Laufe des Sommers «in Stadtviertel in der Aahe der Oper von einem furchtbaren Brande vernichtet werden wird. Es gab Pariser, die sich auf Grund dieser Prophezeiung in den Ferien nicht weg­zureisen getrauten aus Furcht, bei ihrer Wieder- kehr ihr Heim in Asche zu finden. Aber der Sommer verging und nichts geschah. Aun sollte man meinen, daß durch dieses nicht eingetretene Ereignis das Zutrauen zu der Wahrsagerin ge­litten hätte. Aber nicht im geringsten! Hier wie so oft, wenn ein angesagtes Hnglitd nicht eintraf, war man nur allzu froh über sein Ausbleiben,

als Balzac, dem er in mehr als einer Hinsicht geistig verwandt ist. Es ist kein Zufall, daß er im Frankreich Napoleons III lebte. In ben satirischen Darstellungen ber Rabelaisfchen Helden Garganiua und Pantagruel traf er mit Schärfe unb Präzision mehr als eine Zeiterfcheinung, mehr als ein Lasier, mehr als eine berühmte Figur (einer Epoche. Wo möglich noch beutlidjcr wird der kritische Geist fei­ner Kunst dort, wo er sich ohne Umwege auf die phantastischen Dinge seiner Umgebung konzentriert so zum Beispiel in seinen Bilderserien über das Pariser Publikum oder in seiner Londoner Mappe, bie manche Schilderungen von Dickens geradezu vorwegnimmt. Zum Schluß sei daran erinnert, baß Dor6 auch rastlos als Illustrator zeitgenössischer Werke tätig war manche alte Ausgabe der Ro mane von Eugene Sue oder der Gedichtbände von Tennyson tragen in feinen Illustrationen ben Stempel zwiefacher Unoergänglichkeit.

Ein früher Erfolg, ber ihm fast sein ganzes Le­ben lang treu blieb, eine unerschöpfliche Produktivi tät, eine unversiegbare Phantasie konnten das reft lose Glück eines Künstlers ausmachen. Obwohl Dore über all diese Voraussetzungen verfügte, ist er den noch nie ganz glücklich gewesen. Woran lag bas? Rach seinen eigenen Angaben war ber Grund hier­für in dem Umstand zu suchen, daß er eigentlich nur deswegen so viel zeichnete, um einmal bie male rieUe Basis für bie Ausübung seiner eigentlichen Lieblingstätigkeit zu besitzen. Im Grande feiner Seele fühlte Dors sich nämlich nicht als Zeichner, sondern als Maler unb Bildhauer. In dem letzten Jahrzehnt seines Lebens trat denn auch feine Tätig­keit als Zeichner hinter dieser feiner Lieblings­beschäftigung zurück. Unb in biesem Augenblick traf ihn ber härteste Schlag seines Lebens, ein Schlag, ben er nie überwunden hat, an dem schließlich seine Shinft unb sein Leden zerbrach er hatte als Maler nicht ben g e r i n g ft e n Erfolg. Die gigantischen Gemälde, die uns aus dieser Periode überliefert sind, geben uns am besten eine stumme Begründung für diesen Schiffbruch. Das Publikum, die Kritik, die Freunde, die Dorss gewaltige Mole reien ablehnten, befanden sich vollkommen tm Recht. So genial er als Zeichner gewesen war, so mittel­mäßig, so nichtssagend, sodekorativ" unb nur be korativ war Sor6 als Maler. In ihren Memoiren berichten seine Freunbe, wie Dor«? einsam unb ver bittert burch feine Ausstellungen ging, wie er bei jeder Menschengruppe halt machte unb gierig auf ein freundliches Urteil wartete. Schmeicheleien, respektvolle Höflichkeiten waren bas Einzige, bas er ernten konnte. Er war klug genug, bie Uneljr lichkeit dieser Bemerkungen zu erkennen aber er vermochte die unglückliche Liebe zur Oelsarbe, zur Leinwand, zum Riesenformat nicht zu üb*rminbcn. An diesem Zwiespalt ist ber größte Zeichner (eines Iahrhunberts wenn wir von D a u m i c r ab sehen wollen physisch unb moralisch zugrunbe gegangen.

Was aber nicht untergegangen ist unb roas nie untergeben kann, das sind bie flüchtigen Ausgebur ten seiner jugenblidjen Phantasie und (eines Zei­chenstiftes, all bie Gestalten ber Rabelais, Lafon taine, Cervantes, Dante, Ariost, Balzac all die Gestalten seiner Zeitgenossen aus vielen Iahrhun berten, bie sich aus Anlaß seines Doppeljubilaums einen Augenblick aus ihren Helbenbuchern davon stehlen, um sich stumm vor ihrem genialen Schöpfer zu neigen.

ner vermehrte Aufzucht weiblichen Fleckviehs, Lei- stungsnachweis für Bullen, Abstammungszeugnis für Fafeltiere und Aenderung einiger Vorschriften des hessischen Kärgesetzes (Bestimmung ber Zucht­richtung durch Sachverständigenkommission, nicht durch den nach politischen Gesichtspunkten gewähl­ten Kreisausschuh) (Beifall).

In ber Aussprache wurde lebhaft Klage geführt, daß zum Ausgleich ber Gemeindefinanzen von ben Kreisämtern bie Deckgelber in einer bie Viehzucht ertötenden Höhe festgesetzt werden. Allgemein wurde die schnellste Abänderung des Kärgesetzes verlangt.

Obstbauinspektor Braun (Konstanz) schilderte die Maßnahmen, bie in oerhältnimäßig kurzer Zell zu einem starken

Aufschwung des landwirtschofttichen Obstbaues am Bodensee

führten. Von dem Gedanken ausgehend, daß die Obstzüchter im allgemeinen noch lange nicht alle Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit unb Güte bes heimischen Obstbaues aufgegriffen hätten, nannte und erläuterte ber Redner die wesent­lichsten Arbeiten. Er betonte besonders bie Notwen­digkeit der Verjüngung. Zur Erläuterung wurden prachtvolle Aufnahmen gezeigt und Ertragszahlen genannt, bie ben Nutzen ber Verjüngung erkennen ließen. In weiteren Ausführungen beschäftigte sich ber Redner eingehend mit ber Schädlingsbekämpfung.

Förderung der Grünlandwirtfchaft.

Arn Aachmittag h.'lt der Verein *ur För­dern ng der Grünlandwirtfchaft und der Hessische Siloring ihre Hauptversammlung ab. Mit der Tagung war eine kleine Ausstellung von S.lofutterproben verbunden. Die besten Pro­dukte wurden mit Preisen ausgezeichnet. Aad) einem ehrenden Aachruf aus den verstorbenen Ch-envors henden Oberamtmann G ü n g r i ch be­tonte der Vorsitzende Raabe (Mönchhof). daß die Grünlandwirlschaft trotz aller augenblicklichen Hemmnisse weiter verbessert werden müsse. Zur Selbstkostenseniung b en« in erster Linie der mo­derne Futtersilo, dessen Kinderkranlh.iten über­standen seien.

Unter Hinweis auf die neuesten technischen und betriebswirtschaftlichen Ergebnisse, die auch im Bild vorgeführt wurden, sprach der Ge-- schästssührcr des ostpreußischen Siloringes Dr. Hildebrand -Königsberg über die

Vorteile der Silofutterbereitung in ber bäuerlichen Wirtschaft.

Um vomHeuwetter" und dem bis zu 50prozen- tig:n Aährstosfverlust bei der Futterttocknung unabhängig zu werden, solle die Silage einge­schaltet werden, die auch im Winter ein selb^ erzeugtes eiweißhaltiges Grünfutter, namentlich für die Milcherzeugung zur Verfügung stellt. Der Redner gab dann Winke für die erfolgreiche , Silage der verschiedenen Futterpflanzung in I Kaltgärung und Angärung.

D a r m ft a b t, 4. Ian. (WSN.) Im Rahmen ber sehroorlrcige in ber Hessischen Landwirtschaftlichen Woche sprach heute vormittag Prof. Dr. Kraemer vom Tierzuchtinstitut ber ßanbesunioerfität Gießen über

Die Fleckviehzuchk unb ihre Bedeutung für bie hessische LaudesRindviehzucht".

Der Referent betonte in seinem Bortraa als Grundsatz, daß in Züchtung jeden Landes Ziel, Plan und Methode herrschen müsse. In Hessen fei ange­sichts der ungleichen Verhältnisse von Klima, Boden unb Wirtschaft eine völlig einheitliche Rinbviehzucht nicht möglich. Diese Tat­sache führte lange Zeit zu einer Spitzenleistung an Rassestrellereien unb Unklarheiten. Nach jahrzehnte­langer planmäßiger Arbeit ist besonbers in Ober- Hessen ein Niveau erreicht worben, auf bem bie Vieh­zucht ftanb, als man überhaupt mit planmäßiger Züchtung einsetzte Die segensreiche züchterische Ar­beit würbe jeboch immer roieber gestört, wenn eine neue Rasse eingeMeppt wurde. Am besten behauptet habe sich bie Fleckviehzucht. Am 4. Januar 1931 waren in ben Herbbüchern der Ausschüsse einge­tragen in Starkenburg 2292 Stück Fleck-, 163 Stück Rotvieh, in Oberhessen 4423 bzw. 1550 und in Rhein­hessen 1313 Fleck- und 280 Gelbvieh. Die Milch­leistungsziffern 1931 für Oberhessen aus zusammen 256 Beständen mit 870 Kühen ergaben durchschnitt­lich 3391 Kilo Milch, 3,61 o.H. Fett, gleich 122,51 Kilo Fett, speziell: Rotvieh 2845 kg Milch, 3,77 v. H. Fett gleich 107,31 kg Fett! Fleckvieh 3386 kg Milch, 3,71 v. H. Fett gleich 127,50 kg Fett: Niederungs­vieh 3991 kg Milch, 3,21 v. H. Fett gleich 128,16 kg Fett.

Die besten Kühe erbrachten: Rotvieh 5432 kg Milch, 3,90 v.H. Fett gleich 211,74 kg Fett, Fleck­vieh 6933 kg Milch, 3,73 v. H. Fett gleich 258,72 kg -Fett: Niederungsoieh 6745kg Milch, 3,16 v.H. Fett gleich 212,96 kg Fett, wobei festgehalten werden muß, daß Niederungsvieh meist in besseren Ver­hältnissen lebt.

Ein Vergleich per 15. November 1932 ergibt durchschnittlich:

Fleckvieh 3330 kg Milch 3,87 v. H. Fett = 128,94 kg Fett, Niederungsvieh 4004 kg Milch 3,20 o.H. Fett = 128,19 kg Fett, und bei besten Kühen: Fleck­vieh 7026 kg Milch 4,19 v.H. Fett = 294,57 kg Fett, Niederungsvieh 7007 kg Milch 2,86 v. H. Fett = 200,59 kg Fett. . ,

Dr. Kraemer behandelte dann im einzelnen die Anpassungen ber Niederungsrafse an die Um­welt und die an die Marktkonjunkturen viel am pasfungsfähigere Simmentaler. Das Fleckvieh müsse in Hessen die Grundlage ber Landesviehzucht blei­ben. Jede leichtsinnige Kreuzung zwischen den ver­schiedenen Raffen müsse unbedingt unterbleiben. Angesichts ber eben einsehenben Propaganda für Schwarzbunte" betonte der Vortragende, daß sich nach allen Ueberlegungen das Niederungsoieh in Hessen angesichts der herrschenden Betriebsformen nicht recht'einpasfe. Anschließend forderte der Red-

Vorsicht bei der Aufbewahrung | g.fiiger Fmssigietten

Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Vielfach 'werden sowohl im Haushalt, als im Gewerbebetrieb Ge- , säße, die zur Aufnahme von Nahrungs- und Ge­nußmitteln bestimmt sind, wie Wein-, Bier- und Mineralwasserflaschen, zur Aufbewahrung giftiger Flüssigkeiten benutzt, die im Haushalt oder im Ge­werbebetrieb Verwendung finden sollen (z. B. Salz­säure, Salpetersäure, Karbolsäure, Lysol, Salmiak­geist, Sublimatlöfung u. dgl), ohne daß Sorteir rungen getroffen werden, durch die der Gefahr einer Verwechselung bes giftigen Inhaltes ber Ge­fäße mit einem Nahrungs- oder Genußmittel vor­gebeugt wird. Infolge dieses auf Unkenntnis und Unachtsamkeit, auf Gleichgültigkeit oder Rücksichts­losigkeit zurückzuführenden Verfahrens sind schon häufig Personen, die aus Versehen aus solchen Flaschen getränten haben, schwer erkrankt oder ge­storben. Ebenso wie es Gisthandlern verboten ist, Gifte in Trink- oder Kochgefäßen, oder in solchen Flaschen oder Krügen abzugeben, deren ^orm oder Bezeichnung die Gefahr einer Verwechselung des Inhalts mit Nahrungs- ober Genußmitteln herbei zuführen geeignet ist, muß auch demjenigen, ber gif­tige Flüssigkeiten im Besitz hat, um sie im ^01151)011 ober Gewerbe zu verwenden, schon im ouf

(eine zivil- und strafrechtliche Berantwor lichke, dringend empfohlen werden, die gleiche Vorsicht bei ihrer Aufbewahrung obwalten zu lasten.

Taten für Donners ag, 5 Januar.

1643: der Physiker uni Astronom 2saac Äewton in Woolsthorpe geboren; - 1846: der VhUosoph Rudolf (Süden in Aurich geboren, 1867. der Landschaftsmaler und Radierer Otto Uboelob^e in Marburg an der Lahn geboren; 1029- der Philosoph und Philolog Erich Decher in München gestorben.

^oviioti^cn.

Aus dem S t a d 11 h e a t e r b ü r o wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, als 13. Abonne mentsvorstellung Wiederholung der Operette:3m weißen Rößl" von Müller-Benatzky. Spielleitung Heinrich Hub. Operettenpreise. Spieldauer von ] 19 30 Uhr bis nach 22.30 Uhr. Die letzte Auf- (ührung bes diesjährigen Weihnachtsmärchens fin­det am Sonntag, 8. Januar, statt. Ebenfalls am Sonntag, 8. Januar, als Fremdenvorstellung die OperetteIm weißen Röhl" zu ermäßigten Ope- rettenpreifen. In Vorbereitung die Komödie

Politik der Weiberröcke" von Neil Grant, deren Erstausführung am 10. Januar stattfindet.

** Welche Rundfunkteilnehmer be­nutzen noch Detef torenempf anger? 6s ist für die Entwicklung bes Rundfunks von Bedeu- tung, zu wissen, in welchem Uchscmge noch Detek^ torenempfänger in Gebrauch sind. Die[jj Reichspost ist bei ber Beschaffung dieser Angaben auf die Hilfe und das (Entgegen ommen öer JRun^ funtteilnehmer angewiesen. Sie mrb bei Der nächsten Einziehung der Rundfunkgebühren bu er forberlichen Ermittlungen von den ^e Gebühren erhebenden Briefträgern vornehmeni lal en. gestellt werden soll, ob der ^undsunktellnehrne einen Detektorenempfänger, oder einen Empfänger mit ein bis zwei Rohren, oder einen Emp Snger mit mehr als drei Rohren verwende Die9®eu)innung möglichst zuverlässiger Abgaben ist mittelbar auch für die Rundfunkteilnehmer von Be. deutung. Die Deutsche Reichspost bittet, den Brief

WSA. Darmstadt. 4. Ian. Heut« nachmit­tag fand in den Räumen der Vereinigten Ge- fettschaft in Darmstadt die gut besuchte 56. @e- ncralocr ammiung des Landespferdezu d) t» verzins für Hessen im Rahmen der Hesti- schen Landwirtschaftlichen Woche statt. Die Ver­sammlung leitet« Oeloncmierat Fritsch- Dits- K Hosen, der zunächst den Jahresbericht erstattete i aus dem zu entnehmen ist, daß am Schluß des