Ausgabe 
5.1.1933 Erstes Blatt
 
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k.

Tch. Aus der Provinzialhaupiffadt

Straßenbauten in Oberheffen

vor»

Oberheffen

, Whnunge»

der dem

Kygiene der Augen.

Don Or. med. Fritz Hermann.

»um 12. Januar fällig teerten.

" Nicht überfahren. Der Polizeibericht vom Montag über den Autounfall auf der Marburger Strafe, bei dem der 22 Jahre alte Photograph

iits eingraeiljt werben. Theater, das über deutschen Mittelstadt Leleuchlungsessekte er- t auf die verwöhnten

Wie., ter ^omcnmarktpreise.

'Gießen, 5. Ian. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 120, Land- "butter 100 bis 110, Kochbutter 80 brs 90, Matte 25 bis 30 Pf. das Pfd., Käse 5 bis 10, Eier, aus­ländische 11 bis 12, inländische 12 Pf. das Stück, Wirsing, gelb, 8 bis 10, grün 12, Wech- traut 6 bis 8, Rotkraut 3 bis 10, Gelbe Ruben 8 bis 10, Rote Ruben 8 bis 10, Spinat 20, -Un- ter-Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 50 Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartofieln Z, Aep,el 18 b.s 30, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 45, Russe 35 bis 40, Junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Enten 80 bis 90 Pf. das Pfund, Tau­ben 40 bis 60, Blumenkohl 40 bis 60, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettig 10 bis 15, Sel­lerie 10 bis 30 Pf. das Stück: Kartoffeln 2,50 Mark per Zentner.

Barnotizen.

Tageskalender für Donnerstag: DHL.. 20.30 Llhr, Bortrag im Heim:Gießeirs Urgeschichte". KavaUer.e-Berein, 15.30 Uhr: Treffpunkt der Damen bei Bönsel, Hammstrahe. Lichtspielhaus Gießen, Bahnhofstraße:Der Schützenkönig". - Astoria-Lichtspiele, Selters- weg:Der Racher des Tong".

** Die Winterhilfsmaßnahmen der - v>o w H i r u n g aur Derbilligung Don ße- tet- ;.l bensmitteln und Brennstoff für di« hilfsbedürftig« n'L Bevölkerung bringt das städtische Wohlfahrtsamt in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigen- teil zur öffentlichen Kenntnis. Die Intere,senten mögen die Bekanntmachung genau beachten.

Zaylu.. gs - n... uhnuilg. D.e Skadt- kasse Gießen macht in einer Bekanntmachung im Mutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß versHedene Abgaben (Schulgeld, Wohnungs- miete, Steuervorauszahlungen) zur Zahlung bis

Das Notwerk -er Jugend

Oie Durchführung in Hessen.

s ehr.

Wenn ihr gern und viel lest, dann achtet ganz besonders darauf, was ihr lest. Schlechter Druct auf schlechtem Papier ist ein böses Augenpulver. (Dcvorzugt guten, klaren Druck und nicht zu kleine Buchstaben. Jedes Buch eines erfahrenen Ver­legers nimmt längst auf die Hygiene eurer Augen Rücksicht. Achtet daraus! So könnt ihr selbst das Beste dazu beitragen, eure Sehkraft zu erhalten uniy zu pfegen.

Stadtratsmitglied Homberger t-

Rach einem schweren Herzleiden ist am Diens­tag spät abends das sozialdemokratische Stadt- »a:sm.tglied Rechtsanwalt Paul Hornberger einem Herzschlag erlegen. Der Verstorbene, am 9. Iuni 1879 geboren, war seit 1926 Mitglied des Gießener Stadtrats. Als Vertreter der Stadt­ratsfraktion ter SPD. gehörte er dem Rechts- eusschuh, ter Theaterdeputation, dem Ausschuß Les Stadtschulamtes und ter Wohlsahrtsdepu- lation an. Seine Haupttätigkeit entfaltete er im Rechtsausschuß und in ter Theaterdeputation, eber auch in den anderen Gremien und im Pie- num des Stadtrats war er ein eifriger Mitarbei­ter. Reben seiner Tätigkeit als Stadtratsm:tglied -foirfte er noch seit mehreren Iahren als Mitglied tes Gießener Kreistages und des Kreisausschus­ses, sowie als Vorstandsmitglied und Rechts­berater des Mietervereins und seiner Mitglieder, -wodurch er in breiten Kreisen der Bevölkerung bekannt wurde. Die Angelegenheiten ter All­gemeinheit hatten an ihm stets em en stark ynter- «ssierten Mitarbeiter, der sich um chre bestmög­lichste Lösung eifrig bemühte.

sen und Münster, Johannes Opper III., wurde nach Ueberschreitung der Altersgrenze von fernem Dienste entbunden. Anläßlich der Versetzung in den Ruhestand ging dem Scheitenden ein Dank­schreiben des Kreisamts zu, in welchem ihm An­erkennung für feine stets einwandfreie und ge­wissenhafte Arbeit und der Dank für seine hervor­ragenden Dienste zum Besten der öffentlichen Gesundheitspflege ausgesprochen wird. Dies und die Tatsache, daß sein Enkel Wilhelm Opper nach sehr gut bestandenem Examen sein Rach­folger geworden ist, gereichen dem Scheidenden zur großen Genugtuung.

Lirklar, 5. Jan. Zu dem gestrigen Be- richt über den Brand der Felds ch e u n e des hiesigen Hofgutes ist berichtigend zu bemer­ken daß der mitverbrannte Strohvorrat nicht die halbe Jahresernte, sondern fast die ganz« Strohernte darstellt. Der Schaden ist durch Der- sicherung gedeckt.

Kreis Schotten.

» Wetterfeld, 4.Jan. Wie auch in anderen Gegenden Oberhessens so findet in diesem Winter für Nordwcst-Oberhessen in der Zeit vom 17. bis 21. Februar eine Burschenfreizelt unter der

Landkreis Gießen.

2Ilb ach, 4. Jan. Am kommenden Sonntag veranstaltet ter hiesige Geflügel- und Ka­ni n ch e n z ü ch te r v e r e in feine erste Kanm- chcn- und Geslügel-Lokalschau, die m der Gast­wirtschaft Will ftattfinten soll. Der Verein hat sich obwohl er erst ein Jahr besteht, bereits sehr für'die Zucht hochwertiger Tiere eingesetzt, Hüh­ner, Tauben und Kaninchen teerten aur Aus­stellung gelangen. Im Rahmen der Ausstellung werten auch zwei Vorträge stattfinden. 5)err Otto Mai- Lang-Göns wird über Geflügelzucht, Herr Ludwig Gerhard-Kirchgöns über Ka- ninchenzucht sprechen.

± Daub ringen, 4. Jan. 9m vergangenen Jahre war die Bautätigkeit in unserem Dorfe im Vergleich zu den früheren fahren, recht gering. Es tourten nur zwei Wahnha-ser ge­baut, daneben tourten einige Wvynhausum- und anbauten vorgenommen, ebenso vergrößerte ein hiesiger Geschäftsmann seine Latenräume. Die Gemeinte lieh noch einige Arbeiten in der Klecn- kinterschule ausführen. _ r

* Ettingshausen, 4. Jan. Der langjäh­rig« Fleischbeschauer ter Gemeinten Cttingshau-

Leitung des Landesjugendpfarrers Lic. von d c r Au statt. Das gutbesuchte Jugendtreffen in Arns­burg am 10. August hat sicherlich dem einen ode- anderen jungen Mann Anreaung gegeben, einmal mehrere Tage in Ernst und frohem Zusammensein Lebensfragen zu besprechen in einer Gemeinschaft, wie sie auf dem Boden der Kirche gegeben ist.

Laubach, 4. Jan. Im aogetaufenen Jahrs tourten in die hiesigen Standesamtsre- g ist er 36 Geburten (im Jahre 1931 31), 17 Eheschließungen (9) und 41 Sterbefälle (58) ein­getragen.

Ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für

3m Rahmen des vom Kabinett Papen in Dang gesetzten Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung hat die Provinzialbauverwal­tung ter Provinz Oberhessen von September bis End« Dezember vorigen Jahres

ein großzügige» Strahenbauprogramm durch­geführt, von dem jetzt nur noch einige kleine

Restarbeiten zu erledigen find.

ES tourten unter der Bauleitung der Provinzial« bauoertoaltung von Privatunternehmern, also nicht in Regiearbeit, folgende Str aßen - bauten vorgenommen:

3m Kreis Alsfeld drei Kleinpflasterstrecken von Drauerschwend nach Renzendorf, von Ren­zendorf nach Altenburg bis Abzweig Hopfgarten, von Romrod nach Alsfeld.

Im Kreis Lauterbach die Kleinpflasterung ter Ortsdurchfahrt von Herbstein.

Im Kreis S ch o 11 e n auf der Strecke Gedern Hartmannshain eine 2,5 Kilometer lange Zement- Schotterdecke und eine etwa 1,8 Kilometer lange Teer-Betondecke.

9m Kreis Büdingen Kleinpflasterungen auf der Strecke SeltersOrtenberg und ein weiteres Stuck auf der Strecke OrtenbergLißberg bis Abzweig nach Eckartsborn, ferner eine Teerbetondecke auf der Strecke Altenstadt-Lindheim. c# ri v

9m Kreis Friedberg eine Kleinpflasterdecke auf der Strecke HeldenbergenKaichen, eine Topeka- decke in einem Teil der Ortsdurchfahrt Heldenbergen und eine gleiche Decke auf der Strecke von Helden- bergen bis zur hessischen Landesgrenze.

Das Steinmaterial zu den Straßenbauarbeiten

WSN. Frankfurt a.TL, 4.9an. Unter dem Vorsitz des Präsidenten des Landesarbeitsamts Hessen, Dr. Engler, fand gestern eine Bespre- chung mit den Vorsitzenden der Arbeitsämter des Bezirks über die Durchführung des Notwc rks der Fugend im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen statt.

wie groß das Interesse an diesem Rotwerk ist. geht aus den jetzt schon vorliegenden Anmel­dungen hervor, die z. B. im Arbeitsamtsbezirk

Gießen heute bereits 1000 überschreiten.

Zur praktischen Durchführung ist vorgesehen, Ar- beitsgemeinschasten in den einzelnen ^rbntsamts- bezirken zu gründen, die je nach den örtlichen Be­dürfnissen gestaltet werden teilen, vermutlich in Den meisten Bezirken mehrere. Beabsichtigt »st, sie mog- lichst tobt- ober kreisweise aufzubauen. Es sollen alle Verbände herangezogen werden, Die sich für die Aufgabe interessieren, insbesondere charitatioe, die Gewerkschaften, Arbeitgeberverbande, Die Orts­ausschüsse der 9ugendvslege. Das Notwerk leib t geschieht im engsten Anschluß an die Berussbil- bungsmaßnahmen der Arbeitsämter. Finanzieller Träger ist, soweit berufliche Bildungsmahnahmen in Frage kommen, nach wie vor die Reichsanftatt. Für die übrigen, meist allgemein bildenden Unter­weisungen, für sportliche Ertüchtigung und Essen- qewährung wirb ein fester Zuschuß gewahrt, der sich pro Tag und Kops im Durchschnitt des Landesar- beitsamts auf 20 Pf. beläuft.

Dem Grundgedanken des Rotwerks entspre­chend soll in Fortführung der beruflichen Bil­dungsmahnahmen der kreis des Gebotenen da- durch erweitert werden, daß neben der streng beruflichen Fortbildung jetzt auch allgemeine Bildung vermittelt und körperliche Ertüchtigung betrieben wird.

Borst von hier zu Schaden kam. ist nach den Fest­stellungen der Polizei im Verlaufe der näheren Untersuchung insofern zu berichtigen, daß der junge Mann von dem Auto nicht überfahren wurde, son­dern daß eine Karambolage des Verletzten mit dem Wagen oorliegt, die noch der näheren Aufklärung bedarf. Der Autolenker, ein Einwohner von Lollar, hat der Polizei und auch in einer Zuschrift an uns zum Ausdruck gebracht, daß er sich mit seinem Wagen scharf aus der rechten Seite der Straße gehalten habe. Plötzlich habe er einen Schlag verspürt, der nach seiner Annahme von einem Stein oder der­gleichen hätte verursacht sein können. Er habe aber bei dem sehr starken Nebel weder von dem jungen Mann, noch von irgendeiner anderen Einwirkung etwas wahrnehmen können und sei daher weitergefahren, ohne von dem Unfall etwas zu wißen. Allem An­schein nach ist der Verletzte irgendwie durch einen unglücklichen Zufall mit dem Hinteren Teil des Wa­gens in Berührung gekommen und durch den An- prall zu Boden geworfen worden. Wie die Dinge

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Eingesandt.

(Für Form und 9nhaU aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion deiq Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Kabarett."

Es ist das jüngste Kind unseres Stadttheaters. Trotzdem oder deshalb sei eine ehrliche Kritik von feiten des Publikums an dieser Stelle gestattet.

Um eines vorweg zu nehmen. Bisher starteten drei dieser Abende, Der erste war nach überwiegen­der Meinung Der Besucher weitaus Der beste. Zur Neujahrsaufführung selbst. Es ist vielen unver­ständlich, daß die Intendanz ausgerechnet an die­sem Abend, der in früheren fahren in Auswahl der Darbietung und Besucherzahl erstklassig war, zu gleicher Zeit an zwei Orten spielen ließ. Es scheint, Heuchelheim bekam den Vorzug.

Kabarett ? Wir erwarten davon bunt zu­sammengewürfelte rasche Aufeinanderfolge von net­ten Kleinigkeiten, Vielseitigkeit, Überraschungen und vor allem ausgelassene Fröhlichkeit, so daß man vielleicht auch einmalTränen" lachen könnte. Das muß der Sinn eines Kabarettes sein, das durchaus nicht mit großstädtischen Frivolitäten durchsetzt sein muß, um zugkräftig zu fein. Es hat sich schon, durch den Anfangserfolg ermutigt, ein immerwiederkeh­rendesStammpublikum" für das Kabarett gebil­det, und die bisher immer ausverkauften Häuser sollten der Theaterleitung ein Ansporn sein, die Programmgestaltung hierfür nicht stiefmütterlich zu behandeln. Auf keinen Fall sollte man im Kaba­rett mitneuem Programm zur Hälfte Wieder- Holungen Der früheren Darbietungen bringen. Es ist peinlich. Die an sich schon heute nicht mehr zug- kräftigen exzentrischen Darbietungen (Zalousietaiiz und groteskes Chanson) Doppelt sehen zu müssen und man wurde im Neujahrskabarett Den Eindruck nicht los und er wurde durch die allzuhäufige Wie­derkehr von Gesangseinlagen noch verstärkt, einer Derlegenheitslösung gegenüberzustehen. Der weit schwächere Beifall des zweiten Teiles zeigte dies deutlich, ebenso konnten dies die Logenschließer aus den Aeußerungen des Publikums entnehmen. Der Clou" des Abends war unser Heimatdichter Heß, Der sofort Den Kontakt mit Dem Publikum fanb und stürmisch begrüßt würbe. Hoffentlich an diesem Ort nicht zum letztenmal. Warum fehlte er im zweiten Teil? Warum auch geizte man so mit den Tanz­einlagen (Des Tanzpaares Däulke unD seiner Girls), Die gut noch durch einen ästhetisch und Darum im­mer schön wirkenden Tanz hätten bereichert werden können. Und wo blieb Der Sketsch? Dankbar erinnern wir uns noch an die wenn auch alte Hasenpfote" des ersten Nachtkabarettes. 9a, da wurden Tränen gelacht, Hub, der hier nicht fehlen sollte, war Da, kurz, man hatte Den richtigen Ton getroffen. Es warten unzähliger Derartiger zug­kräftiger Sketschs und Einakter auf ihre Auffüh­rung, zahllose Einlagen unb Ansagerexkurse (gute) auf ihre Wiebergabe, es gibt tausenb kleine Mög lichkeiten, so bas Wechselspiel von Bühne zu ben Leuten aus bem Publikum", bas nie seine Wir­kung verliert unb sofort ben Kontakt schafft (siehe Gg. Heß). All bas in seiner flüssigen, leichten Bunt­heit ist Kabarett, besten Privileg es ja auch ist, einen ausgelassenen Witz nicht tragisch zu nehmen. Man freute sich über bie Kapelle Möhl unb würbe grabe auch in ber Aufmachung an bie Weintraubs erinnert. Sicher wäre es auch angebracht, Die Programmgestaltung in großen Zügen ober wenig­stens bie Mitwirkenben bekanntzugeben.

An biefer Stelle mag auch bie vielaufgeworfene Frage gestellt werben, warum ber Samstag, ber für Kabarett übrigens ber geeignete Tag märe, kein Spieltag ist? Ueberall, in jeber Theaterstabch hat dieser Tag mit bie beste Besucherzahl, warum ver­zichtet hier bie 9ntenbanz barauf? (Man denke an die auswärtigen Besucher, die ihr Wochenende in Gießen verbringen.) Liehe sich dieser Vorschlag nicht verwirlichen?

Kritik und vielleicht Anregung (keinesfalls Anmaßung ober Einmischen in Theaterangelegen, heiten), sonberen beibes aus bem Willen zur Mit­arbeit an ber Verbesserung unsres überall Aner­kennung finbenben Theaters. 9n biefem Sinne freuen wir uns auf bas nächste Kabarett. H. e.

Wettervoraussage.

über eine halbe Million Mark erledigt.

würbe aus den Steinbrüchen ber Provinz Ober­hessen gewonnen, so baß also auch nach biefer Rich­tung hin bas Arbeitsbeschaffungsprogramm wirk­sam würbe.

Die Gesaml-vaukosken beliefen sich auf rund 550 000 Mark.

Die Beschaffung dieser Mittel erfolgte Derart, daß bie Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten in Berlin im Auftrage ber Reichsregierung ein Dar lehen in Höhe von 65 Prozent der gesamten Bau­kosten der Provinz zur Verfügung stellte, das in bestimmten Zeiträumen von 1935 ab zurückgezahlt werden muh, ein weiterer Zuschuß in Höhe von 15 Prozent der Gefamt-Baukosten von der Reichs­anstalt für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosen­fürsorge als sog. verlorener Zuschuß mit ber Maß­gabe gegeben würbe, baß bei ben Arbeiten in be­stimmten Ausmaßen Arbeitslose mit au beschäftigen waren. Die restlichen 20 Prozent ber Baukosten hatte bie Provinz Oberhessen aus eigenen Mitteln aufzubringen.

Durch biefe Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist er­freulicherweise

bas Wirtschaftsleben in unserer Provinz wesent- sich gefördert und manchen seit langer Zeit arbeitslosen Männern unb Familien roicber ein Lichtblick gegeben worden.

Unser Gebiet liegt im Grenzbereich zwischen tem hohen Druck, der sich von ten Donaulänbern ter nach Südbeutschland ausbreitet unb den 2lu8- laufern ter Islandstörung. Die Wetterlage wird infolgedessen kein einheitliches Gepräge erhalten. 3m Süden wirkt sich mehr ber Hochdruckeinfluß aus, d. h-, ruhiges nebliges Wetter mit Rergung zum Aufklaren und leichtem Rachtfrost herrscht vor, dagegen dürste im nördlichen Teil maritime Cuf't aus verschiedenen Breiten wechselnd tool- tigern Wetter mit vereinzelten Riederschlägen führen. _

Vorhersage für Freitag: Temperaturen nachts in Gefrierpunktnähe, vielfach neblig, wolkig, mit Aufklaren: im südlichen Teil unseres Bezirks trocken, im nördlichen vereinzelte Niederschläge.

Vorhersage für Samstag: 9m wesent­lichen trockenes Wetter, dunstig mit Aufklaren, Temperaturen während der Nacht unter Null.

Lufttemperaturen. Am 4. 9anuar: mittags 6,8 Grad Celsius; am 4.9anuar: abends 5,8 Grad; am 5 Januar: morgens 0,9 Grad; Maximum 7,0 Grad, Minimum 0,5 Grad. Niederschläge 11,4 Millimeter. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter liefe. Am 4.9anuar: abends 0,1 Grad; am 5.9anuar: mor­gens 0,0 Grad Celsius.

Kirchliche Jlodtritfffch.

katholische Gemeinden.

Donnerstag, ben 5.9anuar-

Gießen. 17.30 Uhr: Beichte.

Freitag, ben 6. 9anuar.

Gießen. 7 Uhr: Messe: 8: Segensamt; 9: Hochamt mit Predigt; Militärgottesbienst.

Israelitische Gemeinden.

Israelitische Religionsgemeinde. Samstag, 7.9a- nuar. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9; abends 4.o0 und 5.30 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 7.9anuar. Freitag abend 4.15 Uhr; Samstag vor­mittag 8.30; nachmittags 4.50; Sabbatausgang 5-30. Wochengottesdienst morgens 7.10; abends 4 Uhr.

zur Zeit liegen, kann von einem Ueberfahren nicht gesprochen werden, im übrigen wird die polizeiliche Untersuchung den Sachverhalt klarzustellen haben.

* DerRückgangderZahl derVolks- schüler. Rach tem Bericht von .Wirtschaft und Statistik' gab es in ten öffentlichen Volksschulen im Iahre 1911 9,07, 1921/22 8,89, 1926 27 6,66 1931/32 7,59 Millionen Schüler. Weitere inter­essante Zahlen sind bie ter Schulanfänger unb Schulentlassenen. 1925 gab es 639 000 Schulan- fänger unb 1 272 000 Schulentlassene. 3m Jahre 1932 tourten gezählt 1 037 003 Schulan änger und 606 000 Schulentlassene. In ten Jahren 1930 bis 1933 ist die Zahl ter Schulentlassenen infolge der Kriegsauswirkungen um rund 35 bis 40 Prozent geringer als die Zahl der Schulanfän­ger. Die unterschiedlichen Zahlen sind als Aus­wirkung des Krieges 1914 18 anzuse^en. Erst im Jahre 1934 steigern sich die Zaylen der Schul­entlassenen wiederum fast um bas Doppelte, auf 1 271 000. Der Rückgang der Schulentlassenen m ten letzten vier Jahren beträgt nahezu 1,6 Mil­lionen gegenüber ter Zahl der Schulanfän"er. Dadurch wurde ter Arbe.tsmaik- nicht unwesent­lich entlastet.

Dadurch wird auch gleichzeitig der Kreis Teilnehmer erweitert, zumal auf flachen Lande nicht mehr so streng wie bisher der Charakter der beruflichen Fortbildung spezialisiert wirb. Das Notwerk sott burch biefe zusätzliche Maß­nahmen ber geistigen unb körperlichen Ertüchtigung in ganz anberem Umfang als bisher ben Gemein- chaftsgebanken pflegen und gleichzeitig auch für die Darin betreuten 9ugenblichen eine Unterstützung in Form einer warmen Mahlzeit am Tage Darftellen. Es können bei Dem Notwerk bei dem die Ver­folgung parteipolitischer Ziele ausgeschlossen ift Kameradschaften gebildet werben, beren Ziel bie Pflege des Gemeinschaftsgei st es ist. Gleichzeitig können bie Teilnehmer vom Träger auch noch zu Hilfsarbeiten herangezogen werben, z. B. für gemeinsame Essenbereitungen, ober für soziale Hilfsleistung für arbeitsunfähige Hilfsbedürf­tige u. a. Die Genehmigung erteilt in jebem Falle ber Vorsitzende des Arbeitsamts, der bei Ver­stößen die Bewilligung auch widerrufen kann.

In der sinn- unb zweckvollen Gestattung des Rotwerks sott ben Trägern möglichst freie hanb gelassen werden.

Anträge sind an die Arbeitsämter zu richten, die angewiesen sind, sie mit möglichster Beschleunigung zu bearbeiten, damit schon in allernächster Zeit die Maßnahmen des Notwerks der 9ugenb verwirklicht werben können. *

Das Arbeitsamt Gießen bzw. seine Reben- stellen nehmen noch weitere Meldungen, die persönlich anzubringen sind, entgegen. Zum Abschluß ter Vorbereitungen ist jedoch schleunige persönliche Meldung dringend zu empfehlen.

Millionen fleißiger Menschen sind in ten Win- termonaten gezwungen, bei künstlichem Licht zu arbeiten, in Büros, in ihren Werkstätten und in Hause, viele, schon körperlich ermüdet, auch n,-och in den Rachtstunden, um sich ein paar ®ro- §chen mehr zu erwerben. Tlnd gerate s i e sollten nichts außer achtlassen, ihr Augenlicht nach Mög- lichkeit zu schonen, denn es gehört auch zu dem gebenskapital von dem sie zehren und das ein- \ mal nicht mehr zu ersetzen ist.

Heute, wo äleberlandzentralen auch die kleinsten Lauerndörser mit elektrischem Licht versorgen, wo in den altmodischen Mietskasernen wenig- itms die Gasflamme brennt, wird kaum noch ein Handwerker gezwungen sein, bei Petroleumlicht oder der Stearinkerze zu arbeiten, er hat es besser als Eltern und Großeltern, zum mindestens gün­stiger. Und er, der es im Sommer bestimmt ver­meidet, im grellen Sonnenlicht zu lesen, weil ihm Die Augen schmerzen, sollte jetzt darauf achten, Daß er sich nicht durch zu sparsame Beleuchtung schädigt. Richt zu wenig Licht und nicht zu viel. Sein Schein soll das Arbeitsfeld gut erleuchten. Die Augen selbst aber schonen. Ein dunller Lam­penschirm erfüllt diesen Zweck vollkommen.

Beim Lesen ist auch die Körperhaltung von Wichtigkeit. Sie gilt nicht nur in ter Schule für die ABC-Schützen. Sie gilt für jeden Erwachse- _______ men. Wenn wir vorgeneigt di« Zeitung aus näch­ster Rähe studieren, muten wir unfern Augen Wgl cine größere Leistung zu, als wenn wir einen do tief«, ffuten Abstand halten. Und die Entfernung ist ! J. 'die richtige, die ten Augen keine unnütze De- leyen wird. ,i<jftuna zumutet. Di' si > sHnell durch Ermüdung hmbtut Das Auge stellt sich selbst auf die richtig« Entfernung um) te.i gan^gsten Lesewinkel ein. Jede Schrift, die wir von ter Seite schief lesen Wollten, erscheint uns sofort verzerrt.

Bei vielen ist es geradezu eine Frage der Eitel­keit, keine Brille und überhaupt keine Gläser zu benutzen. Es könnte ihnen ja etwas von ihrer Schönheit abgehn oder Fe alt n.a-,cnl Lie'ce Leute, wenn ihr erst die Vierzig erreicht habt, solltet ihr nicht mehr so eitel sein. Unb der Kundige lacht euch nur aus. Jenseits der Vierzig braucht ihr, aber doch die meisten von euch, eine Lesebrille. Das ist gewiß kein« Schande. Die Linse im Auge beginnt, ihre Elastizität zu verlieren und ihr könnt ihr die schwerer werdende Arbeit durch das rich­tige Glas abnehmen. Je besser ihr in der Jugend seht und je weitsichtiger ihr wart, um so nötiger braucht ihr im Alter eine Rahebrille für Lesen unb Arbeit. Laßt euch vorn Augenarzt die rich­tige Rurnmer verschreiben. Er untersucht euch da. bei die Augen genau und ihr wißt über ein wich­tiges Organ Bescheid. Mit einer falschen Drille schadet ihr euch nur. Und solch« Leichtfertigkeit vielleicht ein paar Groschen zu sparen, rächt sich

Ueber ein weiteres Arbeilsbeschaffungsproqramm auf bem Gebiete bes Straßenbaues ist 3ur Zeit noch nichts bekannt, es wirb aber bavon gesprochen, baß im Frühjahr weitere Arbeiten biefer Art wohl genommen werben bürsten.

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