Ausgabe 
5.1.1933 Erstes Blatt
 
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Brandherd ausfindig zu machen und ihn zu be­kämpfen. Es habe sich aber bald gezeigt, daß alle Bemühungen nutzlos gewesen seien. Entgegen an­ders lautenden Meldungen habe die Radiostation sehr aut gearbeitet und auch die ersten 808-Ruse ousgesandt Gegen 5 Uhr morgens hätten die Flam­men bereits die Taue erreicht, mit denen die Ret­tungsboote festgemacht waren und eine Stunde später habe er der Mannschaft Befehl erteilen müssen, das brennende Schiff zu verlassen. Erst in diesem Augenblick habe er fcstgestellt, daß etwa 3 0 M a n n f e h l t e n , die entweder verbrannt, e r st i cf t oder durch herabstürzende Eisenteile er-, schlagen worden seien Es sei auch möglich, daß |

einige Leute im Wasser den Tod gefunden hätten, da alle Mann über Bord gesprungen seien, weil die Rettungsboote nicht mehr verwendungs- fähig waren. Ueber die Ursache des Unglücks konnte der Kapitän keinerlei Mitteilung machen.

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WieHavas" aus Cherbourg berichtet, sollen noch etwa 70 bis 80 Mann der Besatzung des in Brand geratenen SchiffesAtlantique" von dem deut­schen DampferSierra Dentano" auf- genommen worden sein, der nach Brest fährt. Die Zahl von 30 Vermißten wird noch immer als wahrscheinlich angegeben.

Das Zusatzabkommen miiFrankreich

Der abgeänderte deutsch-französische Handels­vertrag hat für die deutsche Agrarpolitik nicht die besondere Bedeutung, die den bevor­stehenden Abmachungen mit Holland zukommt. Er stellt zunächst eine außenpolitisch bcachtsame Tatsache dar. Man könnte ihn als eine neue Station auf dem Wege ansehen, der mit der Reparationseinigung von Lausanne angebahnt und über das Genfer Rüstungsabkommen fort­gesetzt wurde. Sn der französischen Wirtschaft waren starke Strömungen am Werk, die auf die Kündigung des bestehenden Bertrags- verhältnisses hinarbeiteten. Ihnen war es ein Dorn im Auge, daß sich unter den bisherigen Dertragsverhältnissen die deutsch-französische Handelsbilanz für Frankreich dauernd ver- l u st reich gestaltet hatte. Es bestand die Ge­fahr, daß nach einer Vertragskündigung ein Schwebezustand eingetreten wäre, aus dem sich dann leicht ein Zollkrieg hätte entwickeln können. Die neue Einigung Icüfrt auf beiden Seiten den Willen erkennen, geordneteHan- delsbeziehungen zu schaffen, die die Ge­währ der Dauer in sich tragen.

Reben der politischen darf die wirtschaft­liche Bedeutung des Berliner Abkommens nicht unterschätzt werden. Es stellt zunächst den recht interessanten 'Veriuch dar, das System der Meist­begünstigung den gewandelten Rotwendigkeiten des zwischenstaatlichen Warenaustausches anzu­passen. Man weiß, daß der Reichsernährunas- minister und die hinter ihm stehenden Kreise der Wirtschaft das Meistbegünstigungs­prinzip überhaupt aus der deutschen Han­delspolitik ausmerzen möchten. Soweit sind wir nun gegenüber Frankreich nicht gegangen. Das Prinzip wurde vielmehr als solches in die neue Vereinbarung übernommen. Doch wurde die Möglichkeit von Ausnahmen ge­schaffen Unter die Meistbegünstigung sollen nicht fallen Kollektivverträge, die beim Völker­bund registriert werden und die auf der Kon­ferenz in Stresa vorgesehenen regionalen Grup­penverträge. Mit anderen Worten: Deutschland und Frankreich haben sich das Recht Vorbehalten, im gegenseitigen Einvernehmen Sonderab­machungen mit einzelnen Ländern au treffen, ohne daß solche Regelungen auf alle

meistbegünstigten Staaten Anwendung finden müssen. Aus der Liste der Warengruppen, die der Meistbegünstigung unterliegen, sind nur 40 Po­sitionen gestrichen, denen aber im deutsch-fran­zösischen 'Warenaustausch keine große Bedeutung beizumessen ist.

Es ist deshalb nicht ganz richtig, wenn die Dinge in Paris so dargestellt werden, als ob die Meist­begünstigung grundsätzlich abgeschafft und nur tat­sächlich für bestimmte Warengruppen aufrecht er­halten worden sei. Die Praxis erst wird zeigen, ob wir nicht im Hinblick auf die verstreuten deutschen Exportinteressen auf dem neuen Wege zu weit ge­gangen sind. Jedenfalls brauchen wir jetzt nicht mehr wie bisher zu fürchten, daß von Deutschland abgeschlossene Präferenzverträge an dem französi­schen Widerstand scheitern könnten.

Neu an dem Berliner Abkommen ist auch die elastische Ge st altung der bisherigen Zollbindungen. Das französische Parlament drangt die Regierung in die Richtung auf Wie­dergewinnung der Zollautonomie. Diese Bemühungen sind gescheitert. Jetzt sind die vertraglichen Bestimmungen so gehalten, daß bei einzelnen Waren Hollerhöhungen vorgenommen werden können, die tn der Wirkung die gescheiter­ten Kontingentierungsmaßnahmen ersetzen würden. Das wird aber nach dem im Vertrag vorgesehenen Modus zur Folge haben können, daß auch Deutschland Positionen des Vertrages kündigt und Zollerhöhunaen oornimmt. Da also selbstver­ständlich eine Unfreundlichkeit b i e Folge der anderen sein müßte, so scheint eine gewisse Ge- währ dafür gegeben, daß man sich auf beiden Seiten vor voreiligen Maßnahmen hütet. Dom Gesichtspunkt der deutschen Wirtschaft bleibt es zu bedauern, daß die Franzosen bei ihrer Kontin­gentierungspolitik stehen geblieben sind, von der un­gefähr ein Viertel des deutschen Ausfuhrwertes nach Frankreich betroffen wird

Im ganzen gesehen wird man das Abkommen günstig beurteilen dürfen. Ein Handelsvertrag ist immer ein Kompromiß. Alle Wünsche und Inter­essen lassen sich in ihm nicht durchsetzen. Da die Be­friedigung auf beiden Seiten festzustellen ist, darf man wohl annehmen, daß für längere Dauer ein brauchbares Vertrags,n st rument der Handelspolitik geschaffen wurde.

Aus aller Welt.

Afrikareise des Exkönigs Ferdinand von Bulgarien.

Der frühere König Ferdinand von Bul­garien begibt sich, wie von zuständiger Stelle mi{geteilt wird, wieder auf eine längere Reise nach Afrika. Er begibt sich über Aegypten und den Sudan nach der Kenya-Kolonie in Ost­afrika. Seine Abwesenheit von Koburg dürfte sich auf etwa drei bis vier Monate erstrecken.

Die Bergungsarbeiten an dem EisbrecherMalygin".

Rach einem Telegramm des Kapitäns des russischen EisbrechersSedow", der, wie bereits gemeldet, dem auf eine Sandbank aufgelaufenen EisbrecherMalygin" zu Hilfe geeilt ist, hat der »Malygin" ein Leck unter Wasser da­vongetragen. Sämtliche Fahrgäste und ein Teil der Fracht konnte geborgen werden. Es ist auch bereits mit dem Auspumpen des Wassers begonnen und alle Maßnahmen zur Hebung des Dampfers sind getroffen worden. Das Kommissariat für Seetransport hat einen Funkspruch erhalten, wonach alle Rachrichten über das Sinken des EisbrechersMalygin" nicht den Tatsachen entsprechen. Der Kapitän des EisbrechersSedow" teilt mit, daß die Mannschaft und alle wertvollen Gegenstände des Malygin" vonSedow" übernommen worden sind, um denMalygin" zu erleichtern. Der Ka­pitän hofft, auch ohne Hilfe des zweiten Eis­brechersLenin", denMalygin" flott zu machen.

Riesiger Benzintank explodiert.

Bei Ellesmere Port in dec englischen Graf­schaft Chester ist ein Benzintank der Shell-Mex- Gesellschaft mit einem Inhalt von über 3800 Hek­toliter Benzin explodiert. Der Tankdeckel sauste hoch in die Luft und stürzte mit bonner- artigem Getöse wieder auf die Erde nieder. Merk­würdigerweise wurde niemand getötet oder ver­letzt. Der ganze Tank bildet ein einziges Flam­menmeer. Unmittelbar nach der Explosion schossen die Flammen bis zu 50 Meter Höhe hervor und entwickelten eine dichte Rauchwolke. Die Feuerwehr ist bemüht, eine Ausdehnung des Brandes zu verhüten, da sich noch 10 weitere große Benzintanks in unmittelbarer Rähe be­finden.

Reue Hochdrucklokomotiven für die Hamburger Strecke.

In Berlin-Grunewald sind beim Reichsbahn- Versuchsarnt jetzt zwei L o k o m o t i v n e u b a u - t e n übernommen worden, die später für die Sch nellzüge Berti nH a m b u r g in Dienst gestellt werden sollen. Die Neubauten führen die Gattungsbezeichnung 04 und haben als Neuerung einen Kesseldruck von 25 Atmosphären. Die normale Fahrgeschwindigkeit wird 120 Stundenkilometer, die Höchstgeschwindigkeit 145 Stundenkilometer betra­gen. Die neuen Lokomotiven sind Vierzylinder-Ver­bundmaschinen, während die bisher größten Schnell­zugmaschinen 03 als Zweizylinder-Maschinen ge­baut worden sind.

Reue Messungen in der Stratosphäre.

Unter der Leitung des bekannten Stratosphä­renforschers Professor Dr. Regener startete dieser Tage im Hof des Physikalischen Snstituts der Technischen Hochschule in Stuttgart ein Stra­to s p r e n b a l l o n (zwei zusammengekoppelte Ballons). Die Ballons selbst und ihre Aus­

rüstung haben gegen früher wesentliche Ergän- , zungen und Verbesserungen erfahren. Sie lan» oeten am Rachmittag in der Rähe von Münsin­gen. Die MeßiOitrumente haben vorzüglich ge­arbeitet. Es scheint gelungen zu fein, durch die Verlangsamung des Aufstieges die Stärke der Ultrastrahlen nicht nur in großen Höhen, sondern gleichmäßig über den ganzen Weg hinauf zu messen. Sn dieser Richtung liegen auch der Zweck des neuen Stratosphärenfluges und die wertvol­len Ergänzungen gegenüber den bei den früheren Aufstiegen gewonnenen Ergebnissen. Rach einer vorläufigen Schätzung sollen die Ballone diesmal eine Höhe von 17- bis 18 00 0 Meter er­reicht haben.

Ein angeblich deutscher Flieger unter dem Berdacht der Falschmünzerei.

DieVossische Zeitung" meldet aus Reuyork: Der angeblich deutsche Flieger Hans Dechow, der auch den Ramen Gras Heinrich von Bülow führte, wurde von der Washingtoner Geheim­polizei unter der Beschuldigung, das Haupt einer der größten Falschmünzerbanden gewe­sen zu sein, auf dem Flugfeld Rewark verhaf­tet, als er aus Montreal kam. Der Verhaftete soll seit dem Sahre 1929 falsche 100-Dollarscheine in den Verkehr gebracht haben. Die Fäden lau­fen nach Berlin, wo Dechow-von Bülow seine Organisation aufgebaut hat. Sn der letzten Woche ist es den Falschmünzern gelungen, 100 000 Dollar mit einem Rach laß von 30 v. H. zu veräußern. Die Fälschungen waren so geschickt nach- gemacht, daß auch die Bankkassierer der ameri­kanischen Großbanken sie anstandslos entgegen» nahmen. Dechow war in Chikaao mit 100 000 fal­schen Dollars eingetrofsen, nachdem er vom ame­rikanischen Geheimdienst durch ganz Kanada ver- folgt worden war. Die Polizei fand bei seiner Verhaftung jedoch nichts Verdächtiges bei ihm. Sein Hauptgeschäft war der Vertrieb falscher amerikanischer Dollars mit Flugzeugen nach Ka­nada und Mexiko.

Ein Rationalsozialist als Leiche aufgefunden.

Güstrow (Meckl.), 4. San. Wie die Polizei mitteilt, wurde heute morgen in der Rebel am Mühlen st auwerk eine männliche Leiche aufgefunden. Dem Anschein nach mußte sie be­reits längere Zeit im Wasser gele­gen haben. Rach den bei der Leiche gefundenen Ausweispapieren handelt es sich um den 34 Sahin alten Arbeiter Wilhelm Westphal, der feit dem 10. Rovern ber vermißt wurde. Er war Mitglied der NSDAP. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, muß die Untersuchung ergeben. Die Leiche wurde von der Polizei be­schlagnahmt.

Einsturzunglück in Kairo.

Im Eingeborenenoiertel von Kairo ereignete sich eine K a t a st r o p h e. Ein großes zweistöckiges Ge­bäude stürzte plötzlich zusammen und be­grub 20 Personen unter Jemen Trümmern. Vier Personen konnten nur als Leichen geborgen wer­den, während 8 Personen schwere Verletzungen dnoontrugen

waldbrand bei Reichenhall.

Etwa 300 Meter oberhalb des Steinpasses bei Unken an der Staatsstraße Bad Reichenhall-Lo­ser brach auf österreichischem Gebiet ein Wald- brand aus, der allmählich großen Umfang an-

Oie größte Lokomotive der Welt.

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nahm und etwa zwölf Hektar Privatwaldungen ergriffen hat, die im Besitze mehrerer Dauern stehen. Man nimmt an, daß das Feuer beim so­genannten Schwenzen, d. h. bei der Reinigung der Waldwiese von Unkraut, das verbrannt wird, entstanden ist. Eine große Reihe von Feuerweh­ren sind mit der Löschung beschäftigt.

Schulflugzeug abgeslürzk. Pilot getötet.

Ein Schulflugzeug der Fliegerschule Schwarza (Thür.) stürzte aus bisher unbekannten Gründen ab. Der Pilot, der 22jährige Deutschamerikaner De11sch, erlitt schwere Verletzungen Er fta r b kurz darauf im Krankenhaus.

Prinzessin Hohenlohe in London.

Prinzessin Hohenlohe-Waldenburg- Schillingsfürst, von der französische Blätter behaupteten, daß sie in Biarritz wegen Spio­nage verhaftet sei, ist in Southampton auf dem LloyddampferEuropa" aus Neuyork einge­troffen und sofort nach London weitergefahren, wo sie im Hotel Dorchester Wohnung genommen hat. Die Prinzessin bat sich in der Zeit, in der aus Biarritz ihre Verhaftung gemeldet wurde, in Neu­york aufgehalten.

Raubübersall auf offener Landstraße.

Ein schwerer Raubüberfall wurde am Sil­vesterabend auf der von Goslar nach Astfeld füh­renden Straße begangen. Zwei Männer und eine Frau hatten einen Baumstamm quer über die Straße gelegt. Als ein junger Mann aus Astfeld mit seinem Fahrrade in der Dunkelheit gegen das Hindernis fuhr und stürzte, fielen die Wegelagerer über ihn her, verletzten ihn erheblich im Gesicht und beraubten i h n seiner Barschaft. Die Tä­ter sind unerkannt entkommen.

Eine Kolonialfeier in Marienwerder.

Dem Begründer preuß.sch-brandenburgischer Kolonialgeltung, dem Wegbereiter des deutschen Kolonialgedankens, Otto Friedrich von der G r o e b e n , galt eine am Reujahrstag in M a - rienwerder veranstaltete Feier des Ge­denkens an den 1. Januar 1683, an den Oberst von der Groeben von dem Gebiet an der Gold­küste für Kurdrandenburg Besitz ergriff. Landrat Dr. Ulmer zeichnete die Persönlichkeit von der Groeben. Die Tatsache, daß aus dem Osten, heute wie einst abgetrennt vom Vaterland durch einen polnischen Korridor, ein Preußen erwuchs, dessen koloniale Tat von höchster vaterländischer Bedeutung war und bleibt, zeige die Kraft und Bedeutung ostdeutschen Volkstums für Deutsch­land.

Die 27 Meter lange Gebirgslokomotioe auf dem Saint-Lamre-Bahnhof in Paris, wo dieser mächtig» Gigant zunächst ausgestellt wurde, bevor er auf den Alpenstrecken den Dienst versehen wird.

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Das größte Theater der Welt.

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Der erste Teil der Rockefeller-City in Neuyork konnte vor wenigen Tagen bereits eingeweiht werden. Im Mittelpunkt dieses pompösen Vergnügungsvieriels steht das riesige R oxy-Thea ter das über nicht weniger als 6200 Sitzplätze verfügt. Sämtliche erwachsenen Bewohner einer deutschen Mittelstadt könnten hier also auf einmal als Zuschauer untergebracht werden. Phantastische Beleuchtungseffekte er­höben den Eindruck, den die ungeheuren Dimensionen des Theaterraumes selbst auf die verwohnten Neuyorker machen.

Großer Einbruch in Frankfurt.

WSR. Frankfurt a. M., 4. San. Sn der Silvesternacht stattete eine Einbrecher!o« Ion ne einem Einfamilienhaus in der Paul-Ehrlich-Strahe einen Besuch ab. Der Woh­nungsinhaber und seine Angehörigen waren nicht anwesend. Die Täter kletterten zunächst über einen Gartenzaun, öffneten dann die Tür zur Laut« treppe und eine Dorgittertür mittels Rachschlüs­sels und gelangten in die Räume der ersten Etage. Zunächst gingen sie in das Privatbureau und ho­ben einen Kassenschrank vom Sockel, legten ihn aus den Teppich und brachen ihn auf. Aus dem Schrank entwendeten sie eine Kassette, die sie gleichfalls an Ort und Stelle aufbrachen und der sie einen Betrag von 1 7 0 0 M k. ent­nahmen . Aus dem Tresor.eil des Schrank s wurde ein weiterer Betrag von etwa 3000 Mk. ent­wendet, außerdem zwei Drillantringe und ein Dierzipfel, an dem sich drei Zwanzig« und ein Zehnmarkstück befanden, ferner vier hol­ländische Goldgulden. Sn einem weiteren Zim­mer haben sie dann Wäsche- und Kleiderschränke aufgebrochen, sie durchwühlt und Wäsche entwen­det. Nachdem sie in der ersten Etage mit ihrer Arbeitfertig waren, gingen sie in die zweite Etage in einen Dureauraum. Hier erbrachen sie ein Rollpult und erbeuteten nochmals 17 0 Mk. Bargeld.

2600 leerstehende Wohnungen in Frankfurt am Main.

WSR. Frankfurt a. M., 4. San. Aus Grund einer Wohnungsaufnahme hat das Frank- furter Statistische Amt die Zahl der am Ende des Sahres 1931 leerstehenden Wohnungen mit 2621 feftgestellt. Snfolge verringerterDau- t i g le i t mag diese Zahl zur Zeit etwas nied­riger sein. Der prozentuale Anteil ist bei den einzelnen Wohnungsklassen verschieden. Er be­trägt durchschnittlich bei Kleinwohnungen von 1 bis 3 Zimmer 1 Prozent, bei 4-Zimmerwoh- nungen annähernd 3 Prozent, bei 5-Zimmerwoh- nungen 4,5 Prozent, und bei den größeren Woh­nungen etwa 5 bis 6 Prozent. Sm Oktober 1931 wurden insgesamt etwa 886 leerstehende Großwohnungen gezählt. Bei der Zählung der leerstehenden Geschäftslokale betrug das Er­gebnis 1200, darunter 20 ganze Ges chäs ts- Häuser und 13 Fabrikgebäude. Es ist anzunehmen, daß diese Zahlen heute wesentlich höher sind.

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