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4.11.1933 Erstes Blatt
 
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Weiht Du:

daß ringe um Deutschland durch den Versailler Vertrag nutzer der ent­militarisierten Zone am Rhein auch ein breiter Gürtel läng, der Reichs- grenzen gezogen worden ist, in dem es keine Befestigungen errichten dars?

listen plötzlich wieder zusammen standen und Stimmenthaltung übten.

Don den Pressekommentaren seien her- vorgehoben : der besondere Artikel desEcho de Parts" über den außenpolitischen Teil der Re- gierungserklorung, der überhaupt nicht ernst ge­nommen werden könne, weil er nur inhaltslose Phrasen enthalte. Es scheine, als ob der Verfasser der Regierungserklärung überhaupt vergessen habe, daß Deutschland am 1-1. Oktober Genf verlassen habe. AuchD e u o r e" weist daraus hin, daß die Regierungserklärung nicht ein einziaes Wort über d i e deutsch-französischen Be­ziehungen enthalte, was ohne Bathteil nicht länger andauern könne. Ebenso stelltLe Rem- part" fest, daß die außenpolitischen Teile der Re- flierungserklorung zu unbestimmt gehalten eien, daß nicht einmal der Name Deutsch­land erwähnt würde. Das könne nur einen Sinn hoben, nämlich den, daß die französische Außenpolitik ohne bestimmte Richtung bleiben werde und ausländische Antriebe abwartet.

Rund em Drittel des polnischen Staatshaushalts für Rüstungszwecke.

Warschau, 3. Nov. (TU.) Der Finanzhaushalt Polens für 1934/35 weist u. a. folgende interessante Positionen aus: cheeres-Ausgaben 761,7 Millionen Zloty, das find rund 3 2 Prozent d e s oe- fa m t e n Haushalts. Die zahlenmäßigen Zif­fern der im Heereshaushalt angeführten Streit­kräfte der polnischen Armee und Marine sind im Landheer 17905 Offiziere, 37000 Berufs- und 21111 Nichtberufs-Soldaten, in der Kriegsmarine 421 Of­fiziere, 1840 Berufs- und 3357 Nichtberufs-Solda- ten. Die einzelnen Positionen des Haushalts ver­teilen sich wie folgt: 144,3 Millionen Zloty für Material-Erneuerung, 28,7 Mill. Zloty für Erhaltung des Kriegsmaterials, fürNeuanfchaffungoonKriegsgeräten und Munition, 24 Million für Pulver und Sprengstoffe, 2 Mill, für Flugzeuge, 9,4 Mill, für Flugzeugmotore und 15,7 Mill, für Motorteile und schließlich für neue Kraft- wagen 7,7 Mill., für Lebensrnittel 25,3 Mill., Uniformen ufw. 28,4 Mill. Zloty. Außerdem sieht der Haushaltsplan für unvorhergesehene Aus­gaben 15,5 Mill, und für Materialvorräte 10,4 Mill, vor. Die ordentlichen und außerordentlichen Aus- flaben der Kriegsmarine wurden mit insge- amt 22,5 Mill veranschlagt.

Ferner sind im Etat des Innenministeriums für die Polizeitruppe insgesamt 104,5 Mill, vor­gesehen. Die Polzeitruppe besteht aus 774 Offizie­ren, 28 592 Polizisten. Der Etat des Grenz­schutz-Korps beträgt 37,8 Mill., es dienen in ihm 1036 Offiziere, 7958 Unteroffiziere und 17 317 Soldaten.

Belgien wendetSIVMittionen für Rüstungen auf.

Brüssel, 3.Nov (TU.) Der belgische Haus­halt für nationale Verteidigung, der seht zur Verteilung gelangt ist, beträgt 869 355 000 Franken, was eine Verminderung gegen das Vorjahr um 24 Millionen Franken bedeutet. Dabei ist jedoch zu beachten, daß die neuen Ausgaben für (Bren^befeftigungen Im außerordentlichen Haushalt geführt wer­den. Die belgische Regierung hat weiterhin mit der nationalen Waffenfabrik einen Vertrag für Lieferung von Kriegsmaterial in den Jahren 1936 bis 1940 abgeschlossen. Es handelt sich um Kriegsmaterial im Werte von 58 Mil­lionen Franken. Außerdem ist ein Kredit van 22 Millionen Franken zur A u f st e 11 u n g oonbefonberen Grenzregimentern vor­gesehen.

Reue Drangsalierung der Gaarbevötkerung.

Nahezu jede politische Betätigung unterbunden.

S a a r b r ü d e n, 3. Nov. (WTB.) Die R e g i e - r u n g s k o m m i s s i o n hat dem Landesrat eine Verordnung zugehen lassen, durch die füröffent- 1 i d) c p o I i t i f d) e Versammlungen und L r Auszüge unter freiem Himmel ein Anmeldezwang eingesührt, sowie das Tra­gen von Parteiuniformen und Ab­zeichen politischen Charakters ver­boten wird. Weiter werden verboten: Gelände» unb Sportübungen sowie Märsche in geschlossener Ordnung unter freiem'Himmel, die Teilnahme an verbotenen Organisationen, auch wenn sie außerhalb bes Saargebiete» erfolgt; da» «tnfammeln von Gelb ober Sach- p e n ben tu politischen Zwecken. Schließ- lich enthalt die Verorbnung noch eine Verschärfung d" Verbote» von Druckschriften sowie etrafan- Drohungen für Verruss- ober Aechtungserklärungen nach ber Volksabstimmung. Begrünbet wirb biefe Verorbnung nut einer Verschärfung ber Lage im Saargebkt, gegen die Abhilfe geschaffen werden müsse

Mit der Zurückhaltung, die durch die gesehgeberi- scheu und verordnung-mäßigen Maßnahmen ber Regierungskommilsion bringeub geboten ist. äußert sich die faarlänbildje Presse zu dem neuesten Ver- orbnungeentrourl der Regierungökommission. Der Inhalt des Entwurfes, schreibt die Saarbrücker Zeitung, muß die Kluft noch verbreitern, die zwischen Bevölkerung und Reglet rungskom Mission aufgefiffen worden ist. Die Regierungskommission kann es der deutschen Be­völkerung nicht verwehren, wenn sie die Verord- nungen al» gegen b i e Dekunbung ihrer nationalen Gefühle gerichtet empfindet. Der Saarländer wird parieren, doch innerlich nicht» preisgeben. Da» Tragen von Abzeichen mag ihm verboten werben, bie Gesinnung wirb ihm niemanb a u »t r e i - ben. Alle Verbote und Strafandrohungen gelten

nur für das äußere verhakten. An Charakter und Gesinnung gleiten sie ab.

Die nationalsozialistischeSaarfront* bringt D-e Verordnungen in schwarzem Trauerrand. Das Blatt schreibt, die Regierungskommisfion berufe sich auf die Pflicht ber Neutralität. Dor allem aber hätte bie Regierungskommission selbst diese Pflicht.Mit Gefängnis von zwei bis

sechs Monaten, bei mildernden Umständen nicht unter einem Monat, wird bestraft, wer es unter­nimmt, einen Einwohner des Saargebiets wegen seiner politischen Einstellung usw. schaden zuzu­fügen." Müßte diese Bestimmung nicht in aller­erster Linie gegen die R e g , e r u n g s k o m - Mission angewendet werden?

SieResomdesSMre-lsundSttasprozeßrechts

Berlin, 3. Nov. (WTB.) Im Reichsjustiz- minifterium trat eine vom Reichsminister der Justiz berufene Kommifsion zur Aufstellung eines neuen Strafrechtsentwurfes zu­sammen, der bie Unterlage für ben vom Reichs­minister ber Justiz später dem Reichskabinett vor- zulegenden amtlichen Entwurf bilden soll. Den Vorsitz führt der Reichsminister der Justiz Dr. ® ü r t n e r. Stellvertretende Vorsitzende sind Reichs- Iustizkommissar Staatsminister Dr. Frank und auf besonderes Ersuchen des Reichsjustizministers der preußische Iustizminlster K e r r 1. Zu Mitglie­dern Hat der Reichsminister der Justiz Die Staats­sekretäre im Reichsjustizministerium und im preu­ßischen Justizministerium Dr. Schlegelberger und Dr. Breisler sowie je vier Vertreter der Rechtswissenschaft und der Gerichtspraxis berufen, nämlich die Unioerfitätsprofefforen Dr. Dahm (Kiel) und Dr. K o h I r a u s ch (Berlin), Dr. Metz­ger (München) und Dr. Nagler (Breslau), und als Vertreter ber Praxis ben Senatspräfibenten Professor Dr. Klee (Berlin), bie Lanbgerichts- bireftoren Dr. Grau (Düffelborf) unb Dr. L o - r e n z (Leipzig), sowie einen bayerischen Praktiker, besten Name noch nicht feststeht. Die Eröffnungs­sitzung am Freitag biente ber Aufstellung bes Ar­beitsplans unb ber Referatsoerteilung.

Auherbem hat im Reichsjustizministerium am Donnerstag eine Arbeitskommission zur Reform bes Strafprozesses ihre Tätigkeit ange­nommen. In biefe Kommission hat Der Reichs-

minifter ber Justiz ben preußischen (Beneralftaats- anroalt Dr. Bar eg in Celle, ben bayerischen Minifterialbirektor Dr. Dürr von ber Vertretung Bayerns beim Reich, ben sächsischen Generalstaats­anwalt Dr Weber in Dresben, ben Oberregie- rungsrat Schraut als Beauftragten bes Reichs- juftizkommistars sowie bie Sachbearbeiter bes Reichsjustizministeriums berufen. Die Kommission tagt unter bem Vorsitz bes zusfänblgen Abteilungs­leiters bes Reichsjustizministeriums Ministerial- birektor S ch ä f e r. Ihre Aufgabe ist es, zunächst Richtlinien für bie Refotm des Strafprozeßrechts vorzulegen unb sodann auf Grund dieser Richtlinien einen ersten Entwurf auszuarbeiten.

Das große Werk ber Reform des Strafrechts unb bes Strafprozesses tritt bamit in ein ent- scheibenbes Stablum. Der Geist bes neuen Staates muß ber Neugestaltung bes Rechtes Richtung unb Ziel geben. Dabei müssen aber auch bie Erfahrun­gen Der Praxis nutzbar gemacht werben. Das Reichsjustizminifterium hat beshalb schon vor länge­rer Zeit bie Lanbessustizoerwaltungen ersucht, i h m Vorschläge ober Anregun­gen aus ber Praxis ber Gerichte unb Staatsanwaltschaften mitzuteilen. Die §leiche Bitte richtet jetzt ber Reichsminister ber ustiz an bie Verbänbe unb Einrichtun­gen, bie sich wissenschaftlich ober praktisch in ben Dienst ber Neuorbnung bes Rechts gestellt haben, sowie an bie gesamte Oesfentlichkeit.

Aeichsemähmngsmmister Sam spricht zu den Zanem und Winzern der Westmatt.

EineRiesenbauernversammlung inKreuznach gelobt demZührer ireueGesolgschast

BabKreuznach,3. Nov. (WSN.) Das freund- iche Babeftäbtdjcn hatte heute überreichen Flaggen­schmuck angelegt. Allenthalben grüßten von ben Häusern Transparente wie:Mit Adolf Hitler Ja für Gleichberechtigung und Frieden." Im Saal­bau unb in elf anberen Lokalen hatten sich etwa 1 6 0 0 0 Bauern aus ber Umgebung von Bab Kreuznach eingefunben, um ihren Führer zu sehen unb zu hören. Beim Betreten bes Saales begrüßte ben Reichsbauernführer braufenber Beifall. Reichs- bauernführer Walter Darr6, wies einleitend Darauf hin, baß er gern bie Gelegenheit benutze von Gau zu Gau reifenb, zu ben Volksgenossen über ihre Anliegen unb Nöte zu sprechen. Wenn man bie Wirtschaftslage in Deutschlanb vor bem 30. Januar betrachte, so sehe man auf ber einen Seite ein flei­ßiges Bauerntum unb reichen Erntesegen, auf ber anderen Seite in ben Stäbten hungernbe Volksge­nossen, zu benen bie Nahrung nicht kommen könne. Das komme baoon, baß bie Börse unser Wirt­schaftsleben regierte. Aus biefer materialistischen Wirtschaft habe bas Bauerntum heraugelöst werben müssen. Es fei grunbsätzlich falsch zu glau­ben, bie Wirtschaft fei bas Erste: bas Erste sei bie Staatsführung. Die Wirtschaft sei bie Funk­tion ber Staatsführung. Adolf Hitler sei daher dar­über klar gewesen, baß man ber Lanbwirtschaft nur helfen könne durch eine vollkommen neue Staatsfüh­rung, bie an bie Stelle bes unverantwortlichen Weimarer Systems bie Verantwortlichkeit bes F ü h- rer Prinzips fetze. Ein völkischer Staat könne nur auf bem Bauerntum aufgebaut werben. Das Bauerntum könne nicht burch eine Getreibe- fabrif ersetzt werben. Es habe ja auch bie große Aufgabe, bie Blutsquclle bes Volkes zu fein. Der Nationalsozialismus bekennt sich zur Ret­tung bes Bauerntums, koste es was es wolle. Der Reichsminister wies bann auf bas Reichs-Nähr- ftanbsgefefo unb bas Reichs-Erbhofgefetz hin, besten

Segnungen auch bem jetzt noch Zweifelnben bald klar werben würben. Der Bauer brauche kein Miß­trauen gegen dieses neue Recht zu hegen, bie Durch- führung des Gesetzes liege ja in ben Hänben ber Bauern selber. Es gibt keinen frieblicheren Stanb in Deutschlanb als ben Bauernstand Aber barüber müssen sich unsere Gegner klar fein: So groß bie Friebenssehnsucht bes beutschen Lanbvolkes ist, so sehr steht unb fällt bie Möglichkeit ber frieblichen Jahre mit ber Person Adolf Hitlers. Am 12. No­vember geht es um bas Schicksal Eures Volkes, jo schloß ber Minister seine Ansprache. Unb wenn bann einer noch Zweifel hat, benke er an bas: wenn ber Führer nicht 14 Jahre Euch bie Treue gehalten hätte, bann wäre ber heutige Zustanb in Deutschlanb nicht möglich. Deshalb, beutsche Bauern, haltet ihm am 12. November auch bie Treue!

Den Ausführungen folgte braufenber Beifall. Lanbesbauernführer Freiherr von Eltz bankte bem Reichsbauernführer für feine Ausführungen und gelobte, baß bie westbeutsche Bauernschaft bem Führer am 12. November ÜJlann für Kann bie Treue halten werbe. Mit bem Gesang bes Deutschlanb- unb Horst-Wessel-Liedes fand bie Kunb- gebung ihr Enbe.

Am Abenb sprach Reichsbauernführer Darrt in einer Erwerbslosenkunbgebung. Der Reichsbauernführer, ber selbst einen harten Daseins­kampf hinter sich hat unb aus biesem eigenen Er­leben heraus befonberes Berftänbms für die unge­heure seelische Not dieser Volksgenossen hat, legte besonderen Wert Darauf, Den Erwerbslosen zu zei­gen, von welcher Seite die Reichsregierung Das Problem anpacke. Darrt sprach Dann nach Schluß der Versammlung mit verschiedenen Arbeitslosen unb verließ unter lauten Heil-Rufen bic Versamm­lung, um an anbe.rr Stelle ben Wahlkampf fortzu- führen.

Ser 12. November ein Tag der Versöhnung im Innern und der Einigkeit nach außen.

Heichsinnenminister 0r. $ricf spricht in Kassel.

Kassel, 3. Nov. (TU.) Tausenbe unb aber Tau- fenbe strömten am Freitagabenb nach ben Deutschen Werken in Kassel-Bettenhausen, um einen ber älte­sten unb bewährtesten Mitkämpfer Adolf Hitlers, ben Reichsinnenminister D r. Frick zu hören In ben großen Maschinenhallen der Werke, die etwa 30 000 Personen fasten, stand bie Menge bicht gebrängt. Im Hintergrunb ber riesigen Halle war ein blumen- unb fohnengeschmücktes Podium aufgebaut, zu besten beiben Seiten bie Fahnen- aborbnungen ber nationalen Verbänbe und ber Fachschaften Aufstellung genommen hatten. Unter ben Klängen einer Musikkapelle betrat um 20.30 Uhr ber Reichsinnenminister in Begleitung des (Bau­leiters die Halle, von den Massen stürmisch begrüßt. Hitlermädchen überreichten dem Minister einen Blumenstrauß Vieltausenbsache Heilrufe brausten bem Minister nochmals entgegen, als er bie Rebner- tribüne erreicht hatte.

Nach einer kurzen Begrüßungsansprache bes Äreispropaganbaleiter» nahm Reichsinnenminister Dr. Frick Das Wort. Das deutsche Volk, so führte er u. a. aus, ist in den letzten Jahren schon mehr als ein dutzendmal zu einer wichtigen Entscheidung an die Wahlurne gerufen worden, aber keine Dieser EntscheiDungen kann sich in ihrer Tragweite unb Bebeutung messen mit ber Entscheibung, die Sie am 12. November fällen sollen Der 14 Okto­ber, an bem unser Volkskanzler unb Die Reichs- regierung erklärten, baß Deutschland das üble Spiel in Genf nicht mehr weiter mitmacht unb bie Ab­rüstungskonferenz unb ben völkerbunb verläßt, ist ein Wenbepunkt in ber deutschen Geschichte gewesen.

Der Redner gab bann einen Rückblick über den Weg, den die nationalsozialistische Regierung In ben vergangenen neun Monaten zurückgelegt hat, er erwähnte, daß man bie kinderreichen Familien besser stellen werde, und zwar steuerlich wie auch auf dem Gebiet der BejolDung. Wir sind uns Darüber klar, so

führte der Minister weiter aut, daß noch viele Volksgenosten ihre Umstellung unb Gleichschal­tung nur aus äußeren Opportunitätsrückstchten vollzogen haben. Wir wissen, daß, um bas ganze Volk auch innerlich zu uns zu führen, es noch der Erziehungsarbeit von Jahrzehnten bedarf. Aber eins dürfen wir heute schon seststellen: Die deutsche Ju­gend, unser kostbarstes Gut und unsere Hoff­nung. sie schwört schon heute zum aller­größten Teil mit Leib unb Seele zu ber Fahne Adolf Hitlers.

Wir haben in diesen neun Monaten bie inner- politischen Voraussetzungen geschaffen zu dem denkwürdigen 14. Oktober, an bem unser Volkskanzler jenen großartigen Entschluß sahte, in Gens mit biesem Treiben, soweit Deutschlanb in Frage kam, Schluß zu machen. Niemals hätte ein solcher Entschluß gefaßt werben können, wenn wir nicht bie Gewißheit gehabt hätten, daß bas ganze deutsche Volk in biesem Entschluß wie ein Mann geschlossen hinter unserem Volks- kanzler steht, und bas soll unb wird ber 12. November beweisen. Kanonen haben wir nicht. Wir sinb wehrlos und basier rechtlos. Aber es ist so, wie unser Führer in einer seiner letzten Reben sagte: Ich habe keine Waffen, ich habe nur Euch Volksgenossen, und Ihr mußt in biefer Lage zu mir stehen, am 12. November burch ein überroältigenbes Bekenntnis zu ber Politik der deutschen Reichsregierung, eine Macht barstellen eine moralische Macht, über die die Welt nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen kann Es geht nicht am 12. November um das Schicksal ber Regierung Diese Regierung steht unerschütter- sich fest. Es wirb keinem marxistischen Wühler unb Hetzer unter ber Decke im Innern Deutschlands ge> linflen, die Stellung biefer Regierung zu erschüt­tern, auch nicht jener erlogenen (Breuelpropaganba. bic im Ausland gegen Die Regierung von üblen

Elementen betrieben wird Es geht nicht um bas Schicksal ber Reaierung, sondern es geht um Das Schicksal des gesamten deutschen Volkes und um das Schicksal JeDes einzelnen Volksgenossen. Wir Nationalsozialisten sind keine Kriegshetzer. Unser Führer weih aus eigener Erfahrung, was Krieg heißt. Ihm liegt jeder Gedanke an einen neuen Krieg fern. Wir sind zu jeder BerftanDigung be­reit, auch mit Frankreich, aber nur auf dem Boden der Gleichberechtigung und unserer Ehre.

Wir Nationalsozialisten bieten jedem Volks­genossen. ber guten Willens ist, die Hand zur Versöhnung. Mir wollen einen Strich machen unter das, was war. Wir wollen keinen haß fortsehen, sondern uns alle finden in der Liebe zum deutschen Volk. 3n diesem Geiste Der Ver­söhnung soll auch der 12. November stehen. Nicht mehr um Parteien geht es, sondern allein um bas Ceben bet Jtatlon. Unb so richte ich auch an bie Volksgenossen, bie bis­her uns ablehnend gegenüber standen, bie Bitte, hier nicht irgendwelche kleinlichen verstimmun- gen ober sonstigen Nebenrückflchten ausschlag­gebend sein zu lasten an jenem 12. November, sondern nur dasgroheGanzeirn Auge zu behalten, nämlich das Schicksal bes beutschen Volkes. Unsere Parole am 12. November ist: ZU i I Hitler für einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung. Ersetzt die Schmach vom 9. November 1918 durch ben lag ber Ehre vom 12. November 1933.

Die Rede des Ministers wurde des öfteren burch stürmische BeifaQslunbgebungen unterbrochen. Auch am Schluß seiner Rebe würben ihm Begeisterungs­stürme zuteil.

Neichsstatthatter Sprenger bei der jtrma Merck-Darmstadt. In wahrer Volksverbundenheit hinter dem

Führer am 12. November.

Frankfurt a.M , 3 Nov. (WSN.) Wie bas G a u Presseamt mitteilt, besuchte ber Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger ben großen Be­trieb ber weltbekannten Chemischen Fabrik Gebr. Merck, Darm st ab t. Nach einer lehr­reichen unb interessanten Führung burch ben Be­trieb, welche von ben Inhabern Der Firma selbst geleitet würbe, sprach ber (Bauleiterjur gesamten Belegschaft. Die runb 3000 Man­ner unb Frauen hatten sich in ber großen Halls bes Verlabebahnhofs um bie Fahne Der NSBO- Zelle gesammelt. Nach einer Begrüßung burch Den Chef ber Firma unb einem herzlichen Willkommen burch ben Leiter ber Betriebszelle gab ber (Bau­leiter eine Begrünbung feines Besuches. In sei­nen weiteren Ausführungen erwähnte er bie in bie- fern Betrieb besonbers einbringlich anschauliche Not- wenbigkeit besten, baß keiner ohne ben an­beren auskommen kann Dieses Aufeinan- ber-Angewiesensein führe zur r i ch t i g e n Werks- verbunbenheit. Als Bauernsohn sei es ihm ein Bebürfn's hinzuzufügen, daß zur Werksver­bundenheit auch Bodenverbundenheit not­wendig sei. Das W i n t e r h i l f s w e r k ist ein Opfer in diesem Sinne. Cs schließe die Volksge­meinschaft immer mehr unb mehr zusammen, woraus allein Arbeit geschafft werbe. Dann wandte sich der (Bauleiter zur außenpolitischen Lage und erklärte, baß es boch eine sehr merk­würdige Bölferbemotratie sein müsse, bie Deutschlanb nicht gleichberechtigt fein lassen wolle. Eine Ehrabschneibung müsse zurückgewiesen werben. Was allein schon im täglichen Leben eine Ehrabschneibung für Folgen haben könne, bas solle man nun auch am ganzen beutschen Volke erkennen. Ieber müsse zu stolz sein, mit benen zu verkehren. Die meinen, Deutschlanb Diffamieren za können. Wer am 12. November fehlt. Der schlägt sich selb st ins Gesicht. Wer an Diesem läge, gleich aus welchem Grunbe, fernsteht, schlägt auch bem ganzen Volke ins Gesicht. Es gibt keine Abhaltung, es gibt nur eine einzige Pflicht, Daß sich Der Führer auf uns ver­lassen kann, wie wir uns auf ihn ver­lassen.

Konferenz der evangelischen Kirchenführer.

Einheitliche Richtlinien für die Verfassung der Landeskirchen.

B e r I i n, 3. Nov. (TU.) Auf einer Konferenz Der Führer sämtlicher beutscher Lan­deskirchen berührte Der Reichsbischof einleitend Die Stellung DerKirche zur Schicksals- stunDe Des Volkes. Es gehe Darum, ob im lieben Der Völker bie Wahrheit herrschen solle, ober Lüge. In diesem Kampf hätten bie Führer ber Kirche bte felbstoerstänbliche Pflicht, Dafür einzutre­ten, baß am 12. November ein großes ein­mütiges Ja zu bem Ruf bes Führers gespro­chen werbe.

Zur kirchenpolitischen Lage erklärte ber Reichs­bischof, baß eine Befriebung ber Verhältnisse nur möglich lei, wenn bie Pfarrer s i ch von je­her Kirchenpolitik fernhielten und sich ausschließlich ihren eigenen Aufgaben ber Pre- b i g t unb Seelsorge wibmeten. Der Reichs­bischof erörterte eingehend Das Verhältnis ber Deut­schen evangelischen Kirche zu Den Kirchen Des Auslanbes Dem schwebischen Erzbischof Ei- Dem habe er versichert, daß bie neue beutsche Kirche sich nicht in eigensinniger Selbstgerechtigkeit abschlie- ßen, jonbern zu den evangelischen Kirchen aller Völ­ker einVerhältnisesirlicherunDwahr- hastiger Zusammenarbeit haben wolle. Die Frage Der regionalen Neugliederung Der Deutschen Lanbeskirche mühte in enger Zu - lammenarbeit mit ber Staats- unb Reichsreform gesucht werben.

Die Konferenz Der Kirchenführer beschäftigte sich Dann mit ben Richtlinien für Die zukünftigen Ver­fassungen ber Landeskirchen, bie Professor Heckel im Auftrage ber Reichskirchenregierung oorlegte unb begrünbete. Nach ber neuen Verfassung ist es eine ber wesentlichsten Aufgaben ber beutln evangeli­schen Kirche, bie Rechtseinheit unter Den Ilan- beskirchen auf Dem Gebiet Der Verwaltung und Rechtspflege zu förbern und einheitliche Richtlinien für deren Verfassung zu geben. Die Beratungen dienten ber Erarbeitung die­ser Rechtsnormen Aus den Kreisen der Kirchenfüh­rer wurde eine Reihe von Wünschen Dorgetragen, bie eine Fülle von Anregungen für Die endgültige Fassung dieser Richtlinien gaben.