Brigade. Mehr als viereinhalb Stunden waren die braunen, schwarzen und feldgrauen Kolonnen, die Armee des Friedens, mustergültig ausgerichtet, in glänzender Verfassung trotz des kilometerlangen Marschweges vor ihrem obersten Führer im Gleichschritt oorbeimarschiert und hatten in ihrem Gruße ein neues Bekenntnis unverbrüchlicher Treue und freiwilligen Gehorsams abgelegt.
Der Führer begrüßt das diplomatische Korps.
Nürnberg, 2. Sept. (WTB.) Der Führer stattete den mit dem Diplomatenzug in Nürnberg eingetroffenen Ehrengästen des diplomatischen Korps am Hauptbahnhof Nürnberg-Nord einen Besuch ab. Auch Reichsaußenminister o. Neurath war erschienen. Der Führer wurde vom Chef des Protokolls, Graf Bassewitz, empfangen, der in einem Wagen des Diplomatenzuges die Ehrengäste vorstellte. Der Führer sprach den Herren des diplomatischen Korps seinen Dank aus für die Mühe, der sie sich unterzogen hätten, um zum Reichsparteitag der NSDAP, nach Nürnberg zu kommen. Er wies auf das Improoislerte der diesjährigen Veranstaltung hin, die in wenigen Wochen hätte vorbereitet werden müssen. Er
würde sich freuen, wenn die auf dem Reichspartei, tag anwesenden Herren des diplomatischen Korps von Nürnberg den Eindruck mitneh. men würden, daß die nationalsozialistische Herr- schäft in Deutschland nicht Zwang oder gar Tyrannei sei, sondern daß hier die Volks- stimme wirklich zum innersten und tiefsten Aus- oruck komme.
Namens der Herren des diplomatischen Korps sprach der eslländische Gesandte Exz. Menning seinen Dank für die großzügige Gastfreundschaft aus, die sie bei der NSDAP, gesunden hätten. Die Herren des diplomatischen Korps seien erfreut, daß sie Zeugen dieser gewaltigen Schau und dieser Kräfte sein dürften, die der Reichskanzler geschaffen habe und denen Nürnberg, diese Perle deutscher Kultur, einen so herrlichen Rahmen gäbe. Der estländische Gesandte schloß seine Dankesworte an den Führer mit dem Satz: Sie haben sich's schwer gemacht, uns machen Sie es leicht!"
In der anschließenden Unterhaltung mit dem Führer brachten auch die übrigen Herren des diplomatische^ Korps zum Ausdruck, daß diese Veranstaltung in Nürnberg auf sie einen unvergeßlichen Eindruck machte. Auch der Stellvertreter des Führers nahm Gelegenheit, die einzelnen Herren persönlich zu begrüßen.
Die Rede des Meers auf dem Amtswalterappell
Nürnberg, 2. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Der Führer hielt auf dem Amtswalterappell folgende Rede:
Parteigenossen! Amtswalter der Politischen Organisation! Biele von Ihnen blicken nunmehr auf einen jahrelangen harten Kampf zurück. Das Ergebnis dieses gewaltigen Ringens steht heute sichtbar vor uns. Die Nationalsozia- listische Partei ist der Staat gewor- den und ihre Führer sind heute die vor der Geschichte verantwortlichen Leiter des Deutschen Reiches. Damit erhält die Partei der Opposition von einst nunmehr d i e Aufgabe der Erziehung des deutschen Menschen zum Bürger dieses neuen Staates. Sie, meine Amtswalter, sind vor Gott und unserer Geschichte dafür verantwortlich, daß durch diese politische Erziehung der deutschen Menschen zu einem Volk, zu einer Idee, zu einer Willensäußerung niemals wieder ein November 1918 in der deutschen Geschichte möglich wird. In 14 Jahren hatte unser Volk Gelegenheit, am eigenen Leibe zu spüren und damit kennenzulernen, welchen Unsegen die Uneinigkeit bringt, was vom Kampfe der Klassen und Stände, der Berufe, der Konfessionen, der Stämme und der Länder untereinander für das deutsche Volk zu erwarten ist. 14 Jahre haben uns gezeigt, welches das Ende sein würde, wenn dieser Wahnsinn der Wellzerfleijchung länger anbauern würde. W i r wollen daraus lernen, und wir haben daraus gelernt. An Stelle der 50 und 100 Fähnchen in unserem Volk hat sich siegend eine Fahne erhoben, ein Symbol. (Heilrufe, Beifall.) Was uns jahrelang als Traum vorschwebte, ist Wirklichkeit geworden, das Symbol der Klasseneinigung des deutschen Volkes ist das Symbol des neuen Reiches geworden und damit Panier des deutschen Volkes.
Wir haben nunmehr die Aufgabe, eine eherne Form zu bilden, die jeden Deutschen in sich aufnimmt und mit ihrem Geist erfüUt. An dem Tage, an dem wir endgültig die Wacht übernommen hatten, da war noch nicht das ganze deutsche Volk durch die Schule unserer Erziehung gegangen. Aber keiner von uns dachte damals, daß etwa mit der bloßen INachtüber- nahme die Mission der Bewegung ihr Ende gesunden hätte. Dir alle wußten, daß es galt, auch das, was noch nicht zu uns gehört, für uns zu gewinnen.
Wir wußten weiter, daß das, was begonnen wurde, nur Bestand haben kann, wenn man immer aufs neue darum kämpft. „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!" Dieser Grundsatz muß mit ehernen Lettern eingezeichnet werden in die Tradition unserer Bewegung. Denn der kostbarste Besitz auf dieser Welt ist das eigne Volk. UmdiesesDolk wollen wir ringen und wollen wir kämpfen, niemals erlahmen und niemals ermüden, niemals verzagen und niemals verzweifeln. Was Jahrtausende vor uns bestand, wird auch die kommenden Jahrtausende bestehen können.
Sie sind als Träger der Politischen Organisation verpflichtet, jene Führer-Hierarchie zu bilden, die wie ein Fels unerschütterlich im Getriebe unseres Volkes steht. Es ist Ihre Pflicht, dafür zu sorgen, daß jeder Deutsche, gleich welchen
Stammes und welcher Herkunft er sein mag, durch diese weltanschaulich-politische Schule, deren Repräsentanten Sie sind, hindurchgesührt wird.
Wir wissen, daß unsere Gegner heute noch die stille Hoffnung haben, vielleicht durch Zersetzung erreichen zu können, was sie durch Putsche und Revolten niemals wieder erreichen werden. Wir haben dem einen Riegel vorgeschoben. Die Art unserer Organisation, die keine Abstimmungen kennt und keine Wahlen, die nur Autorität, Disziplin, Verantwortung und Unterordnung kennt, diese Art unserer Organisation verhindert dies, daß irgend jemand hoffen kann, sie jemals zu zersetzen. Wir haben den Schlüssel gefunden, der für alle Zukunft den Feinden unseres Volkes das Tor versperren wird. Wir müssen daher diese Prinzipien als ewig gültige hoch halten und müssen dabei durch die Kerntruppe unserer Weltanschauungsorganisation, durch die Partei, durch den Führerstab das Beispiel geben, daß fein Deutscher glaubt, etwas Außerordentliches zu tun, wenn er das tut, was der Bewegung zu tun heilige Pflicht ist.
Je mehr unser Volk von dieser Bewegung geformt und getragen wird, um so mehr rückt sie in den Mittelpunkt der allgemeinen Betrach, tung. Alle Blicke konzentrieren sich auf sie. Sie muß sich dessen bewußt sein, und insbesondere müssen ihre Führer diese hohe Ehre, aber auch diese unerhörte Verpflichtung, die darin liegt, begreifen. Die Bewegung wird der ganzen Nation vorbildlich vorangehen, so daß wir nicht nur die Führung besitzen, weil wir die Macht haben, sondern daß wir die Macht haben, weil wir zu Recht die Führung sind.
(Stürmische Heilrufe.) In wenigen Tagen werden Sie wieder in das Leben des Alltags und damit in den laufenden Kampf der Bewegung zurückge- kehrt sein. Die große Tagung ist damit beendet. Der Kampf beginnt wieder. Wir sind eine junge Bewegung und wissen, daß nichts in 14 Jahren vollendet sein kann. Wir bauen auf die Zeit und rechnen mit langen Etappen. So wie wir uns heute hier getroffen haben, werden wir uns in zwei Jahren und wieder in vier und in sechs Jahren treffen. Und so wird diese Bewegung sich m zwanzig, in achtzig und in hundert Jahren treffen bis in alle Ewigkeit. (Stürmische, immer wiederkehrende Heilrufe.). Wir haben em Samenkorn in unser Volk gesät, das ewige Früchte tragen soll und niemals mehr zu vergehen bestimmt ist, wenn nicht das deutsche Volk wieder in Uneinigkeit verfallen soll und damit in Schwäche und Tod.
So wollen wir denn heute mit dem Gelöbnis auseinandergehen, die Prinzipien, die Gedanken und Ideen härter und schärfer als bisher zu vertreten, mutig und tapfer zu sein, ausdauernd und zähe, so daß, wenn wir uns in zwei Jahren Wiedersehen, wir zurückblicken können auf eine Zeit fruchtbarer und erfolgreicher Arbeit. Die aber, die Dann immer stärker diese Bewegung vor sich sehen werden, werden dann einsehen, daß sie alle Hoff- nuna begraben müssen, diese Bewegung und das deutsche Volk noch einmal zerstören zu können. — Der Führer schloß seine Rede unter ungeheurem Jubel mit dem Ruf: Es lebe unsere Bewegung, es lebe unser deutsches Volk, es lebe unser Deutsches Reich! Sieg-Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil!
„Die lugend ifl unseres Volkes Weilerleben."
Oer Führer spricht zur H irerjugend im Nürnberger Stadion.
Nürnberg, 2. Sept. (TU.) Die große Kundgebung der Hitler-Jugend im Stadion in der Nahe des Zeppelinfeldes begann nach 14 Uhr. Die Jugend war aus ihren Zeltlagern inmitten des Hochlandes bereits am frühen Morgen aufgebrochen und marschierte zum Zepp-Platz. Den jungen begeisterten Gesichtern sah man nichts von Strapazen und Müdigkeit an. Weit über 80 000 Hitlerjungen sammelten sich im Stadion im Halbkreis. Bald hatten die Jungen entdeckt, daß L e n i R i e f e n st a h l die Filmregie führte und bemüht war, sich besonders nette Gruppen schmucker Beng>l zu ihrem Film auszusuchen. Nun hörte man von allen Seiten den Ruf: „Leni, Leni!". Es gab viel heitere Momente. Stürmisch begrüßt wurden Vizekanzler v. Paven und Reichsaußen- minister v. Neurath, sowie der Reichsjugendführer Baldur v. Schirach, lieber dem Feld kreuzten zahlreiche Flugzeuge. Plötzlich setzte neuerdings großer Jubel ein, das Luftschiff „Graf Zeppelin" wurde sichtbar und näherte sich dem Flugplatz.
An Ehrengästen erschienen weiter noch Reichswirtschaftsminister Schmitt, Reichsbankpräsident Dr. Schacht sowie eine ganze Anzahl von M i - n i ft e r n der Länder, die Reichs st atthalter, ferner 40 Ortsgruppenleiter der NSDAP, aus dem Ausland, sowie die in Nürnberg weilenden Diplomaten. Die Tribünen waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Hier sah man auch Abordnungen italienischer und englischer Faschisten, letztere unter Führung von Dr. Thommsen. Ungeheurer, unbeschreiblicher Jubel setzte ein, als der Führer erschien, auf das Podium trat und mit lachendem Gesicht immer
wieder seine jüngste Gefolgschaft grüßte. Länger als zehn Minuten erschollen die Heilrufe zu ihm empor. Selbst ein Fanfarensignal war zunächst nicht imstande, Beruhigung zu schaffen.
Rerchsjugendführer ÄalSurv. Schirach hat Mühe, in dem gewaltigen Jubel zu Wort zu kommen. Er grüßt den Führer im Namen der versammelten 60 000 und der im Geiste an der Kundgebung teilnehmenden weiteren eineinhalb Millionen Hitlerjungen. Eine Botschaft der Trauer, so fährt er fort, fällt in diese Freudenkundgebung. Der österreichische Unterbannführer Thomas ist auf der Flucht vor den Schergen eines oolksfremden Systems im Gebirge tödlich abge stürzt! Die Fahnen senken sich bei dieser Botschaft in Trauer. Der Reichsjugendsührer fährt fort: „Er fiel auf dem Wege zu Ihnen, mein Führer, der der Weg 1u Deutschland ist!" Er gedenkt bann der anderen ür ihr Deutschland gefallenen Hitlerjungen und chließt mit dem Gelöbnis der Jugend: Wir sind bereit, für Sie zu leben, zu handeln und, wenn es fein muß, in den Tod zu gehen, denn Sie sind Deutschland, Adolf Hitler! Das dreifache Sieg-Heil für den Führer, mit dem Baldur v. Schirach schließt, wird von den 60 000 Jungen begeistert ausgenommen. Dann wird es ganz still auf dem weiten Platz, denn nun spricht
Der Führer:
Meine deutsche Jugend! Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen dem, was 14 Jahre hinter uns war, und dem, was heute ist. Ein neues Deutschland ist erstanden, und mir müssen die Erkenntnis der Verschiedenheit der Grundlagen des
Deutschen Reiches in seiner vergangenen Zeit und des Deutschen Reiches von heute in uns ausnehmen, um diesen Wandel zu begreifen. Sv wie wir hier oerfammelt sind, junge Kameraden, so muß das ganze deutsche Volk versammell sein und z u - sammengehören. So war es leider nicht immer. Getrennt in Berufen, Stände und Klassen hat der Deutsche den Deutschen bisher nicht gekannt. Einer wollte den anderen nicht verstehen, jeder dachte nur an sich, höchstens noch an seine Klasse. Wir selbst sind die Zeugen der Folgen dieser Verwirrung des Denkens gewesen. Wir haben eine Erkenntnis daraus zu schöpfen:
Lin Wille muß uns beherrschen, eine Einheit müssen wir bilden, eine Disziplin muß uns zusammenschmieden, ein Gehorsam, eine Unterordnung muß uns alle erfüllen, denn über uns steht die Ration. Wenn wir diese Erkenntnis in uns aufnehmen, und zu einem heiligen Befehl werden lassen, dann wird das, was wir hier in dieser Gemeinschaft sehen, sich ausweiten und unser ganzes Volk zusammenschliehen zu einem einzigen Willen und damit zu einer Kraft.
Ihr seid das kommende Deutschland, ihr müßt lernen, was wir von ihm einst erhoffen. Ihr seid noch jung, ihr habt noch nicht die trennenden Ein- flösse des Lebens kennengelernt. Ihr könnt euch noch so unter- und miteinander verbinden, daß euch das spätere Leben niemals mehr zu trennen vermag. Ihr müßt in eure jungen Herzen nicht den Eigendünkel, Uedevheblichkeit, Klassenauffassungen, Unterschiede von reich und arm hineinlassen. Ihr
müßt euch vielmehr in euerer Jugend bewahren, was ihr besitzt, das große Gefühl der Kameradschaft und der Zusammengeho- r i g f e i t. Wenn ihr das nicht preisgeben werdet, wird keine Welt es euch zu nehmen vermögen und ihr werdet dann einmal fein ein Volk, genau so fest gefügt, wie ihr es jetzt seid als deutsche Ju- genb, als unsere ganze Hoffnung, als unseres Volkes Zuversicht und unser Glaube. (Beifall.)
Ihr müßt die Tugenden heute üben, die Völker brauchen, wenn sie groß werden wollen. Ihr müßt treu fein, Ihr müßt mutig fein, Ihr müßt tapfer fein und Ihr müßt untereinander eine einzige große herrliche Kameradschaft bilden. (Erneuter lebhafter Beifall.) Dann werden alle die Opfer der Vergangenheit, die für das Leben unseres Volkes gebracht werden mußten und gebracht worden sind, nicht umsonst hingegeben worden fein, sondern Dann wird aus all den Opfern am Ende doch eine glückliche Entwicklung des Lebens unseres Volkes kommen, denn Ihr, meine Jungen, Ihr seid die lebenden Garanten Deutschlands, Ihr seid das lebende Deutschland der Zukunft, nicht eine leere Idee. Kein blasser Schemen, sondern Ihr seid Blut von unserem Blute, Fleisch von unserem Fleische, Geist von unserem Geist, Ihr seid unseres Volkes Weiterleben. (Stürmischer Beifall.)
Nach dem Gesang des Deutschlandliedes fuhr der Reichskanzler zur Freude der Jungen unter neuem lautem Jubel d i e Fronten ab. Im Stadion wurden dann noch sportliche Spiele und Reigen- Vorführungen veranstaltet.
Das Volksfest im LuiipolDhain.
Hunderttausende sind Zuschauer des Riesenfeuerwerks.
Nürnberg, 2. Sept. (TU.) Ein Volksfest im wahrsten Sinne des Wortes fand am Samstagabend bis in die Frühe des Sonntags hinein i m Nürnberger Luitpoldhain und auf dem angrenzenden Riesengelände statt. Außer der Masse der Parteitagsteilnehmer war halb Nürnberg mit Kind und Kegel hinausgepilgert, eine wahre Völkerwanderung. Mindestens 800 000 Menschen waren in fröhlichster Stimmung versammelt. Eisenbahn und Straßenbahn brachten in dichter Zugfolge immer neue Massen heran. Wer nur konnte, ging frühzeitig hinaus, um sich die besten Plätze zu sichern. Der Jugend boten in den weitläufigen Anlagen die hohen Bäume einen willkommenen Ausguck. Wieder füllten 35 000 die Tribünen der menschenbelaaerten Zeppelinwiese, auf der vormittags der Amtswalterappell stattgefunden hatte. Im Stadion drängte sich die Hitler-Jugend in fröhlichstem Lagerleben. Auf jeder der großen Wiesen standen oder lagerten viele Zehntausende und lauschten den 6 21. ■ Kapellen, die im Schein der Fackeln Volks- und Kampflieder spielten. Hunderte von Händlern mit Würstchen und Bier, Zigaretten und Nürnberger Brezeln hatten einen guten Tag. Die warme mondhelle Sommernacht war wie geschaffen für dieses Fest. Gespannt wartete alles auf den Beginn des riesigen Feuerwerks, des größten, das je gezeigt wurde.
Das Riesenfeuerwerk.
Um einen ungefähren Begriff von dem Ausmaß des Feuerwerks, das abgebrannt wurde, zu bekommen, muß man wissen, daß die Gesamtlänge aller aufgebauten Fronten 18 Kilometer betrug und die Puloermengen in zwei Eisenbahnwagen herantransportiert werden mußten. Der gesamte Transport erforderte einen kleinen Güterzug. 5000 schwerste Raketen mit
2 40 bis 3 0 0 Meter Steigfähigkeit fliegen auf. lieber 3600 Bombenröhren lagen für die Trommelfeuerfront bereit. 18 000 Blitzkanonenschläge ließen den Boden erzittern. In der Minute erfolgten durchschnittlich 65 bis 70 000 Explosionen. Ein nie dagewesenes Spiel von Leuchtsternen bot sich den Massen als Höhenfeuerwerk, für alle gut sichtbar. Es glitzerte und sprühte, donnerte und krachte. Himmel und Erde erglühten in phantastischer Glut aller Farben. Hunoerte von Feuertöpfen schleuderten unzählige Kometen gegen den Nachthimmel. Aus 1800 schweren und 3000 leichten Mörsern fliegen Verwandlungsbomben mit mehrfacher Entladung hoch.
Unmöglich, alles das aufzuzählen, was sich den erstaunten 2lugen bot. Ein hoher Le uchtt urm am Dutzendteich erstrahlte minutenlang feenhaft in bengalischem Rotfeuer. Ein wogendes Kornfeld wurde gezeigt und der silberne Wasserfall. 2400 Sirenen heulten durch die Luft. Die Hölle schien losgelassen. Zum Schluß rasten, aus Stahlrohren größten Kalibers geschossen, 16 0 gewaltige Etagenbomben, sich mehrfach überkreuzend,, in die Höhe. Das ganze Festgelände war für zehn Minuten mit roter Glut überzogen. Ein gewaltiger Donnerfchlag dröhnte durch die Luft — und das größte Feuerwerk der Welt, wirklich das größte, hatte fein Ende gefunden.
Die Verkehrsmittel vermochten natürlich nur einen Bruchteil der Massen in die Stadt zurückzubringen. lOOOOOde mußten dicht gedrängt einen langen Fußmarsch antreten. Viele mögen erst in der Frühe des Sonntags ihr Heim wieder erreicht haben. Mancher SA.-Mann wird gleich von dort aus zum Sonntagsappell in die Luitpold-Arena gegangen sein. Aber sie alle haben von diesem echten Volksfest ein unauslöschliches Erlebnis mitgenommen.
Gauleiter Hofer in Nürnberg.
Nürnberg, 2. Sept. (TU.) Der Tiroler Gauleiter Hofer traf um 21.02 Uhr mit dem Flugzeug, in dem sich seine Familienangehörigen, seine beiden Befreier und österreichische Parteifreunde befanden, auf dem Nürnberger Flughafen ein. Das Flugzeug hatte um 19.30 Uhr eine Zwischenlandung in München vorgenommen. Oberbürgermeister Liebel hieß Hofer in Nürnberg herzlich willkommen. Hofer selbst, der auf einer Trag, bahre transportiert wurde, sprach einige Worte ins Mikrophon. Mit Automobilen wurden die Eingetroffenen dann in das Hotel „Württemberger Hof" gefahren, wo sie Wohnung genommen haben. Im Hotel wurde ihnen ein schlichter Empfang bereitet.
Oie Löwener Inschrift unterbleibt auch in Ornant.
Brüssel, 3. Sept. (WTB.) Die für die wiederaufgebaute Universitätsbibliothek in Löwen geplante deutschfeindliche Aufschrift mit dem Schlußsatz: Durch teutonischen Furor zerstört", deren Anbringung seinerzeit infolge Des Einspruches der Universitätsbehörde unterblieben war, sollte nunmehr auf einem Denkmal für die im August 1914 ums Leben gekommenen Einwohner von D i n a n t angebracht werden. Aus den entschiedenen Einspruch des Ministerpräsidenten de B r o q u e v i 11 e hin hat jetzt der Denkmalsausschuß, wie die „Derniere Heure" meldet, von der Anbringung der Aufschrift 21 b ft a n D genommen.
Aus aller Wett
Mord an einem Skahlhelmer nach zwölf Jahren aufgeklärt.
Am 28. August 1921 war der Stahlhelmer Friedrich Düben aus Magdeburg bei einem Stahlhelmaufmarsch in Wulferstedt von unbekannten Tätern erschossen worden. Der Ueberfall auf den Aufmarsch wurde seinerzeit planmäßig unter Beihilfe der damals roten Ortspolizeibehörde vorbereitet und ausgeführt. Erst jetzt ist es der tatkräftigen Arbeit der Staatspolizei Magdeburg gelungen, den Arbeiter Zierau in Oschersleben und den Feldhüter Eisfeld, Wulferstedt, der Tat zu über« führen, so daß dieser feige Meuchelmord nach langer Zeit seine Sühne finden wird.
Der italienische Deltslieger Pinedo im Flugzeug verbrannt.
Einem furchtbaren F l u g z e u g u n f a l l ist in Neuyork der bekannte italienische Weltrekordflieger Marquis Francesco de Pinedo zum Opfer gefallen. Der Flieger, der den Langstreckenrekord der französischen Flieger Codos und Rossi schlagen wollte, startete zu einem Flug nach Bagdad. Beim Start zeigte sich, daß die Maschine nicht richtig vom Boden los kam. Dec Apparat stieß gegen
eines der Gebäude des Flughafens, fing Feuer und stand im Nu lichterloh in Flammen. Die entfetten Zufcbauer mußten die verzweifelten Hilferufe des Unglücklichen mitanhören, ohne Hilfe bringen zu können. Man mußte warten, bis das Feuer ausgebrannt war. Erst bann fand man den völlig verkohlten Leichnam Pinedos bei den Trümmern des Apparates, aus dem er vergeblich sich zu retten versucht hatte. — Marquis de Pinedo ist durch einen Flug von Rom nach Melbourne und Tokio und zurück, den er im Jahre 1925 unter- nahm, berühmt geworden. Im Jahre 1927 konnte er einen Flug um die Wett mit Erfolg beenden. Seine großen Verdienste um die italienische Luftfahrt brachten ihm den Rana eines Chef des Generalstabes der italienischen Luftflotte ein.
Vier Schüler ertrunken.
In einem Dorfe unweit von Bergen auf Rügen ereignete sich ein furchtbares Unglück, bei dem vier Arbeiterkinder im Atter von 12 bis 15 Jahren darunter zwei Brüder, ums Leben tarnen. Eine Anzahl von Schülern war nach der Rückkehr von einem Ausflug noch zum Baden nach dem so- genannten Schlinger Moor, einem kleinen, aber tiefen und sumpfigen Teich, in der Nähe des Dor- les gegangen. Fünf Jungen machten dann ein am Ufer liegendes Boot los und fuhren damit auf den Teich. Als sie nach Kinderart heftig schaukelten, schlug plötzlich das Boot um und die fünf Insassen stürzten ins Wasser. Sie konnten sich noch einige Zeit an dem kieloben treibenden Boot festklam- mern. Dann versagten aber ihre Kräfte, und einer nach dem andern versank. Nur einer konnte von ben Dorfbewohnern, bie inzwischen von den am Ufer zurückgebliebenen Schülern herbeigerufen worden waren, gerettet werden. Die Leichen der vier Ertrunkenen wurden erst nach mehrstündiger Suche durch die Feuerwehr geborgen.
Sechs Geschwister verbrannt.
Ein in der Nähe der norwegischen Stadt Kri- stiansand gelegenes Wohnhaus ist durch Feuer zerstört worden. Sechs Geschwister im Alter von 4 bis 14 Jahren sind den Flammen zum Opfer gefallen.
Der verheerende Orkan über Kuba.
Der furchtbare Orkan, der, wie gemeldet, über Kuba hinwegfegte, hat an Opfern 30 Tote und 10 0 Verletzte gefordert. Hunderte von Häusern sind zusammengestürzt. Vier mit Zucker beladene Frachtschiffe, von denen jedes eine Besatzung von 15 bis 20 Mann an Bord hatte, werden als vermißt gemeldet. 2Ulein in der Stadt Matanzas wurden vier Personen getötet und 20 verwundet.
Schlafkrankheit im Staate Missouri.
Einer „Times"-Meldung aus Neuyork zufolge sind in St. Louis (Missouri) während der letzten 14 Tage 149 Personen von der Schlafkrankheit befallen worben. Es sind bereits 14 Todesfälle zu beklagen.
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