Ausgabe 
4.9.1933 Frühausgabe
 
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185. Jahrgang

Montag, September 1955

Der Vorbeimarsch vor dem Führer

Der Reichskanzler erscheint

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braunen Hosen

12 000 Mann rers beschließen Die schwarzen

vor dem

SS. und den Zug Scharen

Führer vorbeidefilierten, die Leibwache des Füh- der braunen Bataillone, der Schutzstaffeln

Der Führer verabschiedet sich hierauf von der SA. mit RufSA. Heil!", der von der Mann­schaft stürmisch beantwortet wird. Damit war der SA.-Appell zu Ende, und die SA.-, SS.- und St.- Männer formierten sich zu einem riesigen Zuge, der zum Adolf-Hitler-Platz marschiert, wo der Vorbeimarsch am Führer vorgesehen ist. In mustergültiger Ordnung und nach genau festge­legtem Plan tritt das braune Heer den kilometer­langen Marsch in die Altstadt zum Adolf-Hitler- Platz an. Durch die von zwei Gliedern der Poli­tischen Organisation und einer lückenlosen Menschen­mauer zu beiden Seiten umsäumten Straßen, in denen Fenster bei Fenster die Fahnen flattern und die Menschen Herausrusen und winken, geht der Weg, ein Triumphzug von unerhörter, nie erlebter Wucht und Geschlossenheit. Um 3/«12 Uhr erreichte die Spitze den Bahnhof und hält ihren Einzug in die Altstadt.

Auf dem Adolf-Hitler-platz.

Die Altstadt mit dem Adolf-Hitler-Platz im Mit­telpunkt ist seit aller Frühe das Ziel ungeheurer Massen. Um 10 Uhr wird der Stadtkern für jeden Fußgängerverkehr gesperrt. Das offene Biereck der in etwa 15 Meter Tiefe schräg aufsteigenden Tri-

führte Reichsführer Himmler mit seinem Stabs­führer Seidel-Dithmarschen sowie SS.» Gruppenführer Reichsminister D a r r 6 und SS.- Brigadeführer Staatssekretär Körner. Dann folgten die am Vormittag geweihten Standarten und Fahnen und endlich die Gruppen Ost, West, Südost, Südwest, Nord und Nordwest sowie die Abschnitte 7 und 18. Bei jeder SS.-Gruppe schwenkte der eigene Gruppenmusikzug ein, der nach dem Vor­beimarsch seiner Gruppe wieder mit abrückte, wo­bei die Tambourmajore für ihr schneidiges Mar- schieren wieder einen Sonderapplaus quittieren durften. Die Gruppe Berlin-Brandenburg führte bei ihrem Musikzug auch den Schellenbaum des ältesten ehemaligen Infanterieregiments 1 R. 24 mit. Mit der SS. marschierte auch die von Kapi­tän Ehrhardt geführte und nach ihm genannte

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

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Dr. Friedr. Wich. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teck Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

des braunen Heeres vorüber. Kein Mann ohne Blumen. Die Obergruppe I Ostland, geführt von Obergruppenführer Litzmann. Der Fliegersturin in feiner schmucken Uniform. Die schnurgerade ausge­richteten Motorstaffeln in ihren Lederhauben. Eine Stahlhelmformation ebenfalls in Zwölfer- reihen. Ihr voran schreitet wieder Arbeitsminister S e l d t e, dem nach dem Vorbeimarsch der Führer die Hände schüttelt.

Mit der Gruppe Brandenburg zieht auch der preußische Ministerpräsident Göring an seinem Führer vorüber. Unter den Sturmfahnen befindet sich, mit Blumen und Lorbeer geschmückt, auch die Fahne des Hör st- Wessel- Sturms. Die Gruppen West mark (südliche Rheinprooinz und Rheinpfalz), S ü d w e st (Würt­temberg und Baden), Hessen und Thüringen mit Obergruppenführer von Iagow bildeten die nächsten Obergruppen. Endlich als letzte SA.-For­mation die Gruppen Hochland (Oberbayern und Schwaben) in kurzen Kniehosen und weißen Waden­strümpfen, Bayerische O st mark (Oberpfalz und Niederbayern) und Franken. Den Anschluß an die SA.-Formationen bildete eine Gruppe reichsdeutscher N a t i 0 n a l s 0 z ia l i st e n aus der Schweiz, die in weißen Hemden und

Die SA huldigt dem Führer.

Oer Appell der Braunen Bataillone vor -em Führer.-Die Fahnenweihe im Luitpoldhain.- Triumphzug durch das festlich geschmückte Nürnberg und Vorbeimarsch vor dem Führer. - Begeisterte Teilnahme alter Bevölkerungsschichten an der Kundgebung der SA.

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Trägern zu übergeben. In althergebrachter Weise vollzieht er diese Weihe dadurch, daß er jedes ein­zelne neue Ehrenzeichen mit öcr Blutfahne von 1 923 berührt. Währenddessen spielen die drei Musikzüge vor der Front das Horst-Wessel- Lied, das Niederländische Dankaebet und das Lied Ich bete an die Macht der Liebe". Salutschüsse zu jeder einzelnen Standartenweihe dröhnen durch die Luft. Unter den neuen Standarten befinden sich die er st en der SS. verliehenen Standarten. Die sieben ersten SS.-Standar- ten führen die NamenAdolf Hitler",Berlin", Oberschlesien",Ostpreußen",Sachsen",Schles­wig-Holstein" undHesse n".

Nach der feierlichen Standartenübergabe spielt der Spielmannszug Franken das Sturmlied des Freiheitsdichters Dietrich Eckardt; ein Trampe- tenfignal, darauf das Kommando:SA. Stillgc- standen! Standarten und Fahnen hoch!" Unter den Klängen des Präsentiermarsches setzen sich die neu geweihten Standarten und Sturmfahnen in Marsch und begeben sich zu ihren Gruppen. Die letzte Standarte hat ihre Gruppe erreicht, da erklingt das Kommando:Mützen ab zum Ge- b e t!" Weihevoll klingt über das weite Feld der ChoralNun danket alle Gott!" Stabschef Röhm schließt den Aufmarsch der Braunhemden mit fol­gender Ansprache:

Mein Führer! Angesichts von 126 Standarten und 5600 Sturmfahnen der deutschen Freiheits­armee geloben 100 000 Kämpfer der SA. im Na- men ihrer zwei Millionen Kameraden, dem Führer unverbrüchliche Treue und Gefolg­schaft allzeit und allerorten. Wir be­kräftigen dies mit einem Heil auf unseren Führer Adolf Hitler:Adolf Hitler Heil!"

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(Eure Gruppen, in (Eure Städte, In die Markt­flecken und in die Dörfer, bann nehmt mit hin­aus dieses heilige Bekenntnis, daß unser deut­sches Volk heute wieder erfüllt, und dessen jüngste Zeugen ihr seid. Bringt hinaus diesen gläubigen Schwur, daß niemals mehr in alle Zukunft das d e u t s ch e v 0 l k s i ch selb st zerreißen wird, niemals sich auf­lösen wird, sondern daß es wirklich ein Volk von Brüdern sei, das durch keine Rot und keine Gefahr mehr getrennt werden kann. (Es lebe unser Deutschland und feine in Luch liegende Zukunft, Deutschland heil, heil,

heil! (Brausende Heilrufe.)

Die Weihe der Standarten und Fahnen.

Die Ansprache des Führers wird von der SA. mit einem dreimaligen Sieg-Heil ausgenommen. Nach dem Deutschlano-Lied begibt sich der Kanzler zu den neuen Standarten und noch ver­hüllten Sturmfahnen, um sie zu weihen und ihren

Begleitet von seiner Stabswache steht der Führer in seinem Kraftwagen; mit erhobenem Arm dankt er ernst für den Jubelsturm, der ihn umbrandet, wo immer er auf dem kilometerlangen Wege zur Stätte des Vorbeimarsches an den Hunderttausen­den vorüberkommt. Um die Mittagsstunde hat auch die Spitze der marschierenden Kolon­nen das Stadttnnere erreicht. Die Begeisterung will kein Ende nehmen, wo immer die braunen Scharen am Spalier der Hunderttausende vorüber­ziehen.

Eine Doppelreihe berittener blauer Polizei in der großen Galauniform mit wehen­dem Helmbusch, die die ganze Straßenbreite aus­füllt, eröffnete die Marschkolonne. Spielleute und ein Musikzug folgten. Dann brandete erneut Be­geisterung empor, als Stabschef Röhm feiner SA. voranschreitet, die in Zwölferreihen die ganze Breite der Marschstraßen einnimmt. Ehrfürchtiges Schweigen, erhobene Arme grüßen die Blut- sahne vom November 1 9 2 3, die an der Feldherrnhalle zu München dem Marsch der ersten Opfer der Bewegung in den Tod vvranwehte. Und dann immer wieder stürmischer Jubel. Blumen über Blumen, erhobene Arme, die die Sturm- banner der einzelnen Gaue grüßen, die nun in unabsehbarer Folge vorbeiziehen. Spiel­leute und Musikkorps schreiten ihren Gauen voran, die die Gauführer anführen. Die Schellenbäume glitzern in der Sonne, die Pauken, auf kleinen Wagen von Hunden gezogen, begleiten die Marsch­musik der schmetternden Fanfaren, mit denen die Kolonnen im Gleichschritt durch die Straßen ziehen. Den Feldzeichen der SA. reihen sich die Wimpel der M 0 t 0 r ft ü r m e und die Fahnen des Weh r- st a h l h e l m s an, die in ihren Zeichen die alte deutsche Kriegsflagge lebendig erhalten haben. Und wie die Banner der SA. und des Stahlhelms ver­eint marschieren, so auch die Kolonnen selbst, in denen das Braun der SA., das Schwarz der SS., das Grau der Fliegertruppen mit dem alten Feld­grau des Stahlhelms in einer Symphonie der Farben immer wieder wechseln.

Der Vorbeimarsch wird eröffnet durch den Nürnberger Sturmbann. Ihm folgt, stür­misch bejubelt und mit Blumen überschüttet, die Obergruppe O e st erreich mit 1000 Mann. Dann ziehen in Zwölferreihen die 100 000 Mann

Das Wecken.

Nürnberg, 3. Sept. (TU.) Der Sonntag, der l-tzte Tag des Reichsparteitages, brachte den Ad- ! fchluß der Veranstaltungen mit dem großen Auf­marsch in der Luitpold-Arena, dem j Vorbeimarsch an dem Führer und schließlich der legten Sitzung des Parteikongresses. _

Der Samstagabend hatte die SA.- und SS.- Mönner zu einem fröhlichen Lagerleben vereint. Cer Führer f e l b st weilte, wie schon Tra- d ition geworden ist, d i e letzte Nacht im La­aer seiner Braunhemden. Die nächtliche Ruhe war aber nur von kurzer Dauer. Um 3 Uhr siüh ertönten die Weckrufe. Freudig erregt, in Er­wartung des großen Tages, treten die SA - und SS.-Männer sowie der Stahlhelm an Um 4.30 Uhr setzten sich die Abteilungen in Marsch Wieder klingt frohe Marschmusik und der Gesang der alten Freiheitslieder durch die Straßen. Wieder ziehen die blumengeschmückten Kolonnen in einer den gan- 1 z«n Fahrweg füllender Breite in ununterbrochener, unabsehbarer Folge die Straßen entlang. Gegen­über dem Vortag haben die Mützenaufschläge der einzelnen Gaue die Fardensreudigkeit des Bildes noch erhöht. Trotz der frühen Morgenstunde wurde ihnen überall von Fenstern und Baikonen aus zugejubelt. Mehr noch als am Vortage, i )er nach Beendigung des Feuerwerks in der Jn- irenftadt einen Andrang von unvorstellbaren Aus- inaßen gebracht hatte, so daß in den Hauptstraßen ein Durchkommen säst unmöglich erschien, scheint dos Stadtbild neben dem Schmuck der Fahnen, Transparente und Girlanden nur eine Farbe M kennen: das Braun der SA.

3m Luitpotdham.

Als um 6 Uhr die Tribünen für die Besucher geöffnet werden, ist das Riesenfeld im Luitpold- Hain schon von den ausmarschierten Kolonnen dicht besetzt. Auch hier sind, wie an den Vortagen, auf der Zeppelinwiese schmale Gassen für den geschlos­senen Aufmarsch der Fahnen sreigelassen. Links und rechts des Ehrenmals, das außer einigen Lorbeerkränzen in der Säulenhalle keiner­lei Schmuck trägt, stehen d i e Banner von 3 2 Nationen, die durch ihre diplomatischen Missionen oder Abordnungen vertreten sind. Un­mittelbar an das Ehrenmal schließen sich im Recht­eck die riesenhasten Tribünen, die eine Stunde vor Beginn der Kundgebung bereits dicht besetzt sind. Gegenüber liegt die große Tribüne, die von einem 40 Meter hohen F la g g e n a e r ü st, ähn­lich dem des Tempelhofer Feldes, abgeschlossen ist.

In der Front der Ausstellung stehen an der Tpitze jeder Grupp« der SA., SS. und des Stahl- tz-lms die Musikzüge. Bor der Front einer j<ben Gruppe stehen die Standarten, vor ilnen d i e Brigade - und Gruppenführer mit ihren Adjutanten. Drei besonders ausgesuchte Musikzüge der Obergruppen Berlin-Brandenburg, Mitte und Hochland sind für die musikalische Be­gleitung der Veranstaltung ausersehen. Die Führer Irr acht SA. -Obergruppen mit ihren Stäben Hoben ihren Platz vor dem mittleren Musikzug tuapp vor der Rednertribüne. Der Stab der »bersten SA.-Führung steht hinter der Rednertribüne auf einem erhöhten Podium, auf b-ern auch die 60 Gauleiter aus dem Reich Platz gefunden haben. Vor der Rednertribüne werden die 216 neuen Standarten ausgestellt, die itirer Weihe harren, je von einem SS.-Mann ge­tragen und von dem zum Tragen des neuen Ehren­zeichens ausersehenen SA.-Manne gehalten.

An den Außenrändern ist in zwölf Ringen d i e S S. ausmarschiert, deren Schwarz das braune Ge- wwge einsaßt. Während auf der Zeppelinwiese hoch- schästige Kiefern das Bild umrahmten, bildet hier dichter Laubwald, der bereits die herbstliche Tönung Zeigt, die Kulisse. Der Stahlhelm trägt seine alte Uniform mit den Abzeichen der SA. Reichsarbeits- miniftcr Seldte mit den Abzeichen eines Ober­gruppenführers befindet sich auf der Tribüne des Führers, wo auch sämtliche Gauleiter, sämtliche «Kruppen- und Obergruppenführer z. b. V., alle na- »onalsozialistischen Minister und die 14 Reichsleiter 2er Partei Platz genommen haben.

Der Führer trifft ein.

Totenehrung am Ehrenmal.

Fanfarensignal kündet um 8 Uhr d ie Ankunft 2 e 5 Führers. Es ertönt das Kommando:SA. 'Stillgestanden!" Der Führer erscheint auf dem croßen Podium vor der Ehrentribüne. Lautlose stille setzt ein. Dann meldet der Chef des Stabes Röhm dem obersten SA.-Führer:100 000 SA., Stahlhelm und SS. vor dem Führer angetreten!" Des Führers Ruf tönt laut über das Feld:Heil S 21. !" Ein dreifacher Heilruf der SA. antwortet nl)m. Fahnen und Standarten nehmen rechts und llinks vom Ehrenmal Aufstellung. Die Musik spielt Ben Trauerchor aus derGötterdämmerung". Der Führer begibt sich, begleitet von SA.-Stabschef Rohm und einem Adjutanten durch die Mitte Bes Feldes z u m Ehrenmal und legt dort «inen Kranz nieder und begibt sich zurück zur gegenüberliegenden großen Tribüne. Die 5600 Fah­ren und die Standarten marschieren unter den Klängen des Badenweiler Marsches auf ihre frühe­

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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bünen hat sich gegen 11 Uhr mit Ehrengästen und Publikum, insgesamt etwa 10 000 Personen, ge­füllt, unter den Ehrengästen die Angehöri­gen der Gefallenen der Bewegung, das ganze offi­zielle Deutschland, Diplomaten vieler Länder und Angehörige der Wehrmacht. Der Chor der Frauen­kirche hat mit einem violettfardenen goldgestreiften Baldachin die gleiche Ausschmückung erhalten wie im Jahre 1424 bei der feierlichen Einholung der Reichskleinodien.

Ein Orkan der Begeisterung brandet auf, als der Reichsstatthalter Bayerns, 'der Befreier Mün­chens, General Ritter von Epp, im Kraftwagen den Tausenden zu Gesicht kommt. Jubel und immer wieder Jubel, der die Mitglieder der Reichs- und Staatsregierungen grüßt. Marschmusik der auf den Straßen verteilten SA.- und SS.- Kapellen verkürzt mit ihren schmetternden Weisen den Wartenden die langen Stunden. Und über diesem farbenfreudigen Gcwoge bricht um die Mittagsstunde die Sonne durch das Gewölk und leuchtet über einem Meer von Jubel und Begei­sterung, als die Ministerpräsidenten Preußens und Bayerns, in ihren Kraftwagen stehend, die Ovatio­nen der Massen mit dem deutschen Gruß erwidern. Und nun wird die Strecke des Vorbeimarsches zu einer Via Triumphalis:

ren Plätze zu beiden Seiten der Führertribüne. Die Gasse, durch die die Fahnen soeben marschiert sind, wird durch Flügelkolonnen der SS. ausge­füllt. Dann spricht der Führer.

Des Führers Ansprache an die GA.

SA.-Männer, SS.-Männer und St.-Männer! Fast aus den Tag hat vor zehn Jahren die natio­nalsozialistische Bewegung in Verbindung mit ande­ren nationalen Verbänden den ersten großen Auf­marsch der jungen deutschen Freiheitsbewegung in Nürnberg vollzogen. Welch eine gewaltige Ent­wicklung von damals bis zum heutigen Tage. Es ist die Partei, die Euch hierher rief, und wieder seid Ihr, eine Vielzahl van damals, er­schienen. Der Parteitag unserer Bewegung war immer die große Heerschau ihrer Männer gewesen, ihrer Männer, die entfchlossen und bereit sind, d i e Disziplin der Volksgemeinschaft nicht nur theoretisch zu vertreten, sondern auch prak­tisch zu verwirklichen. Eine Gemeinschaft ohne Ansehen der Herkunft, des Standes, des Be­rufes, des Vermögens, der Bildung, eine Gemein­schaft, die sich zusammengefunden hat, vereint in einem großen Glauben und in einem großen Wollen nicht für einen Stand, nicht für Parteien, nicht für Berufe und nicht für Klassen, sondern vereint für unser Deutschland. 14 Jahre Not und Elend und Schmach liegen hinter uns. In diesen 14 Jahren aber hat sich zugleich ein neues wunderbares Ideal in unserem deutschen Volke durchgesetzt. Wir Natio­nalsozialisten können wohl sagen: Als alle untreu wurden, da sind wir treu geblieben und erst recht treu geworden.

Ein Bund unzerbrechlicher Treue, unzerbrech­licher Kameradschaft. Und wenn 14. Jahre lang die Göttin des Glücks sich von unserem Volke ge­wendet hat, so wissen wir, daß unser Volk selbst die Schuld daran trug. Aber wir wissen auch, daß sie wieder ihr Antlitz zu uns wenden wird, wenn wir die Schuld gesühnt haben. Der Himmel kann Zeuge sein: Die Schuld unseres Volkes ist gelöscht. Der Frevel ist gesühnt, die Schande ist beseitigt. Die Männer des November sind ge­stürzt und ihre Gewalt ist vorbei. (Stürmische Heil!- ruse.)

Die Well soll in unserem Zusammentreffen nicht den Ausdruck des Wunsches sehen, neue Lorbeeren auf dem Schlachtfeld zu erwerben. Das deutsche Volk ist sich dessen bewußt, daß kein Krieg kommen könnte, der uns jemals mehr Ehre geben würde, als wir sie im letzten er­worben haben; denn es war mehr Ehre, einer Uebermacht viereinhalb Jahre ehrenvoll, tapfer und mutig standzuhallen, als es Ehre war, mit zwanzig 'einen zu besiegen. Wir haben nicht nölig, vor der Geschichte die Ehre unseres Vol­kes auf dem Schlachtfelde zu rehabiltieren. Dort hat sie uns niemand genommen. Rur eine Ünehre ist über uns gekommen: Richt im Westen und nicht im Osten, sondern in der Heimat. Diese Unehre haben wir wieder- g u t g e m a ch t. So soll auch diese Stunde nichts anderes sein als als große und feierliche Be­kenntnis zu einer deutschen Volksgemeinschaft, die wir sorgend pflegen wollen, auf daß sie niemals mehr zerbricht.

Hier stehen 150 Sturmfahnen und 126 neue Standarten. Ihr wißt, daß Ihr damit zu den ehren­vollen Symbolen unseres politischen Ringens im Vaterlande neue empfangt. Ihr wißt aber auch, daß d i s Ehre der Fahnen stets die Ehre der Träger ist. Nie kann ein Feind feine Fahne schmähen, sondern stets nur der eigene Träger. Haltet daher die Fahnen und neuen Sym­bole, unter denen sich Deutschlands Wiedergeburt vollzog, heilig und in Ehren, so wie Ihr wünscht, daß andere sie in Ehren halten sollen. Seht in die­sen Fahnen nicht ein äußeres Zeichen, sondern seht in ihnen zugleich eine lebendige Verpflich­tung. Hunderte und Hunderte sind für sie ge­fallen, Zehntaufende wurden verletzt. Hunderttau­fende haben Stellung und Beruf verloren. Die übergroße Treue aller hat sie von der Fahne der Opposition zur Fahne des Reiches gemacht. Damit ist sie Euch zu treuen Händen anvertraut, das Symbol der deutschen Nation, das Symbol des heutigen Deutschen Reiches, das wir nicht von den Vätern empfangen, sondern durch uns selbst ge­schaffen haben. Die Toten mögen daher für Euch die guten Geister sein, die, wenn jemals Verzagt­heit, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit Euch über­fallen sollten. Euch mahnen mögen durch ihr eigenes Opfer an Eure Pflicht. Nicht der Himmel schenkt den Volkern Leben und Sein, sie müssen siestets aufs neue erwerben, um sie zu besitzen.

Wir wollen nichts sein für uns, sondern alles nur f ü r unser Volk. Wir wollen nichts erringen für uns, sondern alles nur für Deutsch­land; denn wir sind vergänglich, aber Deutsch­land muß leben! So bitte ich Euch denn: Wenn Ihr von hier wieder hinaus geht, hinaus in