Ausgabe 
2.11.1933 Zweites Blatt
 
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wäre. Wegen Günther beantragte er 4 Monate Gefängnis. Das Urteil lautete auf 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung oon 4 Wochen und 6 Tagen Untersuchungshaft. Die Kosten trägt der Angeklagte.

Der 35jährige Kaufmann Paul Matth ei aus Bad-Nauheim hatte sich wegen Betrugs und Urkun­denfälschung in mehreren Fällen zu verantworten. Der Angeklagte, der schon wegen der gleichen De­likte erheblich vorbestraft ist, hat u. a. ein Klavier, das nicht sein Eigentum war, verkauft. Er hat weiterhin in seiner Tätigkeit als Versicherungs-- agent Prämiengelder unterschlagen und schließlich schwere Urkundenfälschung begangen, indem er Ver­sicherungsabschlüsse fingierte. Der Angeklagte war in vollem Umfang geständig und zeigte offensichtlich

Reue. In Anbetracht dessen wurde von der Verhän­gung einer Zuchthausstrafe abgesehen. Nachdem der Staatsanwalt eine Gesamtstrafe von einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis beantragt hatte, er­kannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe oon einem Jahr und Auferlegung der Kosten des Verfahrens. Die Untersuchungshaft wird an­gerechnet.

Ebenfalls wegen Betrugs und Urkundenfälfchung stand der Dienstknecht 5). aus Alsfeld unter An- klage. Auch er war geständig. Er. hatte beim Kauf einer Hose eine Quittung gefälscht, jedoch nachträg­lich den Schaden ersetzt. Da er noch nicht vorbe­straft ist, erhielt er unter Zubilligung mildernder Umstände eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen mit bedingtem Strafaufschub.

GauleiierGprenger imWahlkamps

(WEN.) Frankfurt a. M., 1. Nov. lieber Gauleiter Sprengers Wahlkampfdienst teilt das Gaupresseamt u. a. folgendes mit:

Symbolhafter und erschütternder konnte es nicht ausgedrückt werden als in Worms, daß es sich in diesen Tagen um eine wirkliche Friedens« schlacht und nichts anderes handelt. Als sich der Wagen des Gauleiters der stolzen Rheinbrücke von Worms näherte, da stürmten tausende Kinder dem Wagen entgegen. Ein Wirbel von ausgereckten Armen, letzte Herbstblumen, Taschentüchlein und winkende Händchen unschuldiger Kinder umbrande« ten die Wagen. Heill-Rufe aus tausend Kinder« kehlen und tausend Kinderherzen waren ein er« schütternder Empfang. Worms ist bei jedem Besuch seines beliebten und verehrten Gauleiters auf neue Weife bemüht, den oft blutig bestätigten Fluch der roten Hochburg" auszumerzen durch doppelte Be­geisterung und Treue zum Neuen. Dabei war dieser Empfang durch eine fast 2000 Köpfe starke be« geisterte Kinderschar völlig improvisiert. So hat Worms wieder einmal den Beweis dafür erbracht, wie fehr Volk und Führung eins geworden ist und alles Gestrige überwunden hat. Selbstverständlich mußte der Gauleiter anhalten lassen und aussteigen. Alle Händchen wollten gedrückt sein, alle wollten demSprenger" malganz nahe" sein, und alle werden dieses Jugenderlebnis nicht vergessen, werden es einer Zukunft übermitteln, die auf uns einmal stolz sein soll. Doch die Zeit drängt noch ungestümer als die jugendliche Begeisterung.

Die großen Lederwerke des Hauses heyl zu Herrnsheim harren der Besichtigung durch den Gauleiter.

Der Chef der weltbekannten Firma begrüßt den Gauleiter und entwickelt die Geschichte des Werkes. Der Treuhänder der Arbeit, Handelskammerpräsi­

dent Dr. L u e r gibt kurz ein ernstes Bekenntnis der Verbundenheit zwischen Wirtschaft und politi­scher Führung. Dann wird das ausgedehnte, viel­seitige Werk mit all seinen Zeugnissen bester deut­scher Qualitätsarbeit besichtigt, mancher Händedruck mit arbeitsschweren Fäusten gewechselt und nach neuen Arbeitsbeschaftungsmöglichkeiten geforscht. Zwei Stunden später steht die zahlreiche Beleg­schaft vollzählig versammelt vor dem Gauleiter. Es sind Menschen, die jedes Wort aufgreifen und sich an jeden Satz klammern, um ihn zu verarbeiten zu einer neuen und ihnen doch von Geburt an im Blut liegenden, nur vergessenen Haltung. Da mag der Herbstregen noch so naßkalt herunterrieseln, keiner geht davon, keiner will fehlen, wenn es gilt, von verantwortlicher Stelle entscheidende Worte zu hören. Und des Gauleiters Worte packen die Seelen der ernsten Männer und Frauen.

Hier gerade in Worms haben mir Beispiele bekommen wie in keinem anderen Ort des Gaues, was die Folgen sind einer weltanschaulichen Zer­rissenheit. Daraus wollen wir unsere unvergäng­lichen Lehren ziehen. Nie wieder laßt den Zer­setzungsbazillus in Eure Fabrik, nie wieder in das deutsche Land hinein. Jeder soll sich dem Werk und seinem Volke verbunden suhlen, aber nicht nur von Euch, vom Arbeiter her, sondern aucy von oben her. Arbeiter und Leitung müssen von be­seelte» Werksverbundenheit erfüllt sein. Das soll und wird uns stärken nach außen vor der Welt." Der Gauleiter beschäftigte sich dann mit der Außenpolitik und gab der Uebergeugung Ausdruck, daß deutscher Geist stärker als Panzer und Grana­ten sein werden. In das Verklingen des Horst- Wessel-Liedes mischt sich das Geräusch der an­springenden Motoren. Ab gehts in Richtung Sta­decken und Bingen a. Rh.

Hubertustag.

Oer 3. November.

Schon Anfang 1600 lesen wir, daßein ordent­licher Jäger wegen der vielen und großen Gefahren, denen er unterworfen ist, einen Schirm- und Schutz­patron haben soll". Seit dem 18. Jahrhundert ist es in Deutschland überall üblich, den 3. No o e m - b e r, den Hubertustag, als besonderen Fest­tag zu begehen

Wenn jeder Jäger trachtet, nach Möglichkeit an diesem Tage in sein Revier zu kommen, so folgt er altem Brauch.

Schon einer der Klassiker deutschen Weidwerks, Hans Friedrich oon Flemming, schreibt dazu: Am St. Hubertusfest, als dem Fest des allgemei­nen Jagdpatrons, soll ein jeder rechtschaffener Jäger sich auf die Jagd begeben, es wäre denn, daß er durch Eis, Kälte oder einen starken Platzregen da­von abgehalten würde. Doch sollen die Freunde der Jägerey an diesem solennen Tag keinen unter sich leiden, welcher wider die Jagdreguln das Wild muthwilliger Weise verderbet. Wenn nun bei die­sem Fest eine Frauensperson erscheinet und solcher Jagdfreuden mit theilhaftig werden will, so soll sie gestiefelt und gespornt, also auch bekleidet seyn, daß ihr Habit wenig oder nichts von eines Man­nes Kleidung differire ... Wenn nun einem jeden seine Verrichtung zugetheilet, soll man in aller Frühe mit den Hunden entweder zu Holtze ober zu Felde ziehen, nachmittags aber die Falcken m die Luft lassen, damit die Jäger sowohl mit den Hunden als Vögeln ihre Freude haben mögen." War aber das Jagen zu Ende, so sollte mansich in dem nächsten dem besten Jagdhaus miteinander lustig machen."

Auch heute pflegen die jagdlichen Vereinigungen an jenem Tage ober an einem anberen naheliegen­den nach der Jagd ihre Mitglieder zu versammeln, um zusammen den Tag zu begehen. Es ist üblich, babet bie Geweihe und Gehörne, die im Laufe bes Jahres erbeutet würben, auszustellen, um aus bie­der Ausstellung Anregung unb Belehrung über rich­tige ober falsche Wege ber Wilbhege zu ziehen.

Wenn in diesem Jahre die Jäger sich versam­meln, so sind es freudige Gefühle besonderer Art, die sie erfüllen.

Der wahre deutsche Jäger fühlte sich stets aufs engste mit feinem Volke verbunden. Sein Leben in und mit der Natur seiner Heimat schuf unzerreiß­bare Bande in dem, der deutsches Weidwerk in sei­nem innersten Wesen je erlebte. Schwer lastete das Schicksal seines Volkes auf ihm, er sah große ideelle unb materielle Werte auf seinem eigensten Gebiet gefährbet, er erlebte bas Einbringen völlig roefensfrember Elemente mit ber ihnen eigentüm­lichenBescheibenheit", er erlebte eine Rechtspre­chung, bie ben Forst- unb Jagbschutzbeamten 3um Freiwilb" lichtscheuen, verbrecherischen Moroge- finbels werben ließ, bem eine geschäftstüchtige Bilb- inbuftrie ober eine gesunkene Dolksmoral ben Strahler.glanz bes Unterbrückten, Entrechteten unb Hilfsbebürstigen anbichtete. Der beutsche Jäger weiß, baß biefe Zeiten, gegen bie er ohne jedes Verstänbnis bei ben Trägern ber Staatsgewalt vergangener Jahre ankämpfte, vorüber finb.

Er weiß heule einen Wann In Ministerpräsident Göring als Schirmherr der deutschen Jagd an der Spitze, der, selber Jäger, versprochen hat, den Grundsätzen wieder Geltung zu ver­schaffen, und die Maßnahmen zu treffen, die notwendig sind, um dem deutschen Volk die deutsche Jagd als eine Quelle der Erholung für eine große Zahl schaffensfroher Männer, als einen wichtigen Zweig unserer Volkswirt­schaft, als eine Pflegestätte idealen Denkens zu erhalten.

Der weidgerechte Teil der Jägerei, dem allein es zu verdanken ist, daß unter Entsagung unb Opfern unser Wilb erhalten blieb, läßt daher an biesem Hubertustag ben Blick nicht nur rückwärts schweifen über bas vergangene Jagbjahr, fonbern er blickt mieber hoffnungsfroh in bie Zukunft, bereit sich rückhaltlos einzusetzen für alles, was feinem Volke frommt. H.

KommunalpolUche Tagung in Alsfeld.

8 211 s f e I b, 31. Oft. Gestern fanb imDeutschen Haus" bie erste Tagung ber Kreisabtei « lung Alsfelb des Hessischen Gemeinbe­ta g e s unter bem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g statt. Wie biefer in seinen einleitenben Ausführungen mitteilte, ist bie Bilbung von Kreis- abteilungen innerhalb ber nun unter nationalsozia­listischer Führung stehenben ßanbesgemeinbetage auf Grunb ber Richtlinien des Deutschen Gemeinde- tages angeordnet worden. Mit der Bildung von Kreisabtcilungen wird der Zweck verfolgt, eine lau­fende Belehrung ber übe-miegenb ehrenamtlich täti­gen Organe in Den ßanbgemeinben unb einen regen Gebankenaustausch zu ermöglichen zwecks

Erhaltung und pflege eines selbständigen kom­munalen Lebens in den Landgemeinden.

Aus Grund einer Anordnung des Vorsitzenden des Hessischen Gemeindetages sollen bie Tagungen bis auf weiteres regelmäßig (eben Monat einmal ftatb finben. Zu ben Versammlungen finb stets bie Kreis­leitungen ber NSDAP., sowie bas Kreisamt einau- laben. Bürgermeister Dr. 1 sing begrüßte bie Herren bes Kreisamts, ben Kreisleiter Kirchner von Alsfelb, ben Kreisbauernführer Geiß-Vaben- rob, sowie ben Ortsgruppenleiter Vogt- Alsfeld, ber in feiner Eigenschaft als Beigeordneter der Stadt Alsfeld zum stellvertretenden Vorsitzenden der Kreisabteilung Alsfelb ernannt ist. Die Bürger­meister bes Kreises Alsfeld waren nahezu vollstän­dig erschienen.

Nach Bekanntgabe der eingelaufenen Austrei­ben durch den Vorsitzenden trat man in die Bespre­chung der zur Erörterung gestellten kommunalen Fragen ein. Man befaßte sich zunächst eingehend mit Dem

Arbeilsbeschaffungsprogramm der Reichs­regierung,

bem sog. Reinharbt-Prograinm, worüber Regie­rungsrat S t r a ck Alsfelb referierte. Daraus war zu entnehmen, baß auf Veranlassung bes Lanbes- planungsamtes nunmehr in 64 Gemeinden bes Kreises Alsfelb bie angemelbeten Arbeiten zur Ausführung kommen sollen, sofern bie Ge- meinberäte bie erforderlichen Mittel bewilligen. Es hanbelt sich hauptsächlich um Drainagen unb Me­liorationsarbeiten im Gesamtwert von etwa 1,5 Millionen R M. Die Finanzierung erfolgt unter Mitwirkung ber Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten in Berlin unb ber Renten- banf- Krebitanstalt. In Zusammenhang mit biefer Materie fanb eine rege Aussprache über

die Feldbereinigungen im Kreise Alsfeld

statt, deren Durchführung für eine größere Zahl von Gemeinden im Kreise Alsfeld zum Zwecke der Ar­beitsbeschaffung von ber hessischen Regierung ange­regt worben ist. Insgesamt haben dieser Anregung zufolge bis jetzt 13 Gemeinden bes Kreises Alsfelb bie Felbbereinigung beschlossen. Von einer Anzahl Gemeinden stehen bie Entschließungen noch

aus. Kreisbauernführer Geiß gab hierzu erläu­ternde Ausführungen, insbesondere über Notstands- arbeiten und über die beabsichtigten Aenderungen bei der Durchführung ber künftigen Feldbereini­gungen hinsichtlich deren Finanzierung, die künftig durch einen prozentualen Abzug von Gelände, das für Siedlungszwecke abgegeben werden soll, erfolgt.

Weiterhin beschäftigte man sich mit Einzelfragen über verschiedene Gemeindeangelegenheiten, welche die Jagopachtpreise, Grunostücksverpachtungen, Wildschadenregulierung u. a. zum Gegenstand hat­ten. Regierungsrat Strack referierte noch über den

Luftschutz und über die Bildung von Ortsgruppen bes Deut­schen Luftschutzbundes in den größeren Gemeinden.

Kreisdirektor Dr. Stammler erläuterte die neuen Bestimmungen über bie Steuererleichterungen.

Am Schlüsse ber sehr anregenben Tagung ge­dachte ber Vorsitzenbe in schwungvollen Worten ber großen Bebeutung ber am 12. November ftattfinben- den Volksabstimmung und der Reichstagswahl und forderte die anwesenden Bürgermeister auf, in ihren Gemeinden nachdrücklichst daraus hinzuwirken, daß jeder Staatsbürger am Wahltage eine Pflicht tut! Er schloß mit einem begei- tert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Retter Der leutschen Ehre, unseren Führer Adolf Hitler.

VerireierversammlungderOHV.-Kasie

WSN. Mainz, 31. Oft. Die DHV.°Kasse hielt hier eine außerordentliche Vertre- terveriammlung ab. Pg. Blees als Vor­sitzender der Hauptverwaltungsstelle Frankfurt am Main konnte eine überaus große Zahl Vertreter sämtlicher Verwaltungsstellen des Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebietes begrüßen. Als Vertreter des Kasfenvorstanbes war Pg. Ullrich (Hamburg) an» wesenb. Es war bies bie erste Zusammenkunft, bie nach ber Gleichschaltung unb ber damit notwendig gewordenen Ueberführung ber Mitglieder der frühe­ren Deutschnationalen-, GDA.°, ZDA.- unb Buch. Hänbler-Krankenkasse in die neue DHV.-Kasse, statt- fand.

Geschäftsführer Pg. Rüdiger gab einen Be­richt über die seitherige finanzielle Entwicklung so­wie der Mitgliederbewegung. Der Redner betonte, daß ber augenblickliche Notzustanb hinsichtlich ber unterschieblichen Beiträge unb Leistungen nach vier verschiedenen Kassensatzungen mit ber Schaffung einer Einheitssatzung, bie am 1. Januar 1934 in Kraft tritt, beendet wird. Ausführlich behandelte er anschließend daran die notwendigen bevölkerungs­politischen Maßnahmen, die im deutschen Volk dazu führen müssen, in aller Kürze einen gesteigerten Geburtenüberschuß hochwertiger und für den Staat brauchbarer Menschen zu erreichen. Ganz besonders wies er darauf hin, daß die vergangenen Regie­rungen absichtlich das deutsche Volk von der Be­handlung erbbiologischer Probleme ferngehalten hat, um die Entartung des deutschen Volkes zu fordern. Klar und eindeutig sprach der Redner davon, - Deutschland sich im Leben ber Volker nur bann be­haupten kann, wenn es eine gesunbe Beoölkerungs- politik betreibt unb rücksichtslos gegen jede Ent­artung einschreitet. Der Staat müsse versuchen, bie für minderwertigen, mit schlechten Erbanlagen behaf­teten Nachwuchs aufgewandten Mittel dort anzulegen, wo gesunder brauchbarer Nachwuchs erzeugt wird, aber bie notwendigen Mittel zur Aufzucht bislang versagt blieben. Deswegen ist das Sterilisations­gesetz für die künftige Bevölkerung von ausschlag­gebender Bedeutung.

Anschließend brachte Pg. Ullrich einen Er- 'gänzungsbericht der Entwicklung der Kasse im Reich. Er betonte, daß die Kasse auch im Reich eine günstige Entwicklung auf allen Gebieten ge­nommen hat.

Bezirksvorsteher Pg. Stein wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß im DHV. und in ber DHV.-Kasse nunmehr auch bas Führerprinzip vor- herrscht unb es Aufgabe ber Kassenleitung sein muß, nicht bem einzelnen zu bienen, fonbern ber Ge­samtheit.

Mit einem breifachen Sieg-Heil! auf ben Volks­kanzler Abolf Hitler schloß die einbrucksvolle Ver­sammlung.

Oberhessen.

Zührcr'ihung der Hitlerjugend in Lich.

* L i ch, 1. Nov. Am Montagabend fand im Bei­sein des Bannführers Buß und des Bannichulungs- leiters Krömmelbein eine Führervespre- chung des Unterbanns 3 der Hitler­jugend statt. Zweck ber Zusammenkunft war bie Bekanngabe ber Richtlinien für bie Winterarbeit in den einzelnen Scharen. In ben Hitlerjungen müs­sen bie Grunblagen für ben späteren SA.-Mann gelegt werben; es ist baher nötig, daß sie mit bem nationalsozialistischen Gedankengut vertraut unb in diesem Geiste erzogen werden. Die Hauptaufgabe ber Winterarbeit ist somit eine planmäßig burchgeführte nationalsozialistische Schulung. Aber neben biefer Schulung müssen an anberen Heimabenden auch echt kameradschaftliche Fröhlichkeit, Gesang und Spiel usw. zu ihrem Rechte kommen. Großer Wert muß auf die genaue Durchführung dieser Abende gelegt werden; jeder Scharführer ist daher verpflichtet, über jeden Abend und sonstige Veranstaltungen aus- führliche Berichte zu geben, die zugleich die Unter­lage sür Aufsätze in Tageszeitungen und Zeitschrif­ten bilden. Mit einem gemeinsam gesungenen Lied und mit einem dreifachen Heil auf den Führer wurde die Führersitzung geschlossen.

Landkreis Gießen.

$ Steinbach, 1. Nov. Am Reformationsfeste grüßte zum ersten Male die neue Kirchen- sahne vom Kirchturm. Wie in ben Vorjahren, fanben in Steinbach unb in Albach Gottesbienste statt, die besonbers in Albach auch von Erwachsenen besucht waren.

? Reiskirchen, 1.Nov. Der Wahlkampf hat auch in unserem Dorfe begonnen. Am Sams- tagabenb fanb eine Wählerversammlung statt, bei ber Pg. Heß (Winnervb) sprach. Er beschäftigte sich mit den Tagesfragen und mit ber Bebeutung ber Neuwahl bes Reichstags am 12. November. Am Sonntagabenb war ber große Saalbau von Gun - b r u m mit Hunberten von Volksgenossen bis auf ben letzten Platz besetzt. Nach dem Einmarsch ber SA. mit ber Sturmfahne unter flotter Marschmusik des hiesigen Spielmannszuges sprach Pg. Nebe - l i n g (Gießen) über bas ThemaDeutschlanbs Austritt aus dem Völkerdunb: die Bedeutung bes 12. November für Volk unb Staat unb bie Arbeit der Regierung Hitler." Seinen interessanten Aus­führungen folgten die Besucher mit großer Span­nung. Er schloß mit dem Wunsche unb ber Auffor- berung, den Führer in schwerer Zeit mit aller Kraft und Hingabe zu unterstützen unb baburch ber Welt zu zeigen, baß Deutschlanb einig ist mit seiner Regierung im Kampf für Freiheit und Frieden, Gleichberechtigung, Arbeit und Brot. Begeistert stimmte die Menge das Horst-Wessel-Lied an.

< Queckborn, 31. Oft. In einer gutbesuchten Bauernversammlung im Saale der Wirt­schaft Oörnert sprach Rechtsanwalt Lind, Grün- berg, über das neue Reichserbhofgesetz. Seine klaren Ausführungen machten die aufmerk­samen Zuhörer mit dem Geist und den einzelnen Bestimmungen des Gesetzes bekannt. Zahlreiche Anfragen konnten beantwortet werden. Mit einem Sieg-Heil! auf ben Führer unb ben Reichs­ernährungsminister Darrs, sowie mit ber Auf- forberung zu geschlossener Wahlbeteili­gung am 12. November würbe bie Ver­sammlung von bem Ortsfachberater Ioh. Hch. Albert geschlossen.

* Queckborn, 1. Nov. Dieser Tage fanb im Saale bes Gastwirts G ö r n e r t bie Grün- bungsversammlung berhiesigen Frei­willigen Feuerwehr statt. An ber Versamm­lung nahmen Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier- Gießen, ber Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen, Wenzel, der Kommandant der Gailfchen Feuerwehr Münch- Gießen, Oberbrandmeister <5 e i f ar t -Grünberg, sowie die Kameraden B o u r- g o t s Gießen und Walther- Grünberg teil. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier legte in län­geren Ausführungen die Zwecke und Ziele ber Frei­willigen Feuerwehr dar und gab Auskunft über deren Aufbau. Der neuen Wehr traten sofort etwa 50 Mitglieder bei. Zum ersten Führer wurde ber seitherige Kommanbant ber Pflichtfeuerwehr, Karl Horst, einstimmig gewählt. Nachbem Kreisfeuer, wehrinspektor Bouffier noch auf bie wichtigen Aufgaben ber Freiwilligen Feuerwehren hingewie­sen hatte, sprachen ber Kreisfeuerwehrverbanbs-Vor- sitzenbe Wenzel unb Oberbranbmeister S e i f a r t. Mit einem breifachenSieg-Heil" auf ben Reichs­präsidenten unb auf den Führer und Volkskanzler, sowie mit den ersten Versen des Deutschland« und

Horst-Wessel-Liedes wurde die Versammlung ge* schlossen.

Kreis Büdingen.

ow. Ober-Widders heim, 31. Oft. Nach 20jähriger Tätigfeit hat Bürgermeister Schäfer wegen vorgerückten Alters freiwillig das Bürger­meisteramt niebergelegt. Der Zellenwart der NSDAP. Ober-Widdersheim, Abolf Müller, wurde zum kommissarischen Bürgermeister ernannt Am Samstag wurde ihm von der Gemeinde dis übliche Ehrung dargebracht. Unter Beteiligung aller Untergliederungen der NSDAP, und zahlreicher Gemeindeglieder wurde dieMaie" eingeholt und aufgestellt. Hierauf wurden verschiedene Lieder vorgetragen und von Parteigenossen Ansprachen gehalten, die bem ersten Kämpfer Abolf Hitlers in unserer Gemeinbe herzliche Worte ber Anerfennung, bes Danfes unb bes Vertrauens zollten unb ihm bas Bilb bes Führers überreichten. Danach bankte bas neue Ortsoberhaupt unb lub für abenbs zu einem Glas Bier unb nachfolgenbem Tanz ein. Auch biefes Beisammensein brachte verschiebens treffliche Reben unb Ehrungen burch bie Frauen­schaft unb ben BDM. Einer ber Rebner gebuchte auch bankbar bes nunmehrigen Altbürgermeisters Schäfer. Der treffliche beutsche Mann habe in seinen vielen, nicht immer leichten Amtsjahren (fiel bock; Krieg unb Inflation mit stark vermehrten Amtsgeschäften in seine Bürgermeisterjahre) sich stets bemüht, allen Ansorberungen unb Interessen Der Gemeinbe nach bestem Wissen unb Gewissen gerecht zu werben. Viele gute Wünsche ber Ge« meinoe für feinen ßebensabenb begleiten ihn in feinen Ruhestanb. Vom 1. November ab wer­ben in unserem Kreis Bübingen 18 Orte burch Kraftwagenpost versehen. Dar­aus ergeben sich auch bei unserer Postagentur 23er« änberungen. Der Briefträger ist ab 1. November nach Nibba versetzt. Die zur Postagentur gehören- ben Orte Unter-Wibbersheim unb Borsborf er­halten Kraftwagenpost. Die Ortsbestellung Ober» Wibbersheim würbe bem seitherigen Aushilfsbrief­boten übertragen.

Kreis Alsfeld.

< Mücke , 1. Nov. Am Sonntagnachmittag fanb in Flensungen im Saale von Rudolf Reitz eine Wahlversammlung unter ßeitung des Orts­gruppenpropagandaleiters Erwin Nickel statt. Schulungsleiter Geißer von Homberg hielt einen Vortrag. Mit bem Horst-Wessel-Lieb würbe die Versammlung geschlossen. Der hiesige Bund deutscher Mädchen kommt jetzt allwöchentlich im Bibelheim Flensungerhof zusammen. Die Hit« l e r j u g e n b hat ihre Zusammenkünfte im Schul­saal.

ss. Grebenau, 31. Oft. Durch bie Umlage würben folgenbe Mengen Kartoffeln unb Brotgetreide für das Winterhilss- wert Der NS. -Volfswohlfahrt ber Orts­gruppe Grebenau in ben einzelnen Gemeinben er­saßt: Sieben 27,95 Ztr. Brotgetreibe, 61,80 Ztr. Kartoffeln; Euler sborf 11,08 Ztr. Brotgetreide, 31,14 Ztr. Kartoffeln; Grebenau 26,93 Zentner Brotgetreide, 73,74 Ztr. Kartoffeln; Reimenrod 12,46 Ztr. Brotgetreide, 39,88 Ztr Kartoffeln; Udenhausen 26 Ztr. Brotgetreide, 80 Ztr. Kar­toffeln; Wallersdorf 19,91 Ztr. Brotgetreide, 49,72 Ztr. Kartoffeln. Am Sonntag hielt im überfüllten Gotteshaus Pfarrer Schreiber, ber über 27 Jahre in unserer Gemeinbe geroirft hatte, seine Abschiebsprebigt, um ab 1 Dftober nach über 40jähriger treuer Dienstzeit in ber evangelischen Kirche in ben wohlverbienten Ruhestanb zu treten. Die besten Wünsche ber Gemeinbe Grebenau gelei­ten ben treuen von Kranfheit unb Alter gebeugten Pfarrer in feinen Ruhesitz nach Bensheim a. d. Bergstraße. Als Nachfolger ist vom ßanbesfirchen» amt Pfarrer Müller (Queck) ernannt worben. Pfarrer Müller wirb in nächster Zeit seinen Dienst hier antreten.

preuhen.

Kreis Wetzlar.

Wißmar, 1. Nov. Am Sonntagabend sprach im Wolsschen Saale der Bezirfsführer der NSKOV. Schmidt (Krofdorf) vor ber NSKOV.-Wißmar. Er befaßte sich mit ber politischen ßage, bie auch von großer Bedeutung für bie ßage ber Kriegs­opfer sei. Der Novemberstaat habe es versäumt, bas Wort wahr zu machen:Der Dan-? des Vaterlands ist euch gewiß". Der Führer bes deutschen Volkes Abolf Hitler unb ber Führer der NSKOV. Ob erlinbober werden sich für die Linderung