Aus -er Provinzialhauptstadt
Crntedankfestfeier in Gießen
und gar nicht an
denken, das Jesus
um
Spenden für die NS.-Lolkswohlfahrt werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Dolkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen.
g'dphieren.
Mein Begleite!
Wer ist bereit, sich für die ehrenamtliche Tätigkeit auf dem Büro der Kreisleitung der NS.-Dolkswohlfahrt zur Verfügung zu stellen. Parteige- nosse(in) mit guten Kenntnissen in Stenographie und Schreibmaschine bitte ich, sich mit einem Zeugnis ihres Ortsgruppenleiters auf der Geschäftsstelle der NS.-Volkswohlfahrt zu melden.
Heil Hitler!
K l ö h, Kreiswalter der NSD.
Oie Hindenburg-Spende der Stadt.
Wie erinnerlich, hat der Stadtrat der Stadt Gießen durch Beschluß vom 30. September 1927 aus Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg eine Stiftung von jährlich 500 Mark errichtet. Die Vergebung dieser Stiftung für das Jahr 1933 ist jetzt wieder an die durch den Beirat für Kriegerfürsorge vorgeschlagenen Personen erfolgt. Es wurden 10 Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene mit je einer Gabe von 50 Mark bedacht.
Taten für Montag, 2.Oktober.
1839: Der Maler Hans Thoma in Bornau im Schwarzwald geb. (geft. 1924); — 1847: Reichspräsident Paul v. Hindenburg in Posen geboren; — 1869: Der indische Nationalist Mohandas Ka- ramschand Ghandi in Porbandar geb.; — 1927: Der Physiker und Chemiker Svante Arrhenius in Stockholm gestorben.
Bornotizen.
— Tageskalender für Montag: Volks- halle/Liebigshöhe, 10 bis 20 Uhr, Braune Messe. — Möbelfabrik Karl Hahn, Möbel-Sonderschau in den Ausstellungsräumen. — Kriegerverein Gießen, 20.30 Uhr, Caf6 Ebel, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 16, 18 und 20.30 Uhr: „SOS Eisberg", Süddeutsche Uraufführung.
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Fahrrad im vorderen Teil völlig zusammengeknickt.
** 2 effentliche Bücherhall c. Im September wurden 1165 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Erzählende Litertur 810, Literaturgeschichte 2 Zeitschriften 21, Gedichte und Dramen 7, Jugendfchriften 104, Länder- und Völkerkunde 81, Kulturgeschichte 11, Geschichte und Biographien 68, Kunstgeschichte 1, Naturwissenschaft und Technologie 25, Heer- und Seewesen 1, Haus- und Landwirtschaft 5, Religion und Philosophie 6, Staatswissenschaft 19, Sprachwissenschaft 2, Fremdsprachliches 2 Bände. Nach auswärts kamen 15 Bände.
das geistliche Brot des Lebens en, das Jesus gibt. Auch wir dürfen nicht nur des irdischen Brotes willen Gott bitten und
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ging und dabei einige Personen glücklicherwekse nur leichtere Schnittwunden erlitten.
** Derkehrsunfall am Seltersweg. Am Samstag gegen 17 Uhr ereignete sich am Ein- gang zum Seltersweg in der Nähe von Geisie ein Unfall. Ein aus der Kaplansgasfe kommender Mo- torradiahrer fuhr in dem starken Verkehr, der um diese Zeit dort herrscht, auf einen aus dem Neuen- weg kommenden Radfahrer auf. Während der Radfahrer mit dem Schrecken davonkam, wurde sein
JBIens.
Ach beschließe,
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unseres Vaterlandes sei unter der Führung Adolf Hitlers errungen. Aus der Einigkeit und Freiheit im Innern werde auch der Weg zur Freiheit nach außen geschaffen werden. Das könne aber nur möglich fein, wenn Brot für das schaffende Deutschland und Zufriedenheit für jeden tätigen deutschen Menschen errungen würden. Unter der Führung des Volkskanzlers Adolf Hitler fei der Erfolg dieser Bemühungen nicht zu bezweifeln. Gemeinschaftsgeist und Blutsverbundenheit aller deut- scken Menschen werde die Wirtschaftsgemeinschaft scyafsen, in der jedem deutschen Volksgenossen seine Ausgabe zufalle. Der Nationalsozialismus lebe und kämpfe nur für Deutschland. Deshalb müsse auch die Wirtschaft nur leben und kämpfen für den deutschen schassenden Menschen und unser heißgeliebtes deutsches Vaterland. In diesem Sinne begrüße er die arbeitenden deutschen Volksgenossen, die unter der Führung des Dolkskanzlers ein neues Deutschland aufbauen wollen.
An die Ansprache schloß sich der gemeinsame Ge- ang des ersten Verses des Deutschland-Liedes und >es Horst-Wessel-Liedes an. Hierauf folgte der eierliche Abmarsch der Fahnen.
Ein gemeinsamer Rundgang der Ehrengäste durch die Ausstellung in der Volkshalle und in der ,Liebigshöhe" bildete den Abschluß der Eröffnungsfeier.
ihm danken. Das große Zeichen der Gnade, das Gott uns gegeben hat, das ist das Kreuz Jesu. Durch den Tod seines Sohnes hat er uns Der- gebung und neues, heiliges Leben bereitet. Das ist die große Hoffnung für die Zukunft unseres Volkes, daß viele seiner Glieder im Glauben an Jesus aus ihrer Versunkenheit herausgerissen und neue fromme Menschen werden. Und das ist die Hoffnung für unser eigenes Leben, daß wir unter der Herrschaft Jesu Trost wider zeitlichen und ewigen Tod haben. Und niemand darf verachten, was Gott mit dem schweren Opfer seines Sohnes uns an- bietet. Darum rufen wir euch Tausende auf zum Glauben an Jesus Christus, den Heiland. Das gibt wahre Hoffnung.
Und schließlich rufen wir: Empor zu Gott mit unserer opferfreudigen Tat? Jesus sagt: „Wirket Speise, die da bleibet ins ewige Leben." Nicht nur für die zeitliche Speise gilt es zu schaffen, sondern auch dafür müssen wir wirken, daß wir ewiglich nickt verschmachten. Aber auch unser Dank an Gott soll ein Dank durch die Tat fein Wem Brot wuchs, der hat es zu verwalten für fein Volk und dem
sichtspunkten auch in der Wirtschaft wieder aufzubauen. Klar und deutlich seien die Wege zu diesem Ziel erkannt worden. Das in der nationalsozialistischen Bewegung als richtig erkannte Gedankengut werde man sich auch an der Wirtschaft nicht von Kleinkrämern verfälschen lassen. In der Wirtschaft, die dienendes Objekt des Volksganzen zu sein habe, dürfe nur die Leistung des Einzelnen entscheidend sein. Genau wie der Staat, müsse auch die Wirtschaft vom gesamten deutschen Volk getragen werden. Volk feien aber nicht die Faulenzer und Drohnen, sondern der arbeitende Mensck, der positiv am Volksaufbau mitwirkende deutsche Volksgenossen. Der Redner erinnerte sodann an die Wirksamkeit des von Freiherrn vom Stein verkündeten Geistes einer neuen Staatsgesinnung. Er betonte weiter, daß aus der von Adolf Hiller begründeten Volksgemeinschaft auch eine wahre Wirtschaftsgemeinschaft werden müsse, in der jeder deutsche Volksgenosse Achtung und Wertschätzung genieße nach seiner Arbeit, und daß es ein Verbrechen an dem vom Führer verkündeten Geist sei, wenn einer seinen mitarbeitenden deutschen Volksgenossen nicht achte und respekttere.
Die „Braune Messe^ solle ein Mittel und ein Weg zu dem großen Ziele des Führers sein: Freiheit und Brot. Die Freiheit im Innern
"GießenerIustizpersanalie. Auf Dor- schlag der hessischen Regierung wurde durch den Herrn Reichsslatthaller der Oberstaatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhessen Dr. Brill zum Landgerichtsdirektor beim Landgericht in Gießen und zugleich zum Amtsrichter beim Amtsgericht Gießen ernannt
** Besitzwechsel. Der Inhaber der Firma Jean Dem & (Sie., Herr Ingenieur Out mann, hat fein an der Frankfurter Straße gelegenes ungefähr 13 000 Quadratmeter großes Fabrik- gelände mit Anschlußgleis an die Staatseisenbahn an den hessischen Staat verkauft. Das Gelände dient teilweise zur Erweiterung der Veterinär-Med. In- stitute der Universität Gießen. Gleichzeitig hat die Firma Jean Dern & Cie. einen langjährigen Pacht- vertrag mit dem Staat abgeschlossen, so daß das auf dem Fabrikgelände betriebene Betonwerk tn unveränderter Weise weitergeführt wird.
** Straßenbahn-Zusammen ft oß. Am Samstag gegen 18 Uhr ereignete sich auf dem Ludwigsplatz durch einen unglücklichen Zufall bzw. durch einen Irrtum ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen. Der Wagenführer, der mit seinem Wagen van der Volkshalle kam, hatte den Wagen über das Ueberholgleis hinausgeführt in der Meinung, daß der andere Wagen den Ludwigsplatz schon passiert habe. Das war jedoch nicht der Fall. Als der Wagen sich bereits in Bewegung befand, bog der andere Straßenbahnwagen vom Stadttheater her um die Ecke. Der Zusammenstoß war nicht mehr zu vermeiden, er verlief jedoch in- sofern noch glimpflich, als nur die vordere Scheibe am Führerstand des einen Wagens in Trümmer
erfassen, für die diese Vorstellungen gedacht sind. Beginn 20 Uhr, Ende gegen 22.45 Uhr.
Oie „Deutsche Bühne" wirbt!
Dor einigen Tagen ist die Ortsgruppe Gießen der „Deutschen Bühne e. V." mit Werbeabenden und Werbematerial vor die Oefsent- lichkeit getreten. Hier sei noch einmal zusammenfassend gesagt, unter welchen Bedingungen und auf welchem Wege man Mitglied der Gießener Ortsgruppe wird. Für das kommende erste Vereinsjahr ist als Beschränkung für die Aufnahme ein Höchsteinkommen von monatlich 250 Mark festgesetzt worden; nur nachweisbare besondere Höhe der notwendigen Ausgaben (Kinderreichtum u. a.) berechtigt zu Ausnahmen. Jahresbeitrag und Kartenpreis wurden auf ein Mindestmaß herabgesetzt:
Der jährliche Beitrag beträgt in der Regel 1 Mark. Kleinrentner, Kriegshinterbliebene und Wahlfahrtsempfänger zahlen 0,25 Mark, Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren, welche Schüler oder Lehrlinge sind, 0,50 Mark.
Jedes Mitglied besucht während der Spielzeit allmonatlich zwei Veranstaltungen. Hierfür zahlt das Mitglied monatlich in der Regel 1,40 Mark, als Unbemittelter 1,20 Mark.
Die Mitglieder werden hinsichtlich Güte der Plätze vollkommen gleich behandelt.
Das Mitglied hat die Auswahl zwischen der Vorstellung am Donnerstag und am Samstag.
Da am kommenden Donnerstag, 5. Oktober, bereits die erste Vorstellung der „Deutschen Bühne" stattfindet, müssen die Anmeldungen in diesen Tagen bis spätestens Mittwoch abend abgegeben werden, und zwar entweder bei der Theaterkasse während der Kassenstunden, ober bei der Geschäftsstelle Goethestraße 30 p.; auch Anmeldungsformulare und genaue Besuchsbedingungen sind an diese» Stellen erhältlich.
lieber eine bestimmte Zahl der Mitglieder kann aus platztechnischen Gründen, sowie mit Rücksicht auf den Spielplan nicht hinausgegangen werden; umgehende Anmeldung ist daher dringend anzuraten. Verspätete Aufnahmegesuche für die kommende Spielzeit können unter Umständen nicht berücksichtigt werden.
Doppelmitgliedschaft ist nur innerhalb einer Familie möglich. Statt 2 Mark zahlen die beiden Mitglieder 1,50 Mark, wobei die monatliche Zeitschrift „Deutsche Bühne" nur in einem Exemplar geliefert wird.
Um den Mitgliedern entgegenzukommen, gibt der Verein auf Wunsch auch Karten zu zwei nebeneinander liegenden Plätzen aus.
Ein weiterer Werbeabend wird nicht mehr angesetzt werden. Es ist nunmehr Pflicht eines jeden aus dem Gießener Bezirk, durch Erwerb der Mit- aliedfchaft sich für die deutsche Kunst und unser schönes Stadttheater einzusetzen.
NS-VolkswohlfahrtdesKreisesGießen
Für die Büraräume der Kreisleitung der NS.- Volkswohlfahrt werden einige Büromöbel gesucht. Welche Volksgenossen können uns solch? kostenlos zur Verfügung stellen? Wer gibt uns eine Schreibmaschine und einen Vervielfältigungsapparat?
Mitteilung erbeten an die Geschäftsstelle der NS.- Volkswohlfahrt, Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, Zimmer 20.
Heil Hitler!
Klöß, Kreiswalter der NSV.
„Es riecht nach Honig!"
Die Zwetschenbäume haben im Gegensatz zu den Kernobstbäumen heuer eine reiche Ernte gebracht. Wohin mit dem Segen? Wir auf dem Lande wissen es. Meine Nachbarin sagte gestern: Das Jahr hat 365 Tage, und jeden Tag soll etwas geschmiert werden. Sie hat sieben Kinder, und ich glaube ihr aufs Wort. Butter kann es nicht immer sein, was sie auf das Brot streicht. Da müssen denn nun die Zwetschen daran glauben.
Und wenn man durch die Dörfer geht, dann strömt uns aus gar vielen Häusern der Duft van kochendem Zwetschenmus, wir Oberhessen sagen einfach „Honig", entgegen. Freilich wird der Honig noch „lieblicher", wenn wir zuerst noch einige Sack Birnen keltern können. Ist der Most schön im Kochen, bann werden die gesteinten Zwetschen nach- gefüUt. Aber es geht auch ohne Birnenmost. Allerdings verbessert em Zusatz von Zucker und Gewürz den Geschmack. Da können aber keine besonderen Vorschriften gegeben werden. Jede Familie hat gewissermaßen ihre „Richtlinien", die sich vom Urgroßvater vererbt haben. Man glaube ja nicht, das Honigkochen sei so leicht. Es ist eine richtige Kunst, und schon früh wird den Kindern genau auseinandergelegt, wie alles gemacht wird.
Da gibt es vor allem die Arbeit des „Zwetfchen- steinens". Sehr schön ist sie gerade nicht. Das weiß jede Hausfrau, wenn sie Zwetschenkuchen bäckt. Hier beim Honigkochen aber sind es oft viele große Körbe voll, die nun entsteint werden müssen. Selten wird dies von einer Familie allein gemacht. Da helfen Verwandte und Nachbarn gern mit. Es ist eine Arbeit, bei der die Hand wohl viel zu tun hat, der Mund aber hat Zeit. Und beim Zwetschen- steinen kann so ziemlich alles durchaehechelt werben, was in einem Dorfe im Laufe des Sommers fgeschehen ist. Die Arbeit brängt nun nicht mehr o. Oft ist die Mitternacht längst vorbei, wenn der saftige Zwetschenkuchen auf dem Tisch erscheint und eine gute Tasse Kaffee den Abschluß bildet. Vor dem Auseinanderaehen Haden schon einige Mädchen einen Eimer mit Zwetschensteinen zurückgestellt. Sie wollen nämlich einem Paar, das heimlich verlobt ist, die Kerne streuen, damit es dem ganzen Dorfe offenbar wird. Freilich werden dabei auch oft Scherze ausgeführt, indem man die Steine zwischen solchen Häusern streut, von deren Bewohnern man weiß, daß sie sich nicht „riechen" können. Das gibt bann Gelächter unb neuen Stoff für ben nächsten Abenb beim Zwetschensteinen, wenn erzählt wirb, wem man ein „Gängelchen" gestreut hätte!
Doch manchmal Hilst auch bas schärfste Messer nicht, um ben Stein aus ber Frucht herausau- schreiben. Sie gehen nicht vom Kern, sagen Die Leute. Da wird bann ein Durchschlag aus gutem alten Kupfer bei ber Verwanbtschaft geholt, Die Zwetschen müssen gekocht unb bann mit einem stumpfen Besen burch bie engen Löcher getrieben werben. Die Steine bleiben zurück. Der Honig von solch burchgeschlagenen Zwetschen soll befonbers zart sein.
Das Feuern beim Honigkochen überwacht ber Vater. Er allein weiß, wieviel aufgelegt werben muß. Kocht man zu schnell, bann schmeckt ber Honig brenzlig, kocht man zu langsam, dann setzt er sich. Deshalb muß beim Zwetschenhonig gerührt werden. Dabei kann freilich die Nachbarschaft nicht helfen. Da steht jeder für sich allein. In einem Tage kann das nicht erledigt werden. Mindestens eine Nacht muß noch geopfert werden. Unb wehe dem, ber dabei einscklaft! Dann ist der ganze Honig verdorben. An Stelle des zarten Zwetschenhonigs zieht man aus dem Kessel schwarze, verkohlte Klumpen hervor. Auch das Rühren muß verstanden sein. Wer da glaubt, man brauche nur so herumzustochern, der ist im Irrtum. Wir müssen dafür sorgen, daß die gesamte beheizte Fläche des Kessels immer glatt bleibt. Um dies besser feststellen zu können, werden einige Zwetschensteine in den Honig geworfen. Diese reiben bann auf dem Kesselboben, unb wir fühlen genau, ob noch nichts angebrannt ist.
Nach ber Fertigstellung, ein Löffel muß fest bar- in stehen bleiben, er barf also „keine Brühe mehr ziehen", wirb ber Honig von ben Nachbarn, 93er- roanbten unb Bekannten versucht. Das ist, wenn er geraten ist, wie ein kleines Fest, ähnlich wie beim Schlachten. Denn auch hier gilt es, Vorrat zu schaffen für bas ganze Jahr, manchmal für noch längere Zeit. O.
Oeffentliche Generalprobe zur „Hermannsschlacht".
Die Stadttheater-Intendanz beabsichtigt, auch die Generalprobe von Kleists Drama: „Die Hermannsschlacht der Oeffcntlichkeit zugängig zu machen. Zweck dieser öffentlichen Generalproben ist, allen Theaterfreunden, die aus wirtschaftlichen Gründen weder Abonnent, noch Mitglied ber Deutschen Bühne werden können, ben Besuch zu ermöglichen. Es bedarf wohl keines besonderen Hinweises, daß für diese Vergünstigung nur erwerbslose Volksgenossen unb Wohlfahrtsempfänger in Frage kommen. Der Preis ist für alle Plätze auf 20 Pfennig fest- gesetzt. Kartenausgabe am Montag von 9 bis 13 Uhr an ber Theaterkasse gegen Vorzeigung ber Erwerbs- losen- oder Wohlfahrtsempfängerkarte; bie Theater- karte hat zum Besuch der Vorstellung nur in Verbindung mit diesem Ausweis Gültigkeit. Es erfolgt im Theater nochmals Kontrolle, um wirklich alle bie zu
Hungernden zu geben. Das soll ein Opfer fein ®ott dargebracht, wie ja auch Jesus sagt: „Was ihr getan habt einem unter meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." Also empor zu Gott bringen wir unseren Dank, zu ihm bringen wir unsere Hoffnung, und empor zu ihm bringen wir die opferfreudige Tat. Amen.
Nach dem anschließenden Gesang des Choral» „ßobe den Herrn" horte die Gemeinde die
predigt von Pfarrer Or. Hemmes.
Er führte in seiner Predigt aus: Wie der Apostel Paulus sagt (Kol. 2, 6 f.), soll gerade die Dankbarkeit gegen Gott die christliche Grundstimmung sein: „Ihr habt Christus, den Herrn, überkommen, wandelt in ihm. In ihm faßt Wurzel, auf ihn baut euch auf, festigt euch im Glauben, wie man eclch gelehrt hat, und strömet über von Dankbarkeit."
Warum sollen wir besonders am heutigen Tage unsere Dankbarkeit bekunden? Gott ist der Schöpfer und Leiter aller Dinge, er ordnet in seiner gütigen Vorsehung alles zu seiner Ehre und zum Besten der Geschöpfe. Darum ist er es letzlich, dem wir unser Leben, unsere Nahrung und Kleidung zu verdanken haben. „Seht bie Lilien des Feldes", ruft der Heiland aus! Sie arbeiten nicht und spinnen nicht unb boch finb sie reicher gekleibet als Salomon in seiner Pracht, seht bie Vogel bes Himmels, sie säen nicht, sie sammeln nicht in bie Scheunen, unb boch, euer himmlischer Vater erhält sie, feib ihr nicht mehr als biefe?"
Aber nicht blofe für ben Unterhalt bes Leibes bauten wir, fonbern noch viel mehr für die Nah. rung ber Seele, für bie vielen ©naben, inneren Anregungen unb Tröstungen. Vor einiger Zeit ist von hoher Stelle sehr richtig gesagt worden: Nicht bie äußere Not eines Volkes ist bas Schrecklichste, fonbern bie innere Armut, nicht wenn ber Gelbschrank ohne Inhalt ist, fonbern wenn bas Herz leer ist. Ja, wenn bas Herz ohne Glaube, ohne sittlichen Ernst, ohne Kraft unb Trost ist, bann ist Der Mensch wahrhaft bettelarm geworben unb sollte er äußerlich in Samt unb Selbe einhergehen. Dank sei baher Gott, baß er uns bas Leben bes Leibes erhalten hat, aber noch viel mehr für bie Gesund- Helt ber Seele, für ben Schwung, ben Idealismus, ber in uns lebt.
Wenn ich so aufforbere zum Dank gegen Gott, so ist es mir, als ob ich aus mancher Seele eine Widerrebe aufsteigen hörte: Wie soll ich Gott banken für all bie Not, in bie geraten bin, für bas Leib, bas Krankheit unb Tob in bie Familie getragen haben? Wir finb schnell zur Anklage bereit, aber säumig in ber Selbstbesinnung. Es sei bie Gegenfrage gestellt: Wie oft hast bu während des Jahres deines Herrn und Schöpfers gedacht? Hast du ihm gedient, oder warst du treulos geworden, hast den Dienst gekündigt? Könnten da nicht Not und Elend zur verdienten Strafe geworden fein? Ferner waren Krankheit und Tod nicht ein Weckruf, der bie Seele aus Schlaf unb religiöser Gleichgültigkeit aufrütteln sollte? Jawohl, ber Sensenmann wanbert von ber Hütte bes Arbeiters burch bie Straßen ber Bürger bie Marmartreppen hinauf in bie Paläste ber Reichen unb ruft Äinbern unb Erwachsenen unb Greisen mit gewaltiger Stimme: Du hast hier keine bleibenbe Stätte. Jenseits des Grabes ist dein Ziel. Meine sehr verehrten Zuhörer, von der Ewigkeit aus müssen wir bie Geschehnisse biefer Welt beurteilen. Dann werden wir aufhören, zu rechten mit Gatt, vielmehr ihm danken für das zahllose Gute, das er uns erwiesen hat.
Wie sollen wir ihm danken? Durch Worte, durch Lobpreisung, durch Gebete, bie wir vor unb nach ber Mahlzeit verrichten. Das Tier betet nicht bei ber Nahrungsaufnahme. Das Gebet bleibt bas erhabene Vorrecht ber eblen Menschenseele. — Aber noch mehr. Danken wir burch bie Tat, burch ein wahrhaft christliches Leben, schenken wir uns selber Gott dem Herrn! Unser göttlicher Meister hat ber Welt ein Gastmahl bereitet, wie kein König vor ihm noch nach ihm, er gab fick selber bar. Liebe verlangt Gegenliebe: schenke Jesus bein Herz. Das ist bie vollkommenste Art, ben Dank abzustatten.
Ich schließe mit einem ber erhabensten Dank- gebete, bie über Menschenlippen gekommen finb: „Nimm hin, o Herr, meine ganze Freiheit, nimm bin mein Gebächtnis, meinen Verstand und Willen! Was ich habe ober besitze, bas hast bu mir verliehen, ich gebe es bir ganz roieber zurück unb übergebe es unbeschränkt beinern Willen zur Leitung. Deine Liebe allein nebst beiner Gnade schenke mir, bann bin ich reich genug unb verlange nichts weiter." v .
Der Gesang bes Chorals „Nun banket alle Gott" beschloß ben einbrucksvollen Gottesbienst.
Unmittelbar barauf formierten sich bie Kompanien unseres Bataillons zum Abmarsch nach den Kasernen. Anschließend folgte
der Marsch ber SA durch die Stadt,
wobei ben Stürmen die vor einigen Wochen in Nürnberg vom Führer verliehene St anbar tl
Der gestrige Srntebanffcfttag in (Sic- feen fanb feinen überragenden Ausdruck in einem Erntedank - Feldgattesdienst, der am Vormittag um 9.30 bis gegen 11 Uhr unser Gießener Bataillon, bie SA.-Stürme bes Stanborts Gießen, ben Stahlhelm unb eine große Menschenmenge auf bem Trieb vor ber Volkshalle vereinigte.
Die SA.-Formationen waren schon auf bem Marsch zu ben Sammelplätzen unb beim feierlichen Abholen ber Standarte, ebenso wie auch der Stahlhelm, bei ihrem Anmarsch zum Trieb Gegenstand herzlicher Sympathiekundgebungen der Bevölkerung. Etwa von 9 Uhr ab bezogen die SA.-Stürme, der Stahlhelm, bie NS.-Amtswalter, ber Bunb beutscher Möbels unb ber Bund Königin Luise ihre Aufstellungsplätze auf dem Trieb. In dieser Zeit rückte auch bas Bataillon unter tlingenbem Spiele an. Unmittelbar vor ber Felbkanzel, bie von ber Stanbarte 116 unb ben Sturmfahnen ber Gießener SA.-Stürme umgeben war, hatte bas Bataillon Aufstellung genommen. Anschließenb folgte bie SA., die Amtswalter, ber Bunb beutscher Mäbels, weiter ber Stahlhelm mit bem Bunb Königin Luise. Nach ber Aufstellung gab bie vorbilblich tätige SS. bie Absperrung bes Platzes etwas freier, so baß auch bie große Bevölkerungsmasse sich enger um ben Gottesbienstplatz gruppieren konnte.
Die Militärkapelle unter Leitung von Obermusik- meister Krauße spielte zu Beginn bes Gottes- bienftes ben Choral „Die Himmel rühmen bes Ewigen Ehre". Hierauf folgte bie
Predigt von Pfarrer Lenz.
Er prebigte über Joh. 6, 26 unb 27: ,Hesus sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr suchet mich nicht darum, baß ihr Zeichen gesehen habt, sondern daß ihr von dem Brot gegessen habt unb seid satt geworden. Wirket Speise, bie nicht vergänglich ist, sondern die da bleibt in bas ewige Leben, welche euch des Menschen Sohn geben wird."
Die Hauptgedanken seiner Predigt waren etwa folgende: Vor noch nicht sehr langer Zeit sah der Städter gern etwas hochmütig auf das Dorf und den dummen Bauern herab. Wahre Kultur glaubte man nur in den Städten zu finden. Manche Menschen der Wahrheit und gerade auch rechte, christliche Predigten widersprachen bem, ohne viel Gehör zu finden. Heute ist diese Saat wie durch ein Wunder aufgegangen. Heute dankt ein ganzes Volk und gerade auch der Städter dem Bauernstand als der unversieglichen Quelle unserer Volkskraft, als dem Erzeuger unseres Brotes. Aber im Gottesdienst haben wir nicht nur Menschen zu danken, sondern uns zu Gott bekennen. Darum rufen wir uns zu: Empor zu Gott! mitunserem Dankfür das tägliche Brot, mit unserer Hoff- nung für Volk und eigenes Leben mit unserer opferfreudigen Tat.
Gott haben wir zu danken, weil er nicht nach unterer Würdigkeit, sondern traft seiner Zusage uns wieder eine reife Ernte beschert hat. Das Tier macht sich keine Gedanken, woher seine Nahrung kommt. Aber ein Vorrecht des Menschen ist es, an den Geber aller Gaben zu denken, ihn zu bitten und ihm zu danken. Wir danken ihm auch, daß wir als Deutsche auf unserer Heimatflur leben dürfen. Oder möchte einer tauschen mit anderen, die reicher sind an Gold aber keine deutsche Heimat kennen wie rojr? Wir sollen alle von dem seither weitverbreiteten Irrtum loskommen, als brauchten wir keinen Gott. Ohne ihn kann der gelehrteste Geist und bie fleißigste Faust nichts. Kein Hälmlein können Menschen wachsen lassen. Das tut Gott. Darum müssen wir bas Danken wieder lernen.
Auch das Hoffen für unser Volk und für uns selbst lernen wir bann erst wirklich, wenn wir unsere Hoffnung empor zu Gott bringen. Jesus tabelt Die Menschen, bie ihm gefolgt sind, nicht weil sie ihm für die leibliche Speisung danken, sondern weil sie nur an das Brot, zu wenig an den Spender
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I lete man sie. D 'Arrest.
Mein Begleite j Widerstand gege S — vier W blich, wenn ’ Akt solche Vers.
Die Regierung fi nur in ben eiqei recht Jein."
Regiere MöurchMen, ,,2-e topitrt-f) wnmunismu Erster gönn, ge


