Ausgabe 
2.10.1933 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

irschmusik

Wirtschaft

djnung, den Realismus,

den

mir

Di- hinter den Papieren nngesührten Aissern geben die Hohe der zuletzt b-ichI°N°n°n Dividende °n.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

Berlin

Jrantfun a. M.

| kur- börse

6d?lu6l.|

kurs

kurs

börse

börse

29.9- 130-9. 129-9-

30-9-

30.9.

29-9.

30-9.

29.9-

74,13

74,4

Banknoten.

85,5

Gritzner.................. °|

Mainkrastwcrke Höchst a.M.. 4

Süddeutscher Zucker .....8|

Schuckert&6o. ...

Siemens & Halske. LahmeyerLCo. .,

o o

84

84

85

86,5

85,5

85.5

86,75

82,5

85

72

98,5

86

79,75 11,13

81,1

82

24,25 39,5

14,25

160

133,5

85 98,6 85,4

79,65 11,15

85,5

85

86,75

0 o

0

0

0

4

0

0

0

12

rum die

116,5

169

40,5

47,5

52,5

58

73

55,5 156,25

66,92

80 97

34.88

67,18

81 29

35 02

85

98,5

85

79,75

11,2

85 98,25 85,75

79,75 11,2

81,5

o

i

0

0 0

6

6

0

0

10,25

22,25

18,5

11,5

40,5

84

44

45,5

37

141,4

17,9

113

72,25

90,25

41,5

72^9

88,5 146,75

110

64.5 95,25 45,75

81

53

126

95,5

51,13

61

23,75

33,25

73 12,25 11,25

111

112

f>

7

10

Schluß? Ulinag» börse

58.26

57,88

12 96

16 355

56

21 93

65,22

0,7 4,75 5,13 4,25

5,5 5

0,80 4,9 <2 4J>

6,05

86,75

10,13

0,75

4,9

5,15

4,4

5,5

Hamburg-Amertka-Pakel Hamburg-Südam. Dampsschtff. Hansa-Dampfschifs...........

Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschast................

Dresdner Bank

Reichsbank ................

A.E.T......................

Bekula

Die Anmeldung von Zahlungsver­pflichtungen gegenüber dem Ausland

Datum

.......0

.......0

0

10

0

0

.......0

6

.......5

.....7H

7

.......e

.......o

.......0

....... 0

0,75

5,1

4,5

5,5

4,7

ZbeL'Schluß-

Goldschmidt .... RütgerSwerle ... MelallgeleUichast.

29

38,5

32,75

gewogen und follie =#ibe einklgehen. Stint

Harpencr.................

Hoefch EisenKöln-Neuefsen

Ilse Bergbau

Ilse Bergbau Genüsse Klücknerwerke .............

lNannesmann-Rübreu

Sie übersieht, und das wind auf die Dauer ihr gro- 3er Rechenfehler sein, daß das Vertrauens­verhältnis vom Volk zur Regierung genau umgekehrt wie in Deutschland liegt." Pg. K. läßt sich von mir ein kurzes Stimmungsbild über das neue Deutschland geben. Er will es für fein nächstes Rundschreiben verwenden.

Als wir geendet haben, haut er den Verschluß- deckel über die Maschine.

Abwarten!" Grimmig reißt er einen Fenster­flügel aus.Hier sitzt man mitten drin im Dreck und drüben bei Euch..."

Wir helfen die vervielfältigten Flug- und Hand­zettel ordnen, eine Riesenarbeit, die hier ein ein- zelner Mann geleistet hat.

82,5

84,75

72

74,4

84

84

84,5

86,25

85

85

86,75 |

?°'^°h^rt

4t®*

111 Men.

(U D i e Reichsindexziffer für die Le­benshaltungskosten im September Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Be- kleiduna undsonstiger r'*

Durchschnitt des M>

Elcktr.LieferungSgelellschaft... 6

Licht und Krast ............. 6

Felten L Guilleaume 0

Geseülch.s.Elektr.Untemehmung. 5

Rheinische Elektrizität ........ 6

Zu Haus!" ..

Und richtig! Der Junge gehorcht verwahrt die Papiere in seiner Brusttasche. Die Leute an Tischen haben das Intermezzo kaum beachtet.

Pg. K... kommt zurück.

Nachher geh ich nochmal zu ihm... Laß seine Adresse geben... Vielleicht wird's wieder einer für die SA...." .

Es war die seltsamste Werbung, die ich je ge°

anzufordern. *

* DerJndexder Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 27. 9. rechnete Indexziffer der Großhandelspreise stellt sich auf 95,3; fie ist gegenüber der Vorwoche (95,2) kaum verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lau­ten: Agrarstosfe 91,5 (plus 0,5 v.H.), mbustnelle Rohstoffe und Halbwaren 89,0 (minus 0,2 p. H ) und industrielle Fertigwaren 113,6 (unv.), hiervon Produktionsmittel 114,1 (unv.), Konfumguter 113,3

(er Bedarf") beläuft sich für den _tonats September auf 119,0 gegenüber 118,4 im Vormonat; fie ist somit um 0,5 v. H. gestiegen. Im einzelnen hat sich die Index­ziffer für Ernährung um 0,8 v.H. auf 111,1 erhöht. Dies ist hauptsächlich auf ein zum Teil jahres­zeitlich bedingtes Anziehen der Preise für Schweinefleisch, Fett, Schmalz, Butter unk'Eierzu­rückzuführen. Die Preise für Brot und Kartoffeln sind im September gegenüber dem Vormonat zu­rückgegangen. Die Indexziffer für Bekleidung .st um 0,6 v.H. auf 116,9 und die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung um 0,7 v. H. auf 134,8 (Erhöhung infolge Abbau der Sommerrabatte für Hausbrand­kohle') gestiegen. Die Indexziffer fürsonstigen Be- darf" stellte sich auf 159,1 (plus 01 v. H.) und die Indexziffer für Wohnung unverändert auf 121,3.

Ein Volk - ein Reich.

Tatsachenbericht von einer Fahrt durch das deutsche Oesterreich.

Von Udo Wolter.

Wir haben uns in eine ruhigere Ecke des Gar­tens zurückgesetzt.

Machen Sie das oft so?"

Ab und zu, ja.'

Inzwischen kommt mein zweiter Begleiter mit einigen jungen Männern an den Tisch.

Heil Hitler!"

Einige Leute auf den Bänken schauen sich um. Irgendein Hanswurst unter den Musikern zieht ihre Gesichter wieder nach vorn.

Kurze Vorstellung. Ein Musiker, ein Student, ein Handlungsgehilfe. Die drei anderen sind ar­beitslos.

Es sind alles SA.-Leute.

Zwei von ihnen waren am Simmering dabei. Sprechen Sie nur mit ihnen darüber. Auch hier bei uns ist allerhand geschehen. Nicht nur bei such in Berlin."

Die Straßenschlacht am Simmering ...!

Bis zur Mitternacht geht unsere Unterhaltung. Kapelle, Gesang und Lachen..., alles ist darüber vergessen. (Fortsetzung folgt.)

Oie Geländespiele des Jungvolks in den Herbstferien.

Ferien! Lange hat der Junge darauf gewartet. Nun sind sie wirklich da. Jetzt wird er den Ranzen in die Ecke werfen für vierzehn Tage. Zwei Wochen

Frankfurter Wochenschlußbörse: still, freundlich.

F r a n k f u r t a. M., 30. Sept. Die Wochenschluß­börse eröffnete in sehr ft i 11 e r Haltung. Der Ultimo hielt sowohl die Kundschaft, als auch die Kulifse vom Eingehen neuer Engagements zuruck. Indessen war die Grundstimmung durchaus freundlich, wenn auch die Kursgestaltung kein einheitliches Bild zeigte. Von einiger Anregung waren der merkliche Zuwachs der Spareinlagen tm Reich, sowie der Umschuldungsplan der Stadt Frankfurt. Letzteres gab dem Rentenmarkt ein festeres Gepräge, infolge der Gefchäftsstille er­gaben sich aber auch hier nur kleine Besserungen. Späte Reichsschuldbuchforderungen und Altbesitz gewannen je 0,25 v. H., Neubesitz und Schutzgebiete waren gut behauptet. Sehr fest lagen neuerdings Stahlverein-Obligationen mit plus 2,13 v. H. (62). An den Aktienmärkten zeigten Elektrowerte überwiegend Erhöhungen um bis zu 1 v. H - Mon­tanpapiere blieben meist unverändert, nur Phönix eröffneten 0,75 v. H. niedriger. IG. Farben waren anfangs etwas angeboten, das herauskommende Material wurde aber zu 116 v. H. ( 0,50 v. H.) ausgenommen. Deutsche Erdöl waren gut behaup­tet, während Goldschmidt 1 v. H. nachgaben. Von sonstigen Werten sind noch Conti Linoleum Zürich mit plus 1 o. H. zu erwähnen, ferner Hapag mit plus 0,50 v. H. Auf den übrigen Marktgebieten be- , trugen die Abweichungen nach beiden Seiten 0,13 bis 0,50 v. H.

Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit sehr klein, und die Kurse zeigten außer IG. Farben, die 0,50 v.H. anzogen, keine Veränderung gegen den Anfang. Auch deutsche Anleihen, späte Reichs­schuldbuchforderungen sowie Stahlverein - Bonds lagen unverändert. Im weiteren Verlaufe zeigte sich vermehrtes Interesse für Montanaktien, die von 0 50 bis 1 v. H. anzogen, Gelsenkirchen gewannen sogar 2 v. H. Etwas fester lagen ferner Lahmeyer (plus 1 v. H ). IG. Farben schlossen mit unver­ändert 116,50 v.H. Auf den übrigen Marktgebie­ten traten keine Veränderungen ein. Der Kasfa- markt lag sehr still, und die Kurse waren meist be­hauptet, vereinzelt ergaben sich Abweichungen um bis zu 1 v. H. nach beiden Seiten.

Am Pfandbriefmarkt waren die Kurse für Gold- und Liquidationspfandbriefe sowie Kom- munal-Obligationen auf gestriger Basis behauptet. Stadtanleihen hatten nur sehr geringe Umsätze auf­zuweifen. Während Mainzer von 1926 und 1928 um 0,40 v.H. auf 65,65 abbröckelten, lagen die übrigen meist unterändert, teilweise auch etwas fester, so 6proz. Darmstadt von 1926 (plus 0,75 o. H.). Don Staatsanleihen bröckelten 1929er Hilferding um 10 Pf. auf 98,50 v. H. ab. Länderanleihen und Industrie-Obligationen lagen ruhig.

Frankfurter Schlachtviehnrarkt.

Frankfurt a.M., 20. Dtt. Vorauftrieb: 1691 Rinder (528 Ochsen, 124 Bullen, 530 Kühe, und 437 Färsen),410 Kälber, 152 Schafe, 3524 Schweine Es wurden notiert: Rinder: Ochsen 20 bis 31 Mark, Bullen 22 bis 29, Kühe 12 bis 27, Färsen (Kal­binnen) 20 bis 31, Kälber 24 bis 43, Schafe 22 bis . 27 Schweine 45 bis 54 Mark. Marktverkauf: Rin- : der schleppend, Kälber und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig.

'Urreft

Mein Begleiter sieht mich an:Da haben Sie es. Widerstand gegen die Staatsgewalt illegale Setatu QUng vier Wochen hinter schwedischen Gardinen. Ergötzlich, wenn mans so hört, aber auf die Dauer wirkt solche Verfolgung doch erbitternd auf Die Leute. Die Regierung schneidet sich mit solchen Maßnahmen nur in den eigenen Finger. Nun, uns soll es schon recht fein." , , ,

Die Regierung will also, wie man so jagt, ener- nüd) durchgreifen, um die Partei zu erledigen.

Sie kopiert Hitler. Seine Maßnahmen gegen den Kommunismus wendet man hier, oft in ver­schärfter Form, gegen den Nationalsozialismus, an.

die den braunen Kolonnen ihre aufrichtige Der- bundenheit und Zuneigung in herzlicher Weife be­kundeten. Nach dem Vorbeimarsch vor dem Stan­dartenführer rückten die Stürme zu ihren Sturm- lokalen ab, ebenso wurde die Standarte feierlich zur Wohnung des Standartenführers zurückgebracht.

Am Nachmittag marschierten die Gießener Stürme, ebenso wie die Parteiorganisation unserer Stadt nach verschiedenen Orten der engeren Umgebung, um dort gemeinsam mit der Landbevölkerung das Erntedankfest zu begehen. Die Feiern nahmen über- all einen schönen und stimmungsvollen Verlauf. Wir werden über diese Feiern noch besonders be­richten.

Dorbeimarsch der Stürme vor dem Standartenführer Lutter erfolgte. Ueberall in den Marschstraßen, in denen nicht nur die Klänge der an der Spitze marfchie- iniben Standartenkapelle, sondern auch der Gesang itr Marsch- und Kampflieder der SA.-Sturrne er- ihite, besonders aber auf dem Landgraf-Philipp- Potz, hatten sich große Menschenmengen aufgestellt,

Wird überall im Land so gearbeitet wie hier?' Leider nicht. Es fehlt an Schreibmaschinen und Vervielfältigern. Geldknappheit. Und dann war die Partei auf so rigorose Regierungsmaßnahmen nicht gefaßt. Es ist natürlich schwer, bei vollständigem Verbot wirksame Arbeit zu leisten. Mich hat man bereits auch schon unter Wind. Morgen kommt das Ding" er weist auf den Vervielfältigerzu einem anderen Pg." , ,

Inzwischen sind wir mit der Arbeit fertig.

Sie als reichsdeutscher Journalist können übri­gens auch schon unter Beobachtung stehen. Wir haben hier, gerade in Wien, ein ausgezeichnetes Spitzelsystem. Wenn wir also noch einen kleinen Plausch machen wollen, hinaus aus der Bude."

Grinzing möchte ich gerne kennenlernen." In Ordnung. Straßenbahn am Schottenring... Wir fahren hinaus nach Grinzing.

Kleine Verschwörersitzung in Grinzing.

Die Kapelle beimKleinen Rockenbauer" ist vom Podium geklettert. Jetzt sitzt sie am Nebentisch bei einer Gruppe jungerMadln" nebst Begleitern und spielt die gefühlvollen Lieder des Harvey-Filmes.

... doch nicht allein, Wien und der Wein...

Die bunten Lampions tanzen leicht im Wind, der sanft durch die kleinen Häuser und schmalen Gassen Grinzings streicht.

Lachen und Gesang umspült die kleine Laube. Wir haben schon drei oder vier Schoppen feurigen" getrunken. ,,

Unweit von uns sitzt ein Bursche mit zwei Mädels. Achtzehn, neunzehn Jahre mag er sein. Er singt aus Leibeskräften. , . , ,

Es könnt' halt schon recht gemütlich sein , sagt Pg. K... sarkastisch. Schon seit einiger Zeit starrt er zu den dreien hinüber.

Plötzlich steht er auf und geht hinüber. In der | Hand schwenkt er einige feinerKri^sbriese", von denen er stets mehrere bei sich führt.

Der Buksche schaut auf, als der große Mann vor ihm steht und ihm die Zettel entgegenhalt.

Da! Stopf Dir das in Dein Tascherl! Sieh s zu $Q3ögerni?greift er zu, will sich die Schriften durch­schauen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

v - _ Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

ffrleF

2.71

58.50

8.12

13.02

16 415

169 24

22 01

65 48

Deutsche Reichsanleihe v. 1927 «% djem.7% Tt.Reichsanl.v. 1929 t>Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit

Auslos.-Rechten

Desai, ohne Auslos.-Rechte $>'o ?hem.8% Hess. Bolksstaat 1929

(rückzahlb. 102%)............

6Y0 Hess. Landesbank Darmstadt Gold M. 12.............

Wi°/o Hell- Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqut.........

cberhessen Provinz-Anleihe mit

Auslos.-Rechten.............

Deutsche Komm. Sammelabl. An­leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

6% ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp'Bank

Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 5/2% ehem. 4/,% Franks. HYP--

Bank-Liqu^Psandürtese... .... 6y,% ehem. 4'/,% Rheinische

Hyp^Bank-Liqu^Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landeopsand-

briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 679 ehem. 7% Pr. CanbcCpfanb-

briefan stall, Pfandbriefe R. 10 Lteuergutsch. Verrechnungskurs.

4% Oesterreich» che Goldrente... 4,20% Oesterreichifche Silbcrrcntc 47O Ungarische Goldrente.......

*% Ungarische Staatsrente v. 1010 4/i% dcSgl. von 1918..........

57> abgesl. Goldmexikaner von 99

4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe

Serie 1.....................

lang wird er nicht an die Schule denken, setzt wird er yinausziehen mit seinen Kameraden durch Feld und Wald, durch Städte und Fluren. Jetzt werden überall in Oberhessen die Jungen auf Fahrt und Lager ziehen, werden in Zelten schlafen ober in Scheunen oder auch in Privatquartieren, in den Dörfern werden sie ihre Standquartiere aufschlagen und den Kampfplan für den nächsten Tag bespre­chen. Denn Fehde ist ausgebrochen zwischen den einzelnen Stämmen und Wald und Feld werden widerhallen von dem Lärm des Kampfes In aller Frühe schon werden sie den Ort verlassen und ihre Aufgabe erhalten. Den Lebensfaden werden sie um den oberen rechten Arm tragen und ihn vertei­digen, als ob es um ihr Leben ginge. Jetzt werden sie ihre Kraft messen können.

Jetzt wird kein Vater ober Lehrer hinter ihnen stehen unb zu ihnen sagen:Du sollst bas nicht", unb keine ängstliche Mutter ober Schwester wirb sagen:Du barfst bas nicht". Frei werben sie sein unb boch ihren Führern aufs Wort gehorchen. Ein anderer Gehorsam ist dies, als der aus Zwang und Furcht vor Strafe.

Nicht Jungen sind hier, hier sind die Manner, die in einiger Gemeinschaft stehen, voll verantwort­lich fühlen. Vater ist sogar damit einverstanden, baß ber Junge vier ober fünf Tage nicht mit auf bas Felb braucht zum Kartoffellefen ober Apfelabma­chen, denn er weiß, daß fein Junge, wenn er

In den Tagen nach seiner Ankunft in Wien erhält der deutsche Journalist seine erste Einführung in die politisch-parlamenta­rische Kampflage des Landes. Er kommt mit einigen SA.-Fuhrern der verbotenen Partei zusammen und lernt den Kleinkrieg kennen, der in Wien gegen das Verbot geführt wird.

Flaschenbierkapseln.

Sie glauben gar nicht, wie schnell das hier mit den Verhaftungen geht", sagt Herr N..., mein nationalsozialistischer Begleiter, als wir auf dem Rege zu einem Parteigenossen über den Schotten­kina bummeln.Die Strafen sind meist noch ertrag- fcar, aber trotzdem ist es nicht angenehm, für die kleinste Gesinnungsäußerung im natio­nalsozialistischen Sinne seine zwei bis vier Wochen 21 r r e ft zu erhalten. Man kann noch zufrieden sein, wenn man damit davonkommt, denn mit ber BezeichnungHochverrat" ist man hier im Laube überaus freigiebig. Und das kostet dann schon feine paar Jahre." v r

Es dämmert bereits leicht in den Straßen. An fcer Litfaßsäule vor uns klebt das überlebensgroße fiopfbilbnis bes Bunbeskanzlers Dollfuß, ber lauft auf uns herablächelt. Es konnte ein gutes Rropaganbaplatat für einen Theatermann fein, für einen Staatsmann ist es herzlich ungeschickt. Mbei finbet man es zu Tausenden in den Straßen Viens.

Ich beschließe, es am nächsten Tage zu photo­graphieren. ..

Mein Begleiter hat inzwischen einen mächtigen Notstift aus der Tasche geholt und, nach einem vorsorglichen Rundblick, das Plakat mit zwei riesi­gen Hakenkreuzen verschönert. Und da die Gelegen­heit günstig ist und sich noch immer kein Passant oder Wachtmann sehen läßt, setzt er noch die In­schrift: Ein Volk ein Reich! hinzu.

Befriedigt tritt er dann einige Schritte zuruck unb betrachtet fein Werk.

Unsere vorläufige Propaganda , sagt er lakonisch. Und nach einer Weile:Die Leute sollen merken, daß wir noch munter und tätig sind. Bis man uns wieder unsere Rechte und Gesinnungs-

rhir 811) a:, Con

eßw.

(em

* »Was an-ff* Llü. , w|o empor zu n 1 3U bringen

Choral, Gemeinde die rDr. Hemme-.

Di- ber Apostü oll gerade die Dankbar- X ©ranlijtimmung feint überkommen, man- SJurjel, auf ihn baut plaubcn, wie man euch .'ber von Dankbarkeit." ),rs am heutigen läge i Sott ist der Schöpfer irdnet in seiner gütigen hre unb jum Besten ber lrhlich, dem wir unser 1 Reibung zu verdanken - Felde;", rüst der hei­lt unb spinnen nicht unb l al; Salomon in feiner hiMiels, sie säen nicht, Neunen, unb doch, euer fie, feil) ihr nicht mehr

Unterhalt bes ßeibis d mehr für die.M)» iden Anoden, innerer n. Bor einiger Zeit isi g gesagt worden: Nicht ef in dos Schrecklichste, nicht wenn ber Eeld- nbem wenn bas Herz ohne Glaube, ohne unb Trost ist, dann ist

Im Deutschen Reichs- und Preußischen Staats- anzeiger vom 30. September veröffentlicht die 21 n - meldestelle fürAuslands schulden nach- tehende Bekanntmachung betr. die Anmeldung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Ausland: Gemäß § 3 der Zweiten Verordnung zur Durchfuh-

g der Verordnung des Reichspräsidenten über

S. 172) fordern wir hiermit im Benehmen mit dem Reichswirtschaftsminister die im § 1 der Verord­nung genannten Personen, Firmen und Koroer- chasten auf, ihre am 30. September d. I. bestehen­den Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Aus­land und dem Saargebiet nach den Vorschriften dieser Verordnung bis zum 14. Oktober d.J. bei uns anzumelden. Anmeldepf lich 11 g ist:

1. ohne Rücksicht auf die Hohe der Verpflichtun­gen jeder Schuldner, der von der Anmeldestelle für Auslandsschulden unmittelbar durch Zusendung von Vordrucken zur Anmeldung aufgefordert wird.

2. Im übrigen jeder Schuldner, helfen Gefamt- verpflichtungen gegenüber dem Ausland und dem Saargebiet im Nennwert ober Gegenwert 5000 Mk. (in Worten: fünftausend Mark) oder mehr betragen.

Die zur Anmeldung zu verwendenden Vordrucke sind bei uns, Berlin SW 111, Kurstraße 49, oder bei einer Reichsbankanstalt anzufordern. Diejenigen Verpflichteten, die eine Anmeldung nach Dem totanD vom 28. Februar d. I. vorgenommen haben, erhal­ten die Vordrucke unmittelbar von uns zugesandt. Sollte bis zum 5. Oktober d.J. keine Zusendung er­folgt sein, so sind die Vordrucke von der Anmelde­stelle unmittelbar (nicht von einer Reichsbankanstalt)

Mansselder Bergbau ...

Kolswerke ............

Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen

Rheinstahl

Bereinigte Stahlwerke.

Otavi Minen ........

Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth

I. G. yarben.Industrie Schcideanstalt........

4,9

4,5

2,65

25,1

Datum

4% desgl. Serie II .............

5% Rumän. verelnh. Rente b. 1903 4/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2^% Anatolier ...............

Amerikanische Noten..............

Belgische Noten..................

Dänische Noten Englische Noten .................

Französische Noten...............

Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch cesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten.................

Spanische Noten Ungarische Note»

Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener

Schultheis Pavenhofer 0

Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0

Bemberg...................0

tzellsloss Waldhof 0

Zellstoff Aschaffenburg 0

Dessauer Gas ............... 7

Daimler Motoren 0

Deutsche Linoleum 0

Orcnstein L Koppel 0

Leonhard Tietz .............. 0

Chade......................10

Aecumulatoren-Fabrik 0

llonti-Gumuu......... 0

tum M geg" M au- mancher Seele eine 'M soll ich ®ott öan» > geraten bin, für da; :' in Die yamüie fletra- m iUr Anllage bereit, itbefinnung. Es sei die ;t bah du während des -Japsers gedacht' hast II du treulos geworden, - Sonnten da nichtA i eiro'e geworden stw.

Te) nicht ein Den 2 religiöser «lech 3awobl der Sensen ... iJs Arbeiters durch

Ionen «r-

rl'tten ^^'chenve», corangetragen wurde. Der Marsch erfolgte unter - :|e Rührung des Standartenführers Lutter und ging r,e|f r ,e r 8 tt en vom Trieb aus durch die Kaiferallee über Ludwigs-

- Ein. Platz, Gartenstraße, Hindenburgwall, Seltersweg, 9Qiit tom!* Weisse I* Kicuzplatz, Sonnenstraße zum Landgraf-Philipp- lr[in { ,'lnic,iber m n Patz, wo unter den Klängen der schneidigen ?*nen au. t*lr, der Marschmusik der Standartenkapelle em teilen.

QDon« der

Me fein

sehen habe ...

Wenn Sie den Jungen nun aufsuchen. >. Unb \ der zeigt sie an?"

Pg. K ... schüttelt den Kopf.

Der nicht."

'°Vliur6) Worte, durch cn9 unb na» die wir vor ba

las T"r ,[.,(){das tx* los wbet bl M i ei"'

durch >e N^i-lber

, dein erhabensten

;.Tpen

V, oanV Irf5ßillen- .n Dersiand^nir ff t ba» ha'-/und über' wieder ßeitunfl-

ÄS*

I

Msd>e.''l^ Spanien !

durch

«lochen

^'^tanbOt

lhllipp Holz mann v

semcnlwcrk Heidelberg ......0

«mentwerk Karlstadt...... O|

freibeit zugesteht..."

Die herzerfrischenden Ansichten meines Begleiters halten die Unterhaltung in ständigem Fluß. In dosier Laune gelangen wir bei dem Pg. K... an. Er sitzt an dem Vervielfältiger und zieht selbst- fictippteKriegsbriefe" ab, die am nächsten Abend art die zuverlässigen Parteimitglieder seines Be­zirkes verteilt werden.

Eine neue Nachricht, Herrschaften. Vier Wochen Arrest für das Tragen von Flaschenbierkapseln.^ Die Leute überschlagen sich in ihren Maßnahmen." Er - l":-'uyMUV-k'- gibt uns einenKriegsbericht". In Niederösterreich - bas Leben bes Lei Df s j>tten rid) mehrere Nazis, als Ersatz für bas verbo- ; ri'rr tut ht Msunb- Parteiabzeichen, F l a f ch e n d i e r k a p s e l n x >.°N ^»nlismus. iltöag Knopfloch gesteckt. Als die Gendarmerie nebst Bürgermeister dahinterkam und sie der Auf­forderung der bewaffneten Gewalt, dieAbzeichen" U entfernen, nicht sogleich Folge leisteten, verhaf­tete man sie. Das Urteil lautete auf vier Wochen

Sranfiurl o.M. | »erlin

'^ranfturi a. JJI.

Berlin

Schluß- fürs

Gchlußk. Abend- börse

Schluß- lurd

Schlüße, mittag» börse

Datum

29.9.

30.9.

29.9.

30-9.

29. September

30.September

Amtliche Notierung (SSeth I 23rie'

Amtliche Notierung

Geld | Brie

ÖelsingsorS..

5,754

48,05

5,766

48,15

5.744

48.0'

5,756

48.1'

Prag.......

12,415

12,425

12,415

12 435

Budapest ...

Sofia......

3,047

3,053

.04/

.053

Holland ....

169.08

169.42

168.98

169 32

Oölo.......

65,43

65,57

i:S,38

o5,52

Kopenhagen.

58,14

58,26

8 14

58.26

Stockholin...

67,13

67,27

67.08

67 22

London .....

13,02

13,06

13,00

13,04

Buenos Aires

0,963

0 967

Ü.9t3

0,967

Neuyork....

2,747

2,753

2,737

2,743

Brüssel.....

58,42

58,54

58 44

58.56

Italien.....

22,08

22,12

72.05

22.09

Parts......

16,40

81,17

16 44

16.395

16 435

Schweiz ....

81,33

oL15

81 31

Spanien....

35,01

35,09

35.01

35,09

Danzig.....

81 62

81.78

'11.62

81,78

Japan......

0,766

0.768

0,769

0,771

Rio de Ian.

0.230

0,232

0.2.0

0.232

Jugoslawien Lissabon...

5,295

12,68

5,305

12,70

S.991-

12 68

. 305

1270

23.75

23,75

22,25

68,25

67.13

33,25

33,13

31.5

181

182

179.75

73.5

73,13

73

33,25

32,13

31

11-25

11

11

112-5

113

111

112

111

113

158

157

158

116,6

116,4

116,25

169-4

39,75

40.5

40.25

47

47

46,75

52,5

52,5

52.5

58

58.25

-9,5

73.5

_

91,5

91,5

29

29,25

29

39

38,5

38

33

32,5

32,5

18,75

18,75

20

99,73

100,75

24.25

24,13

24

39,5

39,5

38.5

26,5

27

14,13

1 ,25

157

154

160

160,5

133

133,5

133

I 16,25

1 156,25

I156,75

4,9

2,8

4 9 2,8

5

4,5

4,5

4,4

2,5

2,5

2,55

25,25

25

25

10,25

10,75

10,25

20.251

11,13

11,9

11,13

40

40

40,13

84.75

42,5

42,5

43

45

45

45

36.5

36,5

36,5

141,25

141,5

140,9

18,5

18,25

18,13

112,5

113,25

113.25

72,5

90,5

90,75

90,25

41,5

41,5

41,75

73,65

73

78-5

79

89,75

90

144,75

144 75

146,5

112

114

112,25

64.5

64.5

65

96.25

96,5

96

47

49

47,25

82

82,75

82,25

55

128.5

129

94.5

95.25

52

62,5

63,5

52,5

53,25

52,65

Berlin, 30.September______

Geld