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2.10.1933 Zweites Blatt
 
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Hr. 250 Drittes Blatt ________ Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, TGttober 1955

Die Eröffnung der Braunen Messe in Gießen.

Eine lehr reichhaltige und sehenswerte Warenschau und Verkaufsmeffe. Guter Eindruck bei allen Besuchern. Reger Besuch schon am ersten Ausstellungstag.

Ein Blick in die Ausstellung. Teilansicht aus dem Parterre der Volkshalle.

sollte mich täuschen. Wir verloren die Spur und irrten lange ziellos umher. Es ist wirklich kein Vergnügen, einen verwundeten Elefanten durch ein Urwald-Dickicht zu verfolgen, da man nie weiß, hinter welchem Busch das ergrimmte Tier auf seinen Feind lauert. Ich bekam meine Jagdbeute nicht mehr zu Gesicht. Doch fand ich während der Verfolgung nicht weniger als drei alte Schädel, darunter einen von einem Zwergelefanten. .

Sprenger für dieBraune Messe". Sodann betonte er, daß man bei einem solchen großen Werk, das nicht ein Stück Tageswerk sein dürfe, in erster Linie froh und innerlich bewegt d e s Mannes gedenken müsse, der für diese Werke über- Haupt den Boden vorbereitet habe: unseres Füh­rers und Volkskanzlers Adolf Hitler. Drei­malige begeisterteSieg-Heil"-Rufe auf den Führer brachten den Gruß der Versammelten dar.

Hierauf erklärte Gauführer Schmidt die Braune Messe" in Gießen für eröffnet. Er gab sodann in seiner Ansprache einen kurzen Rückblick auf die früheren zerrütteten Verhältnisse in der Politik und in der Wirtschaft, die politisch und wirtschaftlich zum Kampf aller gegen alle führten und unser Volk an den Abgrund brachten. Dem­gegenüber stellte er die hohen Gesichtspunkte des Dritten Reiches heraus, die auf der Geltung des Gemeinschaftsgeistes, auf der Grundlage Gemeinnutz vor Eigennutz" neue Wege zeigen und alle deutschen Volksgenossen zusammenfuhren sollen, die in der Wirtschaft arbeiten und von der Wirtschaft getragen werden. Dieser Gemeinschafts, geist muß in der gesamten deutschen Ration wieder Einkehr halten, wenn überhaupt das mögen besonders alle kleinlichen Kritiker bedenken die große geschichtliche Mission des deutschen Volkes er­füllt werden soll. Das kann aber nur geschehen, wenn jeder Deutsche die Grundsätze in sich auf» nimmt, die von unserem Führer Adolf H i t l e r gegeben sind, und wenn er nach diesen Grundsätzen sein Leben einstellt. Die größte Kraft des Menschen soll nur Lei st ung und Streben aus der Arbeit sein. Es war falsch, zu glauben, daß die privatkapitalistische Wirtschaftsform der alten Art unser Volk zum Nutzen hätte werden können. Profitsucht jüdischer Manier und falsche Anprei- jungen auch auf wirtschaftspolitischem Gebiete hätten unsere Wirtschaft destruktiv beeinflußt und seien mitverantwortlich für den Zustand, den die Regie­rung Hitler bei der Machtübernahme vorfand. Der Nationalsozialismus habe es als eine feiner wich­tigsten Aufgaben erkannt, unter ganz neuen Ge-

Die Ausstellungsleitung mit dem Gauführer. Von rechts nach links (sämtliche Herren in Uniform): Landesbeauftragter Steinecker (Dortmund), NS.-Hago-Kreisführer Schimmel (©legen ), NS.-Hago-Gauführer Schmidt (Wiesbaden), Kaufmann H 0 r ft, stellvertretender Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer Gießen.

zwischen die Gesims- und Reliefnähte schieben konnte. Diese klaffenden Deffnungen ließen sich na­türlich schließen die Ursache des Uebels jedoch, die schwindende Eisenmontage, war nicht zu beseiti­gen, denn selbst wenn man das Friedrich-Denkmal vollständig auseinandernähme, mit einem rostsiche­ren Gerüst versähe und wieder zusammenfügte, könnte die Zusammensetzung jetzt nicht mehr voll­kommen gelingen, da die Reliefs in sich verbogen sind. Eine Möglichkeit, so zart zisilierte Reliefplatten, wie die des Friedrich-Denkmals, auszurichten, be­steht ohne schwere Gefährdung des künstlerischen Wertes nicht. Das große und höchst kompliziert zu­sammengesetzte Denkmal ist krank in seinem Kerm

Oer Schah in der Nähmaschine.

Eine Schneiderin, die in San Remo lebt, wollte ihrem 10jährigen Töchterchen zeigen, wie man an der Nähmaschine arbeitet. Da sie ihre eigene Ma­schine selbst brauchte, so holte sie vom Boden eine alte rostige Maschine, die früher einmal ihrer Mutter gehört hatte. Bei dem Reinigen und (Em» ölen nahm sie die Maschine von dem kleinen Tisch herunter und fand dabei im Innern zusammen­gerollte alte Papiere. Es zeigte sich, daß es alte italienische Schatzanweisungen waren. Obwohl die Ratten den Schatz bereits stark angenagt hatte,,, erfuhr sie auf der Bank, daß sie noch ihren Werk besäßen und erhielt dafür mit den m 13 Jahren | angesammelten Zinsen die Summe von 10 000 Mk,

Nach gründlicher und umfangreicher organisato­rischer Vorarbeit, sowie nach eifrigem Schaffen der Aussteller und Handwerker, das sich nach der Ar­beit des Tages auch während vieler Nachtstunden regte konnte am Samstagvormittaa die Braune Messe in Gießen feierlich eröffnet werden. Zu der eindrucksvollen Feier in der Volkshalle hatten sich mit der Ausstellungsleitung und den Aus­stellern zahlreiche Ehrengäste eingefunden. Reicher Schmuck der Volkshalle mit Hakenkreuzfahnen und mit einem großen Blumenbeet auf der Bühne, in dessen Mitte ein großes Bild des Führers und Dolkskanzlers Adolf Hitler aufgefteUt ist, gaben der Feier einen würdigen und schonen Rahmen. SA.-Sturm 11 stellte die Ehrenwache.

Der feierliche Einmarsch der Fahnen unter den Klängen des Badenweiler Marsches, gespielt von der SA.-Kapelle der Standarte 116 unter Leitung ton Musikzugführer Nieberga11, leitete die Feier ein. Hierauf begrüßte

NS-Hago Kreisführer Schimmel, Gießen

0I5 Vertreter der Ausstellungsleitung die Gäste und Aussteller zur ersten Braunen Messe in Gießen. Seinen besonderen Gruß entbot er dem NS.-Hagv- <3aufüt)rer Schmidt (Wiesbaden), M. d. L., den Vertretern der Handwerkskammer Darmstadt, der Behörden, der Reichswehr, der SA., der SS. der Polizei, der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskamme. Kreisführer Schimmel betonte dann u. a.: Nachdem unsere Bewegung Träger des nationalsozialistischen Staates geworden ist, haben wir zunächst zwei Aufgaben zu erfüllen: Arbeitsbeschaffung und Erziehung dös deutschen Volkes zum Nationalsozia­lismus. Eine dieser großen Erziehungsaufgaben ist diese Braune Messe. Sie soll den deutschen Men­schen mahnen: Kauftdeutsche Erzeugniss>e

Kreisleiter Or. Harth-Gießen

betonte als bpolitijcher Leiter des Kreises Gießen, daß die Kreisleitung derBraunen Messe" be­sondere Bedeutung beilege. Dieser Veranstaltung komme nicht nur eine Bedeutung wirtschaftlicher Art, sondern auch politischer Art zu. Die national­sozialistische Bewegung führe einen zähen Kampf um die Durchdringung aller deutschen Volksgenossen mit der Ideenwelt des Nationalsozialismus. Dem deutschen Handwerker und Gewerbetreibenden wolle der Nationalsozialismus seine historische Bedeutung wiedergeben, dem Kaufmann die Geltung eines königlichen Kaufmanns wieder verschaffen. In der liberaliftifch-marxistischen Zeit war das Standes- bewußtfein verloren gegangen, die Jagd nach dem Geld allein hatte den Menschen die Augen blind gemacht. Die Wirtschaftspartei war das Produkt dieser Gesinnung, der die Wirtschaft alles bedeutete und das Volk nichts. Diese Partei ist tot. Die nationalsozialistische Bewegung hat erkannt, daß die Wirtschaft nur bestehen kann, wenn sie sich in den Rahmen des Volkes einfügt und sich in ihren Dienst stellt. DieBraune Messe" will Dienst am Volke sein, sie will für den Mittelstand zum Er­zieher werden und die Ueberzeugung verbreiten, daß nicht das Geld die Hauptsache ist, sondern nur die Arbeit, die Ewigkeitswerte für das Volksganze hat. Nicht der materielle Vorteil, sondern Stolz und innere Befriedigung auf die Leistung in der Arbeit sind die Hauptsache. Unter diesem Gesichtspunkt wird dieBraune Messe" auch dem Abnehmer ein Erzieher fein. Die jüdischen Warenhäuser werden dann verödet dastehen, das Handwerk wird wieder einen goldenen Boden haben, und auch dem deut­schen gewerblichen Mittelstand wird es wieder besser gehen zum Wohle des deutschen Volkes.

NS-Hago-Gauführer Schmidt, Wiesbaden, M.d.L.

überbrachte zunächst die besten Grüße und Wünsche des Herrn Reichs st atthalters und Gauleiters

Bauchs Friedrich-Denkmal in Gefahr.

Einen Notruf, der im Herzen jedes Deutschen Widerhall finden wird, stoßt Prof. Kurt Kluge aus, der dieses Heiligtum unseres Volkes und unse­res Kunstbesitzes von den Schäden befreit hat, die ihm kommunistischer Irrsinn in den Berliner Revo­lutionstagen 1918 zufügen durste. Pros. Kluge hat in mühevoller Arbeit getan, was er konnte. Aber dabei hat er eine erschütternde Entdeckung gemacht. Eine der Kugeln hat das oberste Stück der auf dem Kops des Pferdes wehenden Mähne getroffen und zwar derart, daß dieser abstehende Mähnenteil vollständig losgerissen wurde und zwischen den Satteltaschen des Königs lag. Bei der Untersuchung des Loches auf dem Pferdekopf zeigte sich, daß ge­rade an dieser Stelle die vordere innere Stützstange des Gerüstes endete und nun offen zutage lag. Diese Stütze ist nicht aus Messing oder Bronze, sondern aus Eisen! Und bas Eisen war bereits derart an­gegriffen, daß Kluge den Rost mit einem Löffel herausschöpfen konnte. Der Gedanke lag nahe, daß auch noch andere Gerüstteile, womöglich sogar das gesamte Gerüst des großen Werkes aus Eisen be­stehen könnte. Und wirklich wurde diese Vermutung erschreckende Gewißheit: das Friedrich-Denkmal ist mit Eisen gerüstet. Anders gesagt: den inneren Halt gibt dem aus vielen Teilen bestehenden Bronze­gusse lediglich ein eisernes, also der Zerstörung durch Rost preisgegebenes Gerüst. Dieser schwere Werkstattsehler ist, wie Kluge in einem die ganze Herrlichkeit des Denkmals in nie gesehenen Auf­nahmen ausbreitenden Aufsatz im Oktoberheft von Velhagen & Klasings Monatsheften schreibt, nun durch die unglückselige Schießerei

nur In deutschen Geschäften! F0rd e r t das deutsche Handwerk! Ich hoffe, daß die Braune Messe einen vollen Erfolg bringen wird.

Landesbeauftragter Steinecker, Dortmund

betonte einleitend, daß in dieser Braunen Messe so­wohl in den einzelnen Ständen, wie auch im Ge­samtbild außerordentliches geleistet worden sei. Im ganzen Deutschen Reich würden Aur Zeit und in den nächsten Monaten Braune Messen veranstaltet mit der Aufgabe, den deutschen Käufer zu erziehen, be­wußt deutsche Ware in deutschen Geschäften beim deutschen Mittelstand zu kaufen. Die Braunen Mes­sen seien ein lebendiges Zeugnis des neuen Geistes des deutschen Volkes. Messen und Ausstellungen hätten wir früher schon in vielfältiger Zahl über uns ergehen lassen müssen. Aber sie seien nicht getragen gewesen von dem Gedanken des Volkes, dem Nutzen der Nation, sondern man stellte den Gedanken des liberalistisch-marxistischen Geschäftslebens heraus und vergiftete damit die Wurzeln des Schaffens des früheren deutschen Kaufmanns. Heute fei die Aus­stellung ein klares Bekenntnis zum Nationalsozialis­mus. Das sage schon der Name. Braune Messe. Im Sinne des Nationalsozialismus habe auch die Braune Messe eine riesige Erzichungsaufgabe. Sie wolle Qualitätsarbeit zeigen und Verkäufern und Besuchern vor Augen führen, nicht nur nach dem Preis zu fragen, sondern auch den ideellen Wert der Waren zu beachten. Dieser Wert bestehe vor allem darin, je mehr Handwerksarbeit und Landarbeit an der Ware vollbracht worden sei. Früher warben die großen Geschäfte durch die Billigkeit der Ware, nicht durch die Qualität. Heute werde aber bewußt der Gesichtspunkt der Qualität wieder betont. Jetzt dürfe es nur noch heißen- nur deutsch der Käufer, nur deutsch der Erzeuger, nur deutsch der Geschäfts­mann!

jenes idiotischen Spartakisten von 1918 zum Ver­hängnis des Werkes geworden. Das Gerüst auch einer vollständig geschlossenen Bronze wie z. B. eines Reiters soll unter allen Umständen aus nicht­rostendem Material bestehen wegen des sich stets bildenden Schwitzwassers im Innern. Wenn aber, wie im Falle des Friedrich-Denkmals, das Innere bloßgelegt ist durch mehr als siebzig Schußlöcher, kann auch der Laie den Grad der Zerstörung er» messen, dem dann ein eisernes Gerüst ausgesetzt ist. Die Hauptstangen des Gerüstes können ja nicht dicker sein als die Fesseln des Pferdes abzüglich der dort etwa acht bis zehn Millimeter starken Guß­wände. Und nur zwei Hufe eines schreitenden Pferdes stehen voll auf! Der Halt steht demnach zuletzt auf der Festigkeit und Dauer von zwei, höch­stens drei verhältnismäßig schwachen Gerüststützen, die natürlich durch Rost nicht die geringste Schwä­chung erleiden dürfen. Infolge des Nachlassens der rostenden Gerüststützen und der eisernen Haltebolzen der großen Seitenreliefs hatten die großflächigen Relie^platten den starken Druck der darüberliegen, den Gesimse und Riliefs auszuhalten. Es gibt ©tei­len am Denkmal, wo man tatsächlich die Hand

daß die Zwergelefanten, die auf die eben be- chriebene Weise seit Generationen gejagt werden, allmählich ein mißtrauisches, wildes und angnffs- luftiges Geschlecht von Urwaldbewohnern geworden sind. Mir wurde von einer gut unterrichteten Per­sönlichkeit erzählt, daß einer dieser Sumbi einen eingeborenen Jäger, der fehlgeschossen hatte, ange­griffen hatte. Sein Gefährte rannte in äußerstem Schrecken davon und kehrte bald mit einem anderen Jäger zurück, um das unglückliche Opfer zu suchen. Man hat aber niemals mehr eine Spur von dem

Vermißten gefunden.

In der Frühe eines Februarmorgens brachen wir voller Hoffnung zu unserer Suche nach dem Sumbi auf. Wir pirschten uns allmählich und unter großen Schwierigkeiten durch das dichte Unterholz des Ur­waldes, jedoch bis zum Nachmittag ohne jeden Er­folg, bis wir plötzlich auf eine frische Spur stießen. In meiner Begleitung waren einige eingeborene Jäger, so daß wir die Verfolgung fortsetzen konn­ten: ein Europäer allein wäre dazu kaum imstande gewesen denn der Boden war an vielen Stellen vollkommen hart. Die Wilden haben jedoch einen bewunderungswürdigen Instinkt, die kleinsten Ver­änderungen in der Bodenbeschaffung 3" bemerken und daraus auf den Verlauf der Fährte zu schließen.

Die Verfolgung wurde von Minute zu Minute aufregender. Von Zeit zu Zeit blieben die Schwär- zen für zwei oder drei Minuten stehen und lausch- ten mit vorgestrecktem Oberkörper und gespannten Mienen auf das leiseste Geräusch, das sich hinter dem unheimlichen Dunkel der Riesenstämme regen könnte. Plötzlich wurde mir ein Zeichen gegeben, mich vorsichtig niederzulassen. Die Schwarzen ver­schwanden in äußerster Eile lautlos in verschiede­nen Richtungen...

Das erinnerte mich an den Ausbruch eines Rudels edler Jagdhunde, die sich zielbewußt und in größter Disziplin auf ihr Opfer stürzen. Meine schwarzen Begleiter waren so gekleidet, daß sie sich kaum von ihrer Umgebung abhoben. Das ist ein Punkt, der bei der Jagd auf den Zwergelefanten sehr wichtig ist, weil dieses Tier neben dem gut ausgebildeten Hörsinn auch ein außerordentlich scharfes Auge hat. Nach einer kurzen Zeit kamen die Jager zuruck. An ihrer Erregung konnte ich erkennen, daß sie ein oder mehrere Tiere gestellt hatten. Sehr bald sah ich einen Sumbi, der etwa ungefähr 30 Meter von mir entfernt vor mir stand, mir schräg zuge­wendet.

Das war ein beklemmender Augenblick: Der erste Zwergelefant! Er schien mir tatsächlich eine Große von 1,50 Metern zu haben, die Hautfarbe war heller als beim gewöhnlichen afrikanischen Elesan-

Sumbi, der Zwergelefant.

AufregendeLagd in den Urwäldern von Liberia

Schon seit langem war ich begierig, den Schädel eines jener Zwergelefanten zu erlangen, von denen ich soviel vernommen, die ich aber noch niemals selbst zu Gesicht bekommen hatte", so beginnt der Gouverneur von Sierra Leone, Sir Arnold Hod­son, eine Schilderung seiner aufregenden Jagd nach den Zwergelefanten an der Grenze von Libe­ria. Ich befand mich fährt er fort in der Gegend des großen Gola-Urwaldes, der sich zwischen Sierra und Liberia hinzieht, also in einem Gebiet, das den Europäern zum größten Teil unbekannt ist. Eingeborene hatten mich davon überzeugt, daß in dem fast undurchdringlichen Dunkel dieser Wal­der drei Arten von Elefanten lebten, die sich alle von den gewöhnlichen afrikanischen Elefanten unter­scheiden, darunter auch der von mir so lang gesuchte Zwergelefant, den die Schwarzen Sumbi nennen. Seine Große wurde in der Schulterhöhe mit un­gefähr anderthalb Metern angegeben. Mir wurden ©toßzähne von ausgereiftem Elfenbein gezeigt, die nicht länger als 45 Zentimeter waren und nur zweimal so dick wie eine gewöhnliche Kerze. Auf der Jagd war ich schon einmal auf die Spur eines solchen Sumbi gekommen, der zweifellos ein aus­gewachsenes Tier war und dessen Fußspuren von mir mit 30 mal 18 Zentimeter für die Vorderfüße und 25 mal 20 Zentimeter für die Hinterfüße ge­messen wurden.

Der Sumbi soll ein besonders wildes und schlaues Tier fein, er liebt den Aufenthalt in den dichtesten Teilen der Urwälder, wo es selbst um die Mittags­zeit so finster ist, daß man Mühe hat, die nächste Umgebung genauer zu erkennen, geschweige denn sicher zu zielen. Diese .roergelefanten zeichnen sich durch einen hervorragend ausgebildeten Gehörsinn aus während sich der gewöhnliche afrikanische Elefant mehr auf seine Witterung verläßt, eine Folge der andersartigen Umgebung. Die einge­borenen Jäger verfolgen sie mit uralten Flinten, die nicht mit Kugeln geloben werden, sondern mit einem langen Ding, oas einem Ladestock ähnelt, mit einem scharfgeränderten kreisrunden Eisenstück am Ende, sie feuern auf das gestellte Tier aus größter Nähe und verfolgen es, bis der verwundete Sumbi, von Blutverlust erschöpft, zusammenbricht. Die Schwarzen nähern sich dann so schnell wie möglich und geben dem Tier den letzten Schuß.

»ur derjenige, der die Jagdverhältnisse im afrika­nischen Urwald genau kennt, kann den Mut richtig einschätzen, den die Jagd auf Elefanten unter sol­chen Bedingungen verlangt. Es ist kein Wunder,

die auf die eben be- I ten; im Ganzen eine wunderbare Erscheinung, -nimntm npinnt werden, zierlich und stark zugleich. Ich war in einiger Ver­wirrung und Ratlosigkeit, denn das Tier bot mir ein schlechtes Ziel. Nach einigen Versuchen hatte ich mich für einen Schuß hinter das Herz ent­schieden und drückte ab. Der Zwergelefant wendete blitzschnell um und rannte davon, das Unterholz wuchtig durchbrechend. Ein Schwarzer und ich nah­men die Verfolgung auf. Eine Blutspur bezeichnete deutlich den Weg. Ich hoffte, daß wir das ver­wundete Tier bald erreicht haben würden, aber ich