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Wirtschast.
Kaufmännischer Siell-nmartt im August gebessert.
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des Deutschen Handlungsgehilfen-Verbandes d e Belebung d e s S t e l l e n rn a r k t e s i rn A u - nult anae halten. Das wiederum leicht ge- tigerte ülngebot offener Stellen oerieilt f.d) regio- nal ziemlich gleichmäßig auf das ganze Reichs- gebiet Dabei bleibt der Zugang neugekundigter Bewerber obwohl der August quartalsmäßig Kun- digungsmonat ist, hinter den Vergleichsziffern des Vorjahres weit zuruck. Neben Banken, Verstche- runasunternehmungen und Einzelhandelsbetrieben beginnen jetzt allmählich industrielle Unternehmungen mit Neueinstellungen. Fortschritte machte im August der Austausch von Doppelverdienern gegen auf Erwerb angewiesene Kausmannsgehilfen. Seinen stellenlosen Bewerbern im Alter bis zu 26 Jahren t)at der Deutsche Handlungsgehilsen-Ver- band bei Androhung des Ausschlusses aus der Stellenvermittlung aufgetragen, sich durch Teilnahme an Kursen in Kurzschrift und Maschinenschreiben so zu vervollkommnen, daß demnächst ein entsprechender Befähigungsnachweis erbracht werden kann. Auch für September wird mit einer Besserung des Stellenmarktes gerechnet.
ÄZochendenchl
vom Frankfurter Vroduktenmarkt.
Die in der Vorwoche gehegte Erwartung auf eine Stabilisierung des Preisniveaus an der Getreidebörse hat sich auch in der abgelausenen Woche leider noch nicht erfüllt, da dem an und für sich nicht einmal drängenden Angebot so gut wie keine Kauflust gegenüberstand. Die Mühlen führen anhaltend Klage über sehr schleppenden Mehlabsatz, obschon die Mehlpreise mehrfach ermäßigt wurden. Daher bekundeten sie auch im Einkauf von Brotfrucht stärkste Zurückhaltung, und auch der handel verhielt sich stark reserviert. Das Exportgeschäft war im ganzen ziemlich gering, lediglich England lauste einige Posten deutschen Weizen, der sich gut zur Mischung mit dem kanadischen eignet. Am Frankfurter Markt sind bis jetzt noch keine Naturalgewichte festgesetzt worden, während sie in Berlin durchweg um 1 kg höher als im Vorjahre sestgelegt wurden.
Etwas Interesse zeigte sich für Futtermittel, die im Preise auch leicht anzogen. Ferner erhielt sich am Braugersten markt für feinste Ausstichqualitäten einige Nachfrage zu unverändertem Preis. Neuer Hafer kam erstmals zur Notiz, alter Hafer ließ weiter nach. Weizen ging um 3.50 und Roggen um 3 Mark zurück. Die M e h l p r e i s e waren durchgängig um eine halbe Mark niedriger.
Die Woche schloß zu folgenden Preisen: Weizen 183.00, Roggen 149.00, Sommergerste für Brau- zwecke 177.50—180.00, Hafer alt 140—145, do neu 130.00—132.50, Weizenmehl Spezial 0 mit Austauschweizen 27—28, do. ohne Austauschweizen 25.50—26.50, Roggenmehl 0—60 proz. Ausmahlung 22.00—21.75, do. südd. Spezial 0 22.50, Weizen- kleie 7.50, Roggenkleie 7.75, Soyaschrot 8.30 bis 8.65 ohne Monopolzuschlag (o. M.), Palmkuchen 8.65 o. M„ Erdnutzkuchen 9.70—9.90 o. M., Treber 14.00—14.20, Heu 5-5.20.
Wochenbericht
oom Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Das Schlachtoiehgeschäft nahm auch in dieser Woche einen guten Verlauf und meist waren kleine Preiserhöhungen festzustellen. In Anbetracht des Monatsendes wurden die einzelnen Märkte seitens der Landwirtschaft endlich einmal den Verhältnissen entsprechend beschickt, so daß erstens ein Preisdruck vermieden wurde, und auch die Märkte ausverkauft werden konnten. Wenn man weiterhin solche Verkaufsdisziplin bewahrt, dürfte sich das Preisniveau bald mehr heben, zumal durch die Einschaltung von Erwerbslosen in den Arbeitsprozeß der Bedarf sich heben wird. Am Rindermarkt standen insgesamt 1464 Stück zum Verkauf gegenüber 1681 in der Vorwoche. Nach mittelmäßigem Handel wurde ausverkauft. Die Preise lagen bis auf Färsen um 1 Mark höher und notierten wie folgt: Ochsen al) 30 bis 33, a2) 26 bis 29, b) 21 bis 25. Bullen a) 28 bis 30, b) 23 bis 27. Kühe a) 25 bis 28 b) 21 bis 24, c) 17 bis 20, d) 12 bis 16. Färsen a) 29 bis 33, b) 26 bis 28, c) 22 bis 25.
Für Kälber betrug der Gesamtzutrieb 1324 (1628) Stück. Das Geschäft war anfangs ruhig, kannte sich aber später beleben und bei um 2 bis 4 Mark höheren Preise wurde der Markt geräumt. Kälber a) 38 bis 42, b) 32 bis 37, c) 27 bis 31, d) 22 bis 26.
Arn Schaf markt blieb der Auftrieb mit 192 Stück wiederum unverändert, und nach lebhafter Nachfrage und bei um 1 Mark anziehenden Preisen wurde ausoerkauft
Am Schweinemarkt traten anfangs der Wache bei mittelmäßigem Geschäft Erhöhungen um 3 bis 4 Mark Mark ein, die aber sich später nicht behaupten konnten, da die Nachfrage erheblich nachließ, so daß noch etwas Ueberftanb verblieb. Gegenüber der Vorwoche waren die Preise jedoch unverändert, und zwar notierten: Schweine b) 40 bis 43 50, c) 40 bis 43,50, d) 39 bis 42 Mark. Die Beschickung war mit 4742 um 261 Stück geringer.
Frankfurt still.
Frankfurt, 2. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Das Auffallende an der ersten Stamstagsbörse mit Orientierung an dem Berliner Platze nach der Iln-
terbredjung durch die Sommermonate war die außerordentliche Geschäfts st ille, da die Aufträge seitens der Kundschaft auch heute kaum zugenommen hatten, während die Kulisse in ihrer abwartenden Stellung verharrte. Aus der Wirtschaft lagen ebenfalls keine Momente vor, die der Börse eine Anregung hätten geben können. Dagegen fanden die Ausführungen des Reichskanzlers auf der Kulturtagung in Nürnberg allgemein günstige Aufnahme.
Nachdem die Abwärtsbewegung der IG.-Farben- Aktie an der gestrigen Abenobörse zum Stillstand gekommen war, eröffnete sie heute zunächst etwas niedriger. Im allgemeinen war die Stimmung widerstandsfähig, die Kursgestaltuna jedoch noch uneinheitlich, wobei aber die Veränderungen nach beiden Seiten nur 0,25 bis 0,50 v. H. ausmachten. Lediglich Siemens waren mit minus 1,50 v. H. stärker rückläufig, dagegen setzten Akkumulatoren ihre Aufwärtsbewegung in Nachwirkung der Dioi- dendenerklärung um 3,25 v. H. fort.
Der Rentenmarkt lag fast aefchäftslos, nur Neu- besitz kamen anfangs um 5 Pf. höher zum Kurs. Altbesitz, Schutzgebiete und Reichsfchuldbuchforde- rungen waren kaum verändert, die Amneftiean- leihe mit 100,50 v. H. jedoch nur knapp gehalten. Goldpfandbriefe lagen weiter gut behauptet, Liquidationspfandbriefe und Kommunalobligationen tendierten uneinheitlich. Don Staatsanleihen ließen 6prozentige Hilferding 0,75 v. H. nach. Stadtanlei- hen lagen ruhig und meist unverändert. Stahlver- einbonds waren behauptet, Reichsbahnvvrzugs- aktien 0,25 v. H. niedriger, Auslandrenten ge- fchäftslos. , m
Ohne daß das Geschäft eine nennenswerte Belebung erfahren hätte, war die Stimmung im Verlaufe etwas freundlicher, die Kurse zogen meist leicht an, etwas mehr einige Montanwerte. Ferner konnten sich IG. um 1,25 v. H. auf 120,50 v. H. erhöhen. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuch, forberungen blieben dagegen unverändert.
Kirche und Schule.
Oekanatstag in Nidda.
8 Nidda, 31. Aug. Der diesjährige Deka- natstag des Dekanates Nidda fand hier heute unter dem Vorsitz des Dekans S c r i b a statt. Nach einer einleitenden Andacht von Pfarrer Lic. D. Brunner- Ranstadt über Lukas 12, 49 ff. gedachte man ehrend in üblicher Weife der feit der letzten Sitzung verstorbenen Mitglieder des Dekanatstages bzw. -ausfchuffes, der Bürgermeister K a i f e r - Steinberg, W o l f - Berstadt, Schafer- Blofeld, sowie des jüngst verstorbenen Pfarrers A n t h e s - Geiß-Nidda. Sodann sprach der Vorsitzende in längeren Ausführungen über die kir- chenpolitische Lage der Gegenwart, insbesondere über die Beziehungen des neuen Staates zur Kirche. Vier Sitzungen des Dekanatsausfchuffes fanden in der Berichtszeit statt, wobei man sich hauptsächlich
mit Prüfung der kirchlichen Wahlen zu befaffen hatte. Bad Salzhausen wurde eine selbständige Filialgemeinde von Nidda. Der Dekanatstag prüfte sodann die Dekanatsrechnungen von 1929 30 und 1930/31 und erteilte dem Rechner, Pfarrer Land« mann, einstimmig Entlastung. Der vom Dekanatsausschuß vorberatene Voranschlag für 1933 34 wurde verabschiedet. Nachdem die vorgesehenen Neuwahlen des Dekans und seines Stellvertreters infolge der zu erwartenden Veränderungen durch die bevorstehende Bildung einer großhessischen Landeskirche ausgesetzt wurden, unterhielt man sich noch sehr eingehend über den vorgelegten Rechenschaftsbericht, den kirchlichen und religiös-sittlichen Zustand des Dekanats betreffend.
Preußen.
Kreis Marburg.
O Fronhausen, 1. Sept. Heute morgen gegen 7.30 Uhr ereignete sich in der Nähe des Brackenborn ein Unglücksfall. Der Sohn des Bahnhofswirtes von Nieder-Walgern, Heinrich Heuser, stürzte mit seinem Motorrad, überschlug sich einigemale und blieb bewußtlos und blutend liegen. Ein Knecht, der in unmittelbarer Nähe auf dem Felde arbeitete, fuhr mit dem Rade sofort zum Arzt, der bald darauf im Auto an der UnfaUfteUc erschien. Der Motorradfahrer hat anscheinend innere Verletzungen erlitten, die seine sofortige Ueberführung in die Klinik zu Marburg notwendig machten:
Kommunistische Geheimdruckerei entdeckt.
WER. Mainz, 1. Sept. 3n dem Vorort Mainz-Dretzenhcim entdeckte die Staatspolizei eine geheime kommunistische Druckerei, in der verschiedene kommunistische Hetzschriften, wie die .Rote Einheit", das „/Rote Sprachrohr" und das „Rote Echo" hergestellt und auch alle in letzter Zeit in Rheinhessen verbreiteten Flugblätter gedruckt wurden. Die Auffindung der Druckerei war mit großen Schwierigkeiten verbunden, da die Druckerei ständig ihren Standort wechselte. Teile der Einrichtungsgegenstände waren unter einem Misthaufen, andere auf einem Speicher versteckt, zu dem es nur ein Ein- steigloch gab, das nur bei genauester Prüfung der Gebäudeverhältnisse gefunden werden konnte. Alle verdächtigen Personen, namentlich die in den Häusern, in denen die Einrichtungsgegenstände gefunden worden sind, Wohnenden, sind in Haft genommen worden.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.
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