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2.9.1933 Erstes Blatt
 
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Turner aus dem Waldsporlplah.

Tic Austragung der Boltsturnmeister- fchaftcn des Bezirks Hessen der TT.

Aus dem Waldsporlplatz des Vereins für Bewe­gungsspiele geben sich am morgigen Sonntag die Turnerinnen und Turner der Deutschen Turner- schail im Bezirk Hessen, soweit sie die Hebungen des Aolkslurnens, der Leichtathletik, pflegen, ein großes Stelldichein. Es gilt, die Meisterschaften aus­zutragen. Das Melüeergebnis, das mit über 350 Turnern und Turnerinnen feftliegt, ist als außer­ordentlich gut zu betrachten, wenn man berücksich­tigt, daß die Veranstaltung erst vor 14 Tagen an- gefetzt wurde. Die Vorarbeiten mußten mit großer Beschleunigung erledigt werden. Die gesamte Ver­anstaltung steht unter der Leitung des Bezirks- volksturnwartes Malkomesius, dem etwa 50 Kampfrichter bzw. Riegenführer zur Seite stehen werden. Die bewährten Strafte, die für die Organi­sation verantwortlich zeichnen, dürften der Ver­anstaltung den reibungslosen Verlaus sichern.

Die Turner treten zunächst in einer Klasse der Aktiven zu den Meisterschastswettbewerben an, die Jugendturner treten in zwei Klassen an, die Alters­turner werden ebenfalls in zwei Klassen kämpfen. Die Turnerinnen bestreiten die Wettkämpfe in der Klaffe der Aktiven, sowie in der Klasse der Ju- gendturnerinnen-Ober- und -Unterstufe.

Verschiedene Vereine unserer Heimat sind an den Wettkämpfen mit starken Vertretungen beteiligt. So stellt der Männerturnverein Gießen allein 48 Turnerinnen und Turner, der Turn­verein 1846 Gießen mit 38, die Ium» vereine Lauterbach und Wetzlar mit je 16 Turnerinnen und Turnern usw. Auch der Turn­verein Heuchelheim stellt ein stattliches Auf­gebot. In den einzelnen Wettbewerben der Aktiven erwartet man außerordentliche Leistungen. In der Meldeliste findet man verschiedene Namen von Klang.

Im 100-Meter-Lauf der Aktiven wird man den Marburger Beaupin in Front zu erwarten haben. Schuster-Wetzlar, Seyb und Becker vom Mlv. Gießen sind aber durchaus ernsthafte Konkurrenten. Voraussichtlich starten die gleichen Läufer auch über 200 Meter, lieber 400 Meter setzt man auf Ploch (Mtv.) einige Hoffnungen. Im 1000-Meter-Laus sollte sich Theo V a u p e l als Favorit betätigen. Im 3000-Meter-Lauf hat unter 20 Teilnehmern der Mtv.er Holzapfel die mei­sten Chancen. Große Gegner wird er allerdings in den Brüdern Neidei von Heuchelheim sehen müssen. Im Hochsprung wird G e k e l e r - Neustadt (bei Marburg) in erster Linie zu nennen fein. Pfeffer, 1846 Gießen, liegt mit Chancen im Wettbewerb. Müller- Holzheim gilt für das Kugelstoßen als Favorit, während im Weitsprung neben Beaupin - Marburg noch Linden- struth (Mtv. Gießen) für den ersten Platz in Frage kommen dürfte. Eine sehr starke Beteili­

gung mit etwa 50 Turnern weist der Keulenwurs auf. Man erwartet Weiten von etwa 70 Metern.

Im Schleuderballwerfen hat Lindenstruth eine Meisterschaft zu verteidigen. Ob er sie gegen Müller-Holzheim mit Erfolg verteidigt, bleibt ab­zuwarten. Die 4X100-m»Staffel sollte einen spannen­den Zweikampf zwischen den Läufern des TuSp. Marburg und des MTV. Gießen geben. Die Schwedenstaffel sollte die MTDer als Sieger sehen.

Die Turnerinnen bestreiten 100-m-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen, Schlagball eine 4X100-m-Stassel, sowie einen Dreikampf. Leider kann in den Wettbewerben der aktiven Turnerinnen Frl. Else Bickelhaupt infolge einer Verletzung nicht eingreifen. So wird für die 100 m der Sieg ziemlich sicher an die Wetzlarerin Arabin fallen, wenngleich Charlotte A m c n d (MTV. Gießen) und Tilly Reinheimer- Fried- berg kaum mit wesentlich schwächeren Leistungen aufwarten werden. Im Weitsprung wird Frl. N o d e r = Wetzlar dominieren; im Kugelstoßen ste­hen sich Frl. Reinheimer und Erika R ö h m i g (MTV. Gießen) als gleichzuachtende Kämpferinnen gegenüber. Im Speerwurf sollte der Sieg durch Erika R ö h m i g in Gießen bleiben, Christine Schmidt (MTV. Gießen) wird als Beste im Schlagball betrachtet. Im Dreikampf gibt man Frl. Erika Rahmig die meisten Chancen. Die 4X100-M- Stassel wird eine Angelegenheit der Friedbergs- rinnen fein, denn bei MTV. Gießen fehlt nicht nur Frl. Bickelhaupt, sondern auch Frl. E s p a ch. Die Jugendlichen der Turnerinnen und Tur- ner werden zu Mehrkämpfen antreten und hier in ritterlichem Wettstreit die Kräfte messen.

Die diesjährigen Bezirksmeisterschaften lasten er­warten, daß in allen Disziplinen als Ausdruck der stets in der DT. geleisteten Breitenarbeit von den Teilnehmern gute Leistungen nicht nur von den Spitzenkönnern, sondern auch von einem großen Durchschnitt geleistet werden.

Zum ersten Male in einer größeren Konkurrenz der DT. im Bezirk Hessen treten die Turner des ehemaligen Lahn-Dünsberg-Gaues und des Gaues Wetterau auf. Es ist leicht möglich, daß es van dieser Seite her einige Ueberraschungcn gibt. Bis­her bestand noch keine Möglichkeit, daß die Leicht­athleten des ehemaligen ADT. mit denen der DT. in den Wettstreit traten. Die Turner aus diesen Gauen verfügen über gute Kräfte, die als durchaus beachtliche Gegner auftreten werden.

(Sportverein 1921 Ettingshausen.

Am morgigen Sonntag erwartet der Sportverein 1921 Ettingshausen die 1. Mannschaft des Sport­vereins 1913 Offenthal bei Darmstadt zu einem Ge- sellschaftsjpiel. Die Gästeelf fall einen ausgezeichne- ter Fußball spielen. Die Platzmannschaft muß sich ehr anstrengen, wenn sie ehrenvoll bestehen will. Spielbeginn ist 13.30 Uhr. Während der Pause tragt der Okfenthaler evangelische Kirchenchor, der seinen Ausflug ebenfalls nach hier macht, Chöre vor (50 Mann stark).

Olympia-Propaganda tut not!

Zeder Deutsche muß am Erfolg der Spiele Mitarbeiten.

Harte Kämpfe hatte es gekostet, ehe sich die im internationalen Olympischen Komitee sitzenden Ver­treter aller Sportnntionen der Erde entschließen konnten, die Durchführung der XI Olympischen Spiele des Jahres 1936 Deutschland '>nd der Deut­schen Reichshauptstadt zu übertragen, und als der Deutsche Olympische Ausschuß die Pläne für die Organisation und Gestaltung der Spiele bereits in großen Zügen fertig ausgearbeitet hatte, da ver­suchte eine gewissenlose Deutschenhetze, die leider auch auf das Gebiet des Sports übergegriffen hatte, auch auf dem Wiener Olympia-Kongreß nochmals, dem deutschen Volke den erteilten ehrenvollen Auf­trag zu entziehen. Gottseidank war aber der deutsche Sport trotz aller Miesmacher, die in den eigenen Reihen gegen die olympische Idee zu Felde zogen, dank der zielbewußten Führung unseres Reichs­sportführers von Tschammer und Osten und der tatkräftigen Unterstützung der Regierung stark genug, die Pläne der eifersüchtigen Widersacher zu durchkreuzen und seinen berechtigten Anspruch auf die Durchführung der Spiele durchzusetzen.

Jetzt gilt es, durch eine in jeder Beziehung mustergültige Vorbereitung und Durchführung der Spiele der ganzen well den Beweis zu er­bringen, daß das deutsche Volk als eine der füh­renden Sportnationen der Erde nicht nur ein moralisches, sondern auch ein absolutes Recht auf die Organisation der Spiele hat.

Unser Führer Adolf Hitler hatte sogleich er­kannt, welche außerordentliche Bedeutung die Olym­pischen Spiele international als Werbemöglichkeit für das junge Deutschland und national als Erzie­hungsanreiz zur körperlichen Ertüchtigung der Her­anwachsenden deutschen Jugend besitzen. Auch Reichsminister Dr. G o e b b e l s als der berufene Propagandist des neuen Deutschland hat die Be­deutung der Olympischen Spiele für die deutsche Ju­gend und das ganze deutsche Volk in seiner ganzen Tiefe erfaßt und in seinem Aufruf für die Erweite­rung der Spiele zu einerOlympiade des Geistes" einen wertvollen Vorschlag zur Vertiefung der Olympischen Idee gemacht. Inzwischen sind die Pläne und Entwürfe des Deutschen Olympischen Ausschusses so weit vervollkommnet worden, daß man bereits heute mit ziemlicher Bestimmtheit den Spielen des Jahres 1936 einen großen Erfolg voraussagen kann.

Aber zum Erfolg der Olympischen Spiele gehört mehr als nur ein guter Organisations-Ausschuß: Jeder Deutsche muß an dem Gelingen Mitarbeiten, und dazu gehört, daß die Propaganda für die Olym­pischen Spiele 1936 schon jetzt mit aller Wucht ein­setzen muß.

Jeder ist zu dieser Propaganda berufen und jeder ist sogar dazu verpflichtet.

Ls darf bald keinen Deutschen mehr geben, ob Mann, ob Jrau, ob jung ob alt, Sportler oder Richtsportler, der nicht weih, was die Olympi­schen Spiele sind und was ihre Austragung 1936 für uns bedeutet.

Darum muß jede Werbemöglichkeit ausgenutzt werden.

In erster Linie ist selbstverständlich der Sport zur Olympia-Propaganda berufen und hier wiederum die kleinste Einheit im Sport, der einzelne Sportler ober der Sportverein, denn es hat sich bisher immer

bewährt, daß die Propaganda von Mund zu Mund, die persönliche Aufklärung von Person zu Person, die größte Wirksamkeit hat.

Also: Jeder Sportsmann soll in seinem Kreis für die Bedeutung der Olympischen Spiele 1936 aufklärend wirken, und jeder kleine oder große Turn- und Sportverein soll im Kreise seiner Mit­glieder durch Vorträge, gelegentliche Aussprachen, vor allem aber durch intensive Trainingsarbeit prak­tische Olympia-Schulung betreiben. Auf den Sport­festen, ganz gleich welcher Sportart, soll den Zu­schauern die Nähe des bevorstehenden Weltereig­nisses durch besondere Olympia-Einlagen vor Augen geführt werden.

Line befonders wirksame Olympia-Einlage ist ;. 23. die im Ausland bereits übliche leichtathle­tische Konkurrenz in der Pause zwischen zwei Fußball-Halbzeiten.

Hierzu eignen sich besonders Staffeln, aber auch Wurf- und Sprung-Vorführungen oder andere Wettbewerbe können werbewirksam sein, wenn sie richtig durchgeführt werden und wirkliche Könner zur Verfügung stehen. Derartige Olympia-Einlagen lassen sich aber auch bei vielen anderen Veranstal­tungen, auch solchen nichtsportlicher Art durchführen. Bei Konzerten, Wohltätigkeitsfesten und Saaloeran­staltungen würde das Auftreten einer Barren-Riege beijpielweise eine angenehme Bereicherung des Programms darstellen Es kommt darauf an, daß der Masse durch gut trainierte Athleten immer wie­der vor Augen geführt wird:

2vir trainieren für die Olympischen Spiele.

Beinahe unbegrenzte Möglichkeiten, die bisher nur zu einem geringen Bruchteil ausgenutzt wurden, bietet der F i l m. Wir haben doch heute schon ge­nug Werbe- und Lehrfilme der einzelnen Sport­arten, warum wird nicht in den Kinos an jedem Abend irgendein kleiner Sportfilm gezeigt? Die Kinobesucher würden es sicher begrüßen, wenn sie auch einmal einen Sportsilm zu sehen bekämen, in denen gezeigt wird, wie gesunde und frohe Ju­gend beim sportlichen Training wirkliches Erleben findet. Die Werbemöglichkeiten des Rundfunks werden meist zu hoch eingeschätzt, aber auch hier kann durch geschickt eingeftreute Sport- und Olym­pia-Vorträge erfolgreich geworben werden. Die Hauptarbeit bleibt jedoch der Presse überlassen, denn die Zeitung ist auch allen denen zugänglich, die weder Sportfeste noch Kinos besuchen und auch keinen Rundfunk hören.

Kurze Sporinoiizen.

Sieben Nationen haben bisher zu den Europameisterschaften im Gewichtheben am 16. und 17. September in Essen ihre namentlichen Meldun­gen abgegeben. Diese stehen jetzt noch von Deutsch­land, Holland, Belgien und Dänemark aus.

Nach Duisburg hak der Deutsche Fußball- Bund den am 22. Oktober ftattfinbenben Fußball- Länderkampf gegen Belgien, den ersten Kampf der Nachkriegszeit, vergeben. Bisher hat Deutschland dreimal gegen Belgien gespielt und alle drei Kämpfe verloren.

*

Gin Sportverbot an Feiertagen, wenigstens an den höchsten ^eierfagen der Kirche, ist wahrscheinlich für die nächste Zeit zu erwarten.

Das Schwimmbad der Stadl Mdda.

Sn diesem Sommer ging em mehrere Sahre lang erörterte Wunsch der meisten Einwohner von Nidda in Erfüllung. Die Stadtverwaltung ließ auf der Eanäweide ein Schwimmbad errichten.

Die Anlage umfaßt etwa zwei THorgen Gelände und bietet den großen vorteil, daß sie in un­mittelbarer Nähe der Stadt liegt und bequem von zwei Seiten zu erreichen ist.

Der Prächtigen Turnhalle vorgelagert, erblickt man zunächst den einstöckigen Bau, den eine Ein­gangshalle in zwei Teile gliedert. Sn dem rechten Flügel befinden sich die Kartenschalter und

Kinder ist 10 Meter lang und 5 Meter breit. Von der Terrasse vor dem Eingangsgcbäude hat man einen herrlichen Ausblick über die ^Badeanlagen, die gut gepflegten Liegewiesen und Spielplätze für Kinder und die Umgebung, die auf dem nahen Eisteich Liebhaber des Wassersports in Ruder- und Paddelbooten zeigt.

Oluf dem anschließenden Sportplatz wird Fuß­ball gespielt. Sonntags hält gewöhnlich auch der Reiterverein Nidda in der Nähe des Bades seine Hebungen ab, und täglich ergötzt sich am Spät­nachmittag die Schuljugend vor der Turnhalle am Spiel: die Hitlerjugend macht Hebungen zur kör-

Das neue Schwimmbad in Nidda. (Aufnahme: Schwöbel, Nidda.)

um

Näume für Badewäsche und Schwimmausrüstun- gen, wie Korkgürtel, Schwimmbälle u. dgl., die gegen geringes Entgelt leihweise abgegeben wer­den. Der linke Flügel enthält einen kleinen Re- staurationsraum, in dem allerlei Getränke, kalte Speisen und sonstige Erfrischungen zu den in den Gasthäusern Niddas üblichen Preisen zu haben sind. Dem Gebäude gegenüber am linken Rande zeigt unser Bild den Sprungturm, dessen unterste Stufe 3 Meter, die oberste 5 Meter hoch ange­bracht ist. Zwischen dem Turm und dem Cin- gangsgebäude stehen 50 Kabinen für Einzelbäder, von denen aus dem Dunkel der Bäume einige das Bild zeigt, und zwei Ankleideräume von. je 8 Meter Lange und 4 Meter Breite, der eine für Knaben, der andere für Mädchen. Dahinter befin­den sich die Bedürfnisanstalten.

Von den drei Wasserbehältern ist der größte nur für Schwimmer bestimmt, 50 Meter lang und 20 Meter breit.

Dor dem Sprungturm hat er einen Wasserstand von 5 Meter Tiefe, die allmählich bis zu 3 Meter abnimmt. Der mit diesem Schwimmbad unter dem Laufsteg verbundene zweite Wasserbehäl­ter ist für Nichtschwimmer angelegt. Seine Ausdehnung beträgt 22 Meter in der Länge und 11 Meter in der Breite. Das Plantschbecken für

perlichen Ertüchtigung. So bietet die gaiue Hin­gebung reichliche Unterhaltung. Es ist deshalb leicht erklärlich, warum sich besonders nachmittags, wenn die Terrasse im Schatten liegt, zahlreiche Gäste einfinden. An Sonntagen ist der Besuch sehr stark.

Das zeitgemäße und großzügig errichtete Schwimmbad ist eins der schönsten in der weiteren Umgegend,

erregt den berechtigten Stolz der Einwohner Nid­das, die Bewunderung der auswärtigen Gäste und die Anerkennung von Fachleuten. Es gereicht dem Schöpfer der Pläne und dessen umsichtiger Leitung der Ausführung, dem Herrn Architekten Groß­mann - Gießen zur großen Ehre. Wenn wir noch einen kurzen Rückblick auf den Betrieb des Hnter- nehmens seit seiner noch nicht drei Monate lan­gen Eröffnung werfen, so müsssen wir einen vollen Erfolg feststellen, wozu auch in nicht geringem Maße die musterhafte Derwaltung des Bade­meisters und Schwimmlehrers W. Stadler bei­getragen hat. Der Besuch war über alles Erwarten stark, hauptsächlich auch seitens der Kurgäste aus Bad Salzhausen. Solch ein günstiger Anfang be­rechtigt zu den besten Hoffnungen für die nächsten ^Zahre.

Obecheffen.

Landkreis Gießen.

öp Großen-Linden, 1. Sept. Mit Wirkung vorn 1. Oktober wurde Lehrer Adolf Edelmann, seither in Beuern, zum Leiter der hiesigen Volksschule mit dem Titel Rektor ernannt. Rektor Edelmann ist gebürtig von Fauerbach bei Nidda, besuchte von 1902 bis 1904 die Präparan- Öenanftalt in Lich und von 1904 bis 1907 das Lehrerseminar in Friedberg. Er wirkte als Lehrer in den Orten Ober-Ohmen, Storndorf und Beuern.

<5> Großen-Linden, 1. Sept. Der Zweig­ne r e i nHü11enberg" des VHC. hielt die­ser Tage eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der die Gleichschaltung des Vereins vorge- nominen wurde. Der seitherige erste Vorsitzende, VHC.-Bruder ftarl Dem, bat, wegen seines Weg­zugs von hier von seiner Wahl zum ersten Führer Abstand zu nehmen und schlug VHC.-Bruder Georg Klingelhäfer als neuen Vereinsführer vor, worauf dessen Wahl zum Führer erfolgte. Dieser bestimmte folgende Personen zu seinen Mitarbei­tern: Wilhelm Geißler als stellvertretenden Füh­rer, Richard Schäfer als Schriftwart, Wilh. Luh als Kassenwart, August Kimmel als Wanderwart, hie VHC.-Brüder Konrad und Gumbel und die VHC.-Schwester Frau Jung als Beisitzer. Aus Antrag des neuen Vereinsführers wurde der seithe­rige, um die Ziele des VHC. sehr verdiente erste Vorsitzende Karl Dem einstimmig zum Ehrenvor­sitzenden gewählt. Herr Dem dankte für die Ehrung und gelobte, auch ferner der guten VHC.-Sacke treu zu bleiben. Mit dem Gesang des Horst-Wessel-Lie- des fand die Versammlung, an die sich ein gemüt­liches Beisammensein anschloß, ihr Ende.

cv> Holzheim, 1. Sept. Am morgigen Sonn­tag findet hier ein großes Jugend- und Po» faunenfeft statt. Heber 30 Posaunen- und ge­mischte Cyore haben ihr Erscheinen zugesagt. Als Festredner werden sprechen: Prediger Pfeiffer- Grünberg, Jugendsekretär Gaubatz, Missionar Keil u. a. Das Jugend- und Posaunenfest in Holzheim ist zugleich verbunden mit dem 50. Jubi­läum der hiesigen Gemeinschaft.

Aus der Rabenau, 31 Aug. Obwohl die Getreideernte noch nicht restlos unter Dach und Fach ist, haben unsere Landwirte mit der Grummeternte begonnen. Der Ertrag ent­spricht nur in feucht gelegenen Wiesengründen den Erwartungen, während die trockenen Grasnuhun- gen geringe Ernteergebnisse zeitigen. Die Futter- mengen der Kleeschläge haben infolge der anhal­tenden Trockenheit merklich nachgelassen. Sn allen Dörfern sind gegenwärtig die Dreschmafchi- n e n an der Arbeit, mitunter mehrere an einem Orte. Die Beschaffung der Arbeitskräfte gestaltet sich deshalb oft recht schwierig. Der Korne r- ertrag aller Fruchtarten ist im allge­meinen gut, auch die Strohernte läßt kaum zu wünschen übrig. Sm Vergleich zur Ernte des Vor­jahres ist die diesjährige Ernte als wesentlich gün­stiger zu beurteilen, was sowohl die Qualität, wie auch die Menge an Stroh und Kornern anlangt. Die ©etreitepreife sind gegenwärtig für Korn 13 bis 14 Mark, für Weizen 17 bis 18 Mark, Gerste 16 bis 17 Mark pro Doppelzentner. Nach Hafer

besteht geringe Nachfrage. Die Hackfrüchte konnten sich in letzter Zeit durch die teilweise recht ergiebigen Niederschläge gut entwickeln.

< Grvßen-Buseck, 2. Sept. Der hiesige Geflügelzuchtverein veranstaltete im Wagner scheu Saale einen Lichtbildervortrag. Herr Dorr aus Neuenhain hielt einen Vortrag. Der' Redner kennzeichnete die verschiedensten Hühner- und Entenrassen und erläuterte bei jeder Rasse die hauptsächlichsten Zuchtmerkmale. So­dann zeigte er in vortrefflichen Bildern Herz, Lunge, Leber und Nieren eines Huhnes und gab Ausschlüsse über Krankheiten des Geflügels. Zum Schluß sprach der Vortragende von einer zweck­mäßigen Fütterung der Hühner und machte dabei auf ein neues Geflügelkraftfutter aufmerksam.

Kreis Büdingen.

* Büdingen, 1. Sept. Die Friseur- Pflichtinnung de s Kreises Büdingen hat den Beschluß gefaßt, daß vom 1. September ab die allgemeine Sonntagsruhe für den Kreis Büdingen in Kraft tritt.

Kreis Alsfeld.

* Alsfeld, 80. Aug. Am gestrigen Diens­tag fand die zweite diesjährige T a g f a h r t der Forstbezirksgruppe Alsfeld in die Forstämter Göringen und Romrod statt. Das Thema lautete:Die räumliche Ordnung in den Buchenbetriebsklassen der Forstämter Göringen und Romrod unter besonderer Be­rücksichtigung der Begründung von Mischbestän­den". In zwei verschiedenen Forstorten zeigte zunächst Forstmeister Rausch- Romrod die von ihm durchgeführte natürliche Verjüngung der Buche im Blendersaumschlagverfahren. Mischbestände wurden in ihrem Fugendstadium vorgeführt, sie waren begründet durch trupp- weises Einbringen der Fichte in die Vuchen- naturverjüngungen. Im zweiten Teil des Waldbegangs sahen die Teilnehmer in ver­schiedenen Forstorten des Forstamts Romrod unter Führung von Forstmeister 2 i e p m a n n ebenfalls natürliche Buchenverjüngungen im Saumschlagverfahren und ferner Buchen-Fich- ten-Mischbestände im Abtriebsalter, die durch Auspslanzen von Fehlstellen in den Buchen- verjüngungen entstanden sind.

Kreis Lauterbach.

* Lauterbach, 1. Sept. Heute wurden vier hiesige Einwohner fest genommen und zusammen mit einem Einwohner von Angersbach nach Gießen verbracht, um von dort aus im Sam­meltransport nach dem Konzentrationslager Ost­hofen übergeführt zu werden.

VolksmfäigerlU-

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