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Nr. 305 Drittes Blatt

oll. ä».Dezember 1039

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (Dberhefien)

Aus der Stadt Giehen.

Zum neuen Jahre.

Von Reinhold Broun-Eckelsdach.

Ein neues Jahr!" Wie anders der Klana <ri= sonst! Dieses Mal sprechen wir es besonders tief aus dem Innersten hinein in die Zeit Und be jedem schwingt das Eigenste mit. Die Hauptsache bl erbt, daß etwas an wirklich Werthaftern mit- schnnngt. Daraus allein kommen des Klanges Kratt und Klarheit und seine sinnvolle Beseeltheit Gebet und Schwur, den Händedruck der Treue das Ja! des Vertrauens: das alles mutz zu spüren sein.

Das Jahr wird uns als eine Aufgabe gestellt vielleicht als eine der aewaltigsten unserer Geschichte' An uns htgt es, m dem ungeheueren Drang und Druck uns dennoch als die Formenden zu erweisen als die, die in den wirbelnden Strom des Ge­schehens ihre Blöcke und Pfeiler einrammen zum Bau der Brücke nach dem Ufer unseres Sieges! Prägen wir uns das Wort Friedrichs des Großen ein:Es wird das Jahr stark und scharf hergehen; aber man muß die Ohren steif halten, und jeder^ -er Ehre und Liebe vor das Vaterland hat, muß alles daran setzen!"

Alles Große ist immer erkämpft worden. Wir ge­hören zum Geschlecht der solchermaßen Kämpfen­den und Erkämpfenden. Das ist unsere Bestimmung von Gott her. Es gilt, diese Bestimmung zu begrei­fen und zu ergreifen, und in solcher Richtung tapfer und treu seinen Weg zu gehen, welche Stürme und Gefahren uns auch drohen mögen!"

Merkwürdiger Kalender 1940.

Auf den Kalender des neuen Jahres 1940 läßt llch trefflich das Wort abwandeln:Oh Kalender, wre wunderlich siehst du aus!" ^Ind das alles kommt daher,^ weil Ostern ungewöhnlich früh fällt. Am 21 März 1940, also am Tage des Frühlingsanfangs, lst ... Gründonnerstag. Und nun kann sich der freundliche Leser an den Fingern einer Hand ab» Zahlen, wann Palmsonntag ist und wann Karfrertaa! Aber wir wollen ihm diese Mühe ersparen, obwohl sie gering genug ist: wir feiern im Jahre 1940 Palmsonntag am 17 März und Ostersonntag am 24. Marz.

In die Osterwoche fällt also auch die Erinnerung an die geschichtlichen Vorgänge der beiden Vorjahre 1938 und 1939: am 13 März 1938 kehrte Oester­deich ins Reich zurück, am 16. März, also am Vor­tage vom Palmsonntag, jährt sich bie Errichtung des Protektorates Böhmen-Mähren und am Kar­freitag, dem 22. März, ist das Memelland gerade ein Jahr wieder mit dem Reich vereinigt. Es ist wie ein Traum! Alle diese Dinge liegen für das naive Empfinden schon sehr sehr weil zurück. In Wahrheit ist es aber nur ein oder zwei Jahr«, 12 oder 24 Monate her. Man merkt, daß unsere Zeit mit den Siebenmeilen-Stiefeln marschiert.

Der jungen Welt sei verraten, daß Aschermittwoch auf den 7. Februar fällt. Der Kalendermann also hat schon dieFasel"-(Possen-)Zeit des Faschings oder wie man im Rheinland sagt des Karne­vals 1940 eng begrenzt, als hätte er geahnt, daß auch die Zeitumstände dieses Jahres dem Treiben

der lusttgenFasel"-Hänsel und chres weiblichen Anhangs nicht sehr günstig sein werden. Bei der Gelegenheit dürfen wir erinnern, daß das WoN von derFastnacht" eine Verstümmelung des ur­sprünglich richtigen Wortes von derFasel"- oder Possen-Nacht ist eine Verstümmelung, die durch die irrige Beziehung auf die nach dem Aschermitt­woch folgende Fastenzeit entstand, als der ursprüng­liche Sinn vonFasen" aberFaseln" immer mehr in Vergessenheit geriet

Das Merkwürdigste an dem Kalender 1940 ist aber, daß das Pfingstfest gerade auf die Tage der Eishellitzen"fällt. Die genaue Ankunftszeit der Eis­heiligen, die bekanntlich sehr unpünktliche Herren sind, ist der 11., 12 und 13. Mai Im Jahr 1940 ist der 11. Mai der Pfingstsamstag. Das bringt es aber wieder mit sich, daß auch der vielgefeierte H:m- melfahrtstag mächtig nach vorn rückt und auf den 2. Mai, also auf den Tag nach dem Rationalen Feiertag des deutschen Volkes fällt Wir verzeich­nen also in diesem Jahre den ungewöhnlichen Fall, daß alle großen kirchlichen Feiertage einschließlich des in den katholischen Landesteilen gefeierten Fronleichnamsfestes, bereits lange vor Ende Mai abgeschlosien sind. Don den frühesten Kirschensorten sagt man in klimatisch begünstigten G"genden. daß die ersten köstlichen Früchte zu Pfingsten reif sind ober wenigstens den Anflug der roten Bäckchen be­kommen. Im Jahr 1940 gibt es bestimmt keine Plingstkirfchen! Ader das soll nicht unsere wüßte Sorge fein! Dr. Ho.

Wichtiges von der Steuerkarte.

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, daß dis Steuerkarten für das Jahr 1940 zugestellt sind. Per» fönen, die zur Zeit ohne Verdienst sind, müssen die Steuerkarten für den Fall, daß sie im Laufe des Jahres in Arbeit oder Verdienst kommen, sorgfältig aufbewahren, da die Ausstellung einer neuen Steuerkarte nur gegen Zahlung von 1, RM. erfolgt.

Soll die Steuerermäßigung für Kinder gewährt werben, die zur Zeit ftubieren, in der Lehre, int Land- ober Haushaltsjahr sich befinden, der Wehr» macht oder dem Reichsorbeitsbienst angehören, fo sind bei der Antragstellung bie Verhältnisse burch geeignete Beweise glaubhaft zu machen. Zum Bei­spiel genügt schon bei einem zur Zeit ber Wehr­macht ober bem Reichsarbeitsdienst angehörenden Sohn als Beweis die Vorlage eines Briefes, aus bem sein Dienstgrad zu ersehen ist. Für auswärts stubierenbe Kinber ist bas Studienbuch, bei Lehr­lingen, bie auswärts ihre Lehrzeit verbringen, der Lehrvertrag zur Einsicht vorzulegen. Je nach Lage bes Falles kann bie Steuerermäßigung für Kinder bis zum 21. ober 25. Lebensjahr gewährt werben.

Auf Seite 4 ber Steuerkarte sinb bie Bestimmun­gen über die Höhe der Bürgersteuer ersichtlich. Die Anforderung der Bürgersteuer gilt mit ber Zustel­lung der Steuerkarte als bewirkt. Jeder Steuerkarte liegt auherbem ein Merkzettel bei, aus bem der Ar­beitnehmer alles Wissenswerte über die Ausstellung der Steuerkarte entnehmen kann; dieser Merkzettel darf von dem Arbeitnehmer zurückbehalten werden^

(Sorat für den häuslichen Wächter.

Ob wir draußen am Feinde find oder eingefügt der Heimatfront, ob wir auf dem Kranken- ober Verwund eten l a ger liegen ober aus ei n f am er Stunde in die Ferne sinnen: nur nicht zurückschreiten oder in den N-ebeln am Wegrand sitzen bleiben! Das hieße Verrat am Ziel, an der Zukunft, an allen den Treuen, zuoberst an dem uns so wunderbar erhaltenen Führer und seinem Werke!

Ms in den letzten, kleinsten Mnkel wollen wir nach dem Neujahrswort Ulrich von Huttensein stolzes, heldisch Gemüt brauchen und üben" zu un­serem eigenen Heile und unseres hart bestürmten Volkes! Von denWaffen des Gemütes", das wis- fen die wahrhaften Kämpfer, hängt nicht zuletzt der Sieg ab. Den tragen wir in uns als den Schein des Morgens nach der Nacht. Wohlan:

Wir fürchten nicht Schlag!

Wir fürchten nicht Streich!

Es komme, was mag: Wir halten das Reich!"

Papa!" Alterskameradschaft 18834933: Treff- punkt bei Carl Faber, Neuenweg.

Silvester und Neujahr im Stadttheater.

Am Silvesterabend kommt der SchwankDer müde Theodor" zur Aufführung. Neuinszenierung dieses lustigen Stückes durch Hans Geißler. Es wirken mit: Irene Duill, Anneliese Garbe, Hilde Kneip, Elisabeth Leiprecht, Cilly Mauer, Jngeborg Riehl, Rose Stirl; Fritz Böblig, Hans Caninenberg, ! Walter Erler, Friedrich Gröndahl, Victor von j Gschmeidler, Hilmar Manders, Gerhard Reuter, Franz Schneider-Facius, Hans Seitz, Karl Dolck. Bühnenblld Karl Löffler. Außer Miete.

Am Neujahrs-Nachmittag wird das lustige Mär­chenspielDer gestiefelte Kater" wiederholt. Spiel- leitung Karl Volck, musikalische Leitung Richard Boeck. Bühnenbild Karl Löffler. Tänze Thea Maaß. Außer Miete.

rischen romantischen SchauspielsCsongor und Tünde" von Vörösmarty (deutsch von Dr. Klein, Krautheim); Anfang FebruarBengalische Zukunft" von Gesell-Martin, und Gastspiel Agnes Straub m Wettlauf mit dem Schatten" von Scholz, sowie Anfang Februar in der OperTosca" von Puccini. Mitte Februar gelangtJugend" von Halbe zur Aufführung.

NS-GenielnWfl M ßroft önOenöe

Bett.: Borstellung am 4.1.40, Stadttheater Zigeunerbaron".

Wir bitten hiermit alle Ringmitglieder, für die obengenannte Veranstaltung bie Eintrittskarten bis spätestens ;um 3.1. in unserer Dienststelle, Selters­weg 60, abzuholen. 7819V

Dornoinen.

Tageskalender für Samstag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Das Lieb der Wüste". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Hurra! Ich bin Papa!"

Tageskalender für Sonntag (Silvester).

Stadttheater: 19 bis 21.15 UhrDer müde Theo­dor". Gloria-Palast (Seltersweg):Das Lied der Wüste". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Hurra! Ich bin Papa!"

Tageskalender für Blontag (Neujahr).

Stadttheater: 14.30 bis 17.15 UhrDer gestiefelte Kater"; 19 bis 21.45 UhrDer Zigeunerbaron" Gloria-Palast (Seltersweg):Das Lied ber Wüste" Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Hurra! Ich bin

Am Neujahrs-Abend wirb die Operette von Jo­hann StraußDer Zigeunerbaron" wiederholt. Mu­sikalische Leitung Richard Boeck. Spielleituna Harry Grüneke. Bühnenbild Karl Löffler. Chöre Richard Boeck. Tänze Thea Maaß. 13. Vorstellung der Mitt­woch-Miete.

Neueinstudierungen

des (Sfriefiener Siadit<*eai-rs.

Das Gießener Stadttheater hat für Januar und Februar wieder eine Reihe von Neueinstudierungen vorgesehen. Wie wir vom Dramaturgischen Büro unseres Stabtheaters erfahren, gelangen folgende Opern, Operetten und Schauspiele zur Aufführung: Mitte Januar NeueinstudierungFledermaus" von Joh. Strauß; Ende Januar Uraufführung des unga-

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Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr.

Huhgänaer, Achtung!

Fußgänger, der Verkehr auf ber Straße erfordert bei Verbunkelung ganz besonders von bir erhöhte Aufmerksamkeit. Gib acht auf herannahende Kraft­fahrzeuge und Straßenbahnen. Bedenke: die Führer bieser Fahrzeuge können bich bei abgebunkelten Scheinwerfern erst spät erkennen. Du aber kannst Fahrzeuge schon auf größere Entfernung durch ihre Lichter wahrnehmen, wenn du aufmerksam und vor­sichtig bist. Muß du bie Fahrbahn überqueren, wähle stets den kürzesten Weg, blicke zuerst nach links, dann nach rechts. Besteige und verlasse öftent- liche Verkehrsmittel nur an Haltestellen. Auf- und Abspringen währenb ber Fahrt ist besonbers bei

I Verdunkelung ein sträflicher Leichtsinn.

Hundehütten und Zwinger müssen möglichst ge­schützt vor Zugluft ausgestellt werden. Das genügend große Schlupfloch muß im Winter einen Vorhang aus einem dichten Stoff erhalten. Die Kette muß, soweit es sich um die Hütte eines Kettenhundes handelt, in einer eisernen ßaufftqnge, die entweder

Mütter!

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Gegen 2 mit einem X bezeichnete Nährmittel- abschnitte der Reichsbrotkarte für Kinder bis zu 6 fahren erhalten Sie 2-wöchentlich eio batet =250g Maizena, das feit über 70 Zähren bewahrte Säuglings- und Kindernährmittel für die Flasche, für den Brei, für den Pudding.

Rodjanwcffangcn liegen jedem Paket bei.

MAIZENA

Der

Von der tiefen Treue

Don 3ofef Maonus Wehner.

Zw schen den Jahren

Von Hedwig Forst reute r.

Steht hier die Zeit?

Im atemlosen Schwünge

Des raschen Laufs ist eine kurze Frist,

So schmal, wie zwischen Wimpernschlag und Aufblick Die feine Grenze scharf gezogen ist Der Ton der zwölften Stunde dröhnt und schwebt In hohen Lüften langsam zitternd aus;

Der Zeiger bebt, er wandert, und nun hebt Ein neues Jahr geheimnisschwer das Haupt Was wir in heißem Wunsch ersehnt, gesucht, Was wir im Kampfe unser schon geglaubt. Es sinkt zurück ins Dämmer des Vergangen ... Wir aber gehen, neuem Tun bereit, Gehorsam einer Stimme, die uns ruft, Den neuen Weg vertrauend anzufangen.

'S 'SÄfL L ÄK; h-im limb. ro0 «fn rein"' ungebrochenen

Trennung noch TodF^t In r Verrat

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Treue gebaut

Menschliche Treue beruht auf dem Glauben an den Wert, sie kann immer nur einem wertvollen Menschen oder einer guten Sache dienen. Sie ver­steht weder zu schmähen noch zu schmälern, sie ist ohne Widerspruch und ist die Tugend der Menschen, die in ihren Herzen einfach geblieben sind. Ihr gilt ein Wort oder ein Handschlag so viel wie der eierlichste Eid, sie ist unbeirrbar, wie viel Ver­leumdungen und üble Nachrede man ihr auch zu­tragen möge, und hat sie einmal ja oder nein ge- agt, ban steht ihr Wort für alle Ewigkeit.

Die Werktteue, die Pflichttreue, die Sippentreue, die eheliche Treue, bie Staatstreue, die Treue zum eigenen Blut und Wesen immer tritt dieses heilige Wort in Verbindung mit den höchsten Ein­richtungen und Besitztümern auf, die sich ein Volk schuf und die seinen Wert und seine Unzerstörbar­keit ausmachen, so daß mir sagen können, die Ewig­keit eines Volkes beruhe auf der Treue seiner Men­schen. Treu und beständig sollst du sein in die- em Mahnwort des alten Liedes verhüllt sich der Kern der Unsterblichkeit. Treue besteht; sie gehört zu den bleibenden Mächten, während die Untreue verweht wie ein schlechtes, rauchiges Feuer. Treue ist das Gold im Urgestein des Lebens, sie ist fein höchster Wert und seine klarste Ehre.

Die Binde (rast der Treue offenbart sich m der Not- hier erst wird sichtbar,' wieviel echtes Gold in einem Menschenherzen schlummert. Wenn wir Sol­daten des Weltkriegs in der Sturzflut von Feuer und Eisen lagen, hungernd, dürstend und oft halb verzweifelt, wenn dann in solchen aussichtslosen Nächten von weicher hinter der feindlichen Fron die Tanzmusik erklang, die uns anzeigte, daß bor drüben alles zu haben war, woran wir Mangel litten was hielt uns dann ab, hinuberzulaufen und aller Not ein Ende zu machen? Es war die einfache foldattfche Treue die wir dem Kamerabe^ und in ihm der ganzen Heimat hielten. Wir hatten es drüben äußerlich besser gehabt, zumal als sich bie Waage bes Glückes unzweifelhaft auf bie Seite ber Gegner neigte, aber jene uralte Stimme, die von weither klang wie aus bem Daterhaufe, banb uns in bie Front, und mir hielten aus wie bie Millionen Helden, die sich in den Jahrhunderten unserer Geschichte bewährt hatten

So haben auch bie Dolksbeutschen an ber Ost. arew ausgehalten, ^hunderttausend Menschen heften Blutes, und es gibt nichts Erschütternderes in unseren Tagen als die Züge ostdeutscher Men­schen, die unaufhörlich ausziehen, um ihre von den Bolen erschlagenen und irgendwo verscharrten Toten heimzuholen und in heimische Erde zu betten. Diese Treue über den Tod hinaus zeigt einen Grad menschlicher Vollkommenheit an, wie er nur m Hochzeiten völkischer Gemeinschaft erreicht wird. Der Zug der Soldaten an die Front, der Arbeiter wenn sie zu ihrer Alltagsarbeit eilen, ist em Zug der Treue zum Ganzen.

Kör^rs

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PerföiÄZ zu-

Die Treue ist die Tugend der Auserwahlten. treue Mensch ist recht eigentlich dazu auserlesen, Sinnbild und Beispiel der hohen vebenso^nung zu sein, die immerfort aus dem goldenen Lebens- ijintergrunbe a-usflufit Start und b-h°rrl'ch steht er inmitten einer schwankenden und ®

der inneren Stimme geijorfam, bie ihn w - aus weiter Ferne, wie aus endloser Bergangenheit, ans der liefe feines Wesens heraus anruft und ihn -r mächtig!, im gleichen Schritte mit bem Schicksal feinen Weg zu gehen bis zum E"be

Wenn bie Liebe stärker tft als ber Zoi, tann rf fie es vermöge ber Ireue, bie leber «^Ntaften Liebe innewohnt. Liebe und Treue, fte immer zusammen genannt in JBoltsIieb unö p sie sind bie liebsten Kinder alter Sagen unzertrenn liche Geschwister gleichsam von denen bie Siebe Schwester die Treue der Bruder ist. So gehen 1 N in Hand über unser deutsches Lebensge E unwanscht von zahllosen HeD-ng°!°ngen und schlicH ten Liedern von der ältesten Zeit an bis> aus un ere Tage: ein einziger Bogenstrich a-rlnndet Chriemh lbs

Schoße birgt, ergreift uns nut tranenschmun

sammen, wird der Mikrokosmos zum Abbild bes Makrokosmos, des Alls.

Darum fei still in der Treue. Auch die Treue ge­hört zu den stillen, den lautlosen Tugenden, die wie stumme Götter unser Dasein durchwirken. Gib deinem Nachbarn, deiner Frau, deinem Kinde die Hand. Und wenn,du ihm nun in die Augen blickst, dann soll in euer beider Augen alles aufleuchten, was an heiligen Werten im Seelengrunde schlum­mert. So gaben sich unsere Vorfahren die Hand, wenn sie zu ernstem Werke schritten; so gaben sich die Kameraden des Krieges die Hand, wenn sie den Marsch antraten in die siegreiche Todeslohe ber Front. Es geht jetzt nicht um ben Tob, sondern es geht um das kommende Leben, bas völlig und willig in deine Hand gegeben ist, mein lieber Kamerad im Lebenskämpfe der Heimat!

Halte bie ftitle Treue: deinem Nachbarn, beinern Weibe, beinem Kinde. Sie ist der Mutterboden für die große Treue, die das Schicksal der Völker be- sttmmt. Laß heute Feiertag sein in einem Herzen, den glücklichen Anfang eines neuen, eines ganzen Menschen. Sie doch nur: unser Werk wird uns einst richten, dich wie mich. Und wenn mir auch nichts überragend Großes schaffen sollten, du und ich, keinen Bau, keine Brücke, keine Sttaße, noch gar einen Staat, so ist doch dieses unser kleines Leben, deines wie meines, das Pfand, das uns Gott gab und das mir in Treue verwalten müssen, wenn mir bestehen motten. Unser Leben ist unser Werk. Wir wollen es redlich aumbauen, jeder an seinem Platze, und in Ehren alt werden. Dann wird uns, in unse­rer letzten Stunde, tröstend das Sieb der Treue auf feine Schwingen nehmen und uns zu Vater und Mutter tragen, in den Kreis ber Auserwählten, die sich bewährt hoben.

Denn die Treue, mein lieber Mitmensch, ist die Tugend ber Auserwählten.

HalenDer.

Der Reichs-Tierschuh-Salender.

Ein guter alter Bekannter ber Schuljugend, jebes Jahr aufs neue mit Interesse erwartet, ist soeben wieder erschienen, ber Reichs-Tierschutz- Kalenber. Auch für 1940 sind zwei Ausgaben herausgekommen, die Ausgabe A für die Unter, und Mittelstufe, die Ausgabe B für die Oberstufe fomie für die Erwachsenen, von denen viele dem Kalender-Kameraden aus der Schulzeit die Treue bewahren. Eine dankbare Aufgabe des Reichs-Tier- schutz-Kalenders ist es, durch Hinweise auf die Ein­stellung hervorragender Persönlichkeiten und durch Erzählungen in Wort und Bild die Jugend zur Liebe und zum selbstverständlichen Schutz der Tiere hinzuführen. Damit wird zugleich ein Beitrag zur Charaktererziehung geleistet, zur anständigen Em- stelluna gegenüber den Unselbständigen und Schwa­chen Die Ausgabe für die Unter- und Mittelstufe hat sich diesmal das Wort Adolf Hitlers zum Motto gewählt:Ich habe mich immer zu ber Auffassung bekannt, baß es nichts Schöneres gibt, ui5 Anwalt derer zu sein, die sich nicht selbst verteidigen können.

Das Lied der Wüste."

Die Filmschauspielerin Zarah Leander, die man vor nicht allzulanger Zeit in dem Film , Es mar eine rauschende Ballnacht" in einer feinen und innigen Rolle zu bewundern allen Anlaß hatte, überrascht nun damit, daß man sie in einem Film wiedersieht, ber nicht nur ein abenteuerliches, son­dern ein geradezu sensationelles Gepräge trägt. Sie erscheint als die Geliebte eines idealistisch gefinnien Ingenieurs, ber für bie einheimischen Araber (ber Schauplatz ber Handlung ist em Mandatsgebiet in Norafrika) ein Kupfervorkommen erschließen will und sich damit in heftigen Gegensatz zu einer euro­päischen (lies: englischen) Mächtegruppe setzt, ber ber junge Ingenieur mit seinen idealistischen Grund­sätzen heftig im Wege ist. In bie Spannungen die­ses Machtkampfes, für ben auch ein Expeditions­korps eingesetzt wirb, gerät nun bie schöne Sängerin Grace Collin, bie bie Gefahr, bie ihrem Geliebten droht, umso eher erkennt, als chr eigener Vater dessen schärfster Gegenspieler ist, für ben die Per­son bes Ingenieurs nur ein lästiges Hindernis ist, bas skrupellos beseitigt werben muß. In ber Er­kenntnis dessen löst sich Grace von ihrem Vater, tritt ganz auf bie Seite chres Geliebten und rettet ihn dadurch, daß sie die Soldaten durch ihre Lie­der ftsthält, bis für ihren Geliebten, ber in die Gefangenschaft der Soldaten geraten ist (und als Aufrührer erschossen werden sollte), bie Befreier, aufständische Araberstämme, nahen und ben Ver­fechter ihrer Interessen aus aller Gefahr reißen, währenb fein Gegner, ber Finanzmagnat, einem Attentat zum Opfer fällt.

Die lebhaft bewegte Handlung spielt sich vor einer entsprechenden Kulisse ab und nimmt ben Zu­schauer im steten Wechsel stark in Anspruch, ohne baß babei jedoch innerste Bezirke berührt werden. Selbst die Trägerin ber Haupttolle, Zarah Lean­der, hat es schwer, in ber Fülle und ber Härte der Ereignisse ihre darstellerischen Stärken zur vol­len Auswirkung gelangen ju lassen, obwohl sie natürlich auch in diesem Film als die bedeutendste künstlerische Erscheinung zu bewerten ift Neben chr steht Gustav Knuth als Ingenieur Brenton, der neben seiner Partnerin keinen leichten Stand hat und am lebendigsten eigentlich in ben Ausein­andersetzungen mit seinem Freunde, bem Captain Frank Stanney (Herbert Wilk), ber auf ber Gegen­seite stehen muß, in Erscheinung tritt Friedrich Dornin stellt ben skrupellosen Großindustriellen und Finanzmagnaten dar, der in der Veranschau­lichung von gesellschaftticher Gewandheit und ge- schastsmännischer Kälte, allen menschlichen Haß auf sich zu ziehen weiß. Auch in ben Nebenrollen begeg­net man guten Kräften. Die Regie für diesen Uta- Film lag bei Paul Martin. Die Photographie hatte es in bem steten Wechsel vom geschlossenen- Raum zur freien Landschaft, außerdem w b^Avei- fellos künstlich angelegten 'ockaftScttmchen Stabt und der sicherlich- btzgkenzten "Wüste" nicht leicht, zu geschlossenen und überzeugenderi Wirkum- gen zu kommen. Heinrich Ludwig Neuner.