r. 229 Drittes Blatt
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e bezeugt, die ihr Tun fruchtbar und schöpfe- zestalteten. Nun ist die Kunst aufgerufen, viel- J zurückzugeben, was sie empfangen hat.
„Daß um den Kelch, worin uns Freiheit rinnt.
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en Ai" Lkereich der Ortsgruppen Süd und Ost findet die er m' B eier um 11.45 in der Neuen Aula der Univer- ter!> f a, statt. Für die Mütter in den Ortsgruppen
5! ot i> und Mitte wird die Feier um 11.30 Uhr 011 iilm Saal des Gesellschaftsvereins,
ute steht der Führer nicht irrmitten feiner ern. Heute weilt Adolf Hitler bei seinen Solda- Und auch unter ihnen steht der Bauer, der fkgfchar und Senfe mit dem Schwert vertauscht um eine Ernte einzubringen, die fast überreif Und so, wie Adolf Hitler des Reiches erster r-eiter ist, so ist er auch sein erster Soldat.
lus der Stadt Gießen
Erntedanktag.
Brot bricht die Not.
Sät das Volk — mäht das Volk, Hat es Brot. •
Ohne Brot mäht der Tod.
Ein Volk bringt seine Ernte ein
Wir wollen Erntehelfer sein Mit Sense, Schwert und Spaten Arbeiter — Bauern — Soldaten.
Gießener Gtadttheater.
Friedrich Hebbel: „Agnes Bernauer."
Dafür seid liebevoll umfangen!"
2its Schiller-Wort an die Künstler gilt heute kg den Mittlern der dramatischen Kunst, die , fkn sind, fernab jeder blassen Aesthetik hinzu- ,llen SfeF21’ Zum innersten Wesen des Deutschen, das in und Ernst, in froher Besinnlichkeit und Hochämter, fortstürmender Leidenschaft jene wahrharmonische Einheit sucht, aus der ihm höchste ost erwächst.
daß keine Macht der Welt sie zerbrechen kann, »eechvtt sind an diesem 1. Oktober Spaten und Sense S unfci Schwert zum Symbol unserer Zeit geworden.
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tapdeWm Rahmen den kinderreichen Müttern die Es nn^khrenkreuze überreicht werden. Für die Mütter im
Q9e : tn diesem 1. Oktober gehen unsere Gedanken zu- W • ltü| zu- den Erntedanktagen Vergangener Jahre.
’hr- Dir sehen Adolf Hitler auf dem Bückeberg inmitten -- )eS deutschen Landvolkes an dem Tag, an dem die dir i- zon;e Nation dem Dauern dankte für seine opfer- er r- wllc Arbeit um die Versorgung unseres Volkes mit or’?:* *Heni täglichen Brot. Nie so deutlich wie jetzt erken- vQrien wir in tiefer Dankbarkeit, wie wichtig diese Arbenz ieit und wie erfolgreich sie war. Das Brot des e Öfchen Volkes ist sichergestellt worden.
■W. Das in Jahrzehnten Meralistifcher Wirtschafts- ,^j Dung auch auf dem Agrarsektor gesündigt wurde, bat der deutsche Bauer in sechseinhalb Jahren zu imm großen Teil wieder gutgemacht. Seine ver- Mrvoortungsvolle Arbeit war schwer und hart. Der 'k!s " Itfer und die, die ihn pflügten, mußten mehr her- jebm von Jahr zu Jahr, von Ernte zu Ernte, um iir den Tag -gewappnet zu sein, der uns in Berett- t finden mußte, allen versuchen, dem Weltkrieg zweiten Aushungerungskrieg folgen zu laffe’n, otzen. Nicht zuletzt der Bauer hat erfahren en, wie furchtbar nach der Aushungerung vor zig Jahren er in den großen Abgrund Hineinsen wurde.
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beiter, Bauern und Soldaten! So geschlossen die Nation an diesem Erntedanktag zusammen. Millionen, die in Waffen stehen, schafft des chschen Arbeiters Fleiß die erzene Wehr. Die
re Front weiß heute hinter sich eine innere t, die ebenso unerschütterlich steht, wie sie selbst, les Bauern Fleiß hat vorgesorgt, daß diese Fron- hn bes deutschen Volkes so unbezwingbar sein fön»
I l®n deutsches Trauerspiel nennt Hebbel sein "Agnes Bern aue r", und es ist deutsch Jwbtnt tiefen Erfassen und kompromißlosen Gestalten Konflikts zwischen der Willkür des einzelnen ^setz der Gesamtheit, zwischen dem per- Machen Glück und den Notwendigkeiten der Staats- iinb die das ihn entgegenstehende Einzelschicksal rr ^Hnes Bernauer unerbittlich vernichtet, ohne r . Schuld und Unschuld zu fragen, oder das seinen zuwiderhandelnde Menschenwesen wie den h Em Albrecht zwingt, sich einzuordnen. „An der zi Ws Bernauer", so schrieb Hebbel vor der Munch- ' ä Erstaufführung des Stückes im März 1852, ? uje, l »wum nichts interessieren als das Verhältnis, worin - n^^^nschliches Individuum, das zu schön ist, um (E) "ch! k»ie glühendsten Leidenschaften hervorzurufen, 11 d^ch zu niedrig gestellt, um auf einen Thron es Süssen, zum Staat und Vertreter desselben gerat, Ser F W es höher erhoben wird, als die Ordnung der y Mell >5 verträgt." Und er sagt weiter über fein „Es ist darin ganz einfach das Verhältnis Individuums zur Gesellschaft dargestellt und
Dos Stadttheater öffnet feine Pforten für die tue Spielzeit in großer, ernster Zeit, der Aufgabe Mßt, die ihm in der inneren Front unseres Vol- f "s geftellt ist, durchdrungen von der Verpflichtung, Atü l'P üestes geben zu sollen in einer Stunde, in der fl $iti uitjit Volk auf seine letzten Kraftquellen zurück- ihnmg5 muß, um aus innerer Harmonie jene stäh-
ein kc ^riie Härte zu schöpfen, die es in seinem Kampf um Weite .LZchheit und Recht unwiderstehlich machen wird. wnuii4|[hn|t und Volk gehören zusammen", diesen Satz flicht W ier Nationalsozialismus an die Spitze seiner i flvlB Kiulii-rpolitik gestellt und nach ihm gehandelt. Das diesen > hat der Kunst wieder jene Achtung und Anteil
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te. M 2)er Freude Götter lustig scherzen,
jn'ßeb‘: | Der holde Traum sich lieblich spinnt.
der Mütterkreuze in Gießen.
De Ortsgruppen der Partei in unserer Stadt nanstalten am morgigen Sonntag Feiern, in
n dem grauen Heer an der Front steht das n 0® i teilt Heer der deutschen Arbeit und neben beiden M JjeT Bauer, durch dessen Arbeit wir unser Brot reine Hs
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Arbeiter, Bauern und Soldaten! Sie schützen das »ich Adolf Hitlers gegen Not und Tod! E. D.
Feierliche Ueberreichung
Gketzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 30. September /L Ottober 1959
Reichsbahndienst in der Verdunkelung.
Aächlliche Fahri mit der Straßenbahn.
Lebensmittelkarten auch in Gaststätten.
Was müssen Gast und Gastwirt von der neuen Regelung wissen?
ist ein Musterbeispiel von Berufsfreudigkert und Verantwortungsbereitfchaft, das all diese Männer, jeder einzelne auf seinem Posten für sich und fte alle zusammen als Gemeinschaft, im Interesse unseres Volksganzen brinaen, dem sie mit ihrer Arbeit in vielfältiger Weise auch unter den erschwer« ten Umständen der Verdunkelung dienen.
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So können wir nach der mehrstündigen Beob« achtung des Bahnhofsbetriebes abschließend nur bekunden, daß hier in diesem lebenswichtigen Zentralpunkt des Verkehrswesens nicht nur alle Derdunks- lungsrnaßnahryen in bester Weise durchgeführt weroen, sondern zugleich auch Nacht für Nacht eine Dienstleistung vollbracht wird, vor der man sich in rückhaltloser Anerkennung für alle Männer des Reichsbahndienstes dankbar verneigen muß.
rascher zu fahren als sonst, wenn er den Anschluß am Markt erreichen will. Wenn das jeder Fahrgast so machen wollte, dann würde der ganze Fahrplan in Unordnung kommen, der in der tiefen Dunkel« heit an sich schon schwer einzuhalten ist. Die Stra« ßenbahn wird übrigens, seinem die Stadt nächt-, licher Weile so tief im Dunkel liegt, stark benützt. Niemand tastet sich gerne einen vielleicht langen» Heimweg durch die dunklen Sttaßen. Die Straßen« bahn nach Wieseck ist meist stark besetzt. Bei diesen Sachlage sollte jeder Fahrgast nur mit abgezähltem Fahrgeld den Straßenbahnwagen besteigen.
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Eine solche nächtliche Fahrt mit der Straßenbahn hat für den, dem ein Auge für solche Dinge gegeben ist, aber auch seine romantischen Reize. Da-k Wageninnere ist ttef verdunkelt. Nur ein mattet* Schein von oben her liegt auf den Gesichtern. Alle Menschen sehen bedeutender aus, als im schonungslosen Licht der Sonne und des Tages. Das Licht von oben wirft tiefe Schatten um Augen, Mund und Kinn, jedes Gesicht erscheint plastischer, ausdrucksvoller und auch" geheimnisvoller. Geredet wird nicht viel! Wenn sich dann die Straßenbahnen den Endstationen nähern, lösen sich die schweigenden Versammlungen auf, deren Teilnehmer mit dem Aussteigen im Nu von der Dunkelheit verschluckt werden. Nur der Sttaßenbahnschaffner ist der ruhende Punkt in der Erscheinungen Flucht, llner« müdlich tut er seine Pflicht.
Durch die völlig verdunkelten Straßen wandern wir zum Bahnhof. Es ist ein gewaltig verändertes Bild, das wir dort gegenüber den früheren Verhältnissen erblicken. Einst vor der Verdunkelung vor und im Bahnhof strahlende Helle von vielen Lampen mit unzähligen Kerzenstärken — heute dagegen nur winzige, sorgfältig abgeschirmte Lichtquellen, die wir zuerst in der Bahnhofshalle finden, während draußen alles ebenso in völliger Verdunkelung versinkt, wie die übrigen Stadtteile auch. Und trotz dieses gewaltigen Gegensatzes zu dem bekannten Wort „Es werde Licht" muß der Dienst unserer Eisenbahner mit aller Pünktlichkeit und Sorgfalt weiter getan werden, denn der Reiseverkehr ist auch für die Kriegsverhältnisse noch immer sehr erheblich, und dazu kommen die weitgehenden Anforderungen des Gütertransportes. Daß unter diesen Umständen die Aufgabe unserer Männer vom Flügelrad heute mehr denn je den Einsatz aller Kräfte erfordert und mit außerordentlicher Verantwortung belastet ist, liegt ohne weiteres auf der Hand.
Schon in der Bahnhofshalle kann man sich überzeugen, daß die Verdunkelungsmaßnahmen vorbildlich durchgeführt sind. Die paar spärlichen Lichter, die natürlich erheblich abgeschirmt sind, reichen gerade aus, um an den Arbeitsplätzen der Beamten den notwendigen Dienst zu ermöglichen. Betritt man den Bahnsteig, so wird der Wandel der Dinge noch viel eindrucksvoller sichtbar. Abgesehen von wenigen sorgfältig verdunkelten Lampen ist alles unter das Gebot der Finsternis gestellt. Die Arbeitsräume, deren Fenster nach der Seite des Bahnsteigs liegen, haben bei der Umschau in der Nacht keine Fenster mchr, sondern nur große schwarze Flächen, hinter denen in den vollbeleuchteten Zimmern der anstrengende Dienst seinen geregelten Gang nimmt, wie er sonst auch in schönster. Friedenszeit im strahlenden Licht der Lampen sich abwickelte. Auf dem Bahnsteig aber gleicht alles Leben gewissermaßen einem nächtlichen Spuk. Die Personen tauchen schon auf wenige Meter Entfernung in der Dunkelheit unter, denn das Licht ist mit Recht so weit eingeschränkt worden, daß man zwar auf kurze Entfernung alle 'für die Sicherheit der Menschen und des Verkehrs erforderliche lieber» sicht hat, darüber hinaus aber auf den früheren Fernblick verzichten muß. Und das ist ja auch der richtigverstandene Sinn und Zweck der Verdunkelungsmaßnahmen. Die Züge laufen em und wirken wie ein riesiges schwarzes Ungeheuer, das plötzlich vor den Augen austaucht, sich vorbeffchiebt, kurze Zeit hält, und dann ebenso spukhaft in der Nacht verschwindet, wie es vorher daraus aufgetaucht war. So wickelt sich Abend für Abend und Nacht für Nacht der Verkehr im Zeichen der Verdunkelung ab, der dank der weitgehenden und umsichtigen Fürsorge der Reichsbahn und dank der Disziplin der Reisenden sich bisher stets glatt und ohne Nachteil für Reisende und Eisenbahner abgewickelt hat.
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Wir halten nach dem Besuch auf dem Bahnsteig auch draußen in den weiten Arbeitsbezir-ken des verdunkelten Dahnhofgeländes Umschau. Ueber- all sehen mir das gleiche Bild der sorgfältigen Verdunkelungsmaßnahmen und zugleich des unermüdlich weiterlaufenden Bahnbetriebs, für dessen reibungslose Abwicklung alle Männer der Reichsbahn, von der obersten Leitung bis zum letzten Arbeiter, in dankenswerter Weise auch während der Nachtstunden ihre ganze Kraft einsetzen. Aus dem Dunkel der Nacht tauchen unversehens „schwarze Schlangen" polternd und ratternd auf. Es sind Personenoder v-Züge, die in ausgezeichneter Verdunkelung aller Wagen als rabenschwarze Ungeheuet auf wenige Meter Entfernung an uns vorbeibrausen. Kaum hat man sie wahrgenommen, sind sie auch
schon spurlos in der Nacht verschwunden. Nicht minder gespensterhaft wickelt sich der Rangierbetrieb ab. Hier ist die Tättgkeit der Männer vom Flügelrad noch besonders erschwert dadurch, daß Züge, oder Zugteile, ober einzelne Wagen gleichzeitig auf mehreren Gleisen hin- und herrollen, die Beamten an den Weichenhebeln natürlich auch nur bei bescheidensten Lichtquellen arbeiten können. Rangierer und Hilfsarbeiter zwischen den Gleisanlagen tätig sind — dennoch alles seinen pünktlichen, gewohnten Gang gehen muß, und in der Tat nach unseren mehrstündigen Wahrnehmungen auch ordnungsmäßig verläuft. Es ist, ebenso wie im Personenbahnhof, ein gewaltiges, hohes Lied der pflichtbewußten Arbeit und des allezeit tatfrohen Einsatzes für die Gemeinschaft, das hier aus der Tätigkeit unserer Eisenbahner zu dem schauenden und zugleich seelisch empfindenden Beobachter erklingt. Es
Unsere Straßenbahner haben "es jetzt bei ihrem abendlichen Dienst besonders schwer. Stundenlang starren sie von ihrem Führerstand aus in das undurchdringliche Dunkel der Nacht, denn das spärliche Licht, das der schmale Schlitz der Verdunkelungskappe der Richtlampen .hervordringen läßt, reicht kaum aus, um auf mehr als fünf Meter Entfernung auch nur irgendetwas erkennen zu können. Mancher StraßenbahNschafsner geht nach Stunden des Dienstes in der tiefen Dunkelheit mit Kopfschmerzen nach Hause, denn die angestrengte Schau in die Finsternis kann nicht ohne Rückwirkung bleiben. Hinzu kommt, daß der Fahrplan in keiner Weise eingeschränkt werden soll und die Fahrzeiten eingehalten werden müssen, wenn nicht der ganze Fahrplan in Unordnung kommen soll. Es kann also nicht etwa langsamer gefahren werden, als zu Zeiten des hellen Taaes.
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Wer einmal nachts mit der Straßenbahn zu fahren Gelegenheit hat, wird sehr schnell die ganze Problematik erkennen, die damit verbunden sein kann. Da ist zum Beispiel zu beobachten, wie ein Fahrgast die vordere Plattform besteigt und in feinem Geldbeutel zu wühlen beginnt, bis ihm schließlich mit gutem Glück im engbegrenzten Scheine der abgedunkelten Lampe die 25 Pfennige in die Hand fallen, die die Fahrt nach Wieseck kostet. Und auf der Straße warten noch drei Fahrgäste! Dieser eine Mann, der durch sein Suchen nach dem Fahrgeld den Bettieb aufhält, veranlaßt den Fahrer unweigerlich, die nächsten Strecken
Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat durch Erlaß vom 27. 9.1939 für die Zeit vom 2.10. bis 22.10.1939 folgende Regelung getroffen:
Fleisch, Brot und Nährmittel können in den Gaststätten, Kantinen usw. sowohl auf die ausgegebenen H a u s h a l t s k a rt e n, als auch auf Reisekarten entnommen werden. Die Reisekarten werden zu diesem Zweck auf Antrag auch ohne Nachweis einer Reiseveranlafsung ausgestellt. Auch ein Umtausch von Wochenabschnitten der HaAshatts- karten in Reisekarten, die bis zum 22.10.1939 gültig geschrieben werden können, ist zulässig. Der Umtausch in Reise karten erfolgt durch die Gemeindebehörden bzw. Kartenausgabestellen.
Für Fleischspeisen, die mit Fett zubereitet sind, brauchen bis zum 22.10.1939 Einzelabschnitte der
Fettkarte nicht abgegeben zu werden. Falls ein Gast jedoch, etwa der Hotelgast, zum Frühstück reine Fettporttonen bestellen will, muß er von der' Reise- karte, die eine Reihe von Einzelabschnitten für Fette in Unterteilung bis zu 10 Gramm enthält, Gebrauch machen. Fleischgerichte in Gaststätten und Kantinen dürfen nur gegen die mit „Fleisch oder Fleischwaren" bezeichneten Abschnitte über je 50 Gramm Fleisch auf der rechten Seite der Reichsfleischkarte oder gegen die auf der Reisekarte enthaltenen Abschnitte für Fleisch über je 50 Gramm abgegeben
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
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demgemäß an zwei Charakteren, von denen der eine aus den höchsten Regionen hervorging, der andere aus den niedrigsten, anschaulich gemacht, daß das Individuum, wie herrlich und groß, wie edel und schön es immer sei, sich der Gesellschaft unter allen Umständen beugen muß, weil in dieser und ihrem notwendigen formalen Ausdruck, dem Staat, die ganze Menschlichkeit lebt, in jenem aber nur eine einzelne Seite derselben zur Entfaltung kommt. Das ist eine ernste, bittere Lehre, für die ich von dem hohlen Demokratismus unserer Zeit keinen Dank erwarte; sie geht aber durch die Weltgeschichte hindurch ..."
So steht Hebbel mit seiner Sympathie notwendig bei dem Herzog Ernst als dem Vollstrecker dieses höheren Gesetzes der Staatsraison, die nicht dulden kann, daß um eines persönlichen Glückes willen Land und Volk, dem Fürsten zu treuen Händen überkommen, den Schrecken der Erbfehde ausgesetzt werden, ja, die nicht eiymal zuläßt, daß der zur Führung Berufene sich durch persönlichen Verzicht seiner Pflicht entzieht. Eine durchaus moderne Auffassung, für die freilich der Dichter in den historisch belegten Tatsachen des Schicksals der Agnes Bernauer, an die sich Hebbel treulich gehalten hat, hinreichend Unterlagen fand.
Es klingen zwar im Drama Hebbels noch andere Motive an, die der Vorstellungswelt des 15. Jahrhunderts entsprechen. So wenn eine Rivalin der überirdisch schönen Baderstochter dieser vorwirft: „Allen machst du abspenstig, was ihnen gehört! ... Nonne und doch keine! Heilige, aber noch nicht im Himmel! ... „Ei, sei wie wir, guck auf, sprich, und es wird sich geben!" Das Ungewöhnliche, Außerordentliche erscheint der Mitwelt verdächtig, scheint ihr Teufelswerk und Hexerei, aber es ist festzuhalten, daß der Dichter dieses billige Motiv für den Unter- qanq der Agnes Bernauer nicht in Anspruch nimmt. Sein Herzog Ernst weiß sich frei von jenen populären Vorstellungen der Zeit. Er handelt nach dem Gebot der Staatsidee, aber er leidet schwer unter der Pflicht, ihr das persönliche Glück seines Sohnes und das Leben eines Menschen opfern zu muffen, den keine andere Schuld trifft, als eben da zu fein.
Hebbel schlägt auch das naheliegende und feiner eigenen Zeit sympathische Motiv der engen Derbm- dunq von Volk und Herrscher an, wenn er feinen Herzog Albrecht sagen läßt: „Wer weiß^ was geschähe wenn ich mein Volk zum Spruch aufnefe, wenn ich sagte: Seht, ich soll nicht würdig fern, euch zu beherrschen, weil mein Vater eine eurer Tochter zu sich erhoben hat, eine, die ihm am besten ms Ohr sagen konnte, was euch fehlt .. „well mir 5 im Blut liegt, euch beizuspnngen! ... Wer weiß, was sie tun werden, die alten treuen Bavaren, wenn
mein Sohn dereinst ... so zu ihnen spricht!" Aber Hebbels Herzog Albrecht ist so wenig wie der historische der Mann, der einen so revolutionären Gedanken in die Tat umsetzt, „daß das ganze Deutsche Reich zu wackeln anfängt und der große Karl zu Aachen in seinem Sarge erschrocken nach der Krone greift!" Herzog Albrecht ringt seinen Schmerz um die Verlorene nieder und beugt sich dem Gesetz der Staatsidee. Freilich die Drohung mit Reichsacht und Kirchenbann allein kann ihn nicht schrecken, aber die Weisheit des Vaters und das Beispiel seines kategorischen Imperativs der Pflicht nehmen ihn in die Schule der Erziehung zu dem Beruf des Herrschers, zu dem er geboren ist.
„Wenn das Gewalt ist, was du erleidest", so ruft der alte Herzog dem noch Trotzenden zu, „so ist es eine Gewalt, die alle deine Väter dir antun, eine Gewalt, die sie selbst sich aufgeladen und ein halbes Jahrtausend lang ohne Murren ertragen haben, und das ist die Gewalt des Rechts! ... Wir müssen das an sich Wertlose stempeln und ihm einen Wert beilegen, wir müssen den Staub über den Staub erhöhen, bis wir wieder vor dem stehen, der nicht Könige und Bettler, nur Gute und Böse kennt, und der seine Stellvertreter am strengsten zur Rechenschaft zieht. Weh dem, der diese llebereinfunft der Völker nicht versteht, Fluch dem, der sie nicht ehrt!" So ist der alte Herzog der tragische Held des Dramas, der aus dem tiefen Begreifen dieser lieber« einfunft der Notwendigkeit „das reinste Opfer" darbringen muß und „nicht fragen darf, was es ihn kostet".
Dr. Hannes Razum wollte mit feiner Regie, wie er im Programmheft andeutet, das Balladeske im Hebbelfchen Drama, das schlicht Volksliedmäßige herausarbeiten. So blieb der Akzent vielleicht länger, als es der Erkenntnis des Grundproblems dienlich war, auf der Liebesgeschichte des jungen Bayernherzogs und der schönen Baderstochter, die durch weise Zusammenraffung in ihrem ekstatischen Rausch und ihrer schmelzenden Süße wirklich wie eine Ballade gestaltet war, überzeugend und ergreifend zugleich, während das ihr entgegengestellte eiserne Postulat der Pflicht des alten Herzogs sich erst langsam aus einer kühl akademischen Atmosphäre befreien konnte, um dann freilich in der Kerkerszene zwischen Preising und Agnes scharf herauszutreten und in der großen Schlußszene auf dem Schlachtfeld vor Straubing in der Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn in großartiger Steigerung zur Entscheidung gestellt zu werden. Da hatte auch Hans Geißler als Herzog Ernst seinen großen Auftritt, bei dem er aus der fast trockenen Gehaltenheit der ersten Szenen in wuchtiger Sprache zu jener sitt
lichen Größe aufsteigt, die Unerhörtes fordert darß weil sie an sich selbst die gleiche Forderung stellt! Hans Caninenbergs Herzog Albrecht war dec strahlende, liebestrunkene junge Fürst, wie ihn Hebbel in Augsburg der Baderstochter gegenübertreten läßt, reich an Schattierungen in der letzten stillen Abschiedsstunde der Straubinger Kemenate und bann, nach dem Rasen der Schlacht, am Vater em« porwachsend zur fast stummen Ueberminbung und zum Sieg über sich selbst. Ganz einheitlich auf ihrer Linie fortschreitenb von der keuschen Schlichtheit bes liebreizenden Bürgermädchens der ersten Szenen bis zu erschütternder menschlicher Größe im Kerker die Agnes Jngeborg Riehls. Viktor von Gschmeidler gab den Kanzler Preising als überlegenen Staatsmann, aber mit warmem Gefühl für das Furchtbare des Unausweichlichen. Siegfried Lowitz war als Graf Törring unter der Maske des ironischen Spötters der seinem Herrn bis zum Tods getreue Ritter, Karl Volck, der schlichte, doch selbstbewußte und auf seinen Bürgersto^und seins Vaterehre pochende alte Bernauer. Mit ihnen vereinte sich die große Zahl der übrigen Mitwirkenden zu einem wohl akzentuierten Ensemblespiel, das den Absichten der Regie in großer Geschlossenheit Ausdruck gab. Das Bühnenbild Karl Löfflers, eine wuchtige Stadtmauer mit gotischem Bogen, Altan und Treppe, erlaubte durch geschickte Andeutungen der Jnnenräume einen schnellen Szenenwechsel, der der bewegten, sich nach der Kerkerszene noch zu äußerster Spannung steigernden Aufführung zuguts kam.
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Bevor der Vorhang sich hob leitete das StädtischS Orchester unter Stabführung von Paul W a l t e r die Eröffnungsvorstellung im festlich geschmückten Hause mit den ernsten, weihevollen Klängen der Egmont- Ouvertüre Beethovens ein. Dr. Hannes Razum als stellvertretender Intendant richtete eine kurze Ansprache an die Versammelten, in der er mit dem Vorurteil ins Gericht ging, daß das Theater nicht zeitgemäß sei, und die große Aufgabe herausstellte, zu der die deutsche Kunst und vorweg das deutsche Theater gerade in dieser Stunde berufen sei. Zuspruch, Kraft und Ermunterung wolle das Theater allen geben, die danach suchten. Der Redner schloß mit einem warmherzigen Appell, das Wollen des Theaters zu begreifen und zu würdigen. Künstler und Zuschauer gemeinsam erst machten das deutsche Nationaltheater aus, wie es erstrebt werde. — Eine erfreulich große Theatergemeinde folgte bann mit wachfenber Anteilnahme ber Aufführung des Hebbelfchen Dramas und dankte zum Schluß ergriffen dem Regisseur und seinen Künstlern für einen Abend ernster Besinnung in großer Zeit.
Dr. Fr. W. Lange,


