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(Nachdruck verboten.)
3. Fortsetzung.
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Don amtlicher Seite wird auf folgendes hinge- wiesen: ,
3n den Tageszeitungen sind vielfach Arbeitergruppen bekanntgegeben worden, die nach der Der- ordnung über die Gewährung von Sonderzulagen an Schwer- und Schwerstarbeiter als solche zu gelten haben. Diese Angaben stützen sich auf die mit der Verordnung veröffentlichten Richtlinien, in denen eine Reche von Arbeitergruppen bezeichnet ist, die für die Gewährung einer Lebensmittel- zulage in Frage kommen können. Die Aufführung in diesen Richtlinien besagt aber nicht, daß diese Arbeiter in jedem Fall Schwer- oder Schwerstarbeiter sind. Auch die in den Richtlinien angeführten Arbeiter können Lebensmittelzulagen nur dann erhalten, wenn in jedem einzelnen Falle die in der Verordnung festgelegten allgemeinen Voraussetzungen erfüllt sind, d. h. wenn die Arbeiter tatsächlich entweder dauernd schwere körperliche Arbeit oder dauernd durchschnittliche körperliche Arbeit unter
Turnzeug mit.
Fortfall der Herbstferien in Heften.
Mit Rücksicht auf den mehrfachen Ausfall des Unterrichte in den letzten Wochen und die vielerorts noch weiterhin erforderliche Unterrichtseinfchränkung kommen in den Schulen Hessens die Herbstferien für 1939 in Wegfall. Die Schule darf nur dort geschlossen werden, wo die Jugend durch Ernteeinsatz dringend benötigt wird. Bei gegebener Dringlichkeit kann der zeitliche Rahmen der üblichen Herbstferien überschritten werden. ^Der klassenweise Einsatz der Schüler und Schülerinnen unter Führung der Erzieher ist jeweils mit den zuständigen
erschwerenden Arbeitsbedingungen zu leisten haben. So sind zum Beispiel Kesselheizer nicht immer Schwerarbeiter, sondern nur dann, wenn der Kessel eine dauernde schwere Handbedienung erfordert. Ebenso sind nicht alle Schmiede Schwerarbeiter, z. B. nicht die Edelmetallschmiede. Während die Lokomotivführer der Reichsbahn aus langen Fahrten ohne Zweifel Schwerarbeiter sind, können bei Lokomotivführern größerer Jndustriewerke wegen der häufigen, zwischen den Fahrten liegenden Wartezeiten die Merkmale der Schwerarbeiter fehlen.
Um unliebsame Verzögerungen bei der Prüfung der Schwer- und Schwerstarbeiterlisten durch die Gewerbeaufsichtsämter zu vermeiden, empfichlt es sich, daß die Betriebsführer bei der Aufstellung der Listen von sich aus auch bei den in den Richtlinien aufgeführten Berufsgruppen in jedem einzelnen Falle sorgfältig prüfen, ob die Voraussetzungen der Verordnung erfüllt sind.
Leinfelder läutet am Schloßportal. Ein großer Hund bellt. Aus altem Gemäuer sprießt Frauenhaar und Hauswurz. Ein Burggraben ist auch M« verwildert und voll Rosenbüschen. Wenn die blM^ muß das eine ganz große Sache sein, denkt Lm- felder wundersam angerührt. Er ist Geschäftsmann^ das zu allererst, aber zu Zeiten — wenn er ff® Maria zusammen ist oder wie jetzt vor diesem ■ wunschenen Gemäuer — unterliegt er romanischem Stimmungen. Er gefjt auf die Fünfzig zu und V voll Betriebsamkeit und Lebensfreude. , ,
Ein Herr öffnet, barhaupt mit Einglas, in Laa- schuhen und Cutaway. Ein wenig sonderbar.
(Fortsetzung folgt.)
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Zu dem Dienst am Sonntag, 1.10., treten Mädel um 10.30 Uhr am Uhlheim an. Die gesammelte Wäsche ist mitzubringen. Die Mädel, die die Reichsjugendkämpfe noch nicht wiederholt und die das Leistungsabzeichen angefangen haben, bringen
Lebensmittelzulagen für Schwer- und Gchwerstarbeiter Ein amtlicher Hinweis.
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Roman oon maltbtr Rloepfcr Copyright öy Carl Duntftr Verlag <■ Barlin w 62
zum Ernteeinsatz in den Einsatzdörfern, da sich Ernteeinsatz auch auf die nächsten acht Tage streckt.
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Mädelgruppe 1/116.
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Umschulung auf die Kriegswirtschaft
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oder ergänzt, sondern durch in der Praxis stehende Arbeitskameraden, die als Uebungsleiter der DAF. methodisch ausgerichtet sind.
Im Vordergrund der technischen Schnellunterwei- sungen steht eine Grundschulung der manuellen Handhabung der Arbeitsvorgänge. Ein aus dem Arbeitsleben der Teilnehmer gewähltes Werkstück, ein Maschinenteil, eine Zeichnung, ein Arbeitsvorgang oder ein Akkordschein ist die methodische Ausgangs- und Durchführungsbasis des Arbeitsunterrichtes. Die gründlich vorbereitete technische Schnellunterweisung beispielsweise im Fachzeichnen erreicht zwar nicht die Vermittlung des sauberen und normgerechten Zeichnens, dafür ist die Zeit zu knapp bemessen, dagegen wird das richtige sichere Lesen der Werkstattzeichnung fraglos erreicht. Damit ist aber eine Grundschulung vorbereitet, die dem einzelnen die Arbeitsausführung erheblich erleichtert. Dieses grundsätzliche Ziel der Schnellunterweisung gilt sinngemäß auch für andere technische Fertigkeiten und Aufgabengebiete.
Nähere Auskünfte erteilen die Abteilungen für Berufserziehung und Betriebsführung der Kreiswaltungen und der Gauwaltung Hefsen-Nasiau der Deutschen Arbeitsfront in Frankfurt a. M.
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Stellen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verwirklichen. Einzelbeurlaubungen steht bei begründeten Anträgen nichts im Wege.
Oie abgelaufenen Reichs-Fleisch- und -Jettkarten.
In einem Erlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft über die Durchführung des Kartensystems für Lebensmittel wird auch die Frage geregelt, was mit den abgelaufenen Karten zu geschehen hat, wenn also sämtliche am Stammabschnitt verbleibenden „Fleisch-"Bezugsscheine abgeschnitten sind Oder aber noch nicht verbraucht sind, die Zeit, in der sie Gültigkeit hatten, aber verstrichen ist. Es heißt hierzu in einem Erlaß: „Die Ernährungsämter oder die damit beauftragten Stellen haben die abgelaufenen Karten von den Versorgungsberechtigten zurückzufordern. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit, den Verteilungsstellen diejenigen Mengen bei der Erteilung eines späteren Bezugscheines anzurechnen, die sie auf Grund von Bestellscheinen zuviel erhalten haben."
Sollte also ein Karteninhaber aus irgendwelchen Gründen nicht sämtliche Bezugscheine verbraucht haben, der Fleischer aber auf Grund der abgeliefer-
Leinfelder sieht gehorsam und bedrückt geradeaus. Lankes vertieft sich in die Feinheiten des Wagens und denkt neidvoll: so 'ne Karre möchte ich auch mal haben; der Bursche, dieser Leinfelder, stinkt vor Geld. Die Fabri drückt ihre Faust in die rechte Seite, das nimmt den Schmerz ein bißchen. Es ist eine Sache, die sie noch nie gehabt hat außer heute morgen und da viel schwächer. Der Luftzug tut ihr gut, Lankes soll rascher fahren! Allmählich läßt der Schmerz nach, vertröpfelt, wird erträglich. Die Fabri rutscht an Leinfelders Seite und legt chre Schläfe an seine Schulter.
„Das war schrecklich, Tino; wie wenn man dir mit einem Messer ..., siehst du — hier. Es wird doch nicht wiederkommen?" haucht sie mit geschlossenen Augen.
Leinfelder findet ihr Gesicht — sonst hochmütig, jetzt aber durch die Angst seltsam verwandelt und kindlich gemacht — überaus beglückend. Er atmet ihren Duft, den ihm der Wind zuweilen zuträgt, mit starkem Genuß, er hält ihre Finger, er ist wunschlos und sehr froh.
Er tröstet: „Nein, nein, das darf nicht wieder- kommen, das werden wir schon fortjagen, so ein böses Wehwehchen darf meinem Kleinen gar nichts tun, wäre ja noch schöner." Er kann sich Nicht genug tun Mit guten und aufmunternden Worten, deren kindischer Tonfall die Fabri kurios einschläfert. „Ist es nun besser? Sichst du, ich habe es ja gewußt. Was sagst du zu dem Wagen? Gefällt er dir? Er hat Radio. Auch ein Kühlschränkchen ist eingebaut, und die Polster kann man zum Schlafen umlegen. Ich werde dir das nachher vorfuhren. Und wem meinst du, daß dieses hübsche Auto jetzt gehört?" fragt er geheimnisvoll.
„Du bist so nobel, Tino. Ich danke dir", flüstert sie zwischen Angst und Schwäche.
Leinfelder genießt den Triumph des Schenkens. Zwar war diese Großzügigkeit vorhin noch keineswegs eine beschlossene Sache, aber hilflose schöne Frauen machen ihn schwach.
Wie blau dieser Aprilhimmel ist! Schaumige Wölkchen zergehen darin. Eine unvorsichtige Hummel zerschellr an der Windschutzscheibe. Der Motor,
langgestreckt und mit vielen Pferdestärken ausge- stattet, ist kaum zu hören. Eine kleine Stadt mit roten Schloten, ein Fluß, eine Brücke. Die Fabri, verträumt in sich Hinei nspürend, ob nicht eine neue Attacke im Anzug ist, wünscht inbrünstig das Reiseziel herbei. Sie wird sich dann ein wenig hinlegen. Ach, wäre sie doch nicht mitgefahren! Aber die beiden haben so gebettelt. Tino hat da in einer Zeitung etwas von einem alten Schloß gelesen, das da zum Verkauf steht. Das will er sich nun an- sehen.
Ein paar Dörfer mit rauchenden Misthaufen vor den Ställen, ein Bauernsuhrwerk aus der falschen Straßenseite, Zwischenfall und Aufenthalt Mit einer störrischen Kuh und endlich nach einer Wegkrümmung in der Ferne ein Hügel mit Burg und Giebelhäusern — Eschelbrunn nach Tinos Karte. Etwas später fahren sie im Schneckentempo durch ein mittelalterliches graues Stadttor in eine breite, behäbige Hauptstraße. Eine Gänseherde stiebt schnatternd auseinander. Ein Mann in Amtstracht schellt Neuigkeiten aus, auf der Diehwaage stehen Säcke. Die Anwesen haben braunes Fachwerk in weißem Verputz. Ein verdattertes Kind zeigt ihnen den Gasthof „Zum weißen Löwen", den man ihnen empfohlen hat.
Im Gastzimmer schält sich die Fabri aus ihrem Reisepelz, was ihren Umfang um die Hälfte verringert. Tino und Lankes stehen wie Vasallen um sie herum. Ein paar Bauern triyken Bier und gucken interessiert zu.
„Sie bleiben hier, Lankes, wenn Tino das Schloß besichtigt. Ich möchte mich eine Stunde hinlegen, irgendeine Stube wird es schon geben. Ich glaube, es fängt schon wieder an", sagt sie bekümmert.
Leinfelder geht in die Küche, wo die Wirtin hinter Kochtöpfen hantiert. „Frau Muggenthaler, Nicht wahr? Mein Name ist Leinfelder. Architekt. Da ist eine Dome mit uns, der es nicht ganz gut ist. Nichts Schlimmeres, hoffe ich. Sie haben doch sicher ein Fremdenzimmer?"
Die Wirtin geleitet die Fabri dienstbereit über eine Stiege in ihr bestes Zimmer und erzählt ihr dabei, daß in ihm schon einmal der hochwürdige Herr Bischof übernachtet hat. Dann fragt sie, was Frauen einander in solchen Fällen zu fragen pflegen, rät zu einer Wärmflasche und zu starkem Kamillentee mit einem Schuß Sennesblätter. Sie ist der feinen jungen Dame noch beim Auskleiden behilflich-, denn sie schwört auf Bettwärme und behauptet, die Bettfedern zögen das Wehding weg.
Und dann sicht sich die Fabri allein gelassen. Die Wärmflasche bereitet Druck und Mißbehagen, das Bett — zu weich, zuviel Federn — ist ungewohnt
entwässerung. Und dann macht er so Sachen. Doti» gen Sommer geht er auf der Schloßmauer spazieren, Nichts an als ein Tipfelchen Badchose. (Saat„ das sei gesund. Nun bitte ich Sie, wenn das aUr. machen würden! Letzte Woche läßt er die Laus» buben, mein Schor sch war auch dabei, Schützen" graben im Schloßhof ausheben und spendiert ihnem Bretzeln, damit sie Sturmangriffe machen. Jugend» ertüchtrgung heißt er das. Na ja, Kopfschuß, aufs der Lorettohöhe, da bleibt immer etwas zurück« finden Sie nicht auch? Mir haben sie bei Mm« zwei Finger weggeputzt. Und dann der Leistenbruch! und das Gas! Kennen Sie Maukreuz? Trotzdem gehe ich wieder hinaus, wenns pressiert, ich schon- Wie schmeckt Ihnen das Bier?"
„Ich trinke zwar selten Bier, aber..."
„Nicht wahr — prima? lieber Haferlbräu stcht! nichts drüber auf. Die tun noch was rein. Und bis Dame?"
„Das ist eine Filmschauspielerin. Maria Fabn- Haben Sie vielleicht schon gehört den Namen"
„Wir haben auch manchmal Kino hier", erklack Herr Muggenthaler nicht ohne Lokalstolz. „2m Postsaal. Ist ganz unterhaltlich. Meine Frau kcnm das Geflimmer Nicht vertragen. Fabri sagen Sier Es ist nur wegen der Anrede."
„Eine Figur, was. Ihr Großvater war der berühmte Steinacker." -
„Und Sie selbst, wenn die Frage gestattet ist?
„Ich bin Fußballer."
„Kann man denn davon leben?"
„Nebenbei schreibe ich Sportberichte", erklär!« Lankes nachsichtig. , -
„Vatter, du sollst rauskommen, die Försterin tDil ein Pfund Suppenfleisch", plärrt der Schorschl tu die Wirtsstube.
„Unsereins hat nie Ruh", jammert Herr genthaler. „Der Herr entschuldigt schon."
ten Bestellscheine so viel Vieh und Fleisch zugewie. fen erhalten haben, daß er damit auf sämtliche Bezugscheine seiner Kunden Fleisch oder Fleischwaren hätte ausgeben können, so wird chm der durch die Nichteinlösung einzelner Bezugscheine durch die Kar. teninhaber verbliebene Ueberschuß bei der nächsten Konttngentsfestsetzung ab gezogen.
Deckung suchen, wenn die Flakartillerie schießt.
In Durchführung der Luftschutzmaßnahmen wich folgende Warnung nochmals bekanngegeben:
Volksgenossen! Beachtet, daß es vorkommen kann, daß einzelne und hochfliegende feindliche Auf. klärungsflugzeuge von unserer Flakarttllerie be- schossen werden, ohne daß es notwendig war, Fliegeralarm zu geben.
In solchen Fällen haben alle Personen, die sich im Freien befinden, sofort Deckung in Häusern oder an sonstigen geschützten Stellen zu nehmen, damit sie nicht durch herabfliegende Sprengstücke unserer Flakarttllerie getroffen werden.
Fahrt in der richtigen Wagenklaffe.
In den Tagen der Zugeinschränkung haben Rei. sende mit Fahrkarten 3. Klasse ohne vorherige Zu. ftimmung des Zugschaffners in der 2. und 1. Klasse Platz genommen, während Reisende mit Fahrkar- ten der 2. und 1. Wagenklasse in der 3. Klasse um tergebracht werden mußten.
Diese Verhältnisse sind Mit der Aufrechterhaltung der Ordnung in den Zügen nicht vereinbar. Die Schaffner find daher angewiesen, die Fahrkarten nachzuprüfen. Wer Mit einer Fahrkarte für 3. Klasse in der 2. Klasse betroffen wird, kann unter Umständen zur Zahlung des doppelten Fahrpreises, mindestens eines Betrages von 3,— RM. heran« gezogen werden.
Nur Feldpostbriefe bis 250 Gramm.
Bei der PostsamMelstelle Frankfurt (Main) gehen Feldpostbriefe mit Lebensmitteln, insbesondere mit Tomaten, Pfirsichen, Zwetschen, Weintrauben usw. in beschädigtem Zustand in solchen Mengen ein, daß zur Wiederverpackung des noch brauchbaren Inhalts sechs volle Kräfte dauernd beschäftigt werden müssen. Die Beschädigungen sind darauf zurückzu- führen, daß die Briefe nach ihrem Umfang und Inhalt sowie nach der Länge der Beförderungsstrecke nicht haltbar und nicht sicher verpackt sind. Durch den abgefetzten Fruchtsaft werden andere Feldpost« Briefe durchnäßt und deren Inhalt häufig ebenfalls beschädigt. Diese Schäden müssen vermieden werden. Zur Zeit sind Feldpostbriefe nur bis 250 Gramm Gewicht zugelassen. Zur Verpackung von Gegen- ständen, die unter Druck leiden und Feuchtigkeit ab- setzen, eignen sich feste Pappschachteln, deren Hohl- räume mit aufsaugendem Stoff (Sägmehl und dergleichen) ausgefüllt werden. Zur Aufschrift ist tun« liehst nur Tinte, aber kein Bleistift oder Tintensttst zu verwenden. *
Freimachungszwang für Pakete und Postgüter.
Vorübergehend werden von der Deutschen Reichs- poft wegen der zur Zeit bestehenden außergewöhn« lichen Dienst- und Personalverhältnisse einige Post« ordnungsbestimmungen geändert. Danach wird bis auf weiteres für Pakete und Postgüter der Frei- rnachungszwang eingeführt. Ihm unterliegen nicht Pakete mit Zivilkleidung, die von den zur Wehr- macht Einberufenen herrühren, wenn die Pakete feeren Mengen bei der Post eingeliefert werden. Aus« vom zuständigen Truppenteil gesammelt und in grö> gehoben wird ferner die Bestimmung, wonach bis drei Pakete mit einer Paketkarte und 10 Postgüter mit einer Postgutkarte versandt werden dürfen. Von jetzt an ist also jedem Paket eine Paketkarte und jedem Postgut eine Postgutkarte beuufugen. Endlich muß die Zustellgebühr für Pakete, die nach den Bestimmungen grundsätzlich der Empfänger zu Entrichten hat, bis auf weiteres der Absender der Pakete vorauszahlen. Empfängern, die ihre Paket« regelmäßig auf Grund einer Abholungserklärung abholen, wird die vorausgezahlten Zustellgebühr zu« rückgezahlt.
und komisch. Die Kissen sind viel zu hoch, wahre Federtürme. Das Plüschsosa, Frau Muggenthalers besonderer Stolz, wird durch Häkeldeckchen geschont, und um den Spiegel schlingen sich Papierrosen. Alles das stört die Fabri, macht sie nervös und kribbelig, nimmt ihr die Haltung. Wenn jemand da wäre, Dino zum Beispiel oder ihr Dienstmädchen, würde sie sie jetzt anschreien und herumhetzen. Aber niemand ist da, niemand kümmert sich um sie, und so kann sie nichts tun als ein bißchen meinen.
lieber dem Bett ist eine Urkunde oder ein Diplom, das Herrn Muggenthaler bescheinigt, daß er die Metzgerprüfung vor dem unterfertigten Meister- kollegiüm mit großem Erfolg abgelegt hat. Gegenüber hängt ein Oeldruck, einen schwebenden Schutzengel darstellend, der zwei sanftgelockte artige Kinder and er $anb führt. Auch Nippsachen sind da, ein Storch, ein Liebespaar, auch ein Teppich mit phantastischen Ornamenten.
Und plötzlich wird alles weggeschluckt von einem angaloppierenden neuen Schmerz, der zischend in ihren Eingeweiden herumfährt. Die Wände stehen schief und kommen auf sie zu. Sie windet sich, sie schreit, sie zerbeißt die Kissen. Niemand hört es aus dem abseitigen, unheimlichen Zimmer.
Hans Lankes, als Sportler große Klasse, Torwart im FC. Bayerland, sitzt unterdessen in der Gaststube und langweilt sich. Die biertrinkenden Bauern am übernächsten Tisch lärmen in fremden Zungen. Was Lankes für ausbrechenden Streit hält, ist aber mir Unterhaltung. Sie kommen von einer Beerdigung, tragen feierliche Gehröcke und disputieren über die zu niedrigen Diehpreife. Lankes hat ein Bierglas vor sich, auf dessen Rand eine unternehmende Fliege kokett ihre Hinterbeine putzt. Der Wirt Muggenthaler, ein Mann von Weltkenntnissen — er war schon in Oberammergau und bei den Zweibrückener Ulanen — setzt sich zu ihm, wohl wissend, was schickt. Lankes, sorglos, stets vergnügt, ein wenig oberflächlich, läßt sich nicht ungern aus fragen.
„Der Herr, der das Schloß besichtigt? Das ist ein Bauunternehmer aus München. Reich, sag ich Ihnen, so! Bekannte Firma. Beschäftigt 800 Arbeiter und stellt die großen Luxuskästen her. Er inte refft ert sich für euer Schloß. Wie ist denn der Besitzer?"
„Herr von Depenau? Oh, ein ganz patenter Mann, nichts dawider zu sagen, umgänglich, ohne Stolz." Muggenthaler schielt nach den Dauern, dann denkt er: was liegt mir daran. Der Konsul könnte sein Fleisch ja auch bei mir holen statt beim Bürgermeister „Nicht uneben, aber ein bißchen verdreht. Hat so Ideen im Kopf. Bodenkultur, Moor-
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NSG. Durch die in diesen Wochen sich vollziehende Umstellung auf die Kriegswirtschaft wurden zahlreiche Arbeitsplätze frei, wodurch für viele Betriebe eine sofortige Umstellung des Einsatzes der Arbeitskräfte notwendig wird. Die Lücken, die häufig in den kriegs- und lebenswichtigen Betrieben, Werkstätten und Büros in der Industrie zutage treten, müssen so schnell wie möglich durch die Heimatfront ausgefüllt werden. Hier bedarf es vor allem auf den technischen Gebieten einer schnellen und gründlichen Vorbereitung für die betriebliche Arbeit.
Im Gau Hessen-Nassau hat das Amt für Beruss- exziebung und Betriebsführung in der Deutschen Arbeitsfront für diese Aufgabe seine Berufs erziehungswerke einschließlich seiner in der Heimatfront tätigen rund 800 Uebungsleiter in den Dienst der Sache gestellt. In den jetzt neu eingerichteten vier- bis sechswöchigen Schnellunterweisungen werden die in den Bettieben neu einzu- setzenden weiblichen und männlichen Arbeitskräfte an die Bewältigung bestimmter Teilarbeiten und Ferttgkeiten herangeführt. Das diesen Arbeitskräften noch vielfach fehlende fachliche Verständnis und vor allem ihre unvollständigen technischen Voraussetzungen werden nicht durch Theoretiker geweckt
;j utn. Wer jedoch regelmäßig in derselben Gast- ( atte oder Kami.re ißt, hat auch die Möglichkeit, die Abschnitte aus der linken Seite der Reichsfleischkarte zu verwenden, wenn er den Bestellschein der Reichs,leischkarte in der Gaststätte oder Kantine abgibt und jeweils die entsprechenden Abschnitte durch Lochung oder Durchkreuzen mit Kopierstift entwerten läßt.
Für die Abgabe oon Brot und Mehlspeisen gilt die Reichsbrotkarte und die Reisebrotkarte. Bei Der Verabfolgung von Mehlspeisen erfolgt die Umrechnung von Brot in Mehl im Verhältnis von 100 zu 75.
Für Speisen, in denen kartenpflichttge Nährmittel, wie z. B. Graupen, Reis, Haferflocken, Nudeln, Sago usw. enthalten sind, müssen die entsprechenden Ein^elabschnitte der Lebensmittelkarte abgegeben werden.
Die Einzelabschnitte der Reisekarten gelten auch für den Einkauf in Lebensmittelgeschäften, Bäckereien usw.
Der Leiter der Wirtschastsgruppe für das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe hat ungeordnet, daß in jeder Gaststätte ein besonders preiswertes, kartenfreies Eintopf- oder T e l l e r g e - richt bereitgehalten werden muß, das in Zukunft die Bezeichnung „Stammgericht" führt. Dieselbe Anordnung begrenzt auch die «Zahl der Vorgerichte, Suppen, Fischgerichte, Teller- und Eintopfgerichte, Salate, Süßspeisen und Kompotte. In Zukunft kann jeder Gast aus einem entsprechenden Vermerk auf der Speisekarte ersehen, welche Einzelabschnitte bei der Bestellung eines Gerichtes abzuliefern find.
Durch Ausbau und Verfeinerung des Gaststätten- rechts wird den Bedürfnissen der Berusstättgen, die dauernd auf Reisen oder auf die Verpflegung in einer Gaststätte und Kantine angewiesen sind, in Zukunft noch mehr Rechnung getragen werden. Aus sozialen und versorgungspolittschen Gründen kann jedoch auf die Einführung der Kartenpflicht in den Gaststätten und Kantinen nicht verzichtet werden.
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Roman eines Arztes". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fräulein".
Tageskalender für Sonntag.
Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr: „Der Ackermann von Böhmen"; 19 bis 21.15 Uhr: „Bezauberndes Fräulein". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Roman eines Arztes". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fräulein".
Sladltheater Gießen.
Am Sonntag, 1. Oktober, bringt das Stadttheater das musikalische Lustspiel „Bezauberndes Fräulein" zur Erstausführung. Mit der Inszenierung dieser Operette von Ralph Benatzky stellt sich Harry G r ü n e f e , der neuverpflichtete Oberspielleiter der Operette, als Regisseur und mit der Rolle des Felix als Buffo vor. Unter der musikalischen Leitung von Heinz M a r k w a r d t wirken ferner mit die Damen Duill, Fornallaz, Garbe, Leiprecht; die Herren Bley, Erler, Lowitz, Manders, Schewe, Voß. Das Bühnenbild gestaltete Karl Löffler.
Am Vormittag des 1. Oktober findet die erste Morgenveranstaltung zum Erntedankfest statt. Dr. Hannes Razum hat für diese Morgenveranstaltung das Spiel des Böhmen Johannes von Saaz „Der Ackermann von Böhmen" inszeniert. Es wirken mit Viktor v. Gschmeidler, Hannes Razum und Hans Albert Schewe. Das Bühnenbild stammt voll Karl Löffler.
Gießener Lonzertverein.
Trotz der Zeitumstände gedenkt der Gießener Konzertverein, in Uebereinstimmung mit den Anweisungen der Reichsmusikkammer, sein vorgesehenes Programm auch im kommenden Winter durchzuführen. Eine Anzahl namhafter Künstler konnten bereits verpflichtet werden. Näheres wird demnächst bekanntgegeben. Die Konzerte sollen nach Möglichkeit zu Tageszeiten stattfinden, um den Musikfreunden einen mühelosen Besuch der Veranstaltungen zu ermöglichen.
Hitler-Jugend Bann -116.
Ernteeinsatz der Hitler-Jugend.
Die vom Bann und Iungbann 116 eingesetzten Hillerjungen verbleiben auch in der nächsten Woche


