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Nr. 254 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Montag, 30. Oktober (939

Aus oer ©toM Gietzen. Ständig steigende Einlagen bei den Geldinstiinlen

Die Abhebungen von den Einlagen erheblich übertroffen^

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... umhaucht von den balsamischen Düften

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trotzdem einmal Strümpfe sofort Fußbad genom- vor Kälte und schützen ist, ist

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Ein- Von Dr.

Nebeleinwirkung häufig Ursache für Schnupfen und rheumatische Gliederschmerzen ist.

Wer dennoch von einer Erkältung gepackt wurde, soll Sorge tragen; sich ihrer schleunigst wieder zu entledigen. Einfache Erkrankungen können durch kleine Hausmittel behoben werden. Schon aus die­sem Grunde wird es gut sein, stets irgend eins der gebräuchlichen Vorbeugungsmittel im Hause zu haben und davon auch schon im gesunden Zustand Gebrauch zu machen. Bei Fieber gehört der Er­krankte sofort ins Bett, wobei möglichst bald die Hilfe eines Arztes heranzuziehen ist; denn Dauer und Verlauf einer Krankheit werden wesentlich be­einflußt von rechtzeitig ergriffenen wirksamen Maß­nahmen. Daß einVerschnupfter" darauf achten muß, seine Mitmenschen vor Ansteckung zu bewah­ren (beim Husten und Niesen Tuch vor Mund und Nase, keine gebrauchten Taschentücher herumliegen lassen!) ist eigentlich selbstverständlich, wird aber leider häufig nur zu wenig beachtet. Kinder wird man, wenn irgend möglich, nicht mit Kranken in einem Raum schlafen lassen.

Und zum Schluß: es ist richtiger, sich bei schweren Erkältungen einige Tage zu Hause zu halten und sich gründlich auszukurieren, als durch Ausübung seiner Berufsarbeit die Krankheit zu verschlimmern oder auf lange Zeit hinauszuschleppen und mit­arbeitende Menschen ständiger Ansteckungsgefahr auszusetzen. Ist doch jedes einzelnen gesunde starke Arbeitskraft wertvollstes volkswirtschaftliches Kapital, das ganz besonders heute in keiner Weife gefährdet

lichen Rückhalt Rahmen der haben werden.

Der heutige Gesichtswinkel

den entsprechenden stnanzwirtschaft- für die Erfüllung ihrer Aufgaben im kriegswirtschaftlichen Erfordernisse

Spartag zeigt also auch unter dem

Vor allem ist bei groß und klein im Herbst auf lvasserdichtes Schuhzeug zu achten. Durchlässiges Zchuhwerk oder solches mit beschädigten Sohlen darf n den Uebergangszeiten ebensowenig wie in der alten Jahreszeit getragen werden; denn nasse und alte Füße sind nur zu oft Ursache schwerer Erkäl-

Underkleidung für kühle Tage, agsüber oft noch mit leichterer men, müssen aber durch Unter- kinen wärmeren Ausgleich für

Maßhalten im Heizen (etwa 16 bis 17 Grad Cel- ius) bei Beginn der Heizperiode ist wichtig. Not- oendig ist es auch, beim Heizen für genügend- Luft- euchtigkeit (Tongefäße mit Wasser zur Verdunstung ufstellen!) zu sorgen und beim Reinigen von Ofen­eizungen auf möglichst geringe Staubaufwirbelung feuchtes Tuch auf den Aschenbehälter legen beim >iiraustragen!) zu achten. Die feinen herumwirdeln- len Staubteilchen wirken schädlich auf die Atmungs­rege und steigern die Empfindlichkeit der Schleim- äute. Für ausreichende Lüftung ist ebenfalls zu argen. Zehn Minuten Durchzug erneuert die ver­rauchte Luft schneller und wirksamer als die Oeff- rung nur eines Fensters auf längere Zeit. Das schlafen bei geöffnetem Fenster ist sehr gesund; das Zett muß aber so aufgestellt sein, daß den Scblafen- en keine Zugluft trifft. Bei naßkaltem Nebelmetter chließt man besser die Fenster nachts, da die feuchte

die zweckmäßigste Erwachsene können Kleidung auskom-

Feßler. Mit 87 Abbildungen. Verlag von Alwin Fröhlich, Leipzig N 22. Das kleine Büchlein hat feine Brauchbarkeit für Unterrichts- und Aufklä- runqszwecke bewiesen. Im Geaensatz zu den meist umfangreicheren einschlägigen Büchern über Gas­schutz beschränkt sich der'Inhall auf das unbedingt zum Verständnis auch für den Laien Geeignete, das klar und kurz in leicht faßlicher Frage- und Ant­wortform dargeboten wird.

In der SammlungSpannende Geschichten" (alle 14 Tage ein Heft für 20 Rpf., Verlag C. Ber­telsmann, Gütersloh) erschien Rudolf Schauff: Flieger über Polen. Der Verfasser schildert die Erlebnisse ostpreußischer Flieger, die an allen Brennpunkten gegen Polen eingesetzt waren, ins­besondere an der Zerstörung polnischer Flugplätze, wichtiger Eisenbahnknotenpunkte und anderer mili­tärischer Anlagen. Wir hören von den blitzschnellen Angriffen der Sturzkampfflieger und den Lust- kämpfen über Warschau bis zum letzten Einsatz unserer Flieger an der Bzura, wo die Reste der polnischen Armee vernichtet wurden.

lifchen Kriegshetzer.

Gasschutz ... Gashilfe gegen G gase!" Merkbüchlein für Nothelfer bis zum □reifen des Arztes. In Frage und Antwort. Obermedizinalrat Dr. Ruff und Univ.-Prof.

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das Frühstück ..."

Ist es ein englisches Frühstück?" forschte

fassung ist falsch. Nach den geltenden Vorschriften sind vielmehr alle Abschnitte der Brotkarte, auch die großen, beim Brötchenoerkauf anzunehmen. Das bedeutet vor allem eine Erleichterung der Karten­verrechnung in den Fällen, in denen das Frühstück ins Haus geliefert wird und die erforderlichen Kartenabschnitte am Wochenbeginn gleich für die ganze Woche abgegeben werden. Entsprechendes gilt beim Zwieback oder für Knäckebrot. Zu beachten ist nur, daß nach einer Anordnung der Hauptoereini­gung der deutschen Getreidewirtschaft auf 100 Gramm Brotkartenabschnitt wegen des Ausback­verlusts nur 92 Gramm Brötchen oder 80 Gramm Zwieback oder 70 Gramm Knäckebrot abzugeben sind.

Bei der Fleischkarte sehen die eindeutigen Be­stimmungen vor, daß der Verbraucher Fleischwaren, insbesondere Fleisch oder Wurst, ebenfalls auf jeden Kartenabschnitt und nicht nur auf die Teil­abschnitte der rechten Seite beziehen kann. Der Reichsinnungsverband des Fleischerhandwerks weist im übrigen darauf hin, daß der bei den Fleische­reien von jeher vorhanden gewesene bestimmte Kundenstamm sich durch das Kartensystem vielfach verstärkt und vergrößert hat. Der Stammkunde ist heute in den Fleischereien die Regel geworden. Dennoch braucht der Kunde selbstverständlich nicht die Bestellscheine für seine Reichsfleischkarte und seine Reichsfettkarte in ein und demselben Geschäft abzugeben. Der Fleischermeister darf nicht die An­nahme des einen Bestellscheins von der gleichzeitigen Ablieferung des anderen abhängig machen.

Neue Tankausweiskarten und Mineralölbezugsscheine.

Amtlich wird bekanntgegeben: Die Tankausweis­karten und Mineralölbezugsscheine Serie M ver­lieren am 31. Oktober 1939 ihre Gültigkeit. Ab 1. No­vember 1939 darf Kraftstoff nur noch auf Tankaus­weiskarten und Mineralölbezugscheine Serie N be­zogen werden. Die Aushändigung der Tankausweis­karten und Mineralölbezugscheine Serie N kann ab

Büchertisch.

Der letzte große Abschnitt im Handbuch der geographischen Wissenschaft" (Modem. Verlagsges. Athenaion in Potsdam, herausgeg. von Professor Dr. Klute (Gießen), behandelt das Deut­sche Reich. (Professor Dr. W. Volz (Leipzig) schrieb das Einleitungsbapitel.) Die Schilderung bringt uns die Universalität Deutschlands, die Viel­falt dieses Begriffs in wissenschaftlich klarer und konzentrierter Weise nahe. Die gleichzeitig erschie­nenen Lieferungen aus anderen Gebieten bringen eine fesselnde Darstellung von Professor W. Cred- ner (München) über Hinterindien besonders auf­schlußreich sind die Ausführungen über die Völker und ihre Lebensformen. In der Fortsetzung des I. Bandes derAllgemeinen Geographie" baut Pro­fessor Dr. W. Behrmann (Frankfurt a. M.) die Grundlagen geographischer Wissenschaft weiter aus.

werden darf.

Klarstellung um die Brot- und Fleischkarte.

In der Praxis sind verschiedentlich noch

Kampf i# Münch^i-

Nein", erwiderte ich energisch,jetzt lese ich!! Später, wenn ich fertig bin, kannst du das Blatt haben."

Der Maharadscha", meuterte Teresa,gab der Maharani immer ..

Jawohl,' aber die Maharani hat auch niemals die Zeitung so zerpflückt wie du."

Wenn ich nun", fragte Teresa nach längerem Schweigen,wenn ich nun nie, nie wieder deine Zeitungen in Unordnung bringe ... gehst du dann auch auf eine einsame Insel, wenn ich sterbe???"

Ich versprach es?

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Englands Maske i st gefallen (Völ­kischer Verlag, Düsseldorf.) Als ein Feind der Neu­tralen und ein wortbrüchiger Partner seiner Ver­bündeten, svürt der Brite die Vernichtung Polens als einen Schlug ins Gesicht. Der Engländer weiß, daß feine Piratereien an allen Ecken und Enden der Welt vorbei sind. Die silbernen Kugeln der jüdischen Hochftnanz und die heuchlerische Maske der englischen Lords verfehlen chre Wirkung. Die treibende Kraft aller Verbrechen, die England auf fein Schuld ko nto geladen, ist der Jude. Diese Schrift ist volksaufklärend geschrieben und entlarvt die

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) Tor,» und in en Els, enivech. ^ns H. 'chrvarzr jetbung,

Heiken über die Verwendung der Brot- und karte aufgetaucht. So sind manche Bäckermeister der Ansicht, Kleingebäck, also Brötchen, könne nur auf die kleinen 50-Gramm-Abschnitte der Brot­karte, Zwieback nur auf bestimmte Abschnitte der Kinder-Brotkarte abgegeben werden. Diese Auf-

ungskrankheiten. Bekommen wir alte Füße, so müssen Schuhe und ewechselt, und es muß ein heißes len werden. Daß auch der Kopf ar allem Regen ausreichend zu elbstverftändlich.

interessiert.

Teresa sah mich gramerfüllt an.Es wäre englisches Frühstück gewesen", sagte sie traurig, wenn du nicht darauf bestanden hättest, daß Ma-

, , des Sparers ein sehr erfteuliches Bild der Entwicklung, die den Sparern ein neuer Anreiz fein wird, auch weiterhin durch Einlagen bei den Geldinstituten der Wirtschaft zum Nutzen der Gesamcheit immer neue Mittel zuzuführen.

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oder Ueberkleidung , , die früheren Mor­ien- und kühlen Abendstunden schaffen.

fremdartiger Blumen!"

Teresa nickt zustimmend.In köstliche Gewänder gehüllt, mit Perlen und Edelsteinen geschmückt, be­tritt der Maharadscha nunmehr die Terrasse,

30. Oktober 1939 bei den Wirtschaftsämtern bean­tragt werden. Tankausweiskarten für Dieselkraftstoff, die auf Liter lauten, berechtigen zum Bezug der angegebenen Menge in Kilogramm.

Die Kraftstoffzuteilung wird nur für lebenswich­tige Zwecke erfolgen. Insbesondere wird bei der Er­teilung von Tankausweiskarten für Personenkraft­wagen der strengste. Maßstab angelegt werden. Von jedem Kraftwagenbesitzer wird erwartet, daß er den Wagen nicht zu privaten Zwecken, insbesondere nicht zum Besuch von Gaststätten, Theatern oder Aus­flugsorten benutzt. Auch für berufliche Zwecke dürfen die Wagen nur benutzt werden, wenn das Ziel nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden kann. Wer mit Kraftstoff nicht sparsam umgeht, muß erwarten, daß er von dem KrHtstofsbezug völlig aus- geschlossen wird.

Vornotizen.

Tageskalender für Ittonfag.

Gloria-Pala, Seltersweg:Seinen aus Irland". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Fasching".

Vergütung für die Inanspruchnahme von Lastkraftwagen.

Mit Wirkung vom 1. November 1939 werden durch Runderlaß des Reichsmimsters des Innern die Vergütungssätze für die Inanspruchnahme von Lastkraftfahrzeugen (Lastkraftwagen, Sattelschlepper, Zugmaschinen) und Anhängern auf Grund des Reichsleistungsgesetzes durch Bedarfsstellen außer­halb der Wehrmacht abgeändert. In Zukunft sind für die durch die Fahrbereitschaftsleiter zugewiese­nen Fahrzeuge im Güternahverkehr keine höheren Beförderungspreise zu zahlen als sie vor dem 1. September 1939 im freien Wirtschaftsverkehr galten. Jrn Güterfernverkehr bestimmen sich die Vergütungssätze nach den vom Reichsverkehrs­minister bestimmten Tarifen. Damit ist dafür Sorge getragen, daß durch die Verknappung der Lastkraft­fahrzeuge grundsätzlich keine erhöhte Belastung der Wirtschaft mit Fuhrkosten eintritt.

Kaufleute aus den freigemachten Ge­bieten, meldet Euch!

Alle selbständigen Kaufleute aus den fteigemach­ten Gebieten, die zur Zeit an anderen Stellen des Reichs untergebracht find, werden aufgefordert, sich bei ihrer Berufsorganisation zu melden, ,bre sich mit ihnen in Verbindung fetzen will. Es genügt die Absendung einer Postkarte, die sowohl die Hei­matadresse, gls auch die jetzige Anschrift enthält. Diese Meldung ist für die Rückgeführten aus der Saarpfalz an die Wirtschaftskammer Saarpfalz, Abt. Handel, Neustadt/Weinstraße, Schillerstraße 36, zu Fichten. Die Kaufleute werden gebeten, auch Be­kannte aufmerksam zu machen. In der Nachricht an die Wirtschaftsbammer ist zu vermerken, ob die Betreffenden zum Einzelhandel, zum Großhandel, zum ambulanten Gewerbe ufw. und zu welcher Fachgruppe sie gehören.

Kaninchenzucht zur Verbreiterung der Kleischgrundlage.

Der Gießener Kaninchenzuchtverein führte am Sonntag imBurghof" unter der Leitung seines Vereinsvorsitzenden und Kreisfachschaftsleiters Kreiling eine Tischbewertung durch. An der Tischbewertung, die verhältnismäßig gut beschickt war, kam das sonst bei den Herbstbesichtigungen vorgefundene gute Tiermaterial zur Ausstellung. Die Bewertung führte der bekannte Richter I. H o e v e l, Frankfurt-Schwanheim, durch, der sich

Stets muß die Kleidung dem Wetter angepaßt werden. Es ist falsch, immer dick vermummt, in Wolle eingepackt, einherzulaufen; man gerät nur unnötig ins Schwitzen und hat durch jeden gering- ügigen Luftzug einen Schnupfen weg. Notwendig ft es aber, sich durch wärmere Unterkleidung der ühleren Witterung anzupassen. Man muß beson­ders darauf achten, die Kinder jetzt noch nicht zu warm anzuziehen. Kinder tummeln sich im Freien meist lebhaft herum, sind also der Gefahr einer Ileberhitzung und plötzlicher Abkühlung bei einem Stillstand in ihren Spielen mehr als Erwachsene ausgesetzt. Ein Trainingsanzug, luftdurchlässig und legen Wasser imprägniert, ist *'

haradschas füllig wären!"

Schade", seufzte ich.könnte man nicht hin und wieder ... wo man doch im Orient ein anderes Schönheitsideal ...?"

Es tut mir leid", unterbrach mich Teresa kalt, der Maharadschah trinkt Tee und ißt dazu frische Brötchen."

Mit Butter und Honig!" schlug ich vor. Nein", sagte mein Weib rachsüchtig.Trocken! Ich versuchte, ihr klarzumachen, daß sie den Maharadscha mit dieser Art von Frühstuck grund­legend verärgern würde, aber es war nichts zu machen.

Ich schwieg verstimmt. .

Nach dem Frühstück arbeitet er dann em biß­chen!" verkündete Teresa.

Arbeiten???" fragte ich unangenehm berührt.

''Na ja, regieren und so ..." Teresa machte eine unbestimmte Handbewegung.

Mit allen Perlen?" fragte ich entsetzt.

Gewiß", nickte sie stolz,ein Kilo Perlen und anderthalb Kilo Diamanten." (Offenbar wollte sie sich nicht lumpen lassen.)

-ich stellte mir vor, wie der Arme also geschmückt, mit dem kärglichen Frühstück im Mag-n bei der Hiße regierte, und wunderte mich keinen Augenblick mehr, daß der Mann die Sache satt hatte und auf eine einsame Insel wollte.

Ich sagte das Teresa, auch, daß ich die Langmut sP6 Maharadschas bewunderte, weil ich. meiner­seits, dies Hundeleben bereits vor dem Mittagessen satt 'haben würde. ., , . c f '

Teresa nahm es übel, sie sagte, ich.1«. faul unb qefräßig und daher unfähig, die, ethischen Ziele ernsthafter Männer zu begreifen. .

Begreiflicherweise fühlte ich danach keinerlei Ver­langen mehr, die Unterhaltung mit ihr fortzusetzen ergriff die Zeitung und zog mich m einen Sessel u?ück Allwo ich Gelegenheit hatte Bettachtungen über die weibliche Gründlichkeit bet der Lektüre

»du h°st nichts banon erwähnt, baß der Maharadscha sich non ber Me t mrücksi-hen will, weil seine Frau gestorben ist. Das verändert boch bi- Sachlage mit einem Schlage. Ich meine, bu solltest bem Mann baraushin Nichts >»«« bi" ich n°ch gar nicht gekommen, zeig mal! Und sie fleckte die Hand aus, um die Zeitung wieder zu entreißen.

Der heutige Spartag zur Vertiefung des Spar­gedankens in unserem Volke läßt die Entwicklung der Einlagen und der Abhebungen bei den Geld­instituten gerade im Hinblick auf die jüngsten 3Jto-- nate besonders in den Vordergrund treten. Das Wo, das sich in dieser Hinsicht im Gießener Wirt- schaftsbezirk bietet, und das in Uebereinftimmung steht mit der Gesamtentwicklung im Reich, ist außerordentlich erfreulich, da es das volle Ver­trauen unserer Volksgemeinschaft zur Staatsfüh­rung und die disziplinierte Haltung der Sparer und Geldeinleger auch während der politischen Hochspannung und teilweisen wirtschaftlichen Um­schichtung im Verlaufe der letzten Monate doku­mentiert.

Bei einer Umfrage bei den Geldinstituten in Gie­ßen, die für den Gießener Wirtschaftsbezirk maß­gebend sind, wurde uns übereinstimmend erklärt, daß sich bei ihnen die Einlagen und Abhebungen in durchaus normalen Bahnen entwickeln. Auch in den bewegten Tagen unmittelbar vor und nach dem Kriegsausbruch hat sich an dem normalen Verlauf des Geschäftsganges nichts geändert. Es wurden zwar in jenen Tagen gewisse Abhebungen vorge- nomme-n, die sich aber in völlig normalem Aus­maß hielten und lediglich dem Zweck dienten, den Erfordernissen des dringlichen Tagesbedarfs zu die-

Der Schah in der Handbarnwnika.

In den Landorten Lettlands ist es das Ziel des Ehrgeizes manches Bauernburschen,Harrnonika- König" zu werden. So ein König wird umschmei­chelt von den Mädeln und fteigehalten von den Burschen, denn von ihm hängt es ab, ob getanzt werden kann. Die Tänzer sind in den kleinen Dör­fern fast ausschließlich auf dasSchifferklavier" an­gewiesen. Wer das schönste Instrument dieser Gat­tung besitzt und ihm recht laute Weisen zu entlocken versteht, der ist derHarmonikä-König" des Ge­bietes und wird auch von den Nachbardörfern zu Gastspielen geladen. In einem Dorf an der litau­ischen Grenze hatte kürzlich ein Bauernbursche im Wettstreit um die Königswürde alle Rivalen glän­zend geschlagen. Er hatte es sich fteilich auch etwas kosten lassen, war nach Mitau gefahren und hatte dort in einem jüdischen Kramladen das größte In­strument garantiert ausländisches Fabrikat er­standen. Die Inhaberin hatte ihm einen ansehn­lichen Preis angenommen und dabei geschworen, ihr Mann werde sie bei der Heimkehr von feiner Geschäftsreise verfluchen, weil sie dasPrachtinsttu- ment" so billig abgegeben habe.

Unser Harmonikakonig feierte beim Tanzvergnü­gen Triumphe, aber mitten im rasenden Polkawir- bel gab es ein Unglück. Ein temperamentvolles Paar kam ins Rutschen und riß den Spieler um. Ein kräftiger Stiefelabsatz zerstörte das fchöne In­strument, und wütend hob derKönig" die Trüm­mer seiner Harmonika vom Boden auf. Aber da gleißten und glitzerte es in dem offenen Balg. Wahr­haftig, da kamen sechs mit kleinen Brillanten be­setzte goldene Damenuhren zum Vorschein. Die ganze Tanzgesellschaft bewunderte den Schatz. Zum Unglück für den Harmonikaspieler war auch der Gemeindevorsteher dabei, der mit strenger Amts­miene erklärte, die Uhren seien offenbar Schmugg­lerware und hiermit polizeilich beschlagnahmt. Der Jude im Mitauer Kramladen schwor beim Erschei­nen der Obrigkeit hundert heilige Eide, daß er keine Ahnung von dem Schatz in der Harmonika gehabt habe. Er warf dabei aber recht grimmige Blicke auf seine Frau. Die hatte also doch recht gehabt mit der Voraussage, daß ihr Mann sie. wegen des , Verkaufs verfluchen werde. Ndz. ,

nen, wie er sich im Zusammenhang mit mancherlei notwendigen Anschaffungen von selbst ergibt. Die Einlagen bei den Geldinstituten flössen unverändert weiter, und sie haben sich gerade seit Anfang Sep­tember ununterbrochen gesteigert, sodaß sie, da die Abhebungen sich weiterhin in normalen und engen Grenzen halten, diese erheblich übersteigen.

Die Entwicklung bei den Geldinstituten ist also ausgesprochen stabil und gibt allen Anlaß, dem weiteren Geschäftsverlauf mit aller Zuversicht ent-, gegenzusehen. Der ständige Anstieg der Einlagen bei gleichzeitig weit geringeren Abhebungen gewähr­leistet eine Geldflüssigkeit, die für das- Wirtschafts­leben auch im Gießener Bezirk fruchtbare Auswir­kungen erwarten läßt und die Gewähr bietet, daß unsere heimischen Betriebe zu jeder Zeit bei den Geldinstituten '

als Jahreszeit der Erkältungen.

Husten und Schnupfen, Heiserkeit, Verschleimung und Entzündung der Lungen sind die gefürchtesten Herbstkrankheiten. Mancher meint zwar, er müsse Husten und Schnupfen als unvermeidliche Begleit­erscheinung der Uebergangszeit hinnehmen, nimmt also einenharmlosen Schnupfen" geduldig in Kauf und bemüht sich nicht einmal, durch vernünftige vor- Ibeugende Maßnahmen solche Saisonkrankheiten zu vermeiden. An sich ist nämlich auch ein Schnupfen durchaus nicht eine soharmlose" Erkrankung. Maa er auch vielen Menschen nicht mehr als ein lästiges liebel sein, das schnell vorübergeht, so werden doch andere von ihm bis zur schweren fieberhaften Ent­zündung befallen. Mag von dem Einen die schwä­chende Wirkung eines Schnupfens sehr schnell über­wunden werden, so hat ein anderer sich sehr lange mit den nachteiligen Folgen zu plagen. Und die an­steckende Wirkung eines Schnupfens ist jedem zur Genüge bekannt, sei es nun, daß man in der Fa­milie, in der Schule oder im Büro seineWander­schaft" zu beobachten Gelegenheit hat.

Der Maharadscha.

Von E. Lechner

Teresa saß auf dem Teppich und las die Zei­tung. Sie las sie in der verabscheuungswürdigen 8lrt, in der Frauen Zeitungen zu lesen pflegen, d h. sie warf die einzelnen Blätter durcheinander, wühlte ein bißchen darin und verstreute schließlich alles rings auf dem Fußboden. Es ist erstaunlich, was eine Frau auf diese Weise aus einer einzigen Zeitung zu machen versteht.

Teresa also las eine Zeitung.

1Jackie", sagte sie plötzlich,der Maharadscha von Gastar will Einsiedler werden! Er verhandelt be­reits über den Ankauf einer einsamen Insel im büd-Atlantik!"

Ich warf einen wehmütigen Blick auf die zer­rupfte Zeitung, überdachte blitzschnell die zukünf­tigen Chancen des Maharadschas hinsichtlich seiner Leitungen und nickte anerkennend.Sehr vernünf­tig von dem Mann!"

Ich zuckte die Achseln um anzudeuten, daß ich ts nicht wisse.

Hach", seufzte Teresa,so'n Maharadscha hat toch den Himmel auf Erden!"

Soo ...?"

Jedes Kind weiß das!" belehrte mich mein 'Reib.Beispielsweise die Elefanten, biß. er jeden borgen reitet, während andere Leute ins Büro wüsten ... Weiße Elefanten, mit rotem Leder auf- S-zäumt ... Dazu die Dschungel im Glanzder Morgensonne ... mit Orchideen und Kolibris!"

Ich stellte mir vor, wie der' Maharadscha da so Morgen für Morgen herumritt und fing an, die Tuche nicht übel zu finden.

Nach Hause zurückgekehrt, habet der Maha- wbscha seine schlanken, braunen Glieder ..."

Wieso schlank?" unterbrach ich Teresa,Ma- i fjoradschas sind füllig!"

Meine find schlank!" erwiderte sie streitsüchtig. ,Sei nicht unvernünftig, mein Juwel", mahnte ich;jedermann, der etwas davon versteht, weiß, dvß Maharadschas füllig sind; man darf die Phan- ; ta'ie seiner Zuhörer nicht überanstrengen!

, Teresa schmollte.Also gut: Der Maharadscha tobet seine braunen Glieder in einem weißen Mar- inarbassin; es liegt, vom Sonnenlicht, übergossen, s inmitten schatttger Gärten!"

So", sagte Teresa pikiert,bu findest vernünftig."

Gewiß", erroiberte ich,auch Karl V. fitöfter!"

Teres« raschelte kampflustig mit dem, was sie aus b:r Zeitung gemacht hatte.Wo kämen wir da hin", rief sie, ohne sich weiter bei Karl V. aufzu- Allten,wo kämen wir da hin, wenn jetzt schon bie Maharadschas anfangen wollten, sich von ber | 35>elt zurückzuziehen?"

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