sondern um festzustellen, daß die Erkenntnis von der Gemeingefahrttd)feit der durch Versailles in Osteuropa deponierten Sprengstoffe in den führenden Kreisen gerade Englands stets wach und bewußt gewesen ist. Diese Feststellung ist deshalb nötig, weil der jetzige Regierungschef desselben Englands feit mehr als einem halben Jahre den Anschein zu erwecken versucht, als kenne er nicht genau die zahlreichen Bekundungen führender englischer Staatsmänner, Politiker und Publizisten über die tatsächliche englische Uninteressiertheit an dem gesamten Kor- rtdorproblem.
Mit anderen Worten, die englische Regierung Chamberlain-Halifax liefert mit ihrer seit dem Frühjahr betriebenen plötzlichen Polen-Politik selbst den Beweis, daß sowohl ihr neuzeitliches Sonderinteresse an Polen als auch die von ihr selbst geschaffene Garantie und Beistandsverpflichtung eine reine Gewaltkonstruktion aus nur machtpolitischen Motiven ist. Die ganze Haltung Englands erklärt sich ausschließlich durch die Ver- steisung auf die Grundsätze des Versailler Diktates, an deren Folgen auch diejenigen mit zu tragen und 3U verantworten haben werden, die 20 Jahre lang die ausschließliche, unbestrittene Macht in Europa hatten, und doch keinen Finger rührten, um die heutige ernsteste Krise in Europa zu vermeiden. Sie setzten im Gegenteil die ihnen verbliebene Macht restlos ein, um diese Krise heraufzubeschwören. Ja, was ein Churchill selbst unumwunden „Ungerechtigkeiten" nannte, das nennt heute etwa ein Dalader „Kampf gegen die Ungerechtigkeit"!
Die Entwicklung ist längst darüber hinaus, daß nur die Zustände in Polen und im Korridor unhaltbar geworden sind. Die Lage in Europa ist — durch England, wie es der Stellvertreter des Führers eben noch feststellte — unhaltbar geworden. Eine kleine Nation, die nach dem Urteil eines Lloyd George sich noch niemals selbst zu regieren verstand, ist außerhalb jeder Rechtsgrundlage gegenüber Großdeutschland von der Provokation zur offenen Kriegshandlung, vom Einzelmord zu Metzeleien, von Einzelmaßnahmen zu Aufmärschen geschlossener militärischer Verbände mit dem Zweck des Angriffs übergegangen. Deutschland seinerseits, alleiniger Träger aller Opfer und Entsagungen von 1919 bis 1933, alleiniger Träger auch unzähliger Vorleistungen und praktischer Befriedungspläne in diesen vergangenen 6% Jahren, hat auch jetzt wieder Tag um Tag, Stunde um Stunde Opfer auf Opfer gebracht und bringt diese Opfer noch jetzt mit jedem einzigen aus Polen geflüchteten Volksdeutschen, mit jedem dort Mißhandelten, Verletzten, Hungernden, Gemordeten!
Drüben ein bunt zusammengewürfelter Nationalitätenstaat, dessen Bevölkerung nur zum kleineren Teil hinter einer Regierung von Bankerotteuren steht und dabei das Bewußtsein der Fragwürdigkeit ihrer ausländischen Beziehungen hat, einschließlich der Unterschrift des englischen Außenministers unter dem Beistandspakt — hier der eherne Block eines in sich geschloffenen 80-Millionen-Volkes, das nichts weiß von dem Strohfeuer einer flüchtigen Hurrastimmung, aber um so mehr weiß von jener inneren Ruhe und festen Entschlossenheit, wie sie in dieser Größe nur ein Adolf Hitler zu schaffen ver- mag.
Wiederum zeigt sich in diesen Stunden, welchen entscheidenden Wert zwei Dinge hohen, die außer uns kein anderes Volk hat, die überlegene Führung, die seit 6% Jahren selbst in schwierigsten Situationen die Lage meistert, und eine Volksgemeinschaft, die durch die national- sozialistische Schulung gegangen ist. Der Führer, der uns das Hakenkreuzbanner voranträgt, braucht sich noch nicht einmal nach uns umzuwenden — er weiß auch ohnedies, daß wir ihm um so entschlossener folgen, je ernster die Lage und je schwerer seine Entscheidung ist. B. R.
Oer Pfundsturz setzt sich fort.
Starkes Anziehen
der Gold- und Silberpreise in London.
Berlin, 28. August (DNB.) Der am letzten Freitag einsetzende Sturz des englischen Pfundes kam noch nicht zum Stillstand. Am Londoner Devisenmarkt zeigte sich daher nach wie vor große Nervosität. In den ersten Vormittagsstunden waren überhaupt nur nominelle Kurse zu hören. Später notierte man das Pfund gegen den Dollar mit 4,20 bis 4,15, während vergangenen Donnerstag der Kurs 4,68 lautete. Damit weist das Pfund bereits in diesen wenigen Tagen eine Entwertung von mehr als 10 v. H. auf. Parallel mit bem Pfundsturz läuft die Steigerung des Goldpreises auf immer neue, bisher noch nie zu verzeichnende Rekordhöhen. So stieg der Goldpreis am Montag auf 161 sh je Unze fein, während man am Samstag 155 sh und am vorigen Donnerstag nur 148/5 sh zu zahlen brauchte. Da Gold praktisch am freien Markt nur mit Genehmigung zu haben ist, ist gleichzeitig auch die Nachfrage nach Silber stürmisch gestiegen, dessen Preis sich ebenfalls wesentlich erhöht hat. Kennzeichnend für die unsichere Lage im englischen Finanzwesen ist auch ein Verbot des 'Handels in gewissen überseeischen Wertpapieren an der Börse durch das Schatzamt. Ferner wurde eine Verordnung erlassen, die das Derfügungsrecht über Papiere in amerikanischer, argentinischer, belgischer, französischer, holländischer, kanadischer, norwegischer, Schweizer und schwedischer Valuta e i n s ch r ä n k t. Die Papiere müssen bei der Bank von England innerhalb eines Monats angemeldet werden, sie dürfen ohne besondere Genehmigung des Finanzministeriums weder veräußert noch an einen anderen Ort gebracht werden.
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In Amsterdam ist das englische Pfund am Montag im vorbörslichen Wechfelmarkt unter acht Gülden gesunken und notierte 7,92‘/2 bis 7,97V».' (Das ist nach deutschem Kurs etwas über 10 RM.) Der niedrigste Kursstand betrug kurz vor Mittag 7,85.
Schweden löst sich vom englischen Pfunh
Stockholm, 29. Aug. (Europapreß.) Eine gewaltige Ueberraschung für die schwedische Bevölkerung bedeutet die Abkehr Schwedens vom englischenPfund. In den späten Nachmittagsstunden des Montags wurde vom schwedischen Finanzministerium sämtlichen Banken, Geldwechselstuben und Reisebüros, sowie den schwedischen Schiffahrtsgesellschaften der weitere Ankauf des englischen Pfundes untersagt. Tausende von e n g l i s ch e n T o u r i ft e n , die zur Zeit in Schweden weilen, werden durch diese Maßnahme in B edcängnis gebracht. In den Wech
selstuben, auf den Bahnhöfen und in den Reisebüros versuchen die Engländer und andere Ausländer mit englischem Geld, wenigstens ein oder zwei Pfund zu wechseln, um Schweden verlassen zu können. Da die von Schweden nach England verkehrenden Schiffe infolge der internationalen Spannung bereits seit Tagen voll belegt sind, wird die Abreise der Engländer weiter erschwert. Das englische Pfund, das noch am Samstag der vergangenen Woche über zwanzig schwedische Kronen wert war, sank am Montag im Schwarzhandel unter zehn Kronen.
England trifft Sicherheitsmaßnahmen.
London, 28. August (DNB.) Die britische Regierung hat eine Denkschrift veröffentlicht, die eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Unterhaltung und Sicherung des Staates, der Schiffahrt, Luftfahrt und Versorgung enthält. So wird u. a. Engländern verboten, mit Personen Beziehungen aufrechtzuerhalten, von denen man annehmen könnte, daß sie den Feind unterstützen. In bestimmten Gebieten kann das Photographieren verboten werden, ebenso wie das Betreten dieser Gebiete untersagt werden kann. Die Bestimmungen sehen weiter die Verhinderung einer Storung von Rundfunk, Telephon und Telegraph vor und enthalten Maßnahmen zum Schutze von Informationen, die für den Feind von Bedeutung sein könnten. Geheimmeldungen auf dem Chiffrewege sind daher nur noch mit staatlicher Genehmigung möglich. Reisende, die nach England kommen, dürfen durchsucht werden. Kein britischer Untertan darf ohne besondere Genehmigung feindliches Gebiet, feindliche Schiffe oder Flugzeuge betreten. Die Regierung erteilt Vollmachten zur Abschneidung der Versorgung von Elektrizität, Gas und Wasser. Der Land- wirtschaftsminister kann anordnen, daß Land nicht anderer Benutzbarrnachung zugeführt werden darf, es sei denn mit besonderer Genehmigung.
Irland betontseineNeutraiität
Keine Dienstpflicht
irischer Staatsangehöriger in England.
Dublin, 29. Aug. (DNB. - Funkspruch.) Das offizielle irische Informationsbüro teilt mit, daß die Stellung, die de Val er a im Dail der Neutrali- tätsfrage gegenüber eingenommen habe, auch heute noch als richtungsweisend und verbindlich anzusehen sei. Dasselbe gelte für seine Ansicht von der Wehrpflicht der in England lebenden Iren. Ihr Land gestehe den Engländern keinerlei Recht zu, die in England lebenden irischen Staatsangehörigen zur Dienstpflicht einzuberufen. Diesen Iren in England sei von der irischen Regierung empfohlen worden, sich mit irischen Pässen zu versehen, die bislang für einen Aufenthalt in England
nicht erforderlich waren. Am Montag setzte, wie weiter berichtet wird, ein Ansturm auf das Büro des Kommissars für Irland, Dulanty, ein. Es wurden an einem Tage über 150 irische Pässe ausgestellt, die ihre Besitzer vor einem Ruf zu den britischen Waffen schützen sollen.
Eine einstweilen noch strittige Frage ist die Lage, in der sich d i e irischen Schiffe befinden, da die grün-weiß-orangefarbige Trikolore Irlands als internationale Handelsflagge noch nicht anerkannt ist. Die Transport-Marineabteilung des irischen Handelsministeriums erklärt, daß die'irischen Schiffe dem irischen Staat gehörten und genau so wenig wie Schisse irgendeines anderen neutralen Staates von der Verordnung der britischen Admiralität betroffen wurden.
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Der Nordirische Rat für die Einigung Irlands in Belfast hat sich an Roosevelt mit der Bitte gewandt, seinen Einfluß bei England einmal für d i e unterdrückten Iren einzu- setzen. Das Telegramm des Nordirifchen Rates lautet: „Großbritannien hält die Iren Nordirlands immer noch mit Gewalt zurück und gestattet eine Tyrannei, die ihresgleichen im heutigen Europa nicht hat. Das irische Volk rechnet auf Ihre Hilfe bei der Beseitigung dieser Verletzung seiner Rechte." Oie Neutralität des Nordens
Dänemark hält seinen Handel normal aufrecht.
Kopenhagen, 28. Aug. (DNB.) Der dänische Außenminister Dr. Munch erklärte einem Vertreter des Reuterbüros: Wir sind fest entschlossen, unsere Neutralität in jedem Kriege zu berpahren, und wir sind überzeugt davon, daß wir es auch tun können. Der Minister gab weiter der Hoffnung Ausdruck, daß Dänemark seinen Handel sowohl mit Großbritannien als auch mit Deutschland in normaler Weise aufrecht erhalten könne. Flotte und Armee ständen zum Schutz der dänischen Neutralität bereit; aber er sei davon überzeugt, daß es nicht notwendig sein werde, sie anzuwenden. Er sei auch sicher, daß Schweden, Norwegen und Finnland ebenso entschlossen seien, ihre Neutralität zu bewahren. Im Falle eines Krieges wijrden wahrscheinlich die skandinavischen Regierungschefs zusammentreten, um Fragen von gemeinsamem Interesse zu besprechen.
England und Frankreich versprechen Respektierung der belgischen Neutralität
8 r ü f f e 1, 28. August. (DNB.) Wie das Belgisch- Nachrichtenbüro erfährt, hat d'e r K ö n i g den B o t - schaftern Englands und Frankreichs eine Audienz gewährt. Die Botschafter erklärten feierlich, daß, wenn Belgien seine Neutralität wahre, die britische und die französische Regierung fest ent- ichlosM feiyi, diese Neutralität Lirresxektreren.
DieGlowakeistehtanDeutschlandsGeite
Preßburg, 28.August (DNB.) Ministerpräsident Dr. Tiso erklärte auf einer Kundgebung in Sastn vor 30 000 Menschen, daß die Slowakei nicht nur unter dem Schutze des Großdeutschen Reiches stehe, sondern auch gewillt fei, Schulter an Schulter mit Deutschland zu marschiere n , ohne daß auf die Entschlußfreiheit des slowakischen Volkes ein Druck ausgeübt werde. Wenn es notwendig fein sollte, zum Schutze des slowakischen Volkes ernste Maßnahmen zu treffen, so werde dies geschehen. Sollte jemand versuchen, die Slowakei anzugreifen, so werde er d i e slowakische Armee am Platze finden.
Aus Anlaß des zweiten Todestages des Vorkämpfers der slowakischen Freiheit General S t e - fanik wurde in Myjava eine Gedenktafel enthüllt, wobei Verteidigungsminister General Cat- los die Realität der deutsch-slowakischen Verbundenheit begründete. Wenn Stefanik heute noch leben würde, so erklärte er, so würde er nicht anders handeln. Es gebe keinen Vorkämpfer der slowakischen Freiheit, der sich nicht immer a u f d i e großdeutsche Nation gestützt hätte. Darum handele die Slowakei immer im höchsten Interesse, wenn sie in Dankbarkeit und in treuer Kameradschaft z u Deutschland st ehe.
Der Oberbefehlshaber der Hlinka^Garde, Propagandachef Sano Mach, stellte in einer Rundsunk- änsprache fest, daß die slowakische Bevölkerung mit Ruhe der Zukunft entgegensetze. Wenn die jungen Männer von einer gewissen Ungeduld erfüllt feien, dann nur deshalb, weil sie je eher desto lieber beweisen wollten, daß sie ganz auf dem Posten stehen. Die Slowakei wünsche nicht den Krieg, aber sie wolle den Sieg der Gerech-
Belgrad, 28. Aug. (Europapreß.) Die neue Regierung Zwetkowitsch ist am Samstagnachmittag in Bled gebildet worden. Zugleich mit der Mitgliederliste der neuen Regierung wurden auch mehrere wichtige Verordnungen des Regentschaftsrates veröffentlicht, durch welche sowohl die Skupschtina — die am 11. Dezember 1938 gewählt worden war — als auch der Senat aufgelöst werden. Der Tag der Neuwahl für die Skupschtina wird später festgesetzt werden. Gleichzeitig wurde auch das Gesetz über die Abgeordnetenwahlen außer Kraft gesetzt und die Regierung bevollmächtigt, durch Verordnung e i n neues Wahlgesetz in Kraft zu setzen. Weiter erhält die Regierung die Ermächtigung, das Pressegesetz, das Vereins- und Versammlungsgesetz sowie alle übrigen politischen Gesetze durch Verordnungen zu ändern.
Ferner wurde auch das Verständigungs- abfommen zwischen Zwetkowitfch und Matschet veröffentlicht. Darin wird ein neues Banat Kroatien geschossen, dem besonders weitgehende Selb st verwaltungsrechte eingeräumt werden. Das Banat Kroatien besteht aus den bisherigen Banaten Slawonien und Küstenland und außerdem aus acht Kreisen, die bisher anderen Banaten angehörten, deren Bevölkerung indessen vorwiegend aus Kroaten besteht. Der Sitz des Banats Kroatien ist Agram. Höchstes Verwaltungsorgan mit weitgehenden Rechten Ht der kroatische Banus. Das Banat Kroatien wiro frei verfügen über alle staatlichen Angelegenheiten mit Ausnahme des Heeres, der Außenpolitik, der höchsten staatlichen Verwaltung, des Verkehrs und anderen Fragen, deren Ungeteiltheit im allgemeinen staatlichen
t i g ! e i t auch im eigenen Interesse. Vor aller Welt betone die Slowakei ihren Anspruch auf die slowakischen Gemeinden im heutigen Polen. Es fei unerträglich, daß Männer und Frauen des gleichen Volkes von ihrer Scholle vertrieben, mißhandelt und gefoltert werden. Das polnische Vorgehen lasse darüber keinen Zweifel, welches Schicksal die Slowaken erwartet hätte, wenn sie nicht einen scharfen Trennungsstrich zwischen sich und Polen gezogen hätten.
Nie Erfüllung des Schutzvertrages.
Ministerpräsident Dr. Tiso hat im Namen der slowakischen Regierung folgenden Aufruf an die Bevölkerung der Slowakei gerichtet: Zum Schutze der Unabhängigkeit und Unversehrtheit unseres jungen slowakischen Staates gegen eine Bedrohung durch PosAn werden auf Grund des zwischen der Slowakischen Republik und dem Deutschen Reich beschlossenen Schutzvertrages und der hierzu von den beiden Regierungen getroffenen Vereinbarungen deutsche Truppen im slowakischen Staatsgebiet eingesetzt, um erforderlichenfalls Schulter an Schulter mit unserer tapferen slowakischen Armee den Feind von der Grenze unseres Staates fernzuhalten. Wir fordern die Bevölkerung auf, die deutschen Truppen als Freunde zu begrüßen und ihnen jede mögliche Hilfe zu gewähren. Die deutschen Truppen werden der slowakischen Nation in gleicher Gesinnung gegenübertreten und darauf bedacht fein, im gemeinsamen Einsatz die Last dieser opferreichen Zeit erträglich zu machen.
Interesse liegt und die auch weiterhin den zuständigen Ministern vorbehalten sind.
Die neue Regierung besteht aus 18 Ministern, von denen sechs dem bisherigen Kabinett Zwetkowitfch angehörten. Ferner sind fünf Kroaten aus der Partei Matscheks eingetreten, ein Serbe aus Kroatien als Vertreter der mit Matschet verbündeten Partei der Unabhängigen Demokraten und fünf serbische politische Persönlichkeiten aus verschiedenen Parteien, die jedoch nicht als Vertreter ihrer Partei, sondern als Einzelpersönlichkeiten der Regierung, angehören. Stellvertretender Ministerpräsident ist Dr. Matschet. Zum Banus von Kroatien wurde einer der ersten Mitarbeiter Dr. Matscheks, Suba titsch, ernannt, der an der Vorbereitung der Verständigung einen hervorragenden Anteil genommen hat. Der Generalsekretär der Kroatischen Bauernpartei, Dr. Kruse- witsch, wird am Montag in Agram erwartet. Er hatte die letzten zehn Jahre im Auslände verbracht, ohne sein Parteiamt niederzulegen. Die Partei wird in Zukunft von dem Schwager Matscheks, dem Ingenieur Ko sch u titsch, geleitet werden. Die Belgrader Zeitungen begrüßen die erreichte Verständigung auf das wärmste. Auf dem Belgrader Hauptbahnhof traf am Montagmorgen Matschet mit den anderen kroatischen Ministern ein. Ministerpräsident Zwetkowitfch hatte sich mit den übrigen Kabinettsmitgliedern zur Begrüßung eingefunden. Vor dem Bahnhof hatte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge angesammelt, die die Minister lebhaft begrüßte. Auch auf dem Wege durch die Stadt stand die Bevölkerung Spalier und brachte Dr. Matschet herzliche Kundgebungen dar.
Oie Nation ist angetreten.
-23on unserer Berliner Schristleiiung.
Sämtliche deutschen Maßnahmen des Vorbeugens, der Konzentration und der Organisation, wie die Absagung der Tannenbergfeier und des Reichsparteitages sowie die Maßnahmen für die großen Der- kehrsunternehmen und vor allem die vorsorgliche Regelung für die lebenswichtigen Derbrauchsgüter werden im Auslande und besonders in den Einkreifungsftaaten auf das stärkste beachtet. Obwohl man im Auslande an Hochleistungen der Organisationskunst ja gewöhnt ist, soweit es das neue Deutschland angeht, so ist man doch stark überrascht von der enormen Geschwindigkeit und einzigartigen Zuverlässigkeit, mit der der riesige Verwaltungsapparat in Grvßdeutschland arbeitet. Daß man beispielsweise von einem Tag auf den andern, also innerhalb 24 Stunden die Ausweiskarten und Merkblätter den Verbrauchern ins Haus bringt, ohne daß es Verwirrungen, Stockungen, „Schlangen" usw. gibt, erscheint gerade den demokratischen Staaten als etwas kaum Glaubhaftes. Und doch müssen die ausländischen Korrespondenten, die eben das friedlich sonntägliche Deutschland oder nun das völlig normale Bild des Straßenlebens sahen, zugeben, daß zwischen der Haltung des deutschen Volkes und der des französischen oder englischen ein Unterschied ist wie zwischen Tag und Nacht — eine Vergleichsmöglichkeit zwischen der Ruhe und Ordnung in Deutschland und dem panikartigen Chaos in Polen besteht ohnehin nicht.
Was aber auf gewisse Teile des Auslandes einen noch stärkeren Eindruck macht als jene mit ungeheurer Geschwindigkeit und Genauigkeit laufende Organisationsmaschinerie, das ist zweierlei: erstens das Bild der selbstsicheren Entschlos- senheit, die durch alle jene Maßnahmen, schon von langer Hand vorbereitet, auch den äußersten Fall in ruhige, disziplinierte Erwägung zieht, und zweitens die Tatsache, daß selbst die Maßnahmen über die lebenswichtigen Verbrauchsgüter das Bild einer inneren Stärke Deutschlands bieten. wie man es drüben in diesem Ausmaß nicht erwartet hat. Denn nachdem man auf der Gegenseite dem Reich seit Jahren alle nur erdenklichen handelspolitischen Schwierigkeiten gemacht hat. nahm man dort nicht an, daß Deutschland mit einem Zuwachs von 1,4 Millionen Stück im R i nd» Viehbestand ober mit einer derart rief' g e n Reserve an Brotgetreide an eine große Entscheidung Herangehen könnte. Auch solche Maßnahmen wie die, daß die Gaststätten die freie Beköstigung beibehalten ober baß man sogar schon jetzt bie Möglichkeit gewisser Lockerungen für die eben erst getroffenen Maßnahmen an zuständiger Stelle erwägt, haben in den Teilen des Auslandes, die es in erster Linie angeht, peinliche lieber« raschung hervorgerufen.
Dieses Gesamtbild der großdeutschen Nation, die geschlossen vor chrem Führer angetreten ist, um jeder an seinem Platz sein Bestes zu tun, wird ergänzt durch die Tatsache, daß man nirgends in Deutschland jenen Andrang auf Geschäfte ober gar auf Geldinstitute sieht, wie er beispielsweise in der Septemberkrise gerade in den Einkreisungsstaaten wochenlang anhielt. Und selbst der gehässigste Korrespondenten aus einem Einkreisungslande könnte beispielsweise feine Stelle in der Reichshauptstadt nennen, an der Truppen in fieberhafter Arbeit Schützengräben auswerfen, wie das jetzt wieder in London der Fall ist. Wie auch immer die Entscheidung in diesem Höhepunkt der von England verschuldeten Krise ausfallen mag, in jedem Fall bietet Grvßdeutschland das Bild einer Nation, dV nicht nur über völlig ausreichende militärische, technische und wirtschaftliche, sondern über mindestens ebenso große seelische Reserven verfügt!
Diese Erklärung setze voraus, daß die Neutralität Belgiens auch von jeder anderen Macht respektiert werde, da Frankreich und England natürlich ihren Garantieverpflichtungen treu bleiben würden.
Britisches Gtörungsfeuer.
Ungarn dementiert angebliche Bitte um britischen Schutz.
. B u d a p e ft, 28. Aug. (DNB.) Amtlich wird in der entschiedensten Form bie Melbung bes Lon« boner Korrespondenten von „Nya Dagligt Alla- hanba" bementiert, nach ber ber ungarische Gesandte in ßonbon von ber englischen Regierung Schutz erbeten haben sollte für den Fall eines beutschen Durchmarsches burch ungarisches Reichsgebiet. Man erklärt weiter, daß der ungarische Gesandte zwar gestern abend beim englischen Außenminister Lord Halifax vorgesprochen habe, daß es sich dabei aber lediglich um einen informativen Gedankenaustausch gehandelt habe. Der ungarische Gesandte in London habe keinerlei Weisungen erhalten, irgendwelche Mitteilungen Ungarns bem Foreign Office zu überbringen. In Bubapest wird erklärt, daß es sich bei dieser Meldung um eine offenkundig tendenziöse Agitationsmeldung handeln müsse, die in verantwortungsloser VVise darauf abziele, die gespannt weltpolitische Lage dazu zu benutzen, die guten deutsch-ungarischen Beziehungen zu stören.
Die serbisch-kroatische Verständigung.
Das neue Kabinett Zwetkowitfch gebildet.
Keine Antwort.
„Helfen Tie die Grausamkeiten in Polnisch-Schlesien beenden."
Budapest, 28. Aug. (DNB.) „Esti Ujfag" veröffentlicht folgendes Telegramm, das die Frau des Volksdeutschen Graf Henckel von Donnersmarck, Franziska Gräfin von Donnersmarck, an Frau Chamberlain gesandt hat:
„Als Frau und Muttern von fünf Kindern, mit denen ich meine Heimat verlassen mußte, bitte ich Sie dringlichst, die Schreckenstaten und Grausamkeiten beenden zu helfen, die an hilflosen deutschen Frauen und Kindern in-Polnisch-Schlesien begangen werden. — Wenn ich meine Kinder und mich selbst retten konnte, so fühle ich doch um so mehr die Qual ber« ienigen, die Ich zurücklassen mußte und das schreckliche Schicksal der Hungernden und Mißhandelten, das ich auch eigener Erfahrung kenne.
(gez.) Franziska Gräfin Henckel von Donnersmarck, ' Vorsitzende des Katholischen Frauenverbanbes,
Tarnowskie Gory."
Wie wir vernehmen, ist auf biefes Telegramm einer gequälten Mutter keinerlei Antwort erfolgte, obwohl es sich an biefelbe Frau Chamberlain richtet, bie wohl hundert Mal Schritte zu Gunsten irgendwelcher Negerkinder unternommen hat.


