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Ur. 201 Erstes Statt

189. Jahrgang

Dienstag, 29. August 1939

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Polens AgrarreformWaffe gegen das Deutschtum

Die Polen haben am 15. Juli 1920 und am 8. Dezember 1925 Agrarreform-Gesetze -schlossen, die in ihrer Anlage und Durchführung P deutlich den Charakter als Waffe imKampf egen das Deutschtum erkennen ließen, daß ;e nationalen Minderheiten im Sejm geschlossen !gen die Agrarreform stimmten. Das Ziel der pol- schen Agrarreform bestand angeblich darin, eine volkswirtschaftlich und agrarwirtschaftlich g e s u n - er e Betriebs struktur innerhalb der Land- irtschaft zu schaffen. Hierzu sollten der Grundbesitz s auf einen bestimmten Rest (grundsätzlich 180 ha, obei Waldfläche und Gewässer, die einer Parzel- rrung überhaupt nicht unterliegen, nicht gerechnet erden) freiwillig oder zwangsweise parzelliert, die !iuerlichen Zwergwirtschaften durch Landzuweisung nb Flurbereinigung vergrößert, die Servituten be- itigt und neue Siedlungen geschaffen werden. Daß ne solche Agrarreform notig war, ist nicht zu be- eiten, aber nicht so sehr der polnische Westen als -er polnische Osten hätte davon eigentlich -hr betroffen werden müssen, denn in den östlichen nb südlichen Wojewodschaften fehlen mitt- re Bauerngüter ganz. Cs gibt dort nur -sige Latifundien unmittelbar neben überhaupt cht lebensfähigen Zwergwirtschaften, die das be- :nnte östliche Landproletariat gezüchtet haben. Da­gen wiesen die ehemals deutschen Gebiete, also osen und Pommerellen, durchaus ein orwiegen des Mittel- und Klein­rundbesitzes auf. Die Wirtschaftsform war !tenfiv, die Flurbereinigung mar in dem ehemals ,-eußischen Gebiet schon in den Vorkriegszeiten irchgeführt worden. Aber gerade gegen den -utschen Besitz wendete sich die polnische so- Anannte Agrarreform.

Der deutsche Grundbesitz in den westpolnischen Eenzprovinzen war bereits vor Erlaß der Agrar- r« ormgesetze relativ am st ä r k st e n parzelliert vbrden. Im Jahre 1926 umfaßte der gesamte Eundbesitz über 180 ha in den ehemals deutschen Tilgebieten Posen und Pommerellen 1509 Betriebe tut rund 1 258 000 ha. Davon waren 932 Betriebe, ein 62 v. H., mit 743 000 ha oder 59 v. H. der Ge­samtfläche polnisch, 577 Betriebe, also 38 v. H., litt 515 000 ha oder 41 v. H. der Gesamtfläche Rutsch. Der Landvorrat, der im Sinne der il'rarreform der Parzellierung unterlag, betrug im omzen 679 000 ha, und zwar entfielen 262 000 ha ß. f deutschen und 417 000 ha auf polnischen Besitz. 91 an sind aber von 1926 bis 1936 rund 202000 ha parzelliert worden, davon stammten jedoch 133 000 hi oder 66 0.5). aus deutschem und nur Ö? 000 oder 43 v. 5). aus polnischem Grundbesitz. In bn beiden Wojewodschaften Posen und Pommerel- len. sind von 1926 bis 1938 an deutschem Besitz KO 912 ha, an polnischem Besitz nur 56 714 ha ent- ei:net worden. Mit anderen Worten: der deutsche Tiundbesitz ist doppelt so stark herangezogen a: rben wie der polnische. Durch die Agrarreform isi natürlich eine sehr starke Verschiebung zu Un- gunften des deutschen Besitzes eingetreten. Gegen- ffl:rtig dürfte nur etwa ein Drittel der. Gesamtfläche oif den deutschen Grundbesitz entfallen, während -tei Drittel bereits in polnischen Händen sind.

Jtun erließ im Februar 1939 die Warschauer Äiflievung zwei Verordnungen, durch die die Par- Merungspläne neu geregelt werden. Danach wer- bft im laufenden Jähr 57 690 ha Privatboden zrongsweife parzelliert, davon entfallen oder allein oif Pofen 20 275 ha, auf Pommerellen 17 437 ha. M Durchführung dieser Pläne würde das Deutschtum fast vollständig enteignet Birben. Noch schlimmer aber liegt die Sache in oberschlesien. Dort werden den früheren Land- Bitzern nur 60 ha, in vielen Fällen sogar nur 35 ha belassen. Mehrere tausend Hektar deutschen ^-undbesitzes sind zudem von den polnischen Be- 't*ben wegen angeblicher Steuerschulden zwangs- rfteigert, das heißt in polnische Hände gespielt w-rden, und von den zur Parzellierung im laufen-

Jahr bestimmten 7438 ha stammen rund 98 aus deutschem Besitz. Damit ist der deutsche össitz bereits f ast restlos erfaßt.

Sei der Zwangsparzellierung von deutschen- nn werden die Parzellen nur an polnische s edler abgegeben. Die Auswirkungen der slc^arreform für das bodenständige Deutschtum »cren furchtbar. Allein in Posen und Pommerel- wurden rund eine Million Deutsche Zur Auswanderung gezwungen. Dabei hr beite es sich um Deutsche, die seit a l t e r s h e r btt angesessen waren. Damit war auch die Brücke, le eine deutsche Bevölkerungsmehrheit von der $eimarf nach Ostpreußen quer durch Pommerellen hftellte, zerschlagen worden. Polnische Kolo- »i tt e n strömten in das ehemals deutsche Gebiet. Ain im Jahrzehnt 1921/31 erhöhte sich die pol- nfoc Bevölkerung Posens und Pommerellens um jetr als 10 v. H., ganz besonders stark war die Ionisierung im Korridor unter Verdrängung Ütr dort eingesessenen Deutschen.

:lie deutsch-polnische Minderheitendeklaration vom SS ooember 1937 hatte zwar Polen verpflichtet, die &gte der Volkstumsdeutschen zu achteninsbe- ftir ere hinsichtlich des Besitzes oder Erwerbes von Grt ndstücken", aber Bolen war auch in dieser Hin- sih vertragsbrüchig. Im laufenden Jahre fhnmen bereits zwei Drittel der zur Parzellierung Klcmgenden Grundfläche in den westlichen Wo>e- ^»i'schaften aus deutschem Besitz. Und noch kürzlich ttlrn eine polnische Landwirtschaftsgesellschaft in 9)~imereIIen eine Entschließung an, die schnellste Hi-zellierung der deutschen Güter in Pommerellen Triweisung der deutschen Optanten aus Polen und fertige Druckmittel gegenüber der deutschen Minder­er enthält. Es war bezeichnend, daß das in Gegen«

wart des polnischen Landwirtschaftsministers Ponia- towski geschah.

So wurden Hunderttausende der Deutschen in Polen von Haus und Hof vertrieben und durch polnische Siedler ersetzt, deren wirtschaftliche und sonstige Befähigung aus Ostpolen stammt, und daher sehr wesentlich zum Verfall der ehedem so blühenden Landwirtschaft Posens Ünd Pommerellens beigetragen hat. E. S.

Der britische Botschafter vom Führer empfangen.

Berlin, 29. Aug. (DRB.) Der Führer emp­fing Montag abend 22.30 Uhr in der Reuen Reichs­kanzlei in Gegenwart des Reichsministers des Aus­wärtigen von Ribbentrop den britischen Botschafter Sir Revilte Henderson. Der britische Botschafter überbrachte dem Führer eine Mitteilung der britischen Regierung. Henderson war um 20.30 Uhr von London kommend auf dem Flugplatz Tempelhof eingetroffen. Zu seiner Begrüßung hatten sich zwei Mitglieder der englischen Botschaft in Berlin sowie ein Vertreter des Auswärtigen Amtes eingefunden.

Die Beratungen in London.

Heute Bekanntgabe des Briefwechsels zwischen Führer und Chamberlain.

London, 28. August. (Europapreß.) Das eng­lische Kabinett trat am Montag um Zwölf Uhr zu einer Sitzung zusammen, an der sämtliche Minister teilnahmen. Die Sitzung war bereits nach fünfzig Minuten beendet. Es wurde kein neuer Sitzungs­termin beschlossen. Eine amtliche Mitteilung ist bis­her Nicht ausgegeben worden. Am MontagoorrNitbag begaben sich Lord Halifax, Sir Neville Hen­derson und Sir Alexander C a d o g a n zur glei­chen Zeit zu Ministerpräsident Chamberlain, wo sich auch Lord Runciman einfand. Der Außenminister Lord Halifax verließ in Beglei­tung des Schatzkanzlers Sir John Simon erst am Nachmittag die Amtswohnung des- Minister-

Schneidemüht, 29. Aug. (DRB.) Ununter­brochen werden Tag und Rächt vom polnischen Mi­litär Befestigungen längs der Grenze, besonders im Posener Abschnitt, in über­stürzter Eile errichtet. An der Eisenbahnlinie Po­senBentschen wurden drei Kampflinien an- gelegt und auch Betonbunker gebaut. 3n Laufen­burg, Kreis Soldau, bis zur Grenze bei Granden;, liegt eine ganze Division. Betonierte Geschützstellungen wurden im Abschnitt hela angelegt. 3tn Gdinger Hafen auf dem zweiten Wellenbrecher sind schwere und leichte Flakge- schütze eingebaut worden. Vier Kilometer nördlich Teschen, an der Straße längs der Olsa, haben Pioniere Befestigungsanlagen errichtet. Die Bahnstrecke BielihZywic; und die Bahnlinie SkotschauBielih sind unterminiert. Das 3n- fanterie-Bataillon in Goldfeld bei Bromberg wurde wegen Di en st Verweigerung sofort ins Hinterland abtransportlert. Die Bauern der Dirschauer Niederung haben die Aufforderung erhalten, sich zum Verlassen der Virlschaf- fen bereit zu hallen, da die Dirschauer Niederung im Kriegsfälle überschwemmt werde.

Starke polnische Befestigungsarbeiten gehen auch bei A l t k l o st e r vor sich. Alle Brücken sind unterminiert. Die Straßen und Nebenwege von Alt­kloster bis zur Reichsgrenze find aufgegraben und mit Wällen versehen. Alle Männer und auch viele Frauen aus Altkloster wurden zu Schanzarbeiten gezwungen. 3m Luschwiher Walde, auf dem Wege von Wollstein nach Lissa, sind alle Bäume in ein Meter höhe ab gefügt und durcheinander geworfen. 3n Neulomischl iff jeglicher Verkehr abends und nachts verboten worden. Die deutschen Bewohner der Stadt haben Anweisung erhalten, ihre Haustüren nicht zu ver­schließen, sondern offen zu lassen.

Die starken polnischen Truppenzusammenziehungen an der Danzig-polnischen Grenze werden m den letzten Stunden in auffälliger Form fortgesetzt. Don den Polen sind außer in der Korridor- spitze gegen Danzig drei wertere Haupt­fronten aufgestellt worden, die sich g e g e n d a s Reich und gegen Ostpreußen richten. Zwischen Könitz und Rakel sind so auf­fällig starke Truppen dicht an der Grenze Pommerellens konzentriert worden, daß hier im Ernstfälle eine der drei Fronten stehen wird die die polnischen Militärs als Hauptstütze ihres Pla­nes aufgestellt haben. Gegen Ostpreußen sieht der polnische Plan augenscheinlich einen Angriff auf das ehemalige me st preußische

Präsidenten. Ein weiterer Besuch in der Downing Street N. 10 war Sir Archibald Sinclair, der Führer der Oppositions-Liberalen. Schließlich hatte der Ministerpräsioent am Nachmittag noch eine dritte Unterredung mit dem stellvertretenden Vor­sitzenden der Arbeiterpartei, Arthur Green- w o o d. Nach seiner Rückkehr ins Außenministerium empfing Lord Halifax am Nachmittag noch den japanischen Botschafter in London. Kriegs­minister Hore-Belisha wurde am Montag­nachmittag von König Georg in Audienz empfangen. Amtlich wird mitgeteilt, daß das Un­terhaus am Dienstag zu einer Sitzung zu­sammentreten wird. Ministerpräsident Chamber­lain wird in dieser Sitzung eine Erklärung abgeben. Der Briefwechsel zwischen dem Füh­rer und Chamberlain soll Dienstag, nach der Ueber- reichung der englischen Antwort an den Führer veröffentlicht werden.

Englisches Llnterseeboot rammt schwedischen Fischkutter

Die englische Admiralität verschweigt den Vorfall.

Stockholm, 29.Aug. (Europapreß.) Die ge­samte schwedische Presse berichtet von dem Zusam­menstoß eines englischen Unterseebootes mit einem schwedischen Fischkutter in der Nordsee, in dessen Verlauf der Fischkutter gesunken ist. Der Zusammenstoß, der sich bereits am Freitag der vergangenen Woche ereignete und bisher von der englischen Admiralität verschwie- g e n worden ist, ereignete sich bei dichtem Nebel. Mit einer Geschwindigkeit von etwa fünfzehn Kno­ten rannte das zum englischen Nordsee-Geschwader (Home Fleet) gehörende U-Boot auf den schwedi­schen Fischkutter auf und drückte ihm eine Flanke ein. Der Kutter sank sofort, während das Untersee­boot nur geringfügige Beschädigungen erlitt. Die fünfköpfige Besatzung des schwedischen Fischkut­ters konnte infolge der schlechten Seeoerhältnisfe erst nach Stunden geborgen werden: sie ist am Montag in Göteburg eingetroffen. Zwei Matro­sen haben Verletzungen davongetragen, lieber die Gründe, warum der Zusammenstoß bisher von der englischen Admiralität verheimlicht worden ist, herrscht in Schweden ein großes Rätselraten.

Gebiet von Marienwerder, Riesenburg und Deutsch-Eylau vor. Auch hier stehen nach zuver­lässigen Meldungen polnische Truppenmassen. Die dritte Front marschiert gegen Oberschlesien auf, die augenscheinlich dem wahnwitzigen Plan dienen soll, einen Einfall in das deutsche Industriegebiet und möglicherweise auch in die angrenzenden slowakischen Gebiete zu unter­nehmen.

Polen hat nach seinen eigenen Meldungen bisher angeblich insgesamt zwei Millionen Truppen aufgestellt, wovon die Hauptmasse im Korridor stehen soll. Es ist nicht anzunehmen, so schreibt derDanziger Vorposten", daß die über-

Unsägliches Leid der Ukrainer unter polnischem Terror.

Brünn, 29. August. (DNB.) DieVolksdeutsche Zeitung" veröffentlicht einen erschütternden Tat­sachenbericht über den Terror der Polen gegen d i e ukrainische Bevölkerung. Die im Protektorat Böhmen und Mähren lebenden Ukrainer erhalten von ihren Landsleuten in Polen verzweifelte Briefe, in denen sie angefleht werden, die Kutturwelt auf ihre Leiden aufmerksam zu machen. Der Terror gegen das UEratinertum in Polen nehme von Tag zu Tag größere Ausmaße an.Niemand t ft mehr feines Lebens f.i ch e r", so heißt es in einem dieser Briefe. So tauchten eines Nachts polnische Banditen in Nara- jew im Bezirk Berezany vor dem Hause der 70- jährigen Witwe Bay auf, die mit ihrem 23jährigen Sohn, dem Führer des dortigen ukrainischen Turn­vereins, zusammenwohnte. Die Polen verlangten in polnischer Sprache Bay zu sprechen. Als dieser vor dem Hause erschien, krachten mehrere Schüsse. Bay sank zu Boden. Er war sofort tot. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in Lejewa im Bezirk Nadwima, wo am Abend der 33jährige Ukrainer Nicolai Walywajke durch das Fen­ster seiner Wohnung erschossen wurde. Derartige Mordtaten geschehen täglich, doch darf -die ukrainische Presse über alle diese Vorfälle nicht berichten. In einem weiteren Brief wird geschildert, daß die polnischen Rowdys auch vor den Kirchen nicht halt machen.

Das politische Gewiffen.

In ernster Stunde stellen wir unserer Betrachtung drei Worte bekannter, ehemals führender auslän­discher Staatsmänner voran, die seit 20 bzw. seit 7 Jahren so aktuell geblieben sind, als wären sie heute geschrieben:

Der Vorschlag der polnischen Kommission, daß wir 2,1 Millionen Deutsche der Autorität eines Vol­kes mit einer anderen Religion unterstellen sollen, eines Volkes, das im Laufe feiner Geschichte niemals gezeigt hat, daß es sich zu regieren versteht, dieser Vorschlag wird uns früher oder später zu einem rpeuen Kriege im Osten Europas führen." Diese zweifache Erkenntnis schrieb Lloyd George als englischer Ministerpräsident in der Note vom 25. März 1919.

Es würde sicherer sein, Fragen wie die des Danziger Korridors und Siebenbürgens mit allen ihren heiklen Schwierigkeiten kalten Blutes und in einer ruhigen Atmosphäre zu lösen solange die Siegerstaaten noch genug Uebermacht besitzen als abzuwarten und nur Schritt für Schritt dahin zu stolpern, bis wieder einmal große, gleichgestellte Mächtegruppen sich gegenüberstehen ... Sonst könn­ten Ehre und Recht dazu zwingen, daß wir wider unseren Willen und wider unsere bessere Einsicht in einen Krieg verwickelt wer­den, der geführt würde, um gerade d i e Un­gerechtigkeiten und Beschwerden auf­recht zu erhalten, die heute Europa zer­reißen, die die Ursachen der gegenwärtigen Rü­stungen sind und die, wenn sie nicht abgestellt werden, einen neuen Krieg Hervorrufen müssen". Dies sprach Churchill am 23. November 1932 in der Unterhausdebatte.

Wir werden keinen Finger rühren, um den polnischen Korridor zu retten... Es ist richtig, daß wir Fein unmittelbares Interesse am polnischen Korridor oder an Oberschlesien haben, und sicherlich wird die Verantwortung für diese Gebiete nicht von uns verlangt werden." Dies schrieb der frühere englische Außenminister S i r 21 u ft i n Chamberlain, der Mitunterzeichner des Locarno-Vertrages in seinem 1936 erschienenen BucheDown the Years.

Wir Zitieren Lloyd George, Churchill und Austen Chamberlain gerade hier und gerade in dieser ent- 'scheidungsfchweren Stunde nicht, um Urteile führen­der enAischer Männer über die Polen- und die Korridor-Frage in die Erinnerung zurückzurufen,

Haupt verfügbaren und verwendbaren Truppen diese von polnischer Seite angegebene Zahl auch nur annähernd erreichen. Immerhin sei. bei der bekannten Disziplinlosigkeit der Polen, wofür zahl­reiche zuverlässige Meldungen der letzten Tage die besten Beweise geliefert hätten, damit zu rechnen, daß an diesen drei massierten Fronten auch ohne den Willen der obersten polnischen Heeresleitung ernsthaftere Uebergriffe auf deutsches Gebiet erfolgen könnten. Eine Schwäche in dem Gesamt­plan der polnischen Militärs aber sei die gewaltige polnische D ft grenze, die fast in ihrer Ge­samtheit s o gut wie ungeschützt bafte^e.

Ein besonderes Kapitel bilden die täglichen poli­tischen Prozesse gegen Ukrainer. So berichtet das ukrainische BlattDilo", daß in Berezany drei Ukrainer wegen angeblicher Zugehörigkeit zur ukrai­nischen nationalistischen Organisation zu nicht weni­ger als je a ch t Jahren Kerker verurteilt wur­den. In Sambor wurden 27 Jungen und 2 Mädel wegen der Teilnahme an einer Trauer« feier für die im Kriege gegen Polen im Jahre 1918 gefallenen ukrainischen Legionäre und Sol­daten zu Kerker st rafen von sechs Mona- t e n bis zu einem Jahr verurteilt. Ferner wurden vor kurzem 67 ukrainische Priester verhaftet, die im Weltkrieg als Feld ku rat en in der österreichisch- ungarischen Armee gedient hatten.

Fünf Volksdeutsche Flüchilinae in der Warthe niederqeknallt.

Landsberg. 29. Aug. (DRB. - Funkspruch.) Ilm sich vor dem furchtbaren Terror der Polen zu reifen, Halle eine größere Anzahl Volksdeutscher versucht, deutsches Gebiet durch herunter- fchwimmen der Warthe zu erreichen, hier­bei wurden fünf Volksdeutsche im Wasser ent­deckt und von polnischen Soldaten er­schossen. 3n Schwerin an der Warthe treffen laufend volksdeutsche Flüchtlinge aus Polen ein. Zahlreiche Flüchtlinge teilten mit, daß ihre Ge­höfte im kreise Birnbaum von umherziehenden polnischen Horden in Brand ge st eckt worden seien.

Oie polnischen Ausgangsstellungen zum Angriff auf Danzig und die Reichsgrenze vorbereitet und beseht.

polnischer Minderheitenschutz in der Praxis.

Auch Ukrainer, Tschechen, Slowaken und Weißruffen bis aufs Zlut dranakalieri.