eines volksschädigenden Vertriebs von Kunsthonig unter der Bezeichnung „reiner Bienenhonig" festzustellen und etwa 25 Einwohner als beteiligt an diesen Betrugsfällen zu ermitteln, hat das Schöffengericht Hanau nach und nach die betreffenden Personen abzuurteilen. Aus den bisherigen Verhandlungen war zu ersehen, daß der Vertrieb von Kunsthonig, der als reiner Binenhonig bezeichnet wurde, hauptsächlich in den Städten
Große Ueberraschungen in Wimbledon.
Roderich Menzel geschlagen!
Der Mittwoch war bei den All-England-Tennis- Meisterschaften in Wimbledon ein Tag der Ueber- raschungen. Es herrschte regnerisches Wetter und das nasse Gras hatte seine Tücken, was einigen Favoriten zum Verhängnis wurde. Im Männer» einzel blieben von den „Gesetzten" der neue Frankreichmeister Don M c N e i l (USA.) und leider auch unser Davispokalspieler Roderich Menzel auf der Strecke. Menzel konnte sich im Kampf gegen den ziemlich unbekannten Amerikaner E. Smith auf dem nassen Platz nur schlecht bewegen und als der Gegner seine Chance erst einmal wahrgenommen hatte, da spielte er auf Biegen und Brechen. Nur einmal gab der Amerikaner seinen Aufschlag ab und wenn er ans Netz ging, gab es jedesmal einen Punkt. Der Reichenberger kam nicht von der Grundlinie weg und verlor schließlich in vier Sätzen mit 1:6, 6:3* 3:6, 5:7. Zu gleicher Zeit ging auf dem „centre-court“ McNeil gegen den jugoslawischen Daoispokalspieler Franz K u k u l j e v i c , der in der vergangenen Woche beim Queens-Clüb-Turnier den
10 Jahre Handball im TV. Lützellinden.
Frankfurt a. M., Aschaffenburg, Hanau, Gelnhausen, Friedberg, Fulda und Marburg erfolgte und bei dem Absatz ein Gewinn von 100 Prozent erzielt worden war. In allen Fällen ist auf empfindliche Freiheitsstrafen erkannt worden, da in Berücksichtigung gezogen wurde, daß die Käufer den erworbenen falschen „reinen Bienenhonig" in vielen Fällen zu Heilzwecken benutzen wollten.
Briten Austin geschlagen hatte, in drei glatten Sätzen mit 6:4, 7:5, 6:1 ein. Unser Heinrich Henkel, der den Engländer Comery leicht 6:1, 6:2, 6:4 ab» fertigte, ist nun zwar einen starken Mitbewerber los, aber der Linkshänder Kukuljevic ist ein nicht minder gefährlicher Gegner. Außer Henkel ist erfreulicherweise auch Rolf ©opfert noch im Wettbewerb. Er gab, mit Socken über den Schuhen spielend, dem Belgier Jack van den Eynde ohne Satzverlust mit 7:5, 6:4, 6:2 das Nachsehen, wobei der Rot-Weiße mit harten Treibschlägen und Flugbällen seinem Gegner besonders schwer zusetzte.
Bei den Frauen gehen die Kämpfe ohne deutsche Beteiligung weiter. Nach Anneliese Ullstein blieben am Mittwoch auch Inge Schumann und Thilds Dietz-Hamel auf der Strecke. Frl. Schumann wehrte sich zwar im zweiten Satz gegn die Engländerin Suzy Noel mit allen Kräften, wehrte auch bei 7:6 gegen sich einen Matchball ab, aber die 3:6-, 8:10-Niä>erlage war nicht zu verhindern. Und Frau Dietz mußte nach einem umkämpften ersten Satz der am Knie bandagierten Französin Sylvia Henrotin einen 7:5-, 6:3-Sieg überlassen.
fröhliche Lautsprecher (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen). 20: Nachrichten des drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Musik aus Dresden. Tanz auf der Tenne. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Bilderbuch der Woche. 22.30 bis 24: Don Leipzig: Tanz und Unterhaltung.
Aus der engeren Heimat.
Landkreis Gießen.
4j- Allendorf (Lahn), 29. Juni. Im Briefkasten einer Hoftüre hat sich hier ein Grasmückenpärchen ein Nest gebaut. Glücklicherweise wurde das Vorhaben rechtzeitig bemerkt, und der Hofbesitzer hat den Postboten veranlaßt, die Post für die Familie für die nächste Zeit nicht in den Briefkasten zu werfen, so daß das Grasmückenpärchen ungestört hausen kann. Der Platz, den sich das Vogelpärchen zum Nisten ausgesucht hat, fft um so ungewöhnlicher, als die Eingangstüre täglich un- zähligemal und oftmals auch reichlich unsanft auf und zugemacht wird. Daß sich das Dogelpaar in dem Briefkasten trotzdem sehr zuhause fühlt, geht schon daraus hervor, daß gegenwärtig die junge Brut aus dem Kasten zwitschert und von den Eltern eifrig mit Futter versorgt wird. Die Bewohner des Hauses lassen dem Vogelidyll im Briefkasten allen Schutz angedeihen.
ch D a u b r i n g e n , 28. Juni. Aus Anlaß des „Tages des deutschen Liedes" ließ am Sonntag der Gesangverein „S ä n g e r l u st" an verschiedenen freien Plätzen innerhalb des Ortes seine Lieder erschallen und erfüllte damit eine Ehrenpflicht.
* Bersrod, 29. Juni. Auf der Reichsautobahn im Bereich unserer Gemarkung ereignete sich gestern ein Unfall in einer Form, in der man ihn gerade auf der Reichsautobahn kaum erwarten sollte. Ein Motorradfahrer der in der Richtung von Alsfeld nach Gießen fuhr, stieß mit einem anderen Motorradfahrer zusammen, der sein Motorrad quer über die Fahrbahn schob. Beide Motorradfahrer wurden leicht verletzt, die Motorräder erheblich beschädigt.
kreis Bübingen.
© Nidda, 27. Juni. Nachdem man im Herbst 1936 die durch Tageswasser und sonstige Abwässer entstandenen Mißstände in einzelnen niedrig gelegenen Stadtteilen, wie in der Gerbergasse, Kuhgasse bis zum Marktplatz und darüber hinaus bis zur Schloßgasse und Mühlstraße, mangels notrven- oigen Gefälles zur Nidda durch eine Teilkanalisation beseitigt und danach auch die Raun damit versehen hatte, hat man nun auch die Schiller- und Kröten- burgsttaße bis zur Ueberbrückung der Nidda durch Zementröhren mit einem lichten Durchmesser von 50 Zentimeter kanalisiert. Durch Aufnahme des Wassers aus Höfen, von Dachkandeln und fon- sttgen Plätzen wird ein Zustand geschaffen, der trotz wirtschaftlicher Opfer der Sttaßenanlieger schon lange gewünscht wurde, weil dadurch eine rasche Beseitigung alles unerwünschten Wassers gewährleistet wird. In Ermangelung hiesiger Arbeitskräfte konnte diese Kanalisation nur durch Arbeitskräfte aus nahen und teilweise fernen Gemeinden ausgeführt werden, die durch einen Omnibus zur Arbeitsstätte gebracht und nach der Tagesarbeit wieder heimbefördert wurden. Wenn auch der Durchgangsverkehr mit allen möglichen Fahrzeugen, namentlich in den Hauptverkehrszeiten, durch Sperrung einzelner Straßen mitunter beängstigende Formen annahm, so konnte er doch durch Umleitung über die Beundestraße ohne nennenswerte Störungen bewälttgt werden. Nun sind nach Beendigung dieser weiteren Teilkanalisation alle Schranken für den Verkehr beseitigt.
Honigschwindler mit Gefängnis bestraft
LPD. Hanau, 28. Juni. Nachdem es durch eine Aktion der Hanauer Kriminalpolizei und der Gendarmerie gelungen war, die kleine Landgemeinde Kassel im Kreise Gelnhausen als Ausgangspunkt
Der Turnverein Lützellinden bzw. seine rührige Handballabteilung beschließt das Spieljahr 1938/39 mit einem Handballturnier, das aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens aufgezogen worden ist.
Wenn eine Mannschaft Grund hat, eine derartige Veranstaltung aufzuziehen, so ist es Lützellinden! Kaurn eine Gemeinschaft hat im Laufe der vielen Jahre so viel geleistet, wie dieser Landverein.
Lützellinden war wohl einer der ersten Land vereine, die in einer nicht gerade günstigen Zeit das Handballspiel aufnahmen. Wenn es trotzdem gelang, sich durchzusetzen und aus der untersten Klasse zu den spielstärksten Einheiten aufzurücken, so mag das beweisen, mit welchem Idealismus und mit welchem Einsatz man bei der Sache war. Wo hat man jemals größere Zuschauerzahlen gesehen, wer kann für sich in Anspruch nehmen, daß die ganze Gemeinde hinter ihm steht!? Das ist selten! Bei Lützellinden aber war es der Fall! Heute ist das Interesse leicht zurückgegangen, weil die Mannschaft in der letzten Runde nicht restlos überzeugt hat. Fest steht, daß Lützellinden als alter Handball- pionier viel für den Handball und seine Ausbreitung getan hat. Der gute Klang, den der Name Lützellinden hat, mag nicht zuletzt die Meldungen maßgeblich beeinflußt haben. Eine ganje Reihe von Zusagen ging ein, so daß es sicherlich eine schöne Veranstaltung geben wird.
In der Klasse I treffen aufeinander: Hörnsheim, Heuchelheim, Münchholzhausen und der Jubilar selbst.
Die Klasse II fft wie folgt besetzt: Dutenhofen, Krofdorf, Lich, Hochelheim, Münchholzhausen II, Atzbach und Katzenfurt.
In der Klasse I wird es zu einem spannenden Rennen zwischen den einzelnen Teilnehmern kommen. Hörnsheim hat seine führende Stellung gegen bie in letzter Zeit stark nach vorne gekommenen beiden arideren Vereine zu behaupten. Inwieweit das
möglich sein wirb, kommt auf die Umstände an. Fest steht, daß kein Gegner den anderen unterschätzen darf, weil es sonst vermutlich schon zu der Ueberraschuna kommen wird.
In der Klaffe II geht der Tv. Hochelheim mit einer gewissen Erfahrung in die Spiele; er hat gerade bei derartigen Turnieren bisher eine ausgezeichnete Figur abgegeben und vor allen Dingen in Holzheim für eine schöne Ueberraschung gesorgt. Sollte es ihm gelingen, auch diesmal wieder die Oberhand zu behalten? Anzunehmen ist es, weil ja alle die Möglichkeit haben, nach vorne'zu kommen. Das Turnier wirb im Punktsystem ab gewickelt.
Lehrgangsarbeit im IachamtHanbball.
Die Lehrgangsarbeit im Fachamt Handball, die bisher einen ausgezeichneten Verlauf genommen hat, konzentriert sich von nun an in der Haupffache auf den Einsatz der NSRL.-Lehrers Spengler, dem vielfachen Internationalen, der vom 8. bis 12. Juli d. I. in unserem Kreis weilt und die Spieler in Stützpunktlehrgängen in Gießen, Hörnsheim, Wetzlar-Niedergirmes und Katzenfurt schult. Eine besondere Bedeutung kommt dem Einsatz um deswillen zu, weil am 8. die Spitzenspieler des Kreises zusammengezogen sind und weil an diesem Tage die Kreismannschaft ihr endgültiges Aussehen erhalten wirb.
Aachisuchfahrt des Sturmes 2/51147
Am Samstagabend unternahm der Sturm 2/M 147 Lang-Göns eine Nachtsuchfahrt, die an die Teilnehmer hohe Anforderungen stellte. Die zurückzulegende Strecke betrug 120 Kilometer und war so gelegt, daß sowohl gute Straßen, wie auch Waldwege und schlechte Feldwege zu passieren waren. An der Fahrt waren 30 Fahrzeuge beteiligt. Als bester Fahrer erwies sich NSKK.-Rottenführer Willy Bergt.
Goldenes Turnerjubiläum Paul Schülers.
Paul Schüler! Unter den Turnern unseres NSRL.» Kreises Gießen bei alt und jung ein Name von gutem Klang! Jahrzehntelang hat der einfache Mann, den Ehrengauoberturnwart Wilhelm Will als einen seiner treuesten und tüchtigsten Mitarbeiter bezeichnete, in der turnerischen Führung unseres Heimatgebietes mit sicherem Können und reicher Erfahrung äußerst segensreich gewirkt, und noch heute sehen wir den jugendlichen Alten bei -jeder turnerischen Veranstaltung unseres NSRL.-Kreffes Gießen helfend und wertend an der Seite der jüngeren Kräfte, die nach ihm die technische Leitung des Turnens übernommen haben. Wenn Paul Schüler in diesen Tagen das goldene Jubiläum als ausübender Turner begehen kann, werden sich viele seiner alten und jungen Freunde seiner in Dankbarkeit gern und froh erinnern.
Im Juli 1889 trat Paul Schüler als Zögling in den Turnverein 1847 Wetzlar ein, wo er durch die ausgezeichnete Turnschule unseres späteren Gau- oberturnwarts Wilhelm Will ging. 1891 steht der strebsame Juaendturner bereits in der Dorturnerschaft feines Vereins, 1892 vertraut man ihm das Amt des Zeugwarts an. Auf den Gau- und Bezirksfesten des alten Heffengaues der DT. holte er sich manchen Eichenkranz. Ein Vierteljahrhundert, von 1902 bis 1927, führte er in feinem Heimatverein im Geiste feines Lehrers und Vorgängers Wilhelm Will das verantwortungsvolle Turnwart» amt. Der Riegenausbildung galt sein besonderes Augenmerk. Vorzügliche Bewertung fanden seine Vereinsriegen bei den Gaufesten und auch bei den Deutschen Turnfesten 1908 in Frank f urt a. M. und 1913 in Leipzig. Heute noch liegt die Leitung der Wetzlarer Altersriege in Paul Schülers bewährten Händen.
1907 wurde Paul Schüler Bezirksturnwart des 2. (Gießener) Bezirks des ehemaligen mittelrheinischen DT.-Gaues Hessen, und er blieb auch nach der Neuordnung von Turnen und Sport im Dritten Reich noch in der turnerischen Führung unseres Heimatgebietes. Als Kreisoberturnwart des neuen Kreises 8 Gießen im NSRL. war er bis 1936 tätig, in welchem Jahre fein Schüler und Freund Karl Reuter (Gießen) die Leitung des Männerturnens in unserem Kreise übernahm.
Paul Schüler war jederzeit ein tüchtiger und gewissenhafter Uebungsleiter und erfahrener Kampfrichter, der auch bei größeren turnerischen Veranstaltungen im Reiche wiederholt eingesetzt wurde, so bei den Deutschen Turnfesten in München 1923, Köln 1928 und Stuttgart 1933.
Der Jubilar ist heute noch ausübender Turner. Daß er die Kippe am Barren und die freie Felge am Tiefreck noch einwandfrei „hinlegen" kann, will er als Wettkämpfer beim Gaualterstreffen der Hef- fentumer in Heuchelheim am 30. Juli erneut unter Beweis stellen.
Auf eine 50jährige reiche turnerische Arbeit kann Paul Schüler jetzt zurückblicken. Es war einsatz- und opferbereite, stets froh gestimmte Arbeit im Dienste unserer Jugend und damit im Dienste von Volk und Vaterland.
3000 aktive Kämpfer in Kassel.
NSG. An den 5. (9ruppenmettfämpfen der SA.- Gruppe Hessen in Kassel werden am 1. und 2. Juli insgesamt 3000 SA.-^Führer und -Männer als aktive Wettkämpfer teilnehmen. Hinzu kommen aber noch alle SA.-Führer des ©ruppenbereiches bis zum Sturmführer einschließlich, die an den ©ruppenwett» kämpfen nicht direkt teilnehmen, aber nach Kassel kommandiert sind, so daß am kommenden Samstag und Sonntag das Braunhemd der SA. nicht nur die vielen Wettkampfstätten, sondern darüber hinaus auch das Stadtbild Kassels selbst beherrschen wird.
Schon seit Tagen ist der Wettkampfftab der SA.» © nippe Hessen in Kassel an der Arbeit, um die umfangreichen Vorbereitungen, die derartiae Kampf- I tage der SA. erfordern, zu treffen. Hunderte von
Bekanntmachung.
Bett.: Musterung und Aushebung 1939.
Auf Grund des Wehrgesetzes vom 21. 5. 1936, des Reichsarbeitsdienstgesetzes vom 26. 6.1935, der Verordnung über die Musterung und Aushebung vom 17. 4.1937 und der Anordnung über die Erfassung und Musterung für den aktiven Wehrdienst und Reichsarbeitsdienst im Jahre 1939 vom 18. 4.1939 wird hiermit folgendes bekannt gemacht:
Die nachstehend aufgeführten Dienstpflichtigen, die in der Stadt Gießen einschließlich der Bororte Klein-Linden und Wieseck wohnen oder sich vorüber- gehend aufhalte«, haben zur Musterung und Aushebung zn erscheinen.
A. Zur Musterung.
I. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1919, die in der Zeit vom 1. September bis 31.Dczem- ber 1919 geboren sind;
2. die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1920;
3. die bei der letzten Musterung wegen „zeitlicher Untauglichleit" zurückgestellten Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1913;
4. die bei der letzten Musterung wegen „zeitlicher llntauglichkeit" oder aus beruflichen, sowie haus- lichen und wirtschaftlichen Gründen zurückgestellten Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1914, 1915,1916,1917,1918 und diejenigen des Geburtsjahrgangs 1919, die in der Zeit vom 1.1. bis 31. 8. geboren sind;
5. die wegen „zeitlicher Uutauglichkeit" aus dem Reichsarbeitsdienst entlassenen Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1915 bis einschl. 1918 und diejenigen des Geburtsjahrganges 1919, die in der Zeit vom 1.1. bis 31. 8. geboren sind, die eine Arbeitsdienstzeit unter 3 Monaten abgeleistet haben, foweit nicht ihre endgültige Entlassung aus dem Reichsarbeitsdienst verfügt ist, d. h., daß mit der abgeleisteten Arbeitsdienstzeit unter 3 Monaten die gesetzliche Arbeitsdienstpflicht als erfüllt anerkannt worden ist;
6. die wegen „zeitlicher Untauglichkeit" bei der Ein- stellung auS der Wehrmacht entlassenen Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1914 bis 1917;
7. die wegen „zeitlicher Untauglichkeit" bei der Einstellung aus der Wehrmacht entlassenen ehemaligen Freiwilligen (jetzt Dienstpflichtigen) der Gebartsjahrgänge 1918, 1919 und 1920;
8. alle ungedienten ehemaligen österreichischen Bundesbürger, sowie Sudetendeutsche und Memel» länder, die durch die Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich deuffche Staatsangehörige geworden sind und den Geburtsjahrgängen 1913 bis 1920 angehoren.
B. Zur Aushebung.
1. Die Dienstpflichtigen (Ers.Res. I) des Geburtsjahrgangs 1918 und diejenigen des Geburtsjahr- gangs 1919, die in der Zett vom 1.1. bis 31.8.
?eboren sind (Taugliche und bedingt Taugliche);
ie Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1914 bis 1917, die bei der Aushebung 1938
a) als Nachersatz und
b) zur Gestellung zur Aushebung 1939
bestimmt worden sind.
Militärische Behörde für die Musterung und Aushebung 1939 ist das Wehrbezirkskommando Gießen, Bahnhofstr. 83.
Die Musterung und Aushebung findet für die Stadt Gießen einschließlich der Bororte Klein- Linden nnd Wieseck (Stadtkreis Gießen) vom 7. Juli bis 14. Juli 1939 jeweils von 7% Uhr ab im Restaurant »Lum Burghof", Burggrabe« 9, nach folgendem Plane statt:
Es habe« sich somit jeweils um 7^ Uhr zu stellen:
I. Zur Musterung:
1. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1919, die in der Zeit vom 1. 9. bis 31.12. geboren sind.............am 7. 7. 1939
2. Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1920, deren Familiennamen beginnen:
von A bis G........am 8. 7. 1939
von H bis O........am 10. 7. 1939
von P bis Z........am 11. 7.1939
3. Tie unter A 3—8 genannten Dienstpflichtigen der
Geburtsjahrgänge 1913, 1914, 1915 und 1916 am 12. 7. 1939
4. Die unter A 3—8 genannten Dienstpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1917, 1918 und diejenigen des Geburtsjahrgangs 1919, die in der Zeit vom 1.1. bis 31. 8. geboren sind.....am 13. 7. 1939
II. Zur Aushebung:
Die unter B 1 und 2a und b genannten Dienstpflichtigen ...........am 14. 7. 1939
Zur Musterung und Aushebung sind folgende Papiere mitzubringen:
a) Geburtsschein,
b) Nachweis über seine Abstammung, soweit sie in seinem oder seiner Angehörigen Besitz sind (Ahnenpaß),
c) die Schulzeugnisse und Nachweise über seine Berufsausbildung (Lehrlings- und Gesellenprüfung), d) das Arbeitsbuch; dieses hat der Unternehmer dem
Dienstpflichtigen zu diesem Zweck auszuhändigen, e) Ausweise über Zugehörigkeit
zur HI. (Marine HI), Fliegereinheiten der HI., zur SA. (Marine SA.), zur SS., zum NSKK.,
zum NS.-Reiterkorps,
zum NS.-Fliegerkorps (NSFK.),
_ zum RLB. (Reichsluftschutzbund),
zum FWGM. (Freiwillige Wehrfunk»Gruppe Marine),
zum DASD. (Deutscher Amateursende- und Empfangsdienst),
zur TN. (Technische Nothllfe),
zum Deutschen Roten Kreuz, Bereitschaft mz
f) den Nachweis über den Besitz des Wehrsportabzeichens und Reichssportabzeichens,
g) Freischwimmerzeugnis, Rettungsschwimmerzeugnis, Grundschein, Leistungsschein, Lehrschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG.),
h) den Nachweis über fliegerische Betätigung; für Angehörige des fliegerischen Zivilpersonals der Luftwaffe, der Luftverkehrsgesellschaften und der Reichsluftverwaltung die Bescheinigung des Dienststellenleiters über fliegerisch-fachliche Verwendung und Art der Tätigkeit,
i) den Führerschein (Kraftfahrzeuge, Motorboote),
k) die Bescheinigung über die Kraftfahrzeugausbildung beim NSKK. — Amt für Schulen —, den Reiterschein des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung,
1) den Nachweis über die Ausbildung beim Roten Kreuz,
m) den Nachweis über Seefahrtzeiten — Seefahrtbuch —, über den Besuch von Seefahrtschulen, Schiffsingenieurschulen, der Debegfunkschule — Befähigungszeugnisse,
n) das Sportseeschifferzeugnis, das Sporthochseeschiffahrtszeugnis, den Führerschein des deutschen Seglerverbandes für Seefahrt oder für ortsnahe Küstenfahrt, den Führerschein des Hochseesportverbandes „Hansa" und das Zeugnis zum „E"- Führer für Seesport ber Marine-HI.,
o) den Nachweis über geleisteten Arbeitsdienst (Wehrpaß, Arbeitspaß ober Arbeitsbienstpaß, Dienstzeitausweise, Pflichtenheft ber Studentenschaft,
p) den Nachweis über geleisteten aktiven Dienst tn der Wehrmacht, Landespolizei ober SS.-Ver- fügungstruppe,
q) ben Annahmeschein als Freiwilliger ber Wehrmacht, bes Reichsarbeitsbienstes ober der SS.- Versügungstruppe.
Jeber Dienstpflichtige/ hat außerbem zwei Lichtbilder in ber Größe 37 x 52 mm vorzulegen, auf benen er in bürgerlicher Kleidung, ohne Kopfbebeckung von vorne gesehen, abgebilbet ist, soweit er sie nicht bereits bei der Erfassung zur Wehrstammrolle abgegeben hat.
Brillenträger und solche, die glaube«, schlecht zu sehen, haben das Brillenrezept, auf dem die Sehstärke vermerkt ist, vorzulegen.
Die zur Aushebung kommenden Dienstpflichtigen haben außerdem folgende Papiere vorzulegen:
1. Den Wehrpaß,
2. Nachweis über die seit der Musterung und Aushebung 1938 stattgefundenen Familienstanbsver- änberurtgen (Verheiratung),
3. sonstige Personalpapiere, die bereits bei der Musterung und Aushebung 1938 verlangt, aber erst später erworben wurden (Abstammungspapiere, Führerschein, Sportabzeichen usw.).
Zur Musterung und Aushebung hat auch der Dienst
pflichtige zu erscheinen, der seine Zurückstellung vom Wehrdienst beantragt hat.
Der Antrag auf Zurückstellung ist vor der Musterung und Aushebung bei der Polizeidirektion Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 1, einzureichen. Den Anträgen ist das erforderliche Beweismaterial bei^u- fügen; bei Anträgen aus beruflichen Gründen eine Bescheinigung der Ausbildungsstelle oder Lehranstalt. Der Antrag kann von dem Dienstpflichtigen, seiner Ehefrau oder seinen Verwandten ersten Grabes gestellt werben. Treten Grünbe für bie Zurückstellung erst nach ber Musterung unb Aushebung ein, so kann ber Antrag nachträglich bei ber Polizeibirektion gestellt werben.
Ein Dienstpflichtiger, ber durch Krankheit an der Gestellung zur Musterung und Aushebung verhindert ist, hat hierüber ein Zeugnis des Amtsarztes einzureichen. ,
Die Polizeidirektion kann völlig Wehruntaugliche auf Grund eines amtsärztlichen Zeugnisses von der Gestellung befreien.
Jeder Dienstpflichtige hat gewaschen, mit geschnittenem Haar und sauberer Wäsche zur Musterung unb Aushebung zu erscheinen.
Sport- ober Babehose, Turn- ober sonstige leichte Schuhe finb mitzubringen.
Vor und bis zum Abschluß der Musterung und Aushebung ist der Genuß von alkoholischen Getränken verboten.
Ein .Anspruch auf Reisekosten und Lohnausfall besteht nicht.
Einzelladung zur Musterung und Aushebuug durch die Polizeidirektion erfolgt nicht.
Jeder Dienstpflichtige, ber einen seit ber Musterung unb Aushebung 1938 vorgenommenen Wohnungs- unb Wohnsitzwechsel bei ber polizeilichen Melde- behörbe ober beim Wehrbezirkskommando (Wehrmeldeamt) Gießen nicht gemeldet hat, hat dies sofort nachzuholen.
Dienstpflichtige, die ihrer Gestellungspflicht nicht ober nicht pünktlich nachkommen, ober den vorstehenden Anordnungen zuwiderhandeln, werden, wenn keine höhere Strafe verwirkt ist, bis zu RM. 150,— ober mit Haft bestraft. Gegebenenfalls werden sofortige polizeiliche Zwangsmaßnahmen gegen sie ergriffen.
Dienstpflichtige, die während ber Musterung und Aushebung gegen bie militärische Zucht unb Ordnung verstoßen unb den Anordnungen des Wehrbezirkskommandeurs zuwiderhandeln, können vom Wehrbezirkskommandeur disziplinarisch bestraft werden.
Versuche Dienstpflichtiger zur Vortäuschung von Krankheiten werden nach § 143 des Reichsstrafgesetzbuches bestraft.
Gießen, den 26. Juni 1939. 4582D
Der Polizeidiretto«.
I. B.; Heinackes»


