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taub gerne bereif, mit jedem einzelnen Staat die von ihm gewünschten Vereinbarungen zu treffen.

Ich möchte aber diese Gelegenheit doch nicht vorübergehen lassen, ohne dem Präsidenten der nordamerikanischen Union vor allem eine Ver­sicherung über die Gebiete abzugeben, die doch wohl in erster Linie für seine Besorgnis in Frage kamen, nämlich die nordamerikanische Union selbst und die übrigen Staaten des ame­rikanischen Kontinents. Und hier erkläre ich feierlich, dah alle irgendwie verbreiteten Be­hauptungen über einen beabsichtigten deutschen Angriff oder Eingriff auf oder in amerikanische Gebiete plumper Schwin­del oder grobe Unwahrheit sind. Ganz abgesehen davon, dah solche Behauptungen übri­gens auch vom militärischen Standpunkt aus nur einer albernen Phantasie entstam­men können.

19. Herr Roosevelt erklärt nun im Zusammen­hang damit, daß er sich dann vor allem die Er­örterung der wirksamsten und schnellsten Art und Weise, nach der die Völker der Welt von ber_ er­drückenden Last der Rüstungen befreit werden könn­ten, als wichtiges Moment vorstelle.

Antwort: Herr Roosevelt weiß vielleicht nicht, daß dieses Problem, soweit es Deutschland betrifft, schon einmal vollständig gelöst war. Das Deutsche Reich hstt, und die alliierten Kommissionen bestätigen dies ausdrücklich, schon im Jahre 1919 bis 1923 restlos abgerüstet, und zwar in folgendem Umfang: Es wurden zerstört im Heer: 59 000 Ge­schütze und Rohre, 130 000 Maschinengewehre, 31 000 Minenwerfer und Rohre, 6 007 000 Gewehre und Karabiner, 243 000 MG.-Läufe, 28 000 Lafetten, 4390 MW.-Lafetten, 38 750 000 Geschosse, 16 550 000 Hand- und Gewehrgranaten, 60 400 000 scharfe Zün­der, 491 000 000 Schuß Handwaffenmunition, 335 000 Tonnen Geschoßhülsen, 23 515 Tonnen Kartusch- und Patronenhülsen, 37 600 Tonnen Pulver, 79 000 Munitionslehren, 212000 Fernsprecher, 1072 Flam­menwerfer usw. usw. Es wurden weiter zerstört: Schlitten, fahrbare Werkstätten, Flakgeschützwagen, Protzen, Stahlhelme, Gasmasken, Maschinen der »ehemaligen Kriegsindustrie, Gewehrläufe. Es wur­den weiter zerstört in der Luft: 15 714 Jagd- und Bombenflugzeuge, 27 757 Flugzeugmotoren. Und zur See wurden zerstört: 26 Großkampfschiffe, 4 Küstenkreuzer, 4 Panzerkreuzer, 19 Kleine Kreuzer, 21 Schul- und Spezialschiffe, 83 Torpedoboote, 315 U-Boote.

Ferner sind noch zerstört worden: Fahrzeuge aller Art, Gaskampf- und zum Teil Gasschutzmittel, Treib- und Sprengmittel, Scheinwerfer, Visier­einrichtungen, Entfernungs- und Schallmeßgeräte, optische Geräte aller Art, Pferdegeschirr usw. usw., glle Flugzeug- und Luftschiffhallen usw.

Vach den Deutschland einst gegebenen feierlichen Versicherungen, die sogar im Friedensvertrag von Versailles ihre Erhärtung fanden, sollte dies nur eine Vorschußleistung fein, um der anderen Welt es ohne Gefahr zu ermög­lichen, nunmehr ebenfalls abzurüsten. Auch hierin ist Deutschland, wie in allen an­deren Fällen, in seinem Vertrauen auf die Ein­lösung eines gegebenen Wortes auf das schänd­lichste getäuscht worden. Alle Versuche, in langjährigen Verhandlungen am Konferenztisch die Abrüstung der anderen Staaten ebenfalls herbeizuführen was wirklich nur ein Element der Klugheit und Gerechtigkeit und darüber hin­aus auch die Durchführung versprochener Ver­pflichtungen gewesen wäre scheiterten be­kanntlich.

Ich selbst, Herr Roosevelt, habe eine ganze Reihe von praktischen Vorschlägen zur Diskussion gestellt und versuchte, darüber eine Erörterung einzuleiten, um wenigstens eine allgemeine Rüstungsbegrenzung auf niedrigstem Stand zu ermöglichen. Ich schlug eine Höchststärke für alle Armeen von 200 000 Wann vor, desgleichen die Abschaffung aller zum Angriff geeigneten Waffen, Abschaffung aller Bombenflugzeuge, des Giftgaskrieges usw. usw. Es war aber leider nicht möglich, diese Vorschläge einer übrigen Welt gegenüber durch­zusehen, obwohl Deutschland selbst schon voll­ständig abgerüstet war. Ich stellte dann die Vorschläge über ein 300 000-Wann-Heer zur Diskussion. Wit dem gleichen negativen Resultat. Ich habe dann eine ganze Anzahl detaillierter Abrüstungsvorschläge gemacht, und zwar stets vor dem Forum des Deutschen Reichstages und damit vor der ganzen Welt­öffentlichkeit. Es fiel niemanden ein. darüber auch nur in eine Erörterung einzutreten. Dafür aber begann die übrige Welt ihre an sich schon vorhandenen enormen Rüstungen noch mehr zu verstärken. Und erst, als im Jahre 1934 der letzte meiner umfassenden deutschen Vorschläge, der ein 300 000-Wann-heer betraf, endgültig abgelehnt worden war, gab ich den Befehl zu einer deutschen, nunmehr allerdings gründlichen Wiederaufrüstung.

Trotzdem möchte ich kein Hindernis sein für die Erörterung von Abrüstungsfragen, an denen Sie, Herr Roosevelt, selbst teilzunehmen beabsichtigen. Nur bitte ich, sich zunächst nicht an mich und Deutschland, sondern an die anderen zu wen­den. Ich sehe hinter mir die Summe praktischer Erfahrungen und bin daher so lange skeptisch ver­anlagt, als ich nicht durch die Wirklichkeit eines besseren belehrt werde.

20. Herr Roosevelt versichert endlich, daß er be­reit sei, an der praktischen Art und Weise der Er­schließung internationaler Handelswege teilzuneh- men mit dem Ziel, daß jede Ration der Erde in den Stand gesetzt wird, mit dem gleichen Recht auf dem Weltmarkt zu kaufen und zu verkaufen und die Sicherheit zu haben, Rohstoffe und Erzeugnisse des friedlichen Wirtschaftslebens zu erlangen.

Antwort: Ich glaube, Herr Roosevelt, daß es sich nicht darum handelt, solche Probleme theoretisch zu erörtern, sondern daß es sich zunächst darum handelt, durch Taten die wirklichen Hemmungen der internationalen Wirtschaft zu beseitigen. Die schlimmsten Hemmungen liegen aber innerhalb der einzelnen Staaten selbst. Die bisherige Erfahrung zeigt jedenfalls, daß die größten Weltwirtschasts- konferenzen einfach daran gescheitert sind, daß die einzelnen Staaten ihre Binnenwirtschaft nicht in Ordnung halten konnten oder daß sie durch Wäh­rungsmanipulationen die Unsicherheit in den inter­nationalen Kapitalmarkt trugen und vor allem die Bewertung der Währungen untereinander fortgesetz­ten Schwankungen unterwarfen. Ebenso ist es eine unerträgliche Belastung weltwirtschaftlicher Be­

ziehungen, wenn es tn Ländern möglich ist, aus irgendwelchen ideologischen Gründen über andere Völker und ihre Waren eine wilde Boykott­hetze loszulassen und diese damit praktisch vom Markte auszuschließen. Ich glaube, Herr Roosevelt, daß es ein großes Verdienst sein würde, wenn Sie zunächst in der amerikanischen Union gerade diese Hemmungen eines wirklichen freien Wirtschaftsver­kehrs mit Ihrem starken Einfluß beseitigen würden.

Denn ich glaube nun einmal, daß, wenn es den Führern der Völker schon nicht einmal möglich fein sollte, die Produktion iimerhalb ihrer eigenen Staa­ten in Ordnung zu bringen oder die aus ideologi­schen Gründen betriebenen Boykotthetzen, die dem Wirtschaftsverkehr der Völker untereinander so sehr zu schaden vermögen, zu beseitigen, noch viel weni­ger Aussicht bestehen könnte, durch internationale Vereinbarungen etwas wirklich Fruchtba­res zur Verbesserung der wirtschaft­lichen Beziehungen zu leisten. Rur so wird das gleiche Recht, auf dem Weltmarkt zu kaufen und zu verkaufen, sichergestellt, und zwar für alle.

Irn übrigen Hal hier das deutsche Volk sehr konkrete Forderungen aufgestellt, und es würde mich freuen, wenn Sie, Herr Präsi­dent, als einer der Vachfolger des einstigen Präsidenten Wilson dafür eintreten wollten, dah nunmehr endlich das Wort einge-

Ohne Aulvergießen

21. Herr Roosevelt erklärt dann abschließend, daß die Ehess aller großen Regierungen in, diesem Zeitpunkt für das Geschick der Menschheit verant­wortlich seien. Sie mühten die Bitten ihrer Völker hören, um sie vor dem vorauszusehenden Chaos de» Krieges zu schützen. Und dafür trüge auch ich eine Verantwortung. Herr Präsident Roosevelt! Ich verstehe ohne weiteres, daß es die Größe Ihres Reiches und der immense Reichtum Ihres Landes Ihnen erlauben, sich für die Geschichte der ganzen Welt und für die Geschicke aller Völker verantwort­lich zu fühlen. Ich, Herr Präsident Roosevelt, bin in einen viel bescheideneren und kleineren Rahmen ge­stellt. Sie haben 135 Millionen Menschen auf 9,5 Millionen Quadratkilometern. Sie haben ein Land mit einem ungeheuren Reichtum an allen Bo­denschätzen, fruchtbar genug, um mehr als eine halbe Milliarde Menschen zu ernähren, und mit allem Notwendigen zu versorgen.

Ich übernahm einst einen Staat, der dank seines Vertrauens auf die Zusicherungen einer andern Welt sowie durch das schlechte Regime einiger demokra­tischer Staatsführungen vordem vollkomme­nen Ruin stand. In diesem Staat leben, nicht wie in Amerika 15, sondern rund 140 Men­schen auf den Quadratkilometer. Die Fruchtbarkeit unseres Landes ist nicht zu vergleichen mit der Fruchtbarkeit des Ihren. Zahllose Boden­schätze, die Ihnen in unbegrenzten Mengen die Na­tur zur Verfügung stellt, fehlen uns.

Die Milliarden deutscher Ersparnisse aus langen Friedensjahren in Gold und Devisen wurden uns abgepreßt und weggenommen. Unsere Kolonien haben wir verloren. Im Jahre 1933 hatte ich in meinem Lande sieben Millionen Erwerbslose, einige Millionen Kurzarbeiter, Millionen verelen­deter Bauern, ein vernichtetes Gewerbe, einen rui­nierten Handel, kurz: ein allgemeines Chaos. Ich habe seit dieser Zeit nun, Herr Präsident Roosevelt, nur eine einzige Aufgabe erledigen kön­nen. Ich kann mich nicht für das Schicksal einer Welt verantwortlich fühlen, denn diese Welt hat am jammervollen Schicksal meines eigenen Volkes auch keinen Anteil genommen. Ich habe mich als von der

löst wird, auf Grund dessen Deutschland einst seine Waffen niederlegte und sich in die Hand der sogenannten Sieger begab. Ich denke dabei zunächst weniger an die Deutschland abgepreh- ten zahllosen Milliarden an sogenannten Repa­rationen als vielmehr an die Rückgabe der Deutschland geraubten Gebiete.

Denn bas deutsche Volk hat in Europa und außer­halb Europas rund 3 Millionen Quadratkilometer Land verloren. Dabei ist das ganze deutsche koloniale Reich, zum Unterschied von den Kolonien anderer Nationen, nicht durch Kriege erworben wor­den, sondern nur durch Verträge oder durch Kauf. Präsident Wilson hat uns in feierlicher Weise sein Wort verpfändet, daß der deutsche koloniale An­spruch, genau »so wie jeder andere, der gleichen gerechten Prüfung unterliege. Statt dessen aber wurde den Nationen, die an sich schon die größten Kolonialreiche aller Zeiten besitzen, auch der deutsche Besitz noch zugeschlagen und unser Volk einer, be­sonders heute und in der Zukunft wirksam wer­denden großen Sorge ausgeliefert. Es würde eine edle T a t sein, wenn der Präsident Franklin Roose­velt das Wort des Präsidenten Woodrow Wilson zur Einlösung bringen würde. Dies würde vor allem ein praktischer Beitrag zur moralischen Kon- solidierung der Welt und damit zur Hebung ihrer Wirtschaft sein. (Stürmische Zustimmung des Hau-

I ses.)

-aus eigener Kraft!

Vorsehung berufen angesehen, nur meinem eigenen Volk zu dienen und es aus seiner furcht­baren Not zu erlösen. Ich habe daher in diesen nunmehr zurückliegenden sechseinhalb Jahren Tag und Nacht stets nur dem einen Gedanken ge­lebt, die eigenen Kräfte meines Volkes angesichts des Verlassenseins von der ganzen anderen Welt zu erwecken, auf das äußerste zu steigern und sie für die Rettung unserer Gemeinschaft einzufetzen.

Ich habe das Ehaos in Deutschland über­wunden, die Ordnung wiederhergestellt, die Produktionen auf allen Gebieten unserer natio­nalen Wirtschaft ungeheuer gehoben, durch äußerste Anstrengungen für die zahlreichen uns fehlenden Stoffe Erfaß geschaffen, neuen Er­findungen die Wege geebnet, das Verkehrsleben entwickelt, gewaltige Straßen in Bau gegeben, ich habe Kanäle graben lasten, riefenhafte neue Fabriken ins Leben gerufen und mich dabei bemüht, auch den Zwecken her sozialen Gemein­schaftsentwicklung, der Bildung und der Kultur meines Volkes zu dienen.

Es ist mir gelungen, die uns alle so zu Her,zen gehenden sieben Millionen Erwerbslosen restlos wieder in nützliche Produktionen einzubauen, den deutschen Bauer trotz aller Schwierigkeiten auf feiner Scholle zu halten und diese selbst ihm zu retten, den 'deutschen Handel wieder zur Blüte zu bringen und den Verkehr auf das Gewaltigste zu fördern.

Um den Bedrohungen durch eine andere Welt vorzubeugen, habe ich das deutsche Volk nicht nur politisch geeint, sondern auch militärisch ausgerüstet, and ich habe weiter versucht, jenen Vertrag Blatt um Blatt zu beseitigen, der in seinen 448 Artikeln d i e gemein st e Vergewaltigung enthält, die jemals Völkern und Menschen zugemutet wor­den ist. Ich habe die uns 1919 geraubten Provinzen dem Reich wieder zurückgegeben, ich habe Millio­nen von uns weggerissener, tiefunglücklicher Deut­scher wieder in die Heimat geführt, ich habe die

Oie Meinung -es Auslandes.

DieAuffaffung he^or eign Office .Henderson

soll um weitere Erläuterungen bitten.

Paris, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Der F i g a r o" läßt sich aus London melden, daß sich die diplomatische Haltung Englands bezüglich der Danziger Frage etwa folgender­maßen darstelle: Wenn es sich nur um die freund­schaftliche Regelung einer Streitfrage handeln würde, würde die englische Regierung als erste Warschau zu Verhandlungen mit der Reichsre­gierung raten. Es unterliege jedoch keinem Zwei­fel, daß die polnische Regierung in ihrem Wunsche, gute Beziehungen mit Deutschland zu unterhalten, in einem solchen Falle ihrerseits bereits bedeutende Zugeständnisse gemacht hätte. Großbritan­nien sei davon überzeugt gewesen, daß eine Heim­kehr Danzigs nur den ersten Schritt der Reichsregie­rung auf eine Zerteilung des polnischen Gebietes oder in Richtung auf einen Konflikt gewesen märe(l). Am Freitagabend habe der eng­lische Rundfunk einen wahrscheinlich von Regie­rungsseite beeinflußten Kommentar verbreitet, in dem wieder einmal versichert wurde, daß England Deutschland nicht einzukreisen beabsichtige. Die bri­tische Politik suche nur denAn greiser einzukreise n", und wenn die deutsche Regie- rung sich bedroht fühle, so sei Großbritannien durch­aus bereit, Deutschland eine gleiche G a - rantie wie den anderen Mächten anzu­bieten.

DerMatin" meldet aus London, in diploma­tischen Kreisen erkläre man, daß Botschafter Hen­derson beauftragt werde, von der Reichsregierung genaue Aufklärungen über gewisse in der Rede enthaltene Punkte und besonders über die Er­klärungen des Führers zu erlangen, wonach Hitler neue Verhandlungen mit England im Hin- blick auf ein neues Flottenabkommen aufnehmen würde. Aus London wird der Pariser Ausgabe derNew Port Herold Tribüne" gemeldet, Groß­britannien und Frankreich würden bereit sein, mit Deutschland über Nichtangriffsabkommen ZU verhandeln, wenn sich hieraus die Aussicht auf eine Verminderung der Spannungen in Europa er­geben wurde. Diese Ansicht hätten jedenfalls Kreise des Foreign Office geäußert, als sie die Hitler-Rede gelesen hatten.

Erstes Presseecho aus Tokio.

England und Frankreich müssen einen Beitrag zur friedlichen Aenderung des Status quo leisten."

Tokio, 29.April. (DNB. Funkspruch.) Die ge­samte japanische Presse steht ausschließlich unter dem Eindruck der Führer-Rede. Tokio Asahi Schimbun

hebt die Erklärung des Führers hervor, daß er ein 20jäf)riges Unrecht ohne Verletzung frem­der Rechte wieder gutgemacht habe, und betont, daß die zahlreichen Abmachungen mit England. Frankreich, Palen usw. ein deutlicher Beweis für bie deutsche Friedensbereitschaft seien. Demgegenüber habe England durch die Agi­tationslüge von einer angeblichen deutschen Bedro­hung eine Panik unter den europäischen Nationen hervorgerusen, und zwar allein zu dem Zweck, durch die Einkreisung Deutschlands den Status quo auf­recht erhalten zu können. Nachdem der Führer seine Bereitschaft zu weiteren Garantien angekündigt habe, sei nun bie Reihe an England und Frankreich, ihrerseits zurfriedlichen Aenderung des Status quo" beizutragen.

Jominri Schimbun weist besonders auf die enge Zusammenarbeit ber Antikomintern­mächte hin, die allein die Welt vor einer Kata­strophe bewahre. Die Aufforderung des Führers an Roosevelt, die Initiative zur Wiedereröffnung des Welthandels durch den Abbau künstlicher Schranken au ergreifen, sei ein scharfer Vorwurf gegen die sogenannten Demokratien, die nur auf Wahrung ihres eigenen Vorteils bedacht feien und dabei andere Staaten anklagten, anstatt sich selbst zu prüfen.

Freundliche Beurteilung in Holland.

A m st e r d a m, 28. April. (Europapreß.) Der erst« Eindruck der Hitter-Rede wirkt auf hiesige Kreise beruhigend. Die Extrablätter roePben eifrig gekauft. Auf den Straßen bilden sich Gruppen, die die Rede besprechen. Die Ansicht des Mannes auf der Straße ist, daß die internationale Lage durch sie nicht verschärft wurde. Es ist vielmehr nach Ansicht holländischer politischer Kreise keine Tür ge­schlossen worden, und selbst ber Rücktritt vom Flottenabkommen mit England und vom Vertrag mit Polen läßt alle Möglichkeiten friedlicher Rege­lungen und neuer Annäherung offen. Die Rede selbst wird als die b e ft e bezeichnet, die Hitler je gehalten hat. Man rühmt die Ruhe des Vortrages und die besonnene, teilweise humorvoll-sarkastische Art, mit der die internationale Beunruhigung glos­siert wurde. Die Börse, bie am Freitagmorgen oon London ausgehend, fest einsetzte, hat sich mit Schwankungen während und nach ber Rede be­hauptet.

Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt, die Rede sei messerschaxf. Aus ihr gehe deutlich hervor, daß Hitler fest entschlossen sei, den einmal eingeschlage­nen Weg weiterzugehen. So bedauerlich die Aus­hebung der beiden Verträge mit England und Polen auch sei, so seien bisher doch noch nicht alle Mög­lichkeiten für ein friedliches Uebereintommen abge­schnitten. Auch dasAllgemeen Handelsblad" bringt

tausendjährige historische Einheit des deutschen Le­bensraumes wieder hergeftellt, und

ich habe, Herr Präsident, mich bemüht, dieses alles zu tun. ohne Blut zu vergießen und ohne meinem Volk oder anderen daher das Leid des Krieges zuzufügen. Ich habe dies. Herr Präsident, als ein noch vor 21 Iahren unbekannter Arbeiter und Soldat meines Vol­kes. aus meiner eigenen Kraft ge­schaffen und kann daher vor der Geschichte in Anspruch nehmen, zu jenen Menschen gerechnet zu werden, die das höchste leisteten, was von einem einzelnen billiger- und gerechterweise ver­langt werden kann. (Langanhaltender, jubeln­der Beifall.)

Sie, Herr Präsident, haben es demgegenüber un­endlich leichter, Sie sind, als ich 1933 Reichskanz­ler wurde, Präsident ber amerikanischen Union ge­worden. Sie sind damit im ersten Augenblick an die Spitze eines der größten und reichsten Staaten der Welt getreten.

Sie haben das Glück, kaum 15 Menschen auf den Quadratkilometer Ihres Landes ernähren zu müssen. Ihnen stehen bie unenblichsten Bobenreichtümer ber Welt zur Verfügung. Sie können durch die Weite Ihres Raumes und die Fruchtbarkeit Ihrer Felder jedem einzelnen Ame­rikaner das Zehnfache an Lebensgütern sichern, wie es in Deutschland möglich ist. Die Natur hat Ihnen dies jedenfalls gestattet. Obwohl die Zahl ber Ein­wohner Ihres Landes kaum ein Drittel größer ist als die Zahl der Bewohner Großdeutschlands, steht Ihnen mehr als fünfzehnmal soviel Lebensfläche zur Verfügung. Sie können daher Zeit und Muße finden, bestimmt durch bie Größe Ihrer ganzen Verhältnisse, sich mit universalen Problemen zu beschäftigen. Für Sie ist daher sicherlich auch deshalb die Welt so klein, daß Sie glauben mögen, überall mit Nutzen eingreifen und wirken zu können.

In diesem Sinne können daher Ihre Besorgnisse und Anregungen einen viel größeren und weiteren Raum umspannen als bie meinen, denn meine Welt, Herr Präsident Roosevelt, ist die, in die mich die Vorsehung gesetzt hat und für die ich daher zu arbeiten verpflichtet bin. Sie ist räumlich viel enger. Sie umfaßt nur mein Volk. Allein ich glaube, da­durch noch am ehesten dem zu nützen, was uns allen am Herzen liegt: der Gerechtigkeit, ber Wohlfahrt, dem Fortschritt und dem Frieden der ganzen menschlichen Gemeinschaft.

Als der Führer geendet hatte, erhoben sich bie Abgeordneten von ihren Bänken und bereiteten ihm immer erneute stürmische Ovationen. Reichs, tagspräfibent Göring aber machte sich zum Dol­metsch der Empfindungen, die in diesem Augenblick jeden Deutschen beseelten, als er dem Führer die Versicherung gab, nicht nur die Männer des Deut­schen Reichstages, sondern das ganze deutsche Volk würde mit leidenschaftlichem Herzen bestätigen, daß das Vertrauen zum Führer und der Glaube an ihn unbegrenzt und ewig sind. Das Sieg-Heil auf den Führer und die Lieder der Nation waren ein ein­ziges Bekenntnis zum Führer. Bei seiner Abfahrt vom Reichstag und auf dem Wege zur Reichskanzlei wurden dem Führer von den Zehntausenden Ber­liner, die hier an den Lautsprechern seiner welt­geschichtlichen Rede gebannt gelauscht hatten, aus dankbarem und stolzem Herzen unaufhörliche Freudenkundgebungen bereitet. Die Jubel- ftürme ber Begeisterung steigerten sich zu einem Orkan ber Freude, als der Führer vor der Reichs-? kanzlet eintraf.

bie Rebe unter der Ueberschrift:Die Tür bleibt für Verhandlungen offen."

Starker Eindruck in Belgien.

Brüssel, 28.April (Europavreß). Wenn die großen Reichstagsreden des Fichrers in Belgien stets ein Ereignis sind, das bie politischen Kreise beherrscht, so waren am Freitag gerade so wie im September auch die breiten Volksmassen mit Spannung erfüllt, weil sie auf bie Beant­wortung der dringlichen Fragen warteten, die heute bie Weltöffentlichkeit bewegen. Aus diesem Grunde hatten sich auch die Zeitungen beeilt, unmittelbar nach ber Rede ihren Wortlaut nach Möglichkeit vollständig und in großer Aufmachung wiederzu­geben. Außer dem sozialistischenPeuple", ber die Rede auf Grund feiner marxistischen Einstellung als eine Warnung und eine Drohung bezeichnet, hat man mit Kommentaren noch zu rück geh alten, und nur die Ueberschriften zeigen, welch starken Eindruck bie Kündigung des deutsch-englischen Flot­tenvertrages und des deutsch-polnischen Nichtan­griffspaktes in Belgien gemacht haben.La Nation Beige" vergißt dabei nicht, in großen Lettern dar­auf aufmerjam zu machen, daß ber Führer den Anschluß neuer Verträge in Aussicht ge ft eilt habe, die friedliche Lösung ber schwebenden Fragen also von Deutschland nach wie vor angestrebt werde. Auch ber Satz, daß diejenigen, bie die Panikstimmung in der Welt durch die Ausstreuung von Kriegs­gerüchten verursachten, die einzig Verantwort« iichen für eine Kriegsangst seien, wird imLe Soir" hervorgehoben. In politischen Kreisen- wird ebenfalls der Nachdruck auf die neuen Ver­tragsangebote gelegt, die der Führer un­mittelbar nach ber Aufkündigung ber beiden hin­fällig gewordenen Pakte jedem gutwilligen Staat gegenüber gemacht hat.

Größtes Interesse in der Schweiz

Basel, 29. April. Die Reichstagsrede des Füh­rers ist in der Schweiz mit größtem Interesse aus­genommen und auch von einem weiteren Publikum am Rundfunk mit angehört worden. In den Blät­tern wird vor allem die Kündigung ber beiden Ab­kommen mit Polen und England vorangestellt. Die Neue Zürcher Zeitung" erklärt, Hitler habe die Initiative des amerikanischen Präsidenten in allen wesenllichen Punkten abgelehnt. In der Frage ber Abrüstung halte der Kanzler demAppell" Rovse- velts bie Erklärung entgegen, man müßte mit einem solchen Vorschlag sich nicht an ihn und an Deutsch­land, sondern an die anderen Mächte wen­den, die in seiner Darstellung als die eigentlichen Urheber des Wettrüstens und der Kriegsfurcht er­schienen. Die Hauptargumente für seine Ablehnung habe Hitler jedoch aus dem von ihm aufgestellten Sündenregister der Mächte von Versailles geschöpft, das den Frieden von 1919 als den größten Betrug der Weltgeschichte und als Quelle unzähliger Leiben des deutschen Volkes darstelle.