Ausgabe 
27.4.1939
 
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Südseite des Bettenbaues entwickelt sich die Haupt- anlage mit einer Zieranlage vor dem Vettenbau.

Technische Einrichtungen.

Das Gebäude wurde mit den neuesten Anlagen ausgestattet, um allen Ansprüchen zu genügen. In der Bäderabteilung befinden sich medizinische Bäder, Schwefel-, Licht-, Darm- und elektrische Bäder, In­halatorium, Wechsel- und Massagebäder mit den erforderlichen Ruhe- und Auskleideräumen, Zandcr- saal mit Bewegungsapparaten. Ein umfassender Raum nimmt die Röntgenabteilung mit ihren La­boratorien ein. Die Operationsabteilung enthält zwei große Operationsräume mit den dazu gehörigen Vorbereitungsräumen, Sterilisierraum, Unter­suchungsraum, Zystoskopierraum, Gipsraum und Wäschedesinfettionsraum.

Eine besondere Abteilung bildet die Apotheke mit Arzneimittelraum, einem Dampflaboratorium und Dcstilieranlage, Verbandmittelzimmer und Vorrats­räume. Sorgfältigst ausgestattete Behandlungs- und Untersuchungsräume sind für alle Abteilungen ein­gerichtet. Im Kellergeschoß befindet sich die Trans- sormatorenstation mit einer Rotsttomanlage, die Derteilungseinrichtungen für Heizung und Wasser­versorgung und eine Hochdruckdampfanlage. Fern­thermometeranlage, Aerzte- und Krankenrufanlag« zur Kontrolle und Ueberwachung sowie Radio-An­lagen für alle Räume vervollständigen die Aus­stattung.

Wohnungen.

Aerzte und Personal sind in den zur Verfügung stehenden Wohngebäuden und in den einzelnen Ge­bäuden selbst untergebracht. Im Lazarett selbst ist das Sanitätspersonal untergebracht, ebenso die Schwestern. Es können neben den Familien im Lazarett normalerweise 40 Personen unterkommen.

künstlerische Ausschmückung.

Mit besonderer Sorgfalt wurde die künstlerische Ausgestaltung des Lazaretts bearbeitet. Den Ein­gang des Hauptgebäudes schmückt eine mit Stein­ornamenten verzierte Bogenhalle mit dem Hoheits­zeichen darüber. Die Haupteingangshalle ist mit Lahnmarmor verkleidet und hat als besonderen Schmuck einen Brunnen erhalten, in dessen Nische die Bronzefigur eines Jünglings steht mit einer Fackel als Genius der Genefuna. Der Entwurf stammt von Professor V a r n e s i (Frankfurt a. M.). Die Fenster der Eingangshalle sind mit getönter Bleiverglasung ausgestattet und haben feine Zeich­nungen von Heilpflanzen. (Entwurf von Kunstmaler Lammeyer, Frankfurt a. M.) Der Feierraum ist in besonderer Weise durch den Kunstmaler Oskar Mar­tin (Amorbach/Holzhausen bei Nußdorf, Inn) mit einem eindrucksvollen Fresko, das die gesamte Wand­fläche bedeckt, gestaltet worden. Das Wandbild stellt den Kreislauf des Lebens dar. Der gesamte Raum ist aus das Fresko abgestimmt durch die Vertäfe­lung und einen schmiedeeisernen Kronleuchter, der von dem Bilhauer Krämer entworfen und durch seinen Vater Kunstschmied Krämer (Hanau) ausgeführt wurde. Der 24flammige Leuchter wird durch die astronomischen Tierkreiszeichen geschmückt. Die Vertäfelung und die Möbel des Offiziers-Be­sprechungsraumes sind aus poliertem Nußbaum­holz. Zwei Tafelbilder von dem Kunstmaler Lam­meyer (Frankfurt a. M.), deren eines eine Dar­stellung der Ruine der Medizinschule des Hippokrates auf der Insel Eos bei Rhodos darstellt, schmücken diesen Raum. Eine Büste des Führers von dem Bildhauer Georg Krämer (Frankfurt a. M.) und ein 18flammiger Metallkronleuchter vollenden die Ausstattung. Die übrige künstlerische Ausgestaltung der Tages- und Aufenthaltsräume für Kranke und Personal ist mit Bildschmuck durchgeführt. Die Stein- brüstungen der Liegetxerrassen im 1. und 2. Ober­geschoß der Südseite sind mit Heilpflanzenornamen­ten verziert, entworfen von Professor Schmidt- Kaestner in Kassel und Bildhauer Krämer (Frankfurt a. M.). Das Leichenhaus ist mit einem schmiedeeisernen Tor, nach einem Entwurf von Professor V a r n e f i und Ausführung von Kunst­schmied Krämer (Hanau), versehen. Ebenso einige Zier- und Fenstergitter. Die Glasfenster des Auf­bahrungsraumes find mit figürlichem Schmuck in Bleiverglasung nach Entwürfen von Kunstmaler Poppe (Frankfurt a. M.) ausgestaltet. Holzbild­hauer Berle (Gießen) lieferte einen Entwurf für einen Beleuchtungskörper, Fackel und Kranz. Zwei Portale am Be-amtenwohnhaus sind nach Ent-

Hine Frau mit Herz

Roman von Hedda Lindner

Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin

13 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Ein wundervoller Gedanke von Ihnen, mich hier herauszubringen", sagte Dina entzückt, als sie durch den Winterwald gingen.Man hat in der Stadt wirklich keine Ahnung davon, wie schön es draußen ist."

Besonders heute im Rauhreif. Aber auch sonst wenn ich mich in Biringen frei machen kann, fahre ich immer in die Berge. Der Schnee hat mir Drüben am meisten gefehlt/

Das kann ich mir denken. Sommer ist wunder­bar, aber immer Sommer"

Immer Sommer ist genau so unerträglich wie es ein Winter ohne Ende sein würde. Am schlirnrn- sten ist drüben die Feuchtigkeit bei der Hitze, die alles verdirbt, was nicht in tropensicheren Behält­nissen aufbewahrt wird. Man wird trotz aller Ge­genmaßnahmen ensetzlich schlaff dadurch. Was hätte ich manchmal für eine frische, scharfe Kälte wie heute gegeben und für einen Anblick wie diesen!"

Sie waren tn einen schmalen Pfad eingebogen, über den sich die bereiften Bäume wie silberne Bo­gen spannten; wo die schräg einfallende Sonne die Zweige traf, funkelte und blitzte es, daß man ge­blendet die Augen schließen mußte.

Wie im Märchenwald!" sagte Dina hingerissen. Gleich wird die Schneekönigin erscheinen, um un­ter diesem silbernen Baldachin in ihr Reich einzu­ziehen."

Im goldenen Schlitten, gezogen von weißen Renntieren mit goldenen Geweihen", sprach er lächelnd weiter.Sie sehen, ich habe meinen Ander­sen auch noch nicht vergessen", lachte er auf ihr er­stauntes Gesicht.Das von der Schneekönigin war sogar mein Lieblingsmärchen, als ich noch an Mär­chen glaubte."

Ich glaube an Märchen. Jetzt wieder. Ich habe es doch selbst erlebt, das Märchen vom Aschen­brödel."

Zu jedem richttgen Märchen gehört aber auch ein Prinz", sagte er halb scherzhaft.

Dann allerdings. An den Märchenprinzen glaube ich auch nicht mehr." Ihre Stimme war plötzlich hart geworden.

82 Betriebe wurden neu mit dem Gaudiplom ausgezeichnet.

NSG. Am Mittwochnachmittag verlieh Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger in einer feier­lichen Sitzung der Arbeitskammer Hessen-Nassau im Büraersaal in Frankfurt a. M. 82 Betrieben das Gaudiplom für hervorragende Leistungen neu und bestätigte die 51 im Vorjahr verliehenen Gau- diplome. Vor der Verleihung gab Gauobmann Becker einen großartigen Leistungsbericht über den II. Leistungskampf der deutschen Betriebe im Gau Hessen-Nassau.

Zu Beginn der festlichen Sitzung der Gauarbeits­kammer, an der zahlreiche Gäste aus Partei, Staat und Behörden sowie die Betriebsführer und Be­triebsobmänner der auszuzeichnenden Betriebe teil* nahmen, umriß Gauobmann Becker die Aufgabe des Leistungskampfes der deutschen Betriebe, die deut­sche Wirtschaft und das Betriebsleben in unserer Weltanschauung auszurichten. Dabei bezeichnete er den Leistungskampf und den Reichsberufswettkampf als die beiden großen Säulen der Neugestaltung aus nationalsozialistischem Geiste.

Er meldete dann dem Gauleiter den Abschluß des Leistungskampfes 1938/39 und gab dabei einen großartigen Bericht über die Erfolge, die in dem II. Leistungskampf im Gau Hessen-Nassau auf den verschiedenen Gebieten erzielt wurden.

Sodann sprach Gauleiter Sprenger. Er erin­nerte daran, daß unser Gau bereits im letzten Jahre vier Musterbetriebe, 51 Betriebe mit dem Gaudiploch und 33 Betriebe mit einem Leistungs­abzeichen aufzuweisen hatte. In diesem Jahre kön­nen 82 Betriebe neu mit dem Gaudiplom ausgezeich­net werden, so daß wir mit wirklicher Befriedigung auf die bisherigen Erfolge im Leistungskampf blicken können. Für die, die nun im Besitze einer

Auszeichnung sind, gilt es, die Anerkennung i m - mer wieder neu z u verdienen. Die Be­triebe aber, die bisher noch nicht ausgezeichnet wer­den konnten, müssen ihre Anstrengungen verdop­peln. Das Ziel dieses großen Kampfes ist, daß die ganze deutsche Wirtschaft Musterbetrieb wird. Ich richte daher den Appell an alle, Träger des Lei­stungskampfgedankens zu werden und durch ihn das Gesicht des neuen Deutschlands zu formen helfen.

Anschließend überreichte der Gauleiter den Be­triebsführern und Betriebsobmännern der ausge­zeichneten Betriebe die Gaudiplome und die Bestäti­gungsurkunden für die vorjährigen Diplome.

Die Musterbetriebe

in Gießen und Oberhessen.

Aus Gießen und Oberhessen wurden folgende Betriebe ausgezeichnet:

Gustav Geisse, Lebensmittelhandlung, Gießen, Seltersweg.

Walzenmühle Assenheim, Assenheim, Kreis Wet- terau.

Wilhelm Neumann, Säge- und Hobelwerk- Zimmergeschäft und Holzhandlung, Schotten i. Ober- hessen. '

H. L. Wißner, Dampfsägewerk-Zimmergeschäft und Holzhandlung, Londorf i. Oberhessen.

Bezirkssparkasse Alsfeld, Alsfeld i. Oberhessen.

BezirkssparkasseMathildenstist", Friedberg i. H. Johannes Nickel, Hartbasaltwerke, Ober-Wid- dersheim, Kreis Büdingen.

William-C.-Kerckhoff-Jnstitut, Bad-Nauheim. Georg Baumgärtner, Leinenweberei, Schlitz.

wurf und Ausführung von Bildhauer Bourcarde (Gießen). Die Gartenanlage stammt im Entwurf von Dipl.-Gartengestalter Z ö p p i ch (Frankfurt am Main).

Heimische Handwerker stark beteiligt.

Den vielen Firmen und Handwerkern Gießens sowie der näheren und weiteren Umgebung, die an diesem Lazarettbau tätig waren und im einzelnen wegen der großen Zahl an dieser Stelle nicht ge­nannt werden können, soll hiermit im gesamten für ihre besondere Leistung Dank gesagt fein. Die Bau­leitung des Heeresbauamtes führte für fast die ge­samte Bauzeit Regierungs-Baurat E i f e n h a r d t als Amtsvorftand und betreute die außerordentlich große und verantwortliche Ausführung auch unter seinem Nachfolger Regierungs-Bauassessor Teub­ner. In Baumeister Wieth erstand der Lazarett­abteilung des HBA. ein unermüdlicher und unersetz­licher Leiter.

Vornotizen.

Tageskatender für Donnerstag.

Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr,Minna von Barnhelm". Gloria-Palast (Seltersweg):Liebe streng verboten". Lichtspielhaus (Bahnhofstr.): Ein Walzer für Dich". Im großen Hörsaal der Universität, 20.15 Uhr, Tonsilm-Vortrag über 100 Jahre Photographie.

Stadttheater Gießen.

Heute abend, um 20 Uhr, findet die letzte Vor­stellung des klastischen LustspielsMinna von Barn­helm" von G. E. Lessing statt. Die Spielleitung hat Hannes Razum. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Ende 22.30 Uhr.

Oie Aufgaben der Kindergruppen des Deutschen Frauentverkes.

Gfs. Aus verschiedenen Anfragen ersehen wir, daß die Zwecke der Kindergruppen noch nicht allen klar geworden sind. Besorgte Eltern fragen, ob die Kinder denn dort schon arbeiten müßten!

Das Deutsche Frauenwerk hat die Kindergruppen gegründet, um die 6 bis 10jährigen Schulkinder

spielenderweise aus die sie später im BDM. und Jungvolk erwartenden Pflichten vorzubereiten. Es sei nochmals betont, spielenderweise Einmal in der Woche kommen die Kinder zwei Stunden zu­sammen. Sie dürfen malen, basteln, Lieder fingen, eine fröhliche Turnstunde wird eingelegt, auch von unserem großen Führer, seiner Einstellung zu den Kindern und dem Nationalsozialismus bekommen sie in einer für sie leichtverständlichen Weise er­zählt. Die deutschen Märchen sollen auch hier wieder für sie erstehen. Und nun im Sommer wird die Leiterin jede schöne Stunde benützen, mit ihren kleinen Schützlingen ins Freie zu wandern.

Also keine Sorge, daß den Kindern irgendeine Belastung auferlegt wird! Die Eltern tun nur gut daran, den Kindern ein paar fröhliche Ermahnungen mit auf den Weg zu geben, daß die Kleinen nicht den Leiterinnen ihre gewiß nicht allzu leichte Ar­beit unnötig erschweren.

Der Schulungsabend der Jugendgruppen im April.

Gfs. Der letzte Schulungsabend der Gießener Jugendgruppen war ausgefüllt durch einen außer­ordentlich interessanten Vortrag von Dr. Jentsch üher Erb- und Rassenpflege. Er sprach dann noch ausführlich über Ehestandsdarlehen. Es erfolgte bann eine rege Aussprache über die angeschnittenen Themen. Dies war für die nächsten Monate der letzte Schulungsabend der Jugendgruppen. Es fol­gen nun Bastelabende, die ihren Abschluß Ende Juni mit einer Leistungsschau und anschließendem ftöhlichem Sommerfest finden.

Gießener IDodjennyirFlpreife.

* Gießen , 27. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Weißkraut, kg 13 bis 15, Rotkraut 18, Karotten 16 bis 18, Spinat 16 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 10, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meer­rettich 40 bis 65, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rha­barber 20 bis 25, Kartoffeln, neue, V» kg 18 Pf., alte, % kg 5 bis 8 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Hähne 85 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 50, Salat 25 bis 30, Salat­gurken 80 Pf. bi« 1,20 Mark. Lauch 5 bis 12 Pf., Rettich 10 bis 15, Sellerie 20 bis 60,

Er sah sie von der Seite an. Da war wieder der bittere Zug, der ihm bei der ersten Begegnung auf gefallen war. Sie mußte eine schwere Enttäu­schung erlebt haben, und es war ungeschickt von ihm, sie daran zu erinnern.

Märchen sagen: Es war einmal. Die Wirklich­keit sagt: es ist. Man soll demEs war einmal" nicht zu viele Rechte einräumen."

Sie verstand ihn und lächelte trübe.Das ist Nicht so einfach. Männer können es wohl eher, Män­ner sind Tatsachenmenschen, Frauen hängen mehr an Stimmungen und an Erinnerungen", fügte sie leise hinzu.

Also stimmte es, sie trug eine Erinnerung mit sich herum, unter der sie litt. Daher der bittere Zug. Natürlich hängt es mit ihrer Scheidung zusammen. Wenn ich nur eine Ahnung hätte, wer ihr Mann war, überlegte er. Aber vor allem muß ich sie wie­der auf andere Gedanken bringen.

Wird es Ihnen auch nicht zu anstrengend in dem hohen Schnee? Dann kürzen wir hier nach rechts ab."

Nein, gar nicht!" beteuerte sie eifrig, dankbar für feine Rücksichtnahme. Aber wo ist Schnurze!?" fragte sie besorgt.

Sie riefen und pfiffen, und endlich kam ein weißer Ball zwischen den Tannen herausgeschossen, nur an der kleinen roten Zunge, die hechelnd heraushing, ernannte man in dem schneebedeckten Etwas einen äußerst vergnügten kleinen Hund.

Wo bleibst du denn, du Herumtreiber?" sagte Holk vorwurfsvoll.Du mußt doch aufpaffen, wo wir gehen."

Schnurze! wedelt mit seinem Stummelfchwänz- chen.

Das müßt ihr doch einsehen", sagten seine blan­ken Augen,daß ich nicht immer auf euch achten kann hier im Walde, wo es so viel Herrliches zu riechen gibt." Und als er merkte, daß die Men­schen ihn verstanden Hunde merken das im­mer, stieß er, übermütigen^ pustend, seine schwarze Nase tief in den Schnee, daß eine weiße Wolke um ihn aufstob.

Beide lachten über den drolligen kleinen Kerl. Ich muß gut auf ihn aufpaffen", sagte Holk.Meine Mutter hängt sehr an ihm."

Das kann ich verstehen", antwortete Dina leb­haft.Ich will später unbedingt auch einen Hund haben."

Sie waren um eine Ecke gebogen und standen nun ziemlich unvermittelt am Fuße eines kleinen Abhanges. Jemand rief lautBahn frei!", und Holk konnte Dina gerade noch zur Seite reißen, da

sauste auch schon ein Rodelschlitten an ihnen vorbei und kam nach einigen Metern zum Stehen. Das Wollpaket darauf erwies sich als eine wohlgerundete Dame, die sich anschickte, schnaufend und vergnügt ihren Schlitten wieder bergaufzuziehen.Fein geht es heute!" sagte sie wohlwollend, als sie an den bei­den vorbeistampfte. Ihre Rückseite war durch den beim Abfahren aufgeroirbelten Schnee weiß bereift.

Die Schneekonigin!" sagte Holk ernsthaft.

Dina mußte lachen, achtete nicht auf den Weg und glitt auf einer vereisten Stelle aus. Noch ehe sie fallen konnte, hatte Holk sie im Arm.Das ist die Rache der Schneekonigin', sagte sie vorwurfs­voll, als sie ihr Gleichgewicht wiederhatte.

Wie unfreundlich von der Dame, Sie für meine Sünden büßen zu lassen!" Er schob wie selbstver­ständlich seinen Arm unter den ihren, als sie weiter- gingen, und sie ließ es ebenso selbstverständlich geschehen.

So wanderten sie zusammen durch den verschnei­ten Wald, waren auf eine seltsame Weise mitein­ander vertraut, als hätten sie sich von jeher gekannt. Sie sprachen nicht mehr viel. Sie ließen sich ein- fpinnen vom Zauber der Winterlandschaft, horchten auf den knirschenden Laut des Schnees unter ihren Schritten, auf das leise Knistern in den Bäumen, wenn ein Zweig sich seiner Last entledigte und der Schnee als weiße Wolke herniederkam, auf die fröhlichen Rufe der Sportler, die von irgendwoher durch die Stille hallten, halb aufgefogen von dem dicken weißen Winterteppich. Sie achteten auf keine Zeit, fühlten keine Müdigkeit, sie hätten immer so weiterwandern können ...

Die Gebäude des Observatoriums tauchten auf, Dina stieß einen tiefen Seufzer aus.Wir sind ja schon da, schade", sagte sie unwillkürlich.

Er drückte ganz leicht ihren Arm, ehe er sie los­ließ.Hoffentlich hat es Sie nicht zu sehr ange­strengt?"

Ängestrengt? Mich! Ich konnte noch stundenlang weiterlaufen", sagte sie lebhaft.Es war herrlich!"

Das war es", stimmte er ebenso lebhaft zu. Aber für heute ist es doch genug. Außerdem wird es dunkel. Ich denke, wir nehmen jetzt die Straßen­bahn zurück in die Stadt"

Am zweiten Feiertage sind die Lokale besser be­sucht als am ersten. Aber sie fanden doch noch eine behagliche Ecke in einem kleineren Cafö, wo sie sich ungestört unterhalten konnten.Wie mein Gesicht glüht", Dina puderte sich verstohlen die Nasenspitze. Ich glaube, ich bin rot wie ein Schlußlicht."

. Nicht ganz", beruhigte er. Außerdem steht Ihnen die frische Farbe sehr gut."

llebertragung der Führerrede in Gießener Gaststätten.

Der morgige Freitag wird unsere gesamte deutsche Volksgemeinschaft vor den Rundfunkgeräten sehe^ Um 12 Uhr wird Deutschland und die Welt die Antwort, die der Führer Adolf Hitler dem tya- sidenten der Vereinigten Staaten Roosevelts geben hat, hören. Auch in unserer Stadt sind bereite alle Vorkehrungen getroffen. Die Ladengeschäft werden in der Zeit von 12 dis 13.30 Uhr geschlosst fein, damit jedermann Gelegenheit hat, den Führer- zu hören. In den Betrieben wird ein Gemeinschaft empfang durchgeführt werden. Für die Jugend st det die Rundfunkübertragung in den Schulen ffaii,. Um aber auch tatsächlich allen Volksgenossen bir Gelegenheit zu geben, den Führer zu hören, hab^. sich die Gießener Gaststätten selbstverständlich bereit. erklärt, ihre Räume und Rundfunkgeräte zur Ver­fügung zu stellen. Innerhalb der Stadt Gießen anfri in den Bereichen der verschiedenen Ortsgruppe sind es folgende Gaststätten:

Ortsgruppe 2H i H e :Württemberger Hof. Bahnhofstraße;Stadl Mainz", kreuzplah: Gast, stätteZum Löwen", Neuenweg.

Ortsgruppe Nord: RestaurantPulver mühle", Rodheimer Straße 11;Zum Gambrinus' Wehsteingasse 10; GaststätteZum Aquarium" walltorslrahe 5;Frankfurter Hof", Lindenplah RestaurantKrämer" Marburger Straße 25.

Ortsgruppe Ost: RestaurantGermania' Kaiserallee;Schühenhaus", Grünberger Straße.

Ortsgruppe Süd: In sämtlichen Lokalen innerhalb der Ortsgruppe.

Die Zugendkunbgebung am 1. Mai

Die Durchführung der Jugendkundgebung q 1. Mai liegt wiederum in den Händen der Hitln> Jugend. Verantwortlich für die Gestaltung b« Kundgebung in jedem Standort ist der Standorts^ rer der HI., der in engster Zusammenarbeit mi dem Ortspropagandaleiter der NSDAP, seine Don b er ei hing trifft.

Die Uebertragungsjeiten sind folgende 8.30 Uhr: Beginn der Uebertragung, Eintreffen de-

Neichsjugendführers und des Reichspropa, gandaleiters.

8.35 Uhr: Meldung durch Obergebietsführer An mann, bann Ansprachen des Reichsjugendfch rers und des Reichspropagandaleiters.

8.50 Uhr: Eintreffen des Führers.

Der Führer spricht zur Jugend Großdeutsch lands!

9.15 Uhr: Ende der Kundgebung.

Die Standortführer der HI. sind dafür üeranb wörtlich, daß die Standorte um 8.20 Uhr zur Kund­gebung angetreten stehen.

Tödlicher Lerkehrsunfall an der 6(fc

Ludwigstraße-Wilhelmstraße.

Gestern vormittag gegen 7 Uhr ereignete sich am der Kreuzung Ludwigstraße/Wilhelmstraße ein Der-' kehrsunfall, dem leider ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Der bei der Reichspost angeftellti: 23jährige Arthur Schon aus der Ebelstraße wollt,? mit seinem schweren Motorrad zur Post fahren. An der Ecke Ludwigstraße fuhr er mit großer Wucht gegen ein Auto, das im gleichen Augenblick in den Richtung zum Studentenhaus die Kreuzung passiert- Der Verunglückte erlitt bei dem Zusammen^ schwere Gesichts- und Schädelverletzungen, öerer Folgen er unmittelbar nach seiner Ginlieferung im die Chirurgische Klinik erlag. Das Motorrad wurde! bei dem Zusammenstoß vollständig zerstört. Der Verunglückte war erst vor kurzer Zeit aus Spaniern zurückgekommen, wo er unter den Fahnen Francon gegen den Bolschewismus kämpfte. ----

4L flk wirktschmerzstillend-

ii

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Ist dies Kompliment auch wieder Dienst anrn Kunden?" neckte sie.

,^Ich bewundere Ihr Gedächtnis. Nein, heute nicht», heute bin ich ganz privat."

Dann besten Dank. Nehmen Sie Zucker?"

Ein Stück bitte."

Milch?

Auch etwa, danke schon." ,

Der Kuchen ist gut", stellte Dina fest,ich Ham einen Mordshunger."

Darf ich Ihnen noch etwas bestellen?"

Schnurzel, wie denkst du darüber? Wollen wir Herrchen ruinieren?" Schnurzel legte seinen feucht«'' kleinen Bart auf ihr Knie und sah hingebungsvoll zu ihr auf. Augenscheinlich hatte er keine HeM' mungen in dieser Hinsicht, vorausgesetzt, daß weiter" hin so ehrlich mit ihm geteilt mirröe.

Holk bestellte.Haben Sie schon weitere Pläne^

Nur für die nächste Zeit. Ich muß nochmal nj* Luzern und will im Anschluß daran nach Arost Es soll sehr gutes Schigelände haben."

,/Das hat es", bestätigte er.

Sie kennen es?"

Seit meiner frühesten Jugend. Mein Vater wo!' Konsul in Bern", fugte er hinzu.

Ach. Dann natürlich. Eigentlich weiß ich 9°° nichts von Ihnen", meinte sie nach einer Pause.

Allzuviel ist von mir auch nicht zu berichte^ Mein Vater war, wie gesagt, im KonsulatsdiensÜ, er starb, während ich in Kolumbien war; nui|W Mutter zog wieder nach Potsdam, ihrer HeimM ftabt, und meine einzige Schwester ist in Hollam verheiratet."

Ist sie jünger?"

Drei Jahre. Sie hat zwei Jungen und Mädel. Famose Kerlchen, aber unbändig wild, roenr sie auf Ferien in Potsdam waren, ist meine alt:> | Dame hinterher völlig abgekämpft", lachte er. Mal' merkte, baß er an den Kindern hing.

Es muß hübsch sein, einen größeren Bruder 3r- haben", meinte Dina träumerisch.Ich war imm£< allein. Eine kleine Schwester starb so früh, daß w gar nichts von ihr weiß, und eine verheiratete Co»' fine ist eigentlich meine einzige nähere Verwandte

,Las kann aber auch sehr nett sein. Ich havc einen Detter, mit dem stehe ich wie mit einen Bruder."

Es kann möglich", gab Dina zu.Aber metm: Cousine und ich sind sehr verschieden, wir niemals viel Kontakt gehabt, auch als Kinder n'd) Sie ist eine sehr schone Frau", fügte sie neidl0' hinzu.

(Fortsetzung folgt.)

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