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diesen Schuhbezlrk gewährt, d. h. der Spaziergänger darf sich bei der Wanderung durch den Hangelstem- Bezirk nur auf den vorgeschriebenen Wegen aufhalte» und keinerlei Blu° men oder Grün pflücken, wenn er sich nicht nach den Bestimmungen des Naturschutzgesetzes strafbar machen will. Man darf aber wohl saaen: Wer mit rechter Freude an der Natur durch Waid und Feld geht, wird sicherlich auch seine Hände in Zaum halten können, d. h. sich nicht an dell unter Naturschutz gestellten Schönheiten des Waldes ver­greifen. (Einen weiteren Anreiz wird der Philo- sophenwald künftighin bieten, der im Laufe der Zeit immer mehr parkartig bewirt­schaftet werden soll.

Im Gießener Stadtwald von der Licher Straße bis hinüber zum Schiffenberger Weg (Land­straße nach Hausen) wird die Stadt bestrebt sein, den erholungsuchenden Spaziergängern künftighin weitere Annehmlichkeiten zu bieten. Die Waldwege werden selbstverständlich in der üblichen Weise Jahr um Jahr in Ordnung gehalten werden. Die jetzt be­reits vorhandenen Ruhebänke und Schutz­hütten sollen auch weiterhin alle pflegliche Behandlung erfahren. Hier sei dem dringenden Wunsche Ausdruck gegeben, daß diese Einrichtungen zum Besten der Gemeinschaft auch von allen Be­nutzern und Passanten respektiert und geschont wer­den möchten. Man denkt aber daran, von der Licher Straße, etwa von der Verdun- (Wald-) Kaserne ab zum Schiffenberg einen neuen Spaziergän­ge r w e g zu schaffen, wobei zum Teil vorhandene Schneisen benutzt werden sollen, zur Ergänzung auch an einige Auslichtungen von Unterholz gedacht ist, um einen landschaftlich reizvollen neuen Weg durch den Wald zu schaffen. Weiterhin ist der Ge­danke im Vordergrund, diesen neuen Weg vom Schiffenberg fortzuführen in westlicher und nordwestlicher Richtung durch den Staatswald hinüber bis zur Leihgesterner Landstraße mit Ein­mündung auf die Landstraße etwa in der Nähe der Bergschenke, so daß sich dieser Weg vom Staats­wald unterhalb des Schiffenbergs aus etwa am Ostrande des jetzigen Leihgesterner Forstes hinziehen würde. Auf diesem neuen Rundweg durch den Stadtwald könnten, entsprechend verteilt, weitere Ruhebänke und einige Schutzhütten Platz finden, wobei besonders darauf zu achten wäre, daß eine Anzahl Bänke weiter draußen in der Nähe des Schiffenbergs ausgestellt würden, damit Wanderer mit geringer Marfchfähig- keit nicht nur in der Nähe der Stadt schon Rast­plätze hätten, sondern auch weiter draußen im Walde ausruhen könnten. Für die Schuhhütten an diesem neuen Wege kämen Stellen mit schönem Ausblick in Betracht. Als weitere Annehmlichkeit für die Fußgänger im Bereiche dos Schiffenbergs kann man es ansehen, daß die Stadt die Schaffung einer elektrischen Beleuchtung für den Weg vom For st garten bis hinauf zum Schis- f e n b e r g und vielleicht auch auf der anderen Seite hinab bis zur Station Schiffen berg plant, damit man in den Abendstunden nicht mehr wie bisher in der Finsternisherumfällt". Bei dieser Gelegenheit eine Bitte an den hessischen Staat: Die Auffahrt- und Abfahrtwege am Schif- fenberg befinden sich in sehr erneuerungsbedürsti- gern Zustand. Wenn die staatliche Forstverwaltung für die Erneuerung dieser Wege ausreichende Mittel zur Verfügung stellen würde, die künftighin einen besseren Zustand der Straßen und vielleicht auch eine Beseitigung, mindestens aber eine starke Abflachung der jetzigen scharfen und gefährlichen Kurven ermög- lichten, so würden alle Spaziergänger und Fahraus­flügler sehr dankbar sein.

Im Bezirk nach Klein-Linden zu, am Rande des Bergwerkswaldes, wird die verschönernde Hand der Stadt gleichfalls nicht fehlen. Man plant dort die Aufstellung weiterer Ruhebänke, damit die Spaziergänger von diesem Waldrand aus in Geruhsamkeit den schönen Ausblick in das Lahn­tal und hinüber zum Gleiberg genießen können. Und da wir hier vom Gleiberg sprechen, sei sogleich ein Wunsch für diese Gegend ausgesprochen. Bisher war eine Sommerwanderung auf der Höhe entlang zum Gleiberg an heißen Tagen nicht gerade eine Freude und Erholung. Mancher Spaziergänger empfand dasviel Afrika" der prallen Sonne reich­lich unangenehm, und nicht wenige verzichteten lieber auf den Ausflug nach dem Gleiberg. Sicherlich würde es von weiten Bevölkerungskreisen angenehm empfunden werden, wenn man den Höhenweg zum Gleiberg, vom Hardtwäldchen aus am Oberen Hardbof vorbei, mit einer Baumallee bepflanzen würde. Vogelbeerbäume, die den Vögeln auch eine gute Nahrungsquelle waren, oder Birken würden sich für diesen Zweck wohl eignen und im Laufe der Jahre zu einer schönen, schattenspendenden Allee heranwachsen, die wohl für die angrenzenden Aecker keine Nachteile zur Folge hätte. Die Stadt Gießen allein kann allerdings an jener Stelle nichts tun. da dieser Weg zum Kreis Wetzlar gehört. Zwar wird unsere Stadt gern den Ausflüglerverkehr nach dem Gleibera fördern helfen, aber man wird wohl auch hoffen dürfen, daß für diesen Zweck der Kreis Wetzlar es an der Förderung von seiner Zeite aus nicht fehlen lassen wird. Und wenn die Stadt Gießen und der Kreis Metzlar gemeinsam eine solche Baumallee anlegen lassen würden, so könnten beide des Dankes aller Spaziergänger sicher sein und dabei das Bewußtsein hegen, an ihrer Stelle eine neue Förderung der für beide gleich bedeut- famen Burg Gleiberg geleistet zu haben. Hoffentlich isi der Zeitpunkt nicht fern, an dem wir von der Schaffung einer solchen Allee berichten können. B.

Dornoiizen.

Tageskalender für Samstag.

Gloria-Palaft, Seltersweg:In geheimer Mission". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Frauen für Golden Hill".

Tageskalender für Sonnlag.

Stadttheater: 19 bis 21.30 UhrDas Land des Lächelns". Gloria-Palaft, Seltersweg:In ge­heimer Mission". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: "Frauen für Golden Hill". Oberhessijcher Kunst- verein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Schiklub: 6 Uhr Abfahrt mit dem Om­nibus am Lndwigsplatz zu den Schi-Gaumeifterfcha ° ten in der Rhön.

Spielplan des Sladllheaters vom 26. Februar bis 5. März.

Sonntag, 26. Februar, noch einmal die Operette .Das Land des Lächelns", von Franz Lehär. Musi- kalische Leitung Joachim Popelka. Spielleitung Gert Buchheim. Tänze Thea Maaß. Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt.

Dienstag, 28. Februar, Anfang 20, Ende 22 Uhr: Ballettabend der Tanzgruppe". Choreographie Thea Maaß. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Dienstag-Miete, 21. Vorstellung.

Mittwoch, 1. März, Anfang 19.30, Ende 21.30 Uhr: ErstaufführungEinen Sommer lang", Lust-

Rassisches Denken in poMkund Geschichte

Ein Vortragsabend im Gießener Osfizierheim.

Der Kommandeur der 9. Division, Generalleut­nant von Apell, konnte bei einem Vortrags­abend im Gießener Offizierheim neben vielen füh­renden Persönlichkeiten aus allen Stand- orten yo e r Division auch mit besonderer Freude den kommandierenden General des IX. Ar­meekorps, General der Artillerie Dollmann, begrüßen. In einer kurzen Ansprache ging der Di­visionskommandeur auf die vertrauensvollen Be­ziehungen ein, die wie hier in Gießen, so auch in allen anderen Standorten der Division zwischen Be­völkerung und Wehrmacht herrschen und gab bann dem Redner des Abends das Wort.

Hauptamtsleiter Or. Arlt, Breslau

der ständige Stellvertreter des Amtsleiters des Rasse- politischen Amtes in der Reichsleitung der NSDAP., Reichsamtsleiter Dr. Groß, sprach in dessen Ver­hinderung in überaus klar gegliederten und tief­schürfenden Ausführungen zum Thema:Rassisches Denken in Politik und Geschichte". Er warf die Frage nach den geschichtsbildenden Kräften auf, die von der Geschichtsphilosophie der Vergangenheit sehr verschieden beantwortet sei. Die bolschewistische Ge­schichtsphilosophie, der Materialismus, zum Beispiel erkläre alle geschichtlichen Prozesse außenpolitisch als Wirtschaftskriege, innenpolitisch als Auseinander­setzungen über die materiellen Möglichkeiten inner­halb eines Volkes. Für den Materialismus bestehe der Sinn der Geschichte in der Aufhebung des Be­sitzstandes zu Gunsten einer allgemeinen Besitz­losigkeit. Der Mensch vermöge zu dem geschichtlichen Ablauf dieser zwangsläufigen Entwicklung nichts beizutragen. Anders sehe der bürgerliche Idealismus, der in Hegels Philosophie grundlegend für das Rechtsdenken der Vergangenheit und Gegenwart geworden fei, die geschichtsbildende Kraft in einem objektiven Geist jenseits menschlicher Auffassung. Das Gesetz des Pendelschlages, das der bürgerliche Idealismus für den Verlaus des Geschichtsprozesses als charakteristisch ansehe, vermöge der Mensch ledig­lich zu erkennen und zu bejahen. Er vermöge jedoch nicht den Werdegang der Geschichte selbst zu ge­stalten. Irgendwann gebe es für alle diese Philo­sophien, auch für die Oswald Spenglers, auf die der Redner noch kurz einging, einen Endzustand der geschichtlichen Entwicklung: Kants BuchZum ewigen Frieden" deute ihn für den bürgerlichen Idealismus

an, die große Genossenschaft der Menschheit sei der Endpunkt des geschichtsphilosophischen Denkens des Materialismus.

Unsere eigene Geschichtsanschauung des National­sozialismus fußt dagegen auf dem Glauben, daß der Mensch berlräger alles geschichtlichen Werdens ist. Freilich der Mensch in seiner beson­deren Art, denn keineswegs sind alle menschlichen Rassen gleich stark geschichtsbildend gewesen, man vergleiche nur die geschichtsbildende Kraft der weißen Rasse mit dem traditionslosen Dahinleben eines beliebigen Negerstammes. Als Ursachen für Aufstieg und Verfall eines Volkes stellte der Redner dann drei Gesetze alles völkischen Seins heraus: Das Ge­setz der Zahl, das Gesetz der Leistung und das Gesetz des Wesens. Solange ein Volk seinen Ar­beitsraum mit eigenen völkischen Kräften besetzen kann, diesen Arbeitsraum aus eigenem zu verteidi­gen vermag und darüber hinaus noch Pioniere aus- fenden kann als Vorposten seines Volkstums, wird es seine Stellung neben gleichkräftigen Nachbarvöl­kern zu behaupten vermögen. Die Geschichte des europäischen Ostens und der Kampf Jdpons um fei­nen Lebensraum im Pazifik, geben für diese These schlagende Beispiele. Aber von gleicher Bedeutung wie die Geburtenfrage ist für den Geschichtsprozeß das Gesetz der Leistung, das von den Völkern for­dert, sich leistungsmäßig ihren Nachbarn überlegen zu zeigen, da nur daraus das Bewußtsein ihrer ge­schichtlichen Sendung und der Wille, sich durchzu- setzen, entspringt. Auch diese Leistung will geboren werden, ebenso wie die bloße Zahl der Träger eines Volkstums. Und schließlich wird ebenfalls nur gebo­ren die geistig-seelische Einheit eines Volkes, der (ehe Führung bedarf, um zu ge- schichtsbildender Kraft zu werden. Hierin liegt das Gesetz des Wesens, gegen das wir in der Vergangen­heit nicht minder gesündigt haben wie gegen die Ge­setze der Zahl und der Leistung. Sie für den Men­schen als geschichtsbildende Kraft zu erkennen ist das Gebot der Stunde. Denn Geschichte wird ge­macht aus uns selber, aus unserem eigenen Leben und der Gestaltung unserer Ehe.

In herzlichen Worten gab Generalleutnant von Apell dem Dank der Zuhörer für die klaren und geistvollen Ausführungen des Vortragenden Aus­druck. Ein geselliges Beisammensein beschloß den Abend.

Gießener Soldaten Helsen dem WHW.

Infanteristen, Artilleristen und Flieger laden alle Volksgenoffen zum Tag der Wehrmacht ein.

Die Vorbereitungen zu dem großen Einsatz un­terer Wehrmacht des IX. Armeekorps und damit auch aller Truppenteile des Standortes Gießen für das Winterhilfswerk amTag der Wehrmacht" find nunmehr abgeschlossen. Die Darbietungsfolge, die sich an zwei Tagen, nämlich am 18. und am 19. März, in Gießen ab­wickeln wird, ist außerordentlich reichhaltig. Alle Volksgenossen aus Gießen und Umgegend sind für diese beiden Tage zu den Veranstaltungen unserer Soldaten herzlich eingeladen, und sie werden dabei sicherlich nach jeder Richtung hin ihre Erwartungen erfüllt sehen.

Samstag, 18. März

beginnt derTag der Wehrmacht" für das WHW. mit einem Marsch der Infanterie, der Artillerie und der Flieger durch die Straßen der Stadt Gie­ßen, an den fick als Ausbildungsdienst aller Waffen Vorführungen der Truppenteile aus dem vielseitigen Gebiete ihres Waffendienstes auf Oswaldsgarten anfchließen. Dazu kommen weitere Darbietungen in den Straßen und Anlagen der Stadt, vor allem auch Platzkonzerte.

Der Abend des 18. März bringt Wehrmacht-Kon­zerte unserer Infanterie und der Flieger, deren Mu­sikkorps an diesem Tage von 20 bis 23 Uhr im Theater bzw. im Cafö Leib konzertieren werden.

Sonntag, 19. März

ist für 7 Uhr Großes Wecken mit zwei Musikkorps angesetzt. Die Marschstraßen für das. Wecken werden später noch mitgeteilt.

Ad 9 Uhr wird in der Berg-, in der Verdun- und in der Bleidorn-Kaserne Gelegenheit zu eingehenden

Kasernenbesichtigungen mit militärischen Vorfüh­rungen und Belustigungen (Reiten, Schießen usw.) gegeben sein. Zur gleichen Zeit finden im Flieger­horst ebenfalls mancherlei Vorführungen statt, bei denen die Besucher die Vorführungen von Kampf­flugzeugen, Flugzeugbomben, Bordwaffen und Flüge über Gießen erleben können.

Von 11 Uhr ab ist in der Stadt an 19 Stellen Gelegenheit zum Eintopfessen aus den Feltzkijchen gegeben, ferner kann man seinenSchlag" auch in den Kasernen der Infanterie und der Artillerie, ebenso im Fliegerhorst in Empfang nehmen. Es gibt dabei das stets begrüßte Soldatenessen Erbsen mit Speck. Aus früheren Erfahrungen weiß man, daß es bei dieser Gelegenheit einen guten und reichlichen Schlag gibt.

Abends von 20 Uhr ab finden als Abschluß des Tages Manöverbälle statt, die im Caf6 Leib, im Gesellschaftsverein (Club) und im Katholischen Ver­einshaus, wahrscheinlich auch noch in der Turnhalle am Oswaldsgarten steigen werden. Lustige Einlagen von geeigneten Männern der Infanterie, der Artil­lerie und der Flieger werden diesem Teil des Tages noch eine schöne humoristische Bereicherung geben.

Als Abzeichen für die Spender werden wieder kleine Achselklappen ausgegeben, die in der Farbe und in der Nummer auf unsere Gießener Truppen­teile abgestimmt sind. Jedes dieser Abzeichen soll diesmal 30 Pfennige kosten. In diesen Preis ist jetzt aber auch im Gegensatz zu früher das Ein­trittsgeld zur Kafernenbesichtigung mit enthalten, so daß dafür keine Sonderzahlung erforderlich ist, die bei früheren Veranstaltungen stets noch nebenher ging. Die Besucher werden also für 30 Pfennig we­sentlich mehr erhalten als früher und'dadurch nach jeder Richtung hin gut abschneiden.

spiel von Kath. Stoll. Spielleitung Günter Winkel. Mittwoch-Miete, 21. Vorstellung.

Freitag, 3. März, Anfang 20, Ende 22 Uhr: Ballettabend der Tanzgruppe". Choreographie Thea Maaß. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Freitag-Miete, 22. Vorstellung.

Samstag, 4. März, Anfang 20, Ende nach 23 Uhr: Zum letzten MaleAida", Oper von Verdi. Musi­kalische Leitung Joachim Popelka. Spielleitung Gert Buchheim. Die Vorstellung findet gleichzeitig für den KdF.-Feierabendring, 9. Vorstellung, statt.

Sonntag, 5. März, Anfang 19, Ende gegen 22 Uhr: zum letzten MaleDie lustige Witwe", Ope­rette von Franz Lehär. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Spielleitung Gert Buchheim. Außer Miete!

Gießener Aonzerlvereln.

Ein besonderes Ereignis des diesjährigen Kon­zertwinters ist für alle Musikfreunde die Auffüh­rung von VerdisRequiem" am 2. März. Wenn man bedenkt, daß Verdi gemeinhin nur als der große italienische Opernkomponist bekannt ist, so wird die Aufführung gerade dieses Werkes berech­tigtes Interesse erwecken und uns den großen Mei­ster von einer tiefernsten, religiösen Seite kennen lernen lassen. Ausführende sind der Akademische Chor und das Städtische Orchester unter Mitwir­kung namhafter Künstler Die Leitung liegt in den bewährten Händen von Professor Stefan T e m e s oart).

ftunfetbunt, eine Stunde deutschen Humors.

Auf Einladung des Goethe-Bundes Gießen und des Kaufmännischen Vereins wird am Dienstag, 28. Februar, 20 Uhr, in der Neuen Aula der Vor- tragsmeifter Ernst Kreuzträger aus München eine Stunde deutschen HumorsKunterbunt" geben. Dieser Vortragsabend mußte seinerzeit wegen Er­krankung des Künstlers verschoben werden. Es wer­den im bunten Wechsel Heiteres und Besinnliches von Walter von der Vogelweide, Hans Sachs, Jakob Peter Hebel, Wilhelm Busch, Ludwig Thoma, Ludwig Ganghofer u. a. zum Vortrag kommen.

Unsere Familiennamen.

Mit dem gestrigen Freitag wurde die zweite Vor­tragsreihe der Volksbildungsstätte Gießen, die unter dem TitelWissenschaft im Dienst am Volke" ver­anstaltet worden war, abgeschlossen. Professor Dr. Goetze sprach im Hörsaal 33 des Dorlesungs­gebäudes über das Ergebnis mancher eigenen For­schung auf dem Gebiete unserer Familiennamen. Er führte seine Zuhörer zunächst weit in die Geschichte zurück, in eine Zeit, in der der Deutsche nur einen Namen brauchte, weil Verwechslungen nicht zu be­fürchten waren. Erst im 11. Jahrhundert trete der Zuname, meist der Herkunftname, auf, der zuerst bei vornehmen Geschlechtern erschien, dann aber mit den Städtegründungen auch in breiteren Volks­kreisen zum Zwecke der leichteren Unterscheidungs- möqlichkeit Einzug hielt. Immerhin habe die Ent­wicklung einen Zeitraum von 400 Jahren in An­spruch genommen, bis sich der Zuname überall durchsetzte.

Ju seinen weiteren Darlegungen mies der Redner auf vier Gruppen von Zunamen hin, die sich aus Herkunft, aus Männernamen, aus Stand und Beruf ableiteten, schließlich aber als llebernamen erschie­nen. Im einzelnen erläuterte bann der Redner die verschiedenen Namensgruppen. Er wies nach, wie die Herkunftnamen von Land, Stamm, Ort oder Haus abgeleitet wurden, betonte aber, daß gerade diese Namen sehr leicht zu Mißdeutungen führen könnten und es sorgfältiger familiengefchichtlicher Forschungen bedürfe, um einwandfrei die Herkunft eines Namens bestimmen zu können. Zahlreich seien bann die Zunamen, die aus Männernamen abge­leitet wurden. Auch aus Taufnamen habe sich man­cher Familienname ergeben. Klarer und eindeutiger seien die Ableitungen aus dem Berufsstand der Vorfahren des Namensträgers, wenngleich auch hier manche Abwandlung' und Sinnübertragung statt- gefunden habe. Schließlich hörte man mit großem Interesse, wie Uehernamen entstanden sind, die von irgend welchen charakteristischen Eia"narten eines seiner früheren Träger abgeleitet wurd Hier feien vor allem Haarfarbe, Wuchs und Haltung, Lebens­

art und persönlichste Eigenschaften bestimmend ge. roefen. Der Redner ließ zum Schluß wissen, baß die Betrachtung der Familiennamen nicht nur für den Sprachwissenschaftler von Wichtigkeit fei, viel­mehr liege in ihnen eine Möglichkeit zu einem kulturgeschichtlichen Anschauungsunterricht, der man- chen Schluß auf das sonst schwer zugängliche Geistesleben unserer Vorfahren gestatte. Aus den Erkenntnissen der Vergangenen erwüchse uns, so schloß der Redner, manche Stütze für die Zukunft. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit Der- folgt. Eine längere rege Aussprache schloß sich an und ließ erkennen, daß die Zuhörer bas größte Interesse am Thema mitgebracht hatten.

Feierstunde der

Gießener 7!G.-Frauenschasten.

Die Aula der Universität trug am Freitag zur abendlichen Feierstunde der Gießener NS.-Frauen- schäften und des Deutschen Frauenwerkes ein fest­liches Gepräge. Vor dem großen Hoheitszeichen an der Stirnwand der Aula gruppierte sich die Spiel-

wirken!

Fort mit grauem Haar!

pllen frauen möchte ßleinolfjeshaSimplei helfen, nicht älter aus* zusehen, als sie sind. Eg

gibt ergrautem sioav ganz einfach die färbe wieder, die es hotte, ohne baß man etwas oomfärben1* *

merkt. 20 Nuancen - naturecht in der Wirkung - flehen jur Verfügung, also auch die richtige für 5ie(

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schar der Gießener NS.-Frauenschaft. Frauen unb Mäbchen der Gießener Ortsgruppen füllten den weiten, mit den Fahnen der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes sowie den Hakenkreuz- bannern geschmückten Raum bis auf den letzten Platz. Amtswalter Frey von der Ortsgruppe Süd vertrat die Gießener Ortsgruppen der NSDAP. Mit schlichten Worten wies die Kreisfrauenschafts­leiterin, Frau W r e d e, auf den Ernst der Stunde hin. Sie erinnerte an die fünfte Wiederkehr des Tages, an dem die Reichsfrauenführung geschaffen wurde. Jede Frauenarbeit stehe jetzt unter einer Führung und erhalte von dort aus ihre Ausrichtung. Die Ausgaben seien so vielseitig, daß jede Frau, die wirklich guten Willens sei, die Möglichkeit habe, nach Fähigkeit und Veranlagung mitzuarbeiten. Und in dieser Stunde, so führte Frau Wrede sinngemäß aus, wenden sich die tätigen Frauen werbend an alle diejenigen, die noch abseits stehen, damit auch sie sich einreihen und mitarbeiten. Die deutsche Frau müsse sich bemühen, Mutter des Volkes zu sein. Und mit den Worten, daß die Zukunft bei denen liege, die strenger gegen sich sind und die mehr von sich fordern, chs von den anderen, legte Frau Wrede die ernste Verpflichtung klar, die bei jeder deutschen Frau liegt.

Die Spielschar der Frauenschaft unter der Lei­tung von Lehrer Siegler brachte eine Suite zu Gehör. Aus einem vom Jungmädel Feyh vorge­tragenen Sinnspruch klang das die Frauenarbeit bestimmende Wort:Wir dienen!" heraus. Nach einem mit Begleitung des Orchesters gemeinsam ge­sungenen Lied sprach Frau Hummel einige das Frauenwerk und die Frauenarbeit tragende Ge­danken und Aufmunterungen zur Mitarbeit aus. Die Worte der Sprecherin fanden jeweils durch ein von einer Schar Jungmädel vorgetragenes Lied eine Abgrenzung und Betonung. Das gemeinsam ge­sungene LiedHeilig Vaterland" klang wie eine Bejahung dieser Sinnsprüche auf. Nachdem Frau Hummel den Treugruß an den Führer ausgebracht hatte, beschloß die Spielschar mit* einem Musikstück die Feierstunde.

Verleihung

des Treudienst-Ehrenzeichene.

Am heutigen Tage überreichte der Oberbürger­meister unserer Stadt dem bei der Firma Kochund Eichenauer beschäftigten Buchhalter Louis Kreiling, wohnhaft in Gießen, Goethestraße 59, das Treudienst-Ehrenzeichen der Sonderstufe für An­gestellte unb Arbeiter ber freien Wirtschaft für mehr als fünfzigjährige Tätigkeit an feiner Arbeitsstätte.

Achtung Handwerker

Unter Berücksichtigung ber Bedeutung des Gesetzes über bie Altersversorgung des deutschen Handwerks vom 22.Dezember 1938 hält es die Kreishandwerker­schaft Gießen für erforderlich, in allen größeren

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Städten und Orten des Kreises Gießen öffentliche Handwerker ° Versammlungen durchzuführen. Das Thema lautet allgemein:Altersversorgung des deutschen Handwerks".

Die Versammlungen werden im Auftrag des Landeshandwerksmeisters von Hessen, Gainer, unb der Hessischen Handwerkskammer -Darmstadt durchgeführt. Redner ist Herr B o u v e r e t (Frank­furt a. M.). Anschließend ist den Handwerkern die Möglichkeit zur Fragestellung und zur Aussprache gegeben. Die Leitung der Versammlungen liegt in den Händen des Kreishandwerksmeisters S t ü h l e r.

Den Handwerksmeisterinnen und Handwerks­meistern ist der Besuch dieser Versammlungen drin­gend zu empfehlen.

Siebener wochenmorktpreije 4

* Gießen, 25. Febr. Aus dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Ps Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Güteklasse I: S 13, A 12%, B 12, C 11%, D 10%, ausländische 12, bulgarische Original 11, Wirsing, % kg 15, Weißkraut 11 bis 13, Rot­kraut 13 bis 15, gelbe Rüben 12 bis 14, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 30 bis 38, Unterkohlrabi 8 bis 10, Rosenkohl 42 Pf., Feldsalat 1,10 Mark,/io 12 bis 15 Pf., Tomaten, % kg 30 bis 45 Zwiebeln 13 bis 16. Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 40, Rhabarber 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf.,