25.726. gebruar 1959
Nr. 48 Drittes Blatt
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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Neuerungen im Gießener Wald.
Zuwachs durch die Eingemeindung Wiefecks. — Verbesserungen an den Gpaziergänger- wegen und ein neuer Rundweg durch den Wald. — Ein Vorschlag zur Verschönerung des Weges zum Gleiberg.
Aus der Stadt Gießen.
Ein Gebell.
Vor einigen Tagen hörte ich im Radio ein Herbstlied singen; d. h. genau gesagt, hörte ich es nicht, denn ich hörte gar nicht hin, nachdem es ungesagt war, sondern zerbrach mir vielmehr den Kopf, wie ausgerechnet jetzt ein Herbstlied aufs Programm gesetzt werden konnte, da im Gegenteil alles erwartungsvoll auf den Frühling eingestellt ist. Steht er doch längst heimlich hinter der Tür. Und ungeduldig öffnet man immer wieder eine Spalte, um durchzugucken, ob er schon — und wo? — Und als ich dies alles gemacht hatte, war das Lied zu Ende, das sicher sehr schön, und wahrscheinlich furchtbar wehmütig gewesen war.
Rundfunk und Zeitung müssen eben aktuell, zeit- entsprechend fein. Rach dieser allbekannten und selbstverständlichen Feststellung fällt es mir nun nicht gerade leicht, das Wort Weihnachtsbaum, wenn auch noch so schüchtern und förmlich um Entschuldigung bittend, in die Feder zu nehmen. Aber ich bin es ihm schuldig, obwohl es nicht einmal mein eigener Weihnachtsbaum war, von dem ich erzählen will.
Edelster Art entsprossen, von herrlich hohem Wuchs, wurde er seinerzeit gefroren gekauft Willen- und machtlos ließ er sich fortschaffen. Erwärmt löste er die Glieder, weitete sich, und stand wieder voll und fctfän. Geschmückt brach Lebensseligkeit aus ihm hervor, und fast scheu sah man zu, wie junge Triebe sich als zarte Punkte Überall zeigten, um dann licht- grün hineinzuwachsen in das Geranke der Goldfäden. Doch sein Baumschicksal war besiegelt. Im Kellerverließ mußte seine strahlende Laufbahn enden.
Aber er lehnte sich auf, mit aller ihm noch zu Gebote stehenden Lebenskraft gegen das, was Menschen ihm angetan. Ließ seine Triebe wachsen und wachsen, bis sie lang, zart, duftend und maigrün, vor allem von seiner Krone herabhingen: ein Rebell.
Seine Tapferkeit wurde belohnt. Seine frühlingsgeschmückten Zweige wurden abgeschnitten und neben Krokus und Weidenkätzchen in dasselbe Zimmer gestellt, dem sie einst Weihnochtsstimmung gegeben hatten Der schönste Zweig aber wurde noch einmal mit Goldfäden umsponnen, mit einem zierlich goldenen Glöckchen behängt und — mir ins Haus gebracht
Run sieht er vor mir. Nach immer, wie einst. Sinnbild des Meihnacbtsfeftes, doch weit darüber hinaus: Sinnbild des Früblinas, der ewigen Kraft und sehnsuchtsvollen Erneuerung.
Leise klinaelt das aoldene Glöckchen und läutet dem Frühsina entgegen, der heimlich und lächelnd üor der Tür steht — irgendwo — überall. E. v. M.
Die Bedeutung des Fisches.
Während der Verbrauch von Fischen aller Art im Jahre 1932 noch etwa 410 000 Tonnen betrug, belief er sich im Jahre 1937 schon auf etwa 700 000 Tonnen. Dementsprechend stieg der jährliche Verbrauch je Kopf der Bevölkerung von 8,9 kg auf 12,4 kg, also um rund 40 v. H. Da der Vierjahresplan das Ziel hat, den Fischverbrauch auf 20 kg je Kopf und Jahr zu erhöhen — die Fangflotte wurde inzwischen verdoppelt —, sollte die Hausfrau dazu Übergehen, den Fisch in erheblich weiterem Umfange als bisher in die tägliche Kost einzuschalten. Wie gering der geplante Fischverbrauch trotz der voraussichtlichen Steigerung sein wird, erfährt man am besten, wenn man die entsprechenden Zahlen anderer Länder zum Vergleich heranzieht. So beträgt der Fifchverbrauch in
England 25 kg je Kopf der Bevölkerung Japan 50 „ „ „ ,, ••
Nicht nur aus der volkswirtschaftlichen Notwendigkeit der Entlastung des Fleischmarktes heraus wird ein gesteigerter Fischverzehr angestrebt, sondern auch aus der Erkenntnis heraus, daß der Fisch ein leicht verdauliches, also bekömmliches und dabei billiges Nahrungsmittel ist, der ebenso wie das Fleisch m Verbindung mit Kartoffeln, Gemüse und Salaten auf die verschiedensten Arten zubereitet werden kann.
In wenigen Wochen beginnt wieder die Zeit, in )er alle Volksgenossen sich erneut an unserem djoncn Gießener Wald erfreuen werden. Dann zeigen die Wege und Erholungspunkte im Gießener Wald wieder regen Verkehr von Spaziergängern, die dort draußen in der Herrlichkeit des Waldesdoms Ruhe und Erholung suchen.
Allerdings wird künftighin die Möglichkeit der Spaziergänge eine gewisse Einschränkung bzw. eine NEue Zielrichtung erfahren. Durch Abgaben von Waldgelände für andere, unabweisbar notwendige Zwecken kommen die Forstreviere links der Land st raße Gieße n—S teinbach — mit Ausnahme des für Gießen ungeschmälert erhaltenen Fernewaldes — künftig für Wunderungen nicht mehr in Betracht. Lenken wir unsere Schritte weiter hinaus in Richtung Leihgestern, so wird auch dort in Zukunft ein großes Waldrevier nicht mehr als Wander- und Ausflugsziel in Betracht kommen, da auch an jener Stelle lebenswichtige Interessen unserer Volksgemeinschaft unbedingt den Vorrang haben und die anderweitige Nutzbarmachung dieses Waldgeländes bedingen. Bei dieser Neuordnung wird auch die Schutzhütte Theodorsruh den neuen, wichtigeren Zwecken weichen müssen; jedoch wird die Schutzhütte an einer anderen Stelle des Stadtwaldes wieder aufge- teilt werden, wobei man bestrebt fein wird, eine chöne, aussichtsreiche Stelle des Waldes auszuwählen. Diese Einengungen der Spaziergangsmöglichkeiten mögen von manchen Volksgenossen be=
Seit drei Tagen hallen im Wißmarer Bachtal, nördlich von Wißmar, in einem Taleinschnitt, der herrlich von Wäldern gesäumt ist, die Schüsse vom Uebungsschießen der 14. Kompanie des Infanterie- Regiments 116. An drei Tagen zogen die Soldaten in den frühen Morgenstunden hinaus und kehrten jeweils erst am Abend zurück. Am Donnerstag war es kalt, und ein scharfer Wind trieb den Soldaten Schnee und Regen ins Gesicht, und im Schneegestöber war es auch nicht leicht, das Ziel anzusprechen. Der gestrige Freitag dagegen brachte den Soldaten prächtiges Wetter, so daß es eine Freude
dauert werden. Man muß sich aber vor Augen halten, daß die außerordentlich wichtigen Zwecke dieser Waldhergabe für die Volksgemeinschaft weit wichtiger sind und der größere Gesichtspunkt des gesamtstaatlichen Interesses dieses Opfer unbedingt rechtfertigt. Daher hat man in Gießen nicht gezögert, auf einen ansehnlichen Waldbezirk für alle Zukunft zu verzichten. Und man darf wohl annehmen, daß die gleiche Bereitwilligkeit zum Opfer für die ®e*= meinschast auch dort bekundet wird, wo es in naher Zukunft ebenfalls erforderlich ist, weil auch dort das größere Ganze vor die kleineren Ortsintereffen gestellt werden muß.
Auf der anderen Seite hat unser Gießener Wald am 1. April d. I. aber auch einen Zuwachs zu erwarten. An diesem Tage tritt die Eingemeindung der Gemeinden Wieseck und Klein-Linden in Kraft. Dadurch kommen etwa 2 8 0 Hektar Wiesecker Waldbesitz in das Eigentum der Stadt Gießen, im Zusammenhang damit auch der H a n g e l st e i n und das Wäldchen bei der Badenburg. Zu diesen neuen Gießener Waldbezirken wird man künftighin auf Spaziergängen feine Schritte wohl öfter lenken, als es bisher geschehen ist. Dazu wird um so mehr Anreiz fein, wenn man jetzt hört, daß für die Erschließung dieser Waldbezirke zu Spaziergängen von der Stadt Gießen mancherlei getan werden soll. U. a. steht der Gedanke im Vordergrund, für Spaziergänge von Gießen aus an einigen Stellen seitlich des Bahndammes bis zur Badenburg Ruhebänke auf
war, draußen zu fein und im klaren Licht der Sonne nach den Zielen zu schießen.
Geschossen wurde mit den Panzerabwehrkanonen, allerdings nicht mit Granaten, sondern mit Jnfan- terie-Gewehr-Munition, denn es kam nicht auf die Feuerwirkung, sondern auf Treffer an. Die Schützen, die im November vergangenen Jahres zu unserem Regiment und damit zur 14. Kompanie kamen, be« kamen damit nach umfangreicher theoretischer Vorbereitung, nach eingehendem Studium des Geschützes und seiner Handhabung, gestern die erste Gelegenheit, im Scharfschießen zu zeigen, was fid in den
zustellen und am Waldrand des Badenburger Wäldchens bis herüber zur Gabelung der Landstraßen nach Lollar und nach Daubringen ebenfalls solche Ruhesitze zu schaffen. Im sog. Ttziesecker Wald, vornehmlich am Waldrand entlang bis etwa zur Ludwigsburg und dann in Richtung Daubringer Paß, könnten gleichfalls manche Ruhebänke an geeigneter Stelle, vielleicht auch eine Schutzhütte
Die Nachwehen der Grippe:
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mit schöner Ausblicksmöglichkeit geschaffen werden, um den Spaziergängern in diesem neuen Gießener Waldbesitz Gelegenheit zur Rast zu bieten. Der Hange!stein-Bezirk selbst wird natürlich auch in Zukunft unter den strengen Bestimmungen bleiben, die das Naturschutzgesetz für
vergangenen Monaten gelernt hatten. Das Ziel waren 'Tankatrappen, die in 600 Meter Entfernung ausgestellt waren und von drei in Stellung gebrachten Geschützen aus beschossen wurden. Jeder der Schützen hatte acht Schuß abzugeben, und es waren zahlreiche Schützen dabei, die ein hundertprozentiges Ergebnis — 8 Schuß, 8 Treffer — verzeichnen konnten. Wenn dies auch nicht allen gelang, so war das Schießergebnis doch sehr zufriedenstellend zu nennen. Da mit Leutspur-Munition geschossen wurde, war es möglich, vom Stand der Geschütze aus mit dem Fernglas fast jeden Einschlag zu beobachten. Darüber hinaus wurde die Trefferzahl aber auch auf den Zielatrappen registriert und so exakt festgestellt, was jeder einzelne Schütze leistete.
Links: Schießübung im schönen Wißmarer Bachtal. — Rechts: Panzer-Abwehrgeschütz in Stellung. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gieß.Anz.)
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PM-tleblWsschießen im Wißmarer Vachtal.
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„Dominik, es ist so weit!", da bestieg der Dominik
„Ca ca geschmauset!
Laßt uns nicht rappelköpfig sein. Wer nicht mit hauset, Der bleib' daheim!"
und das tröstet ihn ein bißchen. Sie häufen Reisig um ihn herum, es reicht ihm bis an das Kinn, und dann bauen sich die Wilden in festlichem Kreise auf; ein Kienspan wird an das Holz geworfen, es fängt an zu prasseln, und nun setzt der wilde Kriegsgesang der Seminolen ein.
Der gute Dominik hat mit dem Leben Schluß gemacht — aber jetzt wird ihm doch ganz eigenartig: was die Wilden da fingen, das kennt er doch?! Gewiß, die Worte sind nicht die rechten oder nur fo ungefähr, aber die Melodie, der Rhythmus — Herr du meines Leben, das hat er ja tausendmal ge-
Die Indianer springen entsetzt auf und . davon; Dominik ist aber bei der letzten Strophe:
Dominik ist nicht mehr ist der Lage, sich zu wundern oder nach dem Wie und Warum zu fragen: er fühlt nur, hier läßt sich ein Leben kommentmäßig beenden, und während es ihm fo sonderbar mann wird, singt er mit Donnerstimme die zweite Strophe: „Der Herr Professor Liest heut' kein Kollegium, Drum ist es- besser. Man trinkt eins rum! —"
„So lebt man lustig In Jugendfröhlichkeit, Bis daß man rüstig ad patres reift —"
Da wird das dürre Holz fortgeriffen, feine Fesseln fallen, und vor ihm steht — „Ei wer wirds gewese fei? Wer andersch als mein Leibfuchs Grube aus Jena! Der hot eemol ä Freed gehat!"
Bei Gott, es war der Grube, den das Schicksal auch nach Florida verschlagen hatte, wo er mit den Indianern lebte, sie seine Lieder lehrte und sich nur seitwärts in die Büsche schlug, wenn sie ihre Gefangenen rösteten.
Dominik kam wieder zu seiner Truppe, und als der Krieg zu Ende war, bezog er amerikanische Universitäten, aber es war die rechte Freude nicht mehr: er beklagte sich bitter, er verstehe „die verfluchte Ausdrück von bene Professors nit recht!" Da ging er mit seinen letzten fünfzig Dollar zu einem deutschen Wirt, gab sie ihm und sagte dazu: er solle ihn darauf Hinweisen, wenn sie zu Ende wären, und so lebte er noch ein Weile in Glanz und Gloria. Als aber der Wirt eines Tages sagte:
sich der^gut^Domintt", > ein' Misstffipxi-B°°t, um unter die Indianer zu
Geschichten vom tollen Studenten Dominik
Don Herbert Kranz.
Der Student Karl Dominik aus Landau in der Pfalz war in der stillen Biedermeierzeit vor hun- dert Jahren eine gewaltige Figur, denn er genoß den Ruhm, der älteste Student der bewohnten Erde zu sein. Sein Jenaer Leibfuchs nimmt ihn eines schönen Tages mit nach Haus in die Ferien, der Vater, ein wackerer Pfarrer in emem Thüringer Dorf, begrüßt die beiden herzlich. Der Sohn stellt ihm den Gast vor, und wie der alte Herr den Namen hört, gehen ihm liebe Erinnerungen durch den Kops, und er bemerkt freundlich, mi einem. $omi nit habe er in feiner Jugend tn sieht ihm der Dominik fo recht ms Gesicht und schre auf: „Ei, altes Haus, kennscht de mich denn m meh? Ich bin ja der Dominik, mit dem de studiert ^Be/ Gott, er war es — mittlerweile waren aus seinen Kommilitonen Männer mit^Amt und Wurden geworden sie hatten M) em ®e,nb 9enh°™ »in-' es waren Kinder auf die Welt gekommen die Ktn der waren groß geworden - und immer noch hieU sich Karl Dominik studierens halber m den Um- "SSL'L. I.m
Art. wie er feine Serien verbrachte- da pflegte er nämlich gern Kriegsdienste zu nehmen Er kamptte in Nordafrika gegen Araber und B°dmn°n und gegen Ende der dreißiger Jahre, als offenbar «tne deutfche Universität mehr Wert auf feine Mltarbe t fegte zag er mit General August Maar van PH adelphia nach Florida in den Krieg gegen Men aus- ständischen Indianerstamm der Seminolen.
Eines Taaes gehörte er zur Besatzung eines Block-
wieder zu verlassen der Femd hatte Inh lange nnyt gezeigt, die Moskito-Plage war draußen Mimm. man konnte sich Fieber holen, und da morsb-ster man schlich, sobald die Runde vorbeil war .wiedem das Blockhaus und schnarchte dort Mit den andern. Dominik hätte der nicht fein muffen, der er w , wenn ers anders gemacht hätte; aber d°s Ung uck wollte, daß mitten ttn schönsten Schlafdie 4iarm lanone losdonnerte. Das gab em ‘
einanöer. Die auf dem Dach gelegen hatten, woll
ten in die Wachstube hinunter, und die in der Wach- tube hielten die Eindringlinge für Indianer; so uhr man einander an die Kehlen, und es war ein Zlück, daß keiner eine Waffe bei der Hand hatte, onst wäre aus dem Handgemenge ein schauderhaftes Gemetzel geworden.
Da schrie der Dominik: „Ei die Kränk, so mach doch emol eener a Licht, daß mer sich sehe kann!" Das war wirklich feldherrnmäßig überlegen gesprochen, und als sich langsam aus der glühenden Asche des Wachtfeuers ein brennender Schwefelfaden erhob, sahen sie in dessen blauem Schein, daß sie statt die Indianer einander beim Wickel hatten.
Aber nun griff alles zu den Waffen und eilte auf die Posten. Nur Dominik war in Heller Verzweiflung — er konnte seine Patronentasche nicht inben; er suchte und suchte und mußte schließlich ohne sie in sein Vorpostenloch rennen, denn schon kamen die Offiziere und sahen nach, was der Lärm zu bedeuten habe.
Der Dominik konnte auf die heftigen Fragen nach dem Feind keine Auskunft geben, freilich auch darüber nicht, wo feine Patronentasche war, — und hielt man das erste für verzeilich, so nahm man iHv wegen des zweiten sofort in Arrest.
Der Kaffee am anderen Morgen war wunderbar schwarz, aber er schmeckte ebenso scheußlich; man stellte in dem Kessel Tiefseeforschungen an und entdeckte — Dominiks Patronentasche, die bei dem nächtlichen Durcheinander da hineingefallen war Den Dominik aber schickte man auf Strafwache, am den sogenannten „verlorenen Posten", eine sehr roeit vorgeschobene Stelle. Aber unfern Dominik focht das nicht weiter an: hier war er schon Zweimal gewesen und jedesmal wieder lebendig zu Haus eingetroffen. So steht er da feelenoergnugt, daß er billig davongekommen war, denn sie hätten ibn ja auch wegen Wachvergehen vor dem Feind an die Wand stellen können, und wie er so seinen angenehmen Gedanken nachhängt, hört er plötzlich etwas rascheln. Er hebt fein Gewehr, aber ehe er weiß, was geschieht, fühlt er sich van hinten samt feiner Muskete eifern umschlungen. Er wird gefesselt' ge- knebelt und wie ein Sack davongeschleppt. Als er wieder zu sich kommt, sieht er sich auf einer kleinen Insel, von Indianern in voller Kriegsbemalung um-
Sa weiß er, was die Glocke geschlagen hat, denn sie schleppen einen langen Pfahl heran, und den stecken sie in ein Loch, das schon mit Asche und verbranntem Holz gefüllt ist, und feilen ihn mit Steinen
gehen. Doch er gelangte nicht mehr hin: eines Abends ist er von Bord gefallen und elend ertrun« fen. Vielleicht hat er aber auch selbst seinem Leben ein Ende gemacht, weil er auf einmal einsah, daß er es eigentlich schon lange verspielt hatte.
Wenn das so weiter geht...
Wenn es so weitergeht, wird es noch länger bau» em, den Film zu drehen, als das dicke Buch zu lesen, meint eine englische Zeitung boshaft zu der Nachricht, daß sich um den schon lange angekündigten Film „V o m Winde verweht" nach dem berühmten, auch bei uns sehr erfolgreichen Roman von Margaret Mitchell in USA. neuer Krach erhoben hat. Das Drehbuch von Sidney Howard und Oliver H. P. G a r r e t t ist fertig. Sicher ist auch, daß Clark Gable den Rhett Butler darstellen wird, die Rolle der Melanie Wilkes wird Olivia de Havil- l a n d , die von Scarlett O'Harras Mutter wird Barbara O ' N e i l geben. Aber um die Scarlett, die Hauptheldin, tobt immer wieder der Streit. Erst sollte es Norma S h e a r e r sein, die aber auf den tausendstimmigen Protest ihrer Verehrer die Rolle zurückgab. Nachdem dann eine Reihe anderer Stars von Hollywood genannt waren, wurde die (Engländerin Vivien Leigh in Aussicht genommen, aber d-- rnit war der Produktionschef wieder nicht einverstanden; er wollte Katherine Hepburn für die Rolle wählen, und darüber ist es zum Bruch mit dem Regisseur S e l z n i ck gekommen. So muß die Arbeit an dem Farbenfilm, die jetzt beginnen sollte, noch weiter verschoben werden. fb.
Zeitschriften.
— Daß es sich beim Keuchhusten um eine ansteckende Krankheit handelt, darüber besteht kein Zweifel. Es genügen einige Minuten des Zusammenseins eines Kindes mit einem keuchhustenkranken Kinde, um die Krankheit aufzunehmen. Wie tritt der Keuchhusten auf? Welche besondere Eigentümlichkeit ist festzustellen? Welches Alter bei Kindern ist besonders gefährdet? Wie ist der Verlaus der Krankheit? Was ist bei Beginn der Krankheit zu tun? Alle diese Fragen werden in einem Artikel der Zeitschrist „Mutter und Kind" (Verlag Elwin Staude, KG, Berlins 30, und Osterwieck a. Harz) behandelt. Weiter bringt das Februar-Heft: „Wie lernt das Kleinkind denken?", „Babys Erwachen", „Besuch im Zoo", „Die SA. als Freund der Jugend". „Kann ich helfen?", auch einige Ratschläge für die Mutter als Hausfrau.


