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waren allzu phantastisch, um Glauben xu finden. Die panamerikanische Konferenz in Lima Ende vorigen Jahres wurde für die Vereinigten Staaten zu einem ausgesprochenen Mißerfolg. Von der von Hüll angestrebten panamerikanischen Einheitsfront blieb nichts als eine platonische Erklärung, die sich durchaus im Rahmen der bekannten Monroe-Dok­trin hält, wohlverstanden in dem Sinne, daß die iberoamerikanischen Staaten eine Einmischung frem­der Mächte selbst abzuwehren sich gegebenenfalls vorbehalten und eine Bevormundung Nordamerikas, die der Monroe-Doktrin einstmals zu Grunde lag, nach wie vor ablehnen.

Roosevelt blieb also nichts anderes übrig, als die Kriegshetze gegen die autoritären Staaten, die ihm dazu verhelfen soll, auch nach Ablauf seiner zweiten Präsidentschaft am Ruder zu bleiben, auf eigene Faust weiterzuführen. Er und alle die vielen, denen mit einem politischen Kurswechsel nach den in den Vereinigten Staaten herrschenden Gewöhn- heiten der Verlust ihres einträglichen Postens droht, stoßen nun Tag für Tag ins Horn, um die auto­ritären Staaten irgendwelcher finsterer Anschläge auf den amerikanischen Kontinent zu verdächtigen. Da natürlich auch Rüstungsindustrie und Finanz­welt an einem Dorwärtstreiben der amerikanischen Aufrüstung und dem damit verbundenen Geschäft heftig interessiert sind, findet in der von ihnen ab­hängigen großen Presse, namentlich in Neuyork, die Kriegshetze Roosevelts ein lebhaftes Echo. Frei­lich in den in ihrer Meinungsbildung unabhängige­ren Staaten des Mittelwestens und ebenso in par­lamentarischen Kreisen weit über den Zirkel der republikanischen Opposition hinaus stößt Roosevelts hysterisches Kriegsgeschrei auf entschiedenen Wider- spruch, zumal der Präsident trotz wiederholter Auf- forderungen nicht in der Lage ist, seine phanta­stischen Behauptungen von der angeblich bedrohten Sicherheit der Vereinigten Staaten durch irgendwie positiv geartete Unterlagen zu beweisen. Auch in England, wo man an sich in gewisser Weise dar­über erfreut sein müßte, daß das so lange vergeblich umworbene Amerika wieder den Blick nach Europa richtet, überwiegt doch offenbar das Erstaunen über einen derart unmotivierten Haßausbruch, an dem freilich die berüchtigte Clique um Churchill, Duff Cooper und Eden, der ja sogar persönlich drüben war, um für die richtige Atmosphäre zu sorgen, ein angemessenes Verdienst hat. Aber sachlich und verantwortungsbewußt denkende Kreise haben für das Unternehmen Roosevelts nur ein Achselzucken, und ein Mann wie Chamberlain warnt das eigene Volk davor, auf jedesMärchen" hereinzufallen, das kolportiert wird, um eine Verständigung der Völker zu hintertreiben.

Roosevelt hat sich inzwischen befriedigt auf den Weg gemacht zu den großen Flottenmanö« v e r n , die abweichend von den früheren Gepflogen­heiten diesmal im Karibischen Meer stattsinden, um der amerikanischen Oeffentlichkeit recht drastisch und eindeutig vor Augen zu führen, daß nach der lächer- lichen These des Präsidenten die akute Gefahr vom Atlantik her droht. Ende Januar haben die Flotten­manöver bereits im Raum zwischen Norfolk (Dir- ainia), San Juan auf Portoriko und Colon am Ausgang des Panamakanals begonnen. Dazu ist das Pazifische Geschwader, bislang der Hauptteil der amerikanischen Flotte, von seinen Häfen an der Kalifornischen Küste aus durch den Panamakanal geschleust und in der Guantanamo-Bucht, dem ame­rikanischen Flottenstützpunkt auf der Insel Kuba, zu­sammengezogen worden, während das neugebildete Atlantische Geschwader von Norfolk aus operierte. Ihm ist die Aufgabe gestellt, einen Flottenstützpunkt der Vereinigten Staaten im Karibilchen Meer zu besetzen und von hier aus einen Angriff auf die Panamakanalzone zu unternehmen. Daran sollen sich Landemanöver und Derteidigungsübungen im Zusammenwirken mit den Luftstreitkräften und den Besatzungen von Portoriko und der Panamakanal­zone anschließen. Man sieht glso schon aus der Anlage dieser mit ungeheurem Aufwand an Schiffen, Flug­zeugen und Mannschaften in Szene gesetzten Ma­növer den agitatorischen Zweck, den Roose­velt mit dieser gewaltigen Flottendemonstration im Atlantik verfolgt. Es soll einmal dem eigenen Do * die dringende Notwendigkeit der Durchführung des riesigen und natürlich für die amerikanischen Steuerzahler höchst kostspieligen Aufrüstungspro­gramms plausibel gemacht werden, zum anderen will Roosevelt den ivero-amerikanischen Mächten vor

achsende Völker brauchen Kaum.

begründet den deutschen Kolonialanspruch.

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Reichöleiier Ritter von Epp

Würzburg, 24. Febr. (DNB.) Reichslciter Ge- neral Ritter von Epp hielt vor der Führerschaft der Partei und des Reichskolonialbundes des Gaues Mainfranken eine Rede über die Kolonialsrage; er legte eingehend die Gründe dar, die Deutschland dazu bestimmt haben, sich gegen Ende des 19. Jahr­hunderts überseeische Raumreserven zu schaffen, nachdem ihm die anderen Völker, die geographisch und geschichtlich in einer günstigeren Lage waren, darin um Jahrhunderte zuvorgekommen waren. Dabei würdigte er vor aslem den lveitschauenden Blick Bismarcks, der damit Deutschland Raum­reserven geben wollte unter eigener Souverä­nität, falls ihm einmal die Erzeugnisse aus Räumen anderer Souveränitäten mittels Handels nicht mehr erreichbar wären. Was Deutschland in 25 Jahren in Afrika und in der Südsee an kolonialer Pionier­arbeit geleistet hat, ist in seiner Geschichte und in der Geschichte der Kolonisation beispielhaft. Kolonien sind überseeische Ergänzungsräume der hei­mischen Erde, geschaffen und entwickelt zu dem Zweck, das der heimischen Wirtschaft zuzuführen, was sie infolge der gesteigerten Menschenzahl in nicht genügendem Maße selbst produziert.

Reichsleiter Ritter von Epp ging darauf auf den Raub der deutschen Kolonien ein und arbeitete klar

heraus, daß es in erster Linie die wachsende Eifer­sucht Großbritanniens auf die erfolgreiche über­seeische Betätigung Deutschlands war, die zu der Wegnahme der Kolonialgebiete unter den faden­scheinigsten Begründungen führte.

Zum Schluß wies der Reichsleiter nach, daß es für uns wie für die Welt unumgänglich notwendig ist, daß der deutschen Forderung, je eher je besser, ent­sprochen werde. Die Aufteilung der Welt inHa­bende" undHabenichtse" könne nicht ewig bestehen. Wachsende Völker brauchen Raum, natürlichen Raum, der etwas trägt, der gibt, was wir brauchen oder was andere notwendig brauchen nicht zu stark bevölkert und mit Menschen bevölkert, die sich in ein Staatsgebilde und in einen Erzeugungsplan einordnen lassen, und die Arbeitskräfte liefern können. Der Führer hat dieser Welt zu wissen gegeben, daß wir unser Anrecht an der Verteilung der Güter dieser Erde fordern. Wir fordern die Beseitigung der lächerlichen Vormundschaft über unser über­seeisches Eigentum. Wir fordern darüber hinaus als eine der führenden Kulturnationen der Welt unsere Anteilnahme an einer kommenden Erdraumplanung, wie diese für ein Volk von 80 Millionen höchststehender Menschen und seine Zukunft notwendig ist.

Die Ablehnung der Guam-Vorlage.

W a s h i n g t o n, 25. Febr. (DNB.) DieRevolte" des Repräsentantenhauses in der Guam- Frage war in Washington das Tagesgespräch, Man faßt die Angelegenheit weniger dayin auf, daß er um die beantragten Hafenbauten gegangen sei, sondern er­blickt in der Abstimmung eine Stellung­nahme zur amerikanischen Außen« volitik. Daß, wie nicht anders zu erwarten war, Das ganze Land für eine angemessene Landesver­teidigung ist und daß auch die republikanische Oppo­sition hierfür eintritt, zeigte die alsbald folgende einstimmige Annahme der übrigen Posten der Ge­setzesvorlage. Man hält den Ausbau von Abwehr- fteHungen bis zum 180. Längengrad für berechtigt, nicht aber im japanischen Teil des Stillen Ozeans und besonders nicht un­ter einem Präsidenten, der wie die letzten Wochen immer deutlicher zeigten seine Außenpolitik stimmungsmäßig betreibt, statt schon aus Gründen der Tradition der Beschränkung auf die inneramerikanischen Probleme treu zu bleiben. Wäre das Hafenprojekt von Guam im regulären Etat einer Zivilbehörde beantragt worden, so wäre es vielleicht anstandslos bewilligt worden, Aber da Roosevelt in theatralischer Weise es mit seinem poli- ti ch-militärischen Plan einer Befestigung aller amerikanischen Außen st eUungen im Stillen Ozean verknüpfte und da erst kürzlich ein geheimes Intrigenspiel mit Frankreich über den Kopf der Heeresleitung hinweg bekannt geworden ist, so war die Mehrheit der Abgeordneten bereits ehr mißtrauisch geworden und hat ihm jetzt diese bittere Lektion erteilt. Sie hat Roosevelt klarmachen wollen, daß er sowohl in Europa wie in Ostasien nichts zu suchen hat und daß man ihm nicht ge« tatten will, den Fehler seines Vorgängers Wilson zu widerholen.

Die amerikanischen Flottenmanöver.

EineSeeschlacht" östlich vom Panama-Kanal.

Washington, 24. Febr. (Europapreß.) Die großen Flottenmanöver erreichten am Donnerstag ihren Höhepunkt mit einer angenommenenSee- schlach t", die etwa 1500 Meilen östlich vom Pa­nama-Kanal stattfand. In derSeeschlacht" setzten sowohl die angreifenden als auch die verteidigenden Geschwader sämtliche verfügbare Flot- teneinheiten ein. Der Ausgang derSee­

schlacht", die die Möglichkeit der Verteidigung der gesamten westlichen Hemisphäre durch die USA.« Flotte prüfen sollte, ist bisher unbekannt. Die Ma­növer werden bis zum 5. März fortgesetzt und enden an diesem Tag mit Landungsübun­gen auf der Antillen-Insel Portorico. Präsi­dent Roosevelt nahm an derSeeschlacht" am Donnerstag nicht teil. Der KreuzerHouston", auf dem er sich befindet, lief Charlotte-Amalie auf S t.

Thomas (Dirgin-Jslands) an, ohne daß Roose­velt an Land gegangen wäre. Hier erhielt er auch die Nachricht von seiner Niederlage im Repräsentan­tenhaus über die Frage der Befestigung der Insel Guam. Der KreuzerHouston" ging in den späten Abendstunden des Donnerstag wieder in See.

Aufsehen erregte b i e Anwesenheit von sechsenglischen Zerstörern in der Nähe von Kingston, der Hauptstadt der brititischen Antil­len-Inseln Jamaica. Es verbreitete sich das Gerücht, daß britische Schiffe ober jedenfalls britische Offi­ziere an den Manövern der USA.-Flotte teilnähmen.

Hundert Millionen Dollar für kriegswichtige Rohstoffe.

PLashington, 24. Febr. Der Militäraus -- schuß des Senats nahm einstimmig die Ge­setzesvorlage des Senators Thomas an, die 100 Mil­lionen Dollar für die nächsten vier Jahre zumAn - kauf kriegswichtiger Rohstoffe, wie Gummi, Nickel,-Zinn, Aluminium usw., vorsieht. Den größten Teil der genannten Rohstoffe muß Amerika e i n f ü t) r e n. Der Betrag von 100 Millionen Dollar soll jedoch auch zur weiteren Erschließung eigenerRohstofsquellen verwendet werden.

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Augen führen, wie kurzsichtig es seiner Ansicht nach war, seine in Lima vorgebrachten Sorgen auf die leichte Schulter zu nehmen und wie trotzdem die Vereinigten Staaten dereitstehen, mit ihrer Flotten­macht jede fremdeInvasion" an der Nordküfte des südamerikanischen Kontinents mit Waffengewalt zu verhindern. Wie sich der Präsident eigentlich eine solche Invasion über die ganze Weite des Atlanti­schen Ozeans weg denkt, darüber schweigt sich Roose­velt nach wie vor eisern aus, auch auf die Gefahr hin, von jedem vernunftbegabten Amerikaner für einen lächerlichen Phantasten und närrischen Wich- tigtuer gehalten zu werden. Aber Roosevelt kennt seine Pappenheimer, und seit der katastrophalen Wirkung des Nundfunkhörspiels vom Ueberfall der Marsbewohner wissen ja auch wir, daß etwas nicht töricht genug sein kann, um nicht in Amerika seine Gläubigen zu finden. Daß Roosevelts Spekulation zur Haltung eines anständigen und verantwortungs­bewußten Staatsmannes paßt wie die Faust aufs Auge, ändert leider nichts an der üblen und frie- densbedrohenden Wirkung feiner Hetzkampagne so­wohl nach der psychologischen wie materiellen Seite hin. Amerikas Aufrüstung ist natürlich ein Ansporn für England und Frankreich, es den Vereinigten Staaten mindestens gleichzutun. Die Vollmacht zur Verdoppelung der Rüstungsanleihe, um die das bri­tische Kabinett soeben im Unterhaus nachgesucht hat, zeigt ja schon, wohin der Weg geht, wenn auch Chamberlain immer wieder den Verteidigungszweck der britischen Rüstungen hervorkehrt und'seine Hoff­nung auf das Zustandekommen einer Abrüstungs­konferenz setzt. Das Wettrüsten der drei großen Demokratien, das von den autoritären Staaten im Interesse ihrer eigenen Sicherheit selbstverständlich nicht unbeantwortet bleiben kann, schafft gewiß nicht die Atmosphäre, in der eine Abrüstungskonferenz irgendwelchen Erfolg verspricht, zumal, wenn es mit solchen verlogenen Argumenten begründet wird, wie sie der Präsident der Vereinigten Staaten ins Feld zu führen beliebt. Die höchst konkreten Vor- schlüge zu einer vernünftigen Rüstungsbeschränkung, die der Führer immer wieder gemacht hat, haben taube Ohren gefunden. Nun wird es an den Völkern der großen Demokratien sein, sich dazu zu äußern, ob sie die mit einer Verständigung und den Be­mühungen um eine neue Friedensoronung so schlecht zu vereinbarende Politik des Wettrüstens ihrer Re­gierungen mitmachen wollen.

In den Vereinigten Staaten macht sich gegen die Aufrüstungspläne Roosevelts bereits eine heftige Opposition bemerkbar, die selbst in der eigenen Partei des Präsidenten Fuß gefaßt hat. Sie wendet sich vor allem auch gegen das Provokatorische in der

Rüstungspolitik Roosevelts, das sie besonders auch in den Plänen sieht, dieamerikanischenFlot- tenstützpunkte im Pazifik immer weiter nach Westen zu in die japanische Interessensphäre vorzuschieben. Denn den Stillen Ozean, das eigent­liche Kraftfeld des amerikanischen Imperialismus, hat Roosevelt über seine höchst törichterweise selbst konstruierten Sorgen um die Sicherheit der Ver­einigten Staaten im Atlantik keineswegs vergessen. Das beweist die gerade eben im amerikanischen Re­präsentantenhaus abgelehnte Vorlage des Ausbaues der Insel Guam zu einem Flottenstützpunkt ersten Ranges. Guam, mit 21 000 Bewohnern auf einer Fläche von 534 qkm die größte der Marianen- Jnseln, haben sich die Vereinigten Staaten nach dem spanisch-amerikanischen Krieg 1898 zusammen mit Portoriko, den Philippinen und dem inzwischen selbständig gewordenen Kuba aus der Erbschaft des spanischen Weltreiches angeeignet. Die Insel Guam liegt mitten in dem Archipel der Marianen, Karo­linen und Marschall-Inseln, in einem Gebiet also, das heute japanischer Mandatsbesitz ist. Im gleichen Jahre wie Guam und die Philippinen wurde auch Hawai annektiert und, nachdem die Bestimmung des Londoner Flottenvertrags gefallen ist, wonach keine Macht ihre Außenbesitzungen im Pazifik über den vorhandenen Stand hinaus befestigen ober neue Werke anlegen durfte, ist Amerika mit aller Energie daran gegangen, Pearl Harbour auf Hawai zu einem starken Kriegshafen und Luftstützpunkt auszubauen. Jetzt ist für die Insel Guam das gleiche vorgesehen, nachdem inzwischen auf den Midway- Inseln nordwestlich von Hawai und den Wake- Inseln westlich davon, die bislang lediglich Kabel- ftationen waren, Flugzeugstützpunkte angelegt wor­den sind. Auch nach Süden zu haben die Vereinigten Staaten ihre Hand ausgestreckt und neben den schon stillschweigend besetzten Baker-, Howland« und Jarvis-Jnseln auch die bislang auf allen Karten als englischer Besitz bezeichneten Phoenix- Inseln auf Grund des Rechtes der ersten Ent­deckung als amerikanisches Eigentum in Anspruch genommen, nicht ohne daß es darum zu einer Kon­troverse zwischen London und Washington gekommen wäre, die man aber in England mit Rücksicht auf das gern gesehene festere (Engagement der Vereinig­ten Staaten im Stillen Ozean im Sande verlaufen ließ.

Da Amerika auch im Norden über bie 211 e u t e n mit dem Flotten- und Lnktftützvunkt Dutch- Harbour bis auf 1200 Kilometer an das nörd­liche Japan herangerückt ist, so spannt sich ein wei­

ter Bogen amerikanischer Flottenstützpunkte vom Beringsmeer bis hinunter nach 'Jieujeelanb durch den ganzen Stillen Ozean. Ihr Vorwerk gleichsam ist die Insel Guam, die die Verbindung mit den Philippinen herstellt. Die Philippinen sind zwar nur noch ein amerikanisches Dominion, dem 1934 Autonomie gewährt wurde und das 1946 feine volle Unabhängigkeit erhalten soll Aber wenn auch immer wieder in amerikanischen Militärkreisen die Rede davon war, daß die Philippinen in einem Krieg gegen Japan nicht behauptet werden könnten, so hat man sich anscheinend inzwischen eines andern besonnen. Jedenfalls wird die Insel Corregidor, die den Eingang zur Bucht von Manila deckt, befestigt. Damit wird auch schon deutlich, welch großes Inter­esse die Vereinigten Staaten an der Besetzung der südchinesischen Insel Hainan durch die Japaner nehmen, denn Hainan liegt in nächster Nachbarschaft der Philippinen und die Japaner sind sicherlich auf dem rechten Weg, wenn sie den Plan der Ver­einigten Staaten, die Insel Guam, gleichsam die Fußstapfe der amerikanischen Wehrmacht zwischen Hawai und den Philippinen, zu einem starken Flotten- und Flugzeugstützpunkt auszubauen, als amerikanische Antwort auf die Besetzung Hainans empfinden. Freilich, diesem Vorstoß Japans in das südchinesische Meer, ist eine sehr erhebliche und von den Japanern höchst unbequeme Unterstützung Tschiangkcrischeks vorwiegend wirtschaftlicher Art durch die Vereinigten Staaten vorausgegangen. Denn nur mit amerikanischer Hilfe ist den Chinesen in so kurzer Zeit der Bau der Autostraße von Jün- nan an die Grenze von Burma, von der wir hier in der vergangenen Woche berichteten, gelungen und mit Recht war es der amerikanische Botschafter tn Tschungking, Nelson T. Johnson, der als erster diese neue Autostraße benutzt hat. So ist Amerika hinter den Kulissen des großen Konflikts in Ostasien keineswegs so passiv wie es den Anschein hat. Je­denfalls tut es alles, um den Krieg zu verlängern in der Hoffnung, damit Japans Wirtschaftskraft so zu schwächen, daß das Jnselreich in absehbarer Zeit als Gegner für den amerikanischen Imperialismus im Pazifik nicht in Betracht kommt.

An diesem wesentlichsten Ziel der amerikanischen Außenpolitik ändert im Grundsätzlichen natürlich auch nichts die Schlappe, die Roosevelt soeben im Repräsentantenhaus hat einstecken müssen, wo man ihm zwar die Wehroorlage, die mehr als 38 Mil­lionen Dollar für die Errichtung neuer oder den Ausbau schon bestehender Flotten- und Flugzeug- stützpunkte vorsieht, bewilligt hat, wo aber der von

Krieg in Sich«?"

Gin Aufsatz von Dr. Goebbels.

Berlin, 25. Febr. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels veröffentlicht imVölki­schen Beobachter" einen AufsatzKrieg in Sicht?",,in dem er u. a. ausführt:

Wer in diesen Tagen und Wochen die aus­ländische Hetz- und Lügenpresse durch­blättert, könnte leicht auf den Gedanken kommen, daß Europa am Rande eines neuen Weltkrieges steht. Dabei ist es allgemein be­kannt, daß sich in der internationalen Lage selbst seit der Führerrede vom 30. Januar vor dem Deut­schen Reichstag nichts Wesentliches geän­dert hat. Der Führer hat in dieser Rehe zwar die deutschen Kolonialforderungen aufs neue erhoben. Aber das ist kein Moment, das eine allgemeine Nervosität erzeugen könnte. Daß Deutsch­land seine Kolonien zurückfordert, ist wohl rnännig- lich bekannt, und daß diese Forderung noch einmal von der autoritativsten Stelle aus vor dem deutschen Volke und vor der ganzen Welt erhoben worden ist, erhärtet nur noch mehr die Tatsache, daß das Reich keineswegs gewillt ist, von ihr abzulassen. Das aber mußte von jedem Vernünftigen und billig Denken­den erwartet werden. Auch daß mittlerweile i m Spanienkonflikt ein grundlegender Wandel eingetreten ist, kann den Kenner der Dinge nicht überraschen. Es mußte das über kurz oder lang ein­treten, und die Demokratien haben nur wieder ein­mal, wie bei allen großen weltpolitischen Vorgängen der vergangenen Jahre, das zweifelhafte Vergnügen, hinter der Entwicklung herhinken zu müssen.

Wozu also der Lärm? Was wollen diese Demo­kratien eigentlich? Man könnte fast auf den Ge­danken kommen, als erhöben sie sporadisch ein lautes Geschrei, um damit gewisse Minderwertig­keitskomplexe abzureagieren. Das wäre verständlich: denn sie haben in den letzten Jahren, wie man so sagt, immer zwischen den Stühlen gesessen.

Es fehlt also den westeuropäischen Demokratien offenbar an dem nötigen Instinkt, um die inter­nationale Lage richtig beurteilen zu können. Denn die Probleme, die gelöst werden mußten, wurden niemals mit ihnen, sondern zum Teil ohne sie und zum Teil gegen sie gelöst. Aber was die Hauptsache ist, sie sind gelöst worden. Und zwar sind sie gelöst worden, weil es die innere Dynamik der europäischen Situation erforderte.

Die Demokratien hätten das alles viel billiger haben können, und zwar bann, wenn sie rechtzeitig begriffen hätten, worum es sich dabei überhaupt handelte und die Machtstellung der autoritären Staaten richtig eingeschätzt hätten. Das aber war keineswegs der Fall und scheint auch heute noch nicht der Fall zu sein. Nun mit /inemmal erheben sie ein großes Kriegsgeschrei. Sie er­klären, ihre Völker müßten ungeheure nationale Opfer auf sich nehmen, um ihre Rüstung in Ord-, nung zu bringen, damit sie sich nicht weiterhin die Uebergriffe der autoritären Staaten gefallen zu lassen brauchten.

Was soll das heißen? Man ist also offenbar ent? schlossen, bie'autoritären Staaten in einem g e - eignet erscheinenden Augenblick nie­derzuschlagen, wenn diese Rüstungen über­haupt noch einen Sinn haben sollen. Denn mir wollen ja bekanntlich von den Demokratien gar nichts. Ein ideologischer Kreuzzeug der autoritären Staaten gegen die Demokratien gehört in bas Reich ber Fabel. W i r wollen sie nicht angrei- f e n. Wir wollen sie nicht zum Nationalsoziaiismus bekehren. 11 n b trotzbem bebrohen mir sie! Sie verlangen von uns eine Geste ber Freunbschaft ober ber Bereitschaft zu internationaler Zusammen­arbeit.

Nun heißt bas, bie Dinge auf ben Kopf stellen. Die Demokratien haben Deutschlanb von 1918 bis 1933 in einer Art unb Weise gequält, gedemü- tigt unb gepeinigt, wie bas in ber Weltgeschichte einzig dastehend ist. Soweit Deutschlanb seine hoff­nungslose Lage änbern konnte, verdankt es bas ausschließlich seiner eigenen Kraft, bem Mut unb ber Weitsicht seiner Führung und der Disziplin und Geschlossenheit seines Volkes. Die De­mokratien aber haben nichteinenFingerge- rührt, um uns in unserer verzweifelten Lage Erleichterung zu verschaffen. An wem also wäre es, eine Geste der Freundschaft ober der Bereitschaft zu internationaler Zusammenarbeit zu machen an Deutschland ober an ben bemokratischen Staa­ten?

Sie wiegen sich in der Hoffnung, daß es irgend­wann doch noch einmal gelingen könnte, Zwie­spalt zwischen die deutsche Führung und bas beut« sche Volk zu säen. Das wäre auch die einzige Mög­lichkeit, Deutschland aufs neue niederzuschlagen und zu demütigen. Vor ein paar Tagen hat ein großes englisches Blatt bei der Besprechung der deutschen Nachrichtensendungen im englischen Rundfunk bie Katze aus bem Sack gelassen. DasNews Chronicle" schrieb am 20. Februar, baß es bei der Fortsetzung biefer Sendungen möglich sei,einen Keil zwi­schen das beutsche Volk und seine Herrscher, bie es im Dunkeln zu halten suchten, zu treiben".

Das also i st gemeint! Unb in dieser küh­nen Hoffnung treffen sich bie Feinde des deutschen Volkes im Ausland mit der kleinen Clique von Intellektuellen und gewerbsmäßigen Neinsagern im Lande selb st. Sie bilden, so hart dieses Urteil klingen mag, zusammen die Internationale der Reichsfeindschaft. Ob bewußt ober unbewußt, spielen sie sich gegenseitig in bie Hänbe unb betreiben gemeinsam bie Geschäfte ber Gegner bes beutschen Volkes. Darum beispielsweise auch schwärmen bie deutschfeinblichen Blätter in Paris, Lonbon unb Neuyork für Niemöller unb für bie Bekenntnisfront, borum nehmen sie die politi­schen Witzemacher in Schutz, darum plädieren sie für bas Recht ber freien Meinung unb legen eine Lanze ein für ben angeblich in Deutschland ge­schmähten und verfolgten Intellektuellen. Aber fo leicht, wie sie es in ber Vergangenheit hatten, haben sie es nun nicht mehr. Denn die Führung des Rei­ches steht auf ber Wacht unb ist entschlossen, radikal alle Tendenzen auszurotten, die der Freiheit und

Roosevelt unb seinen militärischen Beratern beson­ders bringenb geforderte Ausbau der Insel Guam mit Hilfe von einer Reihe von Abgeord­neten aus ber eigenen Partei mit der ausdrücklichen Begründung zu Fall gebracht wurde, daß man eine solche ausgesprochen provokatorische Handlung zu vermeiden wünsche. Das ist eine sehr deutliche Ab­fuhr für den Präsidenten und seine Clique, die noch dadurch an Gewicht erhält, daß es besonnene Ele­mente der demokratischen Partei waren, die durch ihre Stimmabgabe gegen die Guam-Vorlage dem Präsidenten die Warnung zukommen ließen, feine maßlose Kriegshetze nicht auf die Spitze zu treiben.

Fr. W. Lange.