Ausgabe 
24.5.1939
 
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Nr.M Erstes Blatt

Mittwoch, 24. Mai M9

189. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Der Ehrentag der deutschen Zreitviltigen in Leon

Eine Kundgebung aus dem Residenzptah

gehört vor allem auch ein anftänbigcr Cha­rakter:. Treue und Pflichterfüllung, Wahrung der eigenen Ehre und Achtung der Ehre aller an­ständigen Menschen, Opfer- und Einsatzbereitschaft im Dienste des Führers und, nicht zuletzt, Ertüch­tigung, Abhärtung und Stählung des Körpers. Wer zuerst dem Volk und Vaterland dient und bei aller Arbeit an der eigenen Persönlichkeit doch sein eige­nes Ich zurückstellt hinter die höheren Werte der Gemeinschaft, dem erschließen sich leichter als dem Ichsüchtigen aus dieser Höchstüberwindung auch die Tore der Wissenschaft und des Könnens und das Reich des Schönen, Guten und Wahren.

de r dänischen S t a a t s v e r f a s s u n g ist in Ruhe und Ordnung vor sich gegangen. Die Beteili­gung war wesentlich geringer als in den Kreisen der Regierung und der hinter ihrem Revisionsvor- schlag stehenden Parteien erwartet wurde. Das sen­sationelle Ergebnis der Volksabstimmung ist, daß der Vorschlag der Staatsregierung von der dänischen Wählerschaft a b g e l e h n t worden ist. Statt der 45 v. H., die die Voraussetzung seiner Annahme waren, Haden sich nach dem um 1 Uhr früh er­mittelten vorläufigen Gesamtergebnis nur 44,4 vom Hundert der Wähler für ihn ausgespro-

Sie Schlinge des. 16.

Der Art. 16 der Liga-Satzung ist der Sank­tions-Paragraph; er ist in der Zeit des ita­lienisch-abessinischen Konfliktes, als die Sanktionen gegen Mussolini ins Feld geführt wurden nach allen Seiten hin beredet worden. Mit dem Zusam­menbruch der Sanktionspolitik wurde er inaktuell, ja England und Belgien erklärten, daß sie ihn künf-' tig nicht als eineMuß"-, sondern nur alsKann"- Dorschrift gelten lassen. Eine ähnliche Stellung nah­men die skandinavischen Staaten ein. Und nun schläat dieTimes^ einen Salto mortale und wünscht die englisch -- sowjetrussische V e r st ä n d i g u n g auf der Basis dieses Art. 16 derVölkerbunds"-Satzung herbeizuführen.

Was enthält nun der Art. 16? Der Art. 16 be­legt den Staat, der wohl gemerkt: nach Ansicht desVölkerbundes"! zum Kriege schreitet, mit dem großenVölkerbunds"-Bann: Er soll so ange­sehen werden, als hätte er eine Kriegshandlung gegen alle Bundesmitglieder begangen. Und die Völkerbunds"-Staaten 'verpflichten sich in ihm, unverzüglich alle Handels- und Finanzbeziehungen zu ihm abzubrechen, ihren Staatsangehörigen jeden Verkehr mit den Staatsangehörigen des Vertrags­brüchigen Staates zu untersagen und alle finan­ziellen, Handels- und persönlichen Verbindungen zwischen den Staatsangehörigen dieses Staates und jedes anderen Staates, gleichviel ob Bundesmitglied oder nicht, abzuschneiden."

Man sieht sofort den Sinn dieses Artikels: Er ist nichts anderes als eine wesentlich verschärfte Zwangsauflage der Handelsbeschränkungen, die die Alliierten den neutralen Staaten schon i m K r i e g e auferlegten! Man kann sich denken, daß dieNeu­tralen" über die Reaktivierung dieses Artikels 16 sehr wenig erbaut sind, besonders da er jetzt nicht mehr den Schein eines selbständigenVölkerbundes" wahren soll, sondern ganz offen als wesentlicher Teil des englisch - franz ösisch-sowiet- russischen Kriegsbündnisses erscheint. Solange derVölkerbund" noch ein eigenes Leben zu führen schien, konnten sich die Neutralen wenig­stens einbilden, daß sie mit zu raten und mit zu taten hätten. Jetzt bleibt ihnen nur das Kuschen oder der Austritt übrig.

In den skandinavischen Ländern ist _untcr dem Druck dieser Tatsache wiederum die Frage auf­getaucht, ob nun nicht wirklich ein Austritt aus dem Völkerbund" rötlich erscheine, der lediglich ein An­hängsel des dreiteiligen Kriegsbündnifses der West­mächte mit Sowjetrußland ist. Schon erlaubt sich derTemps" zu bemerken, daß ein Abschluß von Nichtangriffsverträgen dieser Staaten mit Deutsch­landihre volle politische Entschlußfreiheit" ein­schränke. Dabei ist unter dieservollen politischen Entschlußfreiheit" nichts anderes als ihre simple Gehorsämsoerpflichtung gegenüber dem Kriegsbunde

Vor ihrer Rückkehr nach Deutschland traten die aus ganz Spanien in Leon zusammen­gekommenen deutschen Freiwilligen zu einer letzten Parade vor General Franco an und marschierten dann durch die von einer großen Menschenmenge angefüllten Straßen von Leon. (Scherl-Bilderdienst-M.)

11 n g. Nationalsozsalistische Weltanschauung, die Weltanschauung des deutschen Studenten bietet die beste Gewähr für ein gediegenes Wissen. Ein blo­ßes Fachwissen birgt für sich allein die Gefahr in sich, daß Blick und Sinn für die Dinge der Welt sich verengen. Das Wissen muß nutzbar gemacht werden für das Volk, dann bedeutet es Können, und Lei st un g. Hierfür ist der Reichsberufswett­kampf ein vorzügliches Erziehungsmittel, lieber allem aber muß der deutsche Student seine Sen­dung im neuen Reich darin erblicken, ein gan­zer Mann zu werden. Zu einem ganzen Mann

Oer erste Studententag Großdeutschlands.

Reichsleiier Alfred Rosenberg spricht auf der ersten Kundgebung in Würzburg

Innere und äußere Probleme Dänemarks

Von unserem O.-Korrespondenten.

Studententum. Die nationalsozialistische Revolution hat uns wie ein reinigendes Feuer zu Stahl ge­formt und uns innerlich hart gemacht. Aus einer großen deutschen Vergangenheit führt heute unser Weg in eine noch größere Zukunft. Wir müssen für diese Zukunft so leben, daß von uns nur das eine Wort gilt: Mehr konnte kein Gott von uns ver­langen! Nach der Kundgebung fand der erste Ar­beitstag des Großdeutschen Studententages mit einem Fackelzug der Studenten und der Glie­derungen der Bewegung und einem Vorbeimarsch vor Reichsleiter Rosenberg seinen Aus-klang.

Oer japanische Botschafter im Mein Main-Gebiet.

NSG. Auf Einladung von Gauleiter und Reichs­statthalter Sprenger traf am Dienstagvormittag der Kaiserlich-Japanische Botschafter, Generalleut­nant O s h i ma , in Frankfurt a. M. zu einem zwei­tägigen Besuch im Rhein-Main-Gebiet ein. Am Mittag fand in der Johann-Wolfgang-Goethe-Uni- verfität eine akademische Kundgebung zum deutsch- japanischen Kulturabkommen statt. Am Abend sprach Exzellenz Oshima auf der Gründungs­feier der deutsch-japanischen Gesell­schaft, Zweiggesellschaft Süd-West- Deutschland, über die Gauleiter Sprenger die Schirmherrschaft übernommen hat. Auf einer wirt- schaftskundlichen Fahrt am Mittwoch wird der Gast des Gauleiters die Struktur des Rhein-Main-Ge- bietes kenenlernen, um dann am Abend an einer erweiterten Beiratssitzung der Wirtschaftskammer Hessen in Wiesbaden teilzunehmen.

Den 1. Arbeitstag beschloß eine Kundgebung auf dem Residenzplatz, bei der Reichsstudentenführer Dr. Scheel erklärte: Dieser Tag gibt uns die Gewiß­heit, daß der deutsche Student seine Bewährungs­probe bestanden hat. Mehr als 1300 Kameradschaf­ten stehen heute im ganzen Reich. 90 v. H. der jun­gen Semester werden von unserer Erziehung er­faßt. Wo früher ein uneiniges und geistig zerrisse­nes Studententum sich absonderte, da marschiert heute ein neues und entschlossenes Geschlecht, das nur eine Aufgabe und Verpflichtung kennt: den Dienst für den Führer und die Treue zur national­sozialistischen Idee und Bewegung.

Relchsleiler Alfred Rosenberg umriß dann die heutige äußere Lage und beleuch­tete die Gefahren, die dem deutschen Volke von außen her drohen und seinen inneren Bestand ge­fährden. Zum Schluß seiner Rede wandte sich Ro­senberg im besonderen an die Studenten. Heute, nachdem eine neue Zeit angebrochen sei, müsse eine neue Erforschung des Lebens, der Na­tur und der Geschichte einsetzen. Dis Zeit ist heute reis für Denker und Forscher wie nie zuvor. Dies sei ein Erlebnis, das nur unserer lebenden Generation zufällt. Wir müssen die Erfahrungen unseres Lebens gestalten und feste Ueberiieferungen für die Zukunft schaffen. Der weltanschauliche Aus­druck unserer Tage ist besonders geeignet für eine neue historische Willensbildung. Wenn die alte Kämpfergeneration ins Grab steigt, muß die junge Generation mit treuen Händen die Fahne tragen. Die NSDAP, baut auch weiterhin auf das deutsche

chen. Von den insgesamt 2173 420 Stimmberechtig­ten wurden 966 037 Ja-Stimmen und 85 409 Nein- Stimmen abgegeben; än den 978 039 Ja-Stimmen, die für die Durchführung der Verfaffungsrevision erforderlich gewesen wären, fehlten 12 002.

Hinter dem Reoisionsvorschlag der Regierung standen die beiden Regierungsparteien, die Sozial­demokraten und die Radikalen und die Mehrheit der Konservativen. Die Schleswigsche Partei als Vertretung der deutschen Volksgruppe in Dänemark hatte erklärt, daß sich Nordschleswig an dieser Abstimmung über eine innerdänische Ange­legenheit nicht beteiligen werde. Von den dänischen Nationalsozialisten wurde die Revision abgelehnt, und die Venstre (die bürgerliche Linke) hatte die Parole der Stimmenthaltung ausgegeben.

lvracb nun über die Sendung der deutschen Stu- dentm im neuen Reich. Der besondere Inhalt dieser Sendung lasse sich in dreifacher Steigerung durch bie Worbte zum Ausdruck bringen: Em umsofendes Wissen ein gediegenes Können, ein 9jPW-r. ^ann- S f'e n heißt die Welt in all ihren Erscheinungen mrst-h-n hierfür mutz man ein geiftiges Sluge tetoen unb 6i fes Auge heißt Weltanschau-

Würzburg, 23. Mai (DNB.) Dem Gedenken der Gefallenen galt der Auftakt des Großdeutschen Studententages. Die Totenehrung vereinte vor dem Gedenkstein der deutschen Studentenschaft zu Füßen der Feste Marienberg die Studenten und Studen­tinnen des Großdeutschen Reiches, die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, des Staates und der Wehrmacht. Die volksdeutschen und sudeten­deutschen Studentenbundgruppen und die Lange- marck-Studenten gruppierten sich vor den Fahnen, die vor dem Langemarck-Stein Aufstellung genom­men hatten. In dichten unübersehbaren Reihen folgten die Studenten aus allen Gauen des deut­schen Sprachgebietes sowie die ausländischen Stu­dentenabordnungen. Das gemeinsam gesungene Lied Ein junges Volk steht auf" eröffnete die Feier, worauf der Musikreferent der Reichsstudentenfuh- runq Schrot in flammenden Versen das Bekennt­nis zu den Toten des großen Krieges und der Be­wegung der Toten des Sudetenlandes und der Ost­mark erneuerte. Reichsstudentenführer Dr. Scheel legte mit einer Ansprache einen Lorbeerkranz am Langemarck-Stein nieder und nahm dann die Namensoerleihung von 82 Kameradschaften des NSDStB. vor.

Nach der Totenehrung versammelten sich in ben Huttensälen die Studenten und Ehrengäste. Reichs­studenten führer Dr. Scheel erinnerte daran, daß vor einem Jahr in Heidelberg bi- Befreiung der Ostmark gefeiert werden konnte. Heute sei es wie­derum eine stolze Freude, die Rückgliederung wei­terer uralter deutscher Gebiete m das Reich fest- stellen zu können. P r a g, die älteste deutsche Uni- oerfität, ist wieder deuftch und wird es immer bleiben' Die freundschaftlichen und kameradschaft­lichen Beziehungen des deutschen Studententums zu der studentischen Jugend der mit Deuftchland be­freundeten Nationen seien durch zahlreiche Arbeit--- abkommen gefestigt worden. Ganz besonbers eng und freundlich sei die Zusammenarbeit mit den studentischen Kameraden Italiens.

Kopenhagen, Mai 1939.

Selbst wenn die dänische Bevölkerung hoftt, daß der unbedingte Wunsch des ganzen Landes nach absoluter Neutralität von den Großmächten im Falle eines Konfliktes berücksichtigt werden wird, bedeutet dies dennoch nicht, daß die internationalen Ereignisse besonders in den letzten Jahren ihren Eindruck auf die breiten dänischen Massen verfehlt hätten. Noch bis vor wenigen Jahren küm­merten sich eigentlich nur die berufsmäßigen Poli­tiker um die äußere Politik. Die Bevölkerung war in einem Grade uninteressiert, den man sich in den Ländern, die am Weltkriege teilgenommen haben, kaum vorstellen kann. Das ist anders geworden. Man beginnt einzusehen, daß man nicht mehr im fo genanntengoldenen Zeitalter" lebt, daß eine eiserne Zeit hereingebrochen ist, und man rich­tet sich dementsprechend ein. Auch die sehr pazi­fistisch eingestellte Regierung hat sich entschließen müssen, den Tatsachen Rechnung zu tragen, und beschloß, die zuletzt ausgebildeten Jahrgänge, etwa neuntausend Mann, zu den Fahnen zu rufen. Man beschloß auch ein Gesetz zur Unterstützung der Fa­milien der Einberufenen. Außerdem wurde die Ver­sicherung der dänischen Schiffe und Waren gegen Kriegsgefahr gesetzlich geregelt.

Der deutsche Vorschlag wegen Abschluß eines Nichtangriffspaktes hat deshalb bei der dänischen Bevölkerung großes Interesse hervorge- rufen. Mit ungewöhnlicher Spannung verfolgte man diese Angelegenheit in allen Phasen von der Außen­ministerkonferenz .in Stockholm bis zu der Erklä­rung Dänemarks und der übrigen nordischen Staa­ten. Die dänische Presse wie auch die Oeffentlichkeit begrüßen durchweg die dänische Antwort. Auch brachten die Blätter in großer Aufmachung die deut­schen Pressestimmen zu der Paktfrage und zeigten sich befriedigt darüber, daß sich der große Nachbar im Süden so viele Mühe mit den kleinen nordischen Staaten gibt.

Im April fanden die Wahlen zum Folke­ting (Zweite Kammer) und Landsting (Erste Kammer) statt. Die Wahlen brachte der Sozial­demokratie Verluste, eine neue Partei hielt Einzug im Reichstag. Die dänischen Nationalsozialisten er­hielten dreißigtausend Stimmen und somit drei Mandate im Folketing. Der neue Reichstag, der am 25. April einberufen und bereits am 12. Mai nach Hause geschickt wurde, nahm den Gesetzentwurf der Regierungsparteien für ein neues Grundge- f e tz an. Das Grundgesetz kann jedoch nur durch Volks abstimmung Gesetzeskraft erlangen. Diese Volksabstimmung wird nun am 23. Mai abgehalten werden. 45 Prozent der Wähler müssen mitja" stimmen, wenn der Gesetzentwurf endgültig als an­genommen gelten soll. Und im Herbst wird er­neut gewählt werden.

Das neue Grundgesetz schafft nämlich das Lands­ting (Erste Kammer) ab. Es wird ersetzt durch das Rigsting, das indessen nicht in Gegensatz zu dem Folketing geraten kann, da beide Kammern von den gleichen Wählern gewählt werden. Außer­dem hat man das W a h l r e ch t s a l t e r, das bis­her für das Folketing mit 25 Jahren und für das Landsting mit 35 Jahren festgesetzt war, auf 23 Jahre herabgesetzt. Die wichtigste Neuerung ist je= doch, daß die Mehrheit in beiden Hausern Die gleiche sein wird. Gesetzesvorschlage, über bie man sich jm Folketing oder in dem neuen Rigsdag nicht einig werden kann, werden darauf in demVer­ein i g t e n Reichstag" behandelt, der 210 Mit­glieder zählt. (Das Folketing hnt 140 und das neue Rigsting 70 Mitglieder.) Der Vereinigte Reichstag behandelt alle großen Dinge, wie Staatshaushalt, Aufnahme von Staatsanleihen, Anfragen an die N Dus neue Grundgesetz bedeutet in Wirklichkeit, daß Dänemark zum Einkammersystem uber- gegangen ist, wenn auch die Regierung aus Ruck- sicht auf die Konservativen tn die Errichtung des Rigsting eingewilligt hat. Es ist eine typische Kompromißlösung, die mit der emen Hand weg- nimmt, was sie mit der anderen gegeben hat. Im­merhin schont die neue Lösung gewisse Empiind- lichkeiten der Konservativen. Das neue Grundgesetz kichrt außerdem die V o l k s a b st i m m u n g ein. Umei Fünftel der Mitglieder des Reichstages kön­nen in^gewisfen Fällen eine Volksabstimmung ver- IanSid) eiüDält das neue Grundgesetz -'N« B«M- SB ä»ss .«-»« Einwirkung aus Ander-denkende erreichen oder d e y ÄUi.'Ä ÄÄ« * die besonders in den letzten Wen 9«8«n den No, f»"int°es°w^wie°ouch Me R°eichstagw°hl gezeigt lch7' mit die er Art von Gummiparo- grophen^das^Rod der geschichtlichen Entwicklung zu- rückzudrehen vermag.

Oie Volksabstimmung in Dänemark.

Der Revisionsvorschlag der Regierung abgelehnt.

Kopenhagen. 24. M abstimmung am Dienstag über die