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aber denkt drüben heute noch an diese äußeren An- lasse! chitlerismus hieß es, deutsches Streben nach Weltherrschaft muß niedergeschlagen werden Auch das schon langst vergessen: Dem deutschen Volke ailt es, seiner Macht und Einheit und Wirtschaftskraft seinem neuordnenden Geist, der Unwiderstehlichkeit feiner Lebensform, die in eine öde, materialistische Kulturepoche einbricht, um goldene Götzen zu ent­thronen und die soziale Lösung uralter Probleme zu bringen. Tausend Kräfte stehen dagegen auf ver­sippt miteinander durch materielle Interessen Selbsterhaltungstrieb und die Macht der Gewohn­heit. Nur junge Völker können den Sinn dieses Kampfes ganz verstehen, die vergreisten zieht es zu­rück zu Lösungen ihrer eigenen Prägung, zu Wieder­holungen von Versailles, von Münster und Osna­brück.

Kriegsweihnacht.

Don Konteradmiral z D Gadow.

Wir Seiferen haben viermal den lannenhm, - ober (einen Ersatz - lm Krieqe nur ton Stunde geschmückt, an Bord auf See, tm Unterstand oder w° cs mar. Für die Jungen von Heu" bas erste Mal, und ber Feinb, ber untere st,;», stunde kennt, roirb bas Seinige dazu tun sie stören, rote 1914, als er mit Fliegern Curbanennnt! die Nordsee-Inseln angriff, übrigens ebenso erfolgt los n>'e fteute. Un ere Weihnachtsgedanken werden daher mch, welch sein dürfen: eine harte Vorsicht rnirt bie an der Front wachsam halten, wird UNS daheim nicht vergessen lassen, worum es aebt und wo wir stehen. B v

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von A.h in Marti dessen ei inden esten Fr skuM ; die

)ie vom Führer geschmiedeten Waffen gingen zürn Gegenangriff über. Am Tage der Kriegser- lärung standen deutsche U-Boote auf Station und rwiderten den Handelskrieg, und im Atlantik kreuz­en starke Handäszerstörer. Deutsche Luftaufklärung >berblickte ruhelos die Nordsee und das feindliche land, seine Häfen und Rüstungsstätten, deutsche Bomber und U-Boote machten seine nördlichen Stützpunkte unsicher und trafen seine Seestreitkräfte ort und bis zu den Shetlands und zur Breite von Sergen hinaus. U-Boote b rangen in gesicherte >äfen ein und vernichteten oder trafen wertvolle xhiffe, zwischen Island und den Färöern wurde ie Bewachung gesprengt. Die nordischen Zufuhren ach England wurden knapp, die Häfen der Ost- iiste verschlangen Opfer an Opfer durch panen, Wracks und Zusammenstöße. Wo blieb öie Llockad e ? Wer blockiert wen? Bis Mitte Dezem­ber fuhren über eine Million Tonnen Schiffsraum englischer Bestimmung in den Grund, 30 Knegs- Mfe wurden bis Mitte Dezember versenkt oder beschädigt, nicht gerechnet zahlreiche DUnenlucher tmb Hilfsfahrzeuge, und vom Atlantik her nagte an der Versorgung Englands der kalte verlust durch Verzögerung, Umleltung und Lang­samkeit der Geleitzüge. Alle Luftangrifte des G g° ners wider die deutsche Küste wurden bwtig abge. schlagen, zuletzt in der großen Luftschlacht am 18. Dezember.

Krieg foröert Opfer. Mit Stolz begleitete, bas de-utsche Volk bie Taten feiner U-Boote U.H Flieger unb ben tapferen Kampf bes ^"lirf^unb eine Eübameritas Käste. Em hartes ungastliche Regierung bei vielfach drohender Ueber nacht zwang ben Sommartbanten, (ein Sch'N zu I'Mren bie Flaggen senken sich für ->n-n Augew MW bes Sebentens, um gleich wieder hoch m Wnbe zu flattern! Das beustche b^rL?'e1n Weihnacht in tiefem Ernst und l"DofcJIL auf (eine Führung urtb den Steg der gerechten Cache!

Wo aber stehen wir in diesem Kampf nach faft vier Monaten? Es stand fest seit der Verwirk­lichung des Führerentschlusses, dem feindlichen Ost- wall und seinen Ausfallspforten einen eigenen West­wall entgegenzustellen, daß der Krieg dort ein Pro­blem sein würde. Nur unerhörte Materialschlachten und riesige Verluste schienen dort einen feindlichen Durchbruch zu ermöglichen, und führende militärische |Äöpfe Englands und Frankreichs sagten das voraus und rieten zu anderen Wegen: zur Einkreisung, zur Blockade, zum Flankenangriff. Die strategische Füh­rung ging über an England, in dessen Geschichte ein Dutzend solcher Kriegspläne gegen die jeweils stärkste Macht Europas immer zum Ziele geführt haben. England rüstete seit 1935 für diesen Zweck: Vermehrung der Flotte, des Heeres und der Luft- waffe. Vorratswirtschaft. Organisation der Handels- ilotte. Politische Fäden zu allen Nachbarstaaten des Reichs. Südosthilfe. Garantien für die Tschecho­slowakei, später für Polen, Rumänien, Griechen­land, Mittelmeervertrag und schonende Fühlung­nahme mit Italien, Bearbeitung der Vereinigten vtagten, Anknüpfung mit Rußland.

Das Netz war meisterhaft gespannt, ober die alt­bewährte Kunst versagte vor der Kühnheit der deutschen Führer-Politik, vor der rapiden Macht- üldung des Reiches. Die sieghafte Stärke des deut- chen Ziels: Rückführung der deutschen Volksgruppen in den Schoß der Nation, zer- ciß die Maschen und räumte auf mit den beiden leindlichen Bastionen im Osten, stärkte die Achse, iührte zur Verständigung mit Rußland. Aus der Optanten kreisförmigen Umschnürung wurde e i n torfo, ein knapper Halbkreis vom Katteaatt bis ]um Mittelmeer, auch dort noch problematisch ver­laufend. Von neuem wird versucht, dort einen neuen strategischen Schwerpunkt zu er- nchten, von Aegypten über Syrien zur Türkei und len Meerengen, um von dort vielleicht mit den Waffen oorzubrechen, den Flankenangriff orzutragen, oder auch nur den Balkan abzu- prengen, auszukaufen, Deutschland als Markt und Zersorgungsraum zu entziehen. Aber Rußland prach sein Machtwort zur Meerengenfrage, _ die Türkei geriet bereits in wirtschaftliche Bedräng- is und fühlt das Dilemma, und der Balkan ist urch feste und gesunde Verträge mit seinen Dauer- lbnehmem verbunden. Der Flankenstoß droht rümpf zu werden, der weite Versorgungsraum des ieichs bleibt unerschüttert, die Blockade unwirksam, 'ie Aushungerung eine Chimäre. Ruhig geht das £eben feinen Gang, gesteigerte Produktion sorgt für lussuhr, wo der Feind sie nicht fassen kann. Wo sie einem Zugriff offenstem, droht der Protest von Großmächten gegen diese Verletzung des Dölker- cchts.

Indern

ßonS Der Feind hat uns mehr und mehr zu verstehen erS*1 gegeben, weshalb er diesen Krieg buchstäblich ier^M vom Zaune brach, über eine rein deutsche Fraae JS ^'1 über das deutsche Danzig und über das Schicksal 3$**% deutscher Volksgenossen unter fremder Willkür Wer isl | aber denkt drüben heute noch an diese äußeren An-

Wellpoliiik an der Jahreswende.

Unsere Ausländskorrespondenten berichten.

Frankreich zwischen Gestern und Borgen.

33on unserem F.-Korrespondenten.

Paris, Dezember 1939.

Das französische Volk geht voller Ungewiß­heit in das neue Jahr. Diese Ungewißheit ist nicht so s^hr bedingt durch den Krieg als dadurch, daß Einrichtungen, Begriffe und Vorstellungen, die bis­her als unveränderlich das Leben der Franzosen bestimmten, sich allmählich aufzulösen beginnen, vhne daß in diesem Einjchmelzungsprozeß schon die Umwandlung des Alten in das Neue zu erken­nen wäre. Das bürgerliche Frankreich der Dritten Republik galt bisher als das Land des Konser­vatismus, des zähen Festhaltens am Bestehenden und Erworbenen. Im Bereich des Persönlichen drückte sich dies in dem Rentnertum als Lebens­ziel aus, in der Sphäre des Politischen in dem Streben nach Sicherheiten zur Verewigung der in Versailles geschaffenen politischen Verhältnisse. Ist das Frankreich, das heute in ein neues Jahr geht, noch annähernd das gleiche, das es über ein Jahr­hundert lang gewesen ist?

Die Tatsachen reden eine deutliche Sprache. Wie bei allen Kriegsührenden und dem größten Teil der Neutralen bedeutete der Krieg auch hier einen tiefen Einschnitt auf allen Lebensgebieten, aber er verstärkte und beschleunigte doch nur bereits vor­handene Entwicklungen, die zunächst im Bereich der politischen Praxis aus nichts anderes hinaus- lairfen, als auf die Ablösung des bürgerlichen Frank, reichs der Menschenrechte durch ein neues politi­sches System und Weltbild. 2) al ab i er, der an der Seite Englands in den Krieg eintrat, um den Unruheherd" eines jungen an die französische Grenze brandenden Nationalismus und Sozialis­mus auszulöschen und dem kapitalistischen französi­schen Rentner den allnächtlichen Alpdruck eines Deutschland der sozialen Gerechtigkeit und natio­nalen Einheit zu nehmen, derselbe Daladier war genötigt, zur Verteidigung der Interessen und Ideale dieses kleinbürgerlichen Frankreichs Maßnah­men zu ergreifen, die diesen Idealen völlig zuwider­laufen und die Grundlagen der heutigen staatlichen Einrichtungen verändern.

Bei dem von französischer Seite aus unternom­menen Versuch, die parlamentarische Demokratie dem autoritären Staats gebauten entgegenzusetzen, hat diese parlamentarische Demokratie wesentliche Züge ihres bisherigen Ausdrucks verloren. Als im ab gelaufenen Jahre mit dem Pomp zahlreicher Reden der 150. Jahrestag der Republik gefeiert wurde, sind sich wohl nur wenige der Festredner darüber klar geworden, daß das von ihnen geprie­sene politische System in der Praxis zum großen Teil nicht mehr bestand. Die monatelangen Tagungs­pausen des französischen Parlaments verdeutlichen dies. Wie weit diese Entfremdung zwischen Volk und Führung geht, zeigt die starke Interesselosig­keit der französischen Oeffentlichkeit gegenüber der von einer straffen Zensur geleiteten Presse: zeigt ferner der Umstand, daß von den beiden neben den RMkalsozialiften Daladiers stärksten Parteien, den Sozialisten und Kommunisten, die einen durch die Ausschaltung des Parlaments mundtot gemacht

find, die anderen durch die Staatsanwaltschaft ver­folgt werden.

Der von der Regierung Daladier zunächst wider eigenen Willen unter dem Zwang der Notwendig- feit vorgenommene Einbruch des Staates in den bisher als heilig und unantastbar angesehenen Be­reich des Privaten vollzog sich im stärksten Maße im Zeichen des Kampfes gegen den sogenannten Defaitismus. Ein jeder kann heute ohne Angabe von Gründen verhaftet werden, der amtlichen Stel- len verdächtig erscheint. Diese einmal geschlagene Bresche erweitert sich jedoch täglich mehr und mehr, und der Staat greift immer weiter in Gebiete ein, die nach den bisher gültigen Lehren lediglich dem Einzelnen vorbehalten waren.

Die übernommenen Ideen und Rezepte Frank­reichs, die .Ideale von 1789" befinden sich also i n einem Zustand der Ablösung, ohne daß bereits gesagt werden kann, wohin im einzelnen der Weg Frankreichs gehen wird. Unberührt von dieser innenpolitischen Entwicklung sind aber die Auffassungen und Pläne der französischen Außen­politik die gleichen geblieben. Das kann auch nicht wunder nehmen, denn die hohe Bürokratie des Quai d'Orsay, in deren Händen die eigentliche Führung der Außenpolitik Frankreichs liegt, ist einerseits vollkommen in den überlieferten Nacht- und Herrschaftsansprüchen derGrande Nation", zum andern in den Gedankengängen der Entente Cordickle befangen. Sie hat bisher stets jeden Ver­such, diese unfruchtbare, antieuropäische Stellung aufzugeben und neue, in die Zukunft weisende Wege zu beschreiten, mit greisenhafter Starrsinnig­keit abgelehnt. Sie macht auch jetzt den Versuch, das Testament Richelieus zum gegenwär­tigen und künftigen Leitfaden der französischen Außenpolitik werden zu lassen. Diese Einflüsse einer allmächtigen Bürokratie, in ebenso geschickter wie rücksichtsloser Weise von englischen Abgesandten und Mittelsmännern in Paris unterstützt, hat sich in den offiziellen Kreisen vollkommen durchgesetzt und prägt das Gesicht Frankreichs nach dem ersten Drit­tel des Kriegsjahres. Es kann daher nicht wunder nehmen, wenn alle alten, seit Jahrhunderten vor­handenen französischen Wunschträume und Schlag­worte nun wieder aus der Mottenkiste geholt wer- den. Man spricht von der Vernichtung des Reiches, von feiner Zerstückelung in die hundert und aber­hundert Kleinstaaten der Zeit nach dem Westfäli­schen Frieden 1846, man begehrt die Rhein grenze, man will die oft» und südosteuropäischen politischen Verhältnisseorganisieren", d. h. die Vorherrschaft Frankreichs in diesem ihm doch lebensfremden Raum mit Gewalt wieder errichten und nennt dies alles nach altbewährtem Muster: Organisation der französischen Sicherheit.

Mag auch hie und da ein Gefühl für die Hoff­nungslosigkeit eines solchen Unterfanges im Zeit­alter bes Großdeutschen Reichs und der gesamteuro­päischen Neuordnung aufdämmern, mögen manche Kreise von einer Ahnung dessen gepackt werden, daß Frankreich sich mit diesen sterilen Zielsetzungen den Weg in eine eigene Zukunft verbaut und sein Schicksal auf Gedeih und Verderb mit dem des wankenden britischen Weltreichs verknüpft, so wer­den solche Erkenntnisse von der Regierung und dem kleinen Kreis um sie herum rücksichtslos beiseite ge- schoben. Das ist in den letzten Reden französischer Minister deutlich in Erscheinung getreten.

Aeujahrögedanken an englischen Kaminen."

Von unserem £ -Korrespondenten.

London, am Jahresende.

London wird in diesem Jahr in der Silvester­nacht einen ganz anderen Anblick bieten, als man ihn früher gewohnt war. Auf den verdunkelten Straßen werden kaum Menschen zu sehen sein, die Eros-Statue am Piccadilly-Eircus, zu deren ^üßen sonst eine lärmende Volksmenge das neue Jahr will­kommen hieß, ist mit vielen Londonern evakuiert, ihr Sockel ist von Sandsäcken und einem hohen Bretterzaun umgeben. Die Engländer werden in ihren verdunkelten Häusern vor den Kaminen sitzen, wobei manchen von ihnen allerlei trübe Gedanken auffteigen mögen, soweit sie nicht vollkommen von der hetzerischen Propaganda der Kriegsclique ihrer Urteilskraft beraubt sind.

Der Krieg, den England leichtfertig und ver­blendet angezettelt hat, ist bisher nicht s o ver­laufen, wie' man sich das in den regierenden Kreisen an der Themse gedacht hat. Auch wenn Presse und Rundfunk in Großbritannien alles tun, um das wahre Ausmaß der englischen Rückschläge zu verschleiern, so wird doch mindestens die stille Silvesternacht den Engländern Muße und Gelegen­heit geben, über die Erfolglosigkeit der englischen Kriegführung nachzudenken. Deutschland hat den ihm von der englischen Regierung aufgezwungenen Krieg an die Küsten des Jnselreiches herangetragen. Sie sind von einem Kranz von Wracks umgurtet. Die Last der Kriegskosten wächst von Tag zu Tag. Die schon ausgeführten bzw. in den nächsten Tagen in Kraft tretenden Lebensmittelrationierungen zei­gen auch dem letzten Engländer, daß die Versorgung seines Landes nicht so gesichert ist wie es Me Re- aierunq oft behauptet hat. Die Handelsflotte des einst meerbeherrschenden Albion schmilzt Woche um Woche, ja, Tag um Tag um Tausende von Ton­nen zusammen. Versuche, die neutrale Schiffahrt un­ter das britische Joch zu zwingen und sie zur Ver­sorgung Britanniens heranzuziehen, sind bisher m den meisten Fällen gescheitert. Die Neutralen haben es satt, die Todesfahrt nach englischen Hafen an­zutreten, um dort für ihre Lebensrnittel schlechte Vreise zu erhalten, wenn wirklich sie dorthin ge­langen sollten. Das Elend der Arbeitslosigkeit in den englischen Notstandsbezirken ist mcht behoben, und zu ihm gesellt sich Hunger und Not der Hun- derttausende von Evakuierten, deren fahle Zuge und müde Augen vor manchem Engländer in die­ser Neujahrsnacht als Anklage gegen eine unfähige und ruchlose Regierung tn seinem Innern aus- tauchen mögen.

Der Abschied vom Jahr 1939, in dem die britische Regierung chr Volk in den Krieg hetzte, wird so dem Engländer vergällt. Aber in dem Augenblick, da Big Ben die Mitternachtsstunde verkündet, er­scheint es ihm auch nicht leicht, ins neue Jahr 1940 hineinzugehen. Grau und verhangen ist der Blick in die Zukunft des Weltreiches, und manch einen, der in dieser Nacht zweifelnde Blicke in dies Dunkel zu richten versucht, mag eine Ahnung dessen über­kommen, was seine Politiker denn von Staats­männern wird er in dieser stillen Stunde. wohl selbst nicht zu sprechen wagen ihm und seinem Land mit diesem Krieg beschert haben. Er wird sich sagen, daß mit jedem Monat die Entschlossenheit des deutschen Gegners härter, die Schläge der deut­schen Wehrmacht wuchtiger, die Erfolge der deut­schen Polittk sichtbarer werden. Demgegenüber hört er von den Männern seiner Regierung zwar große Worte, aber er sieht keine Taten, und wo er diese wahrnimmt, vermögen sie ihn nicht mehr zu befriedigen, geschweige denn zu begeistern. Don den ihm viel gepriesenen demokratischen Idealen, derentwillen er 1939 so in den Kampf ziehen sollte wie 1914, ist wenig übrig geblieben. Das kommende fahr birgt für ihn mehr als eine Chance, auch den Rest von ihnen zu verlieren. Wenn das Kaminfeuer herabgebrannt ist, wenn die letzten Holzscheite ver­glommen find, wird sich nach Stunden des Nach­denkens der Engländer ftöstelnd und sorgenschwer erheben.

An den Kaminen ihrer prunkvollen Landsitze wer­den zur gleichen Stunde die Angehörigen der So­ciety, die Großgrundbesitzer, die Erben riesiger aus Indien und anderen Kolonien erpreßter Vermö­gen, die jüdischen Plutokraten und ihre Handlanger aus dem Regierungsviertel versammelt sein. Hier werden die wahnwißigen Pläne einer Zerstückelung des Großdeutschen Reiches weiter erörtert werden: hier werden finstere Anschläge auf Frieden und Sicherheit der Neutralen wie in den vergangenen Kriegsmonaten ausgebrütet; hier werden neue Methoden ausgeklügelt, den letzten Poilu zum höhe- ren Ruhm Britanniens sterben zu lassen. Sekt und Whisky werden in Strömen fließen, und die Aus­gelassenheit, die vor diesen Kaminen herrscht, wird der Frivolität entsprechen, mit der man diesen Krieg betreibt, dessen Lasten man ja denn man ist Gentleman nicht selbst trägt, sondern samt und sonders auf die gebeugten Schultern des Volkes ab wälzt.

Italien Gewehr bei Fuß.

Don unfeiem R. G.-Koirejpondenten.

Rom, im Dezember 1939.

Italien hatte mit der vollständigen Eroberung Aethiopiens, mit der Schaffung des neuen römischen Imperiums, eine aufjeroröentlid) wichtige, wenn vielleicht auch noch nicht die abschließende Etappe seines vom Faschismus planmäßig angeftreb- ten und mit gedudig-zäher Energie verwirklichten Ausstiegs zur Weltmacht vollendet. Man kann das jetzt zu Ende gegangene Jahr am besten wohl als einen an Erfolgen reichen Zeitabschnitt des Auf­baues und der Konsolidierung dieser Großmachtstek- lung bewerten.

Der Sieg Francos im spanisiben K r i e g , der von Mussolini mit eiserner Entschlossen­heit und unter Einsatz bedeutender Machtmittel ge­wollt gefordert worden ist, hat einer Ausdehnung des von Natur aus antifaschistischen und damit italienfeindlichen Einflusses der sogenanntenDemo- plutokratten" im westlichen Mittelmeerbecken voraus­sichtlich für alle Zeiten einen Riegel vorgeschoben. Ein starkes nationales Spanien, dessen politische Aspirationen sich ausschließlich gegen Großbritannien und Frankreich richten, wird in Zukunst bei der seit

Ohne gesunde Zähne gibt es keine Gesundheit. Grund genug, um die Zähne täglich zu pflegen!

CHLO ROD 0 NT

langem im Gange befindlichen Auseinandersetzung um die Vorherrschaft im Mittelmeer, das nach dem berühmt gewordenen Aussvruch des Duce für Italien nicht nur eine Straße (via), fobern das Leben (vita) bedeutet, an der Seite des befreundeten Italiens stehen.

Im östlichen Mittelmeer hat sich die strategisch- politische Position Italiens durch die A na liebe- rungAlbaniens ebenfalls ganz beträchtlich ver­stärkt. Italien hat baburch nicht nur bie Straße von Otranto vollständig in die Hand bekommen, so daß das Adriatische Meer sozusagen zu einem italienischen Binnensee geworben ist, es hat sich barüber hinaus eine breitere Plattform für bie geistig-politische Durchbringung bes Balkans geschaffen. Es ist zur größten Balkanmacht geworben, bie im ost­europäischen Raum eine ausschlaggebenbe Rolle zu spielen berufen ist.

Diese machtpoltischen Tenbenzen Italiens haben selbstverstänblich burch ben europäischen Krieg, ber bie Kräfte ber übrigen europäischen Großmächte auf beschränktem Raum binbet, einen ganz natürlichen Austrieb erhalten. Die auf bie Aufrechterhaltung ihrer Neutralität bebachten ßänber bes Sübostens blicken heute mehr benn je nach Rom, auf bie einzige Großmacht Europas, bie außerhalb bes Krieges geblieben ist, unb beren freunbschaftliche Beziehungen zu biefen Staaten eine Gewähr bafür bieten, baß sie ihren Einfluß im Interesse eines frieblichen und gerechten Ausgleichs ber im Balkanraum noch be- stehenben Gegensätze geltenb machen kann und wird.

Ist Italien an der Aufrechterhaltung des Friedens im Südosten nicht aus eigensüchtigen, sondern aus höheren europäischen Gesichtspunkten heraus, inter­essiert, so bedeutet dies keineswegs, daß es der Ab­wicklung der europäischen Ereignisse als unbeteiligter Zuschauer gegenübersteht. Der Duce hat nicht den geringsten Zweifel darüber gelassen, daß die Neu­ordnung Eurovas, mag sie nun weiterhin auf dem Wege kriegerischer Auseinandersetzung oder, falls die Vernunft bei ben westlichen Demokratien eines Tages bic Oderhanb gewinnen sollte, in frieblidjer Zusam­menarbeit erfolgen, nicht ohne ober gar gegen Italien burchgeführt werben kann. In welcher Richtung sich aber bie italienischen Forberunaen, bie bei einer Neuorbnung Europas auf ber Grunblage ber Ge­rechtigkeit zu berücksichtigen wären, bewegen, ist hin­länglich bekannt.

Darum arbeitet Italien mit allen Kräften und Mttteln daran, sich auf alle Möglichkeiten vorzubereiten. Der Ausbau und bie Ertüchti- auna ber italienischen Wehrmacht wirb mit Hochbruck lortgesetzt. um jeberzeit, falls sich bies als unverm"iblich erweisen sollte, ein schlagfertiges Heer in bie Waagschale ber europäischen Politik werfen zu können. Die Bemühungen, Italien auch wirtschaftlich unabhängig unb unbesiegbar zu machen, gehen unter ber wachsamen unb unermüblichen Leitung Musso­linis in verschärftem Temvo weiter. Durch bie eifrige Aufbau- unb Sieblungstätigkeit in Jtalienisch-Ost- afrifa unb Libyen soll auch für biefe überseeischen Besih'mgen, bie im Erickttalle auf sich selbst aeftellt sein könnten, eine möglichst roeitgehenbe wirtschaft­liche unb militärische Autarkie erreicht werben. Im Innern widmet bie Faschistische Partei all- ihre Kräfte ber Erziehung bes Volkes zu jenem Ovf-r- willen unb zu jenem Bewußtsein imperialer Grüße, bie bie Voraussetzung bafür finb, baß Italien ben einmal erkämvttenPlatz an ber Sonne" auch ben fommenben Geschlechtern zu erhalten vermag.

3eiffcbriflen.

Das neue Heft derSiren e" bringt neben vielen praktischen Luftschutzttps unb ben Mitteilun-- gen bes Präsidiums unb ber ßanbesgruppen bes Reichsluftschutzbunbes interessante Bilbberichte über bas Wesen ber Panik, über Sanitätsgerät für die ßaienhilfe, über eine Kindertagesstätte unb vieles andere. Außerdem beginnt ein spannender Roman, der m Finnlands Erzgruben spielt!