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Insel-Alma nach auf das Jahr 1940. Insel-Verlag, Leipzig. (363) Die besonders sorgfältige und fein aufeinander ab gestimmte Zu­sammenstellung des Insel-Almanach spricht am besten für den Verlag, für dessen Werk er Zeugnis ablegen soll. Aus einer Reihe wesentlicher Neu­erscheinungen sind Proben veröffentlicht, erfreu­licherweise auch aus älteren Werken. Daneben be­grüßen wir kleinere Arbeiten von Autoren des Ver­lages aus werdenden Büchern, so Carossa, Timmer­mans, Gertrud von le Fort, Schaper und Waggerl.

Der Silberne Kalender auf das Jahr 1 9 4 0. Mit 24 farbigen Postkarten. Preis 2,50 RM. Verlag Woldemar Klein, Berlin. (345) Als Postkarten, die sich heraustrennen lassen, ent­hält dieser Kalender 24 farbige Abbildungen, welche Ausschnitte und Verkleinerungen der schönsten Bil­der aus den Silbernen Büchern bringen. Fast alle großen Epochen der Malerei sind vertreten: vom pompejanischen Wandbild bis zur modernen Zeit. Da die Bilder sich als Postkarten heraustrennen las­sen, kann man sie verschicken oder als Wandschmuck verwenden. Die reiche Bildwirkung wird ergänzt durch kurze Erläuterungen und durch schöne Apho­rismen über Kunst von deutschen Malern und Dichtern.

Dem neuen deutschen Weißbuch entnehmen wir mit einigen Kürzungen das Doku­ment Nr. 455, das di e Aussprache zwischen dem Führer und dem eng­lischen Botschafter Henderson vom 23. 8. 39 auf dem Obersalzberg nach den Aufzeichnungen des Dolmetschers o. L o e s ch enthält:

Der britische Botschafter bemerkte einleitend, daß er im Auftrage der britischen Regierung einen Brief überbringe. Der Führer stellte fest, daß ihm bereits eine Uebersetzung des Briefes vorliege. Er fei im Begriffe, eine schriftliche Antwort auszuarbeiten, doch wolle er einstweilen dem Botschafter im glei­chen Sinne einige mündliche Ausführungen machen

Henderson erwiderte, daß sich hoffentlich für die schwierige Lage eine Lösung finden lassen werde: es sei in England verstanden worden, daß für das Wohl Europas die deutsch-englische Zusammenarbeit erforderlich sei.

Hierauf antwortete der Führer, daß man das früher habe erkennen müffen. Auf den Einwand des Botschafters, daß die britische Regierung ihre Garantien gegeben habe und ihnen nun auch Nach­kommen müsse, antwortete der Führer, er habe in der Antwort klargestellt, daß Deutschland nicht die Verantwortung für die von England gegebenen Ga­rantien trage, wohl aber England für die aus diesen Verpflichtungen entstehenden Folgen. Es sei Englands Sache, sich darüber klarzuwerden. Er habe der polnischen Regierung mitgeteilt, daß jede weitere Verfolgung der Deutschen in Polen s o fort ein Handeln seitens des Reiches

Kalender und Almanache auf das Lahr 1940.

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Henderson wandte ein, man habe sich nur gegen den Grundsatz der Gewalt gestellt, worauf ihm btt Führer entgegenhielt, ob etwa England für irgend« eine der Versailler Idiotien jemals eine Lösung auf dem Verhandlungswege gefunden habe.

Der Botschafter hatte hierauf nichts zu enhi gegnen, und der Führer stellte fest, daß nxh einem deutschen Sprichwort zum Lieben immer zwei gehören. \

Aus dem deutschen Weißbuch.

Oes Führers Unterredung mit dem britischen Botschafter auf dem Obersalzberg am 23. August 1939.

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maßen bcurteitt:Niemals hat sich Ludwig Xl\ durch einen Vertrag gebunden erachtet. Er hat j, seinen Memoiren seinem Sohn die Meinung au«, gesprochen, daß die Worte der Verträge den Soul plimenten gleichen, die man in der großen AeD macht und nur eine im Verhältnis zu ihrem Klonal ganz untergeordnete Bedeutung besitzen. Er M beinahe jedes Wort gebrochen, das er gegeben Er hat beim Tode des Königs non Spanien Abvvj katenkniffe (chicanes de procureur) als ÄriegJ gründe aufgefunden und ähnliche Kriegsgründe na 4 dem Frieden von Nymwegen gefunden, um dI Reunionen zu unternehmen. Niemand konnte siä! auf ihn verlassen."

Seit Ludwig XIV. ist die Raubpolitik aegeJ Deutschland die Meinung der herrschenden ÄrtM in Frankreich, und der cri du Rhin, der Schrei noJ der Rheingrenze, ist gerade von den Iakobinenil ausgestoßen-worden. Der Sozialist Louis B lonrl schrieb im Jahre 1843:Deutschland soll sich nihl darüber täuschen: die Frage der Rheingrenze itzl für Frankreich nicht eine Frage der Gebietserwi<| terung, sondern der nationalen Verteidigung. Eroberergeist kommt hier in Frage, sondern t« Notwendigkeit der französischen Sicherheit."

Und diese Raubpolitik unter dem Vorwande bei französischen Sicherheit ist heute wieder durch Da, lädier in Frankreich zu popularisieren versucht worden. Das verbindet ihn mit den Grundtendeigrnl Ludwigs XIV., nicht mit Richelieu. Das ist M Wahnwitz der Kreise, die Frankreich oerregieren. I

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Richtig durchko eben, 3 Minuten lang, und dann ebenfolange ziehen lassen !

Henderson betonte sodann, daß er persönlich de an einen englisch-französisch-russischen Pakt geglaubt habe. Es sei seine Ansicht, daß Rußland durch die Verzögerung nur Chamberlain loswerden und dani durch einen Krieg profitieren wollte. Ihm persönlich sei es lieber, daß Deutschland mit Rußland ein?n Vertrag habe, als daß es England tue.

Der Führer antwortete:Irren Sie sich nicht. Cs wird ein langer Vertrag werden."

Mit der Feststellung des Führers, daß dem Bot­schafter am Nachmittag die schriftliche Antwort übergeben werden würde, schloß die Unterredung.

nach sich ziehen werde. Wie er anderseits erfahren habe, hätte Chamberlain verstärkte militärische Vor­bereitungen in England vorgesehen. Deutsche Vor­bereitungen seien auf reine Defensivmaß- nahmen beschränkt.Sollte ich", so sagte der Führer,von weiteren Maßnahmen dieser Art hören, die englischerseits heute ober morgen durch­geführt werden, so werde ich die sofortige General­mobilmachung in Deutschland anordnen?"

Er führte dann aus, daß man in England immer non dervergifteten Atmosphäre" spreche. Tatsäch­lich fei, daß dieAtmosphäre" von England vergiftet" worden fei. Wäre England nicht gewesen, so hätte er im vergangenen Jahr eine friedliche Einigung m i t der Tschecho- Slowakei erreicht, und es wäre mit Sicherheit auch dieses Jahr mit Polen in der Danzig-Frage dahin gekommen. England allein fei ver­antwortlich, und ganz Deutschland sei dieser festen Ueberzeugung. Hunderttausende von Volks­deutschen würden heute in Polen mißhandelt, in Konzentrationslager verschleppt und vertrieben. Hierüber liege ihm ein umfangreiches Material vor, auf dessen Veröffentlichung er bisher verzichtet habe. Für all dieses habe England einen Blankoscheck gegeben, jetzt müsse es dafür zahlen. Er könne es nicht zulassen, daß wegen einer Laune Englands Zehntausende deutscher Volks- genosien hingeschlachtet würden.

Der Führer fuhr fort, indem er sagte, daß Cham­berlain keinen besseren Plan gesunden haben könnte, um alle Deutschen geschlossen hinter den Führer zu stellen, als daß er für Polen und eine polenfreund­liche Regelung der Danziger Frage eingetreten sei. Sr sehe keine Möglichkeit auf dem Verhandlungs­wege, weil er überzeugt fei, daß der britischen Re­gierung gar nichts an einer solchen Regelung liege. England habe sich den Mann, der sein größter Freund werden wollte, zum Feinde gemacht. Jetzt werde man in England ein anderes Deutschland kennenlernen, als man es sich so viele Jahre vorgestellt habe.

Henderson erwiderte, daß man in England wisse, daß Deutschland stark sei. es habe es in letzter Zeit oft bewiesen.

und den niederen Mel in Flor gebracht, das 'Bür­gertum, wenigstens soweit es besitzend war und An­sprüche stellte, lebhaft bekämpft. Dieser Kampf ist der Grundzug seines Testamentes. Richelieu war ein erbitterter Feind des Beamtenadels, der noblesse de robe.

In feinem Testament gibt er aber nicht einen Plan der Zertrümmerung Deutschlands. Nicht ein­mal das Elsaß wollte er haben, sondern nur Lothringen. Richelieu war, wie der deutsche Histori- riker Wilhelm Mommsen richtig bemerkt,nicht der Vertreter einer Vormachtspolitik, sondern einer Gleichgewichtspolitik" und kämpfte gegen die habsburgisch-spanische Hegemonie. Es ist nun eigentümlich, daß die Franzosen dieses Testament Richelieus überhaupt nicht kennen, daß ihre Histo­riker nicht einmal eine einwandfreie Ausgabe her­ausbrachten. Wenn der deutsche Meister der Ge­schichtsschreibung, Leopold von Ranke, dieses Testament Richelieus mit dem sog. Lateinischen Testaments des Kardinals verwechselt und dieses Lateinische Testament für echt hält, obgleich sein Verfasser ein Jesuit Pierre Labs war, der nach­weislich in keiner Verbindung zu Richelieu stand, so ist dieser Irrtum längst berichtigt worden. Das wirkliche Testament Richelieus enthält nichts von den ihm zugeschriebenen Aeußerungen. Es ist eine innerpolitische Gebrauchsanweisung für den König, in den Jahren um 1638 geschrieben, und außen­politisch hat Richelieu den Triumph der Bezwingung der habsburgisch-spanischen Macht gar nicht erlebt. Sie erfolgte erst 17 Jay re nach seinem Tode durch

male geschichtlicher Erinnerung und Weihestattai deutscher Kunst und Musik.

Deutscher Trachtenkalender. Her« ausgegeben von Hanne Fischer, Verse von 21. j)oEt Preis 1,50 RM. Verlag Dürer-Haus in Marbur; (359) Dieser Abreiß-Kalender, dessen einzeln Blätter als Postkarten Verwendung finden könnei, Zeigt luftige Trachtenbilder in lebhaften Farbn, feine Fantasiekostüme, sondern volkskundlich eir- wandfrei. Fröhliche Derslein erklären die Trachten im einzelnen.

Blodigs Alpenkalender 1940« 96 Blätter, darunter drei Vierfarbenkunstblätter, Verlag von Blodigs Alpenkalender Paul Müller, München n. Preis 2,90 RM. (309) Die Blcu- ter dieses seit 15 Jahren bei allen Freunden der Alpen gut eingeführten Kalenders bringen in bun­tem Wechsel Berg und Tal, Wald und Flur, See-i ünd Gletscher, sommers wie winters und zeige«; die ungeheure Vielfalt der deutschen Alpenwelt öl besonders schönen Aufnahmen. Häufig werden bil Bilder auch durch kurze Texte erläutert.

Rheinischer Volks kalender 194R 63. Jahrgang. Ein rheinisches Jahrbuch. Druck umS Verlag: Joh. Falk III. Söhne, G. m. b. H., Mainz. (246) Der Mainzer Maler und Graphik-t Karl L. Rogge hat für den neuen Jahrgang bei Umschlag neu gestaltet. Er läßt schon äußerlich er­nennen, daß der aus der ©utenbergftabt fommenbot Heimatkalender im Zeichen der 500-Iahrseier bet Erfindung der Buchdruckerkunst steht, welche biit Stadt Mainz zu Ehren ihres größten Sohnes füir das Jahr 1940 vorbereitet. Diesem bedeutsamen Er­eignis sind außer dem Titel zwei Kunstdruck-Bei­lagen sowie ein Aufsatz ,Hans Gensfleisch der Om- tenberger" gewidmet. Reichhaltig ist wieder bar Textteil des Kalenders, der wie der gut ausgewahlt« Bilder teil das deutsche Leben und Geschehen der engeren Heimat und des weiteren Vaterlandes im die große Linie des nationalen Aufbaues hinein - stellt.

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zügiges Angebot gemacht habe, doch habe sich England eingemischt. Der Führer beschrieb dann, wie er an der gleichen Stelle vor mehreren Mona­ten mit dem Oberst Beck über die gleiche Regelung gesprochen habe, der sie damals als zu plötzlich be­zeichnete, aber darin doch eine Möglichkeit erblickte. Im März habe er feine Vorschläge wie­derholt. Damals, so betonte der Führer, würde sich Polen sicherlich bereit erklärt haben, wenn nicht England sich dazwischengestellt hätte. Der Führer führte dann aus, daß er bei dem geringsten polnischen Versuch, noch weiterhin gegen Deutsche oder gegen Danzig vorzugehen, sofort eingreifen werde, ferner, daß eine Mobil­machung im Westen. mit einer deutschen Mobil­machung beantwortet werden würde.

Der Botschafter Henderson:Ist das eine Drohung?" Der Führer:Nein, eine Schutz­maßnahme!"

Henderson mies daraus hin, daß der Umschwung in der englischen Auffassung seit dem 15. März ein­getreten sei, worauf der Führer entgegnete, daß Bolen sich aus eigenem Interesse über die Karpatbo- Ufraine erregt habe. Ferner seien die inneren Zu­stände in der Tschecho-Slowakei für Deutschland un­tragbar geworden. Schließlich seien Böhmen und Mähren von Deutschen und nicht von Eng- ländern kultiviert worden. Er sei überzeugt, daß die tschechische Lösung die beste sei. Präsident Hacha fei

Deutschland. Er verwies nochmals auf die Frag« Danzig und Polen, bei der England den Stack punkt einnahm,lieber den Krieg, als etwas xM Vorteil Deutschlcnü)s".

glücklich gewesen, einen Ausweg aus der Krise sehen, den Engländern natürlich sei es gleichgültig ob im Herzen Mitteleuropas geschossen 'würde.

Der Botschafter wies auf die große Tragödie hft, die sich nun abspielen werde, worauf der Führer feftftellte, daß, falls es zum Kriege komme, es ei, Krieg auf Leben und Tod fein würde, aus« ;;i ? gehend von englischen Absichten in dieser Richtung England, habe dabei mehr zu verlieren. Deul'ch^ land habe niemals etwas zum Schaden Englands jclunge unternommen, trotzdem stelle sich England ge§eu

wehrten, mag den Franzosen unbequem sein. Grund­sätzlich fyat niemand etwas dagegen einzuwenden, es sei denn die französische Presse und die kleine Schar jener Unentw egtheitspolittker, die sich künst­lich in eine Rolle hineinversetzten, die geradezu als historische Komödie anmutet. Aber diese winzige Schicht ist mächttg. Sie beherrscht den Franzosen durch die gewohnten Phrasen, sie hat ihn als Ka­nonenfutter für England auf die Schlachtbank ge­trieben, sie ist fteimauerisch, jüdisch, kapitalistisch, zum Herrn geworden und versucht nun, Frankreich als Vorkämpfer der Demokratie emporzuschwindeln. Das ist ihre Schuld, ihr Verbrechen, und die Be­gründungen für den Kampf gegen Deutschland sind so lächerlich, daß sie selbst aus der französischen Psyche heraus geradezu grotesk anmuten und der vielberufenenraison der Franzosen, ein Wort, das sich schwer in seiner ganzen Bedeutung ins Deutsche übertragen läßt, direkt widersprechen.

Dieses Frankreich der herrschenden plutokrattschen Oberschicht kämpft für eine Illusion, und der Vater dieses Wahnsinns ist Eduard H e r r i o t, fein Schüler der Ministerpräsident Da lädier. Herriot bezeichnet sich selbst als d e n l e tz t e n Ja­ko b i n e r. Er will damit wohl zum Ausdruck bringen, daß die jacobins durch ihren Terror die französische Mehrheit unterdrückten, bis diese Jako­biner unter den Knütteln der von der Front Heim- kehrenden verendeten. Das war der eigentliche Sinn der Direktoirezeit nach dem Flackern des Höllen­brandes der französischen Revolution. Freimaurer hohen Grades, ist Herriot der Phrasen geschwellte Nachfahre einer ausgestorbenen Rasse. Nun ist eigentlich D a l a d i e r über Herriot hinausgewach­sen. Er spielt den demokratischen Diktator, Der die kläglichen Reste der französischen Freiheit gänzlich verschüttete, und zwar aus innerpolittschen Grün­den. Die Einigung des zerfahrenen, in Partei­gruppierungen, Interessentenhaufen und Koterien zerfallenen Frankreich der Gegenwart war ihm nur denkbar durch eine außenpolitische Ziel­setzung. Diese Zielsetzung war der Kampf gegen Deutschland.

Deutschland wollte von den Franzosen gar nichts. Der Kampf um die Rheingrenze, feit tausend Iah- ren im Gange, war für Frankreich verloren. Dieses Frankreich mußte sich damit abfinden und hat sich in feinen breiten Schichten damit abgefunden. Aber Daladier und seine Radikalsozialisten haben Frank­reich als bedroht hingestellt, um über die inneren Schwierigkeiten hinwegzukvmmen. Sie haben fünft- Uch Deutschland als den Angreifer bezeichnet, als den Feind, der mir darauf lauere, Frankreich zu überfallen. Damit spielten sie eigentlich Englands Spiel, und zur Begründung dieses Wahnsinns holten sie aus der Rumpelkammer der französischen Geschichte die Requisiten, die im grellen Licht der Oeffentlichkeit reichlich schäbig erscheinen. Dieser Krieg gegen Deutschland ist also, um es kurz zu sagen, ein Krieg der Literaten, die, wie Giraudoux selbst, nicht an den Erfolg und an die Wirklichkeit ihrer Requisiten glauben, aber verstrickt in ihren Ideen, zwangsläufig Frankreichs Volk auf die Schlachtbank führen. Dieser Propagandachef pre­digt die Vernichttmg Deutschlands genau wie Dala­dier, aber er weiß, daß es ein Traum ist. Da­her der Skeptizismus, der vergeblich durch hohle : Phrasen verdeckt werden soll.

Ist aber dieser ftanzösische Imperialismus, mit . feiner Berufung auf Richelieus Testament, überhaupt eine wirklich lebensfähige Kraft? Die deutschen iBerständigungsversuche sind von der herr­schenden Clique in Frankreich abgelehnt worden, während der Durchschnittsfranzose auf dem Stand- . punft rein gefühlsmäßig blieb, daß eine solche Der- . ftänbigung eigentlich derraison entspräche. Zur Begründung ihres ablehbenden Stundpunktes haben die französischen Freimaurer nun das Bild eines ' Deutschland gemalt, das unter der französischen Vor- | Herrschaft wie zu Richelieus Zeiten zerteilt, ohn- 1 mächttg und den Franzosen untertan sein müßte.

Aber hier liegt bereits die Verfälschung des i Geschichtsbildes. Nicht um Richelieus Testament Han- i beit es sich, sondern um die Wiederholung < der Raubpolitik desroi solei 1, Lud- I roigs XIV. Richelieu hat in seinem Testament An- : Weisungen gegeben, wie Frankreich sich der Habs- : burgisch-spanischen Vorherrschaft widersetzen könnte, s Er hat als der erste große Staatsmann der neueren Geschichte dem Absoluttsmus eines Ludwig XIV. 1 innerpolitisch vorgearbeitet und die Macht der ftan- t zösischen Großen gebrochen, dafür die Geistlichkeit

Seit langem erfreuen sich die schönen Abreiß­kalender des Verlages Carl Gerber in München großer Beliebheit. Der Deutsche Kalender (Preis 2,50 RM.) bringt charakteristische Bilder nach den besten Photos aus dem schönen Deutsch­land, prächtige Landschaften, alte Gassen, Tore, Türme und Kirchen. Die Bilder, die drucktechnisch einwandfrei wiedergegeben sind, lassen in der Aus­wahl der Mottve den sicheren Blick für das künst­lerisch Wesentliche erkennen. Der Bayern- Kalender (Preis 2,50 RM.) zeigt die unerschöpf­liche Schönheit des durch Geschichte, Kunst und Kul­tur ausgezeichneten Bayernlandes. Der O st mar k-Kalender (Preis 2,50 RM.) führt die einzelnen Gaue in ihrer mannigfaltigen Vielgestalt I vor Augen: Berge: glitzernde Seen, Städte, Mahn-

den Frieden von 1659, der Spanien aus den Reihen der Großmächte löschte.

Innenpolittsch trat der konservative Revolutionär Richelieu in seinem Testament für die Verfassung ein Adel, Geistlichkeit als privilegierte Stände, die zur französischen Revolution führte, wie selbst der französische Gesd/ichtsschreiber Hanotaux zugeben muß. Richelieu schreibt z. B. vom französischen Volke im 5. Abschnitt seines Testamentes:Alle Polittker stimmen darin überein, daß das Volk, wenn es ihm Zu gut ging, unmöglich in den Schranken seiner Pflicht zu halten wäre. Die Räson gestattet nicht, es von allen Lasten zu befreien, da es in einem solchen Fall zugleich mit dem Verlust des Kenn­zeichens feiner Unterordnung die Erinnerung an feine rechtliche Stellung verlieren würde und bei Freiheit von Abgaben auch frei von Gehorsam zu fein glaubte. Es ist Mauleseln vergleichbar, die, an Last gewöhnt, sich durch lange Ruhe mehr als durch Arbett schaden."

Dieser Vergleich der ftarizösischen Masse durch Richelieu mit Eseln wird natürlich dem französischen Volk verschwiegen. Auf Richelieus Einschätzung der Massen aber beruht feine ganze innerpolittsche Kon­struktton, die in der französischen Revolution zer­brach. Nein, dieses Testament Richelieus ist un­brauchbar selbst für die französischen Kriegshetzer. In Wirklichkeit schieben sie Richelieu vor und meinen d i e Raubpolitik Ludwigs XIV. gegen Deutschland, die Ernest L a v i s s e , der Ge- Ichichtsschreiber, dem kein Franzose ein empfind­liches Natt o n al ge fühl bestreiten wird, folgender­

Fmiizöffche Haubfräume.

Eugen Sievert.

Was hatderfranzöftsche Bauer, der in Althergebrachter Weise seinen Weizen und feinen Wein der fruchtbaren Erde Frankreichs abgewinnt, was hat der Kleinbürger der vielen Flecken und St-rdtchen Frankreichs von diesem Krieg? Weshalb ist er gegen Deutschland gezogen? Diese Fragen sind typisch französische Fragen, und die Antwort ist jenes Achselzucken, das der Durch­schnittsfranzose gegenüber der Regierung und seinen Erwählten anzuwenden pflegt. Nur, daß dieses Achselzucken eine Tragödie verbirgt, daß Frankreich, volksschwach, nur durch Fremde vor dem Verschwinden gerettet und dadurch rassisch ver­manscht, in diesem Kriege den Rest seiner durch den Wettkrteg bereits völlig erschöpften Kraft verlieren wind.

Wofür der Franzose kämpft, ist ihm selbst unklar. Der Durchschnittsfranzose will Ruhe und Frieden. Er lebt zwar, soweit ergebildet" ist und das ist nur eine kleine Schicht in historischen Träume­reien, aber die Massen selbst sind durchaus nicht jene Annexionisten, als die sie ihre Presse in ihren Wunschträumen hinstellt. Daß Deutschland sich fern Recht nahm, da die (Ententepohrrter es ihm uV