Erlebnisse unserer oberhessischen Soldaten
Rundsunkprogramm
Ansporn zur
Bescherabend.
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Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
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„Vorseldkämpse zwischen Rhein und Mosel."
Bericht für den „Gießener Anzeiger"
** Geschäftsjubiläum. Der Friseurmeister Karl Muhl, Bahnhofstraße 56, kann heute auf das 40jährige Bestehen seines Damen» und Herren-Fri- seurgeschäftes zurückblicken.
Strafkammer Gießen.
Der F. D. aus H. hatte vor Erfüllung seiner militärischen Dienstpflicht ohne Erlaubnis das deut-
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Preise erst dann auf die Speisekarte zu setzen sind, wenn die Hauptgerichte von den Gaststatten nicht mehr angeboten werden können.
Giehen-Klein-Linden.
Reichsbahnangestellter i. R. Ludwig F e i s e l begeht am ersten Weihnachtsfeiertag im Kreise seiner Kinder, Enkel und Urenkel seinen 81. Geburtstag. Der alte Herr ist körperlich und geistig noch sehr auf der Höhe und nimmt an den Geschehnissen der Gegenwart großen Anteil. Er betätigt sich noch rege bei den landwirtschaftlichen Arbeiten. Wir gratulieren herzlich.
Am 27. Dezember begeht Frau Marie Langsdorf, geb. Weigel, Wetzlarer Straße 79, die Feier ihres 8 9. Geburtstages. Sie ist die älteste Einwohnerin tm Stadtteil Gießen- Klein-Linden und erlebte im verflossenen Jahre die große Freude, Ururgroßmutter zu werden. 5 Kinder, 13 Enkel, 22 Urenkel und ein Ururenkel können der betagten Frau, die für ihr hohes Alter noch verhältnismäßig rüstig ist, ihre Glückwünsche übermitteln. Auch wir wünschen der Aeltesten des Stadtteils an ihrem Geburtstag alles Gute.
(Siebener wochenmarktpreije.
* Gießen, 23. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, deutsche Kühlhauseier, Klaffe B 10%, Klasse C 10%, Wirsing, % kg 7 bis 10, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 10, rote Rüben 9 bis 12, Spinat 20, Unterkohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 18 bis 20, Rosenkohl 20 bis 35, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 45 bis 60, Schwarzwurzeln 40, Feldsalat, Mio 10 bis 12, Aepfel, % kg 15 bis 25, Birnen 12 bis 20, Nüsse 40 bis 60, Endivien, das Stück 5 bis 12, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Rpf.
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sche Reichsgebiet verlassen mit dem Vorsatz, sich, dem deutschen Wehrdienst zu entziehen. V. hatte sich im Sommer 1936 für den Militärdienst einer auslärMschen Macht anwerben lassen, in dem er sich seit dieser Zeit befindet. Unter der Anklage der Entziehung von der Wehrpflicht verhandelte am gestrigen Freitag die Strafkammer Gießen ni Abwesenheit gegen den Angeklagten. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde der Angeklagte, der aus einer achtbaren Familie stammt und eine sorgsame Erziehung, wie auch eine gute Berufsausbildung genossen hat, zu einer G e f ä n g« strafe von vier Jahren und 500 RM. Geld- strafe verurteilt. Dem Angeklagten wurde ferner die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt.
Sprechstunden der eoattron.
11.30 bte 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach mittags geschloffen.
den dann eine Ferme, von der wir einige Tage vorher noch Maschinengewehrfeuer erhalten hatten, unbesetzt, die verdrahteten Feldstellungen verlassen und französische Ausrüstungsgegenstände vor. Ich habe böse Gesichter gesehen, als ich den gleichen Männern, die gerade mit dem Maschinengewehr von der Hüfte aus das Schießen und mit scharfen Handgranaten das Werfen übten, einen Befehl überbringen mußte, der ihrem weiteren Drang nach vorne einen Riegel vorschob. Aber später bot sich dann doch noch einmal die Gelegenheit zu einem weiteren Ausflug in unbekanntes Land. Weit über die Ferme und das französische Dorf hinaus, aus dem wir in früheren Nächten ständig Fahrzeugrollen und wohl auch die Abschüsse von Infanterie? Geschützen bemerkt hatten, war die Gegend vom Gegner geräumt. Auch auf dem Wege zum nächsten Dorf, auf dem sich der Spähtrupp — immer gesichert durch zurückbleibende Schützen und durch ein Maschinengewehr — vorwärts bewegte, waren vom Geaner nur verlassene Feldstellunaen und Spuren seines vorherigen Daseins festzustellen.
Aber am Eingang des nächsten Dorfes war eine große Sperre vorhanden, der breite und tiefe Bach in einem Durchstich quer durch die Straße geleitet, und als der Spähtruppführer Oblt. D. und sein Feldwebel das Wasser doch durchwateten, um drüben vor einer neuen Sperre hochzuklettern, da schlua ihnen auf 50 Meter Entfernung plötzlich Maschinengewehrfeuer von der Sperre her und Gewehrfeuer aus den Fenstern eines Hauses entgeaen. Hier war also die vordere Linie der Franzosen! — Blitzschnell zurück in den Wassergraben und seitlich durch Gärten wieder um die Häuser und aus dem Dorf heraus, so kam der Spähtruppführer mit
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Sonntag, 24. Dezember.
6 Uhr.^Hafenkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Weihnachtslieder. 8.45: Weihnachtsbriefe deutscher Dichter. 9: Märchenmusik. 10: Gläubiges deutsches Herz. Eine Stunde der Besinnung am Feiertag. „Deutschland zünde Lichter an". 11: Festliches Konzert. Werke von Wolfgang Amadeus Mozart. 12: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Kleines Weihnachtskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 14.45: Für unsere Kinder: Fröhliche Weihnachten! Wir verraten euch die Auflösung unseres Weihnachtspreisrätsels. 15.15: Nachrichten in französischer Sprache. 15.30: Weihnachten fern der Heimat. Weihnachtsfeier der evakuierten Familien des Westwallgebietes. 16: Soldaten- und Dolksweih- nacht. Soldatische Weihnachtsfeiern vom Westwall, von der Nordseeküste, aus Polen und volkstümliche Weihnachtsteller. 18.25: Der Blindenchor singt. 18.45: Im Glockenklana deutscher Dome grüßt die Heimat die Front. 20: Nachrichten.
Montag, 25. Dezember (1. Deihnachlsfeiertag).
6 Uhr: Frühkonzert. 8: Weihnachtslieder. 8.40: Wie schön ist so ein Feiertag! 9: Das Weihnachtsmärchen des 50. Regiments. 9.30: Musik am Morgen. Es spielt das Rhein-Mainische Landesorchester. 10.30: Verschneite Welt. Hörfolge mit Texten zeitgenössischer Dichter und Musik. 11: Festliches Konzert. Werke von Joseph Haydn. 12: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Operettenkonzert. 14.45: Für unsere Kinder: Frau Holle. Ein Märchenspiel. 15.25: „Mir ist das Herz so froh erschrocken". Szenenfolge über die Entstehung unserer schönsten Weihnachtslieder. 16: Klingende Liebesgaben (27). Eine fröhliche Sendung des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. In Verbindung mit der NSG. „Kraft durch Freude". 17.30: Die Tageszeiten. Kantate von Georg Philipp Telemann. 18: Frohe Weihnacht. 19: Der Feldzug in Polen (I). Ein Rückblick auf den Heldenkampf des Heeres mit einer Auswahl der besten Kampfbe- richte. 20: Nachrichten. 20.15: Dazwischen 22 bis
Dienstag, 26. Dezember (2. Deihnachlsfeiertag).
6 Uhr: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Weihnachtslieder. 8.40: Als ich Christtagsfreude
langsam, viel zu langsam für ein kindliches Herz. Das Zimmer, in dem die Weihnachtsbescherung vor sich geht, ist noch verschlossen, doch es geht in ihm geheimnisvoll zu.
Da — horch! Klingt nicht — erst leise, dann lauter — das Weihnachtsglocklein? Jubelnd stürmen die Kinder zur Tür und stehen ergriffen und mit seligen Augen vor dem Wunder des lichtergeschmückten Tannenbaumes. Mit Heller Freude bestaunen sie die unter dem Weihnachtsbaum liegen- den Gaben.
Weihnachten ist da! Aus Kindermund klingt's wieder — das Lied der Weihenacht. Erleben wir den Zauber dieser Stunde aufs neue dankbar und
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merk auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.30: Musik am Vormittag. Es spielt das kleine Orchester des Reichssender- Frankfurt. 10: Frohe Weisen. 11: Unteryaltunas- konzert. Es spielt das große Orchester des Reicys- senders Frankfurt. 11.50: Das Mikrophon unter-' wegs. 12: Mittagskonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Musik am Mittag. Das Orchester des Reichssenders Hamburg. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.55: Bücher für unsere Soldaten. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Was bringen die Theater in unserem Sendegebiet? 18.25: Bilder und Klänge aus Mofelfranten (V). „Bauern und bäuerliches Brauchtum in Moselfranken". Hörfolge. 19: Nach des Tages Arbeit. Dazwischen: Berichte. 20: Nach' richten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0.15: Nachrichten.
Vornotizen
Tageskalender für Samstag.
Stadttheater: 14.30 bis 17.15 Uhr „Der gestiefelte Kater". — Gloria-Palost (Seltersweg): „Maria Ilona". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wald-
Aus der Stadt Gießen.
Knegswechnachten.
Ehemalige Soldaten des Weltkrieges sitzen in Gießen beieinander und tauschen Erinnerungen an ihre Kriegsweihnachten aus. Die Brücke von heute zu jener Zeit ist die Kriegsweihnacht 1939. Wieder werden deutsche Soldaten an diesem schönen Feste fern von ihren Lieben sein. Sie werden dabei die gleichen seelischen Regungen verspüren, die'sie vielleicht schon einmal als blutjunge Menschen im Weltkrieg empfanden, oder die sie ahnend aus Erzählungen ihrer Väter kennen.
In dem trauten Kreise der alten Gießener Soldaten wandern die Gedanken zurück in eine Zeit, von der sie einst wünschten, daß ihre Kinder eine gleiche nicht auch erleben möchten. Wünsche gehen aber nicht immer in Erfüllung. „Es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt", so heißt's auch hier wieder. In den Erinnerungen der Alten werden Graben-- oder Unterstands-Weihnachten lebendig. Mancher hat solche Weihnacht schon 1914 erlebt, manchem wurde sie später zuteil. Sie denken heute wieder daran, daß sie Äs Familienväter damals am Heiligabend ihre Frau und Kinder besonders schmerzlich vermißten. Die Gemeinschaft der Kameraden half zwar über die weichen Regungen des Herzens hinweg, aber die Gedanken waren doch weit hinten in der Heimat. Entschlossener Wille und jederzeitige Bereitschaft zum Kampf für Familie und Volk wurden dadurch keinen Augenblick gehemmt. Doch das kleine Bäumchen im Unterstand oder in einer gegen feindliche Sicht verdeckten Nische tm Graben, das vielleicht auch nur durch einen Stock mü angeheftetem Draht mit Lichtern angedeutet war, bildete an jenem Abend in der vordersten Linie vor dem Feind den mit besonderer Liebe empfundenen Mittelpunkt der Kampfgemein- schafl. An jenem Abend, wenn der Feind wirklich Ruhe hielt, waren die Gedanken aller Männer ganz frieolich. Gemeinsamer Gesang und gegenseitiges Betrachten des Inhalts der Feldpostpäckchen, aber auch williges Schenken an solche Kameraden, denen die Feldpost nichts mitgebracht hatte, gaben jenen Stunden noch eine besonders herzliche Note. Auf dem Spirituskocher oder auf dem Kanonenöfchen brodelte das heiße Wasser für den Weihnachtsgrog. Und nicht selten war es, daß ein Kamerad mit einem Trinkbecher voll des heißen Getränks hinauf- stieg zu dem Posten im Graben oder auf dem Beobachtungsstand, um ihn mit dem willkommenen Trunk in der kalten Winternacht zu erfreuen. Der „blaue Hecht" von den Pfeifen, Zigarren oder Zigaretten stand wie eine undurchdringliche Wand an der Decke des Unterstandes und bildete zusa»7t- men mit dem Geruch der brennenden Kerzen und des dampfenden Grogs jenes Werhnachts°„Par» sinn", das den Nasen der Männer trotz allem aut tat ...
Die jungen Frontkämpfer von 1939, aber auch die alten aus dem Weltkriege, die jetzt wieder in Waffen vor dem Feinde stehen, werden ihre Kriegs-
laz, Ilse Winhold, Gustav Bley, Heinrich Durst, Christoph Reuland, Eduard Durchard. Außer Miete.
Am zweiten Weihnachtssei-ertag nachmittags kommt wiederum das lustige Märchenspiel „Der gestiefelte Kater" zur Aufführung. Das Spiel ist nach Grimms Märchen von Artur Wagner bearbeitet. Die Musik stammt von Josef Dorsmann. Spielleitung: Karl Volck. Musikalische Leitung: Richard Doeck. Tänze: Thea Maaß. Bühnenbild: Karl Löffler. Außer Miete. — Am zweiten Feiertagabend wird die Operette von Joh. Strauß „Der Zigeu- nerbaron" wiederholt. Die musikalische Leitung hat Richard Boeck, die Spielleitung Harry Grüneke. Die Partie der Saffi singt in dieser Vorstellung AnNi Afsion. Bühnenbild: Karl Löffler. Chöre: Richard Boeck. Tänze: Thea Maaß. Außer Miete.
Die Kasse des Stadttheaters bleibt am Sonntag, 24. Dezember, geschlossen. Es wird gebeten, die vorbestellten Karten möglichst am Samstag bis 13 Uhr, oder am ersten Weihnachtsfeiertag zwischen 11 und 12.30 Uhr abzuholen.
DDM. llntergau 116 Gießen.
Velr.: Formattonsferien.
Die Formationsferien beginnen mit dem 22. 12. 1939 und enden am 3. Januar 1940. Ausgenommen von diesen Ferien sind besonders eingesetzte Sing- charen.
Die Führerin des Untergaues 116 Wetterau. gez. Käthe Töpelmann, Untergauführerin. Oas Treudienstshren,eichen verliehen
Dem Laboranten am Hessischen Chemischen Untersuchungsamt in Gießen, Herrn Otto Stein, wurde vom Führer das silberne Treudienstehrenzeichen für 25jährige Tätigkeit verliehen. Es wurde hm in Gegenwart aller Gefolgschaftsmitglieder in eierlicher Weise von dem Direktor des Unter- uchungsamtes, Herrn W r e d e, überreicht, der Herrn Stein mit anerkennenden Worten für feine langjährige und erfolgreiche Mitarbeit dankte.
Etädt. Sozialamt bis 30. Dezember geschlossen.
Die Geschäftslage bei der städttschen Verwaltung, Abteilung Familienunterhalt, macht es erforderlich, daß das städtische Sozialamt vom 27. bis 30. Dezember für den allgemeinen Publikumsoerkehr ge» chlossen bleibt. Diese Maßnahme liegt im Interesse der FU.-Berechtigten. Es werden daher alle Betel- kigten ersucht, hierauf Rücksicht zu nehmen und der Anordnung das erforderliche Verständnis entgegen» zubringen.
Aufnahme von Ersahaerichten in die Speisekarten der Gaststätten.
Im Interesse der Vereinfachung der Speisekarte und um Störungen der Bedarfslenkung in Gast- tätten zu vermeiden, hält es der Reichskommissar üt die Preisbildung, wie aus einem Erlaß hervorgeht, für richtiger, daß Ersatzgerichte und ihre
seinen Begleitern wieder zu den zurückgelasseneH Sicherungen und alle wohlbehalten zurück zur Truppe. Das wütende Artilleriefeuer, das der Franzose eine halbe Stunde später und sogar noch an dem darauffolgenden Tage auf sein eigenes Gebiet und sein eigenes Dorf legte, hat uns gezeigt, wie erschrocken Oie Franzmänner doch bei beut plötzlichen Auftauchen deutscher Soldaten gerne (ei sein müssen.
Die beiden Hauptbeteiligten an dem Spähtruppunternehmen haben sich aber das Eiserne Kreuz 2. Klasse, das ihnen kurze Zeit später der Dioi« fionsgeneral an die Brust heftete, tapfer verdient,
*
Das waren einige Bilder aus den Dorfeldkämpfen zwischen Rhein und Mosel, wie sie unsere hei. fischen Soldaten erlebt haben. Hinzu kommen noch viele heitere Seiten, die von der Zähmung wider« spenstiger Hühner und Schweine, von manchmal guten und von manchmal schlechten Tagen da vornr erzählen.
Eine letzte trübe Seite brachten die dauernden Regengüsse im Oktober in die Angelegenheit. Al; unangenehm und trübe pflegen ja auch im zivilen Leben nasse Strümpfe empfunden zu werden. In unserem Vorfeld gehörten sie nachher zur Dauev erscheinung. Der dauernde Regen drückte manchem Dorfeldführer den Spazierstock als zusätzliche Waffe in die Hand, weil sonst die weiten Wege von Stellung zu Stellung nur rutschenderweise zurückzu- legen waren. Wenn aber bann vorne oder in der Ruhestellung wieder die Sonne schien, dann gai es nur den einen bleibenden Eindruck: es stand uni steht jeder von unseren Kameraden gern und stolz zu jedem Einsatz bereit, zu dem er gerufen!
Weihnacht 1939 in dem gleichen Erleben wie die Kämpfer von 1914/18 begehen. Auch für die Männer der heutigen Front wird an diesem Abend die weiche Regung bes Herzens nicht aus- bleiben. Aber sie wirb, ebenso wie einst, bei aller Festftimmung ihre eherne Meisterin finden in der ju jeder Minuten totbereiten Kraft bes Einsatzes «um Schutze der Heimat. Lichtergl anz imb massen- starke Kampfbereitschaft wohnen im Graben ober im Unterstand jetzt wie einst dicht beieinander und stehen unter dem alles beherrschenden Gesetz des Krieges. Die Kameraden der heutigen Front wissen ja auch, daß mit chnen im gleichen Schritt eine Heimat marschiert, die in unzerstörbarer Treue zu ihnen hält. Das Wort „Innere Front" hat diesmal einen ganz anderen Gehalt und Klang als zu jener Zeit der letzten Kriegsweihnacht im Fekde tm Jahre 1917. Ihre Treue zur Front vor dem Feinde hat die Heimat seit Kriegsbeginn täglich in vielfacher Weise bekundet. Und auch zur Krieaszveih- nacht hat sie wieder in unzähligen Beweisen des herzlichen Gedenkens unseren Soldaten gezeigt, welch starken Rückhalt die Front im Westen, in der Lust und zur See an der unverbrüchlichen Einheit unserer Volksgemeinschaft besitzt. Aus der Stadt Gießen und dem Kreis Wetterau hat die Partei durch ihre Gliederungen große Mengen von Weihnachtsgaben aller Art ins Feld geschickt. Die KaMe- rcckrfchaften der alt'en Soldaten in Stadt und Land haben in Erinnerung an die eigenen Kriegsweih- nachten gleiche schöne Leistungen vollbracht. Und die Familienarr-gehörigen unserer Soldaten erst recht sind natürlich nicht minder gebefreudig für den Vater, Sohn ober Bruder im Soldatenrock gewesen.
rausch". — Oberhesfischer Kunstverein: 15 bis 16 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand.
Sonntag (Heiligabend) keine Veranstaltungen.
Tageskalender für Montag (1. Feiertag).
Stadttheater: 19 bis 21.45 Uhr „Cavalleria ru- sticana“ und „Der Bajazzo". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Maria Ilona". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Waldrausch". — VfB. - Reichsbahn: 10 Uhr Treffen im Schipkapaß.
Tageskalender für Montag (2. Feiertag).
Stadttheater: 19 bis 21.45 Uhr „Der Zigeunerbaron". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Maria Ilona". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Waldrausch". — Marine-Kameradschaft Gießen 1892: 10 Uhr Tressen im Marinebootshaus. — Alterskameradschaft 1883—1933: Treffpunkt bei Carl Faber, Neuenweg.
Die Weihnachtsdarbietungen des Stadttheaters.
Am heutigen Samstognachmittag wird das Weihnachtsmärchen „Der gestiefelte Kater" wiederholt. Spielleitung: Karl Volck. Musikalische Leitung: Richard Boeck. BühnenbiDer: Karl Löffler. Tänze: Thea Maaß. Außer Miete.
Am ersten Wei hnatchs sei erlag gelangen im Stadt- theater zwei Opern zur Aufführung, die sich vom Tage chres Erscheinens an besonderer Beliebtheit beim Publikum erfreut haben. „Cavalleria rusti- cana“ und „Der Pajazzo" fesseln nicht nur durch ihre bewegte Musik, sondern auch durch eine Text- gestottung von außerordentlicher dramatischer Farbigkeit. Die musttallsche Leitung der beiden Opern von Pietro Masoagni und Ruggiero Leoncavallo hat Paul Walter, die Spielleitung Bernhard Schmitz. Bühnenbilder: Karl Löffler. Chöre: Richard Boeck. Es wirken mit: Anni Afsion, Friedel Fornal-
holen ging. Von Peter Rosegger. 9: Der Reichs« arbeitsdienst musiziert. 10: Wanderer in die Well. Hörfolge um den Dichter Kurt Faber. 11: Balladen und Romanzen von Robert Schumann. 12: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Liebliche Weih« nacht — Wunder des Leuchtens. 14.45: Volkstum und Heimat: „Dorfweihnacht. 15.25: Unterhaltunas« konzert. 16: Weihnachts-Wunschkonzert. 17 bis 17.10: Nachrichten. 19: Luftkrieg in Polen (II). Ein Rückblick auf den Heldenkampf der Luftwaffe mit einer Auswahl der besten Kampfberichte. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsen« der: Dazwischen 22 bis 22.15: Nachrichten.
Mittwoch, 27. Dezember.
6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Der Gaumusikzug Sachsen der NSDAP. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk,
V.
(Schluß.)
Die deutsche Rücksichtnahme auf den französischen Gegner ging ja in den ruhigen Abschnitten über die anfänglich wehrlose Duldung des gegnerischen Feuers auch insoweit hinaus, daß kein deutscher Soldat irgendwo und irgendwie französisches Gebiet betrat.
Nun ist es nicht Soldatenart, geduldig gegnerische Feuerüberfälle, hier und da auch Zerschie- ßung und Zerstörung deutscher Ortschaften, mitan- zusehen. In jedem Soldaten und in den hessischen nicht zuletzt, steckt der Drang nach vorn, und der ließ sich bann auch bei uns eines Tages nicht mehr ganz zurückhalten.
Da gab es Pioniere, die mußten doch unbedingt einmal nachsehen, ob da drüben in dem französischen Nest wirklich noch das Maschinengewehr im Kirchturm stand, das vorher einwandfrei dort beobachtet worden war. Sie fanden aber nur auf einem verlassenen Gehöft den ganzen Viehbestand an Schweinen und Enten in den Wohnzimmern und eine Spindordnung, die auf afrikanischen Besuch hinzudeuten schien, und sie nahmen in dem Kirchturm nur die Gelegenheit wahr, einmal französische Glocken zu läuten und eine Trikolore mit nach Hause zu bringen. Franzmänner waren keine mehr drinnen.
Die Pioniere hatten die Vorderhand, weil sie ja die Minen gelegt hatten und allein auch mit den Gassen Bescheid wußten, die noch offen geblieben waren. Später ließen sich dann aber auch junge Offiziere und alte Männer unseres Regiments nicht mehr zurückhalten. Sie ließen sich von ihren Pio- nierkamefaden durch die Minen schleusen und san-
Mit diesen Gaben der Liebe will die innere Front den Brüdern vor dem Feinde nicht nur eine Festfreude bereiten, sondern zugleich ein sichtbares Zei- chen dafür geben, daß wir alle, draußen und daheim, uns als eine unlöslich verbundene Kampf- und Schicksalsgemeinschast fühlen, die alle Kräfte bis zum Letzten ein setzt, um nicht nur das vom Feinde für unser Volk und Reich geplante „Schlimmere Versailles" zu vereiteln, sondern tm Gegenteil einen vollen deusschen Sieg zu erkämpfen. In dieser unerschütterlichen Zielsetzung finden wir uns als die große deutsche Familie auch bei dieser Kriegsweihnacht zusammen, deren festliche Stimmung für uns alle ein neuer starker Ansporn zur höchsten Kräftentfaltung im Dienste für Führer, Volk und Vaterland sein wird. B.
Seit Wochen hat stille Vorfreude auf D- wartet. Die kindliche Sehnsucht nach dem Bescherabend wurde von Tag zu Tag stärker.
Feierlich läuten die Glocken den Heiligen Abend ein. Leer sind die Sttaßen und Gassen geworden. Stiller und erwartungsvoller wird es in der Häuslichkeit. In den Stuben verrinnen die Stunden


