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Aus der engeren Heimat.

Ernte ohne Unfall.

Die Ernte naht und mit ihr wieder vermehrte Arbeit für Bauer und Gesinde. Hastig, oft allzu überstürzt muß das kostbare Gut unserer Felder ge­borgen werden. Aber nicht allein erhöhten Arbeits­anfall bringt diese Zeit, sondern leider auch eine erhebliche Steigerung der Unfälle. Meist lassen |id) diese Unfälle nicht allein auf den großen Arbeits­anfall und die dadurch entstandene Hast zuruck- führen, sondern eine gewisse Leichtfertigkeit oder Unachtsamkeit tragen die Schuld daran. Man darf nicht denken:Das haben wir schon immer so ge­macht und es ist noch nichts passiert." Ein einziges Mal genügt ja schon, um ein großes Unglück für Familie und Hof herbeizuführcn. Welch bittere Bor­würfe muß man sich dann sein ganzes Leben lang machen.

Gewiß ist es nicht immer einfach, die Dorschristen und Ratschläge, die immer wieder zur Schadenoer­hütung erlassen werden, zu erfüllen. Und doch sind sie so notwendig und müßten noch viel gewissen­hafter erfüllt werden. Deshalb sollte auch jetzt wie­der jeder Bauer noch vor der Ernte nachsehen, ob alles im Hof in Ordnung ist, daß nicht mit Unfällen bei der Ernte gerechnet werden muß. Er wird in der Scheune Umschau halten, ob auch der Bodenbelag nirgends schadhaft ist und man beim Einbringen der Ernte nicht durchbrechen kann. Er wird nach den Leitern sehen, die in der nächsten Zeit gebraucht werden, und alles, was nicht schon im Winter aus­gebessert werden konnte, noch schleunigst vor der Ernte in Ordnung bringen. Wie viele Opfer an Blut und Leben sind dann bei der Ernte selbst noch zu vermeiden. Man sollte es nicht für möglich hal­ten, daß in jehem Jahre soundso viele Unfälle da­durch geschehen, daß sich Männer ist irgend etwas nicht in Ordnung vor dos Mähmesser stel­len. Auch mit der Sense wird noch viel zu oft leicht­sinnig umgegangen, und wie ost wird die spitze Ge­treidegabel zum mörderischen Werkzeug. Allein 5000 Verletzungen werden jährlich in Deutschland durch Forken verursacht.

Freilich ist man abends reichlich müde und mochte sich den Heimweg dadurch ersparen, daß man sich auf den vollbeladenen Wagen setzt, aber die Gefahr des Abstürzens ist allzu groß. Eine kleine Wunde reißt sich jeder einmal ein, und das ist auch nicht weiter schlimm, wenn er darauf achtet, daß sie nicht verschmutzt. Tut er es nicht, ist Blutvergiftung und oft Verlust eines Gliedes die Folge.

Der Bauer muß auch jeden feiner Gefolgschaft zur Vorsicht ermahnen und ihm zeigen, wodurch Un­fälle vermieden werden können. Mit Stolz soll er dann auf die Ernte blicken können, die ohne Unfall eingebracht wurde.

Horst-Weffel-Lager bei Grimberg eröffnet.

(Brün berg, 19. Juli. Das Horst-Wes­sel-Lager am Spitzen Stein bei Grünberg ist seit Dienstagnachmittag wieder belegt. Ein Sonder­zug brachte über 900 Pimpfe aus Darmstadt und Umgebung zu einem neuntägigen Lehrgang, der sich aus sechs Tagen Lagerzeit und drei Tagen Fahrt zusammensetzt. Das Lager wird daher eine durchschnittliche Belegstärke von 600 Pfimpfen aui- weisen, während etwa 300 jeweils sich auf Fahrt befinden. Dem ersten Lehrgang schließt sich vom 26. Juli bis 3. August ein zweiter an. Auch dieser wird annähernd die gleiche Zahl Pimpfe umfassen. Das Lager steht unter Leitung von Jungstamm- sührer Seipp, Junglehrer aus Arheilgen bei Darmstadt. Verschiedene Veranstaltungen sind wah­rend der Lagerzeit vorgesehen: eine Kundgebung mit Landrat K l o st e r m a n n (Groß-Gerau), Filmvor- sührungen durch die Gaufilmstelle in der Turnhalle, ein öffentliches Singen auf dem Marktplatz und ein Erzählerwettstreit im Lager. Das Grünberger La­ger liegt idyllisch in einem Waldtälchen in unmit­telbarer Nähe des Waldschwimmbades. Es hat An­schluß an die städtische Wasserleitung, einen Vor­ratsraum und eine Küche, in der drei große Kessel aufgestellt sind. Eine große, offene Halle dient beim Einnehmen der Mahlzeiten sowie als Aufenthalts- raum bei Regenwetter. Für die Pimpfe sind 35 große Spitzzelte und 1 Sanitätszelt aufgeschlagen.

Gießener Hitler-Iugend am Rhein.

ihnen die Fahrt alles

d°erÄl°n-Na!I?u-Fkhr?°rückt nun näher. Am mor-1 kommen jeweils um 9.30 Uhr in Gießen an. - (Aus- giqcn Donnerstag wird die Hitler-Juaend zuruck- nähme. HI.)

kehren, am Freitag kommen die Pimpfe. Die Zuges

Die Hitler-Juaend des Bannes 116 (Weiterem), wie auch die Pimpfe des Jungbannes 116, haben die ' Gelegenheit ihrer großen diesjährigen Hes­sen - Nassau - Fahrt dazu benutzt, vom Taunus aus zum Rhein vorzustoßen, sich den Rhein zu erwan­dern und seine landschaft­liche Schönheit in sich aufzunehmen. Für viele wurde der Anblick des deutschen Stromes m:t feinem lebhaften Schiif- fahrtsverkehr, mit seinen Burgen und Rebenhän­gen ein Erlebnis von eindrucksvoller Gewalt. Längst, wenn wieder der Alltag in seine Rechte getreten ist, werden sie davon berichten, was

Angespannter Arbeitseinsatz.

Die starke Anspannung im Arbeitseinsatz hielt auch im Monat Juni auf fast ollen Gebieten der Wirtschaft an, sie wurde z. T. in noch stärkerem Maßc fühlbar. Die weitere Heranziehung von aus­ländischen Arbeitskräften, Arbeitern aus dem Pro­tektorat und volksdeutschen Rückwanderern, sowie der Einsatz von nochmals rund 1600 Pflichtjahr­mädchen und etwa 1500 arbeitslosen Kräften trug zwar in einzelnen Wirtschaftszweigen zu einer Entlastung bei, auf der anderen Seite mußten jedoch wiederum in erheblichem Umfang Fachkräfte, na­mentlich der Bau- und Metallwirtschaft, für vor­dringliche Arbeiten in anderen Landesarbeitsamts­bezirken zur Verfügung gestellt werden, so daß der Kräftemangel sich in einem breiten Sektor der Wirt­schaft noch verschärfte.

Die Beschäftigung, die in den letzten Monaten wegen der Eingliederung der jugendlichen Schul­entlassenen und' der aus dem Ausland und dem Protektorat kommenden Arbeitskräfte kräftig zu­genommen hatte, erfuhr deshalb nur noch bei den Frauen eine nennenswerte Steigerung (+ 4000), während der Männereinsatz auf dem gleichen Stand verharrte. Die Gesamtzahl der Beschäftigten, die Ende Juni im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen 1 087000 betrug, erreichte damit einen neuen Höchststand; gut drei Viertel der beschäftigten

Arbeitskräfte, nämlich 835 000, entfielen dabei auf den Gau Hessen-Nassau, der Rest etwa 250 000 auf den Gau Kurhessen. Die Beschäftigungszu­nahme während der Monate März bis Juni, die nach allen Erfahrungen jeweils den Hauptanteil des jährlichen Gefamtzuwachfes ausmacht, betrug in diesem Jahr rund 77 000. Die Zunahme bei den Männern überstieg dabei mit rund 42 000 absolut aber nicht verhältnismäßig den Mehreinsatz von weiblichen Arbeitskräften (+35 000). Es handelt sich hierbei hauptsächlich um die neu in die Be­triebe und Verwaltungen aufgenommenen Jugend­lichen, die zusätzlich gewonnenen ausländischen Ar­beitskräfte, bisher nicht erwerbstätige Frauen, ehe­malige Handwerker ufw. und auch noch einige tau­fend Arbeitslose.

Der Einsatz der jugendlichen Schulentlassenen stand durchaus im Vordergrund. Während die Ein­gliederung des rund 30 000 Köpfe starken männ­lichen Jahrgangs schon im Mai im wesentlichen abgeschlossen war, zog sich der Einsatz der Mäd­chen z. T. noch bis in den Monat Juni hinein. Don dem ebenfalls etwa 30 000 Mädchen umfassenden weiblichen Jahrgang haben bisher allein rund 16 000 Arbeit im Rahmen des Pflichtjahres ausge­nommen.

Die Frau des Lagerleiters sowie zwei Köchinnen sorgen für das Essen, ihnen zur Seite steht die hie­sige Frauenschaft, dle täglich eine Anzahl freiwilli­ger Helferinnen zur Arbeitsleistung in die Küche schickt.

KdI.-ttrlauber in Laubach.

A Laubach, 18. Juli. Für die Zeit vom 24. bis 31. Juli erhält unsere Stadt den Besuch von 2 5 0 KdF. -Urlaubern der Firma Opel in Rüsselsheim. Die Urlauber werden als gern ge­sehene Gäste, wie im Vorjahre, auch diesmal wie­der eine herzliche Aufnahme in unserem Städtchen finden.

Schießen im NS.-Reichskriegerbund.

<£ Leihgestern, 18. Juli. Unter Leitung des Kreisschießwartes Hanf (Gießen) fand am Sonn­tagvormittag das Bundesschießen des NS.- Reichskriegerbundes der Kameradschaften Großen-Linden, Watzenborn-Stein­berg und L e i h g e st e r n auf dem hiesigen Stand statt. Don 15 angetretenen Gruppen gingen als

bestschießende unter 7 in der A-Klasse mit 541 Rin­gen und 8 in der 8-Klasse mit 369 Ringen die Kriegerkameradschaft Leihgestern her­vor. Eine vom Kreisschießwart gestiftete große Bundesehrenscheibe erschoß der Kamerad Georg W a l d s ch m i d t, Leihgestern.

Ein zwölfjcihngerIunge rettet ein Kind aus der Lahn.

* Dorlar (Kreis Wetzlar), 18. Juli. Ein auf­regender Vorfall ereignete sich am Ladeplatz unseres Dorfes an der Lahn. Dort hielten sich mehrere Jungen zum Baden auf, von denen einer in einem Sportwagen ein 1 Vs Jahre altes Kind mitgebracht hatte, das seiner Obhut anver­traut war. Der Junge hatte den Sportwagen mit dem Kinde am Ufer der Lahn ausgestellt in Der Meinung, dort stehe der Wagen genügend in Sicher­heit. Unvermutet kam aber der Wagen mit dem Kindchen ins Rollen und fuhr die Böschung hinab in das Wasser. In diesem kritischen Augenblick bemerkte ein anderer Junge, der zwölf Jahre alte Sohn des Gendarmeriebeamten

Wicke, den Vorfall, er sprang kurz entschloss^ dem Wagen in den Fluß nach und brachte zuw Glück das Kindchen wohlbehalten wie. der ans Ufer. Dem wackeren Jungen gebührt für feine entschlossene Tat alle Anerkennung.

Mit dem Motorrad tödlich verunglückt.

LPD. Friedberg, 18. Juli. Auf. der alten Kreisstraße zwischen Bad-Nauheim und Friedberg ereignete sich frühmorgens gegen 5 Uhr in der Nahe des Sägewerks Hofmann ein schwerer Motor, r a b u n f a I L Ein Motorradfahrer aus Vilbel, der sich auf der Heimfahrt von Kirch-Göns befand, fuhr gegen einen Baum und verunglückte töd« l i ch.

Großfeuer

durch Selbstentzündung von Heu.

LPD. Marburg, 18. Juli. Im Kreisort Fromhausen stand nachts eine mit Heu dies, jähriger Ernte gefüllte Scheune des Freiherr von Schenckschen Guts Hofes in Flam- men. Das schnelle Eingreifen der Feuerwehr ver- mochte ein llebergreifen des Brandes auf andere Gehöftteile zu verhindern, während die Scheune mit großen Heuvorräten ein Raub der Flammen wurde. Die Untersuchung der Brandursache ergab Selbst. entzündung durch feuchtes Heu.

Landkreis Gießen.

> Reiskirchen, 19. Juli. Am Sonntagnach. mittag fand im hiesigen Gemeinschaftshaus die Verteilung der M u 11 e r ° E h r e n k r e uze durch Ortsgruppenleiter Sack statt. Zu der Feier, stunde war die hiesige Frauenschaft zusammen- gekommen. Pg. Sack sprach in kurzen Zügen über den Sinn und die Verleihung des Ehrenkreuzes. Vorerst konnte er neun Kreuze an die ältesten Finberreidjen Mütter ausgeben, ber Rest der Ehren« kreuze soll am 1. Oktober, zum Erntedankfest, Der« liehen werden. Mit Stolz ließ sich jede der neun Mütter bas Kreuz mit bem Band um den Hals legen. Nach ber Feierstunde sah man sie mit strah. le n Den Augen nach Hause gehen.

<£ Leihgestern, 18. Juli. Der hiesige G e« fangoereinLieberkranz" veranstaltet, am Samstag und Sonntag eine Rheinfahrt. $ Jugenheim (Rheinhessen) würbe, wie bei einet Fahrt vor dreizehn Jahren, bei den Dortigen San- gesfreunben übernachtet. Dort gab bie Sängerschar unter Leitung ihres Dirigenten, Reallehrer Blaß, ihren Gastgebern am Samstagabend ein Konzert. Am Sonntag folgte nach Besichtigung des National« benkmals auf bem Nieberwalb eine Dampferfahrt von Aßmannshaufen nad) Koblenz, von wo am Abenb bie Heimreise durch das Lahntal angetreten würbe.

)) Lich , 18. Juli. Der nicht nur in unserer Stadt, sondern auch Darüber hinaus in Bauernkreisen be­kannte Schmiedemeister Karl M ä r l e ,Erfurter" genannt, konnte bei bester Gesundheit feinen 7 0. Geburtstag feiern. Deralte Erfurter", wie man ihn allgemein nennt, war jedem Bauern und Landwirt während seines langen Lebens, solange er noch seinen Beruf ausübte, auf dem Gebiete der Pferdepflege ein treuer Berater. Die zahlreichen Glückwünsche und Geschenke zeugen von ber Wert« schätzung, die ber Jubilar in unserer Stadt genießt.

* Bellersheim, 19. Juli. In der verstosse« neu Nacht gegen 24 Uhr wurde Die hiesige Pflicht« feu erwehr von bem Kreisfeuerwehrdezernentc/t bes Kreisamts Gießen, Regierungsrat Dr. tfufjr, und bem Kreisfeuerwehrführer Bouffier über» raschend alarmiert. Trotz ber mitternäcMchen Stunde waren die Feuerwehrmänner in sehr kurzer Zeit zur Stelle und fetzten sich mit aller Kraft bei ber Hebung ein. Als Brandobjekt war das Hofgut angenommen. In ber Kritik bes Kreisfeuerwehr« Dezernenten mürben bie Schnelligkeit ber Wehr« männer bei bem Alarm, sowie ihre Ruhe und Exakt­heit beim Verlauf ber Hebung in gebührender Weife anerkannt. Kreisfeuerwehrführer Baus» fier sprach sich bann nachdrücklich für Die Bilbung einer Freiwilligen Feuerwehr in Bel­lersheim aus, Da hier nach den Eindrücken ber bisherigen Feuerwehrarbeit alle Voraussetzungen für eine Freiwillige Feuerwehr gegeben seien.

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