Ausgabe 
19.5.1939
 
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9 Jl.-Spott

Auch in Stuttgart fein Sieger!

Deutsche AuswahlProtektorat Böhmen-

Mähren 1:1.

Der zweite Kampf zwischen einer deutschen Fuß­ball-Auswahl und der Mannschaft des Protekto­rats Böhmen/Mähren, der am Himmelfahrtstag in der Stuttgarter Adolf-Hitler-Kampfbahn vor sich ging, hatte zur allgemeinen Ueberraschung nur gegen 25 000 Zuschauer angelockt. Die Ungewißheit, ob Hahnemann spielen würde und die verschiedenen Absagen in den letzten Tagen hatten anscheinend doch abschreckend gewirkt, und so gab es diesmal nicht das erwarteteausverkaufte" Haus.

Das Spiel erfüllte, das fei vorweg genommen, alle Erwartungen. Genau wie in Berlin gab es wieder ein Unentschieden, aber die Tor ausbeute war diesmal mit 1:1 (1:0) etwas geringer, was wohl darauf zurückgeführt werden darf, daß in der deutschen Elf Conen und Hahnemann, die sich ganz vorzüglich verstanden, nicht das ganze Spiel hin­durch mitwirkten, was zur Folge hatte, daß auch diesmat ein naheliegender und durchaus möglicher deutscher Sieg ausvlieb. Die Leistungen beider Mannschaften konnten sich sehen lassen. Die Prager bestachen durch ihre famose Zusammenarbeit, durch ihre genauen und schnellen Kombinationszüge und durch ihre erstklassige Ballbehandlung. Die deutsche Elf spielte vornehmlich in der ersten Halbzeit sehr stark, aber leider wurde etwas zu ungenau geschos­sen, so daß die Möglichkeit zu einem sehr klaren Vorsprung unausgenützt blieb. Dazu verzeichnete man auf deutscher Seite noch zwei Lattenschüsse.

Erstes Training znm Eifelrennen

Der Himmelfahrtstag wurde von den Teilneh­mern am Internationalen Eifelrennen am nächsten Sonntag zum ausgiebigen Training benutzt. Bei kühlem, aber trockenen Wetter hatten sich einige taufend Motorsportfreunde eingefunden, die vor allem auf das Erscheinen der Formelwagen ge­spannt waren. Ihre Erwartungen wurden auch keineswegs enttäuscht, denn schon der erste Trai­ningstag (der im allgemeinen Kerzen- und Reifen­proben, sowie der Vergasereinstellung dient) brachte Runden von unter zehn Minuten.

Manfred vonBrauchitsch und Richard Sea­man kamen mit ihren Mercedes-Benz auf 9:58,3 (137,2 km'st), eine Zeit, die im Vorjahr nur von Brauchitsch selbst und von Hermann Lang im Trai- ning unterboten worden war. Ihnen folgte der beste Auto-Union-Fahrer Tazio Ruvolari mit 10:05,1 vor Europameister R. Caracciola, der eine Zehntelfekunde mehr benötigte. Hermann Müller und Georg Meier waren noch etwas langsamer, sie kamen mit 10:16 bzw. 10:16,2 über die Strecke. Hans Stuck und Ulrich B i g a l k e fuhren ebenso wie der dreifache Tripolissieger H. Lang noch nicht voll aus. Im übrigen erfuhr man, daß die

italienischen Alfa Romeo nicht am Start erscheinen werden, so daß sich der Kampf erwartungsgemäß zu einem Duell Mercedes-BenzAuto Union ge­stalten wird, zumal die Talbot-Wagen und die kleinen Maserati der süddeutschen Renngemeinschaft nicht unter 11 Minuten kamen.

Bei den Motorrädern war Heiner Fleisch­mann mit seiner RSU. der Schnellste in 11:29,3 (119 km/st). In der Halbliterklasse schaffte Kraus 118,7 km/st, während Gall 118,6 km/st erreichte. Europameister Ewald Kluge fuhr als Schnellster der Viertelliterklasse auf DKW. den beachtlichen Schnitt von 112,9 km/st. Die besten Zeiten bei den Sportwagen erzielten: bis 1100 ccm: P. Weyres (Aachen) auf Reander 92,8 km/st, bis 1500 ccm: R. Roese (Düsseldorf) auf BMW. mit 102,7 km/st, bis 2000 ccm: P. G. Christen (Rumänien) auf BMW. mit 112,3 km/st.

SA.- und fHeiter vorne.

Auftakt zum Darmstädter Reit-Turnier.

Das viertägige Reit- und Fahrturnier von Darm­stadt wurde am Himmelfahrtstag mit den ersten öffentlichen Prüfungen begonnen. Auf dem neu her- gerichteten Turnierplatz an der Festhalle hatten sich Tausende von Zuschauern eingefunden. Sie be­kamen neben ausgezeichnetem Pferdematerial guten Sport geboten, ist doch bei dem Turnier eine große Anzahl unserer besten Reiter und Pferde im Kampf vereint. Ebenfalls fanden die drei Schaunummern lebhaften Anklang. Das Infanterie-Regiment 115 zeigte sehr anschaulich das Verhalten der Truppe bei einem Fliegerangriff, das Kavallerie-Regiment 6 führte t?ine Jagdquadrille und ein Schulreiten vor.

Als erste Hauptprüfung wurde ein Mannschafts­jagdspringen um den Preis des Oberbürgermeisters der Stadt gestartet, die von drei Mannschaften der Wehrmacht und einer Staffel der SA.-Gruppe Hes­sen bestritten wurde. Mit der Mannschaft Hpftst. Fangmann (Saarbrücken), Trupps. Hammer und SA.-Reiter Walther gewann die SA. mit 11 Fehlern und 435 Sekunden vor dem JR. 115 16 F., dem Kav.-Regt. 6 16 F. und dem Art.-Regt. 33 mit 20 Fehlern. Bester Einzelreiter war Feldwebel Maurer auf Page (JR. 115), der als einziger die beiden Umläufe fehlerlos nahm.

Den reizvollen Abschluß bildete ein mittelschweres Jagdspringen um den Preis der Industrie, der mit 110 Nennungen überaus starkes Interesse gefun­den hatte. In dem Riesenfeld mit zahlreichen erst­klassigen Pferden kamen 25 fehlerlose Ritte zu­stande, so daß die Zeit den Ausschlag gab. Sieger wurde -^-Hauptsturmf. Waldemar F e g e l e i n von der ^-Hauptreitschule München aufOttokar" in der Tagesbestzeit von 64 Sekunden. Vom zweiten Platz ab, den ^-Staf. H. Fegelein auf dem frühe­ren Springderby-Sieger Schorsch und Oberwacht­meister Schulz von der Heeres-Reitschule auf Sambo gemeinsam einnahmen, wurden fast sämtliche Preise geteilt.

Wormatia-Worms in Steinberg knapper Sieger

Die Teutonen zeigten eines ihrer besten Spiele. 4:3 (3:2) für Worms endete das schöne Spiel.

Mit diesem äußerst knappen Siege mußte gestern der Gaumeister des Gaues XIII das Spielfeld ver­lassen. Damit soll jedoch nicht gesagt werden, daß die Wormser vielleicht schlecht gespielt hätten. Im Gegenteil, die Mannschaft zeigte hervorragenden Fußball, vorbildlich das genaue Abspiel zu dem je­weils freistehenden Mann und die Technik jedes Spielers.

Bei einer Betrachtung der einzelnen Mannschafts­teile kommt man zu dem Ergebnis, daß vor allem die Abwehr erstklassig besetzt war: Schwindt, Hart­mann und Kern sind eine Abwehr, die vollkommen aufeinander eingespielt ein schweres Bollwerk ist. Auch die Läuferreihe mit Kiefer in der Mitte wirkte in allen Spielhandlungen äußerst sicher und technisch gesehen in fast vollendeter Form. Im Sturm fehlte Eckert, der noch im letzten Moment zum Gauspiel abberufen worden war. An seiner Stelle wirkte Wenzelbürger (früher Neckarau). Der linke Flügel war der gefährlichere mit Fath und dem jugend­lichen Vogel, der mit seiner technischen Spielweise die Zuschauer begeisterte. Fath gab noch manchmal ein Kabinettstückchen zum Besten, im übrigen wurde er jedoch von Heinzemann so beschattet, daß er nicht viel gefährlich werden konnte. Der rechte Flügel war nicht so stark, wie der linke, da hier ein Dränger fehlte.

Die Teutonen hatten sich alle viel vorgenommen. Die Mannschaft war von einem Eifer besessen, den man lange nicht beobachten konnte. Jeder einzelne Mann kämpfte bis zum Umfallen: denn die Kombi­nationsmaschine der Gäste ließ manchmal die Ab- wehr ins Leere laufen. Nur durch Eifer wurde dann immer wieder angegriffen und die klaren Torchancen zunichte gemacht. Besonders stark war gestern die Läuferreihe, die ihr großes Arbeitspensum mit Sicherheit erfüllte. Im Sturm bewies sich die Um­stellung sehr vorteilhaft. Nur die Stelle des Rechts- außen, auf der gestern drei Nachwuchsspieler einge­setzt wurden, ist noch nicht richtig besetzt. Alles in allem gesehen muß man der gesamten Teutonen-Elf für diese große Leistung volle Anerkennung zollen.

Als unter Führung von Schiedsrichter B e st (Gie­ßen) die Mannschaften ins Feld liefen, formierten sich folgende Einheiten:

Worms: Schckündt

Hartmann Kern Zimmermann Kiefer Herbert

Freese Leist Wenzelbürger Vogel Fath Haas Lang Schmidt Däublin Fritsche

Naumann Hederich Heinzemann

Fett Buß Steinberg: Happel

Die Vereinsfübrer beider Vereine wechseln noch herzliche Begrüßungsworte, dann beginnt der Kaps vor 2500 Zuschauern. Worms hat Anstoß, der Ball kommt zu Kieftr, und schon wickelt sich die erste Meisterkombination ab. Steinbergs Abwehr ist noch etwas verwirrt. Jedoch Happel im Tor paßt genau auf. Verschiedene scharfe Schüsse macht er unschäd­lich. Eine aroße Leistung vollbringt er, als er einen scharfen Flachschuß von Fath unschädlich macht. Kurze Zeit danach muß er bei einem scharfen Kopfball von Fath sein Können unter Beweis stel­len. Nach dem bisherigen Verlauf warten die vielen Zuschauer auf das Führungstor der Gäste. Aber zur größten Ueberraschung schießt Steinberg das erste Tor. Schmidt hat sich auf halbrechts durchgespielt und läßt einen unheimlich scharfen Schuß los, den

Schwindt nicht festhalten kann. Däublin ist zur Stelle und verwandelt glatt. Großer Jubel unter­streicht diesen Erfolg. Das ist den Gästen nun doch zu viel. Kiefer wechselt mit Leist, und kurze Zeit danach ist auch der Ausgleich fällig. Happel läßt einen weichen Schuß fallen, und prompt verwandelt Wenzelbürger. Ueberhaupt spielen die Wormser jetzt produktiver, und zehn Minuten danach schießt Fath einen derartig wuchtigen Ball aufs Tor, daß Happel nur ab schlagen kann. Kiefer ist zur Stelle, und schon zappelt'das Leder unter der Latte. Weiter geht der Kampf, die tapferen Teutonen sind nicht deprimiert und kommen gelegentlich schön durch, aber zu Toren reicht es nicht. Noch ungefähr 15 Mi­nuten der ersten Spielhälfte sind zu spielen, als Wenzelbürger abermals einen von Happel absprin­genden Ball eindrückt. 3:1 steht jetzt die Partie, und man rechnet allgemein mit einem klaren Sieg der Gäste. Aber noch kurz vor der Pause verwan­delt Schmidt eine Flanke von rechts unhaltbar.

Nach dem Wechsel sieht man weiterhin schöne Spielweise. Jedoch Tore fallen vorerst noch nicht. Dor allem der Halblinke Vogel und Kiefer zeigen aroßes Können. Verschiedentlich wird Fath einge­setzt, aber Heinzemann läßt ihn nicht aus den Augen, so daß der Nationalspieler nicht zu seinen gefährlichen Flankenläufen kommen kann. Ein Strafstoß von Kiefer führt auch zu keinem Tor- erfosg, aber eine große Gelegenheit hat der Stein­berger Wehrum, als er einen Ball an dem heraus­laufenden Tormann Schwindt nur knapp vorbei- schießt. Aber kurze Zeit danach glückt doch der Aus­gleich. Die Wormser Abwehr will einen Ball zu- rückspielen. Däublin hat jedoch dieses Manöver er­kannt und lenkt den Ball an Schwindt vorbei zum Ausgleich ein. Unbeschreiblicher Jubel begleitete die­sen Erfolg. In der restlichen Spielzeit setzt nun ein großes Ringen um den Endsieg ein. Von Pech verfolgt ist Lang, als er, frei auf das Tor laufend, noch im letzten Moment von Schwindt gestoppt wird. Die Gäste dagegen sind glücklicher. Fünf Mi­nuten vor Schluß flankt Leist fein in den frei­stehenden Raum, und Fath nutzt diese Gelegenheit zum Sieg aus. Alle weiteren beiderseitigen An­strengungen sind vergebens, es bleibt bei dem ver­dienten Resultat von 4:3 für Worms. Beim Schluß­pfiff dankten die vielen Zuschauer durch reichen Beifall für dieses schöne und faire Spiel.

Steinberg Igd. Leihgestern Igd. 3:5.

Der erwartete Sieg blieb hier aus. Die Gäste waren auch die bessere Mannschaft, so daß dieses Resultat vollkommen in Ordnung geht.

BfB-B Gießen - Spv. Bad-Nauheim 5:4 (1:1).

Beide Mannschaften trafen sich gestern auf dem Malüsportplatz zu einem Freundschaftsspiel. Die Grun-Weißen, die mit einer umgestellten Mannschaft antraten, konnten gefallen. Wenn auch das Spiel in der ersten Hälfte nicht so lief, wie man es erhoffte, so lief es in der zweiten Halbzeit um so besser. Für den erkrankten Gottschalk stand Heeg im Tor, für Leutheuser I Möhl in der Verteidigung. Auf Mittel- laufer hatte man Leutheuser III gestellt, der beson­ders nach dem Wechsel gefallen konnte, aber auch gut von seinen Nebenleuten Krämer und Berlenbach unterstützt wurde. Im Sturm wollte es in der ersten Halbzeit nicht recht klappen, lief aber nach dem

Wechsel in bester Form auf. Die Gaste stellten eine gut eingespielte Mannschaft ins Feld, die es aber vorzog, bei jeder Entscheidung des Schiedsrichters es besser zu wissen, oder durch laute Zurufe auffiel.

Der Spielverlauf gab folgendes Bild: Sofort nach Anstoß entwickelt sich schnelles Spiel, aber beide Stürmerreihen werden immer wieder gestoppt, so daß es zuerst nicht zu Toren kommt. Die Gießener kommen zu einigen guten Torgelegenheiten, aber der Sturm versteht es nicht, diese zu verwerten. Die Gäste tragen ebenfalls gefährliche Angriffe vor, die Minder und Möhl klären. Einmal haben die Gieße­ner Glück, als der Tormann schon geschlagen war, rettete Minder auf der Torlinie, und zog den Ball mit dem Kopf über die Latte. Mitte der Spielzeit gingen aber die Gäste in Führung, deren Tor nicht verhindert werden konnte. Kurz vor dem Wechsel zog Heß davon, und schoß zum Ausgleich ein. Nach

dem Wechsel sind es die Grün-Weißen, die das Spies beherrschen. Nach 12 Minuten ist es Fischer, der seine Mannschaft in Führung bringt. Bald darauf ist Trumm durch einen scharfen Schuß erfolgreich, und auch derselbe Spieler schießt das 4. Tor. Kurz vor Schluß ist es Godglück, der durch einen Handelfmeter das fünfte erzielt.

II. Mannschaft SpV. Vad-Nauheim II 7:1 (1:1).

Auch hier mußten die Badestädter eine hohe Nie­derlage mit nach Hause nehmen. Mit einer durch einige Ersatzspieler ausgestellten Mannschaft gingen die Grün-Weißen ins Spiel. Auch hier brauchte die Mannschaft eine ganze Halbzeit, um sich zu finden. Nach dem Wechsel sind sie bann die weitaus bessere Elf, und stellen durch 6 weitere Tore den Sieg sicher.

tlnfere Leichtathleten am Start.

Bahnstaffeltag in Bad-Nanheim.

Im Gau XII Hessen des NSRL. ist man eifrig bemüht, der Leichtathletik neuen Auftrieb zu geben. In allen Kreisen hat ein reger Wettkampsbetrieb eingesetzt und die Bahnsaison 1939 einen guten Auf­takt genommen.

Auf der von-Tschammer-und-Osten-Kampfbahn in Bad-Nauheim führten die NSRL.-Kreise 8 Gie­ßen und 11: Friedberg an Himmelfahrt den gemeinsamen Bahnstaffeltag erfolgreich durch. All­gemein kann gesagt gerben, baß bie Gießener Ver­eine unter Führung von Kreisfachwart Richt­berg fast auf her ganzen Linie überlegen waren und sich in den meisten Wettbewerben den Sieg vor den Friedbergern sichern konnten, die allerdings einen beachtlichen Gegner abgaben. Es gab, wenn man in Betracht zieht, daß wir erst am Anfang der Saison stehen, durchweg gute Staffelzeiten nach spannenden Kämpfen.

Die 4X100-Meter-Staffel der Männer ent­schied VfB.-Reichsbahn Gießen mit Kro­nauer, Menzel, Zerndt und Moll durch den guten letzten Wechsel für sich vor der SA.-Kampf­spiel g e m e i n s ch a f t Gießen, die mit Moos, Mieritz, Niemann und Koch gut besetzt war. In der 4X400-Meter-Staffel gelang es der Mannschaft des VfB.-Reichsbahn Gießen in der Besetzung Kronauer, Menzel, Dorst und.Möll, den von Uffz. Fink herausgelaufenen Vorsprung der Tgm. Fried­berg aufzuholen und die Friedberger auf den zwei­ten Platz zu verweisen. Auch bie SA. - Kampf ° spiel gemeinschaft Gießen, die auf bem 3. Platz landete, lief mit Clarius, Niemann, Franz und Koch noch eine gute Zeit. Die heimische SA.- Kampfspielgemeinschaft behauptete in der Besetzung mit Niemann, Clarius und Franz ferner den 3. Platz in der 3X1000-Meter-Staffel der Männer in noch verhältnismäßig guter Zeit.

In der 4X100-Meter-Staffel der Frauen gab es ein scharfes Rennen zwischen den Gießener Fa­voriten M t o. und VfB.-Reichsbahn. Die Mannschaft des letzteren führte noch beim letzten Wechsel. Aber bie Schlußläuferin bes Mtv., Erika Röhmig, konnte wesentlich und für ihre Mannschaft gewinnen, die mit H. Buß, M. Schmall, E. Schäfer und E. Röhmig besetzt war.

Bei der Jugend war Spvgg. 1 9 0 0 Gie­ßen führend. Semper, Hengst, Größer und Gilbert bestritten bie 4XlÜ0°Meter-Staffel und führten sie zum sicheren Sieg. Jox, Hans Schmidt und Deibel starteten für 19 0 0 Gießen in der 3X1000- Meter-Staffel: eine wunberschöne Staffel mit bauernbem Wechsel in ber Führung und deshalb voller Spannung. Die Gießener Jugend brachte erst auf den letzten Metern den Sieg an sich.

Bei der Kreisstaffel 10X200-Meter zeigte Gießen eine merkliche läuferische Überlegenheit.

Als Sond erkämpfe wurden Wettbewerbe im Weitsprung, Hochsprung und Diskuswerfen durchgeführt, außerdem ein volkstümlicher Drei­kampf für den Unterkreis Friebberg.

Bei ber Siegerverkünbigung dankte ber Fried­berger Kreisfachwart für bie rege und kamerad­schaftliche Beteiligung des Kreises Gießen. Der

Kreis Friebberg wird im nächsten Jahre gern zum Bahnstaffeltag nach Gießen kommen.

Ergebnisse:

Männer: 4X100-Meter: 1. DfB.-R. Gießen 46,1; 2. SA.-Kampfspielgemeinschaft Gießen 46,4; 3.Jahngem. Oberursel 46,4 Sek.

4X400-Meter: 1. DfB.-R. Gießen 3:39,8; 2. Tgde. Friedberg 3:42,4; 3. SA.-Kampfspielgemeinschaft Gießen 3:49,2 Min.

3X1000-Meter: 1. Tgde. Friedberg I 8:31,7; 2. Tgde. Friedberg II 8:51; 3. SA.-Kampfspielgemein- schäft Gießen 9 Min.

10X200-Meter: 1. Kreis Gießen 4:10,1; 2. Kreis Friedberg 4:17,6 Min.

Frauen: 4X100-Meter: 1. Mtv. Gießen 55,9; 2. VfB.-R. Gießen 56,7; 3. Jahngm. Oberursel 61,7 Sek.

Jugend: 4X100-Meter: 1. Spvgg. 1900 Gie­ßen 47,4; 2. Tgde. Friedberg- 48,4; 3. Jahngem. Oberursel 49,7 Sek.

3X1000-Meter: 1. Spvgg. 1900 Gießen 9:15,8;

2. VfB.-R. Gießen 9:16,8; 3. Tgde. Friedberg 9:16,4 Min. (Wegen Behinberung zurückgesetzt.)

Sonderwettkämpfe:

Männer: Weitspruna: 1. Zeigner, Jahngem. Oberursel, 6,17 Meter; 2. Staab, Spv. Bab-Nau- heim, 5,81 Meter; 3. Möll, VfB.-R. Gießen 5,81 Meter.

Diskus: 1. Niemann, SA.-Kampfspielgemeinschaft Gießen, 32,75; 2. Hink, JR. 36, Tgbe. Friedberg, 29,58; 3. Jehner, Tgbe. Friedberg, 29,21 Meter.

Frauen: Hochsprung: 1. Röhmig, Mtv. Gießen, 1,40; 2. Diel, VfB.-R. Gießen, 1,45; 3. Hink, Tgbe. Friedberg 1,30 Meter.

Unterkreiswettkämpfe des Kreises F rj e b b e r g.

Männer: 1. Konrab Jehner, Tgbe. Friebberg, 1681,9; 2. Walter Hink, Tgde. Friedberg, 14. Komp. JR. 36, 1611,8; 3. Hermann Mohr, Tgbe. Frieb­berg, 1, Komp. JR. 36, 1605,7 Punkte.

Jungmannen: 1. Otto Staab, Spv. Bad- Nauheim, 2257; 2. Hermann Steller, Schizunft Bab- Nauheim, 2243; 3. Richard Lind, Wölfersheim, 2183,3 Punkte.

Frauen: 1. Hedwig Hink, Tgde. Friedberg, 132; 2. Elfriede Krack, Tgbe. Bad-Nauheim, 51; 3. Frieda Reichwein, Tgde. Bad-Nauheim, 48; 4. Mar- grit Bauschmann, Tgbe. Bab-Nauheim, 27 Punkte.

MSB.Barbara" Gießen siegt im Pokalkampf in Kahenfurt 7:6 (3:4).

Es war ein schwerer Kampf für die Soldaten in Katzenfurt. Sie mußten unter den widrigsten Um­ständen den Pokalkampf, der schon so oft verschoben werden mußten, austragen. Da sie aber endlich ihre Formkrise Überwunden haben,gelang es ihnen, mit einer guten Leistung aufzuwarten und bas Spiel verdient zu aeroinnen. Während die Einheimischen in stärkster Aufstellung antraten, fehlten bei dem MSV. wiederum Wieden und Allhoff. Die Ersatz­leute schlugen sich aber so gut, baß man nicht von einem Nachteil für bie Artilleristen sprechen kann.

Die Gießener fanden sich schnell mit den schlech­ten Platzverhältnissen zurecht und belagerten bas Tor ber Gastgeber. Sie konnten aber die zahlreicken Chancen nicht ausnutzen. Durch einen blitzschnellen Durchbruch gelang vielmehr dem Gegner über­raschend der Führungstreffer. Zwar ließ ber Aus­gleich nicht lange auf sich warten, aber bann war es für einige Zeit aus. Die Katzenfurter verstanden es sehr gut, die ihnen durch Strafstöße geoDienen Gelegenheiten auszunutzen und erhöhten nach unb nach auf 4:1. Jetzt begann bie große Zeit der Gäste. Immer wieder stürmten sie vor unb erarbeiteten sich Torchancen. Zwei herrliche Kombinationen brach­ten das 3:4. Der Halbzeitspsiff unterbrach die Drangperiode des MSV.

In der »zwe iten Hälfte forderte der Schiedsrichter bei einem Eckball plötzlich den Mittelläufer ber Ar­tillerie auf, das Feld zu oerlaffen. Kein Mensch wußte, was los war. Alle Proteste nützten nichts, bie Gießener mußten bas Spiel mit 10 Mann zu Ende führen. Trotzdem gelang es ihnen, weiterhin überlegen zu spielen unb mit ihrem 4-Männersturm bie Verteidigung bes Gegners stark unter Druck zu setzen. Durch einen Strafstoß glichen sie aus, unb ein weiterer Strafstoß führte zum 5:4. Jetzt gab es nur noch eine Elf auf dem Platz. Der MSV. stürmte mit allen Kräften, und die Turner mußten stark verteidigen. Den Gästen bat sich eine Menge Gelegenheiten zum Torschuß, es wurden aber nur zwei ausgenutzt. Es stand jetzt^7:4, unb es waren nur noch vier Minuten zu spielen. Der Kampf schien entschieden, aber die Katzenfurter wollten mit aller Gewalt das Geschick noch meistem. Sie setzten zu einem mächtigen Endspurt an, und unter dem Ju­bel ber Zuschauer holten sie auf noch 6:7 auf; dann war bas Spiel aus.

Der MSV. gewann den Kampf vollauf verdient, bas Ergebnis hätte viel höher ausfallen müssen. Die Mannschaft war bem Gegner in spielerischer Hinsicht haushoch überlegen. Die Verteidigung spielte gut, aber nicht absolut sicher. Frese im Tor war

rvieder ganz auf der Höhe. Der Sturm und die Läuferreihe überzeugten nicht immer, bie beste Lei­stung zeigte noch der linke Läufer Möckel. Bei den Katzensurtern überragte ber Linksaußen. Die Elf stellte eine typische Heimmannschaft dar, und es fällt ihr sicher schwer, auf fremden Plätzen zu bestehen.

Sportgemeinde Steinbach.

Bei dem Sportwerbetag am Sonntag konnte man feststellen, daß in jeder Abteilung ein neuer Kampfgeist Platz gegriffen hat. Die Turw und die »Radfabrabteilung erfreute durch gute Leistungen. Zum Abschluß bes Abends sprach der Kreisführer Schäfer, der die Jugend unb alle aktiven Sport­ler aufforderte, sich mit aller Kraft einzusetzen, da­mit das Wort des FührersEin Volk in Leibes­übungen" zur Geltung komme.

Am Sonntagmorgen begannen die Wettkämpfe, auch hier wurden durchschnittlich gute Leistungen gezeigt. Fußballwettkämpfe:

1. Steinbach Schüler Saasen Schüler. Die Gastgeber konnten das Spiel knapp gewinnen.

2. Steinbach II Naunheim II. Bei diesem Spiel konnten die Gäste einen sicheren verdienten 6:0-Sieg mit nach Hause nehmen.

3. Steinbach I Naunheim I. Der Gastgeber konnte mit 1:0 in Führung gehen, aber lange bauerte diese Freube nicht, denn kurz darauf stand ber Kampf 1:1. Mit diesem Resultat wurden die Seiten gewechselt. In der zweiten Spielhälfte fanden sich die Gäste besser zusammen und konnten auch noch viermal erfolgreich sein, während die Stein- bacher Elf nur noch ein Tor entgegensetzen konnte. Endresultat 5:2 für Naunheim. Die Gäste hinter­ließen einen sehr guten Eindruck.

Als Abschluß bes Tages kämpften dann noch Steinbach Jgb. 1900 Igd. Auch dieser Kampf, ber von dem Gastgeber gewonnen wurde, kann man als fair unb anständig bezeichnen.

9200 Meter im Segelflugzeug.

Mit einer Glanzleistung wartete ber beutfche Segelflugsport am Himmelfahrtstage auf. lieber dem Flugplatz Prien am Chiemsee erreichte Peter Glöck- n e r vom Deutschen Forschungs-Institut mit einem Segelflugzeug einen neuen Weltrekord im Höhenflug mit 9200 m. Glöckner mußte bann zu Boben gehen, da ber mitgeführte Sauerstoff zur Neige ging. Die bisherige Weltbestleistung würbe im November v. 3- von Ziller in Hirschberg aufgestellt, ber von seinem Startplatz aus 6838 m erreichte.

Die Gießener Ruder-Regatta, die vor einiger Zeit abgesagt wurde, kann nun doch am 1. unb 2. Juli ftattfinben.