Ausgabe 
19.1.1939
 
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SJ.-fpori

Opferschwimmen

für das Winterhilfswerk.

Dieser Tage fand im Wetzlarer Hallenschwimm­bad ein Opferschwimmen für das Winterhilfswerk statt, zu dein mehrere Vereine aus den Städten des südlichen Gaues 12 gemeldet hatten. Schwimmer aus Gießen, Hanau, Friedberg, Marburg und Wetz­lar waren am Start. Der Gießener Schwimmver­ein beteiligte sich dabei mit guten Erfolgen an ein­zelnen Rennen.

Nachstehend einen Auszug aus der Siegerliste für Rennen, in denen unsere Gießener Schwimmer be­teiligt ro-aren:

6 Bahnen Frauen - Jugend - Brust- schwimmen, Klasse 2: 1. Margot Spörhase, Marburger SV., 1:29,07; 2. Ilse Runk, Gießener SV., 1:30,6 Min. Klasse 3: Lilo Pfeiffer 1:41; Gre­tel Kirstein 1:44,6; Trude Plank 1:46,4 Min. (Sämt­lich Gießener SV.)

6 Bahnen Männer - Rückenschwim­men, Klasse 2: 1. Fertsch, Tgm. Friedberg, 1:19,2; 2. Willfried Amend, Gießener SV. 1:22 Min. Klasse 3: 1. Otto Oßwald,. Gießener SV. 1:32 Minuten.

6 Bahnen Frauen - Bru st schwimmen, Klasse 3: 1. Ruth Fiedler, Marburger SV. 1:36; 2. Gisela Loh, Tv. Wetzlar, 1:43; 3. Elisabeth Plank, Gießener SD., 1:43,6 Min.

6 Bahnen Männer - Kraulschwim­men, Klasse 2: 1. Karl-Heinz Hofmann, Gieße­ner SV. 1:07; 2. Adolph Geuß, Hanau, 1:10; Theo Therbooen, Hanau, 1:10 Min.

6 Bahnen Männerjugend - Brust- schwimmen, Klaffe 3: 1. Otto Maus, VfL. Marburg, 1:26,4; 2. Fritz Schuchardt, Gießener SD., 1:27,4; 3. Ernst Reiß, Hanau, 1:28,2 Min.

Wasserball: Marburg-Hanau Gießen- Wetzlar komb. 2:6 (1:1).

Oie deutschen Hallentennis Meisterschaften.

henkel greift ein.

In der Bremer Tennishalle wurde bereits am Mittwochoormittag wieder eifrig um Sieg und Titel gekämpft. Dabei gab die Turnierleitung be­kannt, daß unser» Spitzenspieler Henner Henkel ebenfalls am Start erscheinen wird. Er traf zwar bereits am Mittwoch in Bremen ein, erhielt aber noch einen Ruhetag zugebilligt und tritt erst am Donnerstag in Aktion. Werner Menzel, der am Mittwoch sein erstes 'Spiel lieferte, brauchte drei Sätze, um den Norweger Bjurstedt zu schlagen. Nach seinem 3:6 6:0 6:0-Siege trifft Menzel nun auf den Ungarn Asboth. Für die erste Ueber- raschung des Tages sorgte dann der Ungar C s i - kos, der den Franzosen Bolelli, den Sieger der Skandinavischen Meisterschaften in Stockholm, 6:4 6:1 glatt ausbootete. Eine weitere Ueberraschung bereitete der Berliner Rolf G opfert, der den Jugoslawen Mitic 6:4 7:5 schlug. Göpfert war großartig aufgelegt, trieb seinen Gegner mit lan­gen Dörhandschüssen auf der Grundlinie hin und her und streute zwischendurch Lobs ein. In der unteren Hälfte hatte Pelizza nicht viel zu tun, um den Berliner Werner Beuthner 6:2 6:3 zu schlagen.

Die letzten Acht bei den Frauen wurden am Mittwoch ebenfalls ermittelt und lauten: Svan, Roberg, Gulbrandsson (alle Schweden), Werring (Norwegen), Wheeler (USA.), Somogyi (USA.), Kovac (Jugoslawien) und als einzige Deutsche die Berlinerin Hamel.

Im Männerdoppel kamen W. Menzel- Göpfert ohne Spiel in die nächste Runde. Mit der deutsch-amerikanischen Kombination Hamel- Wheeler kam das erste Frauendoppel ohne Spiel unter die letzten Vier. Im übrigen siegten die Paare Svan-Werring, Smith-Genzsch in der obe­ren und Roberg-Gulbrandsson in der unteren Hälfte; hier kamen Rosenow-Rosenthal kampflos weiter. Eine Reihe von Kämpfen war auch im Mixed" an der Reihe.

h. Henkel und R. INenzel in Paris.

Im Anschluß an die Internationalen Hallen­tennis-Meisterschaften von Deutschland, die zurzeit in Bremen abgewickelt werden, begeben sich Hen­ner Henkel und Roderich Menzel nach Paris, um dort an den französischen Meisterschaften teil­zunehmen.

Großeinsatz der deutschen Eissportler.

Um Europameisterschaften.

Der deutsche Eissport wird bei den kommenden internationalen Kämpfen und Meisterschaften durch seine Besten vertreten sein. Maßgebend für die Aus­wahl sind die Ergebnisse der Deutschen Meister­schaften. Lydia Deicht, Hanne Niernberger, Martha Musilek und Emmy Puzinger vertreten Deutschland bei der Europameisterschaft in London und der Weltmeisterschaft in Prag. Faber, Rada, Lorenz und vielleicht auch Loichinger also nicht Weltmeister Felix Kaspar starten bei den entsprechenden Titel­kämpfen der Männer in Davos und Budapest. Für die gleichen Meisterschaftskämpfe im Paarlauf in Zakopane und Budapest entsendet Deutschland Her- ber-Baier, die Geschwister Pausin und Koch-Noack. Wazulek und Stiepl, die beiden Eisschnelläufer der Ostmark, die alle deutschen Rekorde innehaben, neh­men an der Europameisterschaft in Riga und an der Weltmeisterschaft in Helsinki teil. Sollte Deutschland auch noch für die Eisschnellaufmeisterschaften der Frauen melden, so kommt nur Ruth Hiller in Frage.

Kurze Gporinotizen.

Die Tschecho-Slowakei nimmt in diesem Winter an ausländischen Schiveranstaltungen nicht teil und wird daher auch den Weltmeisterschaften in Zakopane fernbleiben. Als Grund wird der Mangel an Trainingsmöglichkeit angegeben.

*

Hessens Gaumei st erschaft im 4 0 = k m = Schi-Dauerlauf wurde jetzt zum 12. Februar nach Gersfeld (Rhön) ausgeschrieben. Die Veranstal­tung ist reichsoffen.

Der R e i ch s i n n e n m i n i st e r Dr. Frick hat für die vom 3. bis 5. Februar in Reichenberg statt­findenden 8. Europa-Rodelmeisterschaften 2 Ehren­preise für die siegreiche Mannschaft im Männer- Doppelrodeln gestiftet.

beginn der Mckriinde zur Vannmeisterschast im Handball.

19 00 I V f B.- R e i ch s b a h n. Die 1900er Jugendspieler sollten, obwohl das Vorspiel einen unentschiedenen Ausgang nahm, in der Lage sein, dieses Jugendlokaltreffen siegreich zu beenden; wohl dürfte der Vorteil des eigenen Platzes und nicht zu­letzt die größere Spielerfahrung für das Ergebnis ausschlaggebend fein.

. Mtv. I Heuchelheim. Schon das erste Auf- einandertressen in Heuchelheitti brachte den Männer­turnern einen zweistelligen Sieg. Dank der selbst­losen Arbeit insbesondere des Spielführers konnten durch Neuwerbungen stets Lücken und Mängel aus­gebessert werden, so daß die Mannschaft in ihrer derzeitigen Form wohl kaum einen Gegner zu fürchten braucht.

Klein-Linden 1 9 00 II. Offen ist der Ausgang in Klein-Linden; wenn schon die Gäste in dieser Staffel die Tabelle anführen, so ist doch eine

Ueberraschung auf fremden Platze nicht ausge­schlossen.

Mtv. II Großen-Buseck. Großen-Buseck hat in der Vorrunde etwas enttäuscht. Hoffen mir, daß in den künftigen Spielen der Mannschaft durch etwas mehr Lebensgeift und vor allem Einsatz der Spieler günstigere Ergebnisse beschieden werden.

Lang-Göns Hausen. Beide Mannschaf­ten sind etwa auf einen Nenner zu bringen; unent­schiedener Spielausqang der Vorrunde wird beiden den notwendigen Siegeswillen mitgeben. Der Spiel­ausgang dürfte für diese Staffel die zukünftige Ge­staltung der Tabelle bringen.

Holzheim Grüningen. Grüningen wird wohl in Holzheim nichts ausrichten können. Die Holzheimer Jungen machen tatsächlich ihren An- bännern alle Ehre! In bezug auf Leistung kann sich die Mannschaft sehen lassen.

Der SegeWg als Olympischer Wettbewerb.

In das Pryaramm der Olympischen Spiele 1940 ist als neue Sportart auch der Segelflug aufge- nommen. Bei den Spielen 1936 in Berlin um­faßte das Programm zwar schon den Segelflug als Vorführung, aber nicht als offiziellen Wett­bewerb. Die olympischen Segelflugwettkämpfe in Finnland 1940 werden mithin die ersten in der Geschichte der Olympischen Spiele sein. Der Wett­bewerb wird in Jämijärvi abgehalten. Das Kirch­spiel Jämijäroi ist eine typisch finnische Landge­meinde. Don Helsinki fährt man nach Jämijärvi mit dem Zug drei Stunden, dann mit Autobus weitere zwei Stunden. Mit Flugzeug dauert die Fahrt 55 Minuten. Längs der Landstraße beträgt die Strecke von Tampere nach Jämijärvi 89 Kilo­meter.

Die Segelflugschule Jämijärvi ist in einer natur­schönen Gegend in einer Entfernung von 7,5 Kilo­meter vom Kirchdorf Jämijäroi gelegen. Das Ge­lände des Flugfeldes mißt im ganzen 147 Hektar und wird durch einen von Nord ost nach Südost ziehenden Landrücken in zwei Teile geteilt. Der Landrücken steigt 219 Meter über Meereshöhe und 117 Meter über die Oberfläche des Sees Jämi- järm. Das Gelände ist sandig und bewachsen mit Heidekraut. Im Sommer ist die Stärke der Bo­denthermik gut, die größte festgestellte Aufstieg­möglichkeit ist 12 m/sek.

3U den Gebäuden der Segelslugschule gehören zwei Segelflugzeughallen, welche beide für'30 bis 35 Maschinen Platz haben, ferner eine Motor- slugzeughalle, in der drei Schleppflugzeuge unter­gebracht werden können, und ein Wirtschaftsge­bäude, in dessen Speisesaal gleichzeitig 100 Per­sonen ihre Mahlzeit einnehmen können. In dem Schülerinternat können 150 Personen cinquartiert werden, und außerdem finden sich noch Einzel- wohnungen für Lehrer, ein Kludlokal u. dergl. Zieht man ferner in Betracht, daß in der nahen Umgebung Huberte von Teilnehmern mit ihren

Gehilfen untergebracht werden können, so dürste die Einquartierung der Segelflieger keinerlei Schwierigkeiten bieten. Besonders ist zu bemerken, daß die Schule ihr eigenes vorzügliches finnisches Badehaus (fauna) besitzt, und daß sich in der Nachbarschaft ein ausgezeichneter Badestrand be­findet.

Von den Gebäuden der Segelflugschule sei noch erwähnt das sog. technische Gebäude, das eine Reparaturwerkstatt, ein Ersatzteillager, einen Trocken- und Lüftungsturm für Fallschirme, eine Wetterbeobachtungsstation usw. umfaßt. Im Turm des Gebäudes befindet sich die Wettbewerb- und Flugleitung.

Das Programm des Segelflugwettbewerbs der Olympischen Spiele 1940 wird von der Federation Aeronautique Internationale in ihrem Kongreß in Paris am 5. Januar 1939 bestätigt.

Uefcer 3000 Eeaelfliecer in Finnland.

Der Segelflug in Finnland ist noch sehr jung, aber die Zahl der Anhänger ist in stetem Wachsen, da er sich auch hier wie überall größter Zustim­mung erfreut. Seit 1934 werden in allen Teilen des Landes Segelflugklubs gegründet, die unter der Führung des finnischen Luftwehrverbandes stehen. Zur Zeit beträgt die Zahl der aktiven Se­gelflieger etwas über 3000. Man sieht alljährlich die Schulung weiterer 500 Flieger vor. So kann man sagen, daß sich Finnland, nach Deutschland und Polen, an dritter Stelle der Segelflugnationen befindet. Die finnische Segelflugschule ist in Jämi­järvi in Mittelfinnland gelegen. Der derzeitige Leiter der Schule ist Fliegerhauptmann T.Nis- s i n e n , der im Jahre 1938 dieHarmon-Statue" erhielt, die jährlich dem verdienstvollsten Flieger Finnlands verliehen wird. Eine sehr interessante Beobachtung machte man in der Feststellung, daß die begabtesten Segelflugschüler gleichzeitig gute Schispringer sind.

Neuer Vorschlag zum Marathonlauf.

Im Interesse der Sportler und des Publikums wird Finnland der IAAF, vorschlagen, daß der Ma­rathonlauf bei' den Spielen in Helsinki anders als bei den bisherigen Spielen geregelt würde. Nachdem man nun schon seit dem Jahr 1912 das Prinzip MarathonAthen (= WindsorLondon bei den Spielen 1908, bzw. InnBoston-beim Erinnerungs­lauf voll Paul Revere) nicht mehr befolgt hat, kann man gemäß den Anforderungen der Gegenwart zugleich noch etwas weiter gehen: Der Helsinki- Marathonlauf wird auf einer langen Runde von acht Kilometer in einem das Stadion umgebenden Parkgelände durchgeführt. Von den Anhöhen bei dieser Talbahn können dem Wettbewerb bis 200 000 Menschen folgen. Und nicht genug damit, man kann da2 Passieren der Läufer mindestens fünfmal sehen. Auf einem sehr bedeutenden Teile der Bahn sieht man die Läufer zehn- ja sogar elfmal.

Die Hauptsorge gilt aber dem Wettkämpfer. Er soll alle Dinge zu seiner größten Zufriedenheit vor­finden. So hat man die Marathonstrecke in einem schönen Parkgelände festgelegt, in dem den Läufer nicht der Verkehr des täglich flutenden Lebens um­gibt. Hier trifft er einen Pfad ober Weg an, der wohl dem Weg von Marathon nach Athen gleichen kann.

Olympisches Turnen neu gestaltet.

Im weiteren Verlauf ihrer in Bafel abgehalte­nen Tagung faßte die Technische Kommission einige weitgehende Beschlüsse, die für die internatio­

nale Wettkampftätigkeit von ein­schneidender Bedeutung sind. Von größ­ter Wichtigkeit ist, daß die Pflichtübungen nicht mehr wiederholt werden dürfen. Bisher konnte jede Pflichtübung an den Geräten noch einmal geturnt werden, und ttonn wurde die beste Aus­führung bewertet.

Um die lange Wettkampfdauer herabzusetzen und die Kraft der Turner zu schonen, soll in Zukunft an jedem Gerät nur eine Pflichtübung ge­turnt werden.. Diese Bestimmung dürfte sich bei den internationalen Turnwettkämpfen sehr stark auswirken. Der großen Bedeutung dieses Beschlus­ses war sich auch die Technische Kommission bewußt und hat aus diesem Grunde die für die Olym­pischen Spiele in Helsinki festgesetzten Pflicht­übungen etwas leichter gestaltet als sie 1936 in Berlin waren.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, daß die bereits festgelegte schwere Barren-Pflicht­übung nachträglich abgeändert wurde. Weiter prüfte die Technische Kommission die Frage des Kampfgerichts. Sie beschloß, in Zukunft bei inter­nationalen Turnkämpfen für jedes Gerät vier Kampfrichter einzusetzen.

Abweichend von den bisherigen Bestimmungen kann jetzt von Note 0 bis 8 mit Viertelpunkten, darüberhinaus bis zur Höchstnote 10 mit Zehntel­punkten gewertet werden. Die höchste und die nie­drigste Note werden gestrichen. Aus den beiden restlichen Noten ergibt sich bann die Durchschnitts­bewertung ber einzelnen Uebung. Diese neuen An­träge bedürfen allerdings noch ber Genehmigung bes Kongresses, ber im Herbst in Brüssel tagt.

Wirtschaft.

Rhein-Mainische Börse.

rNitiagsbörfe überwiegend schwächer.

Frankfurt a. M., 18. Jan. Die Börse ent­behrte nahezu jeglicher Anregung Insbesondere ging von der Kundschaft keine Unternehmungslust aus, so daß auch die Berufskreise wieder eine sehr abwartende Haltung eingenommen haben.

Arn Aktienmarkt war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, es überwogen jedoch Rück­gänge von etwa 0,50 bis 1 v. H. im Durchschnitt. Das- Angebot hat sich, zusammengesetzt aus meist 1000 RM.-Beträgen, vermehrt und fand nur zö­gernd Aufnahme. Von den führenden Papieren eröffneten IG.-Farben mit 148,75 (149,65), AEG. mit 115,75 (116,65), Verein. Stahl bei merklich kleiner gewordenen Umsätzen mit 107,75 (108,25), Mannesmann mit 108,50 (109) und Reichsbank mit 188,75 (189,25). Schwach lagen am Elektro­markt Lahmeyer mit 114,50 (117,50) und von Maschinenwerten waren Rheinmetall stärker er­mäßigt auf 129,25 (130,50). Etwas fester lagen lediglich Metallgesellschaft mit 119.90 (119). Auch nach den ersten Kursen dauerte die Zurückhaltung an, was vielfach zu weiter leichten Abbröckelungen führte.

Der Renten markt konnte sich bei ruhigem Geschäft im wesentlichen behaupten. Etwas höher lagen Reichsbank-DA. 123,50 (123,40), Reichsalt­besitz uno. 128,50. Im Freiverkehr schwächten sich die in letzter Zeit gefragten Schuldbuchforderungen bis 0,40 v. H. ab. Kommunal-Umschuldung hielten sich mit 92,90 bis 92,95 ziemlich unverändert. Liquidationspfandbriefe zogen vorwiegend etwas an, Franks. Hyp. 101,25 (101,05), Pfälzische 101,65 (101,25). Industrie-Obligationen wenig verändert, Stadtanleihen teilweise etwas leichter, 4,50 v. H. Heidelberg 97 (97,50), 1927er Pforzheim 97 (97,50), Mainzer v. 28 96.75 (97). Reichsbahn-DA bröckel­ten auf 123,40 nach 123,50 ab.

In der zweiten Börsenstunde ruhte das Geschäft fast vollkommen, und unter diesem Eindruck ließen die Kurse teilweise weiter nach. IG.-Farben 128,50 nach 128,75, Bereinigte Stahl 107,25 nach 107.75, Mannesmann schwankend mit 108,75 bis 108,50 nach 108,50, Reichsbank 188,50 nach 188,75, Rhein­stahl 132,50 bis 132 (133). Die später notierten Werte kamen meist 0,50 bis 1 v. H. niedriger an, Scheideanstalt verloren 2,50 v. H. auf 197,50, ander­seits Demag und Licht & Kraft je 1,50 v. H. be­festigt auf 147 bzw. 132. Don Großbankaktien Commerzbank 112,25 (112,40), Dresdner Bank 111,25 (111,65).

Abendbörse still und nachgebend.

Unter dem Eindruck der starken Zurückhaltung und Geschäftsstille bröckelten die Kurse am A k -

t i e n m a r f t überwiegend noch leicht ab, wobei in den meisten Fällen ein Umsatz nicht stattfand. Ver­einzelt lag indessen noch mäßiges Angebot vor. Die Erhöhung bei IG. Farben auf 148,75 (148,50) beruhte auf einem Zufallsauftrag. Von Montan- werten ermäßigten sich Verein. ötal)l auf 106,75 (107,25), Mannesmann auf 108 (108,75), Hoefch auf 106,75 (107,25) und Deutsche Erdöl auf 121,50 (122,40). Leicht rückläufig waren außerdem Adler­werke auf 104 (104,25), Gesfürel auf 132 (132,50), Metallgesellschaft auf 119,25 (119,40), Bemberg auf 135,50 (136) und Westdeutsche Kaufhof auf 101,75 (102,25) sowie Reichsbank auf 188,25 (188,50).

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 18. Jan. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W9 206, WH 208, W 12 209, W13 210, W16 213, W 18 215, W 19 217, W 20 219, Roggen R 11 191, R 12 192, R 14 194, R 15 195, R16 197, R17 198, R18 199, R 19 201 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer. Wei­zenmehl Type 812 W 13 29,55, W 16 29,55, W 18

29,55, W 19 29,55, W 20 (Kreis Alzey) 29,55, W 20

(Kreis Worms) 29,90 plus 0,30 RM. Fracht-Aus­gleich. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45. R15

22,80, R 16 22,95, R18 23,30, R 19 23,50 plus

0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 !E,90, W17 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Müh­lenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggen­vollkleie R19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95. R15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40. R 19 10,50 Mühlen­festpreis ab Mühlenstation. Treber. Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,20 bis 5,40, Wielen- Heu, gut, gesund, trocken 6,20 bis 6,40, Kleeheu, gut, gesund trocken 7,00 bis 7,50, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,50 bis 7,80, Weizenstroh, bind­fadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt, 3,00, Hafer- und Gerste st roh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Schlachkviebmorkt

Frankfurt a. M., 19. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1527 Rinder (322 Ochsen, 150 Bullen, 734 Kühe, 321 Färsen), 433 Kälber, 90 Hämmel, 44 Schafe. 218 Schweine. Es kosteten: Ochsen 36 bis 46,50 Mark, Dullen 35 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 38 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,W bis 58,50 Mark. Marktverlauf: Rinder, Kälber. Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig.

Wie Koscheike gefaßt wurde.

LPD. Frankfurt a. M., 18. Jan. lieber die bereits gemeldete Festnahme des Schwerverbrechers Koscheike in Remagen gibt die Kriminalpolizei- leitstelle Frankfurt a. M. folgende Darstellung:

Nachdem die umfassenden Warnungs- und Ver­folgungsmaßnahmen gegen den entwichenen Zucht­häusler Oswald Koscheike zwar mehrere Spu­ren ergeben, aber nicht zur Festnahme geführt hat­ten, ist der Verbrecher am Dienstag in Remagen festgenommen worden. Die Festnahme ist das Er­gebnis der umfassenden Fahndungsmaßnahmen, die von der Kriminalpolizeitleitstelle Frankfurt a. M. in Zusammenarbeit mit allen Zweigen der Polizei, Jägerschaft und nicht zuletzt mit Unterstützung der Formationen der Partei durchgeführt worden sind. Da sich auch Rundfunk und Presse der Fahndung in weitem Ausmaße zur Verfügung gestellt hatten, hat die Bevölkerung die Polizei sehr rege unterstützt.

Selbstverständlich hat die Kriminalpolizei in die­sen Tagen jeden Einbruchsdiebstahl besonders sorg­fältig bearbeitet und Vergleiche mit der früheren Arbeitsweise des Koscheike angestellt. Auch in der Nacht zum Dienstag, 17. Januar, als wiederum ein Einbruch in der Nähe von Mainz gemeldet wurde, tippte die Polizei nach der Art der Ausführung so­fort auf Koscheike als Täter. Die Kriminalpolizei in Mainz stellte umfassende Ermittlungen an und gab vor allen Dingen auch die Vermutung, daß Koscheike sich rheinabwärts gewandt habe, den zu­ständigen Polizeidienststellen bekannt. Ferner wurde die Reichsbahn benachrichtigt, die daraufhin ihrer­seits die Weitergabe der Meldung und die erforder­lichen Fahndungsmaßnahmen veranlaßte.

So ging denn auch gegen 15 Uhr die Mitteilung von der wahrscheinlichen Flucht des gesuchten Ver­brechers mit der Reichsbahn in Richtung Köln bei der Ortspolizei in Remagen ein. Hierauf begaben sich zwei Beamte der Ortspolizei zum Bahnhof und überholten die Züge. Dabei stießen sie in dem um 15.18 Uhr eingetroffenen Zuge auf eine Person, die ihnen nach den veröffentlichten Lichtbildern verdäch­tig erschien. Obwohl sich Koscheike ordnungsgemäß mit gestohlenen Papieren ausmies, schöpften die Be­amten Verdacht und stellten durch geschickte Fragen fest, daß der Inhaber der Papiere nicht der recht­mäßige Besitzer war, Sie nahmen ihn hierauf fest,

durchsuchten ihn und stellten fest, daß er Unter­wäsche einer Strafanstalt und weiteres Diebesgut bei sich führt. Er wurde gefesselt und zur Polizei­wache gebracht und dort verhört. Hierbei stellte es sich dann heraus, daß es sich bei dem Festgenomme­nen um den gesuchten Schwerverbrecher Koscheike handelte. Koscheike wurde noch in der Nacht wieder in das Zuchthaus Freiendiez eingeliefert.

Jude betrügt das Kürsorgeamt.

Lpd. Frankfurt a. M., 18. Jan. Wegen Be­trugs zum Nachteil des Fürsorgeamts hatte sich vor dem Frankfurter Schöffengericht der 51jährige Jude Berthold S e l i g m a n n zu verantworten, der seit 1933 unterstützt wurde. Er wohnte mit seiner Schwiegermutter zusammen, die 1935 nach Berlin zog, nach zwei Jahren zurückkehrte und wieder in seiner Wohnung aufgenommen wurde. Dem Für- forgeamt gab der Jude an, daß er eine Untermieterin beherberge, die 10 Mark Miete entrichte. Er hätte aber angeben müssen, daß es sich um seine Schwieger­mutter handele, die zur Familiennotgemeinschaft zählt, so daß die Rente ber Schwiegermutter in Höhe von 34 Mark in Anrechnung gekommen wäre. Der jüdische Betrüger wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

GRunftfunfvrogramm

Freilag, 20. Januar.

6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpaufe. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 10: Schulfunk. Die treue Schwester. Ein Hörspiel. 10.30: Hallensport. Aus der Arbeit der Leichtathleten. 11.30: Rus ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Dem Opern­freund. Gounod d'Albert Puccini. 15: Kleines Konzert. 15.30: Die Familientruhe. 16: Musik am Nachmittag. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Bücher, von denen man spricht. 18.30: Ewiger Stundenschlag der Uhr! Dom Men­schen und von ber Zeit. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Abend-Konzert. 21: Meister ber deutschen Unter» hgltungsmusik. Willy Octleb. 22: Nachrichten.