Ausgabe 
18.4.1939
 
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Kontrolle gestellt. Die Preise mürben sofort Übermacht Eine besondere Abteilung sei vorgesehen für die Organisation des Ankaufes von Lebensmitteln von Ueberfee. Nach den Plänen werde die Regierung nicht nur der Käufer fein, sondern auch den Schiffstransport übernehmen. Kurzum, der gesamte britische han­del, ili»erhalb und außerhalb des Empire, werde im Kriegsfälle sofort unter Staatskon­trolle gestellt werden.

Belgiens Nauerkrisis.

Die neue Regierung Pierlot von den Sozialisten torpediert.

Brüssel, 17. April. (Europapreß.) Die Sozia­listische Partei hat mit 310 000 gegen 248 000 Stim­men eine Beteiligung an der soeben gebilde­ten Regierung Pi er lot ab gelehnt. Da­mit dürfte über das Schicksal dieser Negierung, bei der fünf Ministersitze von Sozialisten besetzt waren, bereits wieder entschieden sein. Man war in Brüssel der Ansicht, die Sozialisten würden sich in der Mehrheit bereitfinden, an ihrem Teil mitzuhelfen, die seit drei Monaten bestehende Regierungskrise zu beenden. Das Ergebnis des Kongresses hat dar­um in den politischen Kreisen eine ziemliche Be­stürzung hervorgerufen. Ministerpräsident P i e r - l o t betonte, daß er die als Dreiparteien-Kabinett gebildete Regierung in ein aus Liberalen und Katholiken bestehende Zweiparteien-K abi- nett umwandeln werde, das mit 102 Stimmen unter 202 Abgeordneten nur eine knappe Kammer­mehrheit besitzen würde. Der Finanzminister Gutt werde auf leben Fall auch im neuen Kabinett ver­treten sein. Gutt, der als Vertreter des belgischen Kapitalismus anzusehen ist, ist der Verfechter eines umfassenden Sparprogramms, über das die erste Regierung Pierlot vor den Wahlen zu Fall gekommen war. Das hauptsächlichste Augenmerk richtet Gutt auf den baldigen Ausgleich des belgischen Staatshaushalt, dessen Defi­zit im neuen Jahre bereits 200 Millionen Franken erreicht hat und insgesamt für 1939 im günstigsten Falle auf 8Ö0 Millionen Franken geschätzt wird. Gegen eine Zweiparteien-Regierung hatten sich am Sonntag bereits die Liberalen ausgespro­chen, weil ihnen in einem solchen Falle für die flämischen Liberalen der wallonische und für die wallonischen Liberalen der flämische Einfluß zu groß erscheint.

Skepsis in Belgien.

Brüssel, 16. April. (DNB.) Die belgische Presse berichtet mit einer gewissen Zurückhaltung über den Schritt des amerikanischen Präsidenten.Ving- tieme Siecke" weist auf die unkonsequente Haltung Roosevelts hin. Roosevelt habe bishernur pole­mische Reden gegen die autoritären Staaten ge­führt, nun wolle er sie plötzlich für seine Pläne gewinnen".Nation Belge" schreibt, daß die Bot­schaft Roosevelts angeblich zwar vongutem Willen zeuge", aber gleichzeitig von einer großen Naivität. Das Beispiel Wilsons und anderer ame­rikanischer Präsidenten zeige, daß es Europa selten gut bekomme, wenn sich der Chef der Vereinigten Staaten in die europäischen An­gelegenheiten einmische.

Keine April-Entlassungen beim holländischen Heer.

Amsterdam, 15.April. (DNB.) Durch könig­lichen Beschluß wurde verfügt, daß die Dienstpflich­tigen der holländischen Armee, die im April zur Reserve entlassen werden sollten, vorläufig bei der Truppe bleiben. Diese Verfügung wird mit den politischen Spannungen in Europa begrün­det. Wie derTelegraaf" berichtet, handele es sich nur um eine Maßnahme von geringem Umfang, da lediglich von ihr eine Anzahl von Unteroffi­zieren der Artillerie und motorisierten Truppen be­troffen werde.

Glänzende Truppenparade vor Franco in Sevilla.

Sevilla, 17. April. (DNB.) Am Montag fand bei strahlendem Frühlingswetter und unter riesiger Anteilnahme der Bevölkerung die große Parade ider Südarmee vor General Franco statt, der von einer marokkanischen berittenen Leibgarde eskortiert war. An seiner Seite bemerkte man den Befehlshaber der Südarmee, General Queipo de Llano, zahlreiche Minister und Generale. Die Parade eröffnete General Yague als Befehls­haber des marokkanischen Armeekorps. Es folgten je eine Division der Armeekorps Marokko, Estre­madura, Granada, Cordoba und Andalusia, an­schließend eine Kavalleriedivision, Pioniere, Tanks, Panzerwaoen, Panzerabwehr, Flakartillerie An der Parade nahmen etwa 70 000 Mann teil. Beson­deren Eindruck hinterließen die motorisierten Ab­teilungen.

Probealarm von Schwarzhemden-Bataillonen.

R o m , 17. April. (Europapreß.) Z u U e b u n g s > zwecken hat in 4 Städten der Umgebung Roms ein Probealarm der Schwarzhemdenbatail- fone stattgefunden. Die aufgerufenen Schwarzhem­den fanden sich innerhalb von sechs Stun­den in der italienischen Hauptstadt ein,.wo die Ba- [ taillone vor dem Generalstabschef der Miliz, General Russo, vorbeimarschierten. Wie die italienischen Blätter melden, sind sieben Bataillone Schwarzhem- den nach Albanien eingeschifft worden.

Oie kroatische Frage.

A g r a m , 17. April. (Europapreß.) Die Verhand- ' iungen zwischen dem jugoslawischen Mmisterprasi- oenten Zwetkowitsch und dem Leiter der kroatischen Bauernpartei, Dr. Matsch e k hab -men vorläufigen Abschluß gefunden. Es wurde -ine amtliche Mitteilung ausgegeben. wonach so­wohl Zwetkowitsch als auch Matschet t h r e! B ot - Schläge zur konkreten Losung der kroatischen Sra« ausgetauscht haben und diese nun pru- len wollen. Noch im Laufe dieser Woche wollen leide Staatsmänner wieder ^usammenlom. inen, um ihre Besprechungen formen Man I sofft, daß die Verhandlungen dann rasch zu einer ! Lösung der kroatischen Frage fuhren werden.

Kleine politische Nachrichten.

Generalfeldmarschall G Öring hat am Man log im Sonderzug die Ruck reis e n ) ^getreten. Zur Verabschiedung des Generalfelo ui ar falls und feiner Gemahlin waren auf dem Zahnsteig erschienen Außenminister Graf Cian iinb der Minister für Volksbildung, Al fier .

Der Führer hat dem Generalmajor a. D. ff» Brigadeführer von Massow zu seinem 70. Ge­burtstag folgendes Glückwunschtelegramm ge» andt: ,Zu Ihrem heutigen 70. Geburtstag spreche ich Ihnen in dankbarer Würdigung Ihrer in Krieg und Frieden dem deutschen Volke geleisteten Dienste meine herzlichsten Glückwünsche aus.

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Zum Nachfolger des langjährigen Präsiden­ten des Aeroklubs von Deutschland, Wolfgang von Gronau, ernannte der Reichs- minister für Luftfahrt den General der Flieger z. V. Zander. Oberstleutnant von Gronau tritt in den nächsten Tagen seinen Posten als Luftattache bei der deutschen Botschaft in Tokio an.

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Der politische Außenminister Beck begab sich am Montag zur Begrüßung des rumänischen Außen­ministers G a f e n c u , der, um nach Berlin zu ge­langen, über Polen reift, nach Krakau. Beck hatte mit dem rumänischen Außenminister, den er bis Kattowitz begleitete, eine einstündige Bespre­chung.

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Der Oberbefehlshaber der estnischen Armee, Ge­neral Laidoner, ist auf Einladung des Mar- challs Rydz-Smigly zu einem Besuch in War­schau eingetroffen. Am Bahnhof wurde General Laidoner von Marschall Rydz-Smigly und verschie­denen Militärattaches begrüßt.

Zum 6. Jahrestage der Gründung des Reichsluft- chutzbundes findet am 28. und 29. April in Berlin die 1. Großdeutsche Führertagung des R L B. statt. Damit verbunden ist die Einweihung der neuen Reichsluftfchutzschule in Berlin- Wannsee.

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Die französische Regierung hat der rumänischen Regierung mitgeteilt, daß sie die Bukarester Gesandtschaft in den Rang einer Botschaft erhoben habe. Gleichzeitig hat die französische Re- sierung um das Agrement für den bisherigen Ge­sandten Thierry als dem neuen Botschafter nach- gefucht.

Neuer Vimpsenjahrgang in den Schulen Adolf Hillers.

C r ö f f t n f c e, 17. April. (DNB.) In der Ordens­burg Cröffinfee fand die Einweisungsfeier zu dem neuen Jahrgang der Adolf-Hitler-Schüler tatt, die als dritter Jahrgang der Schulen am Geburtstage des Führers in Dienst treten. Es sind 3 7 0 Pimpfe aus allen Gauen des Reiches und aus allen Volksschichten. Unter ihnen 30 Pimpfe aus der Ostmark, 10 aus dem Sudetengau und 2 aus dem Memelland. Baldur von Schirach erinnerte die Pimpfe an die Zeit, wo er so alt war wie sie und der große Krieg sich vollzog, wie er dann als Junge den Führer kennen gelernt habe und zur Bewegung gestoßen fei. Damit für alle Zeit eine politische Führungsschicht dem deutschen Volk gegeben wird, die das Werk fortsetzt und das Erbe bewahrt, hat der Führer diese Schulen gegründet und ihnen seinen Namen ge­geben. Das heißt nicht, daß ihr die fünftigen Minister werden müßt, aber das heißt, daß i h r f i e werden könnt, durch eine harte Zucht und durch vorbildliche Pflichterfüllung. Es muß die Fahne, der ihr folgt, ein Bekenntnis eures Herzens und ein Ausdruck eures Willens sein. Dadurch werdet ihr des Namens wert fein, den ihr tragt.

Darauf sprach Dr. Ley: Die Jungen, die hier vor uns sitzen, sind Söhne aus allen Schichten des deutschen Volkes einzig und allein ausgesucht nach den Gesetzen unserer Rasse. Das Bewußtsein, daß unsere Kinder den Weg in unserem Volk offen haben, erfüllt uns mit Stolz und Glück.Ihr Jungens, die ihr aus strengster Auslese hervor­gegangen seid, seid vielleicht nicht immer die besten Schüler, aber bestimmt die härtesten. Nur die fanatischsten und zähesten können sich auf unseren Ordensburgen halten.

Kein Nachwuchsmangel für den Rechtswahrerberuf.

Nach dem Bericht des Präsidenten des Reichs- justizprufungsamtes haben im Jahre 1938 im Alt- reich 2881 Referendare d i e große Staatsprüfung abgelegt. 85,25 v. H. haben die Prüfung bestanden, in einem Falle mitaus­gezeichnet"/in 56 Fällen mitlobenswert", in 409 Fällen mitgut", in 858 Fällen mitbefriedigend" und in 1132 Fällen mitausreichend". Die Zahl der geprüften Referendare hat sich erstmalig merklich, nämlich um 8,66 v. H., vermindert. Ein stärkeres Absinken wird für 1940 erwartet, da sich dann der feit 1929 eingetretene erhebliche Rückgang der Stu­dierenden der Rechtswissenschaft fiihlbar machen wird. Indessen steht aus den zurückliegenden Jah­ren ein Ueberschuß an Assessoren zur Verfügung. Auch im laufenden Jahr deckt die Zahl von rund 2400 Assessoren den Bedarf. Außerdem stieg der Zugang zum juristischen Studium von 757 im Jahre 1936 auf 1335 im Jahre 1938.

Wetterbericht

Im Rücken eines ostwärts abziehenden Tiefdruck­wirbels ist in großer Ausdehnung kältere Meeres­luft auf das Festland oorgedrungen. In ihrem Be­reich ist bei uns weitere Abkühlung eingetreten, auch setzt sich die Schauertätigkeit zur Zeit noch fort. Bei einem Zwischenhoch kann zunächst mit Wetterberuhl- aunq, aber auch mit starker nächtlicher Abkühlung gerechnet werden. Beständiges Wetter für längere Zeit ist jedoch noch nicht zu erwarten.

DorherfagefürMittwoch: Zunächst zeit­weise heiter und meist trocken, nachts sehr snjch, in höheren Lagen sogar Frostgefahr. Tagsüber nur geringe Wärmezunahme, späterhin wieder Bewöl­kungszunahme, abflauende nördliche Winde.

Vorhersage für Donnerstag: Voraus­sichtlich wieder zunehmende Unbeständigkeit bei leich­ter Wärmezunahme. ______

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Bech Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. HI 39. 10 200 Druck und Verlag: Brühlsche Universitats- vruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis JOT 2 05 einschließlich 25 Pf- Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, nutzer Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit.ist Preis, liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Drittens: Große billige Tabakblätter sind sehr dünn. Kleine wertvolle Blätter sind immer etwas dicker. Woreinfeines Gefühl in den Fingerspitzen hat, kann an der Dicke des Tabakfadens erkennen, welchen Qualitätsgrad das verarbeitete Tabakmatenal besitzt.

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