Ausgabe 
17.8.1939
 
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Nr.M Zweites Blatt

Donnerstag, I7.Augustl939

Gießener Anzeiger iGenerai-Anzeiger für Oberheffen)

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Aus der Stadt Gießen

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Harry Grüneke, Oberspielleiter der Operette, Duffo und Bonvivant:

Harry Grüneke, 1904 zu Wuppertal geboren, widmete sich zwei Jahre auf der Kunstgewerbe- schule seiner Heimatstadt der Malerei und Holz- bildhauerei. Dann sattelte er um und bezog die Musikhochschule zu Köln. Bei dem bekannten Ge« sangspädagogen Professor Walter wurde Gesang

mer gespeichert.

Musikladen. Ein junges Mädchen wartet auf Kunden. Jetzt müßte man diesen Laden betreten, der u. a. Musik auf dünnen schwarzen Platten auf­bewahrt. Brahms, Bach, Beethoven, Mozart, Schu­bert. Und das Mädchen könnte mir auch die lustigen und leichten Lieder vorspielen. Die Stimme der Boyer. Den Gesang der großen Tenore. Ade, da

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men zu Ende. Golden lodern Johanniskraut, Rain­farn, Honigklee und Labkraut, Hornklee und Königs­kerze. Hell- und dunkelgelb gedeckt flammt das zier­liche, dem Löwenmaul unserer Bauerngärten glei­chende Leinkraut ober Marienstroh. Weiß und rötlich- weiß prangen Schafgarbe und Winde, Seifenkraut und Kerbel, Lichtnelke und Steinklee. Weinrot in vielen Abstufungen leuchtet Dost und Feldkümmel, Flockenblume und Hauhechel, Weidenröschen und Beinwell. Nur vereinzelt glüht der rote Mohn, als habe er sich rechtzeitig aus den sinkenden Halmfluten gerettet. Und an die himmelblaue Kornblume erin­nert die zäher sich behauptende Wegwarte. Pfauen­augen und Füchse, Weißlinge und viele kleinere Schmetterlinge schwärmen von Sonne und würzigen Seimen trunken lebensfroh umher. Bald ist das Fest verrauscht, so hitzig auch die Heuschrecken zirpen und die Grillen bis in die tiefe Nacht hinein geigen.

Aus den Büschen der Hohlwege und Walbsteige schimmern schon rote und schwarze Beeren, wo vor wenigen Wochen noch ein Ueberschwang an Düften überraschte. Aber die Sammlerinnen haben es nur auf die Himbeeren und Brombeeren abgesehen, ob­schon gerade diese so garstig stechen und sich mit ihren Ruten jeden Augenblick an Kleider und Hände fest» haken. Aber sie sind ihrer wohlschmeckenden und ergie­bigen Säfte wegen die Königlichen unter den Weg- sträuchern und darum wie die Rosen bewehrt. Je näher die überragenden Waldwipfel kommen und den Pfad verschalten, um so einsamer und stiller wird es. Ein Trauermantel segelt eine Zeitlang vor meinen Schritten wie ein Vorbote des Herbstes. Hier ist die Sommerfreude verklungen, Selten ertönt ein Vogelruf, ein Ueberraschungslaut ober ein War­nungsschrei. Die mit so viel Liebe unb Fleiß gebauten Nester stehen leer. Die Jungen sinb ausgeflogen. Manche flattern schon in großer Unruhe umher, bas Reisefieber im Blut unb den seltsamen Traum von bem großen Sübflug über Lanb und Meer. Einige, wie Pirole, Grasmücke unb Nachtigall, sinb schon nach Afrika unterwegs. Je weniger es etwas für bas Ohr zu erleben gibt, um so schärfer späht bas Auge umher. Zwischen Moos, Gras, Sauerklee, Walb- meifter unb anberem Bobenwilbwuchs haben bie Pilze ihre weißen, gelben unb braunen Schirmchen aufgespannt. Einige tragen sie nur halb geöffnet, anbere mit hochgeklappten Räubern, als habe ihnen ber Winb ben Hut umgestülpt. Die Eßbaren ergeben würzige Gerichte, unb wer auch nur wenige kennt wie bie Steinpilze, Pfifferlinge ober Maronenpilze, für ben lohnt es sich schon, abseits zu biegen und Buschwerk unb Gestrüpp nicht zu scheuen^.

fanb. Dann folgte Saarbrücken unb Beuthen. Aus Gießen freue ich mich sehr.

Hilmar Manders, erster Charakterheld:

Offizier sollte ich werden, sieben spartanische Jahre königlich preußischer Kadett, dann Fähnrich, Krieg, Revolution, Straßenkämpfe gegen die Roten in Berlin und Thüringen ... Was nun? Zur Bühnedurfte" ich nicht. Parole Landwirtschaft! Lehrzeit bei einem Bauern in Thüringen. Univer­sität Halle, Staatsexamen, Diplvmlandwirt. Ver­waltung von Gütern in Hessen, im Rheinland, in Pommern und an der polnischen Grenze. Aber der Trieb zum Theater ließ sich nichtmürbereiten". Ich schrieb Stücke, scharte Laien um mich und spielte Liebhabertheater. Bis ich endlich 1927 trotz Krach und Warnung doch zur Bühne ging. Staatstheater Wiesbaden. Vier Jahre. Erst Volon­tär, dann Chargen, aber kein Fach! Natürlich lock­ten mich dieHelden". In Stolp, in Hanau, in Remscheid und Solingen spielte ich Egmont, Posa, Tell, Petrucchio, lieber aber noch die Cha­rakterhelden, den Varus, den Leicester, den Dreft,

studiert, dazu Klavier, Harmonielehre, Dramatik, Sprechtechnik und Schminken. In seinem ersten En­gagement in Koblenz war Harry Grüneke zunächst zwei Jahre als lyrischer Bariton tätig, um dann in bas Fach bes Opern- und Operettenbuffos und das des Schauspielers überzugehen. Nach vier Jah­ren in Koblenz ging er nach Bielefeld, wo er zwei Jahre als 1. Opern- und Operettenbuffo blieb. Von dort kam er nach Münster als 1. Operettenbuffo. Nach dreijähriger Tätigkeit am Stadtheater Münster wurde Grüneke dann auch mit der Spielleitung

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An ben Wiesenrainen unb Hängen brennt in bunten Farben das sommerliche Feuerwerk der Blu-

anspruchen die Referate vor dem Kur- unb Bäber­ausschuß sowie ein Vortrag über das Derkehrsgebiet Rhein-Main und seine Belange. Der Geschäftsführer des Reichsfremdenverkehrsverbandes, Direktor Rit­ter von Heilingbrunner, hat für die Sitzung des Beirats einen Vortrag über die poli­tischen Aufgaben des deutschen Fremdenverkehrs übernommen.

Am Freitag, 25. August, findet um 9.30 Uhr tm kleinen Saal des Kurhauses die Jahreshaupt­versammlung des Landesfrembenverkehrsver. banbes Rhein-Main statt, ber auch Gauleiter Reichs­statthalter Sprenger beiwohnen wirb. Um 11 Uhr schließt sich bie öffentliche Kund- g e b u n g an, bie im großen Saal stattfindet. Zu dieser Veranstaltung hat der Leiter des deutschen Fremdenverkehrs, Staatssekretär Hermann Esser, sein Erscheinen bereits in Aussicht gestellt, auch Gauleiter Sprenger wird an der Kundgebung teilnehmen.

Anläßlich des Verkehrstages Rhein-Main finden Tagungen mehrerer anderer Organisationen in Wiesbaden statt. An der Eröffnung der Gau- ausstellungWille unb Tat" werben

Das Petermännchen.

Von Karl Schönewolf.

In Heidelberg gibt es den Zwerg Perkeo, in Schwerin das Petermännchen. Angetan mit Schlapphut, Wams, Halskragen und weiten Schaft stiefeln mit großen Schnallen, den ritterlichen Degen an der Seite, steht er, ein steinerner Zeuge der rit­terlichen Zeit, in einer Nische des Schloßhofes. Als ob er sein Geheimnis in der Ewigkeit hüte, hält er in der rechten einen gewaltigen Schlüssel, und 7 wie Diogenes, ber ben Menschen suchte in der Linken eine Laterne. Mißtrauisch und streng schauen die Augen unter den buschigen Brauen. Die große, grabe Nase wird durch einen wohlge­pflegten Schnurr- und Spitzbart betont. Ein kleiner Mann, dem es die Natur versagt hat, als Ritter aufzutreten, und ber sich boch so kleibet, als ob er einer märe, weil er sich darnach fühlt. Unb sicher­lich ist er auch feinem Herzen nach einer gewesen. Da er es in Wirklichkeit nicht sein konnte, hat der Kummer ihn zuweilen böse ober boch bösartig ge­macht, wie es ja bei manchen Menschen vorkom­men soll.

Er ist ber Geist bes Schweriner Schlosses im Guten unb im Schlimmen. Lange Zeit, als bie Groß­herzöge noch hier wohnten, mürbe ihm ein Platz an der Tafel freigehalten. Und jeden Abend stellte man ihm eine Schüssel mit Gemüse in ben Hof, bie auch regelmäßig jeden Morgen leer war. Das Petermännchen hat sich wieder sattgegessen, berich­tete zufrieden ber Oberhofzeremonienmeister. Doch bie ewigen Nörgler behaupteten, es seien bie Spatzen gewesen.

Zuletzt würbe ber Schloßgeist von einem Solda­ten gesehen. Das war kurz vor dem Weltkrieg unb ein böses Zeichen. Gleich barauf brannte benn auch ber prunkvolle Golbene Saal ab, ber bis heute noch nicht mieberhergestellt mürbe. So ist das mit bem Petermännchen.

Doch bie nachdenklichste Geschichte erzählen die Schweriner von seiner Begegnung mit dem Fischer Klaus. Dieser war ein armer Teufel unb hatte ein merkwürbiges Pech beim Fischfang, ber bei sei­nen Kameraden so sehr viel ergiebiger war. Denn Bauern unb Fischer sinb die meisten Bewohner des wasser- und äckerreichen Landes Mecklenburg. Da ragte nun aus dem See eine Felsenklippe, die man ben Großen Stein nannte. Klaus hatte gehört, daß es dort besonders fette Praxen geben sollte. Er be­schloß, das Fischen einmal an dieser Stelle zu ver­suchen. Damit ihm mm niemand zuvorkommen sollte« und weil er die Zeit für günstig hielt, ruderte

Lehrgut Selgenhof als Ausbildungs- stätte für Veterinärmediziner.

Nach der neuen Prüfungsordnung für Studie­rende der Veterinärmedizin muß künftig jeder Stu­dierende dieser Wissenschaft vor Abschluß seines Studiums einen achtwöchigen Lehrkursus auf einem landwirtschaftlichen Gut ableisten. Die Kursus- arbeit soll die gesamten Arbeitsvorgänge in der landwirtschaftlichen Praxis umfassen, damit die jun­gen Veterinärmediziner einen umfassenden lieber- blick über alle Arbeits- und Aufgabengebiete im Bereich ihres künftigen Berufes erhalten.

Für die Studierenden der Veterinärmedizin an der Universität Gießen sollen diese Lehrkurse auf dem Lehrgut Selgenhof bei Ulrichstein durchgeführt werden. Um die Kursisten auf dem Gutshof unter­bringen zu können, wird jetzt dort ein Unterkunfts- Haus für etwa 30 Studierende errichtet und damit die unerläßliche Vorbedingung zur Durchführung der Kurse gegeben. Nach Niederlegung eines alten Hauses auf dem Gutshofe ist in den letzten Tagen mit dem Bau des neuen Hauses begonnen worden. Das Haus wird mit allen modernen Einrichtungen versehen sein unb ben Bewohnern sicherlich einen guten Aufenthalt bieten. Im Kellergeschoß werden große Waschräume und die Heizungsanlage geschaf­fen, im Parterre wird ein Gemeinschaftsraum, der auch als Unterrichts- und Speisesaal dienen wird, im Anschluß an die Küche eingerichtet werden, die Obergeschosse des Hauses werden die Wohräume und die zugehörigen Badeeinrichtungen enthalten. Mit der Fertigstellung des Hauses ist zum nächst­jährigen Sommer zu rechnen.

Die ersten Kursisten der Veterinärmedizinischen Fakultät werden am Ende bes Sommersemesters 1940 bieses Kursusheim auf bem Lehrgut Selgen­hof beziehen, zugleich werben bann bie Lehrkurse an biejer Stätte beginnen.

Verkehrsiag Mein-Main.

Die große Veranstaltung des Lanbesfrembenver- kehrsverbandes, ber Verkehrstag Rhein » Main 1939, beginnt am Donnerstag, 24. August, 9.30 Uhr, in Wiesbaden. Unter bem Vorsitz des Verbanbsleiters, Oberbürgermeister Ritter (Gie­ßen), werben im Laufe bes Donnerstag Refe­rentenbesprechungen unb Ausschuß « sitzungen burchgeführt. Besonderes Interesse be-

Klaus schleppte auch richtig noch einen dicken Stein herbei unb hob ihn mit Hilfe bes Schloß- gelftes auf das kleine Gebäude. Denn ein Mecklen­burger hält fein Wort, auch wenn ihn noch so viele Schätze locken. Dann warf er den Rest der Reichtümer in sein Boot, das schon ganz tief im Wasser lag, und sprang endlich selbst hinein. Da schlug es Zwölf vom Dom. Mit gewaltigem Krachen brach ber Steintempel zusammen. Das Boot samt Klaus und seinen Schätzen versank in ben Fluten. Unb bas Petermännchen ist heute noch nicht erlöst von ben Menschen.

Seitdem steht er mit ber Laterne in ber einen unb bem Schlüssel in der anderen Hand und be­trachtet mißtrauisch alle Schloßbesucher, die ihn be­staunen.

Kleines August-Bilderbuch.

Von Peter Bauer.

In ber Ackerlanbschast überwiegen bie weißblonben unb golbgelben Striche ber reifen ©etreibefelber, wenn auch stellenweise schon Korn unb Gerste heim­geholt sinb. Hier sieht man Frauen unb Kinber, über bie stoppeligen Schollen gebückt, Aehren suchen. Die Obstbäume stehen überall mit gebeugten Aesten schwer von saftiger Fracht. Die späten Pfirsiche leuch­ten wie bunte! erglühte Mädchenwangen im Laub unb warten auf pflückenbe Hände. Man muß behut­sam mit ben prallen, samthäutigen Bällen umgehen, daß sie keine Druckflächen bekommen ober gar Quet­schungen erleiben. Sie sollen bas Auge entzücken, ehe sie ben Munb laben. Auch in manchen Birnen- unb Aepfelbäumen früher Sorten stehen bie Leitern zur Ernte. Einem von der Last seiner dunklen Fülle völlig verrenkten Zwetschenbaum ist trotz etlicher Stützen ein überreich tragender Ast niedergebrochen. An den teils abgefallenen, teils aufgeplatzten Früch­ten wimmelt es von Ameisen und Wespen, Hornissen und Bienen. Erbitterte Kämpfe mit oft tödlichem Ausgang für bie Schwächeren toben lautlos um bie köstlichen Säfte, um bas süß aufgebrochene Fleisch. Rur in ben mächtigen unb hochbetagten Nußbäumen sinb bie Früchte noch grün wie bie Blätter. Sie nehmen sich Zeit zum Reifen unb stecken noch tief unb wohl gebettet in ihren Gehäusen, die erst mit bem herbstlich gilbenben unb roftenben Laub zu zer­fallen beginnen unb bie hvlzbraunen Kapseln mit ben wohlschmeckenden Kernen freigeben.

In Düsseldorf bin ich geboren. Nach der Schul­zeit begann ich das Musikstudium. Geige war mein Instrument. Nebenbei studierte ich in Düsseldorf Köln Gesang. Nach eineinhalbjähriger Tätig-

begeistertes Publikum in Münster zu schaffen.

Elisabeth Leiprecht, erste jugendliche Salondame:

den Goetz ... Auch der Chorakterbonvivant und der Charakterkomiker begannen mich zu interessie­ren, sonderlich im modernen Konversationsstück. Mich in diesen Fächern zu erproben, hatte ist am Residenztheater Wiesbaden reichlich Gelegenheit. Drei Jahre lang stand ich in etwa 65 verschiedenen Rollen weit über 700 Mal auf der Bühne ... Dort ah mich Herr Intendant Schultze-Griesheim als Kriminalkommissar inSchuß im Rampenlicht" und verpflichtete mich an das Stadttheater Gießen.

Christoph Neuland, erster Operettentenor:

als Kaffeehauskapellmeister gelang mir der Uebergang zur Bühne. In Oberhausen stand ich zum ersten Ma! alsPostillon von Lonjumeau" auf ben Brettern. In den folgenben Jahren studierte ich in Berlin weiter. Halberstadt, San- dershausen, Beuthen, München-Gladbach, Stettin unb Aachen waren bie nächsten Stationen meiner Laufbahn. In Aachen war ich fünf Jahre tätig, unb von bort aus habe ich an fast allen Theatern bes Rheinlandes, an mehreren im Norden und Süden Deutschlands gosttert. Weit über hundert Jetzt freue ich mich

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betraut. Als 1. Operettenbuffo und Spielleiter hatte er bann vier weitere Jahre Gelegenheit, sich

Bücher. Es ist schwer, nicht einzutreten. Hier gibt es jeden Tag etwas Neues. Ader ich werde den Laden nicht betreten, benn ich habe Angst, daß ich meinem Vorhaben, nur zu bummeln, bann untreu werbe. Nein, heute nicht, wehmütiger Blick auf die Herrlichkeiten.

Kolonialwaren. Das klingt so nüchtern unb ist so abenteuerlich. Geruch von Rosinen, von Gewür­zen, Zitrovanille, Muskat. Schnelle Griffe nach Tüten, die mit einem schwer nachahmlichen Schwung aufgestoßen und geschlossen werden. Die Messingwaage schwankt.

Eisenwaren. Man kann Eisen riechen. Haden Sie bas gewußt? Nein! dann kennen Sie Schlossereien nicht. Eisen riecht streng und gut. In meines Va­ters Schublade lag eine eiserne Rose, die er als Gesellenstück gemacht. Ich habe sie ehrfürchtig oft in der Hand gehabt.

Es fängt an zu regnen. Der Bummel muß ab­gebrochen werden. Aber es gibt nichts Nüchternes, wenn man nicht will. r- k.

Tagesfalenber für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Mann für Mann" unbDer Westwall". Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Ich bin Sebastian Ott".

Läden am Nachmittag.

Der freie Nachmittag lag vor mir weit wie ein Meer. Städte sind nüchtern, nach langläufiger Ansicht. Ich entschloß mich zu einem Bummelauf das Gegenteil". Nicht in romantische Altstadtbezirke, sondern einfach so,mittenmang in die Geschäfts­straßen" Ich ging in keinen Laden. Ich stand nur davor. Es war schöner, warmer Sommernachmit­tag, die Türen war weit geöffnet ...

Drogerie. Es riecht nach Zimt unb Ceylon. Im Schaufenster marschiert ein Gipszwerg zwischen rosaroten Hustenbonbons. In blanken Glaskaraffen liegen Schwämme, Seifen, Lakritzstangen. Es be­dienen Mädchen und Männer in weißen Kitteln. Der Boden ist sauber wie in einem Laboratorium. Heilsame Kräuter sind sicher in einem Hinterzim-

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er eine Stunde vor Mitternacht zu dem einsamen

Aus ben Büschen schlugen bie Nachtigallen, ber volle Monb ließ die Schatten ber Türme von Schwerin lustig auf bem Wasser zittern, unb bie alten, bicken Bäume an ben Ufern rauschten ein sanftes Sommerlieb. Klaus träumte vor sich hm unb tauchte gebankenlos bie Ruder em. Plötzlich riß er die Augen weit auf. Ihm gegenüber auf der leeren Bank saß das Petermännchen, der kleine, kavaliermäßig geputzte Schloßgeist wie er ihm ge­schildert worden war. Die kurzen Beinchen baumel­ten in der Lust unb mit den Händchen hielt er sich E^michst ^dich nicht zu fürchten, Klaus", sagte das Petermännchen mit einer merkwürdig tiefen, etwas rauhen Stimme.Wenn du mir hilfst, will ich dir auch helfen. Bau mir aus den kleinen Steinen auf bem Großen Stein einen Tempel. Wirst du vor Mitternacht damit fertig, werde ich von den Menschen erlöst sein. Dir aber will ich einen Schatz schenken, der dich reich unb zufrieden macht. Du darfst jedoch nicht mehr davon nehmen, als du zu deinem Glück gebrauchen kannst.

Kaum hatte der Geist die Worte gesprochen da hielt das Boot auch schon an der Klippe. Peter­männchen sprang gewandt hinaus, schob nut erstaun­licher Leichtigkeit den schweren Stein beiseite und ließ eine Grube voll mit Gold und Juwelen sehen. Zer­brochene Kronen lagen dann und Ha sketttn Arm- ringe und Gefäße. Alles aus reinem Gold und viele blitzende Edelsteine dazwischem

Das alles", sagte Petermännchen,habe ich Menschen abgenommen, denen es zu gut ging, unb für bie es besser war, wenn sie weniger besaßen. Du barfft bir nehmen, so viel bu willst. Ader bas merke bir gut - nicht mehr als bu zu beinern Glück brauchen kannst. Zuvor mußt bu mir ab er bis Mitternacht meinen Tempel bauen helfen.

Schon hatte er Wams, Hut unb Segen abgelegt unb begann allerlei Steine herbeizuschleppem Klaus vom Eifer erfaßt, war nun auch an Lanb geSngeu unb schaffte" baß. ihm ber Schweiß von der Stirn perlte. Steine türmten sie auf Sterne^ unb bald stand das Gemäuer fertig. Nur das Dach fehlte noch. Jetzt wollte Klaus aber erst seinen Lohn haben. Das Petermännchen ließ ihn gewah­ren und mahnte nur, bis Mitternacht müsse alles fertia werden. Vom Dom zu Schwerin schlug die Glocke dreimal, was noch eine Viertelstunde bis zwölf bedeutete. Klaus raffte was er nur konnte in fein Boot. Seine Augen brannten vor Gier.

Das Dach noch, bas Dach!" schrie bas Peter­männchen, benn inzwischen war em Sturm aufg - kommen.

Partien habe ich gesungen, auf die Arbeit in Gießen.

(Aufnahmen [4]: Archiv.)

Ich wurde in München geboren, wo ich meine schauspielerische Ausbildung erhielt und ......., - -

erstes Engagement ans Münchener Staatstheater sind noch viele Laben.

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