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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesjen)

llr. 165 Drittes Blatt

Das Handwerk im Kreise Gießen.

Aus Der Crtafrt Gießen.

HZ. des Vannes Wetterau im Atenvesierwald

I jiimmel wehend aller Segen der Gestirne uns um- r ittern, wo mir, dem erdgeborenen Riesen gleich,

Mit den Pimpfen im Lager Schmalbach

um

Die Gießener Pimpfe im herrlich gelegenen Lager zu Bad Schwalbach. (Aufnahme: Jungvolk.)

Mebdhai&föuhl

29/30 - 2/4

wärtskommen können.

Die Altersversorgung im Handwerk.

Im Kreise Gießen haben die gesetzlichen Maß­nahmen zur Altersversorgung im Hand­werk überall volle Anerkennung gefunden. In Betracht kommen im Bereich der Kreishandwerker­schaft Gießen für die Altersversorgung rund 3600 selbständige Handwerker. Davon haben sich rund 800 für die Angestelltenoersicherung entschieden, ebenfalls rund 800 haben der Lebensversicherung den Vorzug gegeben, der Rest der Handwerksmeister kommt nicht mehr in Betracht, da diese Männer über 60 Jahre alt und daher nicht mehr versiche­rungspflichtig sind. Allerdings ist damit zu rech­nen, daß noch eine Anzahl Handwerker vorhanden ind', die bisher noch nicht um die Ausfertigung der Karten für die Anaestelltenversicherunq ersucht haben, und denen in ihrem eigenen Interesse nur anzuraten ist, sich umgehend an die Kreishandwer­kerschaft zu wenden.

Es besteht kein Zweifel darüber, daß tm Augen­blick für manche Handwerker der Abschluß einer Lebensversicherung oder die Eingliederung in die Angestelltenversicherung eine erhebliche finanzielle Belastung bedeutet. Im Laufe der Zeit wird man sich aber sicherlich mit dieser Ausgabe als einer elbstverständlichen und guten Vorsorge für das Alter abfinden, da ja auch dem Handwerksmeister an einem gesicherten Lebensabend viel gelegen ist. Diese Tatsache wird heute schon von der großen Mehrheit aller Handwerksmeister ohne weiteres als

gesamten Arbeit!

Alles, was im Laufe des Jahres in unendlicher Kleinarbeit erlernt wird, findet seine praktische An­wendung. Auf der Fahrt werden die Prüfungen für das HJ.-Leistungsabzeichen abgelegt, und hier zeigen unsere Jungen, daß sie körperlich und geistig entwicklungsfähig sind, daß sie Ordnung und Diszi­plin gelernt haben.-

Das wichtigste wohl ist, daß sich dem Stoff ihrer Heimabende und der damit verbundenen welt­anschaulichen Schulung die rauhe und nüchterne Wirklichkeit gegenüberstellt.

Welcher Weg gegangen wird, mag der Fahrten- bericht zeigen. In acht Abteilungen, die wieder in

Run ist bereits der zweite Lagertag angebrochen. Schon geht das Aufstehen wesentlich schneller. Rach dem üblichen Morgenlauf und dem Waschen traten die Zeltmannschaft vor ihrem Zelt zum Appell an. Die Abteilungsführer prüften die Sauberkeit der Uni­form und die Ordnung in den Zelten. Vor dem Kaffeetrinken wird die erste Flaggenparade unter Leitung des Jungbannführers T a e s l e r oorge- nommen. In seiner Ansprache weist er auf die Be­deutung der Fahne im Leben der Völker hin:Die Fahne war schon immer das Zeichen einer Gemein­schaft, und so soll die Fahne der Hitler-Jugend als unser Zeichen über dem Lager wehen."

Der Morgen ist wieder der P r ü f u n g f ü r d a s Leistungsabzeichen gewidmet. Die Pimpfe stellen sich dabei sehr gut an, und man kann schon jetzt sagen, daß sehr viele Fahrtteilnehmer diese Aus­zeichnung des Reichsjugendführers erhalten werden. Der Dienst im Freien macht hungrig, und jedem schmeckt der Gulasch ausgezeichnet. ,

In der Mittagsruhe können sich die Pimpfe vom Dienst ausruhen und haben Gelegenheit, nach Hause zu schreiben: das wird denn auch gründlich besorgt. Der Postsack auf der Wache ist prall gefüllt.

Bei schönstem Wetter tragen am Nachmittag die einzelnen Abteilungen Handballspiele gegen­einander aus, wobei das Fähnlein 4 gutes Können zeigt. In der Flickstunde beweisen die Pimpfe, daß sie auch einen Riß zunähen oder einen abge­rissenen Knops annähen können. Nach dem Abend­essen bereiten die einzelnen Gruppen den am Schluß des Lagers stattfindenden lustigen Abend vor. Allzu früh macht der Zapfenstreich dem lustigen Treiben ein Ende. t ...

Nach einem guten kräftigenden Schlaf rucken Die Pimpfe des Fähnlein 2 am nächsten Morgen zu einer Geländeübung aus. Es ist nicht leicht, sich in dem fremden bergigen Gelände zurechtzu­finden. Aber unsere Pimpfe nutzen ihre in der Hei­mat erworbenen Kenntnisse aus und orientieren fich an Hand der Karte recht schnell. AbteilungRot

befindet sich auf einer der vielgewundenen Berg­straßen im Vormarsch in feindliches Gebiet. Die Blauen" haben den Vormarsch des Feindes auszu­halten. Aus gedeckten Stellungen stören dieblauen Stoßtrupps in plötzlichen Ueberfällen das Bor­rücken des Feindes. Die blaue Abteilung kann durch diesen Kleinkrieg den Gegner aufreiben und ent­scheidet damit das Spiel für sich. Mit schneidigen Marschliedern rücken wir in das Lager em. Bald darauf wird zum Essen gepfiffen, und das Filchfilct schmeckt uns allen gut. Die verlängerte Lagerruhe tut nach dem anstrengenden Dienst in der heißen Mittagssonne jedem gut. , . .

Groß ist die Freude, als um 3 Uhr bekannt wird, daß am Nachmittag ein großer Stadtausgang statt-

finden soll. Die ganze Lagerbesatzung, voran Spiel­manns- und Fanfarenzug, marschiert durch den schönen Kurort. In der Stadt treten die Abteilun­gen weg, um die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Auch dem Gebäck und Kuchen wird tüchtig zug^ sprachen, so daß die Bäckereien bald ausverkauft sind. Um Punkt 18 Uhr sind die 420 Pimpfe wieder im Lager. Als der Lagerleiter zum Essen antreten lassen will, muß er feststellen, daß die Pimpfe nicht den gewohnten Hunger zeigen, so daß die Essenszeit um eine Stnnde verlegt werden muß. Diese Zeit füllt ein Liederabend aus. Der gekühlt» Kakao und das Käsebrot munden dann doch ausgezeichnet. Bald ist tiefe Ruhe in die Zeltstadt eingekehrt, und die Pimpfe schlafen dann dem letzten Lagertag ent­gegen.

Gruppen zu je zwanzig Junggenossen eingeteitt sind, begannen die Hitlerjungen ihren Marsch durch den schönen Unterwesterwald. Montabaur beher­bergte in den neuen Kasernen zwei Abteilungen. Dernbach, Horresen, Nieder-Elbert, Selters, Krümel und Marienrachdorf waren die ersten Quartiere der übrigen Abteilungen. Zunächst begann ein Tasten unserer Jungen: wie sollten sie die Bevölkerung nehmen?! Doch nicht allzulange dauerte die Zurück- gehaltenheit. Am zweiten Tage hatte man schon rege Fühlung mit der Bevölkerung ausgenommen. Die Jungen 'der Fahrtabteilung Watzenborn-Stein- berg hatten sich die Herzen der Maiden eines Ar­beitsdienstlagers erobert, was nicht zuletzt eine an­genehme Auswirkung auf ihre hungrigen Magen hatte. Sie besichtigten am Nachmittag bie Anlagen der Glasfabriken in Wirges.

Wo Musik ist, da ist der Humor Herr des Hauses. Das merkte man in Meudt. Der Licher Spiel- mannszug spielte unentwegt seine Weisen, und Oberkomiker Schmidt war der gefeierte Held des Tages. Jung und alt hatten sich beim Dors­gemeinschaftsabend zusammengefunden. Nur allzu schnell waren die schönen Stunden mit Vorträgen und Tanz verflossen. Der Adjutant des Bannes, Gefolgschaftsführer Krechberger, dankte der Bevölkerung für ihre Gastfreundschaft und wies in kurzen Worten auf den Sinn der Fahrten hin.

Achtung, Achtung! Dorfgemeinschaftsabend im Parteilokal! So warben die Jungen des Fried­berger Musik- und Spielmannszuges für einen wohlgelungenen Abend. Auch hier war em voll­besetztes Haus der sichtbare Dank dafür.

Die Hitlerjungen aus dem ßumbajal standen den anderen nicht nach und nahmen Fühlung mit den Maiden eines anderen Arbeitsdienstlagers auf, um mit ihnen und mit Kameradinnen vom BDM. einen prächtigen Kameradfchaftsabend durchzuführen.

zende Ausbildung von Lehrlingen, die nach wie vor ihre Hauptausbildung beim Meister erhalten, daneben aber noch einiges erlernen sollen, was ihnen der Betrieb allein nicht bieten kann. 'Kt1 den Gewerbeförderungsanstalten werden vor allem auch die Unterrichtsleiter für die handwerklich^-. Fach­schulen geschult, die dann ihr Wissen und Können hinausttagen in die Städte und Dörfer bis zu den einzelnen Handwerksmeistern.

Das ächulungsheim des Handwerks in Gießen.

Den Aufgaben der Gewerbeförderungsstellen und der Gewerbeförderungsanstalten ist die Kreishand­werkerschaft in Gießen schon seit langer Zeit durch

berg auf, um im Omnibus nach Hamburg zu fahren. Dort nimmt unsere heimische Volkstumsgruppe an Der Reichstagung der NSG.Kraft durch Freude" «eil. Die oberheffifchen Burschen und Mädchen fah­ren in neuen Volkstumskleidern, über !oic wir gestern bereits ausführlich berichteten. Unser Bild zeigt die neue Kleidung, wie sie nun auch für !»ie Mädchen geschaffen wurde. (Aufnahme: Iteungr, Gießener Anzeiger.)

Als am Dienstag 800 Hitlerjungen mit dem Sonderzug in den Unterwesterwald fuhren, war es das dritte Mal, daß man zur Hefsen-Nasfau- Fahrt aufbrach. 1937 führte die Hessen-Nassau-Fahrt in den Spessart und den Vogelsberg und 1938 lernten unsere Jungen das herrliche untere Lahntal kennen. Noch erzählten sich die Jungen von den Erlebnissen der letzten Fahrt, da begännen schon wieder die ersten Vorbereitungen für die nächste Fahrt. Alles wird bis in die kleinsten Einzelheiten geprüft. Die finanzielle Seite der Fahrt muß sichergestellt sein. Urlaubsschwierigkeiten sind zu klären. Ausrüstungs­gegenstände müssen beschafft werden. An der Uni­form werden die letzten Mängel beseitigt. Die Fahrtstrecken werden vorher fettgelegt und abge­fahren. Verpflegung und Unterkunft müssen sicher­gestellt sein. Vorher wird jeder Junggenosse auf feine Tauglichkeit vom HJ.-Arzt untersucht.

Das sind die Sorgen, die wir verantwortlichen Führer der Fahrt zu meistern haben. Mancher wird hier ja nun fragen, warum führt ihr denn unter solchen Schwierigkeiten die Fahrten über­haupt durch. Für uns gibt es darauf nur eine Antwort: Die Fahrten sind die Krönung unserer

Die Sehnsucht nach der Schönheit des Lebens und ter Welt, der Drang in die Ferne gehören zur n^nsnrt des dmttchen Menschen. Dieses Grund- ^fuhl und diese lleberlieferung ist trotz aller Tech- liHierüna des Daseins niemals versiegt.

Es ist schon so: die Welt- und Lebensanschauung imleres Volkes und aus ihr aufsteigend dos reli- (icfe Ahnen, Empfinden und Denken ewiger Dinge !,iht zutiefst auf dem Bewußtsein engster Verbun- -nbeit mit der Natur der Heimat und ihrem Men- chentum auf der lebendigen Wechselwirkung zwi­schen Blut und Scholle, zwischen Ahnentum und rrbgut. Dieses Ruhende und Bewegte, diese Behcn- rning im Zuständlichep und diese Weltaufgeschlossen- iieit anderseits sind seelische Anlagen unseres Volkes feit Jahrtausenden. Ihren unmittelbarsten Ausdruck nden sie im Wandertum, das Heimatgefühl und Fernweh verbindend zusammenschließt. Es ist der- lbe Volksgeist, der auch das Antlitz unseres Aus- nndsdeutschtums in allen Zonen unserer Erde ent- chetdend geprägt hat.

Oberhessische Loiksturnsgruppe nach Hamburg unterwegs.

In neuen votkstumskteibern.

Erfolgreiche Aufbauarbeit auf der ganzen Linie.

Vorbildliche Berufsschulung im Handwerker-Gchulungsheim. - Reue Aufgaben Eine Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem Kreishandwerksmeister.

Heute morgen, zu sehr früher Stunde, schon ; zw. um 5 Uhr, brach die oberhessische Volksturns- ^ruppe aus Ober-Rosbach und,aus dem Hütten-

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an der Berührung unserer Mutter kräftiger uns | in die Höhe reißen, wo wir die Menschheit, ganz I nnb menschliche Begier in allen Adern fühlen." Und ater Jahn? In'seinenRunenblättern" finden . ich die erzieherischen Worte:Wandern, zusammen |andern erweckt schlummernde Tugenden, Mit- ' »fühl, Teilnahme, Gemeingeist und Menschenliebe. ! steigende Vervollkommnung,- Trieb nach Verbesse- jrtg gehen daraus hervor und die edle Betrieb- Imkeit, das auswärts gesehene Gut in die Heimat ai verpflanzen. Die Wanderschaft ist bie, Bienen- nhrt nach dem Honigtau des Erdenlebens.

Dem deutschen Menschen steckt das Wandern tief n Blut Unsere Geschichte, unser Alltag, Dichtung md Volkslied sind voll davon.Ein Sträußchen cm Hute, den Stab in der Hand" das klingt prtraut im Ohr. Das Zeitalter der Eisenbahn und i s Autos hat daran nichts andern können. Das !u)lk als namenloser Kunstschöpfer und unsere -roßen Dichter sind zugleich unsere Lehrmeister h Wandern gewesen. Es ist kein Zufall, daß die l utsche Kulturüberlieferung einen wahren Schatz cn Vaganten-, Scholaren- und Wanderliedern be­rührt hat. Und wer kennt nicht den lyrischen Sän- c r und Wanderer Joseph von Eichendorff? Er jit den Ranzen und Wanderstock im Reiche der Stufen eigentlich heimisch gemacht! Und Goethe! Sie jungen Künstler nannten ihn in feiner frantfurter Zeit denWanderer". ImEamont" uft er der Jugend zu:Frisch hinaus! Da wo rir hingehören! Ins Feld, wo aus der Erde damp- - nb jene nächste Wohltat ber Natur und durch den

gut anerkannt.

Uebrigens sei bei dieser Gelegenheit erwähnt, daß in den ersten Mitteilungen über die Altersver­sorgung der selbständigen Handwerker für alle m die'Hondwerksrolle eingetragenen Personen zwischen fünfzig und sechzig Jahren Versich-runassrei^it verkündet worden war. Infolgedessen ist ein großer Teil dieser Handwerksmeister nicht zur Ausgabe der Karten für die Angestelltenversicherung erschie­nen. In einer neueren Anordnuno ist nun grund­sätzlich die Versicherungspflicht aller selbständigen Handwerker bis zum 60. Lebensjahr bestimmt wor­den, fo daß diese Personen ihre Korten zur An­gestelltenversicherung also auch noch abholen müssen, wenn sie sich Schwierigkeiten ersparen w°ll-n. An- tränen auf Befreiung ber Handwerker zwischen 50 und 60 Jahre von der Angestelltenversicherung wird zur Zeit auf feinen Fall stattgegeben werden.

Neue Aufgaben im Handwerk.

Durch eine Anordnung des Reichswirtschasts- ministers zur Regelung der handwerklichen Ge­werbeförderung werden G e w e r b e f o r d e r u n g s- stellen in den Bezirken der Handwerkskammern eingerichtet. Die Gewerbeförderung durch diese Stel­len ist im Hinblick auf die vom Dieriahresplan dem Handwerk gestellten Aufgaben außerordentlich wich­tig, da die Handwerker durch diese Einrichtungen in der Verwendung der neuen deutschen Werk o,e und in der Behandlung der verschiedenen Rohstoffe eingehend geschult werden sollen. Die Gewerbe forde- rung joll alle technischen, betriebswirtschaftlichen

und kulturellen Maßnahmen umfassen, die geeig­net sind, die Leistungssähigkeit im Handwerk zu steigern. Grundsätzlich soll bei jeder Handwerks­kammer alsbesondere Abteilung" eine Gewerbe­förderungsstelle bestehen.

Dazu kommen noch als ganz neue Einrichtungen bie Gewerbeförderungsan st alten. Diese werden überall, wo es nötig ist, in den Landeshand­werksmeisterbezirken errichtet. Auch für die Fort­bildung von Gesellen in solchen Handwerksberufen, in denen es an Schulungsmöglichkeiten in Fach­schulen und in Meisterjchulen des deutschen Hand­werks fehlt, können die Gewerbeförderungsanstalten einfpringen, ebenso wie für bie zusätzliche, ergän-

Die in den letzten Jahren in ständig steigender Zahl abgelegten Meisterprüfungen liefern den Be­weis bafur, daß di e Handwerker die Wich­tigkeit der Meisterprüfung klar er­kannt haben. Der Zwang zur Ablegung dieser Prüfung wirkt sich jedenfalls sehr segensreich für bas Handwerk in seiner Gesamtheit und auch zum Nutzen für den einzelnen Handwerker aus. An dieser Tatsache ändert es auch nichts, wenn einzelne diese Prüfung vielleicht noch nicht beschwerlich empfinden mögen. Die gewaltig gesteigerten Anforderungen an das Handwerk unter dem Gesichtspunkt des Leistungs­prinzips im Rahmen der Aufgaben des Vierjahres- planes machen es unbedingt erforderlich, daß der Handwerksmeister den vollkommen­sten Ausbildungsstand besitzt, den man sich nur denken kann. Es liegt daher im wohlverstandenen Interesse jedes Handwerkers, daß er sich der Meisterprüfung unterzieht und da­mit an feinem Teile mithilft an der Hebung der Qualität im Handwerkerstand. Als lehrreiches Bei­spiel dafür, wie sehr die Erwerbung des Meister­titels durch die Ablegung der Meisterprüfung ge­schätzt wird, sei darauf hingewiesen, daß junge Handwerker an Arbeitsplätzen, die an sich außer­halb des Handwerks liegen, sich mit Eifer der Vor­bereitung für die Meisterprüfung unterziehen, weil fio zu der Erkenntnis gekommen sind, daß sie ohne die Ablegung der Meisterprüfung in ihrer Arbeit und damit auch auf ihrem Lebensweg nicht vor-

Herz auf Wanderschaft.

Auch im Wandertum prägt sich die Eigenart ines Volkes aus. Das Wandern ist bei uns zutiefst n Volksgeist begründet. Zwar wird überall gewan- urt. In allen Ländern der Erde durchstreifen die llenschen das Reich der Natur, der eine als drscher, der andere des Erwerbs wegen, der Dritte lieberum aus Lust an körperlicher Betätigung: jede Kation hat ihr eigenes Naturaefühl. Für den deut- äen Menschen jedoch ist das Wandern viel mehr als eine Angelegenheit der Beine, es ist tätiges Ergreifen b r Natur und beschauliches Versinken in ihrge- h imnisvolles Buch", wie Goethe .es genannt hat. isr Wandertrieb, wie wir ihn verstehen, findet in d r Liebe zu Heimat und Vaterland letzten Sinn inb Erfüllung: in unserer Fernsehnsucht werden pir unserer Heimat nur um so gewisser. Das Er- libnis der Landschaft macht unser Herz hoher sc lagen, es erfrischt unsre Sinne, schließt unfern Geist cif, und weitet uns die Seele. Hierin unterscheiden pir uns von anderem Volkstum in ganz bestimmter ßeife. Der Engländer wandert sozusagen zweck- 0 Kunden, aus sportlichem Geist. Unser Wandertum mrd er leicht für Romantik und Schwärmerei hal- tin. Der Franzose fast starr und eng landschafts- fcihb heimatgeschlossen - verspürt nur leiten den >ang in die Ferne, die großen Wanderer sind bet .ilrm Ausnahmen.

Wir haben uns mit dem Leiter des Hand­werks im Kreise Gießen, Kreishandwerks­meister Stühler, über mancherlei Ange- © legenheiten der Gesamtheit des Handwerks unterhalten. Das Ergebnis der Unterredung ist in den nachstehenden Zeilen zusammenge­faßt.

Der Sfanb ber Beschäftigung.

Im Kreise Gießen ist die Beschäftigung im Hand­werk durchweg als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Schwierigkeiten bestehen nur hinsichtlich ber Erlangung von Facharbeitern, an denen ganz besonders großer Mangel im Bauhandwerk, sowie im Bekleidungs- und im Nahrungsmittelhandwerk (vor allem bei den Metzgern und Bäckern) besteht. Diese Sachlage zeigt der Jugend, daß im Hand­werk jetzt wieder erfreuliche Entwick­ln n g s m ö g l i ch k e i t e n auf gesunder wirtschaftlicher Grundlage bestehen. Bei diesen guten Aussichten für das Vorwärtskommen sollte sich unsere Jugend mehr denn je dem Hand­werk als Ledensgrundlage zuwenden, da sie hier sicherlich die von allen gewünschte und erhoffte große Chance" für das Leben findet. Auch für die Zukunft bieten sich dem handwerklichen Nachwuchs gute Entwicklungsmöglichkeiten, da die Staatsfüh­rung in enger Zusammenarbeit mit der Führung des Handwerks unablässig darum bemüht ist, dem Handwerk eine gesunde Grundlage zu bieten, auf der sich der Aufbau einer fruchtbringen­den Existenz vollziehen kann. Daher wird es für die Zukunft auch nicht mehr nötig fein, daß junge Handwerker in andere Berufe überwechseln, in denen sie schließlich doch keine innere Befriedigung und jedenfalls auch nicht die Entfaltungsmöglich­keiten wie im Handwerk finden werden.

Die THeifferprüfung heute viel wichtiger als früher.

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