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immer noch Leute gibt, die sich ein unabhängiges Urteil bewahrt haben, Leute, die fragen, was Dan­zig und der Weichselkorridor England angehen, Leute, die nur mit Grauen an ein Bündnis Eng­lands mit dem Bolschewismus denken und von der Einkreisunaspolitik Chamberlains nur eine neue Schlappe der in letzter Zeit an offensichtlichen Schlappen so überreichen englljchen Außenpolitik be­fürchten. Aber von diesen abgesehen, sind heute Un­sicherheit und Mißtrauen kennzeichnend für das Verhältnis der englischen Presse zu einem großen Teil ihrer Leserschaft. Das haben sich Leute wie der besagte King-Hall, dem Reichsminister Dr. Goebbels gestern so kräftig heimgeleuchtet hat, zunutze ge­macht und durch ihre Jnformationsbriefe ein glän­zendes Geschäft eingefädelt.

Die englische Regierung hat das Aufblühen dieser neuen Art von Bedarfsdeckung des Nach­richtenhungers der britischer Oeffentlichkeit wohl be­merkt, aber statt in der englischen Tagespresse nach dem Rechten zu sehen, hat sie den smartesten die­ser neuartigen Geschäftsmänner, eben Herrn King- Hall d o r fr en eigenen W ag e n gespannt, in» dem sie ihn und seineNews Leiters" in den Dienst der britischen Auslandspropaganda stellte. Die heftigen Tiraden der Opposition von Links und Rechts, die dem Kabinett vorwarf, die Aus­landspropaganda über Gebühr zu vernachlässigen, hatten bereits vor einiger Zeit den Erfolg gehabt, daß Sir Robert Vansittard, der diploma­tische Hauptberater der Regierung, den Sonderauf- trag erhielt, die Auslandspropaganda zu organi­sieren. Sir Robert Vansittard, einer der fähigsten aber auch gefährlichsten und von geradezu mani­schem Deutschenhaß erfüllten Diplomaten der alten, in den Vorstellungen der Dorkriegsallianzpolitik be­fangenen Schule des Foreign Office, war lange Jahre hindurch als ständiger Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes der ruhende Pol in der Flucht der Erscheinungen, der parlamentarischen Staatssekretäre nämlich, die mit den Regierungen kommen und gehen. Er hat in Sir Arthur Nicol- son, Sir William Tyrrel, Sir Charles Hardinge, Sir Eyre Crowe, um nur einige zu nennen, wür­dige Vorgänger gehabt, deren Fußtapfen er getreu­lich gefolgt ist. Ihr und sein Einfluß auf die Lei­tung der außenpolitischen Geschäfte des Empire sind kaum zu unterschätzen, wenn sie auch ihrer Stellung als reine Berufsbeamte gemäß es immer vermie­den haben, vor die Kulissen zu treten unb der je­weilige Minister ihre Politik vor dem Parlament und der Oeffentlichkeit zu begründen hatte. Es hat nicht an Versuchen gefehlt, den Einfluß der Diplo- matenzunft des Foreign Office, den selbständige Premierminister als ungebührliche Einflußnahme einer Kamarilla empfanden, auf das rein Tech­nische des Dienstes zu beschränken, freilich meist umsonst. Wir erinnern uns noch, daß Chamberlain im Sommer 1937 das Bedürfnis empfand, nach eigenen außenpolitischen Informationen, Sir Horace Wilson, der erste Wirtschaftsberater der Regierung, wurde der außenpolitische Vertrauens­mann des Premiers. Vansittard wurde damals als Unterstaatssekretär durch den farblosen Sir Alexan- der C a d o g a n ersetzt und seinerseits diplomatischer Hauptberater der Regierung.

Man hat das damals als Kaltstellung des dem Pre­mier allzu geschäftig gewordenen Diplomaten aufge­faßt. weil man annahm, Chamberlain steuere nach der Schlappe im Abessinienkonflikt einen außenpolitischen Kurs an, auf dem ihm die Routine eines Vanstt- tard und dessen starre Vorurteile unbequem wer­den könnten. Sollte diese Annahme jemals tat­sächlich zugetroffen haben, so muß jedenfalls fest- gestellt werden, daß es Vansittard gelungen ist, sich auch in feiner neuen Stellung durchzusetzen. Denn daß nach den Tagen von München die englische Außenpolitik halb auf Druck der Opposition, halb aus eigener Initiative der Regierung mit der Ein­kreisung der autoritären Mächte wieder in die traditionellen Bahnen der Vorkriegszeit zurück- lenkte, in der Leute wie Eduard VII. und Edward ßret) der englischen Außenpolitik den antideutschen Akzent gegeben haben, das ist gewiß nicht ohne den Einfluß Dansittards geschehen, der Chamber­lains Extratour nur mit größtem Mißtrauen ver­folgt haben wird. Vansittard, der über die besten diplomatischen Beziehungen, namentlich im verbün­deten Frankreich, verfügt und auch literarisch ver­siert ist Bühnenstücke von ihm sind sogar ins Französische übersetzt war nach englischer Auf­fassung der rechte Mann am rechten Platz, als man ihn mit der Organisation der Auslandspropaganda beauftragte. Das darf nun keineswegs den Eindruck erwecken, als ob man in England bislang eine Auslandspropaganda nicht kannte. Das Gegenteil ist richtig. Man hat nur kein Aufhebens davon ge­macht, aber in der Stille hat die Auslandspropa­ganda vorzüglich gearbeitet, denn ihr ist es ja ganz wesentlich zu verdanken, daß noch bis vor kurzem die ganze Welt die über alle Teile des Erdreichs sich erstreckende Herrschaft des kleinen britischen Volkes als gottgewollt und höchst segensreich be­trachtete. Wer hier ober da einmal wider den Stachel löckte, wurde mit brutaler Gewalt eines anderen belehrt. Aber im großen ganzen hat die englische Auslandspropaganda Jahrhunderte hin­durch die ihr gestellte äußerst schwierige Aufgabe ge­löst, den britischen Anspruch auf ein Viertel des Erdballs, auf die Herrschaft zur See mit all den britischen Stützpunkten in fremden Ländern und schließlich das Helotendasein von Millionen Ange­hörigen fremder Völker in allen Kontinenten im Dienst des britischen Kapitalismus zum höheren Ruhm der britischen Macht zu rechtfertigen durch die Methode, Englands Weltherrschaft und die poli­tischen Maßnahmen zu ihrer Behauptung mit der allgemeinen Moral zu identifizieren. Was Eng­land tat, war stets im Interesse des allgemeinen Wohls, war immer das Beste für die ganze Mensch­heit, entsprach stets den Geboten der politischen Moral, wie sie die britische Propaganda durch tausend Kanäle der Weltöffentlichkeit insinuiert hatte.

Daß die britische Propaganda jetzt endlich in der deutschen ihren Meister gesunden hat, der Ziele und Methoden des britischen Imperialismus schonungslos ihres moralischen Mäntelchens ent­kleidet, ist für die Leiter von Englands Außen­politik eine bittere Erfahrung, aber sie scheinen noch nicht die wünschenswerten Konsequenzen daraus gezogen zu haben. Vielmehr greift man nun auf Methoden zurück, die uns aus den letzten Jahren des Weltkrieges her wohlbekannt find, ohne in London zu bedenken, daß sich inzwischen einiges geändert hat und vor allem die innere Verfassung des deutschen Volkes heute von der des Jahres 1918 grundverschieden ist, so verschieden, daß es geradezu abgeschmackt wäre, zu glauben, Methoden, wie sie die britische Propaganda damals und heute bevor­zuge, könnten jemals wieder verfangen. Das ge­brannte Kind scheut das Feuer, und wer von uns deutschen Frontsoldaten, der im Jahre 1918 an der Westfront im Graben stand, wird nicht bei der Lek­türe des Briefes, mit dem King-Hall im Auftrag

des britischen Außenministeriums ganz Deutschland Überschwemmt hat, an die Flugblätter erinnert, die damals mit Hilfe von kleinen Ballons oder von Flugzeugen aus über die deutschen Stellungen niedergingen, und wer erinnert sich nicht der Briefe, die damals von den Propagandazentralen in Eng­land und Amerika aus über das neutrale Ausland die deutsche Heimat überfluteten. Es war dieselbe schleimige Hinterhältigkeit im Verein mit lockenden Verheißungen, die den Brief King-Halls als aus der gleichen Giftküche stammend untrüglich kennzeichnet. Schon damals hieß es, nur der Kaiser und seine Regierung seien an allem Unglück schuld, und das deutsche Volk brauche sich nur von ihnen zu trennen und sich den Briten anzuvertrauen, die nur unser Bestes wollten, uns Friede und Eintracht, Glück und Wohlfahrt wiederherzustellen. Das waren die Sirenenklänge, denen damals große Teile des deut­schen Volkes, in vier Kriegsjahren unter einer schwächlichen politischen Führung zermürbt, ihr Ohr nicht verschlossen. Sie ließen sich in ihrer Sehnsucht nach Frieden einlullen von den betörenden Lockun­gen einer raffinierten Propaganda, die zielbewußt den defaitistischen Kräften im deutschen Volk in die Hände arbeitete und damit den Zusammenbruch vorbereitete. Das Erwachen war furchtbar, nicht ein Wort von den einschmeichelnden Versprechungen blieb vor der grausigen Wirklichkeit eines Volkes, das sich wehrlos feinen Feinden ausgeliefert hatte.

Der Leidensweg, den das deutsche Volk vom Waffenstillstand über Versailles und die Jahre der

Madrid, 14. Juli. (DNB.) Der spanische Staats­chef Franco hot in einem Interview, das er dem LissabonerDiorio de Nottcias" gewährte, insbe­sondere Polen und dem hinter ihm stehenden England die Folgen ihrer Intransigenz vor Augen' geführt. Ein Krieg, so sogt Franco, würde unvermeidbar das weite System der Ver­bindungswege zerstören, das Englands imperiale Struktur begründete. Italiens Militär­macht, mit der als Realität gerechnet werden müsse, würde sämtliche Bewegungen und Verbin­dungen Großbritanniens im Mittelmeer unterbre­chen, ganz zu schweigen von den serienmäßig zu er­wartenden Aufstandsbewegungen, die im Imperium unvermeidbar sein würden. Dem den eigenen Staat gefährdenden Polen führt General Franco das ernste Menetekel der Vernichtung durch die Achse vor. Um Danzig lohne es sich wahr­lich nicht für Europa, Krieg zu fuhren. Selbst für Polen sei es nicht dieser Mühe wert. Viele Völker lebten ohne direkten Zugang zum Meer und er­möglichten Außenhandelsverkehr durch fremdes Ge­biet mit Hilfe von Zollkonventionen und Handels­verträgen. Franco schließt seine Ausführungen mit dem Hinweis auf die furchtbaren Folgen des von England und Polen dauernd an die Wand gemalten Krieges.

Spanien und die Achse.

General Franco feiert die Freundschaft der drei Völker.

SanSebastian, 14. Juli. (DNB.) Bei einem Festessen zu Ehren des italienischen Außenministers im Palast Santelmo richtete der Caudillo an seinen Gast einen herzlichen Trinkspruch, in dem er die ge­schichtlich bedingten Gefühle der Freundschaft zwi­schen beiden Nationen hervorhob. Unter Hinweis auf die italienische und die deutsche Unterstützung des spanischen Freisteitskampfes betonte General Franco, daß jene Nationen Spaniens Freunde seien, die Spaniens Größe und Stärke wünschen, nicht aber jene, denen die spanische Wiedergeburt leib tut. Er sei überzeugt davon, daß das auf Wahrheit und Gerechtigkeit ge­gründete Regime, welches die beiden Nationen in gemeinsamer Sorge für die Befreiung der Unter­drückten verbindet, auch für hen Frieden Europas vorteilhaft sein wird. Dies zeige

Tokio, 15. Juli. (DNB. Funkspruch.) Am Samstag wurde die englisch-japanische Konferenz mit einer dreistündigen Besprechung zwischen dem japanischen Außenminister A r i t a und dem briti­schen Botschafter C r a i g i e eröffnet. Die Unter- rebung wurde dann vertagt, um Zeit zu weiteten Erwägungen zu geben. Die nächste Besprechung soll Montag ftattfinben. Die japanischen Blätter weisen besonders darauf hin, baß außer Arita und Craigie keine dritten Personen, ja nicht einmal ein Dolmetscher zugelassen gewesen seien. Der Außenminister soll die Gesamtlage geschildert und bie japanische Stellungnahme erörtert haben. Crcn- gie habe barauf ben englischen Standpunkt aus­einandergesetzt. Das WirtschaftsblattTschugai Scho- gio Schimpo" schlägt vor, baldigst den Neun­mächtepakt zu kündigen, um so jeben Vor­wand für eine Einmischung dritter Mächte gegen­standslos zu machen.Hotschi Schimbun" glaubt nicht, daß die Besprechungen zu konkreten Ergeb­nissen führen. Es wäre besser, die Verhandlungen sofort abzubrechen, als zu einer schwa­chen Kompromißlösung zu gelangen.

Englandfeindliche Demonstrationen in Tokio.

Kundgebungen vor der britischen Botschaft

Tokio, 14. Juli. (DNB.) lieber 15 000 Japaner demonstrierten heute vor der britischen Bot­schaft. Ein starkes Polizeiaufgebot mußte das Ge­bäude, dessen Tore verschlossen waren, schützen. Unter den Demonstranten sah man viele in der Uniform ehemaliger Soldaten sowie viele Frauen der Vater­ländischen Verbände. Große Schilber würben mit­geführt mit folgenben Losungen:Nieber mit Eng- lanb!",Kein Kompromiß!",Geht vor gegen Eng- lanb, ben Feinb von Menschlichkeit unb Gerechtig­keit!",Arita kämpfe gegen Englanb!"

Starker Eindruck in London.

London, 15. Juli. (DNB.) Englands ernste Sorgen um die Entwicklung seiner Beziehungen zu Japan sind durch die Zwischenfälle in Tokio noch vermehrt worden. Die Blätter melden, die Demonstranten hätten in der britschen Botschaft eine Entschließung überreicht mit der

Erniedrigung bis zum Aufbruch der Natton unter der Führung Adolf Hitlers und dem Wiedererstehen des Großdeutschen Reiches aus eigener Kraft und gegen den erbitterten Widerstand seiner Feinde aus dem Weltkrieg hat zurücklegen müssen, dieser Lei­densweg und seine Erfahrungen haben jeden Deut­schen für alle Zeiten gefeit gegen die hohlen Phrasen einer Propaganda, die mit ben gleichen Methoben wie einst der berüchtigte Lord North- cliffe sich unterfängt, Zwietracht zu säen zwischen Volk unb Führung. Nein, das deutsche Volk ist klug geworden, es ist durch die Erziehung bes National­sozialismus enblich ein politisches Volk geworden, bas ein sehr feines Ohr bekommen hat für jeden falschen Ton in den Reden britischer Staatsmänner und für so plumpe Einmischungsversuche, wie sie der Brief des Herrn King-Hall darstellt, hat bas beutsche Volk nur Spott unb Verachtung. Dies Machwerk stellt bem viel gerühmten psychologischen Geschick Sir Robert Dansittarbs wahrlich kein gutes Zeugnis aus. Es vermehrt nur bas Mißtrauen, das wir Deutschen gegenüber allen Steuerungen aus England empfinden müssen, nachdem man un­seren Versuch zu einer Verständigung der beiden Völker unter selbstverständlicher gegenseitiger Ach­tung der Lebensräume eines jeden mit der Erneue­rung der alten Einkreisungspolittk beantwortet hat. Dansittards Propaganda paßt dazu. Aber sie wird diesmal an bem stählernen Block ber Einheit von Volk unb Führung im nationalsozialistischen Deutsch- lanb wirkungslos zerschellen. Dr. Fr. W. L.

vor allem die Ruhe in jenen Ländern, die während des Krieges auf spanischer Seite standen gegenüber ber Nervosität ber anderen.

Italiens Protest gegen den Mandatsbetrug.

Keine Gebietsabtretung ohne Zustimmung Italiens.

Rom, 14. Juli. (Europapreß.) Der Widerhall, den die italienische Protestnote gegen die Abtretung bes Sanbschaks Alexandrette an die Türkei in der ganzen Welt gefunden hat, wirb von ber römischen Presse mit Interesse verzeichnet. Die fabenscheinigen Argumente, mit benen die Pariser und ßonboner Blätter, offensichtlich auf amtliche Anweisung hin, Italien das Recht zu seinem Einspruch abzusprechen versuchen, werden als haltlose Ausflüchte zurückgewiesen.Giomale d'Jtalia" sagt, wenn eng­lische und französische Zeitungen schrieben, Italien habe mit seinem Austritt aus ber Genfer Liga auch das Recht verloren, in die Angelegenheiten ber Liga einzugreifen, so sei dem entgegenzuhalten, daß nicht die Genfer Liga, sondern der Ober sie Rat der alliierten und assoziierten Mächte in San Remo am 25. April 1920 Frank­reich das Manbat über Syrien übertragen habe. Dieser Rat war aber nicht eine Aborbnung ber Genfer Liga, sondern der Friedenskonfe­renz. Infolgedessen stabe dieser Oberste Rat, dem auch Italien angehörte, in erster Linie bas Recht, von ben Mandatsmächten Rechenschaft über bie Erfüllung ihrer Mandatsverpflichtungen zu for­dern. Diese Rechtslage sei von der Genfer Liga in ihrer Sitzung in San Sebastian vom 5. August 1920 ausdrücklich bestätigt worden durch die Feststellung, nur ben wichtigsten alliierten unb assoziierten Mäch­ten ständen die Entscheidungen in Manbatsfragen zu. Deshalb dürften auch keine Veränderungen unb vor allem keine Gebietsabtretungen in den Mandatsgebieten vorgenommen werden, ohne die Zustimmung der alliierten Mächte, mithin auch Italiens, einzuholen. Frankreich habe sich nach­gewiesenermaßen eine neue flagrante Verfehlung seiner internationalen Verpflichtungen zuschulden kommen lassen, und Italien habe das unbestreitbare Recht, von ihm darüber Rechenschaft zu verlangen.

Forderung, daß Großbritannienvon seinen Illusio­nen absehen", die Konzessionen zurückgeben und aus Ostasien verschwinden solle. Der Daily Heralb" meldet, daß die Kundgeber in Tokio die brittsche Botschaft mit einem Steinhaae 1 überschüttet hätten unb daß starke Polizeikräfte Mühe gehabt hätten, sie davon abzuhalten, in bie Botschaft einzudringen. In ber von 6cn Kundgebern überreichten Botschaft sei Großbritannien als Fein b ber Menschheit" bezeichnet worden. Daily Expreß" spricht von antibritischen Kund- aebungen japanischer Patrioten. Am Tor ber Bot­schaft hätten bie Japaner einen großen Papierkranz aufgehängt mit der Inschrift:Britannien ist totr Sie hätten Fahnen mit sich geführt:Greift bas Scheusal England an. Bombardiert Britannien. Kein Kompromiß über Tientsin." Der Jnnenhof ber Botschaft sei nach ber Kundgebung mit Flug­blättern, japanischen Flaggen unb Steinen übersät gewesen." Alle in Tsing - r a u lebenden Briten feien angewiesen worden, sich fertig zu machen, um auf Abruf sofort Tsingtau zu verlassen, da in bas Konsulatsgebäube be­reits zwei Bomben geschleubert worben seien. Der Generalkonsul habe bereits Maßnahmen getroffen, um alle britischen Staatsangehörigen im Konsulat in Sicherheit zu bringen. Alke britischen Angehörigen in Kaifeng, ber Hauptstabt der Provinz Honan, seien von ben Japanern aufgefor- bert worden, die Stadt innerhalb von vier Tagen zu verlassen.

Bezüglich der britsch-japanischen Besprechungen ist bie Presse nicht sehr zuversichtlich. Es wird erneut Sefagt, daß eine Besprechung des gesamten Fern- st-Problems nicht in Frage komme. Dabei verraten bie Blätter aber eine gewisse Unsicherheit, ob die Japaner sich hierauf einlaffen werden. DieTimes" schreibt, bie Frage, ob bie Bespre­chungen vorwärts kämen, hänge davon ab, ob n u r bie lokale Frage ber Tientsin-Blockade be­sprochen werbe. Sollte bie japanische Regierung anbere Fragen aufwerfen, z. B. politische Zu­sammenarbeit mit Japan in Nord- ch i n a, bann werbe bie brittsche Regierung er­klären, baß sie keinerlei Fragen besprechen könnte, durch bie nicht mehr bie Interessen Großbritanniens, sonbern auch die anberer Mächte, z. B. Frankreichs, Amerikas unb anderer Unterzeichner

Erlebnis der Schönheit.

ZumTag der Deutschen Kunst".

Der Mensch lebt nicht von Brot allein." Diese Worte sprach ber Führer bei der Grundstein­legung besHauses der Deutschen Kunst" im Jahre 1933. Er fuhr bann fort:Wenn wir bie Wieder­aufrichtung unseres Volkes als Aufgabe unserer Zeit und unseres Lebens empfinden, sehen wir vor uns nicht nur bie leibende Wirtschaft, sondern eben­so die bedrohte Kultur, nicht nur bie Not bes Leibes, sondern nicht weniger die Not der Seele, und wir können uns keinen Wieberauf* flieg bes deutschen Volkes denken, wenn nicht wie- der erstehen wird auch bie beutsche Kultur und vor allem die deutsche Kun st."

Wenn der diesjährigeTag der Deutschen Kunst" seinen Anfang nimmt, bann ist es gut, sich diese Worte des Führers, die er vor sechs Iah. ren aussprach, ins Gedächtnis zurückzurufen. Denn in diesem für das große Weltgeschehen so gering­fügigen Zeitraum hat die deutsche Kunst eine Auf­wärtsentwicklung genommen, wie sie selbst von ben größten Optimisten in diesem Ausmaß niemals für möglich gehalten worden war. Das deutsche Volk hat erlebt, wie nach dem Ausscheiden des jüdischen Elements die Kunst aus dem mütterlichen Boden des Volkes gewachsen ist und klar und deut­lich den Grundkräften des Volkstums Ausdruck Der- liehen hat. Zeigte dies bereits ber ersteTag ber Deutschen Kunst" im Jahre 1936, dessen geistige Grundlagen frohe Lebensbejahung unb eb elftes Kunstempfinden war, so wurde es beim zweiten Tag ber Deutschen Kunst" im Jahre 1937 erst recht offenbar, in welchem Umfang bie Kunst, bas seelische Heiligtum eines Volkes, wieder zum Volk und das Volk w i e d e r z u r K u n ft zurück- gefunden statte. Und mit bem drittenTag ber Deutschen Kunst" im vergangenen Jahr kam es klar zum Ausdruck, baß das deutsche Empfinden, die deutsche Seele, das deutsche Gemüt wieder die Feste unserer Zeit beherrschen und baß bie nationalsozia­listische Bewegung imstande ist, nicht nur auf poli­tischem unb wirtschaftlichem Gebiet, sondern auch im kulturellen Leben bes Volkes die Kräfte einzusetzen, bie der neuen Zeit gewachsen sind.

So ist es im Zuge dieser Entwicklung selbstver­ständlich, baß berTag der Deutschen Kunst" schon längst eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes geworden ist. Es war eine in der Vergangenheit systematisch verbreitete Lüge, daß es eine Unmöglichkeit märe, bas Interesse be­schaffenden deutschen Menschen für die Kunst zu wecken. Einmal konnte man dem, was man damals in gewissen Kreisen unterKunst" verstand, wirk­lich nicht diesen Ehrennamen geben, und zum zweiten wären die damals maßgebenden Männer aus ihrer eigenen Unzulänglichkeit heraus gar nicht imstande gewesen, den Blick des Menschen auf etwas Höheres zu lenken. Die Durchführung dieser kulturellen Mission hat erst der Nationalsozialis­mus sich angelegen fein lassen, und ihm ist es ge­lungen, heute das ganze Volk auch stier mit einem neuen Geist zu erfüllen, Besucherzahlen desTages der Deutschen Kunst" unb ber anberen großen kul­turellen Veranstaltungen bes Reiches konnten er­zielt werben, ntte man sie früher niemals erwartet hätte. Künstlerische Kräfte, die bisher brach lagen, wurden geweckt und lieferten, als sie sich frei unb ungehemmt entfalten konnten, den Beweis, baß in unserem Volk noch viele Energien schlummern, die für die Nation Großes und Gewaltiges zu schaffen in ber Lage sind.

Das zeigte so recht die Ausstellung beim Tag ber Deutschen .Kunst" im vergangenen Jahv Wer damals mit Aufmerksamkeit burch die schönen unb lichten Hallen ging, der konnte immer wieder Menschen aus allen Schichten unseres Volkes in tiefer Andacht vor Kunstwerken versunken stehen sehen, die deshalb jeden einzelnen, so ansprachen, weil sie nichts Frembes an sich hatten, sondern aus der Tiefe der deutschen Seele geschaffen waren!

So wird auch beim diesjährigenTag der Deut­schen Kunst" die geballte Kraft unseres politischen Willens in Freude und Leid bilbhaft lebendig ge­staltet, um uns auf zukunftweisende Höhepunkte im Leben ber Nation zu führen. Sie wiederum dienen uns zur Besinnung auf die Kräfte der Ge­meinschaft, auf die Werte bes Volkes, an denen alle teilstaben, die sich ihnen erschließen. Es wirb damit weiter zum Ausdruck gebracht, daß über alle realen Interessen, die das Dasein der Völker nun einmal mit sich bringt, über Kämpfe unb Notwen­digkeiten des Alltags hinaus die Kunst eine Freude darstellt.Ein Hauch ber Versöhnung begleitet sie, und was ber Wille heftig fordert unb erkämpft im Leben, das schweigt vor ihr, vor ihrem stillen Schauen. Wir werden bem ähnlich, was man sich unter Göttern denkt." So hat ber Maler Hans Tboma gesagt.

Ganz München verwandelt sich jetzt wiederum

des Neunmächtevertrages präjudiziert würden.

News Chronicle" sagt, das einzige Feststehende wäre bie Entschlossenheit der Regierung, die japa­nische Forderung auf englische Mitarbeit bei der Errichtung der neuen Ordnung im Fernen Osten abzulehnen. Sollte Japan darauf bestehen, die Besprechungen über bie Tientsin-Zwischenfälle hinaus auszubehnen, so würbe Englanb möglicher­weise fordern, anbere interessierte Mächte, vor allem bie USA. unb Frankreich, zu konsultieren. Gleichzeittg müsse England alles tun, um feine Interessen zu wahren unb boch einen Krieg zu vermeiden. Das Handelsministerium prüfe daher, wenn auch zögernd, ob trotz der starken Be­lastung, die bie Exportkredite an Polen, Rumänien und andere Länder bedeuteten, eine weitere Unter st ützung der chinesischen Wäh­rung möglich wäre. Das Blatt schlägt vor, Eng­land solle eventuell diejenigen Konzessionen in China zeitweise räumen, deren Verteidigung unmöglich sein würde.

Heuer englischer Botschafter in Poris.

London, 15. Juli. (Europapreß.) Zum eng­lischen Botschafter in Paris wurde als Nachfol­ger bes in den Ruhestand tretenden Sir Eric P h i p p s der bisherige englische Gesandte in Bel­grad, Sir Ronald Campbell, ernannt. Als Nachfolger war vor allem der diplomatische Haupt­berater der Regierung, Sir Robert Vansittard, verschiedentlich genannt worden. Für die Ernen­nung Campbells dürfte ber Umstand entscheidend gewesen sein, daß die Regierung Männer rote Von- ittard zur Zeit in London nicht entbehren zu kön­nen glaubt. Sir Ronald Campbell, ber im 56. Le­bensjahr steht, begann seine Laufbahn als Privat- sekretär des damaligen Unterstaatssekretärs im Außenministerium, Sir Arthur Nicolson. 1929 bis 1935 mar Campbell Botschaftsrat in Paris.

Franco warnt polen und England.

Spaniens Staatschef weist auf die Folgen eines Kriege« für polen und England hin.

Sie erste englisch-japanische Mlnngnahme.