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Samstag, 15./$onntag, 16.3uli 1959
189. Jahrgang
M. 165 Erstes Blatt
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Siebener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Festlicher Auftakt zum Tag der deutschen Kunst.
_ . I a n r f hör hrtt mit den aleicben Methc
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Hitler.
Volk und Kunst, eine wechselwirkende Einheit
Tage in festlich geschmückten Städten. Wir beugen uns in stolzer Ehrfurcht vor der deutschen Vergangenheit. Wir grüßen das Großdeutsche Reich. Wir grüßen seinen Schöpfer und Führer Adolf
Die Zeit, in der wir leben, so sagte Dr. Dietrich in seiner Ansprache, ist eine Zeit großen und gewaltigen Geschehens. Eine Revolution des Denkens hat in unserer Anschauung eine radikale Wendung vollzogen, eine Wendung'vom Ich zum Wir, vom Einzelnen zum Ganzen. Sie hat leer gewordene tote Begriffe mit neuem pulsierendem Leben erfüllt, sie hat falsche, unfruchtbare Ideale gestürzt, um neue lebensstarke an ihre Stelle zu setzen. Sie hat nicht, wie man behauptet, die Freiheit vernichtet, sondern im Gegenteil die FreiheitderPhraseent- kleidet. Wir haben den Begriff der individuellen Freiheit, die nur Verantwortungslosigkeit gegenüber der Gemeinschaft ist, beseitigt, und durch die wahre Freiheit des für die Gemeinschaft schöpferischen Menschen erseht. Nur auf solcher Freiheit kann auch ein Tag der Deutschen Kunst wie dieser erwachsen. Wir haben auch nicht die Persönlichkeit — wie man behauptet — dem Prinzip der Gemeinschaft geopfert und damit die menschliche Leistung ihrer Schöpferkraft beraubt. Persönlichkeit ist man nicht dadurch, daß man sich einbildet, es zu sein, sondern Persönlichkeit ist man nur, wenn man cs durch Leistung für die Gemeinschaft bewiesen hat. Bei uns ist ein Größenwahnsinniger noch keine Persönlichkeit! Das ist es, was wir wieder klargestellt haben. Wir haben die Hochstapler des geistigen und des künstlerischen Lebens entlarvt und der wahren Persönlichkeit ihren Platz im Leben der Nation gegeben. Wie hätte eine Künstlernatur wie der Führer diese nationale Ge-
ihren Werken zu uns spricht.
Dieser vierte Tag der Deutschen Kunst ist em Querschnitt durch den hohen Stand des deutschen Kulturschaffens, den wir durch eine neue Wertung der Menschen und der Dinge bereits heute erreicht haben und an dessen Entwicklung und Vervollkommnung das kulturschaffende Deutschland arbeitet. Und mit'diesem Wachsen der künstlerischen Lei- stungen werden sich auch die Beziehungen von K u n lt u n d P r e s s e immer fruchtbarer gestalten. Anarchie in der Kunst bedeutet auch Anarchie in der Kunstbetrachtung. Je mehr aber heute die deutsche Kunst vorwärts kommt und zu ihrem Volke findet, desto mehr wird in uns das Gefühl her .inneren Verpflichtung gegenüber dieser Kunst lebendig. Destomehr wird der deutsche Kunstbetrgchter ein Werter und Würdiger, ein V e r m i t t l e r dieser K u n st sein und ihr zu höchster Entfaltung verhelfen.
Die Shrenaäste beim Führer.
München, 15.3uli. (DltB.) Der Führer empfing am Freitagabend im Führerbau am königlichen Platz zu München die Ehrengäste zum Tag der Deutschen Kunst. An dem Empfang nahmen außer nahezu allen namhaften deutschen Künstlerinnen und Künstlern u. a. der italienische Minister für Volkskultur, Dino Alsieri, und Reichsminister Dr. Goebbels sowie der italienische Botschafter A11 o l i c o teil. Die Ehren- gäfte und die Künstler verbrachten mit dem Führer in dem repräsentativen Haus einige festliche Stunden froher Geselligkeit.
Empfang des Reichspressechefs
Das Ereignis des ersten Nachmittags beim Fest der Deutschen Kunst war der große Empfang den Reichspressechef Dr. Dietrich der Presse tm Nymphenburger Schloßpark vor der Amalienburg gab. Es ließe sich gewiß keine schönere und stimmungsvollere Umgebung finden als dieser Garten mit dem reizenden Barockschlöhchen aus der Zeit der bayrischen Kurfürsten. Schon am Eingang des Schloßparkes wurden die Gäste vom Zauber der festlichen Stunde umfangen. Auf dem Wege vom Schloß bis zur Amalienburg empfing die Eingeladenen ein Spalier blumentragender Mädchen, die
mut der Bewegung, die Symphonie der Farben und die von strahlender Sonne überflutete Parklandschaft schufen eine einzigartige harmonische Stimmung. In diesen festlichen und künstlerischen Rahmen hineingestellt war die Ansprache des Reichspressechefs Dr. Dietrich.
„Triumph des Lebens."
Ein Tanzsestspiet im Münchener Dante-Stadion.
Im Vordergrund „Weibliche Figur" (Gips) von Otto Welßmuller, dahmter^ m der Mitte „Diana" (Del) von Richard Klein; links davon „Stehende weibliche Figur (Grps) von Johann Peter Pöppelmann; rechts.„Ein Traum" (Gips) von Hemrich Faltermeier. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Links: „Amazone" (Gips) von Paul S ch e u e r l e , in der Mitte: Porträt des Führers" Mel) von Fritz Erl er und rechts: „Wettkämpfer" (Gips) von Alfred Sachs. — (^>che - •)
München, 14. Juli. (DRV.) Die Stadt der Deutschen Kunst prangt im schönsten Flaggenschmuck. Sie ist erfüllt von Licht und Farbe, Freude und Frohsinn. Der Tag der Deutschen Kunst hat begonnen. Den weihevollen Auftakt gab dem Fest am Zreitagoormittag der feierliche Eröffnungs- 2kt im Festsaal des Deutschen Mutz um s. lieber dem Gesims des kraftvollen Baues wehen die Flaggen in Rot und Weiß, die Banner Der Bewegung und die Fahnen der Kunst. Rostbraunes Rot zieht längs den Mauern hin, an Sockeln abgelöst vom starken Grün. Vor der weiten Gebäudefront waren die Ehrenformationen ange- lireten. Im Inneren des festlichen Baues säumten unmutige Mädchen in weißen wallenden Gewän- Dern, grünes Laub um die Schultern geschlungen, Die Treppe zum Festsaal. Schon frühzeitig war der Festsaal gefüllt mit den Ehrengästen. In den ersten Reihen hatte der Stellvertreter des Führers, Reichs- -ninister R u d o l f H e ß , mit dem Gauleiter des Traditionsgaues Staatsminister A d p l f W ag-
Das Tanzfestspiel „Triumph des Lebens", das im Münchener Dante - Stadion uraufgeführt wurde, bietet nach Ideen von Karl Stemp- l i n g e r, durch Hanns Niedecken-Geb- hard gestaltet, in acht gegensätzlich angelegten und dramatisch gesteigerten Szenen abwechslungsreiche, farbenfrohe und bewegte Bilder aus dem Iahreslauf der Natur und des mit ihr verbundenen arbeitenden und feiernden Menschen. Sportliche Wettkämpfe und tänzerische Reigen treten als
i e r Platz genommen.
Die Tokkata F-dur mit Hermann Sagerer an Der Orgel leitete den Ehrentag der Kunst ein. Dann pielten die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Prof. Hermann Abendroth das festliche Prgludium von Richard Strauß. Der Städtische Singchor Augsburg, geleitet von Prof. Otto I o - ch um, füllte mit seinen Liedern weihevoll den Raum. Danach richtete Gauleiter Wagner herzliche Willkommensworte an die Gäste. Sein beson- focrer Gruß galt den Gästen aus dem befreundeten Italien und den deutschen Künstlern, die in diesen Tagen nach München kommen. Wie groß das in- mnd ausländische Interesse am Tag der Deutschen Kunst sei, gehe daraus hervor, daß nicht weniger aals 650 Pressevertreter sich für diesen Tag angernel- Shet haben. Von diesen seien etwa 3 0 0 Dertre - Her ausländischer Zeitungen. Wenn die Welt in wahrheitsgetreuen Berichten über den Tag kder Deutschen Kunst und damit über das kulturelle «und künstlerische Bestreben des Großdeutschen Rei- »ches unterrichtet werde, dann werde sie dadurch nicht inur an die Leistungen erinnert, die das Deutschtum Ischon bisher der Menschheit gebracht hat, sondern sie iwerde darüber hinaus erkennen, daß dieses 2)eutid)- Hum im Interesse der gesamten Kultur der Mensch- lheit auch in Zukunft nicht entbehrt wer- iben kann und dementsprechend das zum Leben lhaben muß, was es zum Leben braucht.
Der Gauleiter sprach dann von der Notwendigkeit, kdie ideellen Werte der Nation zu erhalten, zu pfle- !gen und fortzubilden. Wir strebten wieder zum lIdeal, deshalb waren wir auch immer so einsatzbereit. Weil sich aber heute unser ganzes nationales Leben um eine gemeinsame Weltanschauung 'dreht, sind wir erst recht einsatzbereit geworden, und wir werden so bleiben in aller Zukunft, komme was kommen mag. Wie urtfere deutsche Ostmark, so sind Sudetenland, Memel und Mähren, Böhmen und unser deutsches Danzig für uns keine überseeischen Länder, keine Kolonien, keine materiellen Angelegenheiten, sondern deutsche Kulturgüter im höchsten Sinne des Wortes.
Stark und erneuert steht das Reich da. Einig i unser Volk, mächtig das Schwert, hehr und groß ist unsere Kunst, weise und zielsicher, unerschütterlich und von allen Deutschen über alles geliebt der Führer. Mag die Welt fiebrig sein, von Unruhe und Kriegsangst, mögen sie in den Hauptstädten des Westens Schützengräben aufwerfen und Sandsackwehren türmen. In deutschen Landen lebt und webt die Arbeit, es blühen die Künste und e i n glückliches Volk feiert feine großen
meinschaft schaffen können, wenn sie persönlichkeitsfeindlich wäre. Nein: Ein Genie schuf diese Gemein- chaft, um aus ihr Genies zu erzeugen!
Wir schauen die Welt nicht mehr durch die schiefe Brille des Individualismus an, nicht mehr durch die Scheuklappen des spintisierenden Einzelgängers, sondern mit den gesunden Augen der Men- ! schen, die in einer Gemeinschaft geboren sind, der wir alles verdanken, unser Leben, unsere _ ., , - Sprache, unsere Freiheit und unsere Kultur. Eine
im Mmphenburger Schloßpark. Gemeinschaft, die uns alle erhält und für deren I Erhaltung wir daher auch alle zu sorgen haben, in- das festliche Weiß klassischer Gewänder gekleidet Das ist unsere Anschauung von der Welt, und waren. Als die Hörner-Fanfaren vom Söller bes I aU5 ^iejer neuen Weltanschauung ist auch ein Schlößchens verklungen waren, intonierten die Wie- nclIGr schöpferischer Begriff der Kunst ner Philharmoniker unter Leitung des General- entstanden. Wir haben die Kunst aus der ersticken- musikdirektors Dr. Karl Böhm die reizende Haff- ben Lage intellektualistischer Abgeschlossenheit in die ner-Serenade, die an dieser Stätte den ganzen weites lichte Sphäre lebendiger Volksverbundenheit Zauber ihrer leichten Beschwingtheit offenbarte. erhoben. Wir haben uns frei gemacht von der Dik- Während sich im Schatten der Bäume buntes tatur des jüdischen Kunstschwindels, der die Kunst geselliges Treiben entwickelte, entfalteten sich vor zur Sklavin der Unfähigkeit und jüdischen Händler- den Äugen der Gäste anmutige Szenen, getanzt in gejinnung erniedrigt hatte. Wir haben erkannt, datz burtter Folge von den Balletts der B e r l i - der Weg zur wahren Kunst nur über das Em fühlen ner Staatsoper, des Deutschen Opern-in das tiefste Wesen unseres Volkstums fuhrt, Hauses Berlin, der Wiener Staatsoper dessen strahlender, schönster und edelster Ausdruck sowie den Tanigrupven der Uebungsstätte für deut- sie ist. Wir haben dem Volke wieder weit die eben Tanz in München. In bunter Folge wechselten Tore der Kunst geöffnet. Das Volk strömt heute araziöse Ballettszenen, ausdrucksvolle Pantomimen wieder in die Ausstellungen, und die Künstler und Charaktertanzszenen miteinander ab. Die An- haben sich wieder aufgerichtet an biefer begluden-
* • - ' den Anteilnahme des Volkes, dessen ,Seele aus
..... ,, v ... ^ ««uJfian, der geglaubt hat, mit den gleichen Metho-
Sinnbilder männlicher Kraft und weiblicher Grazie 1 ihm m England zu einem einträglichen
hinzu. Feierlich klingt das Spiel beim Lodern verhalfen haben, auch auf das deutsche
Scheiterhaufens aus, wobeii die! Tausende von Mit- Eindruck machen zu können, lenkt die Aufwirkenden in dem riesigen Oval der Kampfbahn das ^«amreit auf die Dertrauenskrisis, in der sich die Hoheitszeichen stellen Licht, Massenbewegung, Mu- P^fft gegenüber einem großen Teil ihres
fik und — nur sparsam eing^etzt das sm^eu- befindet und die nur solche Erschemun-
tende Wort sind die künstlerischen Mittel des Spie- 3eit,qen fonnte, wie die „News Leiters“, Korre- les, das sich um eine unserer Zeit entsprechen r^ndenz'-Briefe, €5 durch geheimnisvolle Wich- monumentale Form der Feiergestaltung bestrebt, w . vers ehen, ihre Abonnenten glauben zu
I1 daß' fi? . ii)nen aus besonders vertrauens- finb d°sur aufg°b°ten worden. Als Solisten sie t-n ' u®b 1 ut unterrichteter Quelle politische In- Deutschlands große Tänzer Harald ä r e ug- fDrmafionen mitteilen könnten, die sie schlauer mach- berg (Pan) und Maja Lex ihr Können in den Leute die sich nur auf die Tages-
Dienst dieser neuartigen Tanzfolge. Musik von Herbert 1 haben diese „Privatinformatio-
Windt, Karl Orff, Elly Bode von den aU(f) in Deutschland kennen-
Meistern Weber, Nicolai, Schumann Bruckner aber nach dem Umbruch war bei uns sehr
sowie einfache Volksmusik begleiten aus halb kein Platz mehr für sie. Die englische Presse,
das Spiel der Bewegungen Die Farben der Gewan-1.^ Nachrichtennetz der Welt Der
ber, die Trachten, die kunstvoll geschwungenen Fah- unb |d)On in ihrer Aufmachung erkennen laßt, nen leuchten im Lichte der Scheinwerfer. DKK. H die Nachricht den größten Wert legt,
...................'•■'I wobei sie nur noch von der skrupellosen Sensationshascherei der amerikanischen Presse übertroffen wird, hat trotzdem selber am meisten zum Aufkommen der „News Leiters“ beigetragen. Seitdem sich auch ernsthafte konservative Blätter wie die „Times" und vor allem der den Herren Churchill, Eden und Duff Cooper nahestehende „Daily Telegraph" nicht scheuen, in dem maßlosen Hetzfeldzug gegen die autoritären Mächte die Spitze zu nehmen und ihnen auch die dickste Lüge recht ist, wenn sie nur dazu dienen kann, Deutschland und seinen Führer zu ! diffamieren, wobei jedoch die Pressegewaltigen von „Fleet Street", dem Londoner Zeitungsviertel, allzu oft schon auf Widersprüche ertappt wurden, die die ganze Verlogenheit ihres Geschreibsels bloßstellten, seitdem sind weite Kreise des englischen Publikums mißtrauisch geworden. Auseinandersetzungen in der Presse selbst über die Abhängigkeit dieses oder jenes großen Blattes von bestimmten politischen und wirtschaftlichen Gruppen haben das ihrige getan, in vielen englischen Lesern das Gefühl zu wecken, von ihrer Presse ganz einseitig oder gar völlig fal ch unterrichtet zu werden. Die in der englischen Presse Ija von jeher sehr gepflegte Sparte der „Briefe an den Herausgeber" (Leiters to the editor) zeigt I immer wieder, daß trotz dieser neuerdings auch von der Regierung geförderten politischen Brunnenver- Igiftung der großen Tagespresse es in England


