Ur. 65 Zweites Blatt
Giessener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. >5. März 1939
Aus dem Reiche der Krau.
Das Pflichtsahrmädel.
Wünsche einer Landfrau an Mütter und Töchter.
Ab 1. April wird die Verfügung, wonach das verbliche Haushaltsjahr auf alle Berufe ausgedehnt wird sich in voller Kraft auswirken, mb ein großer Teil der Mädel, teils freiwillig, um Teil durch das Arbeitsamt gelenkt, zu uns iure Land kommen. Diese Verfügung soll nicht nur ier arbeitsüberlasteten Landfrau Hilfe bringen und ue Ernährung sichern, sondern auch einen Teil der läbtischen Jugend dem Lande zuriickgewinnen und illen Mädchen ein Jahr der körperlichen Aus- rbeitüng, Kräftigung und hauswirtschaftlichen Aus- ildung geben Darüber hinaus werden Bauer und ktädter sich kennen lernen und zu. einem tieferen Lerständnis kommen
Wir Landfrauen haben die Einführung des iflichtjahres dankbar begrüßt, was aber nicht aus- chließt, daß manche Frau ihrem Pflichtjahrmädel nit leisem Mißtrauen entgegensieht Das müßt jr Stadtmädel verstehen. Das Bild das die Landau von der städtischen weiblichen Jugend hat, ist Mreiflicherweise zuweilen flüchtig und schief. Sie hnn sich nicht recht vorstellen, daß diese jungen i amen ihr bei ihrer schweren und oft schmutzigen lrbeit helfen wollen. In den wenigsten Fällen weiß ?, wieviel ernste Berufsarbeit ihr Aelteren schon leistet habt und wieviel frische und natürliche ugenb sich auch in der Großstadt im BDM oder n ter Jugendgruppe der Frauenschaften findet. In euch ist es nun, der Landfrau dieses D o r - rteil zu nehmen und ihr gleich vom ersten Tag a zu zeigen, daß das deutsche Mädel aus der Iroßstadt keine Zierpuppe ist. sondern ge- illt, jede Arbeit, auch ungewohnte, mutig .anzu- Jfen. Der erste Eindruck ist bekanntlich oft ent- .deidend, und es kostet meist große Anstrengungen, n zu berichtigen.
Kommt ihr auf unsere Höfe wie ein Ausschnitt is der neuesten Nummer einer Modenzeitschrift, läßt ihr euch nicht wundern, wenn der Willkomm 8 hl oder verlegen ist. Zum Pflichtjahr auf dem l'inde gehört die passende Kleidung. Un- sten werden kaum damit verbunden fein, meist :irb es sich nur darum handeln, dies und das nicht Neupacken Jedes nicht zu Helle Jndanthrenwasch- !?id ist als Arbeitskleid brauchbar. A r b e i t s - th Ü r z e n in genügender Anzahl können vielleicht l-m Bestand, der Mutter erst einmal ausgeborgt Barben. Zwei Schurzfelle aus bunkelgrünem >! er dunkelblauem groben Leinen sind als zusätz- if)e Anschaffung anzuraten für Garten und Hühner- lsll. Zwei bunte Kopftücher für die Außenarbeit iib zwei 'hellere ober weiße für die Küche sind iherlich in vielen Familien vorhanden Strümpfe i ir den Sommer, Baumwollsöckchen, für_ben Win- tr wenigstens vier Paar lange Wollstrümpfe unb dcke Uebersocken, bie auch im Verlauf des Pflicht- ic^res selbst gestrickt werden können. Schuhwerk, birb und solide, flachhackig, in der Art des BDM- kchuhwerkes. Holzschuhe für die Waschküche usw. W' rben, falls nötig, besser an Ort und Stelle ein- gtkauft. Für kühlere Tage ist das Berchtes - gidener Jäckchen sehr geeignet Bei der Leib- wische ist zu bedenken, daß auf dem Lande in öi len Fällen nur alle vier Wochen gewaschen wird urib die Wäsche durch Schweiß unb Staub schmutzt er wirb als in ber Stabt und möglichst kochbar sku muß. Strümpfe und Wäsche, auch Taschentücher, sollten durch Namen oder Nummer gekenn- zc.chnet sein Für den freien Sonntag und die länd- Ifeen Tanzfeste sind ein bis zwei hübsche, Helle 6 mmer= ober Tanzkleider angebracht. Der Näh- t ft e n ober -korb muß gut ausgestattet fein, benn air bem Lanbe kann man nicht gleich eine Twist- rrle kaufen. Selbstverständlich muß ein waschbarer B utel für die schmutzige Wäsche vorhanden sein. 6ne Lifte der eingepackten Wäschestücke befestigt ihl zweckmäßig innen im Kofferdeckel Gewiß hantelt es bei den besprochenen Dingen um Aeußer- schkeiten, aber doch um solche, die euer Wählte inden auf die Dauer beeinflussen. Wenn ihr ab- jeegte Promenadenschuhe bei der Landarbeit auf- fa.gen wollt, werdet ihr vorzeitig ermüden — ftiüene Strümpfe bei der Arbeit würden die Frei- iei- mit lästigem Strümpfeswpfen ausfüllen.
Dir Landfrauen werden uns bestimmt Mühe eb en euch ein nettes Zimmer herzurichten. Bei der idirteilunfl müßt ihr aber den Nahmen des Mög- dien begreifen. Es war früher auf dem Lande b ich, daß die weiblichen Hilfskräfte mit Kommode in* Wäfchetruhe anreisten. Beim besten Willen wird h den Frauen vielleicht in einzelnen Fällen nicht täglich fein, euch Schrank und Kommode zu stellen, ih- sollt nicht blind und kritiklos euer Pflichtjahr rl-ben. Vieles ist auf dem Lande noch verbeffe- v.gsbedürstig. Aber ihr würdet immer zu einem njeredjten Urteil kommen, wenn ihr einfach euren Eiterigen städtischen Maßstab an bäuerliche Dinge jtgsn würdet. Kr-
Kamvf ber Mste.
dem herannahenben Frühjahr beginnt für die Hausfrau der Kampf gegen die Motten- vla g e. Sie tut gut. ihn schon frühzeitig und vor- btigenb aufzunehmen, denn wenn sich die Motten vsi eingenistet haben, sind sie schwer wieder zu ver- bcten — um so schwerer, als dieser kleine sonst gchäßige Schmetterling es unter Umständen fertig bnigt fünf Jahre ohne Nahrung sich in einem Eälupfwinkel aufzuhalten. Nach statistischen Fest- sllangen vernichten die mottenraupen — sie uni nicht die bereits schwirrende Motte sind die Znsstörer — jährlich für etwa rund 50 Millio - rem Mark an Sachwerten, deren Rohstoffe lau« tierischen Fasern bestehen: Wolle, Pelzwaren, Mtermaterial, Federn usw.
>im Haushalt gibt es außer den als Motten- kkimpfungsmittel von der Chemie zur Verfügung »sollten Präparaten Kampfer, Naphtalin u. a. noch entere Hilfsmaßnahmen gegen die Mottenplage. Co wird das Auswaschen der Schränke mit einem ftcrfen Aufguß von Ouassiawurzeln sehr empföhle das mehrmals wiederholt wird, wobei man die 8-ichtigkeit nicht auftrocknet, sondern einziehen läßt, Künders bei Schränken aus Weichholz, die am ne’ten von den Motten heimgesucht werden. Der Quassiageruäi hält sie fern und schützt die im .(jiranF aufbcnxihrten Sachen. Auch die Schalen Kr Apfelsinen, die man im Schrank auslegt, das
Aufhangen von Büscheln geschnittenen Tomatenkrauts ober Rosmarinsträuße sind Abwehrmittel.
Daß man Wollkleider. Mäntel, Decken ufw. am besten in großen Papiersäcken aufbewahrt, ist bekannt. Kleinere Stücke lassen sich in großen Briefumschlägen unterbringen, doch ist daraus zu achten, daß sie gut zugeklebt sind, damit fein Mottenweibchen einen Einschlupf findet, um seine Eier abzulegen. Daß alle Sachen die man verwahren will, zuvor aufs gründlichste gereinigt fein müssen, versteht sich von selbst. Fleißiges Klopfen, Bürsten und Absaugen von Teppichen und Möbeln bewahrt auch diese Gegenstände vor dem Schädling, der Unruhe und frische Lust nicht vertragen kann. Die grüne Fensterpflanze Plectranthus fructicosus, „Mottenkönig" genannt, soll ebenfalls die Motten von dem Zimmer fernhalten, in dem si§ steht.
Geht so die Hausfrau im täglichen Kleinkrieg gegen den Zerstörer von Werten vor, so bemüht sich die Industrie schon um den Schutz der gelagerten Rohstoffe, die ja durch die Motten ebenfalls aufs schwerste gefährdet sind. Auf welche Weise die Wissenschaft mitunter zu ihren Entdeckungen geführt
wird, erfährt man auf der Leipziger Messe bei der Darstellung des E u l a n • Verfahrens. Einem Chemiker fiel eines Tages auf, daß ein grünes Sofa feiner Großmutter trotz langer Lebensdauer im Gegensatz zu anderen Möbelstücken von Mottenfraß verschont blieb. Er untersuchte den grünen Farbstoff — und damit war vor 20 Jahren der erste Schritt zum Eulan-Versahren getan. Seiner chemischen Beschaffenheit nach ist Eulan nichts anderes als ein farbloser Farbstoff, der die mit ihm behandelten Textilien für Motten ungenießbar macht.
Nicht weniger als 14 europäische Länder stellen auf der Leipziger Messe ihre heimischen Texttlwaren aus — Herrentuche, Dekorationsstoffe, Teppiche, Handarbeitsgarne, Möbelplüsch -ufw., — die mit der deutschen Erfindung behandelt und somtt mottensicher gemacht sind. Auch in Ueberfee hat die deutsche Erfindung große Verbreitung gesunden. — Solche weltwirtschaftlichen Wirkungen können von einem alten grünen Sofa einer Großmutter ausgehen, das der Enkel aufmerksam betrachtet.
D. 8.
Mas sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
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MUTE
TM FRÜHJAHR. 4939
Schleier, Blumen, Federn und Bänder mannigfaltigfter Art und Farbe sind der Ausputz für die neuen Hüte imFrühjahr 1 939.
So zeigt Figur 1 einen kleinen, flotten Nachmitt a g s h u t aus schwarzer Seide mit hohem, spitzem Kopf und einer blaßroten Rose als Schmuck.
Ebenfalls zum weitfliegenden, großgeblümten Nachmittagskleid ist der große, gelbe Floren- tinerhut mit dem unter dem Kinn gebundenen schwarzen Samtband und der großen gelben Rose gedeckt. (Figur 2.)
Zum Komplet- oder Jackenkleid sind die beiden Hüte Figur 3 und 4 zu tragen, Nr. 3 ist a u s w e i- ßem Panama mit dunkelblauem Ripsband, die kleine Schute ist aus glänzendem, schwarzem Kunststroh mit einer lila Federpose und schmalem, schwarzem Ripsband.
Aus weißem Panama mit eidottergelbem Band und ebensolcher Feder ist Modell Nr. 5. Der Rand ist ebenfalls mit gelbem, schmalem Ripsband eingefaßt.
Aus haselnußbraunem Haarfilz mit breitem türkisfarbenem Ripsband und grobem, braunem Schleier ist der kleine Hut Nr. 6. H.
MMne.
Em typisches Frauenleiden.
„Meine Frau hat Migräne!" Wie oft hat der Ehemann dies ein bißchen spöttisch gesagt! Aber leider ist hier Spott gar nicht am Platz, denn Migräne ist nicht etwa eine eingebildete Krankheit oder irgend etwas, was unter den ausgedehnten Begriff Hysterie fällt, den der Laie auch so gern mißbraucht. Migräne ist eine besondere Form von Kopfschmerzen und kann — eine schwere Krankheit sein.
Besonders Frauen leiden unter diesem Hebel viel mehr als Männer, obwohl es auch Männer gibt, die regelmäßig ihre Migräne bekommen, aber der Dolksmund zählt die Migräne zu den Frauenkrank- hetten. Es sind ganz typische Schmerzen. Meistens treten die Schmerzen halbseits am Kopf auf, oberhalb eines Auges, und ziehen sich über die eine Kopfseite. Schwindelgefühl und Uebelkeit sind die Begleiterscheinungen, die die Migräne so besonders unangenehm machen und sie von allen anderen Kopfschmerzen unterscheiden. Grelles Licht wird schlecht vertragen, die Augen sind an den Migränetagen besonders empfindlich.
Es gibt Frauen, die auf eine besondere seelische Erregung mit einer Migräne reagieren, und diese Reaktion hat die Migräne in den Verruf gebracht, daß diese Schmerzen „eingebildet" seien. Der Arzt steht aber auf dem Standpunkt, daß die Migräne durch eine Krampfstellung der Gefäße hervorgerufen wird, und diese Krampsstellung wird oft durch seelische Erregung ausgelöst. In diesen besonderen
Fällen ist es nötig, die Krankheit durch den festen Willen zur Gesundung zu bekämpfen. Energie und ein „sich selbst in der Hand haben", tun hier — wohlgemerkt: manchmal — Wunder. Selbstverständlich geht dieser Gesundungsprozeß nicht von heute auf morgen. Aber mit der Zeit lassen die seelischen Störungen nach, und die Migräne verschwindet.
Aber Migräne kann auch durch Ueberanftrengung hervorgerufen werden. Besonders Frauen, die sehr stark geistig arbeiten oder ihre Augen außergewöhnlich beanspruchen, neigen zur Migräne. Deshalb sollte man von Zett zu Zeit seine Augen untersuchen lassen.
Was kann man gegen Migräne tun? Dor allen Dingen ist Ruhe, frische Lust und ein verdunkeltes Zimmer notwendig, da grelles Licht die Schmerzen unnötia vermehrt. Wichtig ist weiterhin, daß man koffeinhaltige Mittel gibt, die die Gefäße erweitern und so den Krampf lösen. Starker Kaffee ist bei einem Migräne-Anfall sehr nützlich. Der beste Heilfaktor ist aber frische Luft. Wenn man das Nahen einer Migräne fühlt, sollte man viel spazieren gehen. Ist die Migräne schwerer Art, d. h. dauert sie ein, zwei oder gar drei Tage, so ist Bettruhe notwendig, und vor allem Diät, leichte Kost. Gegen unerträgliche Schmerzen bringen auch Umschläge Erleichterung.
Eine Frage, die alle an Migräne leidenden Frauen beruhigt, ist: ob die Migräne erblich ist. Der Arzt kann bas mit gutem Gewissen verneinen.
Grundlegend ist zur Migräne zu sagen, daß eine gesunde Lebensführung der beste Helfer im Kamps gegen die Migräne ist und bleibt! L
Wie wäre es
mit einer Frühjahrskur?
Sagen Sie bitte nicht: Dafür habe ich keine Zeit! Das gibt es nämlich nicht. Zur Pflege der Gesundheit muß jeder, schon im Interesse des allgemeinen Ganzen, die nötige Zeit aufbringen; denn nur ae« sunde Menschen können den an sie gestellten Anforderungen gerecht werden. Und eine Frühjahrskur stärkt die Gesundyeit. Der Winter mit wenig Sonnenlicht, mit weniger Möglichkeiten, viel in freier Natur zu sein, und mit einer auch nicht gerade an Vitaminen überreichen Kost verlangt, daß wir alle Möglichkeiten, uns so naturgerecht wie möglich zu ernähren, ausnutzen und im Frühjahr die Mängel des Winters so intensiv wie möglich aufzuheben versuchen. Eine gute Unterstützung bieten hierbei neben dem jetzt frischen Feldsalat kleine Rohko st speisen, die durch ihr farbenfreudiges Bild und die schmackhaften Soßen auch dicker Milch, Zitronensaft, etwas Zuckerhonig und beliebigen frischen oder pulverisierten Kräutern eine verlockende und äußerst wohlschmeckende Abwechslung sind.
Aber nicht nur eine kräftige, einfache und den natürlichen Bedingungen entsprechende Kost, die auch die Magen- und Darmtättgkeit günsttg beeinflußt, ist wichtig, sondern auch» etwas Bewegung. Machen Sie öfter einen kleinen Spaziergang! Und wenn es nur zehn Minuten nach dem Abendessen sind! Und der Spaziergang am Sonntagoormittag wird auf zwei Stunden ausgedehnt. Aber laufen Sie nicht im Schlendrian mit krummem Rücken und hängenden Schultern, schlecht gesetzten Füßen und fauler Atmung! Das Gehen muß als bewußte Körper- und Gesundheitspflege betrachtet werden. Atmen Sie tief, gehen Sie in gutem Wanderschritt mit aufrecht getragenem Kopf und frohen Augen und — passen Sie auf, wie gut Ihnen das bekommen wird. Aergern Sie sich auch nicht! Das schadet ebenfalls der Gesundheit. Lassen Sie gegenüber den vielen schonen Dingen im Leben nicht die kleinen Nichtigkeiten die Gewalt über Sie gewinnen! Ihr gutes Befinden würde nur leiden.
Im Badezimmer wollen wir auch keine Angst mehr vor heißem und kaltem Wasser haben. Beides ist gut, und nach einer Reinigung mit heißem Wasser tut eine kalte Abreibung — anfänglich natürlich nicht übertreiben — wahre Wunder. Außerdem können wir ja nach Belieben diese weder Mühe noch Geld kostende Kur ein wenig verstärken, wenn es unsere Börse erlaubt. Ich denke hier an die in allen neuzeitlichen Geschäften erhältlichen Säfte, die eine Blutreinigung und -stärttmg erwirken, ferner an die anerkannten Heilerden, die für inneren und äußeren Gebrauch nur empfohlen werden können; auch der den Appetit anregende Traubenzucker sei nicht vergessen/- Und nun — guten Erfolg! S. Fr.
Fisch auf mancherlei Art.
Die folgenden Gerichte sind für vier Personen berechnet.
Kabeljau auf der Platte. (Auch geeignet für Rotbarsch, Schellfisch, Dorsch, Merlan, grüne Heringe ober Makrelen.) 1 kg Fisch, Kräuter, eine Mohre, Salz, Essig, Fett. — Der Fisch wird nach dem Drei-8-System behandelt, also gesäubert, gesäuert und gesalzen. Dann legt man ihn auf eine Platte, bestreut ihn mit fein gehackten Kräutern und einigen angedünsteten Möhrenstückchen, belegt ihn mit Fettflöckchen, schiebt den Fisch in den Brat- ofen und dünstet ihn 30 bis 40 Minuten bei milder Hitze gar.
Dorsch mit Kartoffeln i m O.fen. 4 kg Dorsch, V- kg Kartoffeln, zwei Eßlöffel Fett, geriebener Käse, geriebene Semmel, Salz, Paprika, gehackte Zwiebeln, saure Milch oder Sahne. — Der nach dem Drei-8-System vorbereitete Fisch wird in Stücke geschnitten, in etwas Fett gedünstet und kall gestellt. Die in Scheiben geschnittenen Kartoffeln werden gekocht, abgegossen unb schichtweise mit bem von Haut unb Gräten befreiten Fisch in eine gefettete Auflaufform getan, wobei zwischen jebe Sage Zwiebeln, etwas Paprika, saure Milch ober Sahne gegeben wirb. Die oberste Schicht wirb mit geriebenem Käse, geriebener Semmel unb Fettflockchen bestreut. Das Gericht läßt man eine hcllbe Stunbe in mittelheißem Ofen backen.
Labskaus. V2 kg Fischfilet, 60 Gramm Sveck- roürfel, eine bis zwei Zwiebeln, 1 kg Kartoffeln, Senf, Essig, Zucker, Salz. Paprika, Gurke, Majoran. — Gekochte, geschälte Kartoffeln stampft man zu Brei. Die klein geschnittenen Zwiebeln werben rntt Speckwürfeln zusammen angebünstet. Das nach bem Drei-8-System vorbereitete Fischfilet läßt man barin garbraten, gibt es zu ben Breikartoffeln hinzu und mischt alles untereinanber, ebenfalls bie in kleine Würfel geschnittene Gurke. Mit Senf. Essig, einer Prise Zucker, Paprika unb Majoran wirb gewürzt unb abgeschmeckt.
Räucherfischauflauf. 500 g Räucherfisch (Bückinge ober Stückenfische von Rotbarsch, Kabeljau, Seelachs ober Steinbeißer), 250 g Makkaroni, zwei Eßlöffel Fett, zwei Eßlöffel Mehl, zwei Eßlöffel Tomatenmark, Zwiebel, Essig, Paprika, Zuk- ker, geriebener Käse. — Der Räucherfisch wirb enthäutet unb entgrätet. Fett, Mehl, Tomatenmark, Zwiebel werben angebünstet, mit Wasser ober Fischbrühe aufgefüllt. Zum Schluß wirb Essig, eine Prise Zucker, Paprika unb Salz baran gegeben und vorsichtig abgeschmeckt. Die klein gebrochenen Makkaroni läßt man in heißem Salzwasser 20 Minuten kochen, woraus sie kalt überspült werden. In eine angefettete Auflaufform wird lagenweise Makkaroni und ber Räucherfisch getan, über bas Ganze gießt man bie heiße Tomatentunke unb streut geriebenen Käse barüber. Das Gericht läßt man im Ofen 20 bis 25 Minuten überbacken.
Bauern-Esfen mit Bücking. Vier Bük- kinge, 1 kg Pellkartoffeln, 100 g Speck, zwei Zwiebeln, ein bis zwei Eier, einen Eßlöffel Mehl, geriebener Käse. — Der würflig geschnittene Speck wirb ausgelassen unb barin bie fein geschnittenen Zwiebeln unb Kartoffeln gebraten. Dann werden bie geputzten Bückinge bazu getan Zuletzt werben die Eier, bie mit Salz, etwas Milch ober Wasser unb Mehl glatt gerührt finb, über bie Masse gegeben. Man läßt sie stocken unb überstreut bas Ganze mit Käse. Als Beigabe dazu eignen sich Salate.


